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5.2.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Zahrgcmg

trldxtrt tL-tt- mtt Ausnahme be6 6omuagt.

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Vorstand.

-°Bal a7e°"Tas L'7on M. °Lch- stenten des M^eorol^^n Dostes in Elsaß-Lochrmgen, Tr. , Ätb "dtbÄlV $.um7« «. R em»» »nblr.^. 9«ej. 2« $«.« «

, Arbeiter rc. fütterte Leder- M. 7.50

r. ayanncr. Xie .tauet oeroeooaaiiungen ist zunächst auf ein Jahr festgesetzt, doch ist nicht ausgeschlossen, datz noch eine zweite Hebern interung erfolgen wird. Tie Station wird wahrscheinlich in der Nabe des amerikanischen Kohlenberg­werks an der Adventbai errichtet werden.

Süss

«etterM

Der Giehener Saalbau.

Gießen, 4. Februar.

Durch die jüngste hochherzige Stiftung beginnt das Luft­schloß des Gießener Saalbaues langsam zur Xxrbc nieder iU steigen; schon findet es dort ein Fundament von sechs- zifferigem Werte vor. Werden jetzt weitere Steine herber- getragen werden, daß bald ein lustiges Bauen anheben tarnt, oder soll das Bild wieder für unabsehbare Zett in den Wolken verschwinden?

Wozu Gießen einen Saalbau braucht, darüber scheint man sich vielfach noch keine Rechenschaft zu geben. Für, die meisten bedeutet er lediglich eine Konzerthalle Wenn dies zuträfe, könnte man freilich nicht erwarten, daß die Bürgerschaft nun mit der gleichen Opfersreudigkeit für einen Saalbau eintritt, wie damals fürs Theater. Tenn dem

Montag, 5. Zebruar (912

Notanon-drua und Herlag der Br üblichen UncperfttätS - Buch» und GtembnideccL 9L Lange, (Stetten.

Vie Löhne der Bergarbeiter.

Aus bergbaulichen Streifen wird gemeldet: Auf dem der Hochkonjunktur int Jahre 1907 folgenden Niedergang erreichten die Löhne der R u h r -B e r g a r b e 11 c r un zweiten Vierteljahr 1909 mit 4.45 Mark auf den Kop, der

wohltätigfeitsfonzert des Uronbauerschen QuartcttDereins.

Gießen, 4. Februar.

tte »Otetzenet .fOTrilienblärttr- merben dem ,fln<eiaer* viermal roöcheinhrt) beiqelegt. dat Kreisblati für öen Krell riehen" .iveinial wöchentlich. Tte .^andwirttchaflllche» ökN» Iraytn*' erschemen monaUtch iroetmaL

abends 8V- üb einstrasse: ner, die Kosti- tspreebend) uristen usw.,: bei unseren D ersweg, H. Elli

los neue Reichs- und Staalsangehörigfeitsgesetz.

Ter vom Bundesrat angenommene Entwurf eines ,even Reichs- und S t a a t s a n g e h ö r i g k e i t s - Gesetzes soll, wie dieNorddeutsche Allgemeine Zeuung" Krnimmt, dem Reichstage alsbald nach seinem Zusammen- mit vorgclegt werden lieber die wesentlichen Gruudzüge In Vorlage teilt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" jnter anderem Nachstehendes mit:

