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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten,
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Annahme der Heeres- und Reick)stag in Einern „Nach Artikel:
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hat der Reichstag eine Verstär- Lediglich die Sozialdemokraten
der Entscheidung" betitelten
.Rassische Zeitung" schreibt anläßlich der Deckungsvorlagc durch den
Mit gewaltiger Mehrheit kung der Wehrkraft bewilligt. ,
bic Polen und die Elsässer stimmten dagegen. Deutschland, eingekeilt zwischen kriegsmächtigen Staaten, muß stark sein, um sich zu behaupten, und um den Frieden zu erhalten. Darüber ist kein Zweifel: in dem Augenblick, wo Deutschland schwach erscheint, haben wir den Krieg. Was die Wehrhaftigkeit bedeutet, haben die Balkanereignisse jedermann vor Augen geführt. Daß eine große Mehrheit diese Lehre beherzigt hat, wird allenthalben Eindruck machen. Aber nicht geringeren Eindruck muß die Tatsache machen, daß sich auch für die Aufbringung der K o st c n in der Hauptsache eine gröl',e Mehrheit zusammengefunden hat. Im Dienste einer großen Sache haben alle Parteien Entsagung üben, auf- berechtigte, Wünsche verzichten und gewichtige Bedenken zurückstellen müssen. Das hat auch die Regierung - getan, nur die K o n , e r v a t i v e n beharrten bei ihrer vorgefaßten Meinung. Sie haben Bülow gestürzt, um der Erbanfallstemn M entgehen, sie wären gern bereit, auch Herrn v. Bethmann-Hollweg zur Strecke zu bringen, wenn sie eine Mehrheit zusammengebracht hätten. Der schwarzblaue Block i st gesprengt, die H c r r s ch a f.t d e r K o n - servativen gebrochen. Die Parteien der gestrigen Mehrheit werden nicht über diesen Sieg jubeln______ ______________
Sognefjord wird eine in Bronze gearbeitete Medaille zur - Aus- arbeit. r$- C. G.
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— Zwei Millionen Verluste bei den Berliner T he a t er kr a chs. In der Zahl der Zusammenbrüche und der Größe des verlorenen Kapitals stellt die zu Ende gehende Berliner Theatersaison einen Rekord dar. Auf zwei Millionen Mark schätzt der bekannte Theatersachmann Max Epstein in einem Rückblick, den er iin nächsten Heft der „Schaubühne" veröf;entlicht, den Vertust der Geldgeber bei den sechs großen Zusammenbrüchen, die die letzte Spielzeit zu verzeichnen hatte: Halm im Neuen Schauspielhaus, Lotl>ar im Komödienl-aus, Palii in der Kurfursten- Lper, Nordan im Friedrich-Wilhelmstädtisehen Schauspielhaus, Rosenfeld im Theater Groß-Berlin, Inpba im Apollo-Theater, James Klein im Walhallatheater. „Tie Folge i|t ein gewaltiges Anschwellen der Zinsen für Theaterdarlehne. Wo sind die harmlosen sünsundvierzig Prozent geblieben, die man in der guten alten Zeit zahlte? Jetzt gelten hundert Prozent geradezu als kulant. Einer der genannten Direktoren hat es ja doch auf viertausend Prozent gebrackst." Als erfolgreiche Theater führt Epstein dem gegenüber nur die Bühnen von Meinhard und Bernauer an, die mit der Posse „Filmzauber" den größten Erfolg ihrer Tirektionszeit hatten, ferner Max Reinhardts Deutsches Theater, bei dem an einen geschäftlichen Mißerfolg vorläufig überhaupt nicht zu denken ist, da sein Name, sein Wesen und sein Repertoire ein feststehender Faktor im Berliner Theaterleben geworden sind, und das Thalia-Theater an. Auch die genossenschaftlich unterstützten Theater, die Schiller-Theater, das Neue Bolkslheater und vor allem das Deutsche Opernhaus, sind ausnahmslos erfolgreich gewesen. Mit den übrigen Theatern ist es nicht besonders gut und nicht besonders schlecht gegangen. Nacktem nun die schwachen Elemente durch die letzten Krisen ausgeschiü>en worden sind, ist mit ziemlicher Sicherheit auf eine allgemeine Gesundung des Theatergesckzäfts zu rechnen. Bor allem hofft man beim Deutschen Opernhaus auf große Erfolge, da der freiwerdende Wagner kaum einem Theater in der ganzen Welt so viel nützen wird wie diesem.
