Ausgabe 
1.12.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

oent

Vttd)ung ta

imb Marku«, klarier jeder

. vlttoU,

itSgtmtinbt iuMelb.

Iobaune«- arrer jeder

hiSgemeinbt -chwade.

chwabc.

irt, findet in ' die 5?orf:i IlKbifn1!, fi'r aurfi die toi- btni Uairec

Ibtlftunbt usleld. irtimgun»ta n»e-gemei^< am 2. Sh®. : trangtli-"

reinigung der de.

im Markus

eien 0 fffa

(S'i:

in ',^Äe»

W1*

II&

ir1

gebilligt t Paderborn andesge.

littagä IM, Wt ißmann

t.eon»c eichte-

ist «eitble ab voju beü'n'.v- Aiinield»"^ i, ®ü Stab' wcni, ebtnia°.i

H:,'W

r-vereii.

I Sie?, f straft l' ?icjMfh

,** W'd

Me ^e ctt* MS; jUrrZ^ ? de- ne»

irtlagt t « ein iZT nNiti

' -tadr S I öotie^ ^adenA ^bamv °?LL

J! ket an? Re. r,z JU"gen ouz. dadurch y;q daß bn WBimunfl,. öier liegt ^>er. E den Br, gebörtober DnSiM.

grräimu Mehrere L'exle mri.tettrn ftd) batri. wetterzugehen unb miroen festge.ammen. 'ÄadtKin die vmiptftniNe unb der r<14orp(a^ geräumt waren, rudle tnc Sa du miet» er an. (h' nntrten n o di m e b r t a cb Patrouillen autgejanbl. um die Houptttraßr fruiutelten nnb den Cihueren, btt na et» Hause neben wollten, bie Msglicftkeil tu tneten, Veute, die etwa niedre hinln ihnen beridirnen sollten, kftiuuebmvn 3 m ganzen wurden 26 Veute f e ft g c n o m m e n. ökgen 9 11 br oben» trat 9hibt ein Unter den ^e ft genommenen soll iid» t' n &t aa t<a n ma 11 befinden, bei ' I dl g r w e I q e r t bat, weiter» u geben £b er mut» idyn frtigelflfien rohrten ift. Ui unteTannt Bon der Verhaltung anderer Ge- r i d) 15 p e r f o n e n t ft n i tb t> bekannt Zer Bürger- mei ft erlag krank t m Bett, der streisdirekior war tn Strasburg.

straftbura i.Els, 29 Nov Bom Ministerium ist heute zur Feststellung der ^»rfälTe in Zabern von gestern abend und heute nwrgen (Heb. Reaierungsrcrt Pauli alS Enauele-lbommissar entsandt worden. Außerdem sind in Zabcrn -wöls (Gendarmen .zusanrrneiigezogen und auf Antrag deS Äretsdirellors ist ein P o l i z e i f o m m t s s a r dorthin entsandt und ihm unterstellt worden, damit die Ruhe unter allen Umstanden durch die st rasche der Zivilpolizei aufrecht erhalten werden lann

Beschwerdetelegramme

Zabern, 29 Nov Der hiesige Gemein de rat hat heute nachmittag 3Uhr folgende Entschließung«!« den R e i ch s l a n z l e r, den laiserlichen Statthalter, den preußischen K r i e g s m i n i st e r und an das Reichstags- Präsidium telegraphisch gerichtet:

./Heftern abend lind ungefähr 30 ruhige Bürger von TOilitäipatroi.ülm ohne Grund gewaltsam fest genom­men und abqeführt Worten. Alle, mit Au-naKme eines Land­richters, haben tnotz Einspruchs her ZivilbeHörde die 'Jba d>t im Keller der Na ferne zubringen müssen und sind erft heute «gegen Mittag dem Zivilrichter oorgeführt worden, der sofort ihre Freilassung angeordnet hat Der Zaberner Okmcutbeidt in besonderer Sitzung gibt einstimmig seiner Ent­rüstung Ausdruck über das fortgesetzte, jeber redülichcn Ord­nung ho Im sprechende und öffentlich provokatorische Borgehen des Obcirsten v. Reutter und erbittet drin­gend sofort die nötigen Maßregeln zu ergreifen, um der Zaberner Bürgersd»aft den Schutz angebeihen zu lassen, auf welchen fix rechtlichen Änspnich bat."

