Konstantinopel, 29. Nov Wie „JTdam" erfährt, überreichten die türfifthen Botschafter in London, Paris und Petersburg der Pforte Ratschläge der dortigen Kabinette. Tie Ratschläge besagen, das Interesse der Pforte erfordere einen schnellen A b s ch l u ß d e r Friedens Verhandlungen. Wenn der Krieg fortgesetzt werde und unter den Mächten Konflikte entständen, so würden diese nicht zum Vorteile der Türkei auslaufen. Die Mächte der Triplcentente hätten auch den B a l ka n l än d e r n geraten, Frieden zu schließen, ohne auf übertriebenen For derungen zu bestehen, da die Türkei den Frieden nur unter Wahrung ihres militärischen Prestiges und der nationalen Interessen wünsche. — Viel bemerkt wird hier, daß der Führer der „Enteilte Liberale", Damad Ferid Pascha, der als Freund Englands bekannt ist, nach der gestrigen Konferenz mit dem Großwesir die Botscl>after Englands und Frankreichs besuchte und danach dem Großwesir von dem Ergebnis der Unterredung berichtete.
„Sabah" weist auf die Notwendigkeit des Friedens hin, der, ohne die türkische Eigenliebe zu verletzen, es ermöglicht, mit den Balkanstaaten, besonders mit Bulgarien, in aufrichtigen Beziehungen zu leben Der Vertrag von San Stefano müsse wiederhergestellt werden, der bereits vor 34 Jahren von der Türkei unterzeichnet und später durch den Berliner Vertrag ersetzt wurde. Der Berliner Vertrag sei die Ursache der Unruhen auf dem Balkan, während der Vertrag von San Stefano eine stabile Lage geschaffen hätte. Es sei unmöglich für dieTürkei,aufAdrianopelzuverzichten, selbst wenn es von den Bulgaren eingenommen werde. Die Türkei bedürfe einer natürlichen, vernünftigen Grenze. Wenn Bulgarien das anerkenne, sei der Friedensschluß leicht zu erreichen.
„Jtdam" erfährt, daß der Rest der türkischen Besatzung von Monastir nach Janina marschiert, um sich mit der dortigen Garnison zu vereinigen.
Sofia, 29. Nov. Von zuständiger Seite wird versichert, daß die Türken heute nachmittag einen Gegenvorschlag mit Bedingungen für einen Waffenstillstand bezw. Präliminarfrieden gemacht haben.
Aus Adrianopcl.
Paris, 29. Nov. Der französische Konsul in Adrianopel teilte dem Ministerium des Aeußern mittels Funkspruchs vom 26. November mit, daß die Mitglieder der französischen Kolonie wohl behalten seien.
Die Cholera.
Konstantinopel, 29. Nov. (Amtlich., Einund- fünfzig Cholera fälle sind in Konstantinopel vorgekommen, davon fast die Hälfte tödlich. Die Epidemie wütet unter den türkischen Truppen in der T s ch a t a l tz- schal i n i e und in den Cholerabaracken in San Stefano weiter, wo die Loge trostlos ist. Die Regierung beschloß, außer in San Stefano auch in Hatzemköj Cholera- barocken zu errichten. Außertzeni beschloß der oberste internationale Sanitätsrat die Flüssigmachung neuen Kredits.
Ein bulgarische Erfolg.
Sofia, 29 .Nov. Zwei türkische Nedifdivi- fionen ergaben sich den bulgarischen Truppen bei den, Dorfe Merhumli zwischen De de Agatsch und Di m o t i k a.
Der Nonserenzplan.
Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Wien: Nach Ansicht hiesiger, der Regierung nahestehender, Kreise scheint der K o n f c r e n z p l a n als verfrüht bereits ausgegeben zu sein.
Dasselbe Blatt meldet aber aus London: Deutschland, Frankreich und Rußland sollen der ßbee einer Botschafterkonferenz freundlich gegenüber ft d) en.
Las Vorrückeu der Serben.
