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Mcheml ti-llch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gletznier LamiNendlätter" werden dem Ägetfler' »iermal wöchentlich beigelegt, das *Irei,dlatt fir den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fraßen" erscheinen monatlich zweimal.
Drittes Blatt 162. Jahrgang
Lietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejsen
Dienstag, 24. Dezember 1912
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen UniversuälS * Blich» und Eiemdruckerei.
R. Lange, Dießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Exvedttion und Verlag: öl.
Redaktion: e-sK 112. Tel.-Adr.:Anze»gerD»eßen.
Auberordentliche Sitzung des Provinzialtagr.
L. Gießen, 21. Dezember.
3. Bericht über bene Stand der Elektrizitätsversorgung. Der Vorsitzende bemerkt zunächst, daß der Provinz oureb die Bevölkerung große Schwierigkeiten bei der Lurchiut/rung der Leitungen gemacht worden seien, so daß die ProvinziciWeNvältimg sich manchmal überlegt habe, ob es denn übfibnui’t des großen Mühe- und Arbeitsaufwands wert sei, der zum Teil renitenten Bevölkerung Elektrizität zu verschaffen. Im Zttsammcichapg mit den ost unüberwindlich scheinenden Schwierig feiten wolle er hier eines Mannes gedenken, der die Provinz bei ifaen Arbeiten im Kreis Büdingen in geradezu aufopfernder Weise i'nterftüyl hohe Es sei dies der kürzlich leider zu früh verstorbene Kreisamtmann Froelick>-Büdingen gewesen. Die Provienzialver- waltung bedauere aufrichtig, seine Unterstützung in der Folge entbehren zu müssen.
Hievaur berichtet Baurat Schöberl-Darmstadt eingehend f^er den gegenwärtigen Stand der Bauarbeiten an der elektrischen ue^rlandanlage Er schildert zunächst die Baugeschichte von dem an, an dem durch Beschluß der beiden Kammern die Er- de- Kraftwerks Wölfersheim feststand. Bereits im 5)erbste ' ging das Ausschreiben für die Ueberlandzcntrale in 3ud)- torm sämtlichen deutschen Elektrizitätssirmen von Ruf und Bc- o^'^ng zu /Die Angebote liefen Ende Dezember 1911 ein und wnrrx.i in de» Monaten Januar und Februar 1912 geprüft. Ende afWjat waren die ziemlich schwierigen Verhandlungen mit den t5leNrizl^tSfirmen soweit grdiehen, daß der ZusckKag erteilt wer den T^tnte, Es wurden dann im März und April die Baubureaus V^bjnzclnen elektrischen Firmen errichtet. Tie Allacmeinc ^osellschaft gründete eine Bauabteilung in Hungen err .*n ^°,T Fernleitungen und Transmol.'renstationen im vn> V**rof',b(*^r^ <'crncr errichteten die A.-E.-G. für M Exbaiutng der Ortsnetze Bureaus zu Laubach und Gießen, re 17710 Kiemen s-Sckuckert Werke solche zu Friedberg und Ober die Finna Pöge-Ehemnitz zu Nidda, die Bergmann ^Aijiläts-Unternehmungen zu Ortenberg, die Firma Stotz & fnrM'iTnm *11 ^bermörlen Mit dem 1. Llpril 1912 entstand onni ymiTntrcan der Provinz in Friedberg. Von diesem 3sJJL1 o n iß also die eigentliche Bauzeit zu rechnen. Es begannen die AI s'erkungsarbeiten an den Fernlinien, die Verhandlungen mit l <171 cinben rüber die Linienführung und über die Stand- brr 5 fort ibn en sowie die mit den Grundbesitzern wegen der \hmtfftUpg bpr Masten auf Privateigentum. Gleichzeitig wurde n'ttge^^i hifc irt fedem einzelnen Ort die Transmotorenstationen, da? SrtSmtz und die Straßenbeleuchtung auszuführen wären. }' ^audläne für die Stationsgebäude wurden von den Kreisbau- mtpeTtpren ru Flffedberg, Gießen, Schotten u. Büdingen bearbeitet: ’1C... bot die Bau arbeit en ausgeschrieben und üben nun die Bau- 2*wf)t au? Zuerst fand das Ausschreiben für etwa 30 Stationen ^rkedberg in mehreren Losen statt, die Submission mußff jedoch aufgehoben werden, weil die allzu hohen Preise nicht begaMt werden konnten. Es wurde dann mit einzelnen MUffgn und IIeineren Bauunternehmern und Maurermeistern — p'omöglim!Drtsansässigen — verhandelt und der Zuschlag zu ^nerni,rfVnnt Preisen erteilt. In gleicher Weise wurde nach diesen ®rf<T’inmgcn in den übrigen Mreifen vorgegangen.
