Ausgabe 
31.1.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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Lchuhwaren-

Alleiniger Febrikint tnrt dri beliebten SchuhcrtmeNlpif Carl Gentner, Göpplnga

schen der Sozialdemokratie und der Regierung nicht her geteilt werden. _______________________

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Selterswej en getrocknetes Obs: i llen, Feigen, Apfelri

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Hermann Vang t.

Neuyork, 30. Jan. Der dänische Schriftsteller Hermann tan g, der sich auf einer Vortragsreise nach Kalifornien befand, tr Montag früh in O g d e n (Utah) g e st o r b e n.

ag, den 20. Zv ^inzelpaare, sowie 8 unter SelbstkofteM irtikel kiewähre bei Z- md Rabattmari ildschmii

Bismarck und Habt). Als die neue Barttracht auf­kam. die durch Kaiser Wilhelm in der ganzen Welt unter dem Schlagwort ..Es ist erreicht" bekannt und berühmt geworden ilt, soll Bismarck eines Tages seinen Barbier, der natürlich, als zur Zunit gehörig, die neue Mode mitmachte, gefragt haben. Sagrn Sie, sind Sie gereizt?" Aus bie entauntc Verneinung dieser Frage erklärte Bismarck,das; der io tri terte und be­handelte Bart auf ihn den Andruck unmotivierter, Gereiztheit mache" £b diese Anekdote wahr ilt? Wer wem es? ^hr Gewährsmann aber ist kein Geringerer als Gerhart Hauptmann, der sie in seinen neuen, augenblicklich in einer Tageszeitung er­scheinenden Roman mit eingeslochten hat.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaf t Der Witwe Tolstois wurde vorn Kaiser eine laiyrW Pension von 10 000 Rubel verliehen.

wird und daß, wenn cs jemals nötig werden tollte, das von ihm übernommene Erbe an ideellen und materiellen Gütern vor Geiahr zu schützen, die deutschen Stämme sich einmütig um ihre Fürsten scharen und über allen Parteihaber h i n w e g fick nur von dem einen sridericianischen Gedanken leiten lat en werden: alles für das Vaterland! Von dem Dunicke erfüllt, allen, welche meiner in diesen Tagen mit treuem Gelöbnis und herzlicher Fürbitte gedacht haben, meinen wärmsten Tank aus­zusprechen, ersuck e ich Sie, diesen Erlast zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Berlin, im Schloß, den 29. Januar 1912.

Ein Lebenszeichen de8 Fürsten Bulow.

Hamburg, 30. Jan. DerHamburger Korrespon­dent" veröffentlicht nachfolgende Erklärung des Fürsten Bülow: _ ..

Anläßlich der Wahlen sind mir aus nationalgesinnten Streuen zahlreiche Zuschriften und Telegramme zugegangen, in denen sich nicht nur persönliche A n h än gl i ch ke i t au s | pr rck t, > onde ry auch die Ucbcrjcugung, daß ick in meiner politischen Tätigkeit bas anstrebte, was für eine gesunde Fortentwicklung des detU- scheii Volles und somit für die Macht und Ehre des Ten liehen Reiches und Tür die wahren und bauernden Jiitereisen von Kaiser und Reich förderlich war, Solche Zeugnisse enüllen mich mit Geßugtuung und dem Gefühl des Dankes für alle diejenigen, die mir aus dem Boden gemeinsamer Liebe zum Vaterlande ein freund lichcs Anden len bewahren. Tie Kundgebungen emzeln zu beant­worten ist mir nicht möglich. Ich bitte, meinen T^nF aut bielcm Wege entgegenzunehmen. Rom (Villa Malta), den 28. Januar, gez. Fürst B ü l o w."

en, lürkisci e Zwetsc

fg. an per Phind -

Seit Ionas Lies Tode war Hermann Bang unbestritten kr größte Erzähler der modernen nordischen Literatur: nun ilt tt feinem großen Meister und Muster in den Tod nachgesolgt.

