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30.4.1912 Erstes Blatt
 
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Der Untergang der T tanic.

Tie Ankunft der Mannf ast in «England.

London, 29. 2lpril Die überlebende Mannschaft derTi­tanic" wurde gestern nach ihrer Ankunft in Plymouth von Be­amten der Whit-Star-Linc und des Handelsamtes in Empfang genommen. Jeder Verkehr mit dem Publikunrwar ab - gesperrt. Es waren Anstalten getroffen, die Leute in den Docks un crzubringen, wo die Wartesäle zu Speise- und Schlafräumen iür sie hergerichtet worden waren. Tie Beamten der Gewerkschaft her Seeleute protestierten telegraphisch beim Handclsamt gegen die zwangsweise Zurückhaltung der Leute. Ter j rtreler des Handelsamts erklärte, daß die Leute nur solange zu-

Aum waschen von bunten und weihen Stoffen. Rur

rückbleiben müßten, bis ihre Vernehmung über Den Untergang der Titanic" beendet sei. Tas Verhör würde nach Möglichkeit be­schleunigt und der größte Teil der Leute am Abend mit Sonderzug nach ihrer Heimat Southampton befördert werden. Bei der Abfahrt wurde die Summe von 300 Pfund Sterling, die von Amerika telegraphisch angewiesen war, unter die Mannschaft verteilt Einer der Leute sagte aus, daß der Direktor der White-Star-Line, Bruce Isman, tatsächlich mitgeholfen habe, grauen in die Boote zu bringen und daß er erst im letzten Augenblick in ein Boot go- gestiegen sei, in dem sich fast nur Frauen befanden, um beim Rudern zu helfen.

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In den von mir feit längeren Jahren einge-

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Ter wegen Mordes an seiner Braut in Eilenriede bei .Hannover verhaftete Hüfsgerichtsdiener Schwankt ist nach Ä$ein Verhör vom Unters uchungsrichter wieder freigelassen worden.

Eine In nsbrucker DandergeseNschaft von sieben Per­sonen, darunter zwei Tarnen, stürzte gestern von der Mandl­spitze ab und wurden schwer verletzt. Ein Herr ist be­reits verstorben.

Ter große Brand im BasarviertÄ in Damaskus ist ge­löscht worden Ter interessanteste Teil der Stadt ist durch den Brand v ernichtet. Tie große Moschee und die Banken find gerettet

Landwirtschaft.

Ridda, 27. April. Tie vor 4 Wochen gehegten Hoffnungen her Landwirte auf baldiges Grünfutter sind in den letzten tagen bedeutend gesunken. Ter Graswuchs stand seit 10 Tagen eil ganz still; denn die starken Ostwinde brachten trockene und *i Me' Witterung. Rur selten sieht man Landwirte in den Gras- ;tcjt schon Gras mähen. Tas Heu ist nidflv wie vermutet turDc, im Preise weiter gesunken. Heute wurde gutes Heu t i hiesigen Bahnhof für 3,90 Mk. der Zentner angefahren.

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Die pariser Auiomobilbanv ien.

Paris, 28 April. Ueber die Belagerung der Automobil­banditen in Choist^le Roi wird folgende, zumeist auf polizei­lichen Informationen gegebene Tarstellung gegeben: Sicherheits- direklor Guichard erhielt gestern abend verschiedene Rachrichten, welche vermuten ließen, daß ein in einen Automobilsckuppen um­gewandeltes Häuschen des Anarchisten Tubois in Cbosy-le-Roi den Automobilbanditen als Schlupfwinkel diente. Heute morgen lies; er das Häuschen mit zahlreichen Polizisten umstellen uffd öffnete das Tor des Automobilschuppens. Dubois war gerade im Begriffe, ein Motorfahrrad zu besteigen. Ein Polizist feuerte seinen Revolver gegen den Anarchiuen ab, der mit mehreren Schüssen erwiderte und den Polizeiinspektor Arlon am Arm leicht verwundete, jedoch selbst unverletzt blieb Dubois hielt seinen Revolver vor und zog sich in den Hintergrund des Schuppens zurück, worauf die Polizisten den Schuppen verließen In demselben Augenblick fielen von dem Balkon des ersten Stockes mehrere Revolverschüsse und zwei Po 1 iz ist e n stürzten schwer verwundet zu Boden. Sofort verbreitete sich das Gerücht, daß der Schütze Bonnot sei.

