Ausgabe 
31.1.1912 Erstes Blatt
 
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tnis zugefallen, dessen Zim'a

Ent«

mässe wird immerhin die Höhe von 100000 Mk. erreichen.

Deutsche Kolonien.

Gouverneurwechsel in Kamerun.

Berlin, 30. Jan. Der Gouverneur von Kamerun, Dr: Gleim, sah sich, wie wir erfahren, aus Gesundheitsrücksichten gezwungen, seinen Abschied zu nehmen. An seiner Stelle wurde der Geheime Obcrregierungsrat und Vortragende Rat im Reichskolonialamt, Karl Ebermai er, zum Gouverneur von Kamerun ernannt.

Landkreis Gießen.

----Lollar, 31. Jan, Irrung, 2. Februar, abends 8 Uhr, findet eine öffentliche GemeindecatS fitzun g mH folgender Tagesordnung statt: 1. Kanalisierung der Lumda- 'trage. 2. Abänderung dec Baufluchtlinie in der Lumdastrabe. 3. Beratung über den Vertrag, betr. Ausbeutung von CuarsU.

Aus Stadt un- Land.

Gienen, 31. Januar 1912.

* * Tageskalender für Mittwoch, 81. Jan. Stadt­theater: .Hans SonnenstößerS Höllenfahrt". An­fang 7 Uhr.

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- Erledigte Lehrerstellen. Zwei Schulstellen an der Gemeindeschule zu Eberstadt (Kreis Darmstadt), von denen die eine mit einer evang. Lehrerin, die andere mit einem evang. Lehrer zu besetzen ist. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehreruelle an der Geineindeschule zu Viernheim. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstclle an der Geineindeschule zu Gundernhausen -(Kr. Dieburg) Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Mustcrschule zu Friedberg.

Ernannt wurde der Oberausseher an der Zellen­strafanstalt Butzbach, Gustav Graulich, zum Oberauiseher am Haftlokal in Offenbach.

Aerztekonferenz. Im Monat Februar finden Besprechungen der leitenden Aerzte an den Be­ratungsstellen der Zentrale für Mutter« und Säuglings- fürsorge in den drei Provinzen statt. Tie ärztlichen Kreis- vereine sind gebeten worden, dazu auch ihre Mitglieder ein­zuladen, wobei in erster Linie an die Aerzte gedacht wurde, die später als leitende Aerzte dec Beratungsstellen tätig fein werden. Die Tagesordnung der Besprechung für Obechessen, die am Samötag, 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, in Gießen im Auditorium der Ninderpoliklmik, Frankfurter Straße 10, stattfindet, ist: 1. Professor Dr. Walther, Gießen: Die Ausbildung der Hebammenschülerinncn in der Mutter- und SäuglingSfürforge und ihr Erfolg. 2. Tr. Weber, Alsfeld: Alilchverforgung auf den, Lande. 3. Tr. Otto Brettel, Büdingen: Einige Bcmerlungcn über die Mutter- und SäuglingSfürforge in ländlichen Bezirken.

Ein neuer Eilzug KasselBerlin. Für den Sommerfahrplan ist ein neuer Eilzug von Kassel nach Berlin in Aussicht genommen, der seinen Weg über Halle nehmen wird.

♦♦ Jubiläums-Gauturnfest 1912. Am Sonn­tag, den 28. hs., mittags, kamen zum zweiten Male die geübteren Turner des Gaues zusammen und zwar in der Turnhalle des Turnvereins Wetzlar. Vertreten waren Butzbach, Nauheim, Gießen T. V., Gießen M. T. V., Mar­burg T.B., Marburg A.T. V. und Marburg T. G., zu­sammen Turner, die unter Leitung des Gauturn- warts Will in zwei Riegen am Reck und Pferd an­traten. Vorturner am Reck war Bender-Wetzlar, am Pferd Bepler-Gießen T. L. Es wurden durchgängig gute Lei­stungen in schwierigen Hebungen gezeigt, so oaß alle Aus-

Auslaird.

