Nr. 4
Erstes Blatt
162. Jahrgang
Aeitag, 5. Januar 1912
Der Weftewet Anzeiger erschein! käglich. außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerZcnnllirnblärier; -wc-nnal wöcheiill.Uteis. dlatt sür den Ureis Sichen (Tienstag und Freiing); zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Settfrageu Fernsprech - Anschlüsse r für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse kür Depeschen;
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Die heutige Nummer umfa&t 10 Seiten.
Die Reichrtagrwahlbewegung.
Konservative Kritik an dem amtlichen Wahlartikel.
Der auch von uns tviedcrgc.^bcne Artikel in brr „Nordd. Mlg. Ztg." hat das mcrhiriirbigc Schicksal, auch von agrarischer Seite, nämlich der „Dcutscyan Tagesztg." schürf angegriffen zu werden.
Wenn das Blatt auch sachlich der Regierungserklärung ptftimmt, so glaubt es andererseits an der Form soviel Mängel zu finden, das; cs befürchtet, die Erklärung werde nicht viel mehr als ein Schlag ins Wasser bleiben. Tas Agrarblatt bemängelt das Fehlen von Kürze und Prägnanz im Artikel, soweit dieser die Sozialpolitik behandelt. Tas Eintreten der Regierung für den schwer gekränkten M i t t e l- stand fehle ganz. Ferner sei der Ton, in dem die Erklärung geheilten ist, viel zu wenig entschieden. Nüchterne theoretische Betrachtungen mußten in einer Zeit wie die heutige ist, versagen. Es hätte gesagt werben müssen, „daß die Sozialdemokratie die Todfeindin der bürgerlichen Gesellschaft ist und bleibt", und daß deshalb jedes direkte oder indirekte Zusammengehen mit dieser Partei, geschweige denn die Abgabe eines roten Stimmzettels eine „Todsünde" gegen das Vaterland .sei. Auch hätte die Regierung sagen sollen, wodurch sie die endliche Ueberwin- dung der Sozialdemokratie zu erreichen gedenkt.
Ter Liberalismus hatte wesentlichere Ausstellungen zu machen, Im ganzen trifft es zu, daß der Regierungsartikel unzulängliche und ungeschickte Arbeit war.
Der nativ nalliberale Wahlverein für Schaumburg- Li p p e hat beschlossen, den natmncilliberalen Wählern des Fürsten-" tum» zu empfehlen, dem fortschrittlichen Kandidaten Landwirt Krömer die Stimme zu geben.
Ter Wahlausschuß der rechts flehenden Parteien int Wahlkreis Tortmund-Hörde lehnte das Erjuchen der nationalliberalen Partei, die Kandidatur Prof. Eickhoffs zugunsten der Kandidatur Professor Leidig fallen zu lassen, ab.
Die Konservativen in Stuttgart beschlossen, den gemeinsamen Kandidaten der liberalen Parteien Oberbürgermeister Mühlberg schon im ersten Wahlgang zu unterstützen. Ter Beschluß kommt sehr überraschend, da die Konservativen gerade diese Kandidatur von Anbeginn an bekämpften.
Eine in Treuchtlingen abgehaltenc konservativ-bünd- lerische Versammlung stellte den Landwirt Suff aus Dietsurt als Kandidaten für bnt Reichstagswahl.kreis Eichstädt auf.
Ter demokratische Verein hat für Aachen-Stadt die Kandidatur des Obersten Gäbt le zugunsten des von allen liberalen Parteien unterstützten Kandidaten Rechtsanwalt Bachmanrr zurückgezogen.
Im Wahlkreis Bochum-Gelsenkirchen hat eine Versammlung des Bundes der Landwirte beschlossen, den von der Zentrumspartei ausgestellten Kandidaten Professor Westkamp zu unterstützen.
Die Liberalen im Wahlkreis Wittlich -Bernka st el stellten den Weinhändler Josef Hauch als Reichstagskandidatcn aus. Der zweite Zentrumskandidat Tr. Trautzburg hat seine Kandidatur zurückgezogen.
Tas Zentrum hat seine Reichslagskandidatur im Wahlkreise Hornburg-Kusel zugunsten des Bauernbündlers Gebhard zurückgezogen.
21 ms Hessen.