Ter Entwurf soll eine Aenderunq des gegenwärtigen Rechts «andes namentlich nach zwei Richtungen heröeisühren. Ter Verlust der Reichsangehörigkeit soll erschwert, ihr Wiedererwerb erleichtert werden. Temzufolgc ;|cviligt der Entwurf den Paragraphen 21 Abs. 1 des geltenden Msepes, wonach ein Teulscher seine Staalsrntgehätiikeit durch ßjährigen ununterbroch.'nen Aufenthalt im Auslande verliert, 13 er sich nicht in die Matrikel eines Konsulats hat eintrayen reffen. Tas Mittel der Eintragung in die Konsulatsmatrikel |at im großen und ganzen versagt. Tenn teils aus Unkenntnis, tritt aus Saumseligkeit bat davon nur eine verhältnismäßig kleine edl im Ausland lebender Teutsdwr Gebrauch gemacht. So hat Nichterfüllung einer bloßen Formalität den Verlust wert- teller Elemente zur Folge gehabt, darunter auch solcher Personen, Itt im deutschen Heere geti.nl, ja sogar an dessen Feldzügen teil» trnommen haben. Tie Vorlage g.'ht davon aus, daß dec Verlust Vx Staatsangehörigkeit durch Uiustände betiigt sein muß, die kn Willen des Beteiligten, seinem Vaterlande nicht weiter an P^chören, deutlich erkennen lassen. Tieser Wille kann selbst- irrHänblid) nicht ausdrüä.ich, also durch einen Antrag auf Ent i laihing aus der Staatsangehörigkeit erklärt werden. Vielmehr »trägt ein Verhalten des Be.ei.i.nen, das mit dem staatsrechtlichen 'I|tr^itni5 zu seinem Vaterlande nicht zu vereinigen und daher tl? Verzicht auf seine Staatsangehörigkeit anzusehen ist. Ein IflMet' Verhältnis erblickt der Gesetzentwurf in dem Erwerb einer v ländischen Staatsangel.örigbi. und der Nichterfüllung der ' Ichrvslicht. Er bestimmt aber, daß der Erwerb einer ausländischen kl^ate-angehörigkeit, wenn er auf Antrag erfolgt, ii:icn Verlust ki dcutschiul Staattangehörigkeit zur Folge hat. In den Fällen, tz denen der Eintrag aut Erwerb einer fremden StaatSan^chöligkeit hirch die Rücksicht auf Erwerbsverhältnisse und dergleichen ver-- oilast worden ist, sollen Härten insofern vermi den werden, als ht Heimatsbehörde £ie Beibehaltung der bisherigen Staats»

auch musikalisch wertvolle - ------- ...

bad) gelang ihm besonders schön und eindrucksvoll.

sagen brauchen wir, daß der konzertaebende Verein feinen alten Rui aufs beste bewährte: die Reinheit und Klangschönheit der Stimmen, wie auch die Deutlichkeit der Aussprache lassen kaum etwas zu wünschen übrig: erfreulich M auch, daß die Feinheit der Nuancierung zwar gepflegt, aber nicht aus eine uberhmitelte Spi&c getrieben wird, wie es mancherorts zum schaden der volkstümlick) frischen und gesund-kräftigen Seite des Manner- aesangs geschieht. Von die em Gesichtspunkt aus begruben wir auch neben den kunstvollen Ehören roicWaldharwn" von E Schultz undSonntags auf dem Meere" von G. A. vemze die einfache VolksweiseMuß i denn zum Stabtclc naus". Herr Professor Trautmann bewahrte sich wiederum als xirigcnt wie als Begleiter in vortrefflicher Weise. Ihm wie dem Kronbauer - schen Cuartcttoerem und den hervorragenden @ciangs-eoluten gebührt aufrichtiger Tank, in welchem sich die Freunde der Munk wie der Wohltätigkeit gleich befriedigt vereinigen können. P.

_ Wissenschaftliche Kinematographie. Es ist erst in neuester Zeit gelungen, sehr schnell sich abspielende Vor­gänge kinematographitch festzuhalten Nunmehr aber haben es die Bemühungen des französi,chen For,chers Marev und des dcutsdeu Fachmannes C r a n z, wie in der (Internationalen Mo natsschrist mitgcteilt wird, ermöglicht, Lckußoorgange kinemaw graphisch aufzunehmen, die sich in etwa 1 ^ehinbe, ja in rod) kürzeren Zeiträumen ab'pielen. Tie einzelnen Phaien des 'u b'obad-.tenben Vorganges werden durch außerordentlich kurze, Uncu auieinanbcriolgcnbe Lichtblitze aus einem sich wrtbewegen den Film verseictinet, und zwar werden zur Beleuchtung .voch spaniiungssunkenstrecken verwendet. T,e Entladung in einer solchen Kiinfemtrede besteht aus vielen Tautend einzelnen Funk.n, welche bei geeigneter Konstruktion als iebarr getrennte Lichtblitze die einzelnen Momen:bilder auf dem Film hervorrmen. Eranz ut es nun kürzlich gelungen, mit Sicherheit bis zu 2q 000 Moment - belid'tungen in der Sekunde aus,urübrcn, w datz man in. der Sage ist, auch die schnellsten Vorgänge aut dem besprochenen Gebiete kinematograpb.sch zu studieren.