Mit den Hochspannungsleitungen müssen an vielen Stellen dre »Telephon und Telegravhenleitungen gekreuzt werden. Es warMiißWs^ilb schriftliche und mündliche Verhandlungen mit der Cbeti-oftbirrftiOH Darmstadt und dem Reichspostamt in Berlin zu uibren heren Ergebnis war, daß die Kosten aller Schutzvorkeh- rung-,, drn nreuzungsstellen zu Lasten der Post gehen. Diese bktzE an die Provinz Obcrhessen eine Entschädigung von 600 Mk. '"r Kren^ungsstelle.
v* it den Hochspannungsleitungen müssen auch die Bahnkörper an üv-i ftt Punktest gekreuzt werden, lieber die notwendigen Schutz-
map na imien befiehl ein Einverständnis zwischen den Beteiligten, mit de'n die Provinz zufrieden sein kann.
Hnwernifh' in der Führung der Leitung durch die eim gclnrn OMmarfun^at entstehen würden, war vorauszusehen. Es >^ar al cr fFchf Bl, crwarf en, daß die Widerstände einen solchen itmfnna annrinnen würdnr. Er erkenne gerne an, daß viele Burgernifjstunb Gemeinderäte großes Entgegenkommen und Mrnänd,i;cicjt haben An anderen Stellen aber mußte die ~t,tl.(,itfülyntna drei und viermal neu abgesteckt werden, bevor mau mit beit Gemeinden und den Grundbesitzern einig werden fonnte f;n- snen Bezirken ist daher ganz unglaublich viel Zeit aufzi'weniKn gew»cn, bis die Leitungswege endgültig fcst- lagen. . Dort lief '(Cribefcjrjeher Mast feine Geschichte. Man kann lagen, dar, .neß>' Estei gK notwendig nxrr, um diese Hindernisse zu beseitigen, ar?, iKckU>itts u schreiten.
Außerorc ^un < hriifmcni? ivirftc auch das schlechte Wetter biete-? Somme, im Späffornmer waren die Wiesentäler
des Bogel sbera^ uversch^ekum
Einem rnfe^p Fmnsmrilt der Arbeiten stand auch die Hoch- Toniunftur in EleÜrmeä-ik hindernd im Wege. Tie eleftro^ technischen Firme«. iuitd^urzeil über alles Maß beschäftigt und liefern Pläne und Fabrikat'onsgegenstände mir mit großen Verzögerungen. Auch f]jr bie übrigen Bauteile sind heute sehr lange Lieferzeiten crforberl:# ^ügrÄttncn Eisenmasten günstigstenfalls 10 Wochen, meist <lbe--/NtS4 Wochen nach der Bestellung erhalten werden. Uivrwanel »uG eine größere Elektrizitätsfirma einen Teil der überironnnenen Aufträge, nämlich etwa 25 Ortsnetze, trotz wiederknltt>ii LÄÄbnenS nicht in Angriff genommen, so daß ihr schließlich bpj Aufttag auf die Ortsnetze entzogen werden mußte.
Trotz dieser jb iriSevfii fjtirÄfcelin der verhältnismäßig kurzen Bauzeit von ^ah^^M^^Mtedigendes geleistet. Im Vergleichs zu der Bauzeit, die Ueberlandanlagen erforderten,
kann sogar von einem gesprock)en werden. Heber
den Stand der Arbeiten jnf fiuzelnen ist folgendes zu sagen:
Zurzeit sind die Arbck5e-Elb'*S. 5 Ortsnetzen in Angriff genommen, in denen rund ZND00 Lampen und rund 1000 PS. an Motoren fest flngemelBrkxkttt). In diesen Ziffern ist der An- schlutzwert der Stadt und hetz Baüahois Friedberg sowie des Eisenwerkes Hirzenhain nicht ««th.^ten. 37 Ortsnetze sind bis auf Einzelheiten heute fcrtiggciR^t; ziemlich weit vorgeschritten sind die Arbeiten an den CiU'ju" ?,, nt 21 Gemeinden. Die Transmotorenstationen sind fertiggestMlz nt 13 Gemeinden. In den übrigen Gemeinden sind die Statte im Dau.