Heute vormittag sanden einzelneAuSschreitun- gen statt. Der Landgerichtspräsident und ter erste Staats­anwalt haben sich nach Straßburg begeben, wie man härt, um dem Statthalter Bortrag zu halten.

Antworttelkgramm des Reichskanzlers und des KriegsminifterS.

Zabern, 29. Nov. Bei dem (temeinterat von Zabern, adressiert an Bürgermeister Nnoepsler, sind heute abend auf die nach Berlin gerichtete Entschließung folgende Tele­gramme eingelaufen:

Dortiges Telegramm vom 29. 11. nach Generalkommando Straßburg zur sofortigen Leranlassung weitergegebeii, dem PflidN obliegt, Gesetzwidrigkeiten unbedingt verhindern. ÄiiegOTtrnifter Falken Hayn."

Das zweite Telegramm lautet:

..Habe Idi Telegramm erhalten und kaiserlichem Statthalter mitqeteilt. Falls angeleitete strenge Untersuchung (Hf- setzwidrig ketten ergibt, wird Abhilfe geschaffen

Reichskanzler."

Zum Zaberner Zwischenfall haben nunmehr auch die elsaß- lothringischen Abgeordneten eine .^Interpellation" einge- l-racht, nachdem sie bisher wegen Fehlens von Unterschriften nur

eine kleine Anfrage stellen konnten Es liegen somit «um Za­berner Zw.ichenfall drei Interpellationen oor Die ellaß- loibruiqhdK Interpellation ist vr»n den Polen und dem Zentrum umerstürt

DieKölnische Zeitung' meldet au# Berlin

In mehreren ömiibfen Blattern finden s,d> Angaben, tee auch schon in deutsch. Blätter übergegan un hab, wmiach bte französische Regierung die Vorfälle tu Zabern in Berlin amtlich zur Sprotte grbradü habe In dieser 'Form ist die Bedauv- lung unzutreffend Die französische .Regierung Lit kemer- lei amtliche 3d>rit1e in Berlin unternommen Zn diplo­matischen Geipräcben roarben and,, wie alles, was bte Beziehungen der beiden Lander berühren tonnte, die Zaberner Borfalle ge­legentlich erwähnt, ledoch nur vorüb-rgedend geftretu Fran- wnfdr Anträge waren mit diesen gelegentlichen Envöhtiungeti mcht verbunden.

Tie Vage in Zabern am Sonntag.

Zabern, 30. Nov. Am Nachtnillag herrschte großer Verkehr in der Stadt, trotzdem scheinen keinerlei Aus schreit unge ii vorgekominen zu sein. Von Zeil zu Zeil wurde eine Militärpatrouille sichtbar und auch die vir stärkte Wcnöarmme machte sich bemerkbar. 21 uf Befehl eines Leutnants wurde gegen 1 Uhr ein Mann aus C 11erswei- l e r von einer Patrouille ver ha fiel, angeblich, weil der Offizier von ihm angerempelt worden ist. Bestimmtes ist darüber nicht zu erfahren. Der Zlreisdircktor verwandle sich, wie man hörl, für die Freilassung deS Verhafteten. Mil welchem Erfolg ist zur Zeit noch nicht bekannt.

Androhung allgemeiner Arbeitseinstellung.

Mülhausen Elf.), 30. Nov. In der neuen Markt­haie sand heute vormittag eine von der s o z i a l d e m o k r a - ttschen Partei einberufene P r o t e st v e r s a m m l u «L gegen die Zaberner Vorgänge statt. Von zwei Stellen aus 1 sprachen gleichzeitig der Reichs- und ^.'andtagsabgeordnete «* m r 1 und der sozialdemokratische Gemeinderat und Be­zirkslagsmitglied Wick» zu der über 3000 Personen zäh­lenden Versammlung, ebenso noch der fortschrittliche Land- tagsabgeordncle Drumm. Tie schließlich angenommene Entschließung schließt mit den Worten:

Die Versammelten sprechen aus, daß sie entschlossen sind, sich gegen die Militärdiktatur in Elsaß-Lotbringen, wenn ihr nicht bald ein Ziel gesetzt wird, mit allen Mitteln zur Wehr zu setzen, er­forderlichenfalls auch unter Anwendung her allgemeinen 3r* beitSein st e II u n <i

Deutsches Neicd.