Die tiefen und heiligen Qellen, die den Born der Bangschen uchtung nährten, strömten hervor aus den Wundern »einer iinfcbeit. Wie.er selbst in derVorrede" zu 1 einem Roman Tine" berichtet, waren es drei Grundstimmungen, bie alle aus irrni Erinnerungsbilde flössen und in wechiclnden Akkorden in nnm Büchern immer wiederkehren. Ter große und bestimmende Eindruck, der dem Siebeniährigen unbewußt die enttckndende »cktung fürs Leben gab, war das Verlassen seiner Kindheitsheunat Djfrcnb des dänischen Krieges 1864. Die ichwarzgekleidete Duernde Frau, die seine Mutter war, schwebt rote em zarter hatten über dem blühenden Schmelz seiner Lyrik. Und jene» hernusgerissenwerdeii aus dem Kinderland der zraume, das mit tau Bilde der Blutter so innig verknüpft roar, bringt zugleich fine unruhig rastlose Stimmung in alles Tichlen Bangs, meinen Äenschen ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhen: von ihrem untren Schick,ai stets weitergctricbenc Pilger sind.Ne, die nck tif der Lebensreise nur zu flüchtiger Rast niederlallen, und wo m Glück ihnen winkt, wo ihrer Sehnsucht Friede leuchtet, au|- 7 ckbreckt werten zum Weiterwandern. Nicht nur im Krieg?- r?manTine", sondern in Bangs ganzer Dichtung hallt ,das -indbeitserlebnis fort von Dänemarks Niederlage, und |o ist er ein Dichter des Unterganges, der Flucht, des Kampfes innerer mb' äußerer Gewalten geworden.

Ein feiner Kenner der Bangschen Psyche hat die Zwiespältigkeit slimer Natur aus seiner Wstammung erklärt. Vom Vater der war btr Dichter der Sproß eines uralten degenerierten Gcichlechtes: fruraä ihn erhielt er die überreife Feinheit seines Geickmacks und inn.fr Kultur, empfing er die nervösen krankhaften ompulie, die fern Leben und Tickten durchfittem. Tie Gabe der Mutter dagegen frir: eine schwermütige, gefühlsroeiche Reinheit des Träumens, tine; Sehnsucht nach Stube und Harmonie. Als dekadent und Stbclutionär hat Bang begonnen. Als der Zweiundzroanzigwbnge i'.t dem RomanHoffnungslose Geschlechter" in die dannche Kreatur eintrat, da roar sein Name im Nu in aller Munde. 3n dem Helden seines Buches, dem Dichter Bernhard Hon, batte neunen neuen Typus geschaffen, der einen Markstein in der Ent- :.tfHung der nordischen Literatur bedeutet. Tie.Psychologie des bilmöenten .Aestheteu war hier in scharfen Umrissen gegeben und

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Massenetr neue ©pr.

Ende März wird in der Pariser Oper das neueste Werk von Masscnct in Szene gehen und man ist bereits eitrig an der Arbeit, um eine würdige Aufführung dieser jüngsten rrchomung des Komponisten derManon" vorzubereiten. Zu gleicher Zeit Toll daS Werk auch an der Cper von Monte Carlo geimelt werden, ja es ist sogar wahrscheinlich, daß Monte Carlo der Panier Lre- miere -uvorkommt und die Oper schon Mitte ^ebruar herau,- bringt. Tas Werk führt den TitelRoma", und einem Mitarbeiter des Gautois hat der greise Meister jetzt in einem Gewrache inter­essante Mitteilungen über den Ursprung und die Entstehung icmer neuen Oper gemacht.

war im Jahre 1902, ich weilte in meinem Heime in Egrcville als ich unter dem Hauien von Büchern, bei deren Lektüre ich mich von meinem musikalischen Arbeiten erholen wollte, ein Heine* Heft sand:Tas besiegte Rom". Dieses xrama des verstorbenen Alexandre Parodi roar 1876 in der Comedie Fran^aiie gegeben worden, aber aus irgendeinem Zufall sah ich nickt aus der Bühne. Das schöne Moriv hatte mich dann bei der Lektüre gefesselt. Eines schönen Abends, es war im Jahre 1878, trat ich Parodi von ungefähr auf dem Boulevard; wir waren sehr belreun-