Belgrad, 29. Nov. Gestern früh ist die serbische Armee nach erbittertem Kampfe gegen einige türkische Detachements, die nach der Schlacht bei M o n a st i r
Parsifal nicht fehlen. Parsisal — das kommt ja beinahe einem Boxerlamps zwischen zwei Weltchampions gleich, wo man 300 Franken für den Vlar zahlt — ober einem Caruw-Melba-Abend - ober einem neuen russischen Ballett oder einer Premiere in Monaeo. Das man von den Vorgängen auf der Bühne schlechterdings gar nichts versteht, tut nichts. Man kann sich ja die Zeit damit vertreiben, die tadellosesten Westenausschnitte und Zvlinder, die kostbarsten Spitzen und feenhaftesten Brillanten der Welt in den Logen zu benninbem. Die Musik nrutet stark kubistisch-filtu- ristisch an. Die Seide werden es wie Rossini machen, der die Partituren Wagners von hinten durclAuspielen anfing, da er der Ueberzeiigung war, er .müsse sich beim ^richtigen Spielen geirrt haben. Im übrigen: ist man über die Salome hmweggekommen, wird man auch den Parsifal überstehen. In jedem Falle muß man dabei gewesen sein, und mindestens acht Tage lang wird man bon dem Mann fnreeben, der das Fragen vergaß. Eine merk- nmrdige Familie, der Schwiegervater fragt in seiner Jugend zu wenig und die Schwiegertoätttr Elsa fragt später zu viel. Man kann es eben den Leuten niemals recht machen. Wie wir hören, sind die Herren nutz Damen schon beftimmt, die den Parsifal, Amsortas, Gnrnemanz und die Kundry fingen sollen. Also: es kann losgehen?
ki. In den Speichern des Louvre. Die durch zahl reiche skandalöse Ereignisse der jüngsten Jahre genugsam bezeugte Unordnung in der Verwaltung der Kunstschätzc des Louvre hat dem Kunstschriftsteller Louis Dimier Veranlassung gegeben, ein mal den Speicher des Louvre zu durchforschen. In der Galerie werden zahlreiche Bilder seit langem vermißt, die früher dort zu sehen^ getvesen sind, und Dimier wollte einmal seststellen, ob der Speicher des Louvre wirllich eine nennenswerte Anzahl von bedeutenden Kunstwerken enthalte oder nickt. Das Ergebnis ist erstaunlich zu nennen: nicht weniger als etwa 500 Gemälde bergen die Speicher, während die Zahl der im Louvre ausgestellten Bilder im ganzen nicht viel mehr als 3000 beträgt. Also etwa rin Sechstel des ganzen Bilderbefiyes ist unsichtbar! Ob dieses Sechstel wertws ist, mag man aus folgenden Angaben ersehen, die M. E. Schmidt in der „Kunstchronik" macht Unter den in den Speicher verbannten Meistern sind die Bologneser mit 71 Nummern vertreten, darunter Annibale Caraeei mit 16. Domenickino mit 11 Gemälden. Nur rin einziger Domenickino wird nock^in den Sälen des Louvre gezeigt, Lodovieo Caraeei ist in den Sälen überhaupt nicht vertreten, obgleich der Louvre fein Hauptwerk, die von den französischen Armeen aus 'Sau Domenico in Bologna entführte Madonna, besitzt. Alle Bilder der neapolitanischen Schule sind mit alleiniger Ausnahme der Arbeiten von Salvator Rosa auf den Speicher gebracht morben, wo sich außerdem 38 Niederländer und endlich 170 Franzosen briinben. Tinner meint, man solle die Möbel aus dem Louvre verbannen, um sie im Musöe des Arts dscoratifs unterzubringen, bas Marinemuieuni aus ben oberen Stockwerken des Louvre in das Invalidenhotel schaffen und so Platz gewinnen, um alle rn den Speichern auf bewahrten Bilder ausstellen und dem Vrchli fum zeigen zu können.