Der heutige Bauzustand ber J^eaiifeitungcn ist: Die Linie .Kraftwerk über Inheiden, Hungensch Grünberg ist bis Rupperts- vurg im wesentlichen fertiggestellt.Ms her Teilstrecke Ruppcrts- vnrg--Laubach—Grünmgen siciim-hi.. Masten. Die Fernleitung ^^nersheim bis Bad-Nau beim nt Auf der Verlängerung vieler Sttecke von BadNaubenn übcr Juebbcrg bis Ockstadt . Masten. Das ErdkabK vvm Mraffwerk bis zum Bahn- yot Fnedberg ist betriebsfertig verleg!. Für die Fern- witungen vom Kraftwerk über Detteuhk^sen nach Lich und vvm Mtaftmert über Steinfurth, Rockenberg, > Gambacki nach Großen- ^ie ^Rasten angefachr.ni un > vum Teil bereits auf- gettellt. xvm Südwesthezirk (westlich derE. stnibahnlinie Friedberg— S^crv11?^ .stehen von Ockstadt über und Ober^Eschc-ach
m_ Nieder-Erlenbach die Masten. Im Svbb^irk (östlich der Eisen Friedberg—Frankfurt^ Wen* die Masten von Nieder Florstadt bis Niadcr-Wöllstadt. Ferner ffchat bie Leitungslräger
am der Verbindungsstrecke Inheiden—Nidda und von dort im Niddatal bis Schotten. Von Nrdda aus stehen im Leitungszug Sckwickartshauskm—Lißberg bis Hir-enhain sämtliche Holz- und E.senmasten. Die 5tupferleitungen werden von dem Mrailwerk aus bis Inheiden, von dort bis Nidda und von da über Liß erg nach Hirzenhain in den nächsten Wock>en gezogen, so daß hierin t die wesentliche Vorbedingung für die Stromlieferung an die Eisenwerke Hirzenhain erfüllt ist.
Das bei der Vergebung eingeschlagene Verfahren — die Ar- beiten an eine große Zahl von Firmen zu vergeben — hat sich unter den heutigen Verhältnissen gut bewährt. Das ganze Gebiet wurde h erdurch nahezu gleichzeittg in Angriff genommen. Wenn auch das Arbeiten mit einer großen Zahl von Firmen eine er bebtid'e Anstrengung für die Bauleitung bedeutet, fo wurde damit doch der entartete Erfolg erzielt. Mit einer einzelnen Elektrizitäts- firma, selbst einer großen, wäre wohl innerhalb der kurzen Bauzeit nicht die Hälfte des Erreichten zustande gebrackst worden. Die Hoffnung, den vom fttaftroerf nicht allzuweit gelegenen Land städtchen, wie Nidda^Hungen, Laubach, Lich üstv., nodi vor Weihnachten elektrischen Strom zu liefern, wurde allerdings durch die geschilderten Hrndeniisse unmöglich gemacht. Hätte man noch rascher bauen wollen, so wäre dies auf Kosten der Güte und Vollkomme-heit der Anlage gegangen. Ter Bau würde mit aller Energie betrieben und die finanziellen Jnteres'en der Provinz in jeder Hinsicht gewahrt. Keine Mark wurde zuviel oder unnötig ausgegeben.
Die Stromlieferung an den Bahnhof Friedberg wird Anfangs Januar mifaenommen werden. Kurze Zeit werden d e an der Kabelstrecke Wößersheim—Friedberg ange- schlossenen Gemeinden und zwar Wölfersheim, Söde» ujj Dorheim mit Elektrizität versorgt werden können.
