Ausgabe 
1.10.1913 Erstes Blatt
 
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165. Jahrgang

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Erster Blatt 9

Gietzener Stadttheater.

Prinz Friedrich von Homburg von H e i n r i ch v. K l e i st.

Gießen, 1. Oktober.

nissen Nutzen zu ziehen, so wie man bett zweiten Balkankneg dazu benutzte, um Adrianopcl zurückzugewinnen. Ich wiederhole des­halb : Wenn man uns mit Albanien allein laßt, ist das Resultat

Tagcskalender aus dem Jahre 1813.

1. Oktober. Tschernitschefs erflärt im Namen des russischen Kaisers das Königreich Westsalen für aufgelöst.

Nr. 250

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für die Tagesnummer - »

bis vormittags 9 Uhr. ...

nicht zweifelhaft.

Aus die Frage, ob die diplomatische Lage dieselbe wäre, tote gestern, wenn Verwicklungen eintreten würden, antwortete Pa- schitsch: Gewiß: mit Griechenland verknüpft uns ein Schutzbündnis. Rumänien werde gewiß nicht zugeben, daß der unter seinen Auspizien geschlossene Friede m Frage ge­stellt werde. Auf die Frage: Wie steht es mit Ihren Bezielwngen zu Oesterreich? antwortete Pasckfttsch: Wir haben den sehr aufrichtigen Wunsch, mit der Nachbarmonarchie korrekte Be­ziehungen zu unterhalten. Man wird dies, falls man daran noch zweifelte, in Wien sehen, wenn die Frage der drei >^rsenbahn- oerbindungen, an der sowohl Serbien wie Oesterreich interessiert ist, aufgerollt werden wird. In wirtschaftlichen Dingen sind wir von einem wirklich guten Willen beseelt, dessen einzige Einschrän­kung nur darin besteht, daß wir keiner Macht Vorrechte zum Nachteil der anderen Mächte einräumen können. ^ch werte mich aus der Rückreise nach Belgrad in Wien aufhalten Wenn ich das Glück habe, dort den Grasen Berchtold zu treffen, io werde ich inich sehr freuen, mich init ihm unterhalten zu Wnnen.

Saloniki, 30. Sept. Da die ganze scrbischc GarnisondieStadtMonastirverlassen hat, um gegen die Albanesen zu marschieren, haben die^serbischen Be­hörden in Monastir zur Verteidigung der Stadt und zur Ueberwachung der albanischen und türkischen Stadtbewohner

verspricht.

Der serbische Ministerpräsident P a s ch i t s ch gab einem Mitarbeiter desTemps" gegenüber u. a. folgende Erklä­rungen ab:

Ich bin wegen des albanischen Angriffs durchaus nicht beunruhigt. Wenn wir den Albanesen von Angesicht, zu Angesicht gegenüberstehen werden, dann wird das Ergebnis Nicht zweifelhaft sein. Die Albanesen haben ihren Angriff vorbereitet, aber wir haben unsere Verteidigung nicht vorbereitet, denn wir hatten Vertrauen zu dem Wort der Großmächte, welche dadurch, daß sie uns zur Räumung Albaniens zwangen, uns gegenüber eine Verantwortung auf sich genommen l>apen. Daraus lassen,sich die paar Wort eile erklären, die die Albanesen errungen haben. In acht Tagen, vielleicht noch früher, wird unsere Konzentrierung volletidet sein und wir iverben den entscheidenden Schlag führen können. Unsere Generale werden keinen Eroberungskrieg, sondern einen Siche- rungskrieg unternehmen. Um uns zu schützen, werden wir die strategischen Punkte besetzen müssen, deren Besitz unsere Sicher­heit verbürgt. '

Auf die Frage: Jenseits der von der Londoner Konferenz bestimmten Grenzen? antwortete Paschitsch: Diese Grenzen be­stehen vorläufig in M a r k i er u n g s p u nkten und sind nicht eingezeichnet. Wir haben da also eme gewisse Bewe­gungsfreiheit. Es scheint mir notwendig, daß uns unsere Defensive in jedem Falle bis zur Wasserscheide des Drmflusl.es und des Adriatischen Meeres führt. Wir werden künftig eine st r a t e gif ch e oder vielmehr e i n e v e r n u n f t - gemäße Grenze zwischen uns und Albanien ver­langen. Wir verlangen keine Ausdehnung, aber eine Grenz- berichtigung, durch die beiderseitig Opfer auserlegt iverben können. Irgendwelche diplomatische Einwendungen seitens gewisser Mächte sehen wir nicht voraus, denn unsere b e r e ch t i g t e N o t - wehr ist so klar, daß Einwendungen nicht erfolgen können. Europa wird sich über die Schwierigkeiten unserer Stellung gegenüber Albanien Rechenschaft ablegen. Es gibt ein Albanien! Gut ! Aber ivcr ist für dieses Mbanien verantwortlich? Die Machte? Sie konnten den Angriff gegen uns nickst verhindern. Ist es die, Re­gierung von Valona? Ist es Essad Pascha? Niemand weiß es. Wir sind also gezwungen, unsere Sicherheit fetzt und in Zukunft zu verbürgen Das tun wir, und nicht mehr. Was die K o n st a n - rinopeler Regierung anbelangt, so glauben wir Nicht, daß si° gegenwärtig ein bestimmtes Programm in Albanien hat. Man hat in Konstnlinopel zweifellos den Wunsch, aus allen Vorkomm-