_ , — Kurze Nachrichten auS Kunst und Miss'n- fchatt vsn Berlin ist der bekannte Direktor des Lessing Theaters Otto Br ahm gestorben. — Paul Hense, der m M u n chen erkrankt m, verbrachte eine gute Nackt, fein Schwache -ustand i|t tedoch bedenklich
zersprengt waren, in Tibra eingerückt. Gegen das Meer hin ist keinerlei Widerstand mehr anzntreffen. In Monastir wurden 66 Kanonen und eine Menge Murn- tion für Gewehre, Kanonen, sowie Magazine mit Lebens Mitteln und Kleidung erbeutet. Gestern abend haben sich in Resna und Ochrida zwei Bataillone mit Offizieren ergeben. In Monastir sind gestern 160 Verwundete angekommen.
Die Kämpfe bei Ltutari.
Rieke, 29. Nov. Nach einer Pause von mehreren Tagen ist im Laufe der letzten Nacht ein heftiges Geschützfeuer gegen die Stellungen der türkischen Truppen auf dem Tarabosch unter die Vorwerke von Sku t a r i eröffnet loorden. Das Feuer wurde morgens ein gestellt. Es herrscht regnerisches Werter. Erbprinz D a nilo ist leicht erkrankt und hütet auf ärztlicheu Rat das Bett. '
Die Zahl der jetzt unter dem Kommando König Nikolaus stehenden Truppen vor Skutari beträgt 36 000 Mann.
Beschießung und Besctzuitg von Tnrazzo durch die Serben.
Rom, 29. Nov. „Giornale d'Italia" meldet aus SauGiovannidiModua : Di? Mannschaft des österreichischen Dampfers „Albanien", der heute aus Durazz o hier eingetroffen ist, bestätigt, daß die serbische Divi - sionPaunovitsch gestern wenige Kilometer von D u r a z z o angelangt ist und ein Bombardement auf die Stadt begonnen hat. Sobald jedoch die ab banesische Fahne auf der alten venezianischen Festung hoch ging, sandte, so wird erzählt, der Kommandant der serbischen Truppen Parlamentäre an die albanesi scheu Notabeln, um über die Besetzung der Stadl zu verhandeln. Die kleine türkische Garnison leistete keinen Widerstand, und eine Eskadron serbischer Kavallerie zog in Durazzo ein. Zahlreiche Albanesen haben die Stadt verlassen und sich mit einem Dampfer nach Triest begeben. Die Stadt ist augenblicklich ruhig. Die albanesischen Notabelu sandten an die Regierung in Belgrad und an die provisorische Regierung in Vallona Protestschreiben.
Der Präsident der provisorische» Regierung Albaniens IsmailKemalBcy, richtete a n tz e n i t a l i e n i s ch e n Minister des Aeußern, Marchese di San Giuliano, folgende Depesche tz e r N a t i o u a l v e^r s a m m- lung, die sich aus Delegierten aus allen Teilen Albaniens ohne Unterschied der Religion zusammensetzt:
Ick proklamierte heute in der Stadt Vallona die politische Unabhängigkeit Albaniens und setzte eine provisorische Regierung ein, die Existenzrechte des albanesischen Volles, welches durch die serbischen Armeen mit der A u s r o 11 u n g b e droht wird, verteidigen und den nationalen Boden, der von den verbündeten Armeen überschwemmt wird, befreien soll. Indem ick Vorstehendes zur Kenntnis Eurer Exzellenz bringe, bitte ick die Regierung Seiner Köniylicken Majestät diesen Wechsel im politischen Leben der albanesischen Natton gütigst anerkennen zu wollen. Tie Albanesen, die in die Familie der Völker Osteuropas eingetreten sind, in welcher sie sich schmeicheln, die Aeltesten zu sein, verfolgen nur das einzige Ziel, mit den alten Balkanstaaten in Frieden zu leben und ein Element des Gleichgewichts unter ihnen zu werden. Sie sind überzeugt, daß die Regierung Seiner Königlichen Majestät, sowie die ganze zivilisierte Welt ihnen einen wohlwollenden Empfang bereiten und sie gegen jede Antastung ihrer nationalen Existenz, und gegen jede Verstümmelung ihres Territoriums schützen wird.