Der weitere Fortgang der Arbeiten ist so gebadtf, daß hierauf zunächst die 5000 Volt-Strecke vom Kraftwerk nach Steinfurth- Oppershofen—Rockenberg—Griedel und Gambach in Betrieb gesetzt wird. Hieran soll sich die Fernle tungssttecke Wölfersh''in Wohnbach—Obbornhofen—Bellersheim—Bettenhausen — Birklar —Lich anschließen. Fast gleichzeitig mit letzterer Strecke wird auch die Fernleitung vom Kraftwerk über Berstadt—Utphe—Trais- Horlo s -Jnhe den—Hungen—Viffingen—Ruppertsburg und Lembach unter Strom gesetzt werden können. Bon Inlieiden aus findet dann der Anschluß der Linie nach Nidda—Lißberg—Hirzenlstiin statt. Im Frühjahr 1913 wird auch die Fernleitting Bad-Nauheim —Friedberg—Ockstadt und von dort über Ober- und Nieder Nosbach bis Nieder-Erlenbäch in Betrieb genommen werden können. An dieses Gerüst des Fernleitungsbaues schließen sich dann im weiteren Verlauf des Frühjahrs und Sommers die einzelnen, hier nicht besonders erwähnten Abzweigungen an.
Die Arbeiten im Kraftwerk zu Wölfersheim schreiten rüstig vorwärts. Die Turbine I ist bereits fertig montiert und Turbine II ist angeliefert. Die Rohrleitungen sind im wesentlichen fertiggestellt. Aus der vorhandenen Meffclantage wird innerhalb 4 Wochen die Dampfturbine I gesveist werden. Bis dorthin wird mit der vorhandenen Dampfmaschinenanlage von zusammen etwa 300 PS. ein Provisorium geführt.
Ist das heutige Sau Programm erfüllt, so ist zunächst der innere Ausbau innerhalb der Gränzen des Versorgungsgebietes durchzuführen und abzuschließen. Diese Ausgabe wird in der zweiten Hälffe des Jahres 1913 in Angriff zu nehmen sein. Daneben wird der föebante, die Kreise Alsfeld und Lauterbach mit Elektrizität zu versorgen, in die Tat umgesetzt werden müssen. Der Herr Provinzialderiktor hat Sie beretts davon unterrichtet, daß dieser Plan durchaus nickst aus dem Auge verloren, sondern ständig verfolgt wurde, daß sich jedoch eine so verantwortungsvolle Frage nicht von heute auf morgen zufriedenstellend regeln lasse. Die Kreise Alsfeld und Lauterbach können mit der Tatsache rechnen, daß sie in verhältnismäßig kurzer Zeit mit elektrischer Energie versorgt werden. Es l-andelt sich im wesentlichen nur darum, die zweckmäßigste Form hierfür zu finden, d. h. womöglich die Einheitlickstett in der Elektrizitätsversorgung der Provinz, ab- gßse.hen von dem Gebiet, das an die Stadt Gießen angeschloffen wird, durchzuführen. (Beifall.)
Nachdem der Vorsitzende dem Vortragenden für seine Ausführungen gedankt hatte, bemerkt
Oberbürgermeister Mecum, es sei bekannt, daß die Stadt Gießen den nördlichen Teil des Kreises Gießen zur Versorgung mit Elektrizität übernommen habe. Er könne aus Erfahrung die Schwierigkeiten bestätigen, die bei Aufstellung der Masten sich ergäben. Sei es doch sogar vorgekommen, daß ein Bürgermeister sich geweigert habe, einen Dachständer auf se'n Haus zu nehmen. Infolgedessen liege die Strecke da. Tie Stadt habe jetzt in ihrem Werk 2100 PS stehen. Die Gemeinden Klein- Linden, Allendorf und Henchefheim hätten Licht, ')Pten-Bufeck und Wieseck würden voraus'ichtlich heute abend angeschl"ssen und in den nächsten Tagen Rödgen, Großen-Buseck und Trohe. Nun komme aber die Schwierigkeit wegen der Haus'nstallationen. Er mochte die Bitte aussnrechen, daß die, die im Augenblick noch nickst angeschlosfen feien, sich noch geduldeten. Als Kuriosum wolle er zum Schluffe noch erwähnen, daß er einen eingeschriebenen Brief bekomm en habe, worin jemand mitgeteilt habe, vorgestern fei fehle Petroleumlampe entzwei gegangen und er würde die Stadt verklagen, wenn er bis zum nächsten Tage fein elektrisches Lickst habe. (Heiterkeit.) Bei Uebcrroinbung der Schwierigkeiten wegen Aufstellen der Masten hätten die Beamten der Provinzial- direttion und der Kreisverwaltung außerordentlich wertvolle Hilfe geleistet und er möchte nicht verfehlen, hierfür Dank abzustatten.