— Eine Gefahr für das Münchener Musikleben. Aus München, 29. Juni, wird uns geschrieben: Münchens Ansehen als hervorragende Musikstadt droht ein schwerer Schlag. Sein Konzertleben steht vor einer sehr gefährlichen Krisis infolge des Beschlusses, den der Münchener Konzertverein soeben in seiner Generalversammlung gefaßt hat, für den 30. September seine Auf^ösung in Aussicht zu nehmen. Der Beschluß ist eine Folge der Ablehnung des Gemeindekollegiums, den vom Magistrat befürworteten Jahrestzuschuß im Betrage von 70 000 Mark zu bewilligen. Man muß sich nur vergegenwärtigen, welche Bedeutung dieses Institut in unserem höheren Konzertwesen hat mit seinen jährlichen BrahmK-Bruckner-Beethoven-Z offen, den der vornehmsten klassischen Musik gewidmeten zwölf MonnemLE'
Krieg ohne KriegserMrmg.
Bon allen Seiten werden heute Gefechte auf dem Bal- k!an gemeldet, und es scheint, als hätten die Bulgaren ohne Kriegserklärung mit ernstem Entschlüsse die Waffen erhoben. Die Aussichten für eine friedliche Verständigung werden mit jedem Tage geringer. .Sowohl auf serbischem, auf griechftch-em Gebiete wird gelnmpft. Dies en-sprache tatsächlich einem altgewohnten bulgarischen Grundsatz, die Offensive rasch in Feindesland zu tragen und nut der. Defensive erst in zweiter Linie zu rechnen. Bulgarien hat sicl> in seiner Landesbefestigung auf die Sicherung des Aufmarsches durch Absperrung der Grenzgebiets und auf einen fortisikat arischen Schutz der Landcshauptitadt , be- / schränkt und wird hierin durch den Charakter ferner Gren- । zen allerdings wesentlich unterstützt. Es tonnte aber sehr wohl den Serben gelingen, durch - Umgehungsmarfche Schlachtfelder auf bulgarischem Boden zu schaffen. Man darf nicht vergessen, daß gerade die bulgarische Landeshauptstadt Sofia ein ziemlich exponierter Punkt, sehr nahe der serbischen Grenze und sehr nahe cutd} den griechischen Stellungen ist. Bei Risch und Pirol hat Serbien große Samitrelräume für seine .Armee, und die ,cr- bische Grenze tritt an das Becken von Sofia ors apf 60 Kilometer heran. Sofia ist nur ein verschanztes Laaer. Die Befestigungen liegen nur auf der Südleite und bestehen aus einem Gürtel von sieben Werken ursprünglich rein behelfsmäßiger Bauart, die man erst ueuerdrngs zu ständigen Bauten zu verstärken begonnen hat. Ebene der Nordostfront ist offen, weil man einen Angriff lvegen der Geländegestaltung dort nicht befürchtet.
Was hat Serbien einem bulgarischen Einmarsch ent« geqenznstellen? Es besitzt außer den teilweise noch aus sehr alter Zeit stammenden Donanfestungeii so gut wie keine ständigen BefesrigmiMM, wohl aber an vielen Stellen, ältere und auch in neuerer Zeit wieder ausgebess'nfte Feldbefestigungen: 'außerdem liegen längs der ganzen Grenze kleine verteidigungsfähige Wachttürme und Wachthäuser. Ter Zustand der Befestigungen von Belgrad insbesondere entspricht keineswegs seiner strategischen Bedeutung. Etwas mehr Wert hat man ja auf die Befestigungen an der Ost-- grenze gegen den früheren Bundesgenossen Bulgarien in
Kaiier Wilhelms Geschenk an Norwegen.