Eine Sitzung deS Finanzausschusses.
bs. Darmstädt, 4. Ian. In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses wurde zunächst von dem Vorsitzenden eine allgemeine Darstellung des Etats gegeben. Er hob hervor, daß man sich nicht darauf einlassen könne und werde, den wichtigsten Teil des Etats, die Schuldentilgung, zur Verabschiedung zu bringen, wenn man nicht genau wisse, wie die Besoldung der Staatsbeamten, Lehrer und Pensionäre aussallen werde. Diese letztere Vortage müsse aber bei dem Notstand der Beamtenschaft alsbald ttargestcllt werden. Ter Vorsitzende sagte weiter, daß es ungeschickt gewesen fei, eine Erhöhung der Zivil liste vorzuschlagen, ohne zugleich mitzureilen, daß man mit dieser Erhöhung doch nur die Gehälter der Hofbeamten unb Thenter angestellten aufbessern wollte. An diese Ausführungen schloß sich dann eine allgemeine Diskussion über das Budget, an der sich sämtliche Ausschußmilglieder beteiligten. Tic Sitzung wiro morgen fortgesetzt.
Tie Vorlage des Gesetzentwurfs über die Besoldungsordnung dürfte nach einer Regierungsmitteilung gegen Ende Januar zu erwarten sein.
politische Tagesschau.
Ter Gesetzentwurf über die örrichtung eiucs Kolonial- nnb KonsulargeriltztshoseL
wird voraussichtlich dem neuen Reichstage in etwas abgc- änberter Form von neuem vorgelcgt werben, nachdem itjn ber alte Reichstag wegen einiger Differenzen mit der Auffassung bes Staatssekretärs v. Lindequist nicht mehr verabschiedet hatte. Bekanntlich hatte die Kolonialvcrwaltuug damals die Entsendung eines Kolonialsachverständigcn ins Richterkollegium verlangt, eine Forderung, auf die der Reichstag nicht eilt gelten wollte, weil er der Meinung war, daß dieser Verwaltungsbcamte das System der Prozeßordnung durchbrechen werde. Tiefe Difserenzen sollen dadurch behoben werden, daß bestimmt wird, daß ber Gerichtshof aus fünf Berufsrichtern besteht unb baß in allen wichtigen Fragen, in denen es das Interesse des Reiches erfordert, besondere Sachverständige, die auchÄeichsbeamtc sein dürfen, für die mündliche Verhandlung hinzugezogen werden müssen.
Tie ba^igc Verabschiedung dieses Gesetzes unb bie Errichtung bieses obersten Kolonialgerichtshoses wirb für so wichtig erachtet, daß es in seinem Interesse liegt, gewisse frühere Bedenken ber Regierung zurückzustellcu. Da ber Kolonialgerichtshof auch zugleich Konsulargerichtshof sein soll, so ist beabsichtigt, ein eigenes Ko nsular g e setz zu schaffen, daS ebenfalls dem Reichstage vorgelegt werden wird^ Auch für die Beratung des Konsulargerlchtshofes soll als Sachverständiger ein Beamter des Auswärtigen Amtes hinzugezogen werden. r
Eine Novelle zum Reichs- unb StaatsangehorigkeitSgesetz wird, wie wir hören, beni Reichstage voraussichtlich schon in der nächsten Seision zugehen. Tiefe Novelle ist schon seit längerer Zeit fernggestellc und ihre Vorlegung ist wiederholt vom Reichstag uni) von der Presse verlangt worden. Tie Novelle verfolgt das Ziel, den Verlust ber Staatsangehörigkeit wider Willen bei Deut-
Neue Erinnerungen an Anselm Feuerbach.
Heber Anselm Feuerbach, dessen Gestalt immer deutlicher sich «als eine tzauptgestalt in ber Geschichte der neueren deutschen Malerei ausprägt, verösscutlicht das Januarheft der „Deutschen Rundschau" neue anziehende Erinnerungen. Sie entstammen dem Nachlasse des Theoiogen Heinrich Julius Holtzmann, der am 4. August 1910 gestorben ist.
