Ausgabe 
29.4.1912 Zweites Blatt
 
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Au» Stadt und Land.

Uj ie bCH, Z9. April 1912.

* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem eajulQmtSajpirantcn Joh. Pei. Blees au5 Wörr­stadt eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Hammel- dach; dem Cchu.amtsaspirantcn Ludiv. Schäfer aus BeuS- Ijcim die zweite Lehrerstelle an der Gemcindeschu^e zu u,ammcl»buaj; dem Lehrer Adam Mader zu Nauheim eine Lehrer stelle an der Gemeindeschu.« zu Michelstadt.

* * Forstassessoren. Ernannt wurden die Forst- reserenoare uug. Joseph zu Darmstadt, Gg. Schwarz zu Dirlammen und Franz Leibjried zu ^roy-ümstadt zu Forstassessoren.

* * Eisenbahnpersonalien Der Großherzog hat den Regierungvas,essor Dr. jur. Jak. Koehl zu Breslau und den Lllgierungsoaumeister Hch. rkoch zu viltona zu Mit­gliedern einer Eisenoahndirektion m der Hejjisch-Preuöi- ichen Ei,enbahngemeinjcyait und den Regierungsbaumeister Lug. Betz zu Tlrsa-au wm Vorstand eine» Ma.chi.ienamts üx der Hesiisch-Prr-Utzisa^n iri endah. g meinschast . cnannt

Starkenburg und Rheinhessen.

bs. Darmstadt, 26. April. In der gestrigen nichtöffent­lichen Sitzung der Stadtverordneten wurde einem Tauschvertrag mit dem Gcoßh. Kabinett zugestimmt, wodurch die Stadt nunmebr auch in den Besitz des westlichen Teils deS Platanenhaines gelangt ist. Eine durchgreifende Umgestaltung des Erheber- und Aus- sichlsdienstes der städtischen Lliroioerwaltung, die teils durch die veränderten Bahnhoföverhältnifse, teils durch den Wegfall von Oktroieinnahmcn veranlaßt worden ist, wurde genehmigt. Sie vermindert den Personalvestand der Oktrowerwallung um zehn Mann (1 Erheber und 9 Aufseher) und bedeutet eine Ersparnis an den Berwallungskosten von rund 14 600 ML

Hessen-Nassau.

fc. Wiesbaden, 26. April. In der heutiaen Stadp» verordneten-Dersammlung wurde MagistratSasse,sor Borg­mann auf die Dauer von 12 Jahren zum Beigeord­neten gewählt. eoöanu touioen 10 <00 Mk. für Ein­richtung von Bureauräumen im früheren Lazarettgcbäude, in der Schwalbacherirraße bewilligt. Diese Neueinrichtung lvurde dadurch bedingt, daß oie BUt.eauS, die seither in dem früheren Hessischen Luowigsba^nhos an dec rraiser- slratze unlergebrachl waren, wegen Nieoerlegung dieses Ü)e* bäuoeS injolge Errichtung eines Muscumsneuoaues, ver­legt werden müssen. Dem am 16. Febr. von den Stadtver- orvneten gefatzlen Beschluß betr. Gehaltsregelung für die Mitglieder des städtischen Kurorcheiters, dasj das Anfangs- geyalt der drei Klassen um je 200 Mk. in die Höhe ge* setzt und der Endgehalt in allen drei Kiassen einheill.ch auf ubüO Mk. bestimmt wurde, hat der Magistrat nicht beitreten können. ES wurde deshalb erneut heute über diese Frage gesprochen, die jedoch'zu demselben Ergebnis führte. Zn Den gemischte^ Ausschuß zur Prüfung der Frage der Preis­erhöhung der hiesigen Metzger-Innung wurden die Scadi verordneten v. Dreysing, Gerhard, Sattler und 3d)iuf be stimmt. In geheimer Sitzung wurde sodann die Emge- meindungssrage mit Biebrich erörtert.

Mit Ermächtigung des Großherzogs wurde dem Regierungs- baumeister des Maschinenbaufaches Adolf Stockhausen in Kattowitz die etatsmäßige Stelle eines Regierungsbau. Meisters in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft ocrlichcn.

