Nr. 105
Der Gießener Injdper erscheint täglich, auger SonntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich KießencrKamilienblätler zweimal wöchentl.NreiL' blatt lurtentlreir Siehrn (TienStag und Freitag): zweimal monatl. Land- wirtichaftliche Seitsraaen ^eniforech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresie für Depeschen:
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Erstes Blatt
162. zayrgang
Samstag, 4. Mai (9f2
GletzenerAmeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
volationrdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei K Lange. Htöattion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.
vez« gSpretS: monatiich75Vf^ viertel- jährlich Äk. 2.20; burd) Abhole- u. Zweigstellen monatlich ßo Pf.; durch die Post 'IM. 2.—inerte,- fährt. auSschl. Bestelle;. Zeilen preiS: lokal 15 i>f, auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton', .Vermischtes, und »GerichtSsaal": K. Neurath; für .Stadt und Vanb*: E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.
Die heutige Nummer umsaht 22 Seiten.
politische Wochenschau.
Gießen, 4. Tlii.
Die Frage nach der Duldung oder dem Verbot der Duelle im Heere ist auch nach den Darlegungen des Kriegsministers im Budgetausschuß noch nicht verstummt. Ter lliücgsministcr von Heeringen hat seine verunglückte Wendung, die mißverstanden ivordeu sei, bedauert und das Zentrum zu beschwichtigen versucht. Im übrigen aber verriet seine neue Erklärung den Willen, ait der Tuellunsittc sestzuhalten. Er hielt sich an der Oberfläche der Frage und wendete die Kehrseite der Medaille sorgfältig ab. Zein Hinweis auf die Reformbedürftigkeit der bürgerlichen Gerichtsbarkeit in Sachen der persönlichen Ehre war auch nur ein Entschlüpfen aus einer peinlichen Lage. Mit Recht ist ihm darauf in der Oeffentlichkeit vorgehalten worden, daß die bürgerlichen Gerichte Sambeth gerechtfertigt, seinen Gegner aber verurteilt hätten. Tas Rad ist aber noch immer im Rollen Das Zentrum hat sich Bedenlzeit Vorbehalten, und das gewundene rhetorische Kunststück des Kriegsministers soll gedruckt werden. Ter Zentrumskarren — noch ist es kein Triumphwagen — erhielt aber von den 'Parteien der Linken noch einige Stöße, und so gern die Lpak)n und Erzberger in der Tuellfrage um guter anderer Zwecke willen vielleicht Zurückhaltung geübt halten, ganz darf man die Härrde nicht in den Schoß legen. Sonst lom men die Fortschrittler und Sozialdemokraten und bauen aus eigner Initiative das Tor, durch das der Zentrumswagen fahren muß. So heißt es denn, das Zentrum wolle heute oder morgen einen Antrag zum Militärgcsetz einbringcn, ivonach kein Offizier wegen einer gesetzlichen Handlung, also auch wegen Verweigerung des Duells, aus dem toccrc entfernt lverden dürfe. Tiefe Fassung, die einige Blätter ankündigen, wäre freilich höchst mangelhaft. Was ist eine „gesetzliche Handlung"? Was gesetzlich erlaubt oder vielmehr von Strafe verschont bleibt, ist keineswegs immer moralisch einlvandfrei. Eine gesetzliche Handlung wäre es auch, lvcnn ein Offizier etwa in einem Maifeicrzugc der