In Lissabon wurden wegen des allgemeinen Aus­standes die Bürger aufgefordert, nach 8 Uhr abends die Häuser nicht zu verlassen. Eine amtliche Bekanntmachung u n t e r st e l l t die Stadt der Militärbehörde. Die Etablissements in der Nähe des Arbeitersyndikares wurden polizeilich geschlossen. Auf dem Rocia-Platz und in der Vorstadt Aeranlarez wurden Bomben auf Kavallerie- und Gendarmerie-Abteilungen geworfen. Diese zerstreuten die Menge mit der blanken Waffe.

Aus Hessen.

Sitzung des Finanzausschusses.

bs. Darmstadt, 30. Jan.

In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses war die Regierung nicht vertreten. Es wurden zunächst die Ka­pitel durchberaten, welche mit dem Tilgungsgesetz und mit Kapitel 1, Rest aus früheren Jahren, im Zusammenhang stehen. In Kapitel 1 ist vorgesehen, daß aus den Resten vergangener Jahre ein besonderer Fonds gebildet wird, welcher zur Balanzierung der schwankenden Rechnungs- ergebnisse im Vorjahre bienen soll. Nach einer längeren Aussprache erklärte sich der Finanzausschuß damit ein­verstanden, daß der Betrag von etwas über zwei Millionen reserviert bleiben solle als Reslsonds, daß aber die Kammer das Bestimmungsrecht über diesen Fonds haben soll, und daß die endgültige Bestimmung erst dann erfolgen soll, wenn das Schuldentilgungsgesetz beraten werden wiro.

Bei Kapitel 12, Steuern, wurde von einer Seite an­geregt, daß die kleineren Finanzämter auch von Nichtakademikern besetzt werden sollen, um Erspar­nisse zu erzielen. Diese Anregung soll der Regierung zur Erwägung anheim gegeben werden. In dem Ausschuß war auch die Meinung vorhanden, ob Kontrollbeamte für die Untererheberstellen notwendig seien, ob diese nicht viel­mehr entbehrlich und daher gestrichen werben konnten. Hierüber soll morgen mit der Regierung gesprochen werden. Ebenso soll die Frage der Schreibgehilfen in den verschie­denen Ressorts, deren Anstellung von dem 30. auf das 35. Lebensjahr hinaufgesetzt worden sei, mit der Regierung erörtert werden. Das Kapitel Schuldentilgung tonnte ebenso wie das über den Ausgleichsfonds noch nicht end­gültig festgestellt werden, weil die Beratung des Schulden­tilgungsgesetzes noch aussteht.

Fortsetzung der Sitzung morgen vormittag 9 Uhr.

Deutsches Aeich.

Dem früheren Staatssekretär des Reichs­marineamtes, Admiral von Hollmann, der vor einigen Tagen seinen 70. Geburtstag feierte, wurde am 28. von einer Abordnung unter Führung des Dr. James Simon eine Spende von 52000 Mk. überreicht, die zum Besten des Seemanns-Erholungs­heims Kaiser-Wilhelm- und Kaiserin-Auguste-Vittoria- Stistung in Klein-Machnow verwendet werden soll, in dem Offiziere und Mannschaften der Kriegs- und Handelsmarine und der Kolonialtruppen nach schwerer Krankheit Erholung finden sollen.

**Im Reich der Wolken" ist das Thema, über das Privatdozent Tr. Wegener aus Marburg auf Ver­anlassung der Ortsgruppe Gießen des Hess. Vereins für Luftjchiffayrt morgen in der alten Aula sprechen wird. Ter mit Lichtbildern reich ausgeslattete öffentliche Vortrag wird gleichzeitig in verschiedenen Versuchen die Bil­dung und Auflösung der Wolken in der Atmosphäre in ge­meinverständlicher Weise zur Darstellung bringen und in­teressante Einblicke in oas geheimnisvolle Wirren der Na­tur gewähren. Der Besuch des Vortrages kann jedermann empfohlen werden.

** Marineverein. Im Herbst dieses Jahres feiert der Marineverein Gießen sein 20jähriges Bestehen. An der Feier werden auswärtige Marinevereine tcilneh- men, ebenso ging beim Vorstano des Vereins dieser T-ge ein Schreiben vom Kommando S. M. S.Hessen" ein, worin es mitteilt, daß es durch eine .Abordnung bei der Feier vertreten sein wird.