Aus Berlin wird uns geschrieben: In der Bildgießerri der Aktien-Gesrilschaft Gladenbeck in Friedrichstzagen ist jetzt für einige Seit die vom Professor Max Unger im Auftrage des KcmerS iefchaffeiie F-richjvfstlltue provisorisch ausgestellt worden, Äladenbecksckren Werk ist damit eine Arbeit gelungen, Oie m ihrer Slrt einzig zu nenndn ist, denn feit dem Guß oer Bavaria, Iber 30 Jahre zurückliegt, ist eine Aufgabe Don solckstr Große nach richt wieder gestellt worden. Mar Ungers .^Frithtost bereitete iber alsTinbe'lleidete Figur ganz außerordentliche Schwierigkeiten, daß die Bewältigung des Misses in acht Monaten als eine :echnische Mristerlristung gelten darf.
Jlu Juli 1910 erteilte der Kaiser den Auftrag. Bon den ton Unger gefertigten Entwürfen wählte der Monarch den letzt tußgcführten Frithjof, eine freistehende Figur in LchntNlellung, ne auf eine Silhvuetteuwirkung berechnet war. -Lie jetzige Aig- tellung beweist, daß man sich nicht getäuscht hat, denn machtvoll •riebt sich die riesige Masse der Kolossalstatue, ohne mit ihren Dimensionen den Eindruck des Unnatürlichen zu mad)en, und als tanz besonders gut darf die Wirkung des im Ausdruck ernst und icrb gestalteten Kopfes bezeichnet iverden. Mit weit in die Nord- erne schweifenden Augen wird sich die Heldengestalt Fritchost-, nn heimischen Strande erheben und zwar gerade art jener Stelle, -ie nach der Sage Frithjofs und Ingeborga Gräber aunrenen nun. Norwegen empfängt mit dieser Arbeit deutscher Kunst eine innscböne Gabe des Kaisers, der damit zum Ausdruck, bringen rill, mricben Tankes er sich Norwegen gegenüber schuldig suhlt iir die 25 Jahre auf.seinen Nordlandreisen gevKihrte Galttreund- chaft. Und so soll das Kolossaldenkmal des nvrwegisck-en National- ielden denn auch gerade in diesem Jahr zur Ausstellung gelangen. Zis zum Juli sollen am Aufstellungsorte, Balholmen gegenüber m Sognefjord, alle Arbeiten beendet frin,_ damit der Kaiser ijp -eifein des Königs von Norwegen die Enthüllung auf )einer ieSjährigen Reise vornehmen kann. Freilich iverden Transport yid Ausstellung noch mancherlei Schwierigkeiten machen. Es hndelt sich um das Gewicht von 14 000 Kilo Bvonzeerz dieser HO Meter hohen Kolossalstatue, von deren Gliedern und Crnzel- ttiten mau- sich ungefähr ein Bild verschaffen kann, wenn er- 'vähw wird daß B. der Taumen die Länge des Armes einer iUvachsenen'Person hat, während die Fußsolste des Frithiofrfesen Je Körperlänge eines mittelgroßen Mannes erheblich uoersteigt.
