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5.1.1912 Zweites Blatt
 
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Nr. 4 Zweiter Blatt 162. Jahrgang

rrschemi LgNch mit Vuknahme bei Bonn tagt. ? La aa . . J a

Tiekfcener Samiltenbiatter* werden dem itO Ä HW« il W 3 zW BS r4g ß

.Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, bal VJ 1 W' U 3 U V JL || | L tLB IL

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Freitag, 5. Januar |9|2

öUtattonlbrud anb Verlag der Br üblichen Unwersttät» Buch- und 6teinbrudec?L

9t Lange» Ließen.

Redaktian. Lxvedition und Truderet: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 6L

9Uöafliorce^ll2. Teck-Adr-An,eigerDleßen.

Die türkische Kammer und öas neue Kabinett

Auch das neue Kabinett Said hat in der Kammer ernste Schwierigkeiten. Es scheint doch ziemlich festznstchen, daß der Großwesir die Möglichkeit einer Auflösung der Kammer darum durchsetzen will, um bei der Fortsetzung oder Einstellung des Krieges unter allen Umständen freie Hand zu haben. Er hat ja auch Recht, wenn er behauptet, in allen konstitutionell regierten Ländern stehe dem Staats­oberhaupt die Möglichkeit zur Seite, das Parlament auf­zulosen. In der lürtischcn Kammer sitzen aber, das be­weisen auch ihre beiden letzten Sitzungen, über die wir hier berichten, eine erhebliche Anzahl von unerfahrenen Heißspornen. Der Unterrichtsminister hat sie gestern da­mit zu beschwichtigen gesucht, daß er versicherte, es werde fein Finger breit Landes an Italien" abgetreten. Aber die Opposition wird auch noch in der nächsten Sitzung Fortdauern. Es wird berichtet:

Konstantinopel, 4. Ian. Tie gestrige Sitzung der Kammer wurde um 4 Uhr nachmittags eröffnet. Tas neue Kabinett und alle Parteien waren an­wesend. Der Grotzwesir verlas eine Regierung s- er'lärung, welche auf die Um,lande der Demission des früheren Kabinetts Bezug nahm und erklärte, daß das neue Kabinett nachdrücklich aus der Dringlichkeit der Abände­rungen des Artitels 85 bestehe, die vom früheren Kabinett verlangt werden sollen. In allen konstitutionellen Ländern sei das Recht der Auflösung ein Grundrecht des Staatsoberhauptes, und es wäre sonderbar, dem Sultan, einem Herrscher über so viele Millionen, dieses Recht verweigern zu wollen. (Lärm bei der Opposition.) Der Großwesir forderte unter lebhafter Erregung die An­wendung der Hausordnung gegen Lutsi Fikri, wofür sich jedoch keine Mehrheit fand.

Ter Großwesir fuhr nach dem Zwischenfall in seiner Rede fort. Er wies auf die Notwendigkeit hin, den Ar­tikel 35 zu ändern, um der unhaltbaren Lage ein Ende zu machen und dem Sultan seine gesetzlichen Rechte zu ver­schaffen.

Die oppositionellen Redner wandten ein, daß nichts anderes zu erwägen sei, als der Umstand, daß der Vorschlag der Regierung abgelehnt fei. Tie Verfassung be­stimme klar, daß ein Vorschlag zweimal abgelehnt sein müsse, damit das Kabinett zurücktrete, währeno die Kam- mer keine Sitzungen hallen tonne. Man müsse den S e n a t ersuchen, eine Erklärung abzugeben, ob ein Konflikt zwischen Kabinett uno Kammer be­stehe.

Im weiteren Verlauf der Aussprache ergriff der G r o ß- Wesir mehrmals das Wort und jagte,' er habe das Gro tz- wefirat nicht an nehmen wollen, habe aber dem wiederholten Wunsche des Sultans naaig.geben. Er bitte die Kammer, auf persönliche Beschuldigungen, die die Kammer herabsetzten, zu verzichten und versichere, daß dre Regierung nicht die Ab sicht habe, die Kam­mer an f zulös en. Er wiederhole, daß die Regierung die vorgeschlagenen Abänderungen für unerläßlich hacke uno darauf bestehe, weil das Wohl des Vaterlandes da­von abhänge.