Sozialdemokraten mitniarschieren würde. Er mug doch wegen besonderer gegen die Standes- oder Dienst-Interessen verstoßender Handlungen bestraft werden können. Tao Zentrunl wird sich vielleicht noch aus einen besseren Antrag besinnen. In der neuesten Ausaabe des „Sag" finden wir einen Aufsatz deS Abg. Erzbergcr, in dem er dem Kriegsminister, der durch seine Erklärung den ersten Schritt zur Schließung der Kluft getan habe, Absolution erteilt. Der Minister solle weder aus seiner Stellung beseitigt, noch politisch oder gesellschaftlich gemieden werden. „Ter Riß kann aber in einfachster und gewiß allseitig befriedigender Weise geheilt werden: der Kaiser verbiete einfach das Duell allen Offizieren, und Zuwiderhandelnde sollten bann entlassen und aus den Listen des Offizierkorps gestrichen werden. Daneben kommt eine entsprechende Bestimmung im Reichsmilitärgesetz in Betracht, welche den Ducllzwang kurzerhand abschafst." So der Abgeordnete Erzberger. Da wohl weder der Kaiser noch die Militärbehörde aus eigenem Antrieb Erzbergers Wunsch bewirt- l ich en werden, so wird die Zentrumsfraklion noch einmal in Aktion treten müssen, wenn andere Parteien sie nicht nachdrücklich dazu einladen sollen. Wie wir meldeten, ist inzwischen in Rastatt ein Stabsarzt im Duell mit einem Oberleutnant gefallen; vielleicht wird auch dieses Ereignis noch einmal das Parlament beschäftigen. Tie „Germania" verzeichnet das Gerücht, ein Streit loegen eines Mädchens sei die Ursache gewesen, wah
rend der „Lokalanzeiger" wissen will, der Forderung sei ein Streit wegen der Duelldebatte im Reichstag voraus- gegangen.
Auf die internationalen Verwickelungen hat am Dienstag nun auch der Nachfolger des Grafen Aehrenthal seinen Scheinwerfer gerichtet, ohne dabei eine besondere Enthüllung zu machen. Er hat der Delegation eine Art Programmrede gehalten, die darin gipfelte, daß er ganz in den Bahnen seines Vorgängers locitcr wandeln wolle. Graf Berchthold hat sich überall Beifall geholt. Nicht nur im eigenen Lande, sondern auch in Teutschland, Frankreich und England regte sich die Zustimmung, und sogar die beiden Kriegsparteien, Italien und die Türkei, lobten gleichmäßig den schönen Tonauwalzer. Uns Deutschen und dem Dreibunde waren die ersten Sätze gewidmet, und sie waren sehr eindringlich:
„Innerhalb des Dreibundes steht unser Verhältnis zum Deutschen Reiche unentwegt im Zeichen innigsten Einvernehmens. Im Lause jahrzehntelangen Zusammengehens und Zusammenhaltens zur Ausdrucksforni eines innigen Solidaritätsbewußtseins geworden, besitzt es in dem unverbrüchlichen Freundschaftsverhältnis der beiden Monarchen feine höchste Weihe. Die kürzliche Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm in Schönbrunn als Gast unseres Allergnädigften Herrn hat diese glückliche Tatsache wiederum in Erscheinung treten lassen und den verbündeten .Herrschern Gelegenheit gegeben, das auf tiefein- gewurzelie Traditionen gegründete und nach übereinstim- menben Endzielen eingeiicLte außenpolitisch Wirken der beiden Zentralmächte neuerdings zu bestätigen und zu bekräftigen."
