Ausgabe 
1.12.1913 Erstes Blatt
 
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sichen Versammlung wurden ihm die Glückwünsche dar Na­tionalliberalen Königsbergs und Ostpreußens sowie des Zentralvorstandes der Partei, der nationulliberalen Frak- tionen des Abgeordnetenhauses und Reichstages als auch der Fortschrittlichen Volkspartei überbracht.

Der dritte christlich-nationale Arbeiter- ko n g r c ß wurde am Sonntag im großen Saale des Lehrer­vereinshauses in Berlin, bei sehr zahlreicher Beteiligung eröffnet. 400 Delegierte aus allen Teilen des Reiches sind anwesend, die etwa 1»/« Million Arbeiter und Angestellte vertreten. Im Auftrage des Reichskanzlers und des Staats­sekretärs des Reichsamts des Innern war Geh. Reg -Rat Sie fort, im Auftrage des preußischen Handelsministers Geh. Oberregierungsrat Neumann erschienen; ferner waren anwesend Graf Posadowsl'y, der frühere Han­delsminister v. Berlepsch, eine Reihe Vertreter der dentschlonservativen, der Rcichs-bezw. der Freikonservativen Partei, des Zentrums, der Wirtschaftlichen Bereinigung und der Nationalliberalen, desgleicl>en der Direktor des Vereins für das katholische Deutschland, Abgeordneter Dr. Pieper sowie Vertreter volkswirtschaftlicher und religiöser Vereine. Abg. Behrens (Essen) eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache und schloß mit einem dreifachen Kaiserhoch. Es wurde beschlossen, ein .Huldigungstelegramm an den Kaiser abzusenden. Geh. Reg-Rat Siefart be­grüßte darauf den Kongreß im Auftrage des Reichskanzlers, oes Staatssekretärs des Reichsamts des Innern und gleich­zeitig im Auftrage des Handelsministers. Weitere Begrü­ßungsansprachen schlossen sich an. Sodann wurden nach Er­stattung des Geschäftsberichts die Verhandlungen auf Mon­tag vertagt.

rrussanv.

Das Erzherzogspaar Franz Ferdinand von Oesterreich ist am Sonntag nachmittag um 5 Uhr von London kommend, in Brüssel eingetroffcn. Es wurde am Bahnhof vom König empfangen und nach dem Schloß geleitet. Der Erzherzog reiste abends nach Wien weiter.

Ein neuer italienischerUeb er-Tre ad- no u g h t". DemEcho de Paris" wird aus London ge­meldet, daß die italienische Regierung den für Rechnung Brasiliens auf der Werft von Elswick erbauten Ueberdread- nouhgtRio de Janeiro" cmaekauft habe. Brasilien habe für das Schiff bereits 2,1 Millionen Pfund Sterling bezahlt und sollte für die weitere Ausrüstung im Mai nächsten Jahres noch weitere 750000 Pfund Sterling bezahlen.

Aus KtaSt uuS fand»

Gießen, 1. Dezember 1913.

Trinker- F ü r s o r ge st e l l e für Stadt unk Landkreis Gießen Gießen Asterweg 9, Sprechstunde jeden Dienstag abend 6'/5 bis 8 Uhr.

** Von der Universität. Wie gemeldet wird, hat der Professor Neumann einen Ruf nach Bonn ange­nommen.

** In der Universitätsbibliothek wurde eine Ausstellung zum Gedächtnis der Befreiungs­kriege eröffnet. Aufrufe und Kundgebungen sind in Ur­drucken und getreuen Nachbildungen ausgelegt; Staatsmän­ner und Feldherren, Dichter und Volksmänner des Zeit­alters der deutschen Erhebung sind durch Briefe in der Handschrift vertreten; das Großherzogtum Hessen im Rhein­bund und im Uebergang zu den Verbündeten und die deutsch­freiheitliche Bewegung an unserer Universität werden durch Bücher, Einzeldrucke und Schriftwerke dargestellt. Schließ- lich veranschaulichen farbige Bilder die Uniformen der großen Armee" Napoleons, der preußischen Landwehr und der hessischen Truppen. Die Ausstellung wird während des Winter-Semesters jeden Montag von 1 i1 und jeden Don­nerstag von 35 Uhr zugänglich sein.