Der Kaiser besichtigte am Sonntag in Donau­eschingen die neue fast fertige evangelische Kirche. DaS prächtige, vom Kaiser gestiftete (Maut begrüßte den Mon­archen Ter >daiser stiftete die Glasmalerei.en zu den Fen­stern, der Großher-zog von Baten den Altar und die Kanzel, die Großherzogin Luise von Baten die Altartecke. Der Fürst von Fürstenberg beteiligte sich mit einem sehr namhaften Betrage an den Baukosten Mit dem Kaiser kcunen der Fürst und die Fürstin, die fürstliche Fant5lie, ine fürsNichen Oki ft e und das Gefolge. Der Maifcr sprach sich äußerst befriedigt ans. Nach der Besichtigung nahm ter Kaiser auf dem Platze vor deut fürstlichen Ählosse den Borbermarsch deS berett- stehenden 3. Bataillons des Infanterieregiments Nr 170 entgegen Der Kaiser hielt eine Ansprache an daS BataÜlon und begrüßte es in der neuen schonen Garnison.

Geh. I u st i izr a t Dr. v Krause, erster Vizepräsi­dent des preußischen Abgeordnetenhauses, beging am Sonn- tag das fünfundzwanzigiährige Jubiläum als Abgeordneter ter Stadt Königsberg In einer zahlreich besuchten öffent-

Die heutige Nummer umsaht 14 Seiten.

Die Vorfälle in Zabern.

Setter bewahrheiten sich die am Samstag oerossend- I lichten Meldungen in vollem Umfang Der Reichskanzler und I der preußische Kriegs Minister haben denn auch bereits auf I Beschwerdetelegramme telegraphisch strenge Untersuchung I und Alihilfe bei Gesetzwidrigkeiten zugesagt Wenn es auch I etwas eigentümlich berührt, daß bet den Belästigungen der I Cffi^tere durch Fortbildungsschüler kein Polizi st sich hat I sehen lassen, so war es doch durchaus verkehrt, daß ter Lberst r Reutter so weitgehende Gewaltmaßregeln anordnere Hatte es denn nicht genügt, einfach einiss' ter Ruhestörer mit Namen festeste!len und bei der Ziviltehörte Anzeige zu er­statten? Daß dies nicht geschah, läßt daraus schließen, daß die Be-ziebungen zwischeti Zivil- und Militärbehörden arg Getrübt, wenn nickst gar völlig unterbrochen sind Es ist xun wirklich dringend erforderlich, daß die Untersuchung rasch .zu Ende geführt wird und daß die erforderlichen Maßregeln schleunigst getroffen werden. Lag anfänglich kein Gründ vor, den Regimentskommandeur für die Entgleisung seines Leutnants büßen jpr lassen, so steht gegenwärtig die Lache so, daß auch er aus Zabern versetzt werden muß, so erwäget,Swert es auch ist, den Eindruck möglichst jzu ver­meiden, als hätten nun die elsässisckfen Radaumacher einen Lieg davongetragen. In diese Auffassungen muß ja bei den bevorstehenden Reichstagsverhandlungen völlige Klarheit gebracht werden.

Wir erhalten folgende Meldungen:

Zu den erwähnten neuen Zwischenfällen schreibt das volff '-Bureau:

Zabern, 29. Nov Gestern abend kam es hier von neuem zu erregten Szenen, zum Einschreiten des Militärs und zu zahlreichen Verhaftungen. Ueber den Anlaß dazu wird berichtet, daß in der h e de r Wohn un g des Leutnants v.Forstner einige Cffiyerc zufammenstanden, als gerade die Fortbildungsschule ! geschlossen wurde. Aus der Mitte der jungen Leute wurden -chmährufc aus den Leutnant v Forstner taut, worauf Leutnant Schadt d»e Wache alarmierte, die Bajonette 1 u f p f l a n c n und die Straßen räumen ließ, Anächst bie Hohbarrstraße, dann die Hauptstraße. Unter den Verhafteten sollen sich auch einige richterliche Be­amte befinden, die sich auf der Straße befanden, weil im LairdgerichtSgebaude gerade ein großer Prozeß zu Ende aegangen mar.