qendes antworten: .

Die Albanesen sind einig darin, radikale Reformen einzusülwen. Ismael Kemal hat nur Valona für sich, die meisten Städie und Bezirke stellen folgende fünf Forderungen auf: Der Sitz der Negierung ist nach Durazzo zu ver­legen Die Bildung eines verantwortlichen Kabinette hat zu erfolgen Bei den Großmächten sind dringende Schritte zu unter­nehmen, um die unverzügliche Ernennung eines garsten durchzufuhren. Die Regierung von Valona soll aufgeforoert wer­den, der Nation eine detaillierte Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben von ihrem Amtsantritt bis zum heutigen Tage vorzulegen. Vor Ankunft des Fürsten soll keinen Ausländern irgend eine Konzession erteilt werden.

Hinzuaefügt wird, in allen Gebieten von Albanien herrscht Ruhe,' aber die Bevölkerung beharre auf ihren berechtigten Forderungen.

Ein Verzweiflungsruf albanischer Notabeln.

Valona, 30. Sept. Eine Anzahl albanische r N o * t ab ein, an der Spitze Ekrem Bep Vlora, Hatreddin u. a- richten folgenden Aufruf an die zivilisierten Je n<

^0Das" albanische Volk, das seit Jahrhunderten beständig sein Blut für seine Freiheit vergossen und die Bahnen für die Er­folge der Balkanstaaten eröffnet hat, hat noch immer leine Ge­rechtigkeit finden können. Hier in Südalbaiuen schmachten Hun­derte unserer Brüder in griechischen Gefängnissen, Sogar die natio­nale Haartracht bildet einen Gegenstand der Verfolgung von fette« der Ortsbehörden. Die Derwische werden krumm und lahm ge­schlagen oder getötet. In Coritza und Dalvino, dH bereits Albanien zugesprocken ist, herrscht vollständige Anarchie. Irr Rord- albanien setzen die Serben ihr Zerstörungswerk fort. Die Massa- f r i c r u ng ganzer Familien ist an der Tagesordnung. Jüngst erst wurden albanische Hi r t e n g eh a n g t und ihre Leichen zerstückelt. Nicht einmal die Unschuld wird geachtet. Sie Serben verbrennen alle Künder, deren sie sich bemäch­tigen bei l e b e n d i g e m L e i b e. Die unmenschlichen Taten, die von jenen, die unser Volk ausrotten wollen, begangen roorben ftnb, haben die Albaner zur Verzweiflung gebracht Da sie nichts mehr zu verlieren haben und am Ende ihrer Geduld angelangt imb, haben unsere unglücklickien Brüder zu dem , einzigen Mittel, das ihnen geblieben ist, Zuflucht genommen: ihr Leben teuer zu verkaufen und die Ehre ihrer Familien zu retten, sie Leiden, denen sie ausgesetzt sind, haben sie gezioungen, den er­lösenden Tod aus dem Schlachtfeld zu suchen. Im Namen bei Menschlichkeit appellieren wir an die zivilisierten Nationen, sich bei den Großmächten ins M i t t e l l e g e n zu wollen. auf daß nicht zugelassen werde, daß diese Bevölkerung, die seit Jahr­hunderten der Verfolgung ihre nationale Existenz bewahren konnte, auf diese Weise durch die Serben und Griechen vernichtet werde. Eine Rede des Generals Sawow beim bulgarisch-türkischer

Vertragsabschluß.

Konstantinopel, 30. Sept. Die Rede des Ge­lt e r a l s S a w o w in der gestrigen Schlußsitzung der Frie­denskonferenz lautet: .

Hoheit! Ich lege Gewicht daraus, Euer Hoheit vor allem namens der bulgarischen Delegierten für die .Hilfe

den Blick für die übrigen Gestalten verlor und anstatt lebendiger planvoller Menschen, wirre, haltlose Wesenheiten bildete.