* Z u der Verhaftung oes Bankdirektors Hermann Nies in Lollar erfahren wir aus authen­tischer Quelle, daß die Lollarer Gewerbebank aus einer früheren Aktiengesellschast hervorgehend als eine rein persönliche Gründung des Herrn Nies zu betrachten ist. Es haben schon eine ganze Reihe Gläubigerversammlungcn stattgefunden, doch ist der Konkurs in zwischen ausgebrochen. Tic Konkurserklärung bezieht sich vorläufig nur auf das Privatvcrmögen des inhaftierten Direktors; doch

damals sehr schwer bewaffnet waren und daß mit ihm zugleich ein Mädchen bestattet wurde, von dem nur noch die Zähne und ein Halsring übrig geblichen sind.

Bei der in diesem Jahre in der Nähe von Eberstadt ausgegra­benen römischen Billa wurden auch einige Urnen aus der Latene zeit gefunden, die mit zu den schönsten und wertvollsten Stücken des Museums gehören. Tie Urnen sind Frauenarbeiten und meist mit Fingernagelverzicrung versehen. Ziemlich gleick>zeitig wurden in der Givvschen Sandgrube bei Leihgestern ein sehr gut erhaltener, gedrehter Halsring gefunden und zwei prachtvolle Armringe mit dreieckigem Durchschnitt.

Kostbare Stücke des Museums sind auch die fränkischen Särge, die int Jahre 1910 bei Leihgestern gefunden wurden und in ihrem Bau den tzbrundriß des menschlichen Hauses dnrstelleu. Sehr wertvoll sind ferner die Leihgaben ans Büttelborn, darunter ein fränkischer Langschädel, und die dauernden Leihgaben des Landesmuseums in Darmstadt, die zwei bei Gettenau gefundene Pflugscharen und ein Pflugme s s e r umfassen.

Der sehr anregende Rundgang, der über, alle bemerkenswerten Stücke des Museums vorzüglich unterrichtete, dauerte fast zwei Stunden und gewährte den Besuchern volle Befriedigung. N.

Ter Schtvarzwaldmaler. Zum Tode Prof. Wil­helm Hasemanns wird uns aus F r e i b u r g> i. Br. geschrie­ben: Prof. Wilhelm Hasemann, der bekannte Schwarzwaldmaler, der am Freitag in Gutach im Alter von 64 Jahren gestorben ist, erlag einem schweren Krebsleiden, gegen das auch die Behand­lung mit Mesothorium keinen Erfolg hatte, die der Großherzog für den erkrankten Künstler veranlaßt hatte. Hasemann, der seit dem Jahre 1880 ein Schwarzwaldhaus bewohnte, war nach Gutack; gekommen, um die Illustrationen für eine Ausgabe Bert­hold Auerbachs zu schaffen, und die Reize des Schwarzwaldes hatten ihn so gefangen genommen, daß er ihm seitdem immer treu geblieben ist. Er stammte aus Michlbcrg in der Provinz Sachsen, und es War ihm an der Wiege nicht gesungen, daß er sich als Maler einen Namen machen sollte. Er sollte Mechaniker werden wie sein Vater, und er war bereits in der Lehre, als durch das Eingreifen einer befreundeten Familie das Kunstsludium des begabten Jünglings ermöglicht wurde. Er besuchte die Aka­demie, mußte Daneben freilich auch auf Broterwerb ausgehen. Ten Krieg 1870 machte er als Freiwilliger im Sanitätskorps mit und kam krank von den Strapazen .des Feldzuges zurück. Tann aber gelang es ihm, sich die nötige Summe zu erarbeiten, um die Kunstschule in Weimar zu besuchen. Schon seine er-en Genrebilder fanden Gefallen, Hasemann ging zunächst nach Thü ringen, dann nach München und kam schließlich aus dem er­wähnten Anlaß in den Schwarzwald, den er seitdem in seiner Kunst verherrlicht hat.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Um das Gedächtnis ihres Vaters, des sckMäbischen Dichters Hermann K u r - zu ehren, wurde Isolde M u r z von bet philosophisckien Fakultät der Univerfitär Tübingen zuut Ehren- boEtor ernannt.