Ter Vorschlag, daß der Senat befragt werden solle, ob em Konflikt bestehe, wurde von den jungtür rischen Rednern bekämpft, da dies ein neues Obftrucktonsmittel sei, während das Land das Bedürfnis nach einer fajiiellen Losung habe. Ter jnngtürtische Führer Seyid beantragte, die Kammer möge durch namentliche Abstimmung bei Be­ginn der Aussprache läbcr die sosvrckge Abänderung des Ar­tikels 35 beschließen, worauf von der Opposition beantragt wurde, daß der Senat zu befragen sei, ob ein Konslick bestehe.

Es kam zu einer lebhaften Aussprache über die Priorität der beiden Anträge, in der der Grotzwesir sich für den jung- türkischen Antrag erklärte. Unter unbeschreiblichem Lärm, Tumult und Proteftrufen der Opposckivn wollte der Präsident den Antrag Seyio zur Abstimmung bringen. Lutfi Fikri beantragte, darüber abzustimmen, welchem von beiden Anträgen die Priorität zukomme. In­dessen begannen aber die Iungtürten mit der Abstimmung über den Antrag Seyid, was die Opposition veranlaßte, den Sitzungssaal mit lärmendem Protest gegen die Ver­letzung der Geschäftsordnung zu verlassen. Zwischen dem unabhängigen Deputierten Ferid und dem Ex- Minister Talaat Bey, der Ferid einen Lügner ge­nannt hatte, kam es zu einem erregtenZwischenfatl. Ferid schrie Talaat lebhaft gestikulierend zu, er sei ein ehrloser, feiger Verräter und schickte sich an, sich auf Taiaat zu stürzen. Mit großer Muhe wurde Ferid von seinen Freunden entfernt, ein drusiscyer Abgeordneter schrie;Jungtürken, ihr ruiniert das Land!" ~ Der AntragSeyid wurde schließlich mit 103 g e g e n 2 stimmen angenommen, der Oppositions­an t r a g mit 100 gegen 70 Stimmen abgelehnt. Tie tefpradje wird fortgesetzt.

In der heutigen Sitzung der Kammer waren alle Minister autzer dem Großweftr anmesmd, der durch Krankheit verhindert r1'. erscheinen. Ter Sitzungsbeginn war sehr stürmisch, da du Opposition beschlossen hatte, mit allen Mitteln Oopruttion zu treiden. ^er Berichterstatter des Verfassungsausschusses cnt- wlckelte die^ Notwendigkeit, den Artikel 35 der Verfassung abzu- andmi. <iic Opposition unterbrach ihn stürmisch und sorderte die cknweienheit des Großwesirs, indem sie gleichzeitig den Präsi­denten wegen Verletzung des Reglements angrifi, das die An­wesenheit von Zweidritteln der Deputierten jur die Aussprache erfordere. rre Oppositton wollte den Saal ver- 1 a,l \ f!' um die weitere Verhandlung unmöglich zu machen, entschloß sich aber ichließlich, zu bleiben.

xer llntcrrichtsministcr verteidigte die Vorlage im Namen der Regierung und erklärte es vor allen Dingen für falsch, daß die yiegterung die Auflösung des Hauses w u n s ch e, um mit Italien Frieden z u schließen. lLs )ci unmöglich, einen Finger breit Gebiet ab- z u t r e t e n, da ein besonderer Artikel in der Verfassung dem entaegenslche. ^-as Mitglied der Opposition Siki sprach andert­halb Stunden gegen die Acnderung des Artikels 35 und brachte drei Anträge em betreffend die Ungesetzlichkeit der Form, in der dre Aenderung der Artikel gefordert werde.

Die Sitzung wurde darauf auf Samstag vertagt. Zahl­reiche Redner der Opposition haben sich für diesen Tag bereits zum Wort gemeldet.

Saloniki, 4. Jan. Said Pascha richtete an alle Mali ein Rundschreiben, in hem eS heißt, er hege bic U c b c r- zeugung, daß binnen kurzem ein das Prestige und die Ehre des Reiches sichernder Friede mit Italien zum Abschluß gelangen werde. Said Pascha fordert die Mali aus, die Bemühungen zu verdoppeln, damit im Innern des Landes wieder geordnete Zustände eintreten. Er weist besonders darauf hin, daß die christliche Bevölkerung ge­recht und mit den Moslims gleichberechtigt zu behandeln sei.

Dom Kriegsschauplatz.

Rom, 4. Jan. (Ageuzia Stesani.) Arw Tripolis, Ain Zara, Tagiura und Homs wird nichts neues gemeldet. Tic in der Richtung südlich von Ain Zara vorgeschobenen Kaval­ier iepatrouillen fanden keine Spur vom Feinde.