Wen sollte das in Deutschland nicht zufriedenstellen? Es weht in diesen Worten ein noch herzlicherer Ton als in den früheren Reden des verstorbenen Leiters der öfter- reichischen Politik. Freilich, es war die Anfangsrede des Minifters, und es mag oem Grafen Berchthold besonders viel daran gelegen sein, gleich zu Beginn seiner Tätigkeit den Angelpunli der Politik seines Landes nochmals fest zu verankern. Danach ließ er die übrigen Länder auf- marschiercn, und ein jedes wurde zu einem freundlichen Tanz ausgefordert. Die Beziehungen zu Italien tragen „den Stempel des engen Bundesverhältnisses", im Ver- ijältnis zu Rußland hat der ne teste Meinungswechsel „ein wertvolles Unterpfand für die weitere freundscijaftiiche Ausgestaltung des wechselseitigen Verhältnisses gegeben". Zu Frankreich unterhält Oesterreich „ausnehmend gute Beziehungen", während gegenüber England es des Grafen Berchthold „ehniches Benreben" sein wird, „weiterhin die traditionell guten Beziehungen zu pflegen". Die eitle Marianne erhielt eine etwas tiefere Verbeugung als der steife John. Nachdem der Redner so die Runde gemacht hatte, blieb er sinnend und teilnahmsvoll auch vor dem bedrängten Osmanen stehen und stärkte seine Lebensgeister durch folgende Worte: „Es ist im Lau,e der Zeiten, wir können zurückgehen dis zum Frieden von Sistowo, ein Axiom unserer Politik gewesen, freundnachbarliche Beziehungen zum türkischen Reiche zu unterhalten und die tunlichste Verhütung, gegebenenfalls die größtmögliche E i n s ch r ä n k u n g v o n K o m p l i k a t i o n e n anzustreben, die dasselbe in Mitlcidensck-aft zu ziehen imstande fein könnten. Tiesc^ Politik, deren eminent konservativer Charakter stets die'Billigung aller an der Erhaltung des Friedens interessierten Elemente gesunden hat, ist auch heute noch maß- und richtunggebend für unser Verhältnis zur Hohen Pforte. Es erscheint nur als logische Folge dieser grundlegenden Auffasjung, wenn wir Den aufrichtigen Wunsch hegen', daß der Konflikt, welcher derzeit an der
tripolitanischeu Küste ausgetragen wird, zu einem baldmöglichen Abschlüsse gelange."
Schonend überging der Minister die doch etwas katastrophalen Vorgänge vor der Einverleibung Bosniens und der Herzegowina, wobei der „eminent konservative Cy.r- ratter" der österreichischen Politik ein wenig ins Wanken gekommen war. Der gutmütige Türke findet heute nichts mehr dabei und schluckt den Honigseim der süßen Rede willig hinunter. Denn auch an den Berchtholdschen Ausführungen über die Beendigung des Krieges findet er, wie den türkischen Blättern zu entnehmen ist, offenes Wohlgefallen, obwohl sie nur stritte Neutralität verkünden. So hat denn auch die italienische öffentliche Meinung diesem Passus ihren Beifall spenden können. Daß die Dardanellen für die Schiffahrt vorläufig wieder geöffnet worden sind, wird den Italieiiern vielleicht weniger in den Kram passen Sie hatten es sich so wirksain gedacht, mit dieser Gefährdung der allgemeinen wirtschaftlichen Interessen die Großmächte im italienischen Sinne zur Vermittelung zu drängen. Heute veröffentlicht die amtliche römische Preise zu neuen Sieges- nachrichten lange Triumphartikel, in denen bewiesen werden soll, daß in der Dardanellenfrage Italien diplomatisch vorteilhaft abgeschlossen habe. Tas ist wiederum prasseludes Scheinfeuerwerl. Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist gar nicht abzusehen. Vielleicht wird Graf Berchthold doch noch einmal in feiner zuverficytlichen Annahme gestört werden, „daß seitens Italiens keine Bedrohung der Ruhe aus der Baltänhalbinsel zu besorgen stehe".
Daß die allgemeine Lage keineswegs im Zeichen des dauernd gesicherten Weltfriedens stehl, das hat Graf Berchthold übrigens ausdrücklich zu erklären für gut befunden. Er spricht von den „tiefgehenden Wandlungen im Systeme der internationalen Beziehungen" und fährt an einer anderen Stelle fort: „Anderseits ist aber nicht zu übersehen, daß die neuaufgeschlossenen Jntcressenkretse, deren Ins- lebentreten unter dem Schutze jener Sonderabkommen ermöglicht wurde, neben den Berührungspunkten auch Reibungsflächen gezeitigt und dadurch ein Element der Unruhe in die AuAmpolitik gebracht haben, von welchem es klu.g erscheint, beizeiten Notiz zu nehmen." Damit wurden die Telegattonen auf die gesteigerten Ansprüche der Kriegsverwaltung hingewiejen, „denen sie ihr verständnisvolles Interesse nicht versagen" möchten.