** Gießener Karneval. In einer aus gestern abend einberufenen Versammlung von Freunden des Gießener Karnevals, in der alle Gesellschaftskreise unserer Stadt zahlreich vertreten waren, wurde der einstimmige Be­schluß gefaßt, den von dem Bundespräsidium der Karneval- Vereine Deutschlands so glücklich begonnenen Gießener Karneval nachdrücklichst zu unterstützen. Sämtliche an­wesenden Herren schlossen sich sofort zu einem Karneval- Verein zusammen, der sich den Namen GroßeGießener Karneval-Gesellschaft 1911 beilegte und dessen erster Zweck die Pflege desvornehmenKarnevals i n G i e ß e n ist. Als Mittel zu diesem Zweck dienen humo­ristische Herren-, Damen- und Fremdensitzungen, Bälle und der sogen, öffentliche Karneval an den drei Fastnachtstagen, darunter die Umzüge der Prinzengarde und der große Fast­nachtszug, für den bereits ein paar schöne Wagen in Aussicht genommen sind. Im Anschluß an die Gründung wurde ein Lo k a laus schuß gebildet, der zunächst die Geschäfte zu führen hat, und eine Zugkommission, die die Vorarbeiten für den großen Zug am Fastnacht,onntag zu erledigen hat. Nach dem Zug soll am Abend eine große humoristische Fa­milienunterhaltung stattsinden, zu der sich auch der Prinz einfinden wird. Die Große Gießener Karneval-Gesellschast 1911 wird es dabei als ihre Hauptaufgabe betrachten, den Karneval so zu betreiben, wie er in den rheinischen Städten wie Mainz und Köln abgehalten wird, als ein humorvolles Fest, an dem die ganze Bevölkerung teilnimmt und das dem in den letzten Jahren auch hier stark überhand genommenen gewöhnlichen, ja sogar widerlichen Treiben die Spitze bieten soll.. Bei der zweiten, am Montag in Steins Garten statt­findenden Sitzung, zu der sich eine-Anzahl tüchtiger hiesiger und auswärtiger Büttenredner gemeldet hat, wird die Große Gießener Karnevalgesellschast 1911 zum ersten Male ihre Ab­zeichen tragen. Auch bei dieser, vom Bunde veranstalteten Sitzung wird der Reinertrag aus dem Kappen- und Lieder- vertaus den Armen der Stadt zugewendet werden.

**DerTurnvereinvoni846 hält seinen Masken- mll in diesem Jahre am nächsten Samstag in Form eines Gesinde-Balles ab. Die Vorbereitungen zu dem Fest ind in bestem Gange und versprechen einen guten Verlaus. Da der Fastnachtsball des Turnvereins zu den beslbesuch- tefien Veranstaltungen des Vereins gehört, ist auch dieses Jahr wieder mit einem starken Besuch zu rechnen. Die Mit­glieder, die sich bis jetzt noch nicht angemeldet haben, werden voran erinnert, daß die Frist zur Anmeldung morgen ab- äust (s. Inserat) und die Ausgabe der Karten Freitag und Samstag bei den beiden Einzeichnungsstellen erfolgt.

* Grammophonabend. Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Das starke Vorurteil, das durch die über­große Verbreitung der billigen Grammophone selbst in den Kreisen, die sich bessere anzuschasien in der Lage wären, gegen das Grammophon überhaupt verursacht worden ist, haben wohl alle niedcrgelegt, die dem ersten Gcammovhonkonzcrt im November beigewohnt haben. Das Grammophon ist heule tatsächlich vollen­det genug, um reine künulerische Genüsse zu übermitteln; auch bei Künstlern muß man gelegentlich einmal über einen weniger reinen Ton hinweghören können. Das Grammophon bietet aver Manches, was üverhaupt nur durch dieses Instrument zugäng- ich wird. So bringt der Abend morgen, Donnerstag, zwei Gesangsnummern des belannien Baritonisten der Wiener Hof- oper Demuth, der vor zwei Jahren gestorben ist. Aber auch von lebenden Künstlern wären manche Gcsangstücke so gut wie be­graben, wenn sie nicht das Grammophon leoendig erhalten würde; )o Hal z. B. Knote die Ziolle des Steuermanns im Holländer mit dem von ihm herrlich gesungenen Steuerinannslied, das am Donnerstag ebenfalls zu Gehör gebracht wiro, langst an andere Kräfte abgetreten. Außer Demultz ist noch der neu glän­zende lyrische Tenor der Berliner Oper Jörn, der eigenartige Alt der Münchener Kammersängerin Preuse-Matzenauer und der Koloratursopran der Kammersängerin Boietti. Eacuso wird mit zweien seiner berühmtesten Stüae auS Bchazzo und Aida ver­treten sein.

