Ausgabe 
4.5.1912 Erstes Blatt
 
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mehr! gleich, wenn du satt bist, jehst du schon!

Schatz!

Anregung der Erfolg versagt geblieben, weshalb ich sie hier wieder aufnehme. Die jetzt dort stehenden Gehölzgruvpen genügen dem Zwecke nicht, sie könnten aber leicht durch Zupslanzung von Dorngestrüpp zu wirklichen Vogelschutzanlagen erweitert

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Ter Hunger vergeht, die Liebe besteht ich komme ja morgen schon wieder!"

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e d e. Zu dieser Notiz in Nr. 102

L Lebensjahr: 3.16. Jahr ; Id) - -

die Schuld allein

** Eine üble

desGieß. Anz." teilt uns Herr Levi Stern, Ludwigftraße 29, mit, daß er damit nichts zu tun hat.

Letzte Nachrichten.

Paris, 4. Mai. Das Schwurg ericht in Besan?on sprach unter dem Beifall der Zuhörer den prakt. Arzt Dr. Gene- vors frei, der wegen Mordversuchs angeklagt war, den er durch Uebersendung eines gifthaltigen Likörs versucht haben folL

Paris, 4. Mai. Depeschen aus M o g a d o r melden, daß dort und in Marakefch unter den scherifischen Truppen und den Stämmen starke Erregung herrsche. Tie europäischen An­siedler bereiten sich deshalb zur Abreise vor.

Türen wurde alß leichl verletzt gemeldet Zwei Dagen deS Dersonenzuges 790 und die Lokomotive des V-Zuge» 91 wurden stark beschädigt.

kf. Ein -tTtauenberuflam t". Ter ödamloorfmnb deS Bundes demscher Frauenvereine hat in einer Porstandsnyung be­schlossen, auo seiner .AuSknnftSsteUe <ür Fraueninterefsen', die leit 12 Jahren besteht, ein »brauenherrstSamf ju machen. Maßgebend stir dielen Besrtrluß, so beruhtet die Zeitschrist «Frauenbewegung^ über diesen Plan, war die Tatsache, daß m den letzten Jahren eine große Anzahl von örtlichen AnSklinstsstellen enlslanden sind, die sich int Anschluß an bie Lerussbetalniigslonlerenz im Herds: 1911 zt» einem Kartell der AuSkunitSuellen tür Ztauenberule" zulaniinengeiculosien haben und die m der Lage sind, mit Unter- ilutznng der ^arlellgejchu lsnelle olle einschlägigen praltischen Aus­gaten durchzistühren. TaS orauenberuisaint soll die theoeetisch- wihenschastliche Eriorschnng des Ärbeitsinatkles und die objeltiv» (jeuueUung der nut bei.i BerulS» und (fcnverbSleben bei grauet zil'anin,en.ungenden sittlichen, hygienischen und wirtschasilichen Ui- frtieiiuuiflen übernehmen. TaS gewonnene Material wird nach sorgialiiger L eurbeilung allen an der Petussberalung inieressierten Organisationen zur Beringung gestellt.

* Molt bare 'Jtojen. Ac.che hohe Preise in irüheren Zetten lür neue Roieuzuchtnngen bezahlt wurden, daiiir gibt Eochct-Eochet im ^Journal des Aojcs' einige uuerefiame Bci- iviele, die moöerne Züchter vielleicht mit Acid eiiuUcn (önnien. t>or öO Jahren waren die Noistetrosen und die Bengalrosen neu und viel gepicht, prau Uoiiiet, die ivatttn de» beruhnuen Ro|en- zuchter» Piette (ioa.ei, säte eines Tages beide Öxojeiiaileii zu- lüinnien tu einem Blumenkanen an' ihrem Jenster. Aus bieier wüQt gingen zive» neue -laucraten hervor, die '.t'OugauiuiUevoie, die mau i,eule bisiveilen noai Hübet und die letzt Dergdieue Phtte- inonrose. Tte beiden neuen Spielarten wurden un Jahre 1624 em Blumenzüchter Bibert von et. Denis verkan t und enteilen den liailUdjen Preis von 72u Jrcs. peulzntage mürben hir neue JtoleiiQiien wohl kaum noch Io stattliche Preise gezahlt und der ginaiidje Züchter, dem eine neue Züchtung gelingt, muß sich mit weit beicheioenerem wewmn begnügen.