Nachdem der Vorsitzende hierauf dankend erklärt hatte, daß die Beamten der Provinz nur ihre Pflicht getan hätten, spricht Abg. H o fm a n n - Hofgüll die Bitte aus, daß die Bau- l'Ntung den einzeln gelegenen Gütern etwas wohlwollender wie seither entgegenkommen möge.
Ter Vorsitzende erwidert, daß die Provinz bestrebt sei, die einzelnen Güter so wohlwollend wie möglich zu behandeln, allerdings innerhalb des Rahmens der zur Verfügung stehenden Mittel.
'Baurat Schöberl führt aus, daß die Provistz natürlich durchaus bestrebt sei, Vie Elekttilzitätsabgabe auf möglichst breite Grundlage zu stellen. Wenn für den Anschluß einzelner Höfe gewisse Forderungen von der Bauleitung gestellt würden, so Kiege das daran, daß mit bett Mitteln zurückgehalten werden müsse. Man werde jedenfalls alles tun, um die Hofbesitzer möglichst zufrieden zu stellen.
Oberingenieur v. S t a d tle r - Fried nicht behaupten könne, die Bauleitung sei sorgung der Höfe unkoulant verfahren.
Forstmeister Dr. Weber-Konre: zu fern, daß 1. die elektrischen Moto leitungen angeschlosfen werden: 2. d werde, daß dieser Pumvenbettieb auf wo die Elektrizität der Provinz sonst 3. ein Betrag abgefordert werde, der liche, die Elektrizttät zu verwenden.
Ter Vorsitzende bemerkt, daß schon Rechnung getragen worden sei. Zukunft schon in ihrem eigenen Int kommen zeigen.
Auf Befragen wünscht niemand
oer Vorsitzende den Erschienenen dantt und den Prvvinziallag schließt.
*
In dem gestrigen Bericht ist auS Versehen eine Zeile nickt mit abgedruckl worden, die den Zusammenhang zwischen unseren zur Vorlage über das Kleinpflaster gemachten allgemeinen Aus- fühningen und dem Gang der öffentlichen Verhandlung im Provinzialtag selbst vermitteln sollte. Die betreffende Zelle lautet: „Tie Verhandlungen verliefen im einzelnen wie folgt": und ist auf Seite 1 unseres gestrigen dritten Blattes in der dritten Spalte vor der sechsten Zeile von unten einzuschieben.
Au» Stadt ttnö Land.
G jenen, 24. Dezember 1912.
Die Kinderklinik in Gießen.
Die von dem Patronat der Zentrale für M. u. S. er« richtete Kinderklinik in Gießen ist nunmehr im Anschluß an die übrigen in Betracht kommenden klinischen Anstalten der Universität in Betrieb genommen worden. Damit ist eine wichttge Lücke in dem Unterrichtsb.trieb der medizinischen Fakultät unserer Landesuniverjität au8- gefüllt.
Die Baukosten betrugen etwa 89QOO Mk und die Kosten der Einrichtung 30 00) Mk. Bau und Einrichtung sind mustergültig. Ties ist von den Vertretern der in Betracht kommenden Ministerin, denen auch die Pläne vorgelegen haben, bestätigt worden. Die Bauausführung lag in den Händen des Architekten Meyer in Gießen Die gesamte Einrichtung wurde in Gießen beschafft, um den berechtigten Interessen der Gießener Geschäfte zu dienen. Die für die Klinic' verwandten Stiftuug.n stammen nicht aus Gießen. Gelder des Blumentag.' und der Postkartenwvche oder Mitg iederb.i.räge der Zentrale oder des Patronats find dazu nicht verwandt worden. Ta gerade in ärztlichen Kreisen die Errichtung einer Kinderklini. als eine dringende Aufgabe des Staates b.z Llgiet wird, der dafür die 'Kosten selbst zu tragen habe, tonnten nur Stiftungen in Betracht kommen, die ausdrücklich für die Kinderklinik bestimmt waren.