Ans Ben Ghasi meldet die Agenzia Stesani: Nachrichten vom 1. Januar zufolge verlassen noch immer einige Araber das türkische Lager, obwohl der Kömmanoant die nahe bevorstehende Ankunft von Verstärkungen angekündigt hat.

London, 4. Jan. Das Rcuterschc Bureau meldet auö Hodeidah: Am Mittag des 1. Januar beschossen die italienischenKreuzerPiemonte" ui.dPuglia" die t ü r- tische Garnison von D j a b a n a , zehn Sm eilen nördckch von Hodeidah, ohne ihr Verluste zuzufügen.

Deulfcbe ICelonkti.

Klagen über den Nndergang der Tiamavtenforderung kommen aus S ü d w e st - A f r i f a. In diesen Klagen wird fest- gestellt, daß die vom Fiskus unter Lernburg eingcführte Be­tastung der Diamantenwroerung jetzt so unerträglich geuu-roen sei, daß in nicht allzu ferner Zeit die gesamte Diamanlcnsörderung in der Kolonie eingcsceilt werden müsse, wenn nicht schleunigst eine Reform der Diamanten st euer vom Reichstage ein­geführt werde. Eine große Reihe kleinerer uiu> mittlerer Be­triebe beabsichtigt, die LinctiiLiti iroernng schon in ackernächster Ze.t einzuslecken, so daß die s.aat.ichen Tiumantenei-ikärrste be­reits im Hau^haltchar/c llJi2 eine wesentim-e Einouße erfahren weiden ^tzl-yceno n;t Noo-mb-r l'Jiu noch ciöJjJ jiaixu dia­manten gesondert wurden, ist die Fördermenge im November 1911 auf 570Z4 Karat zurüägegangen, aber nicht, weil die Ertrags- fahigteit der Felder nächstes, sondern weil die Förderung bei der Aussichtslostaleit von anneh.nbaren Gewinnen start gelit.en hatte. Es wird behauptet, daß das von Dernourg cingefuhr-.e Prinzip der Lrutlobesteucrung den weiteren Ao bau umnögckch mache und es wird gewünscht, start der Brnttobest.uerung das sjl e11o s y ste in einzusühren, welches die Lage sofort verbesstern würde.

Geklagt wird ferner, daß durch den Personenwechsel im Reich Skolonralamt seit vielen Wochen in dm Verhand­lungen über eine Reform Diamant neuer cm vockstandiger <Liil> stano emgctrcien ist uiu> daß der Angcstegenheft im Reiä-sioionial- amt trotz der Wichtigkeit der Materie viel zu wenig Verständnis entgegengebracht wird.

Ein liiigetot englischer LrermdschastrSiensie?

In England werden jetzt viele ÄLschwichtigungsreden für Teutfchmnd geha-ten. Jetzt wck'd bie Deut(aje Regierung sogar ausigesordert, durch Englands Gnade mitanderen Ländern freundschaftlich zu verhandeln wegen Aötrernng afrikanischen Gebietes". Für unser Geld sollen wir also etwas haben, und England würde sich dann in der Rolle eines Trinlgeldspenders gefallen, wo,ür wir vieckeieyt unsere Flotte aorüsten sollen. Nein, England muß seine sreundfchastlichen Gefühle für Deutschland, wenn es solche hat, bei anderen Gelegenheiten beweisen. Diese Gelegen­heiten weroen sich ja wieder einfteLcn. Es wird gemeloet:

London, 4. Jan. DerDaily Tele graph" be­grüßt die Aeußerungen der englischen Minister über die Beziehungen Englanos zu Teutschraiw und fährt dann fort:

Wenn wir nicht sehr men, beir.-rj cer wirkliche und echte Wunsch, daß bald eine Gelegenheit kommen möge, wo un'cr Auswärtiges Amr nicht nur mit Worten, sondern auch durch die Tat zeigen kann, daß diese Aeußerungen ebenso wie die Rede Greys vom 27. November leine salbungsvollen Phrasen'-d, sondern der Meinung uno klbächt der rtegiernng tiii= sprecl?en. Tas Dlatt erinnert an die Ausführungen Greys, daß es für England eine weise Politik sei, sich möglichst wenig weiter auszudehnen, namentlich in Afrika und daß, wenn Deut s ch - land mit anderen Ländern in sreundschaftlichc Vereinbarungen über Afrika eintreteri wolle, England ihm nicht im Wege stehen werde. Tas Vaatt schreibt weiter: Dies waren wohlüberlegte Erklärungen, aier in der Spannung des Augenblicks haben sie kaum bie oerbiente Aufmerksamkeit erhalten, w.der in Eng.and noch in Deutsch­land. Wir erinnern jetzt daran, weil wir glauo.n, das; sie wich.iger sind, als liebenswürdige Gemeinplätze über den guten Wicken und die gegenseitige Achtung, und dag sie den Tatsachen absolut ent­sprechen.