Anilllcher Weneroerid)L

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

ZLetterauSsichten in Hessen für Sonntag, den 6. Mat 1912: Wolkig, später geringer Regen, Temperatur wenig verändert.

Tyohus Diphtherie Tuberkulose Jnstuenza ^chlagstuß BrustfeUentzündung Epilepsie Schüttellähmung Blödsinn Tarmoerschluß Unterleibsentzündung KrebS Knochenmark-Ent- zündung

* Ein Glückspilz. Gläubiger:Sie sagten mir, doch. Sie hätten 3000 Mark in der Lotterie getoonnen, und nun sind es nur 300 ?" Schuldner: ,La, das Glück machte mich schivindeln!" *Soldatenliebe.Ick jloobc, Fritz, du liebst mir iar nich

das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Recht beliebteste Mittel zur Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung für Erwachsene und Kinder sollte in keinem Haushalt fehlen. Von zahlreichen Aerzten wärmstens empfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchtkonfitürpn M. I.

Man hüte rieh vor Minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIbL u *

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Erwachsene: tm

Gericht-daaU

London, 3. Mai. DaS Admiralitätsgericht ur­teilte in Sachen des am 16. März erfolgten Zusammen- stoßesderdeutschenBarkPisagua" und dem Dampfer Oceana" der Periz-Sula- and Orieutal-Linie. Das Urteil mißt

Kleine Lageschronik.

110 Personen, die bei der letzten S o n n e n s i n st e r n i s durch Hineinsehen in die Sonne ohne Schutz glas Augenschäden erlitten, befinden sich bei 40 Aerzten in Rheinland-Westfalen in Behandlung.

Der gestern verhaftete Rechtsanwalt Tr. Ehrhardt in B e r l i n ist gegen Stellung einer Kaution von 200 000 Mark auf freien Fuß gesetzt worden.

In Prag erklärte ein Bankdirektor einer Studienkommission die Bauart der Tür zum Banktresor. Ws er die Tür zu dem Raum, in dem gerade zwei Beamte arbeiteten, geschlossen hatte, stellte sich heraus, daß man sie nicht mehr öffnen konnte. Bis zehn Uhr abends befanden sich die beiden Beamten noch in Ge langcnfd>aft. Man ließ ihnen durch die Ventilation, die weiter ausgebrochen mürbe, flüssige Nahrung reichen.

Bei Taus in Westböhmen wurden durch vorzeitige Explosion einer Sprengmine drei italienische .Arbeiter und ein fünfjähriges Mädchen getötet. Ein anderer Arbeiter erlitt schwere Verletzungen.

Bei einem Brande des russischen Nonnenklosters Ardatew sind vier Nonnen erstickt.

Knm.: Die m Klammern geietzten Ziffern geben an, tote viel der Todesfälle in der betreuenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen aebrachte kranke kommen.

S1AXIN*-

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gewiesen worden, wie vorzüglich die rechte Uferböschung der W i e s e ck zwischen Frankfurter und Bleichsttaße sich »ur Anlegung solcher^ Schutzgchölze eignen würde. Leider ist der blieben, weshalb ich sie hier

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Vogelschutz! Unter dieser Spitzmarke findet sich im Gießener Anzeiger vom 1. Mai eine Besprechung, in der die Katzen Halter im Interesse des Vogelschutzes gebeten werden, ihre Katzen während des Sommers zu beaufsichtigen und im Hause zu halten. Der Rat ist gut, aber kaum ausführbar, ES gibt zur Erreichung des Zieles wirksamere Mittel, vor allem die Aufstellung von Nistkästen und die Schaffung von Vogelschutzgehölzen. Im vorigen Jahre ist an dieser Stelle von anderer, mit unbekannter Seite bereits darauf hin-

Ctjreneueiung ________

Sumrnä: 1) (11/

Zum Untergang der Titanic.

Tie Untersuchungen in London.