Dieser Hinweis muß auch den deutschen Reichstag interessieren, der in der vergangenen Woche, auch irt den Ausschüssen, ein gutes Stück vorangeschritten ist. Bei der Erledigung des Kolonialhaushalts zeigte sich eine erfreuliche Einmütigkeit in Der Beurteilung des Wertes Der deutschen kolonialen Arbeit. Nur die Sozialdemokraten verurteilen unser Kolonialsystem grundsätzlich, aber ihr Einspruch hielt das Parlament nicht lange auf. Gestern wurde oas Thema gewechselt: die Reform der Geschäftsordnung entfesfelte höcyst inieressante Reden und Auffassungen. Wir haben früher schon ausgeführt, daß wir die Beschlüsse des Geschäftsordnungsausschusses für einen nützlichen Fortschritt halten. Tie letzte Zeit hat ja so häufig erwiesen, daß der Verkehr zwischen Regierung uno Volk infolge der Schweigsamkeit und bureaukratischeu Bedacht, amkeit des jetzigen Reichskanzlers nicht so ist, wie er sein sollte. Die amtliche Presse hat dieses Verhältnis auch* 1 * * * nicht gerade gefördert, und nur zu oft blieben aus dem Auslände stammende Entstellungen oder Falschmeldungen unerwidert ober sie wurden nur mangelhaft zurechtgewiesen. Da werden die kleinen Anfragen, die nach dem gestrigen Beschlüsse künftig zulässig sind, hoffentlich eine 2ikcke ausfüllen. Zweifellos werden in der nächsten Woche
Zahrhunvertjeier der philosophischen Seminars.
N. Gießen, 3. Mai.
Zur hundertjährigen Jubelfeier des philologischen Seminars fand heule morgen 11 Uhr in der tleinen 9lula, Die kaum die zahlreich erschienenen Besucher fallen konnte, ein Festakt statt, der durch eine lateinische Hymne würdig eingeleitet wurde. Tarauf ergriff Direktor Prof. Tr. Im Milch das Wort und Kuckte ixen Anweseiiden, im besonderen dem Herrn Geheimen Schulrat Prof. Tr. Hensell als Vertreter des Ministeriums und den Mitgliedern der Familie Weickers, der das Seminar be- grüiidete, für ihr Erscheinen. Ter Vortragende verteidigte in längerer Rede die Arbcitstätigkeit des Seminars, die vielfach angegriffen und als Kleinigkeitskrämerei bezeichnet werde. Tie Art, wie in den Seminaren vorgcgangcn iverde, schiebe ja manchem rungen Studenten, der begierig sei in Die tiefsten Tiefen der alten ißerfc und Dichtungen cinzudringen, ein bedauerliches, aber un» umgänglich notwendiges Hindernis entgegen, aber ne sei zur Ltitwickelung der wissenschastlichen Befähigung unbedingt erforderlich. Eben dadurch, daß der Smdeni gezwungen sei, sich streng an Den Buchstaben zu halten, was übrigens nicht Des Buchstabens Degen oder aus Pedanterie geschehe, sei es ihm gerade cr,t möglich, die Werke des Altertums richtig zu verstehen. Prof.^Immisch gedachte weiter in herzlichen Worten des Gründers Des Seminars Friedrich Gottlieb Weicker. Weicker wurde 1784 zu tirimbecg geboren und war feit 1803 als Leyrer und Piwatdozent an Der Gießener Universität tätig. Von 1812 bis 1827 war er bann VizeDircktor, des von ihm errichteten philvlogisä)en Seminars, vertier erinnerte der Redner an Al brockst Timer ich, der wichtige Lenderungen im inneren Betrieb des Institutes Durchmhrte. Mit einem Segensspruch auf Das fernere Gedeihen schlotz er feinen Vortrag. Tarauf sprach Prof. Tr. König als Rektor Magnificus luib übermittelte Die Glückwünsche der Universität. Wie Der Rektor uit humorvollem Bedauern bemerkte, ist das von der Univeriität bestellte Jubiläumsgeschenk noch nicht eingetroffen und wird daher oft später in die Bibliothek eingereiht. Im Auftrage Der Re- gierung überbrachte Geheimer Samtrat Prof. Tr. Hensell Die besten Wünsche Des Ministers und erörterte Die Beziehungen, die 'b® als amtlichen Leiter des Dem Landgrafen Ludwigs-Gymnasium Rigeglieberten Pädagogiums mit Dein Seminar veroinden. Nach curigen kurzen Worten eines weitläufigen BerwanDren des Gründers Bäcker, sprach Dann Prof. Altendorf (ö>icl cn) im