Außerdem wird über die gestrigen Vorgänge in Zabern von zuständiger Seite mitgeteilt:

'.TU gestern nach Becnbiguii., der Durnftunde, bie in der städtischen Turnhalle ftattfan>, ftd> ine Offiziere nach Hause be­geben nullten, wurde von Zivilisten hinter ihnen berge» I d> r i c it Tie Offiziere Herrn bie Leute durch Pa­trouillen festnehuien Bei dieser Festnahme sammelte sich eine . gwpc Menge an, bie den CffiAieren folgte. D a keine 5 i die r - heitsbeamten anwesend waren, trat bie Dache ins Geweh, nnb rückte auf den Schloßplatz oor die Kaserne '9k i t 7 rommelroirbel wurde bekannt gegeben, baß die Straßen sofort zu räumen seien, andernfalls würde von der Schußwaffe Gebrauch gemachst werben. Ilie Menge lief auseinander, nur vier bi« fünf Schreiev blieben ft eben und wurden feftgenontmen Ta iid) inzwischen wieder weitere Leute zu tcridmmrln v.rsuchten, wurb- bie Haupt- iträte vor dem Sdloßplatz durch bie Dache oollftänbig vom .........

Pas Paradies und die Perl

Gießen, 30. Nov

Als Festkonzert zur Feier des 30jährigen Bestehens des I Gi'ßener Sängcrkranzes hatte man das Rodert Schu- Imannf(bc L'rchesterwerkDas Paradies und die Pert" | ,;ir Aufführung gewählt. Das Werk ist für großes L rchester, I Cdor und schwierige Solopartien eingerichtet, und erfordert daher einen ungemein umfangreichen und kostspieligen Ap­parat. Daß sich der Sängerkranz solcher Mühe und stosten iLitmog, um zu seinem Iubeltagc etwas ganz besonders Hervorragendes zu bieten, ist ihm hoch anzurechnen Umso erfreulicher ist es, feststcllen zu können, daß im großen und ganzen sehr Gutes geleistet worden ist. Daß die Besucher in der Neuen Aula der Universität kaum Platz finden konn- :en, dürfte als gewohnte Begleiterscheinung aller Veranftal- timgen des Sängerkranzes längst zur bekannten Tatsache ge­worden sein.

Das Paradies und die Peri" ist eine aus dem Trient itmmente Dichtung mit all der bunten, den Asiaten eigenen I Gestaltungskraft, wodurch man in den orientalischen Fabeln t c drei Wesenheiten Gott, Mensch, Natur einander näher I bringen sucht. Eine der Peri, der irdischen Sünden ver- I Ukncn Engel, sehnt sich reumütig nach dem verlorenen Pa 11 ribicg. Sic darf aber nicht eher das Eden betreten, bevor sie I /e* Himmels liebste Gabe" herbeigeschasst bat. Nach langen I > rgeblichcn Bemühungen hat die Peri endlich das Glück, I Träne eines bekehrten Sünders dem Fimmel bringen zu I innen. Dafür wird sie wieder in Gnaden ausgenommen

Der orientalischen Dichtung ist bei Schumanns Ver- I xnung nur das äußere Gewand geblieben. Das Seelenleben I Heldin und die Zeichnung der übrigen Charaktere ist echt I -'rutsch, und aus germanischer Urwüchsigkeit entstanden. Der ^denschastliche Grundton der Komposition gewinnt durch ^<n Reichtum an zarten Melodien, die einschmeichelnd auf die 3:nnc der Hörer wirken und einen wirksamen Gegensatz zu I tan oft wiederkehrcnden Fortissimo der beiten ersten Teil' u»d dem rasenden Glückestaumel bilden, in den die 'Ben um Schlüsse nach der Bewältigung ihrer Aufgabe ausbrickt. 3"des: Forte und Piano, höchster Affekt und verhaltene .Leidenschaft, gelang Frau Sophie Schmidt Illing -Sirniftate gut. Ihr Heller Sopran ist vollkommen ausge- Iclchen, die Höhe besonders rein und schlackcnlos. Ter oben