Der Einzug $um}al,en$ in die Hauptstadt der üepuvm Estiua.

London, 4. ^uiu Die-..uj Mail" meldet aus Schanghai: Am Montag abeno ist Sunyatsen im Triumph in die repubituini,che Haupt.rLdt eingezogen und hat die Präsidentschaft der provi.orrsiyen Regi^u-.^g über­nommen.

DieTOorningpoft" meldet aus Schanghai, daß das neue provisorische Kabinett gebildet ist. Es setzt sich zusammen aus: Huangyftn: Prä,ioium und Kriegs- miuiiter, Huangt,chnng: Alarineminister, Wuingfang: Justizminister, Wangtscheoweh: Minister ,ur auswarckge An­gelegenheiten.

Ans Sia^t und Lnnd.

Glegen, 5. Januar 1912.

* Bahnpersonalien. Ver,etzt wurden: Bahn­hofsvorsteher Franke von Fulda nach Alsfeld, Lberbahn- assiftent Roll von Tillenburg nach Wetzlar; die Ei.enbayn- assiftenten Z ier re von Stockheim nach Franksurr und Machwirth von Frankfurt nach ^.ockh^im; der b..mgier- sührer Wurstius bo.. Alsfeld nach Friedberg, ^cn.imäert wurden. der Mater.i^nverwalter ^-öhlert in ließen, der Rangiermeister l . jer und d.r Rangiersührc. Volk, beide in Gießen, serm. oer Fahrtart.nausg.ber Schmie d- chen in Dillenburg, oer Rangiermeister Waltyer in

Friedberg. Tie Prüfung zum Lokomotivführer haben be* standen: die Lokomotivheizer Simon, Beith und Volk in Gießcn^Kolb in Ltottheim und Wurmbach in Dillen­burg: ferner zum Lokomotivheizer: der Hilssheizev Schmidt in Friedberg. Belohnungen haben erhalten: der Untere,"fiftent Küster und der Aushelfer Karl in Wetzlar für Abwendung einer Betriebsgefahr.

** K a f f e e v cr f ä l s ch u n g e n und KaffeeVer­schlechterungen. Man schreibt uns: Die in letzter Zeit in Deutschland häufig beobachteten Kaffcevcrfälschun- gcit durch Zusatz von geröstetem Lupincnsamcn zu Kaffeebohnen werden baut der Kontrolle, die bei Bekanni- wcrdcn der Verfälschungen von den Behörden einsctzte, bald verschwinden. Sehr überhand genommen hat jetzt aber auch das übermäßige Ucberziehen des Kaffees mit Zucker, harz - und d c x t r i n a r t i g e n Stossen. Der­artig zubereitete Kaffees haben ein glänzendes und schwarzes Aussehen. TaS Ueberziehen des Kaffees bezweckt, dem Kaffee das Aroma zu erhalten und verleiht dem Kaffee ein besseres Aussehen. Während bei Verwendung von gummi- und harz­ähnlichen Substanzen keine erheblime Gewichtsvermehrnng eintritt, findet bei Kaffees, die mit dextrin- und zucker­haltigen Mitteln überzogen werden, eine erhebliche Be­schwerung des Kaffees statt. In der Regel beträgt der Zusatz bet dextrin- und zuckerhaltigen Mitteln 5 bis 10 Proz. Derartig präparierte Kaffees ziehen beim Lagern viel leichter Feuchtigkeit aus der Luft an, als der naturell gebrannte Kaffee. Während der Wassergehalt des frisch gebrannten Kaffees nur etwa 2 bis 3 Proz. beträgt, beträgt er bei mit Zucker überzogenem Kaffee in kurzer Zeit bereits 10 Proz. und darüber. Es kann also eine Gewichtsvermeh- rung durch Nichtkaffeestoffe im ganzen von über 20 Proz. eintreten. Daß ein solcher Kaffee minderwertiger ist, als ein naturell gebrannter Kaffee steht außer Zweifel. Die mit der Nahrungsmittelkontrolle beauftragten Behörden verlangen daher, daß jede Art von Ueberziehen des .itaffeeS durch Deklaration zur Kenntnis des Publikums gebracht wird. Cs geschieht dies in der Regel dadurch, daß tnt Ver­kaufsräume ein Schild angebracht rst, auf dem die Verwen­dung von Ueberzugsmitteln b.uannt gemacht wird. Da diese Schilder aber neben Anpreisungen und Neklameschildern ausgehängt werden, werden sie vom taufenden Publikum meistens nicht beamtet. Im Interesse des Publikums liegt es, dem naturell gebrannten Kaffee gegenüber dem mit Zucker usw. stark überzogenen Kaffee den Vorzug zu geben, zumal letzterer sich meistens nicht durch billigeren Preis von dem natürlichen KAsfee unterscheidet.