hessisch en Oberlehrervereins. Er erwohiuc Dabei unter an- tagt Den großen Vorzug, den das plan- unD fchulmackigc Ar
beiten in Den Seminanen für Die Entwickelung des Geistes biete, ja selbst Kellcgen gegenüber Die von hochbedeutenden Gelehtten gehalten würDcn. Prof. Tr. Watzing er gratulierte in humorvoller ReDe im Nomen des archaeologifchcn Institutes, das wie kein anderes Glied der Universität berufen sei, mit dem philologischen Seminar Hand in Hand zu arbeiten. Tarauf überreichte er Die photographische Abbildung eines Gipsreliefs, Das als Erinnerungsgabe Die Räume Des Seminars schmücken soll. Auf eine m lateinischer Sprache verfaßte Beglückwünschung Des Asiistenten Tr. Knoellinger folgte als letzte Ansprache eine ReDe Des Tireltors Prof. Tr. Körte, in Der er seine Freude üoer Die vielseitigen Beglückwünschungen ausdruckte unD besonDers Den Sängern unD Tr. Knoellinger herzlich Dankte. Mit einer zweiten lateinischen Hymne fchlotz Die Feier.
Ten Höhepunkt Der Jubelseier bilDetc Die Aufführung Der Bogel Des Aristovhanes im Stadttheater, wozu stch eine zahlreiche und erlesene Schar von Zuschauern eingefunden hatte, die sich sichtlich aufs hefte unterhielt. Ter etwas sthr moocrni- fierten Komödie Des attischen Satyrilers ging em geinvoller unD witziger Prolog voraus. Den Professor Tr. Korte im Gewaiid einer Eule wirkungsvoll vortrug, unD, unter lebhaften Beifalls- lez.ugungcii, an Denen vor allem die Studierenden der klassischen Phüologie beteiligt waren, mußte er sich mehrmals zeigen.
Einen starken Eindruck machte die Ausführung des Hellenischen Lustspieles vor allem Durch ci: Einyeniichkelt seiner Tarstcllung unD Durch Die Frifck-e, mu Der sich Die utgenDlichen Tanteller ihrer Aufgabe gcroiDntet hatten. Unter Der funbigen HanD Des Herrn Guhne, Der Die Aufführung mit großem Geschick leitete, hatten sich Die mimenDen StuDcmen zu einem Durck-aus an- eNennenswerten Ensemble Der.-.m, oas sich völlig dem Geiste Des Lichters untecorüneie und Durch feine Begeisterung crfetzte, was ihm an Uebung und Sünfilcrfdaft abgehen mochte. Aber es ragten doch einige aus dem allgemeinen Rahmen heraus. Herr Wilhelm M a l z a n spielte den fchlauen Ratefteund mit gefälligem Gel-aben uno poffierltcher Würde. Tie beiden Chorführer hatten in den Herren Hans Wyfk und August Teil uiüitigc Vertreter gefunden. Die ihre piollen mit guter Technik sprachen. Tic Herren Anton Stiefenhoser als Bettelpoet, Wllli Göttig als Sykophant, Ernst Hoby als Prometheus, W.ihclm L»ahn, der eine prächtige Hcraklcsngur bot, und Josef SchaDer a*5 Trioaller-Gott zeigten rühmliche Leistungen. Auch im Chor d:r Vögel traf man manche wirkungsvolle, gut beobachtete Tariittlung. Nach der Schlußszene, Du sehr geschickt und geschmackvoll eingerichtet n?art mugte itch Professor
Tr. Körte als Leiter des Ganzen unD Herr Gühne mit Den Tarstellern immer wieDer zeigen.