London, 3. Mai. Die Verhandlungen des Ausschusses zur Untersuchung desTitanic"-Unglücks wurden heute durch den Vertreter des Handelsamts Sir Rufus Isaacs im Namen der Regierung eröffnet. In seiner Darstellung des Tatbestandes führte Isaacs auS: DieTitanic" fei vom Beginne der Reise an mit 21 Knoten Geschwindigkeit gelaufen. Soweit sich fest­stellen lasse, sei diese Geschwindigkeit bis zum Augenblick des Zusammenstöße- nicht verringert worden. Er stellte fest, daß sowohl von derCarpathia" wie von derBaltic" LiSwarnungen gegeben worden seien. Sodann gab Isaac einen Vergleich der geretteten Passagiere nach den einzelnen Schiffsklassen und Ge- ichlecktern. Er sagte, es werde zweifellos die Aufmerksamkeit des Gerichtshofes erregen, daß 63 Prozent Passagiere der ersten, 42 Prozent von der zweiten und nur 25 Prozent von der dritten Klasse gerettet wurden. Eine wettere aufiallendc Erscheinung sei, daß von den weiblichen Passagieren erster Klasse alle gerettet worden seien außer fünf, die, wie man annehme, ihre Gatten nicht hätten verlassen wollen. Ferner sei auffallend, daß nur 126 männliche Passagiere aerettet worden feien. Die Unter­suchung werde insbesondere sich auch auf die unzureichende Zahl von Rettungsbooten und die Konstruktion der wasserdichten Ab- teilungen erftreden.

Ter erste Zeuge, bet AuSguck-mann ISwell, gab an, daß er sich bis 10 Uhr abends im Ausguck befunden habe, und daß die AuSgucksleute nicht mit Gläsern versehen gewesen seien, sowie daß die Stewards und Heizer nicht darauf eingeübt waren, die Boote herabzulassen. Nach seiner Meinung feien auch in den Booten weder Lichter, noch Kompasse, noch Lebensmittel ge­wesen. Ein Matrose bezeugte, daß die Passagiere in wilder Hast sich auf die Boote stürzten. Man habe sic mit der Ruderpinne abgewehrt, der erste und noch ein anderer Offizier hätten Schreck­schüsse aus Revolvern abgegeben.

fein, die bereits einige Kenntnisse im Obstbau haben und oenen nur kurje Zeit zu ihrer wetteren Ausbildung wr Verfügung steht. In dieiem Huriud werden alle Gebiete des Obstbaues, die bm Liebhaber interessieren, eingehend theoretisch und praktisch behandelt. Bormittaas werden Vorträge gehalten, während die Nachmittage ausschließlich zu praktischen Unterweisungen dienen. Ta» Honorar beträgt lür Hessen 10 Mark, für Nichthesicn 15 Mk., wahrend hessische Lehrer fein Honorar entrichten. Der zweite Kursus ist der erst feit einigen Jahren eingerichtete Garten­bau k u r s u S. Er nimmt am 20. Mai seinen Anfang und dauert eine Woche. Dieser Kursus soll vor allen Dingen Frauen und Mädchen Gelegenheit geben, sich un Gartenbau, hauptsäch­lich in der Blumenzucht und Gemüsebau, weiter auszubilden. Um wie viel kann bet den gegenwärtig hohen Fleischpreisen der Lebensunterhalt verbilligt werden, wenn reichlich billiges, gutes und irisches Gemüse zur Veriüguna steht? Sechs Tage kann gewiß manche Hausfrau, und noch viel eher manches junge Mädchen, von zu Hause ab to nun en, um sich neue Kenntnisse zu sammeln und diese bann zu Hause im Gar:? utzbringend zu verwerten. Da beide Kurse so eingerichtet sin. .3 für entfernt Wohnende die Eisenbahn täglich zur Her- um. .ucksahrt benutzt weroen kann, ist der Besuch nur mit geringen kosten verknüpft.

x Bad-Nauheim, 4. Mai. Tte nur bet Mal­ierin nahm auch in der abgelaujencn vierten Woche des

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Erweitere j ju stellen, hat man gestern n£> Sselle gebracht. Tiei: m nächste Ugche in Tuirn gelegt tverden lllai. Auf Veranlassung w am Sonntag, ö. A.ai, em lbortrag über errecht wissen?« durch öiechij, ; Halt.

DlenStag, 7, Mai, abend- eiuderatSsitzung mii 1- Beitritt zum hessischer , bl 2. Kaufvertrag zwischr. teinbe; 3. Baugejuch de- h des Wachtmei|ters ©tüd, llar; 6. Instandsetzung der dmderarbeit und Srrichluiu saus; 8. das teilweise Leln ; 9. Vergebung der Liek . : die Platzfrage.

lat. Unser Kriegerver. ] and, an der Straße Stau« , errichtet. Das erste Prett id 19. d. M. stattfinönl erblich.

lai, Dir Lniwiärlung w. bie nächste Umgebung einte ; ie westlichen Abhänge br. j chÜnen Vuchenwaldungen ur.: schon vor einigen Jahren bt: Aiüfsling auS Fcankiurt an- e der Station Lbermald eir. Auch neuerdings tfl nm-i rn unb i)«Ü9«" itnen für em »tunbftud, t . tlon Obermalb flelegen erben (oll. SM" * «ch bem Dbcroalb bilri*-

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Vermischter.

