Nr. XI
Die „«Itfjentr gamillenbiatter werden bem .Anzeiger' viermal wöchentlich beig-legt, das -Kreisblatt für ben Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwlrtichastilchen Seft. fragen“ erscheinen monatlich jroeimaL
Drittes Blatt (62. Jahrgang
Erscheint tHgNch mil vu-nahme der tzormtaaL t •
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheften
Samstag, 50. Mörz 19(2
Rotationsdruck und Pnlog bei RrühlAches Umversiläls • Vrich» und Sreindruckerrt, R. Lange. (Biegen.
Redaktian Expedition und Druckerei! Schul» ftrae« 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion:SMO HL. XeL<2U>cj21n4eigcc^keBerv
3ur Frankfurter Un versitätrsrage.
Ten frankfurter Stadtverordneten ist am öxeitag ein Vortrag des Ma.ftstrals zugcqangen. Er ent halt den Entwurf cinciS Vertrags über die Grün- dung einer Universität vom 21. März 1912 sowie einen Bericht des Oberbürgermeister- über die bisher geführten Verhandlungen. Ter Etatseiiliourf der Universität folgt. Einleitend wird bemerkt:
„In der Littung vom 29. Juni 1911 hat die Ltadlverord- netcn-Per>ammlung sich unter gewissen Bedingungen und Voraussetzungen damit einverstanden erklärt, baß d r P.an der Errichtung einer Universität in hiesiger Stadl auf den in der Denischrist vom Februar 1911 niedergelegten Grundlagen weiter verfolgt werde, und gleichet.ig oen von der Stadt Frankfurt zu übernehmenden Leitungen zugestimmt.
Nach den inzwischen mit dem Unterrichtsministerium geful-rten Verhandlungen ist anzunehmen, daß die in dem angeschlossenen Vertragscn.wur. niederg .egten Best.mm..n gen den staatlichen Anforderungen entsprachen. Andererseits sind die Bestimmungen so gejagt, bafj auch die der Stadtverordnelen-Versammlung gefickten Bedingnngen saft durchweg erfüllt sind. Nur die frage der Berufung hat nicht in der von der Stadtverordneten Versammlung gewünschten form geregelt werden lönnen. Immerhin sind die Bestimmungen über die Berufung derart, daß, soweit bie Kliniken und Ztrankenhaus-Jnstitute in Befracht kommen, das von der StaHtverordncien-Vcrsammlung fachlich Gewollte in vollem Maße erreicht ist, indem nach § 2, des Ver- tragsentwurfs die Leitung der städtischen Kl.nikcn und Institute nur mit Zustimmung der städtifchen Verwaltung übertragen werden kann. Was aber die übrigen Professuren anlangt, so ist eine solche Lösung dieser nach vielen Rich- hingen hin außerordentlich schwicriaen Berufungssrage gefunden worden, daß sowohl die Vorstände der vertrag- fchließenden Teile, wie auch die Begründer neuer Unioeqi- täts-Slistungen, soweit-sie in dieser Richtung überhaupt Bedingungen gestellt hoben, sich mit der jetzt vorgeschlagenen Fassung einverstanden erklärt haben.
Die Ziffern über die Zuwendungen find noch unausgefüllt gehtieben, weil die Verhandlungen in dieser Beziehung lv/ch nicht völlig erledigt sind. Es ist aber eine selb sw erstatt dlick>c Bedingung der Zustimmung zu diesem Vertrag, daß die Universität nicht eher ins Leben tritt, als bis die vorgesehenen Zuwendungen in vollem Umfange sichergestellt sind.
Der Magistrat beantragt: „die Stadtverord- netenversammlung wolle den Magistrat ermächtigen, den Vertrag unter Zulassung etwa erforderlich werdender unerheblicher Aenderuilgen abzuschließcni, sobald der im Vorbericht zu dem Gtalventiourf festgestellte Bedarf durch Zuwendungen sichergestellt ist."
In einem Anhang ist eine Uebersicht über die vorhandenen und neu projektierten Hör- und Kurs sä le. Danach sind bereits vorhanden 34b6 Plätze, für den Zeitpunkt der Universitatseröffnung sind weitere 2868 Plätze vorgesehen. Insgesamt stehen demnach sofort zur Verfügung 6334 Sitzplätze. Bei Hinzurechnung der Stehplätze erhöht sich die Ausnahme sä lftgkcit der .Säle durchschnittlich um 30 Prozent.