Ismail Kemal Bey sandte an den (Grafen Berch- told eine gleichlautende Depesche wie an Marquis di San Guiliano. t
Aus Stadt und Land.
Gießen, 30. November 1912.
Advent.
Wenn man Paul Gerhardt, den Sänger der cüaii' gelischen Kirche, mit einem Dichter aus neuerer Zeit zu- sammenstellen will, so wird man immer an Eduard Mörike denken müssen. Beiden eignet das Zarte, Sinnige, Gemütvolle, beide sind abgesagte Gegner des Lauten, Vordring lichcn. Wie es sowohl der Dichter aus dem 17. wie der aus dem 19. Jahrhundert verstanden Hal, Morgen- und Abendstimmung in Worten wiederzugeben, die in der Seele des Empfänglichen weiterklingen, so sind beide überhaupt groß in der Stimmungslyrik. Bei keinem anderen Dichter geistlicher Lieder kommt die Stimmung, die das Christen Herz in der Adventszeit ergreift, zu so schönem Ausdruck als bei Paul Gerhardt. Frohe, sehnsüchtige Erwartung durchzieht seine Adventslieder. Noch ist es Nacht und Dunkel, noch ist Trübsal und Knechtschaft d?r Sünde da, aber der Heiland kommt, bald geht die Sonne auf. Schon röten sich die Bergesspitzcn, schon zerteilt sich der Nebel, und wenn der Tag da ist, so jubelt das Herz; frohlockend, in tiefer Seligkeit singt es von dem, der Trost, Kraft und neues Leben bringt.
Stimmungschristentum ist noch nicht das volle Christentum. In den Adventstagen redet die Christenheit von dem Kommen des Heilandes. Das erzeugt in dem Herzen eine festtägliche Stimmung, aber es birgt sich in dieser Rede auch ein tiefer Gedanke. Jesus kommt fort während in die Mcnschenherzen. Das kann man von keiner anderen Geistesmacht sagen. Seitdem das Christentum bestellt, hat eine Weltanschauung die andere abgelöst. Das ernennen wir, wenn wir unser Augenmerk nur auf die Neuzeit richten. Als man 1800 schrieb, herrschte in Deutschland der Rationalismus. Ein sonst so tüchtiger Mann wie der Kirchenrat Schlez zu Schlitz behandelte in seinen Predigten landwirtschaftliche Fragen; Warnung vor Gespensterfurcht schien ihm nötiger zu sein als die Predigt von dem Heil der Seele in Christus. Frömmigkeit wurde damals als Obskurantismus und Mystizismus gebrand markt. Um 1830 beherrschte Hegel das Geistesleben in Deutschland: Theologie und Geschichtswissenschaft standen ganz unter dem Banne seiner Formeln. Als man 1850 schrieb, setzte die Hochflut des Materialismus ein. Louis Büchner bewies der Welt, daß alles nur Kraft und Stofs sei, das Seelenleben eine Funktion des Körpers, der über- weltliche Gott eine Konstruktion des Mcnschengeistes. Ost genug in dieser Zeit war man der Ansicht, daß die Todesstunde des Christentums geschlagen habe.
Alle diese Gedankensysteme gehören heute der Ge schichte an, sie muten uns an wie die Dinge, die wir in den geschichtlichen Museen sehen. Jesus ist aber noch Leben und Wirklichkeit. Bor 20 Jahren fürchteten seine Anhänger, daß das Zeitalter der Maschine, die Auflösung der alten Lebensformen, das Anwachsen der Großstädte die Religion ertöten würden. Statt dessen haben wir
einen neuen Aufschwung des religiösen Lebens mit. angesehen, es gibt Großstädte, in denen Sonntags in )cn Kirchen kein Sitzplatz zu bekommen ist: denn ba^ Gemüt des Menschen läßt sich mit blutleeren Bcgrissen nicht absveisen. Sogar Louis Büchner ist bei ben Trauungsfeiern seiner Kruder nach der Aussage des trauen den Geistlichen immer tief ergriffen gewesen. Es steht fest, daß Jesu Macht immer noch im Wachsen ist. Darum hat die Christenheit ein Recht daraus, in der Adventszeit fröhlich zu sein und in schweren Zeitläuften, wie sie jetzt über um gekommen sind, sich Gerhardts Wort zuzurufen: 5eib unverzagt, ihr habet bic jöilfe vor der Tür; der eure Herzen tröstet und labet, steht allhier. H. B.