soll eine solche der Gewerbebank sc»>st unmittelbar bevorstehcn Nicht nur fremde Leute verlieren ihr Geld, sondern auch die eigener Angehörigen des Nies er stammt aus Ä i r^z e n h a i n be Gedern büßen erhebliche Summen ein. In letzter Zeil reiste der ehemalige Tirektor für eine Schuhfabrik in Butz­bach, die wiederum aus einer von N. selbst in M i t t e l s m ü h l c bei Rödgen unter dem NamenA r m i n i a" betriebenen und inzwischen eingegangenen Schuhfabrik hervorgegangen ist. Ter Kundenkreis der Bank erstreckte sich über die ganze Rabenau bis Nordeck über das Busecker Tal und sogar bis nach Frankfurt a. M. Besonders dort soll die Kasse mit fragwürdigen Existenzen in Häuser- und Hypothekenspekulationen gearbeitet haben. Schon vor Jahren hat ein früher in der Rabenau ansässiger Gastwirt, dem ein später in Tiez a. d. Lahn erworbenes Hotel von Nies in Gemeinschaft mit zwei anderen abgekauft wurde, sein ganzes etwa 70 000 Mk. betragendes Vermögen cingebüßt. Er wurde nämlich mit Hypthcoken bezahlt, die sich nachträglich sämtlich als faul und uneinbringlich hcrausstellten. Großes Befremden hat es auch in der ganzen Gegend hervorgerufen, daß wie jetzt offenbar wird die beiden Vorstandsmitglieder dem Direktor Nies einfach eine Generalvollmacht ausstellten, so daß er nach Belieben schalten konnte. Geheimerat Haas in Darmstadt hat bei seinen Revisionen schon öfters gedroht, daß wenn in dieser Weise toeiter gewirtschaftet würde, die Lollarer Gewerbebank ihren Aus­schluß aus dem Verband zu gewärtigen hätte. Der Direktor verstand es aber, durch einen neuen von ihm selbst verfaßten, gefätk- cn Bericht alle Bedenken zu beseitigen und die beteiligten Herren zur Unterschrift und Einreichung dieseszweiten" Berichtes zu veranlassen. Das gleiche Verfahren wurde angewandt bei Ausstellung der Bilanzen: Bei den Aktiv bestanden befanden sich Werte imb Forderungen, die lediglich aus dem Papier vor­handen, in Wirklichkeit aber uneinbringlich oder aber gänzlich verloren waren. Auch wurde in letzter Zeit eine Hypothek im Betrag von 13 000 Mk. ausbezahlt, aber ihre Löschung unterlassen. Der Vorsitzende des Gläubiger- ausschnsses der Lollarer Gewerbebank, D a a b, teilt uns mit, daß die Schuld nicht eine Million, sondern nahezu 600 000 Mk. betrage. In Lollar sei noch nichts bekannt von Bilanzverschleierun­gen z. Z. der Aktiengesellschan Die Bucher sind seines Wissens noch verjiegelt.

** Ein verblüffender Diebstahl wurde am Samstag nachmittag gegen 1 Uhr in dem Juweliergeschäft der Firma K. Brück auf dem Kreuzplatz ausgeführt. Drei gutgekleidete Männer lioßen sich zur Auswahl Taschenuhren vorlegen, sie verließen aber den Laden bald wieder mit der Aeußerung, es handele sich um ein Geschenk, dessen Ankauf auch noch einige andere, augenblicklich nicht anwesende Herren zu bestimmen hätten. Ms sie verschwunden waren, stellte es sich heraus, daß die beste Uhr, eine goldene Taschenuhr im Werte von 200 Mark, fehlte. Der Geschäftsinhaber Hammermann erstattete sofort An­zeige, worauf die Nachforschungen von der Schutzmannschaft ausgenommen wurden. Dabei wurde in Erfahrung gebracht, daß die beiden Herren auch noch einem in der Nähe befind­lichen Luxuswarengeschäft einen Besuch abgestattet hatten. Nach dem Verlassen dieses Geschäftes merkte der Inhaber, daß ihm eins oder zwei Zigarettenetuis fehlten. Tic sofort benachrichtigte Polizei konnte fdj-on um 3/t Uhr die Mitteilung machen, daß auf Grund einer telephonischen Be­nachrichtigung auch in B a d-N au h e iin die beiden Gauner mit Erfolggearbeitet" hatten. Sie hatten also schon mit dem Zug 1.34 oder 2.17 Gießen verlassen. Die Bahnhöfe auf der Strecke GießenFrankfurt wurden sofort einer scharfen polizeilichen Aufsicht unterzogen, ohne daß es bis fetzt gelang, der b.ndcn (Äauner Habhast zu werden. Sio werden folgendermaßen beschrieben: Sie waren im Alter von 24 bis 28 Jahren. Der Kleinere war dunkelblond, glatt­rasiert, der Größere blond und auch glattrasiert. Beide trugen Paletots und steife Hüte.