Im Zusammenhang mit den Enthüllungsfeierlichkeiten am Sognefjord wird eine in Brome gearbeitete Medaille zur Ausgabe gelangen, die von dem Bildhauer Otto Lehmann ge- «fertigt wvvden ist, der sich als Mitarbeiter Prof. Ungers auch inn das große Werk Verdienste erworben hat, Die Medaille zeigt rif der Boroerseife die Frithiofstatue und auf der Rüchsrite die
Der Präsident Dr. Kaempf gab der Genugtuung über das Zustandekommen des Werkes Ausdruck, das der Reichstag durch planvolle Initiative vollbracht habe, und er schloß unter lebhaftem Beifall des .Hauses mit dem Wunsch, daß „die Beschlüsse des Reichstags in der gesamten Nation das Gefühl der Sicherheit und Ruhe verstärken und der Welt den Frieden bewahren helfen mögen, den das gesamte Deutschland ehrlich will". Im Anschluß daran verlieh der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg der Befriedigung darüber Ausdruck, daß „dank der gemeinsamen Arbeit von Bundesrat und Reichstag ein großes Werk getan" sei, das trotz mancher Mängel der Nation zum Heile dienen werde. Diese Mängel im einzelnen sind in dar Tat nicht zu leugnen, werden von keiner Partei geleugnet, sind bei einem Kompromiß unvermeidlich und waren schon angesichts der in Bezug auf die Schn-elligskeit erstaunlichlen Leistung des Reichstags nicht zu vermeiden. Ist es doch in der Geschichte des Parlamentarismus kaum dagewesen, daß eine so umfassende Vorlage, unter die der Reichskanzler erst am 28. März seinen Namen .gesetzt hatte und deren erste Lesung vom 9. bis zum 12. Llpril stattfand, schon am 30. Juni endgültig erledigt ist.
Erst bei der Herbsttagung wird sich mit einiger Sicherheit erkennen lassen, wie groß der Einfluß der konservativen Opposition gegen die Vermögenszuwachssteuer und das Zusammengehen des Zentrums mit den liberalen Parteien bei der Reichsfinanzreform von 1913 — welch ein Wandel seit der Finanzreform von 1903! — auf die Gesamtgestaltung der inneren Politik sein wird. Was aber den Einfluß der heute im Reichstag gefallenen bedeutsamen Entscheidung auf die auswärtige Politik betrifft, so muß die Opferfreudigkeit und verhältnismäßige Einmütigkeit, mit der die Vertretung des deutsckfen Volkes diese großen Lasten für seine Wehrkraft auf sich genommen hat, einen imponierenden Eindruck auf das gesamte Ausland machen — zur Warnung für Deutschlands offene und versteckte Gegner!
Preffestimmen.
Der ZchluWt.
Alts Berkin wird uns geschrieben:
Nack) neune ist alles vorbei! So bemerkt einst der Attrerchslanzler Fürst Bismarck resigniert in Bezug auf seinen Rücktritt. Nach drei Uhr ist alles vorbei, so hieß es ijeutc (Montag), wo der von der Ferienstimmung gepackte R e i ch s ta g in beschleunigtem Tempo mit dem Rest räumte, um sich bis zum 20. November zu vertagen. Schon vor Beginn der letzten Sitzung, für welche die entscheidend'n Abstimmungen ausbewahrt worden waren, wußte man, daß der durch das Urteil des Erfurter Kriegsgerichts entstandene Konflikt, der zur Aufrollung der Frage des Militärstrafrechts geführt hatte, in zufriedenstellender Weise veigelegt war, daß die erregte Sitzung voni Samstag den -Sturm vor der Stille bedeutet hatte. Das von allen Parteien, mit Ausnahme der konservativen, vereinbarte Kompromiß über die Aendernng des Militärstrafgesetzbuches, welches die Berücksichtigung mildernder Umstände bei der Strafabmessung bezweckt, wurde mit allen Stimmen gegen die des konservativen Abgeordneten Kreth angenomlnen, nachdem der Reichskanzler erklärt hatte, daß er für den Antrag irw "Bundesrat eintreten würde.