erwähnte Freudenausbruch war der Höhepunkt ihrer Lei­stung. Tie Künstlerin beherrschte die Situation ihrer Rolle gemäß von Anfang an. und ließ sich die Zügel nicht ent­reißen. Ihr Organ zeigte zum Schluffe feine Ermüdung, wußte sich vielmehr erfolgreich gegen den Chor zu behaupten Recht gut war auch Herr Paul lobten Duisburg, dessen dunkler, etwas rauher Tenor in der Mittellage und Tiefe prächtig wirkte, die Höbe läßt jedoch zu wünschen übrig. Was dem Künstler noch fehlt, ersetzt er durch einen glänzenden Vortrag, der unwillkürlich gefangen nimmt. Sehr zu be­grüßen ist es, mit welcher Sorgfalt der Tenorist piano zu singen versteht. Herrn Martin Lberdörssers Leistung bot einen hohen Genuß. Sein Baß buffo besitzt eine Weiche, die den Künstler zu inrn'chen Partien besonders befähigt. Es mochte vielen bedauerlich erscheinen, daß das Musikwerk dem Künstler keinen größeren Spielraum gewährte. Tie ArieJetzt sank des Abends..." war ganz vorzüglich. Mit Liebe entledigte sich Frau Ida Kuhl-Dahlmann- Köln (Alt) ihrer sehr vielseitigen Aufgaben. Bleibt noch Frau Cläre Ham m a cker-Osi ng Düsseldorf ^Mezzosopran Die Sängerin war die einzige, die nicht so recht erwärmen* konnte. Für den Konzertfaal ist das Organ zu klein, wenn ihm auch ein gewisser Wohlklang nicht abzusprechen ist. Tie Aussprache ist durch flmßiges Weiterstudium noch besser zu gestalten und dem gesamten Organ noch mehr Rundung und Abgeschliffenheit zu geben.

Erwähnen wir noch den Harfenisten Adam Hahn- Wiesbaden lobend, der die Kapelle des Gießener Infanterie- Regiments vervollständige, so ist die Liste der Solisten er­schöpft. Der Chor tat in vollem Maße seine Schuldigkeit. Von großer Schönheit war u. a. auch der Frauenchor der Houris. Die Kapelle war gut, nur zu Anfang legte sie sich gar zu sehr ins Zeug und erdrückte die Solisten, besonders das Blech rat zuviel des Guten Später war dieses Zuviel durch den Dirigenten, Herrn Albert Kasten, völlig beho­ben. Herrn Kasten gebührt cm guter Teil des gesamten Erfolges. Er wurde durch Kranzspenden ausgezeichnet.

Der Sängerkranz kann mit seinem Erfolge wohl zufrieden sein An das Konzert schloß sich em Festessen in Steins Garten. H. <g.

Oderhesfischer Seschichtsverein.

Gießen, 1. Trz

Gestern vormittag veranstallete ter Lberhessiscbe Gcschichts- verein für seine Mitglieder einen Runbgcmg teird. vaS IWukunt zur Belichtmung ter neueren Erwerbungen, wobei Herr Dr. Kramer, ter verdienstvolle Leiter, tnc Rührung übernommen batte Er qob in Kurzen Zügen einen umfaiienten Rückdlid über die reidihalttgen Sammlungen und verweilte betontere bei den in jüngfin Zett teils ourch eigene Ausgrabungen, teils durch Schenkungen vervollständigten Gruppen ter Vorzeit Unter diesen steten mit an erster 'Stelle die berühmten Häuserfchen Funde in SübTranfreid), Steinwerkzeuge und Stcimvaffen, deren Alter aut etwa 150 000 Jahre geschätzt wird Das gleichzertt-, qeiun- dene Skelett ging für den Preis von 165 000 Mark an Berlin über Ein beionoers bemerlenswenes 'Stück ter fteinzeiilichen Abteilung ist eine ent kürzlich bei Holzh.im gefundene Urne und ein Wunterbar g carbi-Herr 3 Steinbeil. Ein wertvoll er Deck ter Sammlungen find auch die von Tr. S. Bremer gemachten Eber städter Funde, bie einen ganz neuen Inp ter lief- ftichkeiannk barftrllcn. Daran fanden hth auch Reste einer weiten Paste, die tetenialls als Bemalung anzusprechen find Beionvcrs bmTerfcTKwrt ist em aus Tvn gebranntes ok*. durch das Stofe tnnfcgebrürft tourte Auch ein schönes GefAß aus terra iigilata und Uebetreflc eines neolithischen Lvalhauics. bie ebenfalls bei Eteniadt gefunden wurden, sind besonders hervorzubeben -Aus Gießen selbst, und :>oar vvm Trieb, stammen ein«- Anzahl L a - tenegräber gallische $nrtate die dort vom 14 -17. Juli