Mord Brandstiftung. Die Leiche einer sett dem 22. April aus Grünberg im Landkreise Bromberg verschwundenen Eigentümerfrau Appolonia Schulz wurde in der Feldmark Kruschdors vergraben ausgesunden. .Unter dem dringen­den Verdacht, sie ermordet zu haben, wurde ihre Schwiege r - mutter, die Altsitzer in Marianne Schulz, verhaftet, welche gestand, die Schwiegertochter im Streit mit einem Holzpan­toffel erschlagen zu haben. Als die Mörderin, die vor einigen Tagen auch das Haus ihres Sohnes in Brand steckte. Dem UntenuchungSrichter vorgeführt werden füllte, fand man sie erhängt.

* E 1 n leichter Eisenbahnunfall ereignete sich nach einer amtlichen Meldung gestern bei Düren. Um 10,17 Uhr abends überfuhr der Schnellzug D 91 aus der Richtung Aachen das auf Halt stehende Einfahrtssignal des Bahnhofes Düren und fuhr mit dem einfahrenden Perfonenzug 790 zusammen. Tas Zugführerableil vom Schluffe des Zuges 790 des lausenden Packwagens und das Frauenabteil des vorletzten Wagens vierter Klasse wurden eingedrückt. Die beiden Zugbeamren sprangen vorher ab, wobei sie sich verletzten. Von den Reisenden wurde ein fiebzehniähriges Mädchen aus Heimbach am Kops und am linken Bein leicht verletzt. Ein Architekt aus

dungs- und Wäschestücke tm Werte von etwa 40 Mki und ver­kauften sie Ta» Gericht verurtettte den Angeklagten H. wegen schweren Tieb^aUS zu ö Monaten Gefängnis und die Lngeklagtt K. wegen Beihilfe hierzu zu 1 Monat Gefängnis.

Untreue und Unterschlagung.

Ter Reisende K. B. von Frankfurt a. M hatte feit 1906 bei bem ©dienfabnfanten I D. in Friedberg einen Reisepolice, für den er, trotz größerer Reüeverpslichtungen ein Monatögehall von 60 Mk. und 5 Mk. Reisespefen für den Tag erhielt. Ter Gehalt wurde »war bald aut 65 Mk erhöht, glekhwvhl aber vermochte der Angeklagte nicht, Lchensunrerhatt und Geschotts- unkosten zu bestreiten. Unter dem Truck der Verhältnisse behielt er zum erstenmal 600 Mk. Kundenge.dcr. Ter Gcschäitsherr, der bie Notlage seines Angestellten wohl einsah, gewahrte ihm nwna> lich 30 Mk. Zulage, was aber nicht ins Gewicht fiel, da es zur Teckung des Tefi-tts zurückbehalten wurde. Eine Acnderung dieser Lohnverhältnisse trat erst em, alS B. sich 1908 verheiratete. Jetzt wurden ihm 10 Prozent Provision gewährt unb damit nach der Ansicht des Zeugen ein völlig auskömmliches Gehau. Tat­sächlich scheint dies aber nicht der Fall gewesen zu sein, denn der AngeNagte beging in den nächsten Jahren sortaesetzt Unter­schlagungen, bie eine Gesamthöhe von etwa 4200 Mk. erreichten. Ta nicht anzunehmen war, daß Angeklagter unnütz Geld aus­gegeben . habe, em früherer Reisender des Fabrikanten ebenfalls schon Unterschlagungen begangen hatte, erachtete das Gericht eure

[ Gefängnisstrafe von 3 Monaten für ausreichend.

Ein gefährlicher Messerheld

ist der Stallschweizer A. T. von Nürnberg. Er war im letzten Winter aui einer Mühle bei Okarben beschästtgt. Als er wegen frechen Benehmens von dem Oberstallschweizer W. cnttassen war, lauerte er chm am hellichten Tage auf der Straße vor der Mühle auf unb ließ fein offenes Messer sehen. Als W. von der Bahn zurückkam, fiel er über ihn her unb versetzte ihm nrit bem Messer mehrere Stickw in den Kops. Er wurde zu einem Jahr Geiangnis verurteilt.