ES entwickelte sich nun ein regelrechter Straßenkampf.

Guichard ließ um Verstärkung nach Paris telephonieren. Bevor diese eintrafen, eilte eine Anzahl Ortsbewohner mit Gewehren herbei und richtete gleichzeitig mit den Polizisten, indem sie gleich diesen hinter den Bäumen und Straßenböschungen Deckung suchten, ein unaufhörliches Feuer gegen das Haus. Aber auch die Banditen schossen unausgesetzt Revolver ab. Man ließ nun das Haus von Polizisten und Soldaten der republikanischen Garde um­zingeln und

Gewehrsalven abgeben, welche sämtliche Fensterscheiben zertrümmerten, aber die beiden belagerten Banditen nicht hinderte, ihr Feuer fortzusetzen. Tie Polizeibeamten beschlossen nunmehr, das Haus in die Luft z u sprengen. Ein Leutnant der republikanischen Garde näherte sich durch einen mit Matratzen beladenen Wagen dem Automobil- schuppen, legte eine Tvnainitpatrone nieder und zog sich in der selben Weife gedeckt zurück. Tie Lunte wurde entzündet, aber die Tynamitpatrone explodierte nicht. Erst die dritte Patrone explodierte und ein Teil des H aus es stürzte zu­sammen. Bald schlugen auch die Flammen empor. Durch den Wagen gedeckt, rückte ein Tutzend Polizisten vor und drang in das Haus ein. In dem Schuppen stießen sie auf die bereits er­kaltete Leiche Dubois, die keinerlei Verwundung aufwies. Man nimmt an, daß er sich vergiftet hat. Im ersten Stockwerk fanden die Polizisten Bonnot mit verwundetem Arm auf dem Boden liegend. Sie feuerten eine Salve aut ihn ab. Bonnot

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stieß einen Fluch aus. Er wurde an den Beinen und Armen von den Polizisten erfaßt und über die Treppe geschleppt. Er atmete zwar noch, aber er lag sichtlich in den^letzten Fügen, Sein Aörper trug zwölf Schußwunden Die um das Haus an- gesammelte vieltausendköpfige Menge stürzte vor, um Bonnot zu lynchen Aber es gelang den Polizisten, den Banditten imjrluto mobil nach dem Spital zu schaffen, wo er eine falbe stunde später starb Ten Belagerungsizencn batten zahlreiche Pboto- aravben bei gewohnt, darunter mehrere mit kinematograpbt scheu Apparaten Ter Etaentümcr des Häuschen ist ein als Katheder- anarchist bekannter Millionär namcnS Fromenttn, der in Choifv le-Roi eine ganze Anarchistenniederlassung gegründet hatte Ge genwartig hält sich Fromentin in Marokko auf. Tie Nachricht von dem Ende Donnots wurd.' von der Bevölkerung mit lebhaft er Genugtuung und dem Gei st bl der Erleichterung ausgenommen Nunmehr ist bis auf Garnier und Vallrt die ganze Verbrecher bande unschädlich gemacht. ,

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iL Am Sonntag find die urtsch. Lonfumver. hiesigen Konsumvereins sausen, Lber. und Unter- iches. Fast aLe MÜgiieder ersammelt. Ter Direktor ne Vereinsjahr. Dann las 1911 vor. Hiernach hatte i verzeichnen, so daß den 10 Proz. bewilligt wurde, tten.

iL Heute fand hier die > unterzogen sich der Pru- in Buchbinder, ein Schuster eben hier durch die Felder nger Hasen, die schon Der erste Satz scheint sehr

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# Gießen, 29. Avril. Tie Gewerkschaft Diebener Braunstetnbergwerke, v o r in Fern ie, Gießen, er zielte nn 1. Quartal 1912 einen Bruttouberfchuß von Mk. 164o45,ki (140200,08 tu 1911), von denen Mk. 72 948,75 (70 116,88 in 1911) für Zinsen und Tilgung d.-r Anleihen I und n zurnckgeliellt find, so bau netto Alk. Mlu97O6 (gegen 70 133,20 in 1911) verbleiben. Ter Grubenvorstand beschloß eine Ausbeute von Mk. 50, pro Stu5, wie in den Borjalnen, auSzufchütten.