** Programmänderung im Kaufmännischen Veretn. Der mit großer Spannung für Donnerstag erwartete Vortrag des Herrn Dr. Johannes Müller-Mainberg mußte leider verschoben werden, weil der Redner erkrankt war und sich für die Strapazen der Reise noch nicht genügend gekräftigt fühlt. An Stelle dieses Vortrags tritt ein solcher des Herrn Privatdo­zenten Dr. Peppler überSportliche und wissen­schaftliche Luftfahrten", der gewiß auch allseitiges In­teresse findet.

** Das Allgemeine Ehrenzeichen erhielten zwei Werkmeister der Firma Carl Emmelius Zigarrenfabriken Gießen. Dem Betriebssührcr zu Alten-Buseck, Wilhelm Stecker, wurde für vierzigjährig!: Tätigkeit bei der Firma das Allgemeine Ehrenzeichen verlieben. Ter andere Dekorierte ist der Werkmeister und Leiter des Gießener Betriebes, Joh. Seel- Wieseck.

" An der Ecke der 'Dl arft ftra {jc und Wetter- ia sse ist mit dem Süßschen Neubau eine Straßcn- o er breite rung im Werden begriffen, zu welcher von dem ehemaligen Forbachschen Hause, daS niedergelegt wrirde, 44,7 Quadratmeter Grundfläche von der Stadt erworben wiirden, während durch Zurücksiellen des Süßschen Neubaues weitere 11,7 Quadratmeter zur Verbreiterung der Marktitraße frei bleiben. Für da? erworbene Straßenland, im ganzen 56,4 Quadratmeter, hat die Stadt Mk. 17 500 oder für den Quadratmeter M. 312,50 bezahlt, ein Betrag, der noch nicht einmal als sehr hoch bezeichnet werden kann, da der seinerzeit .rcigelegte Bürgersteig an der Neustadt Ecke Kornblumengasse sich tut Preise höher stellte.

Landkreis Gießen.

Allen darf a. d. Lahn, 30. Nov. Ein Fuhr- mann aus Klein-Linden hatte Möbel nach Dutenhofen gefahren. Auf dem Rückweg schellten in unserer Gemarlnug seine Zugtiere und rannten den Straßendamm hinunter direkt in deii K.leebach, der an dieser Stelle ziemlich tief ist. Ter Fuhrmann rettete sich auf die Leitern und rief um Hilfe. Er und die beiden Kühe konnten herausgezogen iverdeu.

Beuern, 1. Dez. Trotzdem der Monat Dezember heute schon seinen Einzug hält blühen noch vor einem Hause zu Beuern schöne öimfeliote Kletterrosen. Diese Tellenheu ist wo! l der günstigen Wutermig zuzuschrelben, beim aus den Wiesen finden sich auch noch mänsebl ü m ch e n vor.

<i) Göbelnrod, 28. Nov. Seit 14 Tagen ist Göbelnrod mit elektrischemLicht versehen. Durch den Anschluß an die Ueber- land-Zentrale war es der Gemeinde möglich, auch eine eigene Wasserleitungzu bauen. Die Quellen liegen im Wieiecktal am Fuße des WirbergS. Bon hier wird das Wasser durch Elektromotor in den Hochbehälter gepumvt. Tie Gemeinde wollte sich schon frühes einmal an die Grünberger Wasserleitung anschließen, konnte sich aber mit der Stadt nicht einigen. Durch die eigene Anlage ist es auch möglich, den Wirberg mit Wasser zu versehen. Sa Durch wird einem großen Mißstande abgeholfen. Denn oft mußte im Sommer das Wasser in Fässern aus Dem Tal geholt werden. Die Erdarbeiten sind soweit fertiggestellt worden, das; die Anlage mit Beginn des neuen Jahres betriebsfähig sein wird.