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* * Tageskalender Eladttheater. Sonntag naa> mittag 37, Uhr: „A n t o l i e b ch e n": abends 7*/, Uhr. »Ta- Prinz i v*.
K o n - e r t v e r e i n. Sonntag nachmittag 5‘ 4 Uhr in der neuen Aula: Zweiter Soli st e nabend.
R i n e m a t o a r a t» b: Täglich Vorstellung
B i o g r a v l»-Li ch t s p i e l e: Täglich Vor stellung.
B a k o f s K a in in e r - L i ch t f v i e l e: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
Museum des oberhes fischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntaa vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
GemälbeausftellungdcsKunstvereinsim Turm- Hans am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von camstaq» von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, außerdem Mittwoch nachinittag von 3—5 Unr.
Anlage in ufik findet am Sonntag vormittag 11 Uhr in der Süd-Anlage statt. Spielplan: 1. Große Fantasie au« bent Munkdrama .Die Walküre', von R. Wagner. 2. Intermezzo ander Opcr „Cavalleria rusticana“, von V- Mascagni. 3. Ouvertüre zur Operette „Die Frau Meisterin', von Fr. v. Supp6. 4. Armee- marsch Nr 170 b, von Graf v. Redern.
* * OrbenSangelegcnheit. Der Großherzog 6c! bem Professor an der Landesuniversität zu Gießen Dr. G i s e v i u ? die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen des ihm von der Großherzogin Marie Adelheid von Luxemburg vcrlieltencn Offizier, krcuzes beS Orbens der Eickenkrone erteilt.
* * Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde der vonbe Fürsten zu Pscnburg und Bübingen in Büdingen auf die Lehm- stelle an ber Gemeinbeschule zu Büches präsentterle Lehrer ’lBifo U h l zu Binbsachsen.
** Eisenbahn-Personalien Ernannt würbe Eisenbahngehilfe Lotz in Wetzlar zum Unteraffiftenten; die Prüfung bestand Lademeister Scheuermann in Friedberg zum Eisenbahnassistenten: gestorben sind Bahnhofsvorsteher L a n g h e i n z in Gießen und Bahnhofs- aufseher Becker mann in Saasen: versetzt imirbc Untcrajjiftcnt Greif in Gießen als Bahnhofsausseher nach Aßlar.
**" Ausberdeutschcn Turnerschaft Morgen Sonntag, nackMttltags 31/« Uhr, findet in ber Turnhalle des Turn Vereins von 1846 die 2. Bezirksfechtcrstunde des 3 $o zirks des Mittelrheinkreises unter Leitung des Bezicksfechuvin.' A. Noll-Gießen (T. B.i start. Ter Ucbungsstunbe liegen Schul Übungen mit anschließendem Kontrafcchten zugrunde. — In Wetzlar findet am Sonntag in ber Turnhalle des Turnvereins nackm'ittag's IV2 Uhr bie Bezirksvorturverstünde der 2. Bezirks statt.
Stadttheater. Es sei daraus hingewicfeu, daß die beiden morgigen Sonntags - Vorstellungen, nachmittags „Auioli ebchen^, abends ^Das Prinzip', bei Heinen Preisen stattfinden. — Zum Gastspiel Ernst v. PossartS am 9. Dezember werden die Abonnenten gegen VonveiS dck ersten Ermäßigungskupons Preisermäßigung erhalten.