"Aus dem Militärwochenblatt. Befördert romben Cherleu nont d. Res. Welt (II Berlin' des Ink.-Leib-Regts. Groß- henoqin (3. Hess.) Nr. 117, guin Hcmvtmann; Lenlnant d. Res. Ben (L'icnnih) des 5. Hess. Jniant.-Rgts. Vir. 168. -um Ober­leutnant - Obcilt. d. Res. Sebrt (I Köln) des Inkant.-Le,b-R«aiS. (AroBberxo.ün (3. Hess.) Nr. 117, znm Hauptmann die Oberlls. Weber (Gießen) d. Res. des In'.-Reat». Kaiser Wllvelm (2. Hess.) 9lv 113, Hellwia (I Darmstadt) der Landivebr-Inkant. 1. Ankg., Mi Hanotlemen, und Ortenback (Worms) d. Res. im Hess. Tram- Bal. Nr. znm Ritlmetster: Bizeieldwebel B e v e r und Iablen (Franl'urt a. Ai.) zu Veutname d. Res. des Inf.-Reals. Köt er Wil- beim (2. Hess.) Nr. 116; Bize'eldwebel Kodier (I Darmstadt) znm Leutnant d. Res. des 5. Hess. Iwant.-Reat-. Nr. 16«; Bize- ivacktmetster Schutte (Worms) zum Leutnant d. Res. de« Torgauer «ield.-'AU.-ReatS. Nr. 74; W e st e r n a ck e r (Frank urt a. Bi.), Öberlt. d. Landio.-Iniant. 1. ^iu^gebotS. zu den Rff.-O'nzieren des In'ant.-Leib-Regts. Großberzoqin >3. Hess.) Nr. 117 versetzt. Der Abschied wnrde bcivifiiat dem Cberlt. b. Landw -In ant. 2. Au'a. Rubi (I Tnrmstakt). Den Lts. der Landw.-Inkam. 2. Au'aeboi« Rapier, Alt, Hoo« (I Darmstadt). Ztmt Oberarzt befördert der Assistenzarzt d.Res Tr. Kramer (Gießen); dem Oberstabsarzt d. Res. Tr. e eener« (Erbach) der Abschied bewilligt.

Die neuen Eilzüge aus der Strecke Gießen ©ein hänfen vermitteln eine Reihe wichtiger Anschlüsse. Der Z'.tq GießenGelnhausen (ah Gießen 10" norm.) nimmt in Gießen Reisende auf von Frankfurt a. M., Einkunft IO08 norm.; von Kassel, Ankunft 9" vorm.; von Kassel, 9ln- fünft 950 vorm.; von Köln (Hptb.), Ankttnst 9"; von Koblenz. "Ankunft 94e vorm.; non Frankfurt a. M.. 9lnfunft 952 oorm. In Gelnhausen (Ankunft U47 llhr) sind Anschlüsse vor» banden nach Frankfurt o. M., Abfahrt 12sl nachm.; nach Bebra, 9lbfahrt 12,s nachm. Der Geqenzug, der in (Sein- hausen 337 nachm. obgeht, vermittelt dort Anschlüsse an die Züge von Bebra, Anktinst S" nachm.: von Franffurt a. 'Dl., Ankunft 1M nachm. In Gießen ('Ankunft 501 Uhr) sind An­schlüsse vorhanden nach Koblenz, Abfahrt 504 nachm.; noch Koblenz, Abfahrt 566 nachm.; noch Köln-Deutz. Abfahrt 609 nachm.; nach Köln (Hptb.), Abfahrt 618 nachm.; nach Kassel, Abfahrt 547 nachm.; nach Kassel, Abfahrt 686 nachm.; nach Frankfiirt a. M., Abfahrt Ö&4 nachm.; noch Frank, furt, Älbfahrt 6 nachm.; nach Fulda, Abfahrt 6 nachm.