Wirtschaften waren im Vorjahre hier im Ganzen 183 und außerdem 30 Branntivein-AuSschankslellen zuui Berkaus libcr die Straße vorhanden. Hiernach entfallen bei rund 31000 Einwohnern auf 214,5 je eine AuSschaukslclle. Es ist bicS ein Verhältnis, das für das Bedürfnis mehr idic genügt.

sicht vorhanden ist, aus dem Gausesl mit den ^inei Son­derriegen der geübteren Turner des Gattcs am Reck und Pferd etwas hervorragendes zu zeigen. Die für das Deutsche Turnfest 1913 in Leipzig vorgesehenen Gewandtheitsübungen wurden ebenfalls durck- geturnt. Man kann heute schon sagen, daß die Durch­führung dieser Sondervorjührung zum Deutschen Turnfest gesichert ist und einen schönen Erfolg erwarten darf. Bei dem Kürturnen wurden am Barren neue schwierige Auf- und Abgänge gezeigt, so daß mit dem Verlaufe des Nach­mittags jeder einzelne Turner die Befriedigung hatte, etwas neues gesehen und manches gelernt zu haben. Bei der Besprechung wurde zu einer dritten Zusammenkunft in Butzbach der 31. März gewählt. Vorher soll jeder der geübteren Turner drei Hebungen am Reck und drei Hebungen am Pferd, die er aber sicher beherrschen muß, an den Gcm- turnwart einreichen, um daraus die Gruppen zusammen- stellen zu können.

** Das Schwurgericht wird am Montag, 4. März, seine erste diesjährige Tagung beginnen.

** Stadttheater.Hans Sonnen st ößers Höllenfahrt", Paul Abels heiteres Traumspiel, das beute zum ersten Male wiederholt wird, hat in den letzten Tagen auch in Frankfurt a. M. feine erfolgreiche Erstauf­führung erlebt. Tie Besprechungen derFrankfurter Zei- uingen" lauten außeroroentluy günstig für das originelle Werk.

Das Befinden des Grafen Aehrenlhal.

Wien, 30. Jan. lieber das Befinden des Grafen von Aehrenthal besagte ein gestern abend im Ministerium des Aeußern ausliegender Bericht: Ter gestrige fieberhafte Zu­stand ist heute geschwunden. Die Temperatur ist normal, Puls 80. Tie Nahrungsaufnahme ist genügend, das All­gemeinbefinden besser als gestern.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 30. Januar 1912.

Eia Rachspiel zur Bluttat in Rendel.

Am Morgen des 26. August 1911 durcheilte die kleine äk* meinde Rendel die Schreckens künde, daß der frühere Gemeinde- angehörige Wilhelm Gunderloch, der infolge ehelicher Zwjslig- keilen sein Anwesen veräußert und etwa eineinhalb Jahre vorher in die Fremde gegangen war, zurückgekehrt sei und mit einem Jagdgewehr seinen Schwiegervater und seine Schwiegermutter, einen Schwager und seine Schwägerin, sowie seine Ehefrau meudp lingS erschossen habe. Gunderloch hatte sich in der Nacht in tue Hosrcite eingeschlichen und hatte sein von langer Hand voroerciteles und mit vollster Uebeclegung ausgcführtes Rachewerk an seiner Frau und deren nächsten Verwandten vollführt,, weil sie ihm )ie früher nachgesuchte Aufnahme und Rückkehr zu geordneten hältnissen versagt hatten. Die Leichen der fünf Opfer waren burdi die mit schwerem Schrot verursachten Schußwunden grauenhan zugerichtet worden. Nach der Tat entfernte sich der Verbrecher in aller Ruhe, indem er mit umgehängtem Gewehr das Tor' verließ. Niemand wagte dem gefährlichen Menschen cnigegen- zutreten. Wenige Stunden spater land man ihn auf einem Äcker m her Nähe des Dorfes mit zerschmettertem Schädel vor; er hatte ich durch einen Schuß in den Mund der irdischen Gereck)tigkeü em- zogen.