__ Aus den Polargebieten. Deut,che Spitz- heraencr vebition. Um U: von dw vorjährigen Zepre'.inschen .^ne>itchn begonnenen meteorologischen Untersuchungen, durch die ermiltelung ber Mög t-a. ein« L°Mcheji°hrI im hohen Norden gewonnen werden soll, fortzu,etzen, nt nach

Ms würdiger Partner stand der Sängerin zurscitc Herr ol r Tiüllcr Frankfurt a. M.h der mit seinem vramtigen vd» feinausgebildeten Bariton inSchön Ellen" aufs glualm))te feitlöirfte. ..Die KompositionHamkehr" von Koickat, m itr beer Muller gleichfalls mit einigen klangschön gelungenen takten fiiJieteiligt war, mag von der obenbenamften Fee Wohltätigkeit w.tr ihren weiten Mantel genommen werden, Bruder Apollo teb wohl etwas bebentlid) den Kopf zu diesem unheimlichgefuhk-

Die wirren in Persien.

Teheran, 3. Febr. Ter Rücktritt der Mit­glieder des Kabinetts scheint unmittelbar bevor- zustchen. Wie geglaubt wird, wählt man zu Nachfolgern Männer, die der Politik Englands und Rußlands jrcuub-* lief) gesinnt sind. Eine Erklärung über diese Politik wird demnächst erwartet. .

Der schwedische Gendarmerieinstruktcur Oberst Hial- mansen arbeitete einen Entwurf über die Verwendung von 3000 Mann, die in den Provinzen Farsistan, Gilan und Teheran verteilt werden sollen, aus. Noch dem Entwurf werde auch eine Abteilung von 1100 Mann als Polizei- truppe auf den Landstraßen zwischen Abuschehr und Ispahan verwendet werden.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhejjen

gesamten Belegsckmst und 5.28 Mark auf den Hauer ihren tiefsten Stand. Seitdem ist aber eine zunächst langsame, im abgelaufenen Jahr etwas stärker hervortretende Auf­wärtsbewegung der Löhne erfolgt, die sie im dritten Cuartal auf 4.72 und 5.28 Mart brachte. Für das vierte Quar» tal dürften sich die Lohnsätze von 4.80 Ml. auf 5.70 Mk. ergeben. Neuerdings scheint diese Aufwärtsbewegung einen noch ausgesprocheneren Charakter angenommen zu hab.n Nach Meldungen aus allen Teilen des Bergbaureviers (,-abcn in diesem Jahre bereits eine ganze Reihe von Zechen eine weitere wesentlickie Lohnerhöhung eintreten lassen und sicherem Vcrnclnnen nach sind die übrigen Werke gewillt, diesem Beispiele zu folgen. (Snvartbar ist, daß die Löhne im RzUirbergbau bei Anhalten der jetzigen Konjunttur ihren bisherigen Hochstand von 1907 demnächst wieder erreichen, vielleicht sogar überschreiten werden. _______________

ks Aus neuen Briefen Oskar Wildes. In Neu- pork sind jüngst eine Reihe literarischer Manuskripte rerftcigcrt worden, unter denen sich etwa 80 Blätter von der Hand Estar Wildes befanden. Einem Mitarbeiter desMerncrc, de France" ist cs geglückt, in diese bisher unbekannten L>chnststückc einen Btick zu tun, und er veröffentlicht einiges davon in der genannten Zeitschrift. In einem Schriftstücke aus dem Jahre 1882, das an einen Theaterdirektor gerichtet ist, behandelt Wilde die Frage, wie weit ein Schauspieler seine Rolle verändern durte, anders, als er cs später inPuvvets and Actors" tut.Was die Veränderungen an meiner Komödie angeht, so seien Ste ter» sicher daß ich mit größter Befriedigung von allen Vorschlägen Kenntnis nehmen werde, die sie mir unterbreiten, xie Komödie ift nicht zum Gelesenwerden, sondern zum Autgemhrtwerden be­stimmt, und deswegen hat der Schauspieler immer das Recht, den Tert zu ändern oder Vorsdstäge dazu zu machen." An Walter .^amilton, der eine Sammlung von Parodien englischer und amen» konischer Schriftsteller vorbereitete, schrieb Lskar Wilde tolgendes: Parodien meiner 2id)tungcn habe ich nicht gesammelt, solche Gegenwärtigkeiten sammeln wollen hat ungetähr den gleichen Wert, wie Ehamvagnerschaum in einem Siebe aufsangen wollen, x a die meisten meiner Dichtungen lang und lyrisch lind, sind sie, wie ich glaube, auch keine guten Vorbilder. Tie Parodie ist die Muse, die die Zunge herausstreckt. Sie hat mich immer zerttreut, verlangt aber eine sehr leichte Hand" Eine gatrzencibe der ncuauigcfunbcnen Briefe aus dem Jahre 189< beziehen sich au[ die Ballade aus dem Zuchthausc Beading.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen^ schäft. In Breslau starb der Prwatdozent der pharma» zeutisd.cn Chemie an der dortigen philosophischen Fakultät Tr. LIil Lttv Ga edel im Alter von 37 Jahren. In Dresden ist am 1 Februar der ordentliche Pro'essor und Direktor deß Instituts Tür Tierzucht und Rasseukunde an der dor i]cn Tierarzt» ltdien Hochschule, Cbermebiiinalrat Tr. phil. Friedrich Guitav Julius Pusch im Alter von 54 Jahren gestorben.