** E in hessischer Künstler auswärts, lieber bei aus Lollar stammenden Pistonvirttwscn L. Kümmel in Darm stabt lesen wir in auswörrigen Blattern: München: Louis Kümmel steht ohne Zweifel an erster Stelle der gewiß fchr selten gehörten Bläsersolisten unb weiß edel in ber Toniutoini unb vornehm im Vortrag sein spröbeS Insttmnent zu meisten: So brachte ber Künstler auf bem Piswn Konzerte zum Vottw?. bie bem Wesen nack Grigcnkonzertc sind. Daß dies nicke störe« wirkte, beweist des Künstlers eminentes Können. Halle: 1902 ist der Künstler regelmäßig auf feiner Konzertreise, bie <1 während» ber Theaterferien unternimmt, als bebeutenber $irtel in den Konzerten gefeiert worden und immer »weder von neue entzückt er bie Hörer durch sein meisterhaftes Spiel. Wie grch bas Können bcs Künstlers ist, geht schon aus den Tatsachen berw baß er z. B. Veriotsckc Violinkonzerte mit all iIrren beweatM Stakkati, Passagen unb Trillenl auf seinem Jnsttument bläit Aber nickt nur rein technisch sinb die Leistungen .Q-irrnmeU hot zu 'bewerten, seine eigenen Kompositionen, unter denen sich aunn Virtuoscnstücken auch sehr schöne wirkungsvolle Lieder brmben. zeugen von bem tiefen musikalischen Empfinden des »oahren lers. Frankfurt a. b. Ober: Louis Kümmel vom Hoftheater in Darmstabt. rin Künstler von außerorbentlickvr Begabung |uiy hoch entwickelten Fähigkeiten! Der Adel in seiner Tmtgebun-i der sichere Ansatz, bie Empfindung bei aller Fülle bcs Tone-, brachten seine Vorträge .zur schönsten Geltung. Das dankbar' Publikum nötigte dem Künstler noch Zugaben ab.
"Das O chscnfleisch schlägt ab. Wie wirkt« fahren, hat die hiesige Fleischerinnung, und zwar ber Ausschuß zur Festsetzung beS Preises für Ochsenfleisch, beschloßen den Preis für Ochsenfleisch ab 1. Dezember um 5 Psenmc berabzusetzen. So meldete gestern abend ein Frankfurter Blatt. Wann tritt für Gießen der Tag ein, an bem bie Ochsen- unb RinbSmetzger einen ähnlichen Preisabschlag eintreten lassen? Zeit wäre eS.
** Ter Geflügel- unb Bogelzucht-Berein Gießen unb Umgegend beschloß in seiner letzten Dorstandss'nuni am 8. Dezember im „Einhorn" eine interessante Licktbilber Vorsührung mit einem Vortrag auS bem Gebiete der flk flügelzucht abzubalten Obgleich die Geflügelzucht in den Jahren einen erfreulichen Aufschwung bei uns genommen 6<it wirb ihr dock noch nicht bas Intereste cntgcgcngcbracbt. das fn eigentlich verdient. Dieses Interesse zu fördern, ist der M Vortrages. Es sollen Bilder von Gcflugelrassen unb von brr größten Zuchtanstalten bis zu bem kleinsten Gestugelboi de- Städters gezeigt werden. (S. Inserat in der heutigen Nummer
Landkreis Gießen.
— Watzenborn-Steinberg, 29. Nov. Donk des Entgegenkommens des Orts- und Schulvorstande:- konnte die Stcnographcngcsellschäft Gabels b e r g € r in Gießen in dem hiesigen Nathausc einen Unter richtskursus in Stenographie unter Leitung des Pro kuristen Klthl eröffnen. Es ist sehr zu begrüßen, da» H™ bei der ersten gestern abend abgehaltenen stunde 15 iungf Leute eingefunoen hatten. Da der Stenographieunterrickt viel zur allgemeinen Wissenschaft und sprachlichen Bildung beiträgt, wäre es sehr zu wünschen, wenn sich noch mehr junge Leute zur Teilnahme finben würden, benn nützliche! kann sich niemand die langen Wintcrabenbc ve^ürze» ok mit der Beschäftigung der Stetwgraphie.