Märkte.

(öleften, 30. Avril. Marktbericht. ?lnk heutigem Wochen- markte kostete. 9ntter daS Plttnd 1,301.351'1 k^ Hsthiiereier 1 Stuck 70 i-ta* 2 Stück Pkg., Enteneier 1 Stück 100 Pfg., Gauseeier 1 St. 20 Pf., !tgfe da« Stück 63 ifg., Käfematte 2 Stück 56 pfg., Tanbeu pr 1r. 0,801,00 Hühner pr. St. 1,001,60 Alt., vahueit vr. Stück 0,801,80 Enten pr. St. 1,80-2,20 Alk., Gänse das Pfd 7580 Pfa^ Ochfenfleisch pr. Pfd. 9098 Pfg^ yiiubfleifcl) pr. Pftutd 9094 Pfg., ttuhsleisch 80 Pfg^ Schweine- fleifcb vr. Pfund 7090 Pfg^ rialbsleisch pr. Pfd. 9296 Pfg. Hammelfleisch pr. Pfd 7090 Pfg., Kartoffeln pr. loO Kg. 9.50 bi6 10,00 Mk., Weißkraut das Stück 15 bis 30 Psg^ Ztviebelu per 3lr. 12,0015,00 'Ulf* »Milch da« l'iler 22 Pfg., Aepfel per 3!r. 15 bis 20 'j)lfw Slüffe 100 Stuck 5000 Pfg^ per Ztr. 000 Mk, Btruen das Pfund 2025 Pfg. Atarktzeit von 71 Uhr.

etteranssichten in Hesien für Mittwoch, den 1. Mai 1912 - Meist heiter und trocken, wärmer.

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M. Während der nun- | enheitderLaiferir mhiingssonntag den |tarr* . zuweisen, der eint hohe in der Hochsaison gewohm waren in der Hoffnung sehen, deren Anwesenheit auswärtige Besucher aus' .je fast durchweg aus ye derem Mhe geschah d'ck n anwesend war, der Me z das Zeppelin-Luft' u chn das gestern vo> t be uchte- Das erstemal , mancher SonntagssWer totrenben »«»

. 'Nachdem es nach 3ran> ll- JV~T, nhr schon wieder

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ft. Unterliederbach, 29. April. Der Frosch im Briefkasten. Der 25jährige Arbeiter Franz Müller aus Horn- bürg a. b. H. warf in der Neujahrsnacht in Unlerlieberbach einen [srosck, Fruerwcrkskörper) in einen Poslbriefkasten. Der Frosch ssplodiertc in dem Kasten und sengte etwa 30 Briese und Karten or Wegen Sackcheschädigung an einem Gegenstände, welcher zur amtlichen Aufbewahrung an einem dazu bestimmten Orte -sich btfmbet (H 133 St.-G.-B ) erhielt Müller heute von der Straf- Minmer einen Tag Gefängnis.

Paris, 29. April. Der Flieger Bedrin eS, der heute früh um 5 Uhr in Donar auf stieg, ist bei Epinay- sur-Seine abgestürzt Er wurde ins Hospital zu Lariboisie gkbracht. Er erlitt einen Schädelbruch

(Ein ausgebliebener Expreßzug.

München, 29. April. Der von der Riviera nach Berlin bnfebrenix? Süd-Nordexpreßzug, der abends 10 U^r in München tnlrcffcn sollte, ist ausgeblieben. An seiner Stelle traf ein ifcial^ufl ein, der von Meran und Bozen abgegangen ist. Einzel- dtiicn über das Hindernis, das den Zug in einem Tunnel bei lsse n u a aufgehalten haben soll, liegen nicht vor. '