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Nack) Schluß des Theaters fanD in Steins Saalbaü Der Festkommers statt, an Dem zahlreiche Professoren und StuDenten teilnahmen. Ein flottes Musikstück eröffnete Die Feier- Die ftuD. Hans Wask leitete. Er hieß Die Gäste im Namen DeH philologischen Seminars willkommen unD Dankte Dem Rektor Tr. König, Dem Tekan Der philologischen Fakultät Tr. Kayser, Den Marburger StuDiengenossen unD allen FreunDen unD früheren MitglieDern Des Seminars für ihr Erscheinen. Nach einer s2lnj spräche Des Seminarältesten, Franz Z i e h l, Die Dem Seminao Der Universität, Den Professoren unD unserem Kaiser und Groß^ Herzog geroiDmet war, hielt Tekan Tr. Kayser eine witzige ReDe, in Der er Die früheren Verhältnisse in Gießen geißelte unD ein lustiges Wort über Die alten Bräuche an Der LanDesunioersität sprach. Tarauf verbreitete sich Prof. Tr. Krüger über Die Verschwisterung der Theologie unD Philologie, Die bis aur Luther und Melanchthon zurückreiche. An Diesen Vortrag schloß sich ein Lied Des schon verstorbenen, früheren Seminardirektors Albrecht Tietrich. Hans Kaden hielt sodann in lateinischer Sprache eine Rede auf Die Philologie als die Urquelle aller geistigen Tätigkeit. Bei der allgemeinen Fröhlichkeit gedachte Prof. SrJ Körte auch derer. Die in luftigem Federgewand aus Den Brettern Der Gießener Bühne umherstolziert waren. Ter ReDner feierte in seiner Ansprache sowohl Den Lichter unD wie Den Ueberfe&er, Den, Musiker unD Komponisten wie Den Spielleiter (Herr Gähne) und Spieler. Bibliothekar Tr. Fritsche entwarf ein launiges Bild von dem Verhältnis zwischen Student und Bibliothek, pem ^sich als letzter Vortrag eine fein patentierte Rede Professor Tr.
I m m i f ch s über Den Charakter unD Die Art Der beioen Seminar*
Direktoren anschloß. Tas Präsidium ging im Verlauf Des Abends
zu dem Rektor unD von Diesem zu Prof. Immßch über, aus dessen
Veranlassung noch einige Liedervonrage ftattfanben.
— Lawrence Rotch, einer der bekanntesten Meteorologen und Vorkämpfer für die wissenschaftliche Erforschung des^ Lu)i- meeres, ter kürzlich gestorben ist, war Der langjährige Tirekror und GrunDer Der Lustwarte auf Dem blauen Hügel bei Bojton; seiner Anregung verdanken fast alle amerikanischen Gipieli'.ationen. vom Blue Hill bis zum Misti in Peru ihre Entstehung Roich war Der er ie, Der gefesselte »ylugkörper mit Regifiri:rappararen versehen in Die freie Atmosphäre enioorianDtc uno Der Den Tracyen, Der fercher nur als Kinoeripielzeug bekannt war, zu etnyn hervor-.