Wie aber, was doch nahe liegt, wenn der Kurfürst aus ge­kränktem Ehrgeiz die ganze Schärfe des Gesetzes anriefe? Wir hören daß er selbst den Schlachtplan entworfen hat, daß UM zwei klug berechnete Siege durch das Ungestüm des Prinzen von Homburg vereitelt wurden. Wir hören ferner, daß er, er allem ben Befehl zum Angriff der Reiterei geben wolle doch wohl tm Vertrauen auf seine Felbherrntüchttgkett ^urch den eigen­mächtigen Angriff des Prinzen von Homburg wird btc Schlacht entschieden das ganze Heer jubelt dem Refterfuhrer zu als dem eigentlichen Sieger. - In raschem Zorn über die verlorcme Sieget kröne bestimmt der Kurfurft die Berufung des Kriegs­gerichtes und erfährt dann, daß sein gel t e b t er P r t n z der Frevler ist. Selbstgefälligkeit, Liebe, Dankbarkeit rechen ihn nun iit eine seltsame Unschlüssigkeit auf der einen Lette steht das Gesetz, auf der anderen seine Zuneigung zu dem Prinzen er schwankt lange hin und her eine Begnadigung ersännt ihm wie eine Verurteilung seiner selbst aber zuletzt überwindet er sich und seinen berechtigten Stolz und begnadigt den Prinzen doch in dem Gedanken, daß sein Staat einen soltzn Mann wie den Prinzen nicht leicht entbehren kann m so heißer -Beit -ter Staatsgedanke siegt also über seinen Eigenwillen und der Staatsgedanke, dem die letzten Worte des Dramas gelten, wäre also der eigentliche Sieger in dem Stück.

Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Gedanken recht habe, denn die letzten Erkenntnisse einer Dichtung iverben nur ihrem Dichter offenbar, aber ich finde in dem Ltucke kein Wort, da mir Unrecht gäbe, zumal mir diese ErUarung als die menfchlich verständlichste erscheint.

Die Aufführung selbst vertrat in dieser Frage keinen beson­deren Standpunkt: sie brachte Mit Recht nur das Wort, konnte dadurch aber auch des Ungewifsen, Schwankeiiden nicht Herr wer­den wie das nirgends anders ist. Die Zuschauer erwärmten sich des­halb erst allmählich an den, Geschick des Prinzen, gingen dann aber freudig mit und atmeten erleichtert auf, als der Kurfurft endlich das Todesurteil zerriß. Die Regie war, wohl.in Anbetracht bet außerordentlichen Schwierigkeiten, sehr vorfichttg zu Werk gegangen, ohne es aber verhindern zu können, daß die in neben- sächlicku-n Rollen beschäftigten, noch nicht aufeinander emgestoe ten Darsteller bisweilen empfindlich störten. Auch in den Mafsen- szenen kam es dadurch mitunter zu Entgleisungen. Dagegen waren die führenden Rollen meist gut besetzt, wenn es auch noch nicht angeht, über die neuen Darsteller ein Urteil zu gewrrmen.

" 1 Schubert bemühte sich, dem Kurfürsten ein Ruck-

Blutvergießen und zur Schlichtung des bestehenden Konflikts beizutragen und zu diesem Zwecke baldigst die A bst e nun.g der Grenzen Albaniens unter möglichster Beruckfich- tiauna der Wünsche der Bevölkerung vorzunehmen.

B a l o n a, 30. Sept. 300 kriegsgefangene serbische Sol­daten sind aus Dibra nach Tirana gebracht worden. Die Ve r l u st e der Serben b e i D i b r a betrugen, wie die Neue Freie Presse" meldet, 1200 Tote.

Die Pläne Essad Paschas. .

Wien, 30 Sept. Auf eine Anfrage derNeuen Freien Presse" an Essad Pascha über seine Pläne unM-nn »et» alten zur provisorischen Regierung, ließ Essad' Pascha sol-

Der serbische Ministerpräsident über den albanischen Aufstand.

Die Serben brauchen ziemlich viel Zeit, um den Al­banern, die altem Anschein nach auch in ten letzten Tagen wieder große Erfolge errungen haben, mit ihrer gesam­melten Heeresmacht entgegenzutreten. Der serbische Mi­nisterpräsident hak einem Pariser Journalisten ein paar bemerkenswerte Aufklärungen gegeben, in denen angedeutet wird, daß Serbien von den kommenden Ereignissen Grenzberichtigungen" ^erwartet. Indessen sei die jetzige Unternehmung ein Sicherungskrieg, kein Eroberungs­krieg. Herr Pasitsch hat nun den begreiflichen Wunsch, sich mit dem Grafen Berckftold zu unterhalten, da er sich offen­bar aus denkorrekten Beziehungen" zu Oesterreich für die Duldung neuer serbischer Einverleibungen selbst nicht viel

eine Volksmiliz gebildet.