**TerGabelsbergerStenographenvereinvon 18 61 hicll dieser Tage seine ordentliche Hauptoer sarnm- l u n g im Lass Ebel ab. Ter 1. Schriftführer erstattete den Jahresbericht. Daraus ist zu erwähnen: Tas abgelaufene ®er- waliungsjahr war das 51. Es fanden 19 BereinSabende statt, von denen einige sich alsmusikalische Abende" hervortaten. Ter Verein war aus 4 Versammlungen deS Verbandes bezw. deS Bezirks vertreten und außerdem noch bei der 50jährigen Jubel­feier des Vereins von 1861 in Darmstadt und beim 25 jährig en Stijtnngösest des Vereins Marburg. Anfängerkurse wurden vier abgchaffcn mit insgesamt 137 Teilnehmern. Fortbildungs- und Redeschrislkurse fanden je 2 statt, Tikmt- und Schreibmaschinen- Kurse je 3, sowie 2 llmerrichtskurse in der französischen Sprache. Außerhalb des Vereins unterrichteten Mügliedcr im üauf man.- nischen Verein der weiblichen Angestellten, an der Kaufmännischen Fachschule, bei den studentischen Arbeiterkursen und an der Prä- parandenanstalt in Lich. Das Verbands- und BezirkSwellschreiben brachte den Mitaliedern 57 Preise, darunter mehrere Ehren­preise ein. Tie Geschäftsstenographen-Prüfung bestanden 2 Mit­glieder in 150 bezw. 180 Silben. Tie besten Arbeiten bet dem Vereinswettschreiben wurden mit wertvollen Bücherpreisen aus­gezeichnet. Von den festlichen Veranstaltungen stand die Feier des 50jährigen Bestehens (1.3. Juli 1911), verbunden mit den 32. Verbandstag, an erster Stelle. Tas Fest nahm einen schönen und würdigen Verlauf. Von weiteren festlichen Veranstal­tungen seien erwähnt die Weihnachtsfeier, eine Kappensitzung und das Winteriest, welch' letzteres durch einen von 24 Tarnen ge­tanzten Neigen verschönt wurde. Ter von dem Rechner vor­getragene Kassenbericht wies trotz der großen Ausgaben bet der 50. Jahrfeier ein ganz erfreuliches Bild auf, waS von der umsichtigen Kassenverwaltung des Rechners ein beredtes Zeugnis ablegte. Es wurde dem Rechner Entlastung erteilt und ihm der Tank des Vereins durch den 1. Vorsitzenden zum Aus­druck gebracht. Ter Vorstand wurde bis auf den aus scheidenden Bücherwart wiedergewählt, an seine Stelle trat Andrea- Reining. Ferner wurde als Ersatzmann für den verstorbenen Beisitzer (Bize- seldwebel Straub) Sergeant Münch neu gewählt. Als Veransial- tungen sind im neuen Jahre vorgesehen: 5. Mat Bezirkstag in Butzbach, Himmelfahrtwanderung (Dünsberg-Schmelz-Lollar), 30. Juni Verbandstag in Höchst a. M., 10. August Kommers zur Feier des Gründungstages, 11. August Ausflug, int September eine Wanderung in den Westerwald und am 14. Tezember Weihnachts­feier. Schließlich kamen noch die Preise von dem Vereinswett- sckreiben 1911/12 zur Verteilung. Es wurden noch einige Aus­schüsse gebildet.

Landkreis Gießen.

--Rödgen, 28. April. Die Einrichtung einer Postagentur hier wird nid)t zum 1. Mai erfolgen, sondern ist bis zur endgültiaen Genehmigung des Voran­schlags durch den Reichstag hinauSgeschoben worden.

Dardanellen für die Schiffahrt nod) kein en En t schl. Es wird versichert, daß der Ministerrat der Ansicht ist datz eine Deffnung der Dardanellen solange unmöglich ist, als die Gefahr eines Angriffes auf die Dardanellen besteht.

Tie Besetzung der 3nlel Astropa'ia.

Rom, 28. April. (Agenzia Stefani.) Admiral P res- bit er o telegraphiert von dem PanzerkreuzerPisa lunken- telegraphisch, er habe, um dieBesetzung der In, el Astro- pa i le (westlich von Rhodos) zu vervollständigen, zwei Ko m- pagnien gelandet. Tiefe bemächtigten sich durch einen Handstreich der Pässe, welche die Stadt Livadia behemchen, um die dort versammelten türkischen regulären Truppen zu um­zingeln. Tie Umzingelung glückte vollständig Bei Tagesanbruch forderte em Parlamentarier die Tucken zur Ueber- gabe aus, die angenommen wurde. Man erwies der kleinen Garnison, die kriegsgefangen erklärt wurde, militärische Ehren.

Rom, 28. April. Gegenüber der von der ^Vteuen Freien Presse" veröffentlichten Nachricht, daß der Kreuzer Francesco Ferruccio", nichtVarese", bei den Dardanellen gesunken sei, erklärt dieAgence Ltesani' : Die Nachricht ist ebenso unrichtig, wie von dem Unter­gänge desVarese".Francesco Ferruccio", der unter dem Befehl deS Kapitäns Casalino steht, befindet sich tu ausgezeichneter Verfassung und ist bei dem Bombardement der Dardanellen ebensowenig von einem Gesck>ob getroffen worden, wie derVarese" oder die übrigen Schisse.