Die Revolution in China.

London, 3. Febr. DieMorningpost" meldet au3 Schanghai vom 2. d. Mts.: Mit der deutschen Ftrma D i c t r i ch s e n ist von Seiten der Revolutionäre ein Ver­trag über eine Anleihe von 10 Millionen Taels abgeschlossen worden. Als Sicherheit soll das Etgentum der Chinesischen Handels- und Dampsschtffahrtsgesettschaft, ausgenommen die schon an die Japaner verpfändeten Schisse, gegeben werden. Die Hongkong and Schanghaibank hat bereits drei Millionen Taels Dorgeftrccft

Di: Wendung in Bayern.

TicVossische Zeitung" meldet aus 'Dtündm: Ter Prinz regent, der in den letzten Tagen auffallend viel Besuche von Politikern empfing, empfing am Sonntag vormittag den Minister des Innern Eine Stunde später hat das Ge samtministerium seine Demission angekündigt. a.er Ent- sck.'luß des Gesamtministeriums, der eventuell nur iormcllcr Natur sein könnte, bedeutet einen ent) d) e i b c n b e n Sieg der Zen­trumsanhänger im Ministeriu m zu Ungimitcn der ihnen unbcauemcn Minister v. Frauendorfser und P,an. x\e Gntidicibung des Prinzregenten, ob er die Demission annebmen will, wird Dienstag mittag erwartet, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Ausgang der bayerischen Landtagswahlon id)on bc lannt ist.

da dem Auslandsbeutschen in letzter Zeit wesentliche Erlcichte» < rungen in d.-r Erfüllung der Wehrpflicht gewährt wurden und : weitere Erleichterungen in dem gleichzeitig mit dem , Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz im Re,chs:ag vorzulegcnben ; Gesetzentwurf zur Abänderung des R e ich s m i l i t ä rg e -

e tz e s vorgesehen sind und zwar namentlich nad) zwei Rich­tungen : Einmal soll für die ü der seeischen Teutsdien, denen durch die Ableistung ihrer militärischen Pflichten unoerbält- nismästige Nachteile entstehen würden, die M ög l i chkei t de r Befreiung von der aktiven Dienstpflicht gcKbanen Wtrben, sodann besteht die Absicht, die für die übcncciidwn Deutschen bereits eingeführte Möglichkeit der Befreiung von allen militärischen Hebungen auch auf die tm euro­päischen Ausland lebenden Deutschen auszudehnen.