21m» unö Land.
Gießen, 30. März 1912.
"Konferenz der hessische nBergwerkSbetriebs- (eiter. Aus Einladung des Hessen-Nasiauifchen Hüuenoereins A.-V. hatten sich am 27. d. Mts. die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke tn erfreulicher Zahl in Oberscheld bei Dillenburg eingebunden, um zunächst das dortige moderne Hochofen werk m i t e l e k t r i s ch e r Zentrale zu besichtigen. Kommerzienrat G. Jung führte die Teilnehmer, denen sich eine ganze Reihe von Fachgenosfen des Dilleilburger Reviers anichloß, durch alle Teile deS schönen Werkes und gab jede gewünschte Erläuterung. Besonderen Wert gewannen feine AuS'ührungen durch ftete Bezugnahme auf die Verhältnisse des hessischen Bergbaugebiets und ferner industriellen Interessen (elektr. Zentralen, Wasserlrastioerke, Braun-
und Kraftanlage geht
KreiS Alsfeld.
W. Alsfeld
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Automobil vertret er: Wlih. Hamel Gfrßen, Bleichstr. 7
Fahrredvcrtrcter: Adam Kircher Gleücn. Bk-i -ti-’r 15
also über Rückständigkeit nicht Niehr zu flogen haben. Einrichtung der elettrischen Licht rüstig vorwärts.
MotoA^ej^ahrräder
Landkreis Gießen.
□ Wieseck, 29. März. Sämtliche Klassen der hiesigen Schulen machten am Donnerstag ihren gemeinsamen Ausflug, der diesmal nach dem Schiffenberg ging. Die stattliche, über 600 Schüler zählende Schar machte einen recht ansehnlichen Eindruck, so daß der unbefangene Beschauer zu dem Ergebnis kommen mußte, daß unser größtes Dors Oberhessens sich augenscheinlich in auf- steigender Linie bewegt. Ohne jeden Zwischenfall kam man gegen 2 Uhr wieder zu Hause an. — Mit dem neuen Schuljahr tritt wieder eine stattliche Zahl von ABC-Schützen ein, wie man hört, nahezu 90. Die Anstellung einer neuen Lehrkraft, durch die die oberen Klassen nicht einmal entlastet werden können, kann demnach nur eine frage sehr kurzer Zeit sein, um so mehr, als ja ein Schul» saal bereits vorhanden ist. Auch nach anderer Seite hin sieht mau, daß Wieseck ein aufstrebender Ort ist. Man braucht sich nur die in wenigen Jahren entstandenen Häuser- und.Straßenreihen anzusehen. Auch dieses Jahr setzt die Bautätigkeit recht friihe und lebhaft ein. 14 Neubauten, denen noch andere folgen werden, sind bereits vorgesehen, von Umbauten ganz abgesehen. Die neu erstehenden Straßen zeichnen sich übrigens vor den älteren durch eine wohltuende Abwechselung im Bau der Häuser sowie durch gediegene Ausführung der Straße selbst aus. Ihre Kanalisierung ist ebenfalls durchgeführt. Man wird
lohlenverweitimg u|ro.). Auch für das leibliche Wohl der Besucher >var tu gasiliclcr Weise gesorgt. In der ansch.icßendcn K o n - etenz, zu Oer auch die Fachgenossen deS Berg- und Hnltenmänut- schen Vereins Lberfchcld erschtetien, dertchlcte zunächst Bergrnt L chu l z -Friedberg über die Verwendung teS aus Anlaß der 25. Vctriebc-leucrkon'etenz zur Verfügung gesieüten Vortrag»- Jo n d s. fcs wurde beschloßen, diesen Fonds tn seinem Haupt- betrag von