Wien, 30. Sept. DieSüdslawische Korrespondenz meldet aus Belgrad, es sei den Serben gelungen, M awro wo und Galitschnik zu nehmen, wobei die Albanesen große Verluste erlitten hatten. Bel Ochrida füllten seit Sonntag sehr erbitterte Kämpfe statt.

Belgrad, 30. Sept. (Serbisches Preßbureau.) Nach Meldungen des Präfekten in Prizren d vereinigte sich eine kleine Zahl Albanesen aus Ljuma mit anderen, die von B r an i t s ch auf Prizrend zogen. In Prizrend ist Die Gefahr beseitigt. Im Departement Prizrend und an der Grenze bis Tjakowitza, ebenso in Bitolia (Monastir) herrscht Ruhe und Ordnung. Serbische Truppen zogen nach Ochrida nm sich des bulgarischen Bandenführers T s ch a u.1\ e f zu bemächtigen. Sie zogen in Galischnik und Cher- nownitza ein, wo sie Behörden einsetzten.

Wien, 1. Okt. Wie dieKroatische Korr." aus Bel­grad mitteilt, beruhen die Verhandlungen zur Erzielung eines türkisch-bulgarischen offiziellen Bünd­nisses auf folgender Grundlage: Bulgarien wird als Entschädigung für Thrazien dem bereits mobilisierten tür­kischen Heer freien Durchgang nach Macedonien unb Alba­nien gewähren. Nach einem erfolgreichen Feldzug soll Al- banien unter türkisch» Oberhoheit gestellt werden. Ferner soll, um Rumänien keine Jnterventionsgelegenheit zu bie­ten, das Dreieck Karagastra-Xanti-Gümüldschina ebenfalls für autonom erklärt werden.

Ein Sieg der Albaner.

Mit der Eröffnung der diesmaligen Spielzeit konnte Herr Direktor ©teing oetter zugleich die Feier seines sünstinb- p-wanzigjährigen Bühnemubiläums und seiner zehmahrigen Wirk­samkeit als Direktor des Gießener Stadttheaters begehen. Als Gröffnunqätorftellung batte er Kleists vielumstrittenes schau^w-l »Erin* Friedrich von .Homburg gewählt, das trotz ferner vielen voetisehen Schönheiten noch auf keiner Bühne festen tt- ,u sassx^ vermochte, weil die inneren Beziehungen der handelnden Personen rätselhaft und widerspruchsvoll sind.

Um die schwärmerische Jünglingsgestalt des Homburger Prin­zen der mit dem wirklichen Prinzen Friedrich von Homburg nur hpn Namen gemein hat, im übrigen aber völlig von dem tat­kräftiges Realpolitiker der Geschichte abweicht, hat Kleist eine Anzahl von Personen gruppiert, von Denen eigentlich nur ter G^r Potenz oller n Leben gewinnt. Die übrigen sind ihm unter ten Fingern ins Nebelhafte zerronnen und ter große Kurfürst, der SmHüh die ganze Handlung bewegt, rst völlig mißraten ^m ^Äen schwankend ol/ne jede Beharrlichkeit, ohne Logik und innersten fw Triebkraft steht er inmitten des Stuckes,

Hans von Wolzogen mit viel Scharfsinn dadurch deffen Wirrnis Han- von M ^stspiel erftärt, in Dem der K^irMrst Verst^'sviele mit seiner wahren Meinung und tm Ernst Kurfurft Ersten bc- Prinzen von .Homburg denke.

Ätlimlvt bat die Hypothesen Wolzogens mit eingehender Grund- S WÄS indem er am Gang der Handlung und am ^1,^-^ ^s Vrinzen nachwies, das; diese Meinung, unmöglich Charakter des P Mamroth nun mutmaßt, der Kurfürst felber richtig fein fonnc. Uranien und aus geheimer Eiferfuckst liebe die Pnwefftn von ben Prinzen von Homburg,

betreibe er das ^obe^uri j Dichtung nicht über ein,

M°r °u-b dies- Annayme st 9mifung Erieqzgerichtes

denn m dem Auaenmm. iterfü&rcv b-sichlt, rociu er mckit Segen den6otma6tgen HEbnrg schon vor der »clilachk anders, als daß der: verwundet darmeder-

ntit seinem Pferd H Wbem Stück die Zuneigung liegt. .Auch mußte dann rgeu^ benn ein Beweggrund,, ber wenigstens irgendwie: angedeut r nid)t tTeibenbe Kraft fein.