Im März 1887 schrieb Boltzmann im Hinblick auf sein möglicherweise nahes Lebensende diese Erinncrnngen nieder. Tavei laut ihm freilich zum Gefühle, daß diese geniale und merkwürdige Mnstterpcrsönlichkeit zu schildern seine Schwierigkeiten habe. „Kein Moment seines Lebens war als solcher sozusagen für die Presse druckfähig. Er stand nie so ba, daß man ihm den Wunsch absehen tonnte, etwa in solcher Pose auf die döachwelt überzugehen." lleberhaupr hielt Feuerbach vorn Nachruhme, v.-n dem man persönlich nicht einmal etwas habe, sehr wenig, und höchstens empfand er eine schadenfrohe Genugtuung bei dem Geranien, daß nach seinem Tode mancher die Entoeckung machen werde, „dem Anselm Feuerbach halte man während seines Lebens mehr Beachtung schenken dürfen". Also ist cs ja auch wirklich gekommen! Holtzmann hatte Feuerbachs flüchtige BÄanntschas: auf einem musikalischen Abend bei seiner Mnlter gemacht. „Ich glaube eS zu- nächst^dieser verdanken zu müssen, wenn Anselm dann im ÜLugint unb September 1868 mir und meinen RHegesührlln (Fritz Eiien- whr und Heinrich Weber) in Rom ein Enigegentornuien bewies, Wie cs gerade das Gegenteil von der Art ber Behandlung bar» stellte, welcher sich deutsche Künstler oder Gelehrte in der Regel erfreuten, wenn sie sich ihm zu nähern versuchren. Zumal den Italien durchstöbernden deutschen Professor mit der Brille konnte er durchaus nicht vertragen. Aber auch beit Künstlern ging er meist aus dem Wege, und vielleicht hat er es an mir zu schätzen gewußt, bau ich aus Reisen meine eigenen Fachgeirossen ebenfalls -u vermeiden wußte, und er in meiner Gesellschaft nie in Gesahr geriet, in theologische oder lirchenpolitische Kontraverien verwickel! zu werden. Auch unter uns hahen wir nie von dem geredet, was in des einen oder des anderen Zunft hineingehörte. Er speziell schier^ wenig tyreube ün der seinigen zu haben. Wenn er ouen am Sibyllentempel (in Tivolt) nach den Wasserfällen des Anio hcrabsah und die dort emsig beschäftigten Künstler entdeckte, wurde er schon nervös; erst nach dun wir die unangenehme Stelle passiert hatten, fing seine Laune wieder an zu spielen."
2och erhebt Holtzmann gegen die Schubemmg Feuerbachs als eines grämlichen und verbitterten Menschenscindes cmschicoen Widerspruch. Er habe nur der Sonne, ost jogar nur ein wenig Sonne bedurft, um ganz glücklich zu sein. „Tann ließ er sich gehen, und 1‘elbit der Tonfall |einer Rede bestach die tpurenbcii outaj die geschmeidige Weichheit, welche auch uiüer Üeutichen Lanös-
leutcn den an die italienische K.onversakion Gewöhnten kennzeichnete. Italiener war er überhaupt wie im Aeußercn und Auftreten so auch vielfach innerlich geworden. Dabei aber durch und durch deutsch, sobald die patriotische Ader in Anspruch genommen wurde. Im Sommer 1870 stand ich mit ihm auf der Mannheimer Rheinbrücke, welche eben von deutschem Kriegsvolk passiert wurde. Tie Art, wie er auf diese Eindrücke reagierte, und bann sein ganzes Auftreten während des Krieges in Heidelberg wie in Rom ließen [einerlei Zweifel daran aufkommen, daß internationale Blasiertheit oder ästhetische Inoolenz das Vaterlandsgcfühl nickst zu verdrängen vermocht hatten."
In Rom lernte Holtzmann Feuerbach in ber strahlendsten Periode seines noch ungebrochenen Künsckcrmutes kennen. „Und welch ein Gesellschafter war er, zumal für den, welcher auch in der besten und angeiiebiiiftcit Begießung zuweilen das Bedürfnis empfindet, mit sich selbst allein zu sein! Er war einer der bc- quemften Mensck-cn in dem Sinne, als man niemals die Empfindung hatte, von ihm belastet zu sein. Ec brauchte die Grenzen, innerhalb welcher ein zeitweilig fast täglicher Verkehr genußreich scin kann, nicht erst aus -anderen heraus- und anderen nachzu- empfinden; das eigene Bedürfnis lehrte ihn sicher das Ziel finden oder vielmehr immer noch etwas vor biciem Ziele, da es heißt jam satts est, abzubrechen.