Sittlichkeitsverbrechen.

Ter Schneider D. R. von Nieder-Florstadt hatte sich im Februar d. I. an einem 10jährigen Mädchen vergangen. Er leugnete zwar die Tat, daS Gericht hielt ihn jedoch für übe»- führt unb erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten.

Tieb stahl eine - Ackerpsluges.

Im Derbst 1910 kam dem Lanbwirt L. Sch. von Rödgen ein Ackerpslug abhanden, den er neben feinem Acker in den Wald gestellt batte. Einige Zett spater eittdeckte er ihn bei einem Schmied in Annerod, dem er zur Ausbesserung übergeben war. Der deS Tiebstahls angeflagte Maurer W. B. von Meerholz, der mehrere Ausreden versuchte, war schon von dem Schöffengericht verurteilt worden. Tie Strafkammer ging über die von der ersten Instanz angesetzte Strafe noch hinaus und erkannte auf 14 Tage Gefängnis, da auf dem Felde zurückgelassene Ackergerät schafien eines erhöhten Schutzes bedürfen.

Zurückgewiesene Berufung.

Ter Handelsmann 3. G. von Düdelsheim hatte den Eho- leuten F. in Aulendiebach eine minderwertige Ziege verkauft und die geschädigten Eheleute suchten nun den Kauf rückgängig zu machen. Bei dieser Gelegenheit versetzte die Frau schließlich mit einem Kohlenblcch dem G. mehrere Schläge, weshalb sie vom Schöffengericht Büdingen mit 3 Mk. Geldstrafe belegt wurde. Tcm Verletzten erschien diese Strafe zu gering. Die von ihm eingelegte Berufung wurde iedoch kostenpftichtig verworfen. Tas Gerickst hielt der Angeklagten die Erregung zugut, in die sie durch das treulose unb betrügerische Handeln des Verletzten geraten sei.

hiesigen Aufenthalts den gewohnten regelnräß.gen Ve.siu Täglrch unternimmt bie Kaiserin Spaztersahr.en m t to ober Equipage, öfters führten sie in letzterer Zei.

kleine Ausgange in bie Stadt, wo sie Einkäufe in Ge­schäften machte. Wer bei diesen Ausgängen Gelegenheit hat, der Kaiserin zu begegnen, fmbet, dag |ie außerordent- lid wohl und gesund ausfieht. Im 2au,e dieser Woche Prin^ und Prinzcfftn Friedrich Karl von Hessen . anatonum Grödel zu Besuch; die Kai,erin unternahm mit ihnen gemeinsam von hter auS einen AuSftug nach der Saalburg und Homburg. Zur Tafel waren in dieser Woche von der Kaiserin Dr. Theo Grödel und Tr Franz Grödel, die Söhne des sie bebanbeüiben Arztes, w .den. Gestern nachmittag besuchte die Kaiserin erftniüug den Wochentagsgottesdienst in der Dankeskirche, d.r hier während der Sajson eingerichtet ist; außerdem wohnten der Andack)t, die Pfarrer Wissig hielt, noch Freiherr von Mirbach und die Hofdame Gräfin Keller bei. Von hier aus wird sich die Kaiserin voraussichtlich am 11. d. M. nach Homburg v. d. H. begeben, wo sie bet der Grundstein­

werden. Vielleicht entschließt sich bie zuständige Stelle doch noch zu einer solchen im allgemeinen Interesse erwünschten Maßnahme, wöchenü. Uebersichl öerGoöesfäHe L ö. Stadt Siehrn. 17. Woche. Vom 2L bis 27. April 1912.

Einwohnerzahl: angenommen zu 81 700 (iiitL 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitözisjer: 27,88 7h# nach Abzug von 11 Ortsfremden 9,87 °/*, Kinder