Nicht angel.................

m.6 Ierat Sieben und das ist sch»» -i-l. -b-r auch sonst laßt er

Mittwoch, V ©fieber M3

Bezugspreis. monatlich75P^viertet jährlich Dlt. 2.20; burd ?lbhole- it. Zweigstrüen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel» jührl. aussehl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pü ausivätts 20 Pseiiniq. (Ä)efrebakteur: A Goetz. Verantwortlich für ben

__ politischen Teil: August

General-Amei-er für Gbechessen Ssk

' - . Heöaftion, (Zrpeöition un6 Drudcrci: $^ulffra§e 7. 2anb^:c\tocö;jüVbci.

SeschästrsteSe Büdingen, vahnhofftrahe (6a. _______________ Anzeigenteil: H. Beck.

vermuten, daß wir eine tüchtige Kraft an ihm gewo-nnen haben. MZ Prinzessin von Cranien machte Fräulein Anna Ste11ner einen sehr guten Eindruck, der zweifelsohne auch mckst nachlaffen wird Witerstteitende Gefühle rief vorlauftg Herr ^erbtnanb Steinhofer hervor. Zwar ließ ftch m seiner Darstel­lung eine gewisse Größe nicht verkennen aber seine Aus­sprache, seine Maske unb auch sein Spiel, ließ mitunter doch das vermissen, was man sonst an unserem Theater ge­wohnt ist. Herr Tworkowski ging in dem an sich erfteu- lichen Bestreben nach Natürlichkeit zu wert und polterte als Oberst Kottwitz mitunter so sehr, daß er völlig unverständlich war, worunter naturgemäß seine an sich feme, seelisch ergrundtte Dar­stellung litt IM Maßhalten aber liegt alle Kunst. Herr Br uich - Witz spielte ben Grafen Hohenzollern schlicht, treu und heimlich, nur mehr Sorgfalt im Sprechen, nichts verschleifen.

Für Herrn Direktor Steingoetter, ber nach Schluß her ^Vorstellung lebhaft gerufen wurde und eine Anzahl von Kranz- spenden erhielt, wurde nach der Aufführung auf ter Buhne eine kleine

Feier zu Ehren des Direktors veranstaltet, an der außer den Mitgliedern des Theaters und bem Vorstand des Theatervereins auch eine Anzahl von Gasten teilnahm Im Namen ber Stadt beglückwünschte Herr Ober­bürgermeister Meeurn ben Direktor in längerer, humorvoller Rede, in der er ber Verdienste gedachte, die er sich m Kiner zehnjährigen Tätigkeit als Direktor erworben habe unb ten MuMÄ aussprach, baß Herr Steingoetter noch lange an ter Stotze bes hiesigen Theaters stehen möge. Als Vorsitzenber des Theater- ocreinö beleuchtete Geh. Hoftat drofessor Dr. Fr o m m e die ehemaligen Theaterznstänbe in Gießen, die sich mit ber ^irettrono- übernabme durch Herm Steingoetter nut einem L-chkage wesent­lich gebessert litten. Sein ideales Wirken ^d sem hvchstreoenter Sinn habe hier außerordentliches geleistet, so zwar, > i, der Theaterverein, ter die Wege geebnet habe heute «ur nochi durch die Opernvorstellimgen tatkräftig hervorttate Um die Beziehunpev wieder inniger zu gestalten, habe ter Theaterverem, einem lang gehegten Wunsche des Direktors Rechnung tragend, emc

Stiftung für bedürftige Mitglieder des Gießener Stadttheaters errichtet, die in folgender Urkunde nietergelegt sei.

Der Theater-Äerein Gi-tz-n, in Dankbarer Anerkennuns der großen Verdienste, ine ficft Sbar

noetter in »cbniäljriger Leitung des, St-dtth-aters erworUn etoe Summe »on 3000 Mk. als Grundstock snr eine »httimg,

DieAlbanische Korrespondenz" meldet ans Durazzo: Eine Armee von 20 000 Albanesen und 4000 m a- zedonischen Bulgaren verjagte dieser bischen Truppen ausDibra und Struga und trieb sie bis Gostivar. 300 serbische Soldaten seien von den Aufständischen gefangen genommen und 20 Ge­schütze sowie viel Munition sei von ihnen erbeutet woidtoi^ Korrespondenz" meldet ausValon a:

Die albanische Regierung hat an alle sechs G r o \y- mäcbtc einen Appell gerichtet, zur Vermeidung wetteren