Ta fand man sich in caiem römischen Cafe zusammen, trennte sich wieder, begegnete sich, indem jeder seines Weges ging, und fand sich doch fast ohne Verabredung wieder zusammen, um Beobachtungen und Eindrücke auszutauschen. War er in Heidelberg, so empfand er nie die Versuchung, Menschen, die er beschäftigt roncU, zu stören. Kam man aber zu ihm, in das geschmacüwll eingerichtete Arbeitszimmer, in der Wohnung feiner Mutter, so war er stets bei der Hand. Mit einer italienischen Begrüßung wrang er vom Sofa auf, und wenige Augenblicke entschieden über die nächste Stunde und ihr Wie und Wo. Nur zu längeren Gängen in Waid uiü) Few entschloß er sich ungern, und meist nur seiner Mutter, und den ihr ueircuiibeteii Familien zn Gefallen. Schmächtig und zart gebaut, wie er war, war er ein 6cinb körperlicher Anstrengungen, und selbst in Italien hielt er «ich später fast nur noch auf den gebahnten Wegen, so daß auanli- raiio leicht jeber Tourist mehr gesehen haben konnte. Ao er die ihm einmal heb gewordenen Psaoe wandelte er mir großer Treue; alles, was Oberstäc^iichllir und F.attcrhasligiAt oebeuict, lag dem Menschen so fern wie dem Künstler."
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fi. Ein germanischcsGrabinJütlanb. Im nördlichsten Teile von Jütland, im Antte Hjörrutg i,i, wie au^> ^pen- ijagcii benüjtei rj^u, Lxtiloifencit ein großer 'Jiier-
i u in 6 | u n ge^kUui. A.tj einem »«o»er ui u^r >iu.ije von .r»i^ats piüd muii voi taiaw;ri|u>.iilla/üt Äraeuen ouj eine vier ktutu
scheu zu erschweren und die Wiedererlangung der dcnischen Staatsangehörigkeit bet früheren Teulsmen zu erleichtern. Im Anschluß hieran wird die Militärpflicht her ständig im Ausland lebenden Dcutschiut geregelt werden.
Ausland.
Zu dem gestern gemeldeten Z w i s ch c n s a l 1^ v o n Song Mor bei Peterssield wird ferner berichtetTer Streit entstand bei einem Fußballmatch zwischen Soldaten einer schottischen Kompagnie und einem P o r k s h i r e - R c g i - ment. Es fand eine heftige Schlägerei statt, die gegen zwanzig Minuten andauerlc. In ihrem Verlauf wurden 17 0 Glasscheiben zerbrochen. Tie Leute zertrümmerten Lctt- stellen, um die Stücke als Waffen zu benutzen. Ter Konimaii- dcitr des Lagers erklärte indessen, daß nur zwei Maim leicht rcr- tounbet seien und daß kein Schuß abgegeben worden ist nnb daß es sich nur um eine Schlägerei, keineswegs abec um eine Meuterei gehandelt habe. Tic Unruhen hörten auf, als die £ (fixiere auf dem Platz erschienen. Ter gemeldete Boxkampf zwijchen einem Offizier und einem Soldaten wirb dementiert.
Deutsche Aolouieu.
lieber die Schlafkrankheit in den Deutschland durch das Abkommeu mit Frankreim zugcfallencn Teilen von Französisch-Kongo sprachen am Mittwoch in der Berliner Medizinischen Gesellschaft zwei Fachmänner, die bad liebet an Ort nnb Stelle studiert haben. Der „Voss. Ztg." wird darüber berichtet-
Prof. Shilling vorn Institut für Imellioitskraitkheitcn hat vor einigen Jahren einen großen Teil des Gebietes bereist. Er zeigte an Hand einer Karle die große Ausdehnung der Krankheit in dem ehemals französischen Kongo, hauptsächlich entlang den mächtigen Flußläusen. Tic in Oslairita angewandten Blckämp- fungSmethcden versagen hier fast vollständig. Eine große Zahl von Lichtbildern zeigte, daß die Flußufer trott dichtestem llnualb bewachsen sind, an oesseu Ausrodung gar nicht gcbadji ny-oen kann. Auch die von den Englänocrn in Uganda angewandte Methode der Teportation bet Userbewohner in glossincnsreie Gegenden ist hier völlig undurchsührbar. Ebensowenig kann man von dem Versuch, alle Schlafkranke in Atoxylbehandlung zu nehnieu, einen Erfolg erwarten. Auch in dem nördlich ber Wasserscheide liegenden mehr steppenartigem Gebiet sind zahlreiche Falle von Schlas- lraniheit beobachtet woiden. Hier bandelt es sich auch nicht nur um die Glossina palpolis als Hebcritagcrin, denn die Krankheit ist mit Sicherheit in Gegenden festgestellt worden, in denen diese Fliege gar nicht vorkommt. Immer häufiger konnten die Trypanosomen auch in der Glossina morsitans gefunden werden. In erster Linie werden die Beiäinpfungsversuche mit einer Erziehung. der Eingeborenen cmzusetzen haben, diese aber hat ihre seht große Schwicrigleiten.