leßung der eoang. Kirche in Hornburg-Kirdors zugegen fein will. Als die Kaiserin am Donnerstag aus der Rückfahrt von der Hessel bei Bodenrod durch Fauer­bach v. d. H. fuhr, wurde sie von der Dorfiugend am Eingang des Ortes empfangen. Die Kinder hatten sich alle mit Sträußchen versehen, die sie ins Auto merjen wollten. Aber siehe, die freundliche Kaiserin ließ halten und nahm von allen ihre Blumensträuße entgegen, immer nickend und winkend. Ueber die Begrüßung war die Kaiserin sichtlich erfreut. Unter begeisterten Hoch- und Hurrarufen fuhr das Auto weiter. In Wehrheim kaufte die Kaiserin den Kindern Bälle und Schokolade. Bei Kranzberg begegnete die Kaiserin, die aus ihrem Auto gestiegen war, einer Frau, die mit einem Wagen fuhr, um Holz zu holen. Auf dem Wagen saßen einige Kinder. Ta fragte die Kaiserin die Frau, wieviel Kinder sie denn habe.Sieben", lautete die Antwort.Ei", erwiderte die Kaiserin,soviel habe ich auch gerade."Ach", sagte die Frau, die keine Ahnung hatte, wer mit ihr sprach,ich dacht, bie reiche Leut hätte gar net so viel SHnner." Die Kaiserin aber zog ihr Portemonnaie und gab der Frau ein schönes Geldgeschenk.

Starkenburg und Rheinhessen.

M. Offenbach, 4. Mai. (Priv.-Tel.) Der Schul­vorstand beschloß die Errichtung von drei neuen Volks­schulhäusern, die bis 1915 fertiggestellt werden und Ws Millionen Mark kosten sollen. Zwet Schulhäuser, die 42 Klassen aufnehmen sollen, werden in Offenbach selbst unb das dritte wird im Stadtteil Bürgel errichtet werden.

(!) Main , 3. Mai. In der nächsten Woche werden am Rhein größere Pionierübungen alwehalten. Zwischen Mainz unb St. Goar wird ein Strom- t a m b f bargestellt, an dem sich mehrere Jnfanterieregimen- ter, die Pionierbataillone 15, 20 und 25 und je eine baye­rische und sächsische Pionierkompagnie beteiligen. Die Uebung wird vom Generalleutnant v. Reppert geleitet.

Hksfen-Rafsau.

sl Marburg, 8. Mai. Im Etabtsaale fand gestern abenb eine aus allen Kreisen unserer Einwohnerschaft gut de- suchte Versammlung statt, die sich mit der Frage der Errichtung einer Krüppelheilanslalt am hiesigen Orte \ beschäftigte. Der Vorsitzende beö Hessischen Diakomsienhauses in Kassel, Pfarrer ©arbemann, teilte mit, daß bas Dia- konisienhauS 100 000 Mk. zu gedachtem Zwecke zur Verfügung stelle unb baS Fehlende auf andere Weise aufgebracht werden muffe. ES folgten Vortrage deS Leiters dec Krüppel-Heil- aniialt in NowaweS, Pfarrer Hoppe, über den Stand ber Krüppelheilpflege, während der Direktor der chirurgischen Uni- oersitätsriimk, Professor König, über die ärztliche Tätigkeit in den Krüppelhellanstalten und der Rektor der Universität, Profestor Dr. Schenk, über die Bedeutung einer solchen ilnltalt für die Entwicklung unserer LandeSunioersität sprach. La sich bereits em Ausschuß gebildet hat, dürfte die Ec- 'ichtung eines KrüppelheunS in Marburg bald greifbare (Se­talt annehmen.

X Hanau, 4. Mai. Die starke Militärgemeinde in Pan au hat nunmehr einen eigenen Militärpfarrer rrhalten. Unter Ernennung zum Divisionspfarrer der 21. Division ist Militärpfarrer Krüger aus Thorn nach Hanau versetzt worden. Morgen findet feine Einführung in der Riarienkirche statt.

w. Homburg v. d. Höhe, 3. Mai. Einer der ältesten Anwälte Deutschlands, Rudolf Zäsar, ist 85jährig an einem Schlaganfall gestorben.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 3. Mai.

Diebstähle aus dem Absteigequartier, in das sie wiederrechtlich eingestiegen waren, vollführten der 27 Jahre alte, mehrfach vorbestrafte Schuhmacher K. H. unb die 19jährige S. K. Sie waren im Februar d. I. von Wetzlar nach Gießen herübcrgekommen, hier erfuhren sie, daß die ihnen bv- kannte P. B^in der Klinik krank barniei)erliege, und sie stiegen durch tos offene Fenster in deren im Erdgeschoß gelegene Stube, um hier zu nächtigen. Auf demselben Wege entfernten sie sich am nächsten Morgen. Auch in einer zweiten Nacht diente ihnen Dnestr Ort als Unterschlupf. Dabei stahlen sie eine Anzahl Kleb-