** Pakercins ammlung durch bic P o st. Es ist noch nicht genügend belannt, daß die Post abzufendenda Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Harte ober einen Zettel mit den Worten:Palet abzuholen bei (Name und Wohnung) unfrankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mi.zugeben. Auch kann die Abholung von Paleeen dem Postamte telephonisch mit­geteilt werden. Hierauf wird die Sendung bei der nächsten Pakeckestellfahrt gegen eine Gebühr von Psg. vom Hause des Absenders abgeholt. Tas Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen au empfehlen, denen ein Dinistbote nicht zur Verfügung steyt.

Landlrcis Gicßcn.

~ Gr oßen-Linden, 4. Jan. Durch eine nictjt gx verstehende Unvorstchtiglcil ist hier die Pi a u l - und Klaue n- seuche cingeschleppt worden. Hiesige Landwirte gingen am 16. und 18. Dezember v. Js. nach Hörnsheim, um Ferkel zu kaufen, obwohl dort genug junge Schweine bei Bauern zu haben waren, kaufte man bei einem Händler. Tie Folge war, daß in hiesigen 11 Gehöften, worin Ferkel aus Hörns­heim verbracht waren, sofort die Nlaul- und Klauenseuche ausbrach. Bis jetzt ist ein weiteres Dutzend Gehöfte ver­seucht. Bei dem inzwischen erkrankten Ribdvleh verlauft die Seuche, dank der Behandlung durch Herrn Tr. Knell ver- hältnwmaßig gclmd. Bon den emgefuhrten Ferkel sind acht Stück krepiert und etwa fünf Kälber sind infolge Ansteckung gefallen.

KreiS Lauterbach.

~ Crainfeld, 4. Jan. Dem Landwirt und Schmiede^ meister Cito Georg hier wurde auf der Tunner Welt- ausiiellung für seine Erfindung einer Pflugvorrichtung ziir Heraellung von Gräben die goldene Nkedaille zu- erkailnt. Tie Erfindung dieser Pflugvorrichtung kann an ledcm beliebigen Lickerpflug angebracht werden und besteht dann, daß man statt mit Grabscheid und Hacke jede Llrt von EutwasjerungS- und Scheidegräben in verhältnismäßig furgec Zeit Herstellen kann, und deshalb die Llnschasfung dieser Pflug­vorrichtung wegen der großen Zeitersparnis sehr lohnend ist da auch die AnschaffungSkouen sehr mäßig gehalten sind. Die Pstugvornchtung hat sich der Erfinder sowohl m Deutschland alS auch in aiisländischcn Staaten patentieren lasten.

Schlitz, 4. Januar. Die Beisetzung des in Christiania verstorbenen deutschen Geschäftsträgers, (xrbgrafer- Harl von Schlitz, genannt von Görtz, findet am SaniStag. 6. Januar, mittags 12 Uhr, in Schlitz statt.

Krcis Schotten.

st. Schotten, 4. Jan. Gestern wurde auf hiesigem Friedhöfe die £eidje des am 31. o. M. in Offenbach verstör oenen Rendanten i. P. WolfschuridtzurletztenRuhe bestattet. Woljschmrvt verwaltete bis 1909 in Schotten eine Anzal l Gemeinde- und Kirch.nürifen aus der Umgegend, war langjähriges und sehr tätiges Mckglied des Kreistag. , ovreisausichufjes, Stadt- und Zcirchenvorstaiides und einer Anzahl gemeinnütziger Vereine. Dekan Münch schilderte in sehr tr es, end er Weise das Leben und Wirten des Verstor­benen. Kränze wurden niedergelegt namens der Kreisver maituiig von itreisrat Tr. Kranzbühler, namens der Stadt von Gemeinderat Schlitt, namens des V. H. C. von Apofteeer Seriba und von einem Beauftragten des Vor­standes des Landesrechnerverbandes. Kreisrat Tr. Kranz­bühler und Gemeinderat Schlitt hoben in warmen Worten