Prof. ^Z i e m a n it, der erst vor kurzem ans Kamerun, wo er viele Jahre als Regierungsarzt tätig gewesen, nach Berlin zurückgekehrt ist, hob besonders hervor, daß in Westairika die Atoxylbehandlung gänzlich versagt hat. Er schätzt das Ans- dehnungsgebiet der Krankheit noch größer, als es Professor Schilling getan hat. Vor allem aber sieht er in der Nachbarschaft des sranzoinmen und belguchen Kongo eine große und fiänöigc Gefahr. Weder die Franzosen iwch die Engländer sind tu ihren Gebieten auch nur annähernd mit Aerzteu versorgt. Sie haben ihrer dort viel weniger als bisher Deutschland und bezahlen sie noch wesenllich geringer. Ja, vom belgischen stongo aus bat man schon die Deutschen, ihnen Aerztc zu überlassen. Allererstes Cvsordcrnis zur Bekämpfung der Schlafkrankheit und damit zur SiedelungsfLhigkeit der Gebiete ist die Anwesenheit einer recht beträchtlichen Zahl von Aerzteu, deren cs so wie so schon zur Bekämpfung der übrigen einheimischen Krankheiten bedarf. In absehbarer Zeit werden wir ebenso wie in Deutschland auch für
lange unb zwei Ellen breite Grauammer, „uyboden und Wände des Grabes sind aus RiesenstA tcit hergestellt, während das Doch aus vermorschten Lvlzrcsten besteht. Tabei sind ein Schwert, em Dolch, verschiedene Topfschcrben unb ein dünner, etwa 3 Zoll langer Golddraht zum Vorscheine gekommen. Schwert unb Dolch waren allerdings vom Roste beinahe aufgefreffen.
— 1500 Faust - Aufführungen in Paris. Gounods Meisterwerk, seine Oper „Faust", die bei uns in Teutschland meistens unter dem Titel „Margarete" gegeben wird, hat am Neujahrstage in ber Pariser Großen Oper ein seltenes Jubiläum feiern können: an diesem Tage wurde sie in der Hauvtstadt Frankreichs zum 1500. Male aufgeiübrt. Der Theaterzettel ber Großen Oper verzeichnete die Aufführung freilich nur als die 1406., aber das erklärt sich dadurch, daß die Oper seinerzeit ihre Uraufführung 1859 im „Theatre Lyrigue" erlebte; 1868 ging das Werk dann an das Renaissance-Theater über, an das ehemalige „Theater des Italiens" und erst im März 1869 erwarb die Pariser Große Oper ihr Aufführungsrecht. Bei Gelegenheit des jetzigen Jubiläums wirb im Gaulois daran er innert, daß der Siegeszug der Gounobschen Over übet die Pariser Buhnen zum Teil auch einem Vorschläge von Ingres und Tnbuie zu danken ist. Die beiden Künstler sanden den dritten Akt ein wenig leer und inhaltslos und machten Gounod in Gegenwart des Direktors Carvalho den Vorschlag, doch irgend einen (ihn-; aus einem anbiren Werke in bie neue Oper einzusügcn. Ingres verlangte von Owunob, er möge bem Direktor doch auf dem Klavier einen Chor Vorspielen, den er für die nichtvollcntu-u Oper „Iwan der Schrealiche" geschrieben hatte. Es geschah, Carvalho war von dem Chor begeinert, er wurde in den „Faust" ausgenommen und trug nicht wenig zur Popularität des Werkes bei. Es war der Soloatenckzor.
(ks) Ein Denkmal für Florence Nightingale in Indien. Tie indischen Pslegeschwcstcrn haben in ber Bic- toria-Memorial-Sammlung die Dem neugcgrünbelcn inbvcbcn Museum in Kallutta jetzt einvcrleibl worden ist, zum Andenken an öie große Gründerin ihres Berujes eine Bronzcmachalimung ber Marmorbüste ausgeuelll, bie Florence t-cighlingale bei ihrer Rückkehr aus dem K.milriege als Geschenk der englischen Nation überreicht wurde. Die Bü.te steht au; einem hoyeu Sockel, der von ber indisä-en Akademie der Künste entworfen und ansgesührt worden ifl, und trugt die Inschrift: Florence Nightingale, geboren ani 12. Wiai 1820, neüoxben am 13 August 19h», ^wi^rr/ct nm- tc - Pllegeschwepern . c . .
— Kurze N
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ociihtui, feiert a,n ö. ... . i.'.en 7 ■ -