M und ich hätte mich lehr gcircut, mit ihm einmal gerne ml am ein Werk zu schaffen. An jenem Abend schlug er mir die Idee zu einer Oper vor, entwickelte mir die Hauptizene, aber ick weist nicht, durch welche Umstände der Plan später ^mitten anberer Arbeiten in Vergessenheit geriet Parodi wurde uns 1901 durch beit Tod entrissen und erst ein Jahr |pater entltanb plötzlich beim Lesen des besiegten Roms in mir das Erlangen, iteie^ ^.ert der Cycrnbübne zu gewinnen. Der Plan beschäftigte mich, die rnulika- lisckcn Möglichkeiten dieses Stosses schienen nur immer reife ja ich skizzierte bereits einige Teile der Partitur. Dann kurieb ich an die Witwe Parodis, um die Antoniation zu erlangen, aber mein Bries erreichte anscheinend nie seinen Bestimmungsort Aber das Thema batte mich so ergrmen, daß ich unwillkürlich w der Komposition sortsuhr, ohne Mich darum zu sorgen ob die Erbsn mir die Autorisation erteilen wurden oder nicht Tann kam Ariane" und dasbesiegte Rom" rourbe aufgegeben Doch eines Tages erschien unerwartet iene Autorisation, die rck langst ver gehen hatte: mein Mitarbeiter Henn Cam brachte sie mir, ohne zu ahnen, daß ich sie trüber schon iE,^e1en hatte Da­bei zog er ein fertiges Szenarium aus der Taiche. Welche Heber raschung! Es stimmte säst genau mit meinen Vorarbeiten uberem unb ich brauchte meinen Freund (Sain nur zu bitten, die Szenen der Vestalin größer und breiter anzulegen/

Tie Partitur ist bereits seit drei Jahren vollendet JRoma' so schloß Massenet,ist kein lyrisches Drama, ich habe mein Werk eine tragische Over" genannt, wie ich auch den , Panurge , an dem ich gegenwärtig arbeite, seinen bestimmten Titel geben werde. Tie Aussübrung vonRoma" wird zeigen, daß die Musik dem Geiste der Tragödie zu folgen bemüht roar."

Ein Erlaß des Kaisers.

Berkin, 30. Inn. TerReichsanzeiger" veröffent­licht nachstehenden an den Reichskanzler gerichte­ten Erlaß des Kais erd:

Bei meinem Eintritt in ein neues Lebensjahr und zu dem »rausgegangenen 2 00 jährigen Gedenktage der Geburt ^lieNrichs des Großen sind mir aus den deutschen Landen jjnb gen Ausland her zahlreiche Glückroüni'ck)e und Huldigungsgrüße üticflangen. Diese mannigfachen Kundgebungen treuer Anhang - tidlleit haben mich mit auirick tiger Freude und Tankbarkeit erfüllt, fat tonale Gedenktage sind in unserer schnellebigen, von wirt- östlichen und trolitiidien Interessen und Gegensätzen beherrschten jeit besonders rooblt-uutb; denn sie nötigen dazu, in dein Hasten M werktäglichen Lebens einen Augenblick inne zu halten und iinem Blick aus die Vergangenheit zu werfen. Welche ungeahnte (iitimdlung ist unserem Vaterlande beschieden gewesen, und roie- «4 Tank schulden wir den großen Männern, die sich in ernster Jit als wahre Führer des Volkes erwiesen und es zur Erfüllung Ur chm von btr Vor seh,mg gestellten großen Ausgaben tüchtig «macht hol'en! Was mein großer Ahn dem preußischen Staate ltd) fein LebiMsroerk geleistet, und welchen Einfluß seiw un- AlichteL Vorbild in Selbstzucht, Arbeitsamkeit, Pflichttreue und iingabe an das Vaterland auf die Charakterentwicklung und triiebung unseres Volles ausgeübt hat, das ist uns in dielen Innen mit leuchtenden Farben in Wort, Schrift und Bild wieder fcbbaft vor Augen getreten. Die herzliche Teilnahme und banb Ite Gesinnung, welche das Gedächtnis des großen Toten bei [mg und Alt im Lande ausgelöst hat, bürgt trotz mancher iit I i c b > a m c n Erscheinung der Gegenwart daiur, kg Friedrichs Geist immerdar im preußiickeu Volke sortleben

St mmen über die innerpolitlfdie Sagt

Ein Dankerlaß des Kaisers wendet sich an das deutsche <orr, das den Geburtstag des Monarchen trotz der Zunahme itr sozialdemokratischen Wähler genau so herzlich gefeiert

wie von jeher. Der Kaiser streift das Ergebnis der jcichstagswachlen nur ganz kurz und indirekt. Wer der Ge- linke, den er zum Ausdruck briugt, indem er den vaterlandi- idieit Gedenktag Friedrichs des Großen als einen nützlichen fluk?r in der Vergangenheit kennzeichnet, ist so inhaltreich, ioß er auchdie unliebsamen Erscheinungen der Gegenwart" beleuchtet und die Herzen erhellt. Die milde Zurückhaltung bei Kaisers, der dem Staub des Tageskampfes ferne bleibt, fonn nur wohltuend wirken. Wenn sich sein früherer Mit- trbritec Fürst Bülow heute gleichfalls mit einer Shinb- grbiLng an das deutsche Volk wendet, so durfte er den Ton

Genugtuung über die Verwirklichung seiner Voraussage mit Recht anschlagcn. In der inneren Politik hatte Fürst -ülow für diegesunde Fortentwicklung" des deutschen Lal! es fraglos das Richtige getrosfcn. Heute stecken wir Neber in den erstickenden Dünsten wirrer Partei- fimpfe. Man ahnt es, daß die uni das Tappelte verstärkte Fraktion der Sozialdemokratie zunächst nicht yrobe einen wohltätigen Einfluß auf dieFort- zstmicklung" ausüben wird. So klingt heute eine Minister- «de aus dem liberalen Badenlandö sehr düster und schnei- li-ni» Ein krasses Gegendlld zu der bekannten früheren siche v. Bodmans. v.^Dusch hält nichts von einerVer^ Bändigung" mit der Sozialdemokratie. Wir meinen, die kildung der Mehrheiten wird je nach dem vorliegenden ktors ganz von selbst erfolgen. Man soll die So^ialdemo-' beten vorläufig ruhig sich austoben lassen, damit sie zei- een, wie sie sich die Fortenwicklung des deutschen Volkes "denken.

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Ur. 2b Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 31. Januar 1012

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I-rnwiech - Aiiicklusie: V *i***<Z volitiichen Teil: Auanst

.äSSS General-Anzeiger für Gberhessen DMM hrahme von Anzeig'en HotatiOTUÖrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Steinöruderei R. tauge. Redaktion, Expedition und vruckerei: 5chulfttatze 7. Land": (&.vcb; 'üt den libomuü^'U'jnut>" Büöingen: Strnfpredjer fir. 269 Ekschäftsstclle BatjnbofitraS? 16a.äniewenie.i: p- «eJ.

vom türkisch-italienischen Kriegsschauplatz.

Ihn Uefelt bei Tobruk

Rom, 30. Jan. Die Agcnzia Stefani meldet aus Tobruk vom 29. Januar: Heute morgen eröffnete eine Schar von Türken und Arabern aus großer Ent - fcrnung ein Gcwehrfeuer gegen das i t alten* ische Fort, wurde aber durch wenige Kanoiien|chu,se zerstreut. Ebenso wurden andere Angriffe, die kleine Grup­pen des Feindes gegen die westlicktcn ^chanzgräben der Italiener unternahmen, zurückgewiesen.

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d-cn Benzwerken Gaggenau Mannheim ist vom (ürliidcn KriegHpiinisterium vor einigen Tagen wieder ein Juftrng aut 3 Lastzüge und ferner eine neue Ordre auf 4 Lastzüge erteilt norden, nach bereit Ablieferung 2 6 kriegsbrauchbare Benz-Gaggenau-Lastzüge im Dienste des tur kischen H-eeres stehen werden. Bei dieser Gelegenheit ).t und) der ehrenvolle Auftrag der Generaldirettion der kanerlich deutschen Posten in Berlin angeführt, durch den den Benzwertei' Gaagenmi nach scharfer Konkurrenz die Lieferung von oLmm bufien für staatliche Linien übertragen wurde.

Eil verband für internationale Verständigung

Der Vorstand des neu gegründetenVerbandes für internationale Verständigung" veröffentlicht einen Auf­ruf, in dem es u. a. heißt:

Die Ereignisse der letzten Monate haben mit crschreckeiider Deutlichkeit gezeigt, wie unbefriedigend der gcgenroärtiqc Zu stand des internationalen Lebens ist. Es ilt dringend notroenDig, daß alle Besonnenen sich zusarnmentun, um einer Wiederholung solcher Vorfälle, wie sie anläßlich der Maro'.koverhandlungen üorqcfcmmcn sind, nach Möglichkeit vorzubeiig^n. Gewttz kann es nötig werden, daß unser Baierland zur Verteidigung seiner Unabhängigkeit und seiner Ehre zum Schwerte greift; ob aber ein solcher Fall vvrliege, sollte von den Einiichtigen stets unter Zurückweisung leich.sinniger Kriegshetzereieit und nur mit der, bem Ernst solcher Entschließung angerneisenen, Ueberlegung er> wogen werden. Es 'ist 'hohe Zeit, daß alle vernünstig ^ntoiben zusammentreten und einer internationalen Politik, die nid.t durch solche ZwisfefÄle getrübt werden kann, mit den Boden ebnen 6 rt ft'H

' Zu diesem Zwecke hat sich vor einigen Monaten ein

Verbandfür internationale Verständigung^ zusammengetan, der bereits eine große Zalst von hervorragenden Männern der Polifil, der Mssenschast, .^u"st,und Techm, lotmc des wirtschaftlichen Lebens zu seinen Mitgliedern zahll. Der Verband will nun durch diesen Aufruf vor eine weitere Dcfient> lichkcit treten uiid Männer wie Frauen aus allen Streijcn der Bevölkerung zum Beitritt aufsordem.

Ter Verband steht durchaus auf realpolitischem Boden, er verfolgt nur erreidfbare Ziele. Er ist politisch neutral, jeber- mann, gleickwiel welcher politischen Richtung er angehort, kann sich ihm anschließen. Der Mindestbeitrag betragt 3 Mark. An­meldungen sind zu richten an Herrn Proienor Tr. jur. Dtfri® Nippold in Oberursel am Taunus, SiebTrauenftranc 22. Seuragc nimmt entgegen der Schatzmeister Herr Bankdirettor Hermann Maier in Frankfurt a. M., Kaiserstraße 16 (Seutidje J3anf).

Ter Verband erstreckt, so heißt es m den Satzungen, seine Wirksamkeit zunächst auf das deutsche Reich, spater soll eine internationale Organisation angestrebt werden. Tie Mittel, den obigen Zwecken zu dienen, Jollen Aus- klärungsunternehmunaen in Wort und Schrift sein. Zu großen Optimismus für das Gelingen ihrer Plane werden die Gründer wohl selbst nicht babc-ir_______________________

Trr bobif bt ?taat8miniftcr v. ^u!ch über bie Reich^tagllage.

In der Sitzung der badischen zweiten Kammer am Dienstag, in der die allgemeine Finanzerörterung fort­gesetzt wurde, erklärte Staatsminister von Tusch hin­sichtlich der Reichsfinanzen, daß die badische Regie­rung immer für die Erbschaftssteuer erngetreten sei und auch in Zukunft eintreten werde. Was ein prak­tisches Zusammenarbeiten der Sozialdemokra­tie mit den anderen Parteien im Reichstage anbe- lange, so seien seine Hoffnungen auf das geringste Mast beschräntt. Sich über die Sammlungspolitik lustig zu machen, sei die heutige Zeit nicht angetan; die Samm^ lungspolitik werde aber kommen, da die SoAialdemokratie wie" bisher, so auch künftig, in vaterländischen Fragen versagen werde. Im letzten Sommer, als es sich um Die Existenzfrage des deutschen Reiches handelte, habe sich die Sozialdemokratie geradezu empörend be­nommen und wenn sie in dieser Beziehung nicht ein- lenke, so würden die Wogen, die jetzt zuruckgedrangt seien, wiederkommen. Eine solche Haltung könne das deutsche Volk auf die Dauer nicht ertragen, die bürgerlichen Par­teien würden dann zusammenstchen müssen, geaen die So- itatbcmofraiie, um die Interessen des Vaterlandes zu wah­ren Tie auswär tigePolitik desReichs kanzle rs, erklärte der Minister, habe die schwebenden Fragen in glan­zender Weise gelöst. Gestützt auf unser scharfes Schw^t fei es qelunoen, ben Frieden zu erhalten, was auch un Willen der Sozialdemokratie gelegen habe; aber für eine Kolo­nial p o l i t ik, die doch auch im Interesse der Arbeiter­schaft liege, sei diese Partei nicht zu haben. Wenn die Sozial­demokratie den Ministern empfehle, ihren Monarchen vor­zuschlagen, einen modus vivendi mit der Sozialdemokratie zu treten, so bedeutet dies geradezu eine Herausforde­rung und Beleidigung der Regierung. Tw Reichsversicherungsordnung, die ja mit Hilfe aller bürgerlichen Parteien zustande gekommen sei, )ei in der sozialdemokratischen Presse als ein Schandwerk bezeichnet worben. Unter solchen Umständen könne der Frieden zwi- man erbliche in dieser raffinierten, verführerisch blendenden Ge­stalt ein neues Ideal. Doch Bang hatte nicht den Ehrgeiz, der dänische Oskar Wilde zu ro erben. Er überwand die lieber barte Unruhe: er sand den Weg zu der inneren harrnonilchen Einiehr, die ans dem Vermächtnis der Mutter em Teil seines selbst geworden roar. So lernte er sich mit mildem Verstehen und ecktem Mitleiden in die Welt derstillen^Eristenzen" zu ver- heen: so offenbarte sich ihm die bescheidene Schönheit des Lebens, die abseits von der großen HeerstraßeAm Wege erblüht, und die Erinnerungen an die Heimat, ans Vaterhaus und an bie Mutter verwob er bann zu bem rounberfamen Gespinst 1 einer beiden größten Bücher, die erTas meiste Haus" undTas graue Haus" genannt hat. Als Kunstwerk sehtTas graue Haus wohl iwck höher als das weiße. Währeiid bas bet Mutter ge­weihte Werk den reinsten Zauber aus icmer Stimmungslyrik empfängt, bietet bie andere Dichtung, die sich um die Gestalt von Bangs Großvater, um die meisterhaft geiehene alte Erzelleiiz gruppiert, Szenen einer künstlerisch vollendeten Menichenicki.- derung Mit diesem Buch hat Bang, wie er selbst getagt hat, das Beste gegeben, was er zu geben vermochte. SNN: späteren Werke sind wieder mehr zerllüstet und durchwühlt von ben J)amo» Nischen Disharmonien, die er nie hat völlig besiegen rönnen und die seine letzte Lebens- unb Schafienszeit unheilvoll um- büftern.