etwa 1190 Alk. verzinslich anzulegcn, den Ueberschug sotvic linnlig die Zinsen aber zu Prämien an Betriebsbeamte zti verwenden, welche durch tUciriei>voeibcHeriinfleii die ctct’erljctt OOgcn Unfälle crbohen oder dte Arbeiterwohsiamt fördern und darüber der Koniercnz bcrlchten. Tie Etnielprämie sott lüTll. nidit übersteigen, lieber die Zuteilung der Präntic>t soll dte ?'ctricbü- leitertomereiiz all|äl)tlui) vor Weitmachten beschließen. Taneoen sollen ans den veriiigbaren Betragen auch die Konen etwaiger bc- (o,tbetcr Vorträge l e tritt it tverden; ausnahmsweise auch Zu- schufic an Betriebsbeamte bet Reisen zu Besichtiguitgen oder Ver- bandlungen nllgcmclitcn Interesses, worüber der Betreffende als- dann der Koincrenz zu berichten hat. — Bergajiesior Scheerer- Larmitadt belichtete kurz über die Novelle zur (i> e iu c r d c • o c ö it u n g vont 27. Tezember 1911 und ihren umfhiü auf bie Bcrgwerlsvetriebe und machte daS Ergebnis der Arbeiter- lolmftaninr, die eine Zunahme der Arbeiterzagl und der verdicuten wählte eigt, bclaitm. Von den Zai,len seien die tolgendrn mitgetcilt. Es betrug die durchschnittliche Arr ettcrzahl bei den Brauntohleuiverien 1J1U — u2.i (iui 1 = öuü). bei den Erz- bergiverten iu9d (14ö7), überhaupt (einschließlich Saline und unterirdische Brüche) 21«1 i224j> ; üieHooeiOieiiii für 1 Arbeitstag bei den raunlohteniverkcn 1910 = u,42 iht. (1>11 — d,4ö Ulf.) bet den Erzbergwerten 8.15 Alk. (3.26 l ), Saline 3.19Alk. (J.26 Btt.),' Briichc -.69 Ml. (2.91 Mk.); 'Jictioucibieiui der eigentlichen Bergarbeiter bei den < raunlohlciiiverken 1910 — 4.1. litt. (19il — 4-lb Alk. , bei den Erzbergwerken 3.67 Mk. (3.60 Mk.). Ino- gciamt betrug der Rettooeidien i der Arveiter im Jahre 191" 2 114 641 Btt., 1911 2 24 <36 'DU; dazu kommen noch 1910 16.i 400 Mk. und 1911 174 347 Alk. Elehatter der Beamten. Endlich gab Bergrat K ö b r i ch-Tarmftadt eure Ueberllcht der neiien Be- Iilmmungeu für die E i ch u n g der ö r d e r g e' a ß e im Berg- werksbetriebe. Er loreo auf die Unsicherheit der owenziN deo Begriheo .Bergibcrkoi etrieo" hin und emp'ahl zur Veruierdiing von ctranal.en die Eichung in möglichst lucitem Um'ange. coüaini wurde erläutert das vtebeiieinanderbeiikhen von retchs- und tandeo- gesctjlichen Vorschriften für .chrdergeiape, ute neuen Vorschi iten übet dre Art der ülaumaehattSbezeichnuug, Fehlergrenzen, Wteder- holiiirg der Eichung, die Vorzüge Oer Racheichung — die für Fördr- g?fabe übrigens nicht vorgeschrieben ist — und über Die Holten des Eichverfahrcus, sowie über die Zuständigkeit der Eichbeamlen. In der TlSklission ivutoe der Wunsch geäußert, daß dre Eichung durch Personal der Bergbehörden votgeuonimcn werden möge, obwohl speziell für die hei fischen Berhältniße dieser Wunsch keine besondere Aussicht aus Verwirklichung haben wird. Em geselliges Beisammensein beschloß den in jeder Beziehung wohlgelungenen schönen Tag. Tie nächste Kowerenz soll am ö. luai in Bad-Nauheim stattsinden.