Für die Zentrale für M. und S. in Hessen bedeutet die Errichtung einer Kinderklinik einen entschiedenen Fortschritt. Sie bedarf dieser Anstalt besonders zur Ausbildung der in ihren Änrichtungen der offenen und geschlossenen Fürsorge tätigen Schwestern, deren Zahl bereits jetzt auf 25 angeumchsen ist. Bei dieser Gelegenheit darf wiederholt darauf hingewiesen werden, daß schwächliche, kranke oder lebensunfähige Säuglinge für das Wirken der Zentrale nicht in erster Linie in Betracht kommen. Sie will hauptsächlich gesund geborene Kinder durch Aufklärung der Eltern über einige lapidaren Grundsätze der Hygiene, vor den so häufigen Ernährungsstörungen schützen. Die Tätigkeit der Zentrale ist somit vorbeugend. Daß trotzdem bte Schwestern auch über die Krankheiten der Kinder orientiert fein müssen, ist selbstverständlich. Ties ist schon deshalb nötig, damit die Schwestern erkennen können, welche Kinder als kranke Kinder nicht in die Beratungsstellen der Großh. Zentrale und nicht vor die dort amtierenden AerAte (jetzt etwa 45) sondern in die Sprechstunde eines anderen Arztes gehören.
Im Hinblick auf die Errichtung einer Kinderklinik war dies zu betonen, damit die früher im Publikum verbreitete Ansicht, daß die Zentrale hauptsächlich für kranke Kinder sorge, nicht wieder Boden gewinnt.
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** Kunstv erein. Die gegenwärtige Ausstellung ist nur noch am 2. Weihnachtsfeiertag und am Freibag zu sehen: von Samstag ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschlossen.
**DieWorpsweder Kunstausstellung in der alten Klinik bleibt am 1. Feiert ag geschlossen. N>m 2. Feiertag an ist sie wieder täglich von 10 bis abends 7 Uhr bis Sonntag geöffnet Für die Kunstfreunde, die die reichhaltige und interessante Ausstellung noch nicht besichtigt haben, sei ihr Besuch bestens empfohlen.
" Die Bürgergesellschaft hielt am SamStag im Hotel Einhorn ihre Weihnachtsfeier ab. DaS dazu ausgestellte reichhaltige Programm wickelte sich gut ab und die einzelnen Darbietungen wurden von den Anwesenden mit vielem Beifall ausgenommen. Ein flotter Tanz beschloß die schöne Feier. Ein AuSflug findet am 2. Feiertage nach Textors Terrasse statt.
** Die Fortsetzung des Tunnels unter dem Bahnkörper des Main-Weser-Bahnhofs zu dem Zwecke, einen weiteren Bahnsteig anzulegen, ist seither, trotz der Schwierigkeiten, die sich bei dem über die Baustelle hinrollenden starken Eisenbahnverkehr ergeben, von der Hoch- und Tie-fbaugesellschaft Winn & Co sehr schnell gefördert worcken. Die Verlängerung der Unterführung beträgt, soweit sie dem Reiseverkehr dienen soll, 14 Meter. Der Gang erhält nur einen Treppenaufgang zum Bahnsteig 3. Im stumpfen Winkel schließt sich hieran der 30 bis 35 Meter lange Tunnel, der nur für den Verkehr des Eisenbahnpersonals dient. Man hat, um durch den felsigen Boden durchzukommen, Sprengungen vornehmen müssen und ist jetzt dabei, die Seiten des Tunnels in Betonmauern herzustellen. Da die Arbeiten ungestört ihren Fortgang nehmen können, hofft man, daß spätestens zwischen Ostern und Pfingsten der neue Bahnsteig fertig sein wird.
** Von d er Klärbeckenanlage. Durch das häufige Hochwasser der Lahn stellt sich der Betrieb unserer Klärbeckenanlage in diesem Betriebsjahr teurer als in den Vorjahren, weil das Ueberpumpen des Wassers Kohlen erfordert, die bei normalem Wasserstand gespart werden. Ter Vorrat an Klärbeckenschlamm hat sich wieder so gehäuft/ ^aß das weittvolle Düngemittel kostenlos abgegeben wird, -sonders empfehlenswert ist es, den Schlamm bei Frostetter abzuholen, weil der gefrorene Schlamm sich besser -fladen und fortschaffen läßt.
** Die Hochbauten in unserer Stadt ruhen, oeit es sich um städtische Ünd private Bauten Hand"' t vollständig, nicht etwa wegen der nahen Festto j>ern wegen der Witterung. Es ist zu befürchten, d
Frost das Abbinden des Mörtels verhindert. Nur
daß man der Ver-
'pforgt
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