~ Tors-Gill, 30. Nov. Nachdem am Mittwoch mittag eine Probebeleuchtting unserer Straßenlampen vorzüglich fnnktio- nierte, traten im Lame des Nachmittags Fehler zutage, so daß aus den erleuchteten Straßen für Mittwoch und Donnerstag abend nichts werden konnte. Cs war allerdings möglich geworden, ein Hans, in welchem Hochzeit gehalten wurde, teilweise zu erleuchten. Tabei war eine eigenartige Erscheinung zu bemerken. Die Dach­sandeln des .Hauses waren nämlich elektrisch geworden. Rasch per breitete sich diese Kunde, und einige Hochzeitsgäste machten sich das Vergnügen, sich unentgeltlich elektrisieren zu lagen. ?lm Freitag abend war die Leitung m Ordnung.

m. Hungen, 30. Nov. Im nahen Inheiden war ein Wäsche dieb an Der Arbeit und ließ mehrere Wäsche, rücke mitgeben. Ein Polizeihund von Nidda nahm als. bald die Spur auf und verfolgte sie bis in ein dortiges Haus. Die gestohlenen Stücke konnten jedoch nicht entdeckt verden, so daß ein Beweis dec Täterschaft bis jetzt nicht er- eracht ist.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 30. Nov. Die neue Gemeinde SchadgeS hat sich nunmehr ein Ortsoberhaupt in dec Person des bisherigen Gemeinderechners Georg Ra lisch ge­wählt. SchadgeS gehörte seither zur Bürgermeisterei Stock- hausen. Rausch ist somit der erste Bürgermeister von SchadgeS.

Lauterbach, 30. Nov. Dem Arbeiter Ehristian Ritter aus Maar, der an der Kreissäge eines hiesigen Säge­werkes beschäftigt ivar, wurde ein Stück Holz mit großer Wucht gegen den Leib geschleudert. Er mürbe schwer ver° l e tzt, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Kreis Schotten.

d. Vom oberen Vogelsberg, 1. Dez. Auch hier hat sich die Hoffnung auf eine gute Hasenjagden diesem Herbst nicht erfüllt, die Ergebnisse der letztem Treibjagden sind recht gering. Die Strecken betragen etwa die Hälfte dec Durchschnittszahl früherer Jahre.

«Ulrichstein, 29. Nov. Das Bezirkskassegebäude ist an einen Landwirt zum Preise van 8000 Mark vertäust worden. Wie verlautet, soll ein anderes Gebäude an getauft und zur Bezirkskasse zweckentsprechend eingerichtet werden.

Kreis Friedberg.

L. F r i e d b e r g, 30. Nov. Der Dieb im Zigarrenladen hat die Tat eingestanden. Er ist wegen Diebstahls schon vorbestraft. Ein Friedberger Auto rannte in Sachsen- hausen mit einem anderen Auto zusammen. Die Fahrzeuge wurden beschädigt und eine Dame verletzt. Dieser Tuge fand in der städt. Polytechnischen Anstalt anläßlich des 25, Semesters eine Feier statt.

! Bad-Nauheim, 30. Nov. Kaum beachtet war seither eine in unserer Nähe im Ritter'scheu Walde beim Hofgut Hassel- heck gelegene römische Befestigungsanlage. Sie ist qua­dratisch und im Umriß noch deutlich erkennbar; auch Grabm-, Mauer- und Turmanlagen deuten sich im Grundriß an. Da Heimatverein beabsichtigt nun Schritte zu tun, inrt die Aus­grabung und Freilegung der Anlage zu .veranlassen, die von Erdmassen verschüttet und durch den Wald geschützt worden ist. Bei oberflächlichem Wühlen hat man schon Stücke von echter terra sigillata gefunden. Heute unternahm der Heimat­verein einen Ausflug an die interessante Stätte, wo Dr. Martin, der Vorsitzende des Vereins, und Baumeister Kraft interessante Mitteilungen über römische Befestigungen int allge­meinen machten und Vermutungen über die vorliegende Anlage anstellten. Danach hat man es wahrscheinlich mit einem kleinen« Kastell zu tun, dessen ehemalige Bedeutung auch einleuchtet, da es in der Nähe des Kreuzungspulcktes zweier wichttgen Römer­straßen lag.