Kurze Zeit darauf tauchten Gerüchte auf, daß Gunderloch Helfer gehabt habe, insbesondere wurde ein Jugendfreund von ihm. )cc Weißbinder Heinrich Müller von Nieder-Dorsclden genamü. Müller war seit langen Jahren mit den Verhältnissen der Familie bekannt und hatte oft mst Rat und Tat cingegriifen. Er daß Gunderloch im Jahre 1906 seinen leiblichen Bruder um eines Mädchens wlllen erschossen hatte, aber außer Versolguns fescbt worden war, da seine Angabe, er habe in Notwehr ge- handelt, nicht wiederlegt werden konnte. Ebenso war ihm bclannr, daß Gunderloch seine Mütter und Schwester halte erschießen wollen- west ihm die elterliche Hofreite nickst übergeben worden war. kannte den Charakter des Gunderloch genau, denn er äußerre einem Bekannten gegenüber, wenn Gunderloch einmal zurückkommc. dann gäbe es etwas, woran die Verwandten seiner Frau nid" dächten. Müller half auch dem Gunderloch, als dieser sein wesen verkaufte und etwa 7b 000 Mark erlöste; er erhielt 1000 9*^ als Belohnung. Auch holte Müller etwa nach Jahresfrist 111 Maulburg in Baden die Habseligkeiten seines Freundes, darunicc zwei Jagdgewehre ab, die dieser dort zurückgelasscn halte, w-cu er verhaltet werden sollte unter dem Verdacht, seine titelu/- zur Abtreibung der Leibesfrucht verleitet zu Haven. Tann hör'' Müller längere Zeit nichts von seinem Freunde, bis ihn bw? etwa acht Tage vor dem Mord zu sich nach Hanau kommen lufi Obnc daß in Nieder-Torfelden oder in Rendel etwas von M

Hessen-Nassau.

X Bad Orb, 30. Jan. Der ö tabt Bad Orb war txm dem verstorbenen Bezirkstierarzt Büttel ein über 100 OOO Mark betragendes Vermächtnis zugefallen, dessen ausschließlich für Schulzwecke Verwendung finden sollten. ernte Verwandte des Erblassers erhoben Einspruch. Im Gu> Verständnis mit der Regierung zu Kassel wurden einige ihm Wünsche von der Stadt Bad Orb berückiichtigt, so daß nunmehr die landesherrliche Genehmigung zur Annahme der Stiftung enttü worden ist. Der Wert der der Stadt Orb verbleibenden Nachlav-

4. 4jc Entwässerung des HeizramueS im Schulkester. ö. x. Schnateuplagc. 6. Gesuch des Ingenieurs Brinkmann Gießen um Uebertragung einer Konzession zur AnSfülnuna von elektrischen Anlagen in hiesiger Gemeinde. 7. Beschwx-'l der Lehrer Jakobi und Weitzel.

V Steinberg, 30. Jan. Tie Feier des G e s a n g v c r e » Jugendfreund am Sonntag gestaltete sich zu einem herrliL« und genußreichen Abend. Zahlreich mar die Be.eiligung, so der letzte Platz in Anspruch genommen war. Tas Konzert, y, Gesangsvortruge und besonders noch die Theaterstücke fanden gr'okri- Anllang und hielten die Gäste ui fröhlicher Stimmung ;Uf.2J men. Die Leitung der Festlichkeit wurde von Musst^irelio! Harnisch-Steinberg ausgeführt.