Von den übrigen nach dem Gesetzentwurf Dorgcichlagcjtcn Maßnahmen kommt insbesondere noch die Bildung von Eriatz- bchörten im Ausland und in den 3d)ubgebictcn in Betracht. Fchr die Erhaltung des Deutschtums im Ausland wird bte in Aussicht genommene Regelung erheblich günstiger fein als der gegenwärtige Zustanb Diesem Bestreben dient nod) die weitere Vorschrift, die den Wiedererwerb der bisherigen Siaatsangehorig- keit wesentlich erleichtern wird. In Zukunft soll bei der WiederauT- naljmc aller cbemaligen Teutscheu und ihrer Nachkommen, einerlei, auf welche Weise sie ihre Staatsangehörigkeit eingebüßt baden, von dem Erfordernis der Niederlassung im Jiiland abgegeben werden. Dem gleichen Gedanken, früheren Teutscheii den Anschlutz an die Heimat wieder emiöglichen, entspricht die Voiichnit tn dem Entwürfe, durch die den Witwen und geschiedenen Ehefrauen die ihre Staatsangehörigkeit durch Verheiratung nut einem Ausländer verloren haben, nad) Auslösung der Ehe die Wieder­aufnahme in den früheren Staatsverband zugesichert wird, xer neue Gesetzentwurf sucht ferner mehr fache Staatsange­hörigkeit in den rejd):ebenen Bundesstaaten möglichst zu be­seitigen, läßt aber selbstverständlich für Falle, wo Inte rette an der Beibehaltung einer mclirladicn Staatsangehörigkeit besteht, den Wünschen der Beteiligten weiten Spielraum.

TieNvrddeutsche Allg. Ztg." schließt: Mrt der Vor- läge ist den Wünschen nach einer zeitgemäßen Ausgestal­tung der StaatsangehörigkcUsrechte, wie sie in der £ ereilt- lichkeit zum Ausdruck gelangt find, in vollem Hm sang Rech­nung getragen Vor allem dürfte das neue Gesetz von den Deutschen im Ausland begrüßt werden, die es fester und nachhaltiger mit der angestammten Heimat verknüpst und damit dem Deutschtum wertvolle Elemente erhalten soll.

3nftruftioncn für englische GWere beim Besuch Deutschlands.

London, 3. Febr. Wie die Blätter melden, hat das r i e g s a m t überall Instruktionen für englische Offiziere erlassen, die nach Deutschland reisen wollen. Für den Besuch von Elsaß-Lothringen wird folgendes be­stimmt: Alle Offiziere, sowohl die von der reaularcn wie die von der territorialen Armee chaben zunächst die Er­lau b n i s d e s p r e n ß i s ch e n K r i e g s m in i st e r i u m s einzuholen. Ferner haben sie sich, wenn sie länger als 24 Stunden an einem Orte Aufenthalt haben, aus dem Magistrat resp. in Metz, Mülhausen und Straßburg ans dem Polizeipräsidium zu melden. Bei kürzeren Besuchen haben sie sich bei den Militärbehörden zu melden. Ena- lischc Offiziere, die über die russische Grenze nach Deutsch­land kommen, müssen sich in jedem Ort melden, wo sie eine Nacht zubringen und ebenfalls wieder vor ihrer Ab­reise. Tas Kriegsministcrium empfiehlt ferner, daß die Offiziere bei dem Besuch einer Garnison bei dem Kom­mandanten ihre Karte abgeben sollen.

Es ift noch unvergessen, daß General French tn der Begleitung seiner französischen Freunde die französische Lst- grenzeinspizierte". Sollte man solche Hnfreundlichkciten künftig vermeiden und die deutsche Empsindlichkeit mehr schonen wollen?

Bebakst on. Ervebiston imb Druckerei: beb ul- ftrase 7. Erveb kion und 'ßeriag; ttsfe 5L Äebafiiome^l 12. Tel.-Abr-AnzelgerHiesen»

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ngebörigfeit genehmigen Tann.

Was die Ausbürgerung wegen Verletzung der Wehr- >jlid) t anlangt, bestimmt her Enstvurs, daß ut im Ausl an! IfS-nh-'r Teutsch-r, b*r bis Ablauf des 31. Lebensjahres seine Vilitärverhälti i se nicht ins Reine gebracht, ober sich der Fahnen- Kiidit burd) Entfernung, ober Fernbleiben ton der Truppe schulbig «macht hat, seine Retchsangehötigl il verlieren soll. Tie Bor­chen sind im einzelnen w ausgestattet, daß der Verlust nur