Damit war dieser Konflikt, der eine Zeitlang ernstlich das Schicksal der Wehrvorlage zu gefährden schien, aus der Welt geschafft, und die dabei zutage getretene versöhnliche Stimmung mackste sich auch bei den Llbstimmungen über die Wehr- und Deckungsvo nagen geltend. Zunächst .wurden die gestrichenen drei Kavallerieregimenter Mgen die Stimmen der Fortschrittlichen Volkspartei, der 'Sozialdemokraten, der Patin, Elsässer und eines nur sehr '.kleinen Teils des Zentrums bewilligt, und ebenso unterzog die Mehrheit des Reichstags in der Frage der Steuerpflicht der Bnndesfürsten ihre bisherige .Haltung 'einer Revision, nachdem der MeichjsVanziler um die Streichung !dcr diesbezüglichen Bestimmung gebeten hatte mit dem sehr nachdrücklichen Hinweis darauf, daß sonst das Zustandekommen des Gesetzes ernstlich gefährdet sei. Unter diesen 'Umständen sah sich die nativnauiverale Partei veranlaßt, Gegen die Festlegung der Steuerpflicht der' Bundes fürsten gu stimmen, die nunmehr mit 195 gegen 169 Stimmen bei Stimmenthaltungen abgelehnt wurde.
Die dann folgenden Abstimmungen wickelten sich ebenso schnell wie glatt ab, und abgesehen von der heißumstrittenen Frage der 'Vermögenszuwächsfteuer wurde sogar von namentlichen Abstimmungen Abstand genommen. Die Weh r- Vorlage wurde m i t a l l c n S t i m ni e n gegen die der S o z i a l d e m o k r a t c n a n g e n o m m e n , nach welchem Ergebnis der Reichskanzler und der Kriegsminister sich erfreut die Hände schüttelten. Ter Wehrbeitrag wurde gegen die Stimmen der Polen und Elsässer, also mit denen der Sozialdemokraten, der Gesetzentwurf über die Aende- rung im Finanzwesen gegen Polen, Elsässer und So- zialdemorraten angenommen. Die namentliche Abstimmung über die Be rm ö g en szu w a ch s st euer ergab 280 Stimmen dafür und 163 Stimmen dagegen, bei 29 Stimmenthaltungen : die konservative Partei war geschlossen in der Opposition geblieben. Zürn Schluß wurde dann noch die Aendernng des Reichsstempelgesetzes gegen die Stimmen der Polen und Sozialdemokraten angenommen.
konzerten unter Leitung Ferdinand Löwes - Wien und den von Paul P r i l l geleiteten Volkskonzerten im Kiumsaal, sowie durch die bei mblrridjen sonstigen musikalischen Veranstaltungen betätigte Mitwirkung des Kvnzertvereinsorchesters, das von seinen ausgezeichneten Dirigenten in rastloser Arbeit heute auf eine Hö.ie gebracht worden ist, die es neben die ersten bentjrfxm und ausländischen musikalischen Vereinigungen stellt. Tas Ansehen Mün- chens als erstklassige Musikstadt und bedeutende, besonders im Hinblick auf Münchens Eigenschaft als Fremdenstadt schwerrvie.ger.n wirtschttstliche Interessen stehen auf dem Spiele ‘ H. B.
— EineStiftung f iir Tonkünstler. Zum Gedächtnis an Felir Mottl wurde von einem Komitee, das sich nach feinen” Tode gebildet hat, aus dem Ertrag eines Gedachtmskonzettes, sowie aus freiwilligen Zuwendungen zahlreicher Verehre'.^ des großen Künstlers mit einem Kapital von 35 000 Mk. eine Stiftung errichtet, welche den Namen „Felix-Mottl-Gedächtnisstifttmg bet der Akademie der Tonkunst in München" führt. Zweck der Stiftung ist, alljährlich einem oder einer Studierenden der Königlichen Akademie der Tonkunst in München, die die int Stifttrngs'^teu ausgesührten Voraussetzungen erfüllen, bei Abschluß ihrer Studien an der Anstalt einen Preis ztt nerfeiben irnd dem Preisträger durch das Ansehen und den materiellen Wert des Preis:- den Eintritt in die Künstierlaufbahn zu erleichtern. Zur Bewerbung um den Preis können solche Studierende der Königlichen Akadenne der Tonkunst in München für eines der Hauvtfätlcr Klavier, Violvneell, Gesang und Komposition zugelassen werdeit, die die deittsche oder öfterreiätzsche Staatsangehörigkeit Nachweisen, das 30. Lebensjahr noch nicht überichritten und währetw mindestens der beiden, der Bewerbung um den Preis vorhiwgehendenj vollen Studienjahre an der Akadenrie der Tonkimst in München studiert Ijaben^ sowie den im Statut aufgeführten Anforderungen entsprechen. Konsession und finanzielle Lage sind sür die Preis- beroerbung und Zuerkennung ohne Belang. Der Preis beträgt vom Jahre 1914 an alljährlich 1400 Mk.