Hattenrod, 30. Jan. Am 28. Jan. sand im Ä lieget, verein zur Feier des Kaisersgeburlstrgs vormittags Kirchco. parade statt. Am Abend veranstaltete der Verein einen Licht« bilderoortrag im Saale des Kameraden H. Torr, h». dicht besetzt war. Ter Vorsitzende Graulich hielt eine kurze Ansprache, die in ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus^.na Herr Jacob aus Gouterstirchen hielt alsdann einen re^i ln, teressanten Vortrag:Aus großer Zeit". Tie den Vortrag et- läuternden Lichtbilder waren prachtvoll. Darnach zeigte er töd eine Reche von Bildern aus Hessen mit kurzen Erläuterungen Der ganze Vortrag wurde mst großem Bestall auigenommLL Hierauf folgte ein Tanzvergnügen, das die Anwesenden bis zu- frühen Morgenstunde zusammenhielt.

Kreis Büdingen.

-I. Gedern, 30. Jan. Em weiteres größeres Bafaltwerk wird demnächst in der Nähe des hiesigen Bahnhofes errichtet werden. Ein Unternehmer aus Offen­bach hat dazu einen Geländekomplex gepachtet.

-L Mer kenfritz, 30. Jan. Tas hier errichtete neue Sch ul Haus ist im Rohbau vollendet. Es enthält zwei Schulsäle und zwei Lehrenvohnungen. Im Laufe des kommenden Rlonats sollen die 9lrbeiten int Innern begonnen werden. Die Eimveihung soll im August erfolgen.

x Nidda, 30. Jan. Tie beiden seither dem Pferd«. Händler Jakob Leopold gehörigen Hofreiten wurden kürzlich versteigert. Tas eine Grundstück erwarb der Sohn des früheren Besitzers, Arthur Leopold, für 19950 Mark, und das andere Landwirt Wilhelm Eißner auf bei Haubenmühle bei.Ulfa für 18 600 Mk.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 20. Jan. wtufikdirektor Schmid, der im November v. I. fein bOjährigeS Lehrerjubiläum feierte, wird zu Ostern in den Ruhestand treten. Sein 9iachfolger wird Musiklehrer Hecker vom Seminar zu Alzey sein. - Heute weilte Geh. Justizrat Wehner von Gießen hier. Er vernahm 12 Zeugen wegen der Angelegenheit des Eiu. brechers Birn, der vorige Woche hier verhaftet wurde und bei seiner Verhaftung auf die Schutzleute scharfe Schüße ab. gab. Die Unterfuchungstommission nahm auch eine Augen« scheinSbesichtigung vor.

Starkenburg und Rheinhessen.

m Offenbach a. M., 30. Jan. Zwischen der Stadt« Verwaltung und der Regierung ist ein Konflikt eut« standen, der durch die ablehnende Stellung der Negierung zu einer Ortssatzung über die Einquartierungen lKrvorgerufen roor- den ist. Unter der letzten bürgerlichen Stadtoerordnelen-Mchrheii wurde vor etwa 2 Jahren eine Ortssatzung beschlossen, wonach von der Einquartierung von Militär nur die Personen bt> troffen werden sollen, die ein Mindesteinkommen von 10 000 Dk besitzen. Diese Satzung ist von der Regierung in mehreren Punüai beanstandet worden, die bei Nachprüfung durch den Beig. Rech mit Ausnahme einer einzigen sich als unberechtigt erwiesen habkL Unter Hinweis auf die in Darmstadt und Frankfurt bestehenden Bestimmungen ist die Stadtverwaltung bei der Regierung vor­stellig geworden, diese hat aber auf ihren ablehnenden Stand­punkt verharrt hinter der Motivierung, daß sie es nicht zu- geben könnte, daß man die Lasten einer etwaigen Cinquartieruw lediglich auf die obersten besitzenden Kreise abwälzen wolle. Nach einer Aufstellung der Regierung würden bei der Zugrundelegun- eines Einkommens von 10 000 Mk. nur 448 Per,onen davon betroffen. Nach den Vorschlägen des Kreisamts soll als Mindest- grenze ein Einkommen von 2000 Mk. gelten.