. 29. März. AlS heute morgen gegen 4‘/s Uhr der Watt)- und Sftttießmann Prange mit feinem Hund die Schillerstraße patn uiiiicrte, wurde er ans vuct, nahe der Wohnung des Fabrikanten Berck stehende Manner aiifmcrtfam, von denen einer alöbalö einen Pfiff erfrlmf Ueß. Hterauf spranaen sogleich noch zwei Pers _______
den Gartenzaun an oer besagten Wohnung auf bie Straße und es wollten dann alle uter das Weite suchen, tvittbnt aber von bem Hunde des Prange cingcljolt und ge;teilt Auf Befragen des Lchließmanns bezüglich ihrer Absichten verweigerten diese jcoe Auskunft, so auch die Angabe ihres Namens. Tie Gesellschaft tonnte sich dann, da dein Wachmann weitere Bciuguisse nicht zustanden, aus dem Staube
utadjen; es waren jüngere, fremde Leute, teils noch unter 20 Jahren. — Der L l a d l v o r st a u d wird sich in feiner nächsten Sitzung mit der frage befassen, auf welche Art wohl unserer <iaot größere cidjerijeri bei Nacht geboten wcroeu kann, da es iircht mehr angängig erscheint, in einer l eitsdienst durch ältere Leute, fast durckstveg über 60 Jahre all, ausüben zu lassen.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 29. März. Tie höhere Bürgerschule ^Realschule mit Emiähngciibcrcchtigung, war nach rum Jahresbericht im Schuljahr 1911/12 von 110 Schülern besucht, gegen 119 im Schuljahr 1910/11. Darunter befanden sich 77 Mnabcii und 33 Mädchen. Aus Lauterbach besuchten die Anstalt 80 Scaülcr, die übrigen waren aus den umliegenlx ii Crtfuiaih il $ er wissenschaftlichen Prüfung zum einjähi ligen Mi dienst unterzogen sich m zwei durch ( abgehalte..en Abschlußprüfungen 9 Schüler mit Erfolg. I.irrt» die im vorigen Jahre cingegangcncn beiden Mädttjenklafien, di- in diesem Jahre zum erstenmal unter die Knabenklaisen verteilt waten, in die Zahl der Lehrkräfte von 10 aus 7 zuruckgegangen. !<;■/ Schuljahr wird am Samstag den 30. März gefdiloffen; ou1 neue beginnt am Montag, 15. April l. IS. — Bei der heu ligen Sihung des Kreistags des Kreises Lauterbach nniiMi aut Vorschlag des Freiherrn Ricdcscl zu Eisenbach in Lautetboc-, ju Ersavmitgliedern zum Üreisausschuß, die nach der neuen Pro- vinzialordnung zu wählen waren, Kausnrann .Earl Lang n Lauterbach und Bürgermeister R o d e m c r in Angersbach gemuht
Aircyirche rlachritt-ten.
3$raeiiti|cQc Bcltgionsgemembe.
Gottesdienst in der Sqnagoge (Süd-Anlage). DienStag, den 2. und Dl i t t w o ch, d e n 3. April 1912: Paffahsest.
1. Tag. Vorabend: 6.45 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. RachmittagS: 4 Uhr.
2. Tag. Vorabend: 7.45 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr. Rachmittag»: 4 Uhr. «bcndd: 7.45 Uhr.
Wenn man hustet
nimmt man Laboda Traa^cc», ein vorzügliches Mittel den Husten »u lindern und den Schleim zu lüfcn und freie Atbmuna ,n schäften. Preis Mark 1.50, in Apotheken. Haupt-Depot: Enaet Avotheke, Frankfurt a. M. d
Frauen-FeuiUetou.
Kleine Neuheiten der Frühlingdmode.
Während man zu Gesellschaften keine Handschuhe anzieht oder die Handschuhe in der Hand trägt, schreibt die Frühiahrsmodc zum Schneiderkleide dunkle Handschuhe mit Hellen Raupen vor, z. B. schwarze Handschuhe mit Rot, braune mit Gelb oder Blau.