Festlichkeiten in Konstantinopel.

Konstantinopel, 28. April. Aus Anlaß deS Jahrestages der Thronbesteiguna des Sultans ist die Stadt reich beflaggt. Am Vormittag fand ein Emp­fang im Palais statt. Darauf wurde die von der Nurn- bera-Augsburger Maschinenfabrik erbaute Brücke von Ga- lata nach Stambul feierlich eröffnet. Nachmittags fand auf dem Freiheitshügel eine Revue über 30 000 Mann aller Waffengattungen statt, der der Sultan, die Prinzen, das diplomatische Korps, sowie zahlreiche Wür­denträger und das Publikum beiwohnten. Die ausgezeich­nete Haltung der Truppen fand allgemeine Bewunderung. Qum ersten Male stieg ein Militar-Flugschiff auf, das Über dem Paradefeld in großer Höhe eindrucksvoll manov- rierte Abends war die Stadt illuminiert. Etwa 200 wegen politischer Delikte Verurteilte wurden begnadigt.

Ter Kampf bei Tobruk.

Konstantinopel, 28. April. Das KriegSmini- sterium veröffentlicht ein Telegramm Enver Beys vom 23 April über den Kamps, der in dieser Nacht bet Tobruk stattgefunden hat. Die Italiener hatten etwa 40 Tote gehabt. Ferner seien zwei Maschinen­gewehre unbrauchbar gemacht und ein Scheinwerfer zer- stört worden. Die türkischen und arabischen Truppen hatten zwei Tote und drei Verwundete.

(Sine B.schretbunz de8 BahichofS.