— Mehr als 15 Millionen Leser.haben sich in den IJahren 1904 bis 1912 an den Büchern erfreut, di .? Deutsche Dichter-GedächtniS-Stiftung in Hamburg-Gr os-born i an kleine Vvll'Sbiblioriefen verteilte. 534 000 Dichterwerfe bit im Laufe dieser Zeit die Stiftung angekauft und ins Land ! ■:: u-fe gesandt, und allenthalben klingt ihr ein fteudiges, statt..- Echo entgegen. Statistisch konnte festgestellt werden, daß jedes Buck im Jahre durchschnittlich etwa eine Mindestzahl von 10 Lesern gefunden hat. Mit dem stetig anschwellenden Segensstrom der । verteilten Werke wächst auch die Mi 11 ivn e n r a h t der L c 1 er. 'Durch das Wirken der Deutschen Dichter-Gcbächtnw Stiftung tjt ein crhebticher Schritt vorwärts getan, um die besten -vierte deutscher Dichter für das gange Volk fruchtbar zu. machen.
Bemerkenswert sind auch die Aeuß.erungen eines Haupt- zentru'.nsblatts, der „Köln. Vvlksztg.", die sich wie folgt mit der Haltung der konservativen besaßt:
Die Konservativen standen mit den Sozialdemokraten zum Schluß im Schmollwinkel. Man darf diese Tatsache nicht übersehen, denn z um erste n M a l e ist eine große nationale' Vorlage im Reichstag zustande gekommen ohne Mitwirkung der Konservativen bis zum Ende. Man wir0 gerade in den Kreisen des Zentrums diese .Haltung der Konservativen zu würdigen wissen, sie aber doch aufs tiefste bedauern. Konservativen hatten den dornenvollen Weg der Kompromißvcr- handlungen während der Woche mitgemacht, die Schwierigkeiten 1 und die Unmöglichkeit, die Besteuerung der Erbschaft m die,em Augenblick zu umgehen, kennen gelernt. Eine Freilastung des Kindererbes von der Besteuerung hätte in diesem AugenbUst den Sturm der ganzen Linken, ja wohl aller „Nichtagrarier" entfesselt und vervielfacht. Das Zusammenarbeiten der bürgerlichen Parteien in der Reichsvermögenszuwachssteuer und das Zustande kommen dieser Borlage hat endlich ans der ömntlichen Diskussion den widerlichen Streit um die Erbschasts- "teuer, der seit vier Jahre tobte, und das ganze pontifeie —eben vergiftete, beseitigt. Es wird sich im kommenden Winter zeigest ob auch darüber hinaus das Werk die politischen Bartewn zu gedrihlichem Zusammenarbeiten wieder einander näher gebracht hat.
M. Erstes Blatt 163. Jahrgang /'/ ) Dienstag, l. Zuli M3
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Mmchme von Anzeigen Hotßtiottsörud und Verlag der Brühl'schen Univ.-Vnch- und Steindrnckerei R. Lange. Redattion, Lrpedttion und Druckerei: Zchnlstratze Land": E.Heß; für den to 6e;d)fiftsftcUc BÜMngen, Sahnyssstratze <6a. S.