Verletzung der wichtigsten aus der Wehrpflicht folgenden Verpflichtungen eintritt, daß der Wehrpflichtige unter Berück- Sitigiing der Auslandsverl)ält> isse genügend Zett zur 5rfül na seiner Obliegenheiten behält und enbltd), baß der Zeit- feitft des Verlustes nnzn^ifelhaft feststeht und möglichst lcicht ln ermitteln ist. Die Ausbürgerung wegen Verletzung der Wehr- -flicht beruht auf dem et bilden Gedanken, daß staatsbürgerliche |td)tc nicht ohne die Erfüllung entsprechender staatsbürgerlicher rechten in Ansprud, genommen werden dürfen, und, wer diese jchchten nicht erfüllt, damit stillschweigend den Willen kund- lib', die staatsbürgerliche Gemeinschaft nicht weiter fortzusetzen. feheii diesen G,-sichtspunkten sprechen für die Ausbürgerung wegen Nichterfüllung der Wehrpflidst militärische wie politische Gründe Hustandsdeutsdw, die sich ihren militärisdien Verpflichtungen ent Eben, verlieren jetzt ihre Reichsangehörigkeit durch zehniähngen Iijientbalt im Auslände, während sie ohne neuen Verlustgrund : Ituernb im Besitze der Reichsangehörigkeit verbleiben würden, tfn säumigen Wehrpflichtigen würden alsdann, wenn jetzt tat jjibtid) die Iwsteheiide Ausbürgerung ivegfiele, nur zwei Nachteile kcljcn, gerichtliche Strafe und nachträgliche Einstellung. Dteft Ktfcteile erscheinen aber nicht ausreichend. , . . . r

ilont voliti)d)en Standpunkt läßt sich nicht rcd)ttcrtigen, daß tat Deutschen im Ausland der Sdkutz des Reiches und ictncr i Vertreter gewährt wird, auch wenn sie die Pslicht, an der Ver- Irbigung des Reiches teilzunehmen, nickst erfüllt und sich dadurch km Vaterlande losgesagt Iwben. Tas staatsinterette erfordert cr wir weitere Schutzverpflicktungen zu Gunsten solcher Per- men übernehmen, die auch ihrerseits bereit ftnd, dem Reiche teenüber ihre militärischen Pflichten zu enullcn unb baburd) ir Erhöhung seiner Wehrkraft beizutragen. Xa3 Prinzip des Kren Verlustgrundes erscheint audi billig und gereckt, zumal

Sieberum hat.eine Wohltätigkeitsveranstaltung groueren ^t,!- festlich erleuchteten Räume unseres Stadttheaters fleiullt t3 zwar richtig gefüllt in des Wortes eigentlicher unb cnreu- fcfr Bedeutung: das Haus schien m, der Tat ?usverkail t, und i dankbar angeregte Stimmung der Dorer lieg mckt- zu wünschen kog. Die ebenso kluge als gütige Wohltätigkeit batte Jid) guck in Bruder Apollo einen Bundesgenoßen ge rckert, mit einer auserlesenen Hilsstruppe -^crz und ^.hren swgrerch

I attackieren wußte. Ein hervorragender Gast, untere rrnin Frau Burk-Berger von der Kgl. vowver tn iund)cn, Hub hierbei mit schneidigem Temperament in der ersten Buslinie. Ihr künstlerischer Ruf. der zweifellos ,u der An- «hungskraft des Abends wesentlich betgetragen hatte steht mtt ir döde ihrer Leistungen im-Einklang: bühnengewaltige stimme, ; cherheit und dramatische Belebtheit zeichnen ihren Vortrag au-_,. it dem sie besonders in den Slrienxid), teure Halle ^^anit- Vuicr'» unbOzean, du Ungeheuer" (Lberon) glanzte wenn auch r allgemeinen Opemvartien ohne Orchester- und s.^umhe Um- frmung keine vollkommene Befriedigung gewahren können^ Unter Pen Liebervorträgen erwähnen wir neben der wohlbekannten ,,< er^ , btgenheit" von Hugo Wolf noch besonders das tief sttmmung-volle ,*:omm, wir wandeln" von P. Cornelius: die Romane icr Kunst- Hu liegt offenbar im Bühnengesang, dock mielte ne audi ut ber rn'ckalischen Lyrik burd) seltene Vielseitigkeit und Ltcherlwit fgcnidmftcn, die auch bei den Männerckören mit trfungdvoll hervortraten, so insbesondere in der Ehor auacw ^chön-Ellen" von M. Bruck, einem seiner beliebtesten unb twaktervollsten Werke, bas übrigens erst bei der '.Wirkung des kickesters zu seiner vollen Geltung kommt. TieMittelalterliche ?!iRushymne" von D'Albert konnte kaum wärmeres vt_nterene ringen; dieWaldesweise" zeigt immerhin die Vorzüge ter Ibticven Weichheit unb Sangbarleit.