Ausgabe 
30.10.1912 Erstes Blatt
 
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großes Aufsehen erregt. Es heißt darin: Rumänien steht vor einer sehr trüben Perspektive. ?für den Fall, daß Rumänien keine Garantien für die Erhaltung des Gleich­gewichts verlangt, steht die Regierung vor der schwierigen Ausgabe, bereits In der gegenwärtigen Situ ­ation Maßnahmen zu treffen, damit Rumänien in der entscheidenden Stunde völlig, vorbereitet fei. In eingeweihten Kreisen wird nicht bestritten, daß Vorkeh­rungen getroffen worden sind, die eine erhöhteHeeres- ber eit schäft bedeuten.

Tas Parlament wurde zur Auflösung auf den 30. Oktober einberufen Die Neuwahlen finden Gnbc November statt Tas neue Parlament tritt am 9. De­zember zusammen.

TieAgenoe Roumaine" dementiert die Meldung von dem Erlaß "eines Getreideausfuhrverbotes. Der Getreide- Handel litt im Gegenteil seit den letzten Ereignissen infolge Mangels von Ausfuhrmitteln zur See. Tie Ernte ist gut mittel. Auf den Märkten sind bedeutende Getrewevorräte.

Das bulgarische Hauptquartier beschloß, feine neuen Kriegskorrespondenten mehr zuzulassen.

Englische Gespinste.

Der Wiener Korrespondent derDaily Mail" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß man in den diplomatischen Kreisen bereits den Plan bespricht, wie nach dem Feldzüge die europäische Türkei aufzuteilen sei. Dar­nach würde ein neues Fürstentum Albanien ge­schaffen werden, das bis an das Adriatische Meer stoßen würde. Ferner ein neues Fürstentum Mazedo­nien mit dem Aegäischeu Meere im Süden als Grenze, Saloniki würde zu diesem Fürstentume Mazedonien ge­hören. Bulgarien soll einen bedeutenden Gebiets­zuwachs erhalten und bis zur Küste des Aegäischen Meeres ausgedehnt werden. Ferner soll Serbien einen Hafen am Adriatischen Meere erhalten, während man Monte­negro den größten Teil des Sandschaks Novibazar zu­sprechen würde. Was endlich die Türkei angeht, so würde man dieser in Europa nur eine kleine Provinz belassen, höchstens bis nach Adrianopel, vielleicht sogar nur ein >gmrz schmales Gebiet um Konstantinopel selbst herum.

Zriedenswiinsche der Türkei?

DieDeutsche Tageszeitung" meldet aus Wien: Nach einer Bukarester Meldung soll die Türkei vertrau­lich Serbien vor geschlagen haben, Friedens Präliminarien zu beginnen. Zar Ferdinand soll hier­über bereits durch König Peter benachrichtigt sein.

Konstantinopel, 29. Okt. WieJldam" erfährt, soll der türkische Gesandte in Cetinje mit Hussein Hilmi Pascha in besonderer Mission nach Wien gehen.

In Konstantinopel ist seit Montag abend der Belage- rungszustand verschärft worden.

Vie zu erwartende Hauptschlacht.

Sofia, 29. Okt. Nach hier vorliegenden Meldungen soll sich die türkische Hauptmacht in der-Linie Tschorlu-Karischtiran konzentriert haben, um dort eine große Verteidigungsstellung zu beziehen, so daß dort die Hauptschlacht zu erwarten ist.

Konstantinopel, 28. Okt. Es bestätigt sich, daß Her Prinz Abdul Halim, der Sohn des Exsultans Abdul Hamid, hier ankam. Er ist bei dem Gefecht 'bei Kirk >kilisse am Fuße verwundet worden. Eine halbamtliche Veröffentlichung erklärt: nach den Telegram men, die dem Kriogsministerium zugingen, begann die Armee involler Ordnung: die Vorwärtsbewe­gung. Der englische Marinereformer Admiral Lymas wvhute dem gestrigen Ministerrate bei. Dem Vernehmen nach begibt sich der Thron folg er, der den Rang eines Marschalls bekleidet, auf deir KrregsschauplaH.

Die Schlacht von Kotschana.

Nach einem vom BlattMir" veröffentlichten Detail bericht war die Schlacht von Kotschana eine der mör dorischsten unter allen K ämpfen und dauerte bei nahe drei Tage und zwei Nächte. Während des ersten Tages und der darauf folgenden Nacht leisteten die Bul garen 18 türkischen Bataillonen Widerstand, welche nach und nach durch Truppen von Jstip verstärkt worden waren. Die Kämpfe wurden besonders durch zahlreiche Bajo­nett an a ri f f e erbittert. Die Türken wurden trotz ihres "Widerstandes zersprengt und flüchteten in voller Unorb nuna. Vor dem Kampf hatten die Türken 300 Bulgaren gefangen genommen, welche von den siegreichen Truppen befreit wurden. Der Einmarsch der bulgarischen Truppen in Kotschana löste bei der Bevöl­kerung großen Jubel aus.

Tie Erfolge der Serben.

Belgrad, 29. Ott. Amtlich wird bestätigt, daß- prülü von den serbischen Truppen eingenom­men worden ist.

Das Reutersche Bureau meldet aus Belgrad vom 27. Ok­tober abends: Tie halbamtlicheSamnprava" berichtet, daß sich die türkische Armee auf ihrem Rück­züge von Uestüb nach Tetvvo der verfolgen­den serbischen Kavallerie ergeben habe und die Waffen auslieferte.

Türkische Flüchtlinge aus dem Sandschak.

Die WienerNeue Freie Presse" meldet aus Sera jewo: Heute treffen hi« in zwei Militärzügen 1300 türkische Soldaten mit 69 Offizieren ein, die aus dem Sandschak geflüchtet sind. Sie wurden um Mitternacht zusammen mit den übrigen hierher geflüch­teten türkischen Soldaten über Bosnisch Brod weiter besör dort. Unter den Offizieren befindet sich auch ein Ober­leutnant.

Der griechische Vormarsch.

Athen, 29. Okt. Nach einem Scharmützel im Engpaß TripvtamoS bei Werria (stnrnfcriai zogen sich die Türken unter ZurücMssnng von fünf Proviant wagen zurück. Die Griechen setzen ihren Vor­marsch fort.

Stiftungen des deutschen .Kaiserpaares.

Berlin, 30. Okt Der Kaiser und die Kaiserin haben für die Expedition des Roten Kreuzes nach dem Balkan 30000 Mark bewilligt.

2(115 Hessen.

Die auf dem Znnnobilienverkehr ruhenden Lasten.

Ein A n t r a g der Abgeordneten Grünewald und Genossen geht dahin, die Regierung möge den Landständen das Material über die Erträgnisse und anderen Wirkungen der auf dem Grundstuckswechsei ruhenden Stempelal>gaderi in den Fahren 19001912 vorlcgcit. Zur Begründung dieses Antrags wird ausgeführt:

,.4.er erite Aussämß der Zweiten Kammer der Landwind 8°^ 'h 1 einem -Beruht betr. die Abänderung des Gesetzes über d. n Urkundenstempel vorn 12. August 1899 in der Fassung der Ve

kanntmachung vom 24. Mär; 1910 folgende These voran gestellt: Gerade aus dem Gebiete des Urkundenstempels wird in weiten >treuen der Bevölkerung eine Aendenmg eher in der Richtung der Ermäßigung einzelner Tariffä^ erwartet. Namentlich gilt das für den stempel auf dem Grundstücksverkehr, der diesen in fast unerträglicher Weise belastet. Hier muf jede Erhöhung als ausgeschlossen gelten, im Gegenteil wäre eine Erleichterung erwünscht, sobald die allgemeinen finanziellen Verhältnisse des Landes dies möglich machen."

Damir hat der Finanzausschuß eine Frage berührt, die im Interesse des ganzen Landes zu baldiger eingehender Erörterung und Beschlußfassung im Sinne einer Ermäßigung der b c - stehenden La st en drängt. Die ersten Sätze des Berichtes sind vollkommen zutreffend, cs wird in weilen Kreisen eine Er­mäßigung erwartet und die Lasten sind unerträglich. Mit dem letzten Satze werde ich mich noch zu befassen haben ich glaube nicht daran, daß dre Herabsetzung des auf den Grundstücks - wechsel gelegten Stempels eine Minderung des finanziellen in die Kasse des Reiches, des Bundesstaates und der Gemeinden (diese alle drei schröpfen an dem Grnndstücksverkehr) fließenden Er­gebnisses bewirten wird, im Gegenteil. Doch bedarf diese Frage st lbswerständlick der c r n ft e n Prüfung nach Vorlage stati­stischen Materials, welche in erster Linie mein Antrag bezweckt."

Sodann wird die Entwicklung der Landes-.und Rcichsstcmpel abgaben auf diesem Gebiete mitgeteilt und die Höhe der Abgaben an Einigen Beispielen gezeigt.

Beim Verkauf eines unbebauten Grundstücks im Werte von 50 100 Mk. mit einem steuerpflichtigen Wertzuwachs von 25 Proz. wird dargetan, daß im Jahre 1900 der Verkauf insgesamt 501,60 Mark .Hosten verursacht hätte, während .1912 3745,15 Mk. diesen Uebcrgang belasten.

Nach einer Tabelle über die Veräußerung eines unbebauten Grundstücks im Werte von 10500 Mk. hat die Veräußerung des Objekts 1900 105,60 Mk. und 1912, bei einem Wertzu­wachs von 25 Proz., 628,35 Mk. Abgaben erzeugt.

Ein bebautes Grundstück im Werte von 25 000 Mk. tofm: Wertzuwachsj hat bei 1900 200 Mk., jetzt 767 Mk. Abgaben zu tragen.

Es ist bekannt, daß der Wechsel des Eigentümers großen Objette seit Bestehen der neueren, oben erwähnten Gesetze, außer­ordentlich selten vor sich geht, weil die hohen Abgaben ab­schreckend wirken. Gründungen vöu Aktiengesellschaften, Umwand hingen von Gewerkschaften in Gesellschaften mit beschränkter Haf­tung oder in Aktiengesellschaften, die man bei mäßigen Sätzen vorgenommen haben würde, werden unterlassen, weil meist ein ganzer Iahresverdienst ober mehr für Stempel usm. draufgeht.

Zweck des Antrags ist indessen nicht ohne weiteres die Herab­setzung des Stempels auf die im Jahre 1900 geltenden Beträge, die ich allerdings für genügend halte und die als ein aus­reichendes "Entgelt für die behördliche Tätigkeit beim Jmmo huienwechsel au.zusehen sind, jch will vielmehr zunächst nur die Frage in Fluß bringen und veranlassen, daß die Großh. Regie­rung den Ständen das Material vorlegt, welches die Wirkung der verschiedenen Tarife ergibt, etwa in der Art, daß das Stempel erträgnis, das der Staatskasse zugeflossen ist, aus den Jahren 19001912 mitgeteilt wird. Hand in Hand damit könnte eine Darlegung über den Umfang der in diesen Jahren veräußerten Grundstücksflächen und die Zahl der zur baulichen Fertigstellung gelangten Wohngebäude gehen.

Darüber, daß die Wertzuwachssteuer letzten Endes von den Mietern getragen wird, Uwe alle dem Verkehr auferlegten Lasten von den Konsumenten, Ixibe ich jetzt keinen Zweifel mehr.

Deutsches Reich. Der Wagcnmangel.

Der in der Rheinprovinz herrschende Mangel an Güterwagen und die Ueberlastung von Güterbahnhöfen im rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk hat die freikon­servative Fraktion im preußischen Abgeordneten­haus veranlaßt, eine Anfrage einzubringen, in der die Regierung aufgefordert wird, diese Uebelftäude abzu- stellen.

Ausland.

Chinas Finanzen".

In Peking fand am gestrigen Dienstag eine Kon­ferenz der Gesandten der elf Mächte statt, die dos Friedensprotokoll nach dem Boxeraufstand unterzeichnet haben. Die Konferenz beschloß einen.Protest gegen eine anderweitige Verpfändung ' der E in fünfte aus der Salz st euer, sofern die fälligen Raten der Kriegsentschädigung nicht regelmäßig bezahlt wurden. Tie Protestnote wendet sich hauptsächlich gegen die chinesische Auffassung, daß China berechtigt sei, die Salzsteuer ander­weitig zu verpfänden, wenn sie fünf Millionen Taels über­schreite, denn das war ihr Betrag, als sie für die Boxer­entschädigung verpfändet wurde.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 30. Oktober 1912.

** Tageskalender für Mittwoch, 30. Oktober: Stadt, t tjc ater:Ter Biberpelz/ Einfang 7 Uhr.

" Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspirantcn Wilh. Rothman n ans Gau-Köngcrn- heim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kaulstos. Erledigt ist eine mit einem coang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hartershausen; mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden.' Dem Grasen von Schlitz genannt von Görtz steht das Prä- sentationLrccht zu.

" Emil Pistor -f. Ein Sohn Gießens, ein Veteran unseres Regiments, Oberleutnant d. L. a. D., wurde gestern in Marburg in aller Stille zur letzten Ruhe bestattet. Den Feldzug 1870/71 machte er in der 5. Kompagnie mit. Bei Briare hat cc sich so ausgezeichnet, daß ihm das hessische Militärverdienstkreuz verliehen wurde. Pistor war ein liebens­würdiger Kamerad und ein Vorgesetzter, der von fernen Untergebenen geschätzt wurde. Im Anfang des vergangenen Jahres hat er seine Eindrücke nnd Tagebuchauszüge im Gießener Anzeiger veröffentlicht und viele Kameraden freuten sich über die wahrheitsgetreue Schilderung jener denkwürdigen Ereignisse. Auch auf anderen Gebieten war Pistor tätig, so hat er sich z. B. bei den Wegmarkicrungen in der näheren und weiteren Umgegend eifrig betätigt. Sein Andenken wird bei allen, die ihn kannten, unvergessen bleiben.

Kunstverein. Die für die neue Ausstellung an- gemeldeten Gemälde von Melzer-Paris, Jung-Stuttgart Rettig-München, Rogge-Berlin und Bethe-Locwe-Leipzig sind emgetroffen, so daß die Eröffnung der Ausstellung am kommenden Sonntag erfolgen kann. Von diesem Tage ab ist die Ausstellung wieder täglich mit Ausnahme der Samstage geöffnet.

** Kolonialfest. Die beiden Abteilungen des Deutschen Frauenvereins vom roten Kreuz für die Kolonien Landesverband Hessen und des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgefellschaft veranstalten am Mittwoch, 13. Rovbr., in den Räumen von Steins Garten ein Kolonialfest Eine große Anzahl hiesiger Damen und Herren hat bereits für Die Tanz- und Theateraufführungen, sowie Coupletvor-

träge ihre Mitwirkung zugesagt. Bon heestgen Kindern wird eine Kameruner Wachtparade vorgeführt werden.

Buffets, die durch Damen der hiesigen Gesellschaft bedient iverbcn, ist für Erfrischungen aller Art Sorge getragen. Die Preise hierfür, sowie für den Eintritt sind so bemessen, Daß auch Minderbemittelte sich an der Veranstaltung be­teiligen können. Es ist zu hoffen, daß hierdurch das Interesse an unseren kolonialen Bestrebungen gehoben wird. Da der Kartenverkauf bereits sehr gut eingesetzt hat, fp Dürfte die Beteiligung äußerst lebhaft werden, was auch im Interesse der Sache zu wünschen ist. Wird doch das finanzielle Ergebnis den beiden Vereinen zu Wohltätigkeits­zwecken in den Kolonien zufließen.

Kreis Büdingen.

X Nidda, 29. Olt. Zu dem Konkurse des Vor­schuß und Kreditvereins Ober-Mockstadt, e. G. m. u. H., ist zu berichten, daß das Statut für den inS Leben zu rufendenHilfsoerein für Ober-Mockstadt* dem hessischen Ministerium zur Genehmigung vorliegt.

d. Wallernhausen, 29. Okt. Heute wurde hin Lehrer Ludwig Schäfer beerdigt, der am Sonntag infolge eines Schlaganfalls verschieden war. Ter Verstorbene war 1851 zu Albach geboren, verwaltete Lehrerstellen zu Leih­gestern, Gronau und Schafheim und hat bann 34 Jahre in unserer Gemeinde mit großem Segen gewirkt. Als Lehrer und Organist, als Leiter des hiesigen Gesangvereins und als Rechner der Sparkasse sowie als Helfer und Ratgeber in Krankheitsfällen und Berater in wichtigen Fragen har er unfern Dorfbewohnern große Dienste geleistet Der Oiesaugverein trug in ergreifender, gefühlvoller Weise den GrabgesangRuhe sanft" vor. In der Grabrede schil. derte Pfarrer Weiß das sorgen- und arbeitsreiche Leben Des Verblichenen auf Grund des Spruches Mutth. 11, 29 Im Auftrage der Kreisschulkommissiou Büdingen sprach >ircisschulinspektor Baldauf. Im Namen des Bezirks- lebrervereins Nidda sprach Lehrer Gayert; ferner Bürgermeister Reuning im Namen der Gemeinde, Pfarrer Weiß als Vorsitzender des Kärchenvorstandes, bic Vorsitzenden des Gesangvereins und der Sparkasse hier.

Kreis Friedberg.

L Friedberg, 29. Okt. Das Lehrerseminar hat mit der Verwaltung des städtischen Schwimmbades einen Vertrag abgeschlossen, nach dem jeder Seminarist: Benutzung des Schwimmbades jährlich 9 Mk. zahlt. Nächsten Sonntag findet, wie im vorhergehenden Jahre, em Schwimmfest statt, zu dem der Schwimmklub von Frank, furt eintreffen wird.

Kreis Wetzlar.

h. Wetzlar, 29. Okt. Heute nachmittag fand dir landespolizeilicheAbnahmeder mit einem Kosten aufwande von mehr als sechs Millionen Mark erbauter Eisenbahu* von Grävenwiesbach nach Wetz­lar statt. Durch die 24 Kilometer lange Strecke wird bat 220 Quadratkilometer große, industriereiche Solmsbachta! mit seinen nahezu 30 000 Einwohnern dem Verkehr er schlossen. Der Bahnbau erforderte die Ueberwinduna dc deutender technischer Schwierigkeiten, namentlich bei bei Herstellung eines 1300 Meter langen, durch härteste Grau wacke führenden Tunnels zwischen Grävenwiesbach unb Hassetbvm. Der Er ö f f uung dar Bahn am 1. Nvvem der geht am 31. Oktober eine Festfahrt voraus, an der sich etwa 200 Gäste beteiligen werden.

Hessen-Nassau.

[] Dillenburg, 29. Okt. Die seit einem Jahr in Angriff genommenen Arbeiten am Bahn bau Weidenau- Dillenburg schreiten trotz des schwierigen Gelände- rüstig voran. Die zwei großen Bergeinschnitte bei Niederdilfen und Anzhausen sind bereits durchschlagen, die große Takbrücke über das Wsistal bei Nuocrsdorf wächst zusehends und jetzt ist auch der große Tunnel durch den GierSberg zwischen Marienborn und Sieghütte durchgeschlagen. Der Stollen hat eine Lange von über 700 Metern. Bei Weidelbach im hiesigen Kreise ist bei einem Hunde die Tollwut festgestellt. Für sämtliche Gemeinden wurde die Festlegung der Hund« angeordnet. Von den gebissenen Personen ist eine nach Berlin ins Pasteursche Institut abgereist.

.Gießener Strafkammer.

)( Gießen' 29. Oktober.

Wegen Wechselfälschung

wurde der Metzger G. R. von Butzbach 311 4 Wochen GcfängmS verurteilt. Er hatte zwei Wechsel über 300 und 400 Mk. mit dem Giro seines Vaters versehen unb in Verkehr gebracht Ter Angeklagte ist geständig. Er will sich in großer Not befunber haben.

Verwerfung der Berufung

erfolgte in der Strafsache gegen den P. W. in Bcrnsseld. 6t war von dem Schöffengericht Homberg zu 10 Mark OWbftrofe verurteilt worden, weil er in trunkenem Zustande Ruhestörung verübt und seine Nachbarin mit Totschlägen bedroht hatte.

Aufhebung des schöffcngerichtlichen Urteil- erfolgte in der Strafsache gegen die Ehefrau G. in Alsfeld wegen Unterschlagung. Tas Schöffengericht Alsfeld hatte auf 1 Doede Gefängnis erkannt, weil die Angeklagte bei ihrem Wegzug von Alsfeld einen Ofen und einen Herd aus der von ihr innegchabtcn Wohnung entfernt hatte. Tic Angeklagte bestreitet die Weg nähme dieser Gegenstände nicht, behauptet aber, sie sei ihr von dem inzwischen verstorbenen früheren Hauseigentümer ausbrilkklick gestattet worden. _ Da sich bas Gegenteil dieser Behauptung nickt nachweisen ließ, sprach sic die Strafkammer frei.

Freisprechung

erhielte ebenfalls der Kaufmann G. E. in B<ü> Nauheim mif iriucr gegen das Uretil des dortigen Schöffengerichts veriolgtk« 'Berufung. Er war von einem Konkurrenten angczcigt worben, meil er an einem SowUag nachmittag nach dem gefctäich norge» schriebenen Ladenschluß in seinem Geschäft noch Kunden bedient batte. Tics ließ sich jedoch in der heutigen Verhandlung nickt fepstcllen.

Zum zweiten Male freigesprochen

wurde der Handelsmann G. G. von Hungen. G. war voiN Schöffengericht wegen Vergehens gegen das Vichseuchenges^ ver­urteilt worben, seine Berufung hatte Erfolg und die Straf* kammcr sprach ihn frei. Auf die gegen diese Entfcherduua ver­folgte Revision hob das Oberlandesgericht Darmstadt das Str* kammcrurteil auf unb wies es^zur anberroeiten Verhandlung,/und Entscheidung an die Vorinstanz zurück, die auf Grund umfang­reicher Beweisaufnahme auch heute wieder zu einem frei sprechenden Erkenntnis gelangte.

Ocr Asphalt unö seine Verwendung.

Asphalt, auch- Erdpech genannt, besteht aus >tohlenKoff, Wasserstoff unb Sauerstoff. Er hat einen starken bituminösen Geruch, der sich namentlich beim Reiben bemerkbar macht. Ta# spezifische Gewicht beträgt 1 bis 1,2. Bei etwa 100 Grab üfwniUt er und wird dabei zuerst zäh- und dann dünnflüssig. Der Asphalt bildet das Endglied einer Oxydation von Erdöl. Lcbtcrcs niimnl

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