auSqegraten wurden Tie Skelettk, die nur wenig Beigaben auf- wiesen, waren nuteten oon einem Steinlranz au? Schiffenberger Dafali. ter mit Zeicben ven'eten war, deren Bedeutung lange umstritten imirDe Sd an im Jahre lfK)R war auf dem Trieb ein Gial gefunden warten und habet ebenfalls i'cbon Steine mit Sduistzeichen. Die zunächst beanstandete Annahme Dr Kra- meis, dar es sich um Runen und zwtr um Hausmarken han­telt, wurde in neuester Zeit von verschietenen Setten bestätigt. Durch einen kurzen Aufsatz rm Gieß. Anz. wurde das Museum s. Z. mit vielen Zuschriften bedacht, u. a von Major Zuntowic, dem Redafteur einer slawiscten Zeining, ter ein Alvhrtet mit slawischen Runen und eine Skizze oon einer Grabsteinplatte ans Touri en, aus ten i'ktttischen Goldfunten stammend, dem Muieum überwies. Tiefe Zeichnung weist ebenfalls Zeicten auf, br große Aehnlickkeit mit den Gietener Zeichen haben. Dieselbe Aehnlimkeft wiei'en aus Alzey und Wien übersandte Runensteine auf. Sehr bemerkenswert ist noch., daß bei den auf dem Trieb au5gr\irabcneit Skeletten in Höbe ter rechten Hand ein glatter 'riefelftem ge­sund n wurde, teffen Bedeutung noch unklar in. Aus dem einen .Grich, tem eine- Jünglings, geht hcrvor, baß die jungen Latte

<Ertte$ Blatt

165. Fahrganq

Montag, I. Dezember (9(5

letze mA ciger

General-Anzeiger für Oberheffen

monatlich 75 vtftlft- läbriidtDlf. durch

^tbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 tW.; durch dielen ^ck.2 uieti* jabrL auflldiL e<c lellg, jHlenprti»; lofal 151U auiii'dn» Ä) L'fimig. tz hefte da kreur. (tzoetz. Iftrantivottlich für den rollt. Zeit: Aua. Goetz: für .Feuilleton', .Hec- nuschleS'und.Gericht »» |<ial*: start Aeuiath: *üt ,Etnbt und Vanb*.

_ . . - . . .. __. _ Rurt Bendt; lut den

Reöaftion, Lrpedttion und Dredcni: Schulfttaße 7. ..f;.KlUr.,; v. Vttk.

*ür die TageSmunmer ,

bi« ooniutingo 9 Uhr. Hotfltionsöma Mwö Verlag der vrßhl'scht« Univ.'Vuch. ind Steietriderti R. Lange.

Nr. 282

Ter Glehener Änzelger erfcheini täglich, auher konnlagS. - Beilagen: viermal mödietitlidi AlehenerFamlliendlitter. tweuiial!> öchentt Utei«> lall für öen Kreiste^ex iTieuctag tmdFrenaaü zmei'i'l.l ntonail. £anl« lrtfd»flftltd;e ^eitlragci Itenifpred) - Anlchlufie: Hit die Jtebaflion 112, Verlag ii. Erpedmou 51 Adresse <ür Depelchen: ttniriqer ««ehe».

iBnabme von Lnzetgen