er helle Handschube vorzieht, muß auf Weiß verzichten und darf statt dessen cremefarbigc, perlgraue und ähnlich zart gefärbte Hand schuhe tragen. Weiße Handschuhe sind nur zulässig, wenn die Raupen farbig sind, und zu der Kleidung passen. Auch die Sonnenschirme, die das Frühjal)r bringt, müssen in der Farbe zur Kleidung passen. Aus Paris werden Sonnenschirme aus changierenden Tastet angekündigt, die ganz flach find und einen breiten Volant haben, so daß sie die Form eines ^Lampenschirmes haben. Tie Stöcke sollen ziemlich lang sein. — Taschenuhren mit Alarmvorrichtungen sind die neueste Erfindung der Pariser Juweliere. ES handelt sich dabei um kleine, an Ketten zu tragende Damemthren, die natürlich nicht mit einer richtigen Weckerklingel versehen sind, sondern nur ein kurzes leises Klingeln von sich geben, durch das man daran erinnert wird, daß „die Zeit atchgelausen fei'', die zur Verfügung tvar. Offenbar ist das etwas für vergeßliche Leute. — Von der Wiederkehr des gepuderten Haares lveiß der „New Nvrk Herald" zu erzählen. Zu Direktoire- und LouiS LV.-Trachten pudert man das Haar: natürlich nicht die ganze Frisur, sondern nur einen ganz kleinen Fleck oben oder an einer Seite. Tiefe Neuerung dürfte ziemlich pikant aussehen, sich aber nicht als zweckmäßig bewähren. — Bei modernen Hohl- f aum t a s che ntü ch er n ist die eigentliche innere Fläche durch das Breiterwerden des Randes sehr verkleinert. Bei Taschentüchern, die man zum Straßenkostüm trägt, ist der Rand noch schmal geblieben, dagegen bei denen für Ges eil s chaft szwecke ist der Rand etwa 5 Zentimeter breit. Er besteht aus Musseline oder Tüll und ist gefältelt. Bei diesen Taschentüchern nnrd das Moiw gramm in der Mitte gestickt. — Für mildes Welter taucht der „Muff für eine Hand" auf, ein ganz kleiner Must aus Seide oder Atlas mit einem Pelz- oder Federbesav Tiefer Must ist tatsächlich so klein, daß nur eine Hand dann Platz findet. — ^eit sich wieder in Rocke und Taille getrennte Modelle zeigen, tauch: der Gürtel wieder auf, der lange vernachlässigt war. Moderne Gürtel sind entweder ganz schmale Bänder, bestickt, besteppt, mit Knöpfen, Perlen, Säumcheu usw. garniert, bemalt oder breit drapierte Miedergunel mit Schärpenenden an einer Seite. Außer- tem taucht der Lackledergürtel auf, der besonders zu seidenen Ge
wändern getragen wird. Als Farben kommen Kirschrot, Schwarz und Marineblau in Frage. Zu hellen Blusen trägt man schwarze Wildledergürtel in Gestalt ganz schmaler Bänder.
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K. F. Neues aus der Welt der Frau. Einen Lehrauftrag für Innendekoration hat die Kunsthochschule in Melbourne ulngft dem Frl. Bertha M e r s i e l d erteilt, einer verhältnismäßig jungen Künstlerin, die längere Zeit in London studiert hat. Fräulein Merfield reist in nächster Zeil nach Melbourne ab, um ihren neuen dienstlichen Obliegenheiten nachzukommen. — Frau Janciilescu, eine hervorragende Stimmrechtlerin Rumäniens, hat jüngst das rumänische F r a u e n st i m m r echt sb l a 11 „Trcpturalc Femeii" Frauenrechte) gegründet. — Tie N e u v o r k e r Polizei hat jüngst Fran Isabella Goodwin, die über langjährige Erfahrungen im Polizeidienste verfügt, zum Range einer Oberdetektivin erhoben. Frau Goodwin hat bereits verschiedene schwierige Kri minalsälle aufgeklart. Zu ihrer Technik ist zu bemerken, daß fie häufig in Wirtshäusern als Abwaschcrin am Büffet steht, von denen sie vermutet, daß in ihnen Verbrecher zusammenkommen. — In Nanking ist soeben unter der Leitung einer Amerikanerin, Fräulein White, die die Führung einer Fraucn- schulc in Händen hat, eine chinesische Frauenzeitschrift gegründet worden. — Tic Ncuyorker Finanzbchörde hat jüngst Fräulein Anna v. Hohon nut dem Posten einer Finanzinfpektonn betraut. Sic hat die Aufgabe, bei allen Käufen, die die Stadt- tienoaltung abtchließt, die llebcreimhmmung mit den Voranschlägen zu prüfen: außerdem hat sie die Vollmacht zur Vertretung des Oberinspektors der Behörde, sobald dieser auf Urlaub ist.
kf. Tic amerikanischen P r ä s i d e n t f ch a ft s bewerbet und die Frauenbewegung. Entweder wollen die Bewerber, die für den amerikanischen Präftdentfchattspostcn auf den Kampfplatz treten, um die Gunst der Fraueti buhlen oder sie tragen der Tatsache Rechnung, daß Amerika über mehr als eine Million Frauen besitzt, denen eigentlich das Stimmrecht zufallen müßte, so schreibt eine Mitarbeiterin des „Standard", denn alle Bewerber haben nicht allein Frauenstimmrecht als wünschenswert anerkannt, sondern manche sind auch iwch in tat- ktäftiger Weise danlr cingetrctcn, Senator La Follette, einer der aussichtsreichsten Bewerber im Kampfe, ist ein geradezu leidenschaftlicher Anhänger des Frauenstimmrechtö. Präfident Taft war bis vor einem Jahre ungefähr noch ein Gegner; aber im letzten
I Jahre haben sich seine Ansichten über diese wichtige Frage, die jetzt nahezu in allen zivilisierten Ländern akut zu werden scheint,, erheblich geändert. Heute ist er, wenn auch nicht em Anhunger, so doch kein Gegner des Fraueirstimmrcchts mehr. Präftdcnr Roosevelt hat tn einer feiner letzten Reden seinen Standpunkt auseinandergefetzt, er glaubt an die Notwendigkeit des Frauew- stimmrechls, allerdings, so fügt er hinzu, find in den Stao: n, welche ihren weiblichen Angehörigen schon dieses wichtigste a:* t Frauenrcchtc gewährt haben, positive Erfolge noch nicht sichtbar. Mr. Äoodrow Wilson, der uanoidat der Temokraten, will mit feiner Meinung nicht recht herausrücken. Emer Vertretung am Ionischer Frauen, die ihn aber feinen Standpunkt befragte, leute er mit, daß er einen Entschluß noch nicht gefaßt habe, aber er sei im Grunde ebenfalls keineswegs ein Gegner.
1f. Frauenstimmrecht in E h i n a. Bei den chinesischen Prootnzialwahlen, mtt deren Vorbereitung man gegenwärtig in Danton beschäftigt ist, werden auch Frauen bei der Dahl c-ct Prooinzialvertretung müftimmen Für Die Emanzipation r-cr Frauen Chinas ist diese cm nnchliger Twrtschritt, denn eigen!, ch ist cs das erstemal, daß sich Fraucn m größerer Anzahl polü ich betätigen können. Stimmberechtigt finb nur die Frauen, die Universitäten irgendwelche Prüfungen beftanoen Haden oder ' Jahre lang an einem staatlich anertannten Kolleg erzogen woi' sind.
— PleureusenamTamen schuh. In einem fajhioi .>> kn Mode laden der Londoner Ox>ocd-Street ist jetzt die n i Errungenschaft auf bem Gebiete weiblicher Fußbekleidung zu fei ein Paar eleganter zierlicher Straßenschuhe, die an Schuhbandes oder der Schnalle einen merkwürdigen Schmuck einen Büschel kleiner Strauß.nledern Modegenies sich durchsetzen wird. liegt noch in der Zukunft dun! Schoße, aber einstweilen sind alle Lorgnetten Der eleganten . saminnen auf die«, neue Leistung originellen (Sciclimad. ge richtet, und man lackt nicht etwa, sondern nickt »umenö rü> zieht die Anschaffung dieser Neuheft leoentalls ernsthaft in -5- -■ tracht. Tie vor einigen Lochen m Paris und Neuyork ein geführten Federscknthe, die im Gegensatz zu dieser jüngsten L.'w- doner Neuheft nicht mit Straußenfedern, sondern über und über mit den kleinen Federn bunter Paradiesvögel überzogen sind, haben sich in England glücklicherweise nicht durchsetzen können. Iic Gesellschaft für Vogelschutz, der Herzog von Rutland an der Spitze, hat einen geharnischten Protest gegen diese Modc erlaß m.