Kirch-GönS, 30. Nov. Die Beigeordneten, wähl halte folgendes Ergebnis: W. Müller III. mit 67, Joh. Röhrig II. 52, H. Hanack 17 und 911fr. Müller 3 Stimmen. Zwischen beiden Erstgenannten ist Stichwahl erforderlich.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 1. Dez. Erschossen hat sich <un Samstag gegen 12 Uhr in einem Hotel zu Darmstadt der etwa 50 Jahre alte Kaufmann C. B. Küchel aus Frank- surt a. M., der Inhaber einer Lederhandlung. Er hatte sich am Freitag dort einlögiert, am Samstag fand man Blut- spuren an der verschlossenen Türe. Man öffnete mit Un­terstützung der Polizei das Zimmer und fand den entseelten Körper. Der Tote hatte eine Nachricht an einen Buchhalter in Rödelheim hinterlassen. Seinem sehr verwahrlosten An­zuge nach muß K. in sehr urigünstigen Verhältrnssen ge» wesen sein.

rb. Darmstadt, 30. Nov. Oberjägermeister und Kammerherr Frhr. von der Hoop gab gestern in den Fest­räumen des Hotels zur Traube einen Gejellschafts- abend, dem auch der Großherzog beiwohnte. Unter den etwa 180 Teilnehmern befanden sich auch dte bret Mi­nister, der preußische, russische und englische Gesandte und viele andere Würdenträger mit ihren Damen. Nach dem Souper sand F-estball statt.

m. Offenbach, 1. Dez. Der 12jährigen Ella Ben- z i n g, die am Sonntag morgen mit dem Austragen von Backwaren für ihren Vater beschäftigt war, gerieten durch die mitgenommene schadhafte Laterne die Klei »er tn Brand. In seiner Angst lies das Kind auf die Straße, wodurch die Flamme immer mehr entfacht wurde, so da» das Mädchen einer Feuersäule glich. Passanten konnten schließlich die Flamme ersticken. Das Mädchen trug schwere Brandwunden im Gesicht und am ganzen Körper davon und wurde von der Sanitätswache ins städtische Kranken­haus gebracht.

m. Offenbach a. M., 29. Nov. Heute vormittag. U Uhr wurde Der Neubau des Wilhelm S ch r a m m - 11tl durch eine Feier im kleinen Kreise eröffnet. Der Vorntzcnbc Des Kuratoriums, Juftizrat Freund, übernahm den nach pmu des Architettcu Prof. Hugo EberharDt erbauten grotzcn komplex, der sich am Buchrainweg dicht an der Frankfurter e markungsgrenze in prächtiger Waldgegend in vornehmer arm ' tonischer Größe erhebt. Bei dem Rundgang der Gäste unter rung des Erbauers erfreute die im Aeußem und ^uneru uoer - geschmackvolle und gediegene Bauweise. Das GebÄide ift ou-- reichen Mitteln bergefteHt worden, die der verstorebene Mi bacher, Wilhelm Schramm, hinterließ, um alten Leuten verschuldet in Bedrängnis Tarnen, einen sorglosen u-dcr zu sichern. ttpb

= Offenbach a. M., 30. Nov. Der Verband Mrnei rheinischer Volksbildungsverein e h"lt v Hauptversammlung in der neuerbauten FrieDenstwute av- von dem Vorsitzenoen des Verbandes, Schulrat ö® '^em statteten Jahresbericht ist zu verzeichnen, daß oer r . 39 körperschaftliche und 9 persönliche Mitglieder angej s-namcntJ im abgelaufenen Jahre eine rege Tätigkeit entwickelt v pon

lich wurde Der Begründung neuer Volks- sowie der Au te^g Wanderbibliotheken, dem Vortragswesen und der Bek ^abresrech- Schundliteratur besondere Sorgfalt zugcwendet. ' LfifcTmb nung schließt in Einnahme und Ausgabe mi* fommenbc Jahr das Verbandsvermögen 2999 Mk. beträgt. ^.r,!?"grn?(f1(ie6enb an würben 817 Mk. in Den Voranschlag eingestellt LE'rn den geschäftlichen Teil hielt Lehrer Wag ne r'eu ^1cftÄWpunga, recht interessanten Vortrag über das Thema. Äu(rat che» vereine und ttaatsbürgerliche Erziehung , ro%n<rtrf.fnnbiaer Weise r er bas Thema:Volkstümliche Literatur m s J- hechte behanbelte. Hauptlehrer B e ch t o l s h e i m e r von hier kinematographische Vorführungen.

Kreis Wetzlar.

(?) Niederkleen, 26. Nov. In unserer Gei^rku g , sieht man eine große Anzahl F r u ch t h aus sh ' Un, noch nicht eingeerntet sind. Tas Ungeziefer! . .

lerkunft darunter, besonders die Vermehrung der