Die preußische und bessiiche Eisenbahndirektion Mainz hatte die Vertreter der Preise zu einer Besichtigung bet neuen Darmstädter Bahnhrfsanlage eingcladen. Die Führung hatte einer der Erbauer des neuen Bahnhofs, der Regierunas- und Baurat M e t t e g a n g übernommen. Der Rundgang begann von der großen Empfangshalle aus. Man hat vielfach über die zu niedrigen Eingangstürchen Witzchen gemacht. Große Männer mit hohen 8b- linderhüten haben Proben angestellt, und sie haben erkennen müssen, wie trügerisch der Schein ist. Selbst der größte Offizier der reutschcn Armee, der Divisionskommandeur v. Plüskow, konnte, wie Prof. Pützcr sagte, mit wehendem Helmbusch hoch ausgerichtet das Portal durchschreiten. An den Fahrkartenschaltern, die in großer Zahl vorhanden sind und Fahrkarten je einer bestimmten Fahrtrichtung ausgeben, sind Heizkörper angebracht, eine Neuerung, die den Reiserchen und den Beamten zugute kommt. Ebenso befinden ick) unter den Tischen der Gepäckabfertigung Heizkörper. Zwischen >en Eingangstüren zu den beiden Wartesälen, deren innere Aus- tattung noch nicht vollendet ist, steht ein großer Brunnen. Die Erbauer haben überhaupt auf die Errichtung von Brunnen, die l Utes Trinkwasser verabfolgen, chr besonderes Augenmerk gerichtet. Sind doch nicht weniger als dreizehn Brunnen auf der ganzen Bahnhossanlage verteilt. Selbst in unmittelbarer Nähe des Fürsten­zimmers stehl erlauchten Wasserfreunden ein labender Quell zur Verfügung. Ohne Uebertreibung darf gesagt werden, daß die Bahnsteige mustergültig angelegt sind. Abgesehen von der großen llebersichtlichkeit sämtlicher Gleisanlagen, bat man auch Vorkeh­rungen getroffen, um daS Publikum nach Möglichkeit vor der ttauchbelästigung zu schützen, lieber dem ganzen Bahndamm sind Abzugskanäle geschaffen. SogenannteSck)ürzen" verhiickern das Eindringen des Regens. Wer auf der Brücke steht, die sämtliche Gleise überquert, und die Züge unter sich weg fahren sieht, wird Durch den Rauch kaum belästigt werden können. Von der.Brücke übreit bequeme Treppenanlagen zu den einzelnen Bahnsteigen. Jrn ganzen sind sechs Bahnsteige vorhanden, fünf davon sind von der Brücke aus zu erreichen. Der Bahnsteig Nr. 1 ist der ogenannte Fürstenbahnsteig, der abgesondert ist, um bei größeren Empfängen den eigentlichen Verkehr nicht zu stören und den FürstlickLeiten ungehinderten Zu- und Abgang zu ermöglichen. Eine 'rcsondere Treppe ist vorgesehen, um zu den Fürstenzimmern zu gelangen. Der eigentliche Empfangsraum, das sogenannte Fursten- zimmer, ist fast fertiggestellt. Die Wände sind mit poliertem Edelbirkenholz verkleidet. Tie Einrichtung ist ebenfalls auS dem bolz der Edelbirke, hell poliert, hergestellt; sie besteht aus einem ostbaren Prunkschrank, der mit Silbereinlagen reich verziert ist, einem ovalen Schreibtisch, fünf Ledersofas mit weichem grünem Rindleder und zwölf Sesseln. Die Fenster in diesem Zimmer sind nach den Entwürfen des "Darmstädter Künstlers Kleukens her- gestellt. Die Bildhauerarbeiten stammen von Prof. Beiz. Der Raum besteht aus zwei Abtellungen, die Hintere bildet eine Art Erler mit nicht ganz halbkreisförmigem Ausbau. Neben dem Fürstenzimmer ist ein Raum für das Gefolge geschaffen, den Pros. Sckfarvogel entworfen hat. Hier sind die Farben grau und braun vorherrschend. Die Einrichtung besteht aus Korbmöbeln. An der anderen Seite des Fürstenzimmers sind Räume für die "Diener­schaft vorgesehen. Für das Gepäck sind besondere Räumlichkeiten vorhanden. Findet ein größerer Empfang statt, so ist dafür gesorgt, daß eine Ehrenkompagnie Aufstellung finden kann, die bequem von der Auffahrt durch einen bejonberen Eingang zu ihrem Standort gelangen kann. Die Auffahrt zum Fürsten-Empfangs- tzebäude ist von der Ausfahrt zur großen Empfangshalle getrennt. Der Fürstenbahnsteig ist so eingerichtet, daß er bei besonders starkem Verkehr auch dem großen Publikum dienen kann. Auch sollen hier die Sonderzüge halten, die bei besonderen Gelegenheiten etwa eingelegt werden. Zu diesem Zweck wurde ein besonderer Aus­gang vorgesehen. Mch die Polizei hat ihre Staunte. Ja selbst ein lleines Gefängnis ist vorhanden, in dem zu transportierende: Gefangene aus kurze Zeit untergebracht werden sollen. Eine Kantine für EHauffeure und Kutscher harrt noch der Vollendung. Stehl man, den Blick auf das Hauptgebäude gerichtet, vor der Anlage, so befindet sich links das Verwaltungsgebäude, das drei Betriebsämtern, einem Verkehrsamt, einem Maschinenamt und einer Dienstwohnung Aufnahme gewähren soll. Neben diesem Gebäude ist ein lleines Oktroihäusck)en errichtet. Hinter der an- schließenden Mauer sollen die Gerätschaften und Wagen, die zur Straßenreinigung dienen, den Augen des Publikums entzogen wer­den. Recksts von Der großen Empfangshalle ist das Pougebäude errichtet. Der Platz vor den Bauten ist durch gärtnerische Anlagen geschmückt. Vor dem Fürnenempfangsgebaude steht der Brunnen des Darmstädter Berkehrsvereins. Einfach gehaltene Kandelaber tragen Die Beleuchtungskörper. Die Lage des Bahnhofs ist die denkbar beste. Der an den Bahnkörper sich anschließende Wald bietet einen vortrefflichen Hintergrund, der die archckektonische Wirkung des Ganzen weientlich erhöht. In diesem Walde befindet sich auch eine Arbeiterkolonie, für Deren Errichtung und Ausbau Regierungsrat Mettegang ganz besondere Liebe aufwendet. Mll diesem Werke wird eine Schöpfung der Oeffentlichkeit übergeben, Deren Großzügigkeit wett über die Grenzen Hessens hinaus an­erkannt werden muß, eine Schöpfung, die auch woht auf lange Zell hinaus vorbildlich fein wird.

der Rote Adlerorden 4. Kl. dem Baurat und «eigeprtmeten Jaeger in Darmstadt, dem Regierungsrat Dr. Lchnei- e r in Mainz, dem Justizrat Tr. Osann in Darmstadt (als Rechtsanwalt der Eisenbahngemeinschaft), dem Oder- konsistorialrat Dr. Bernbe-ck in Darmstadt; der ittonen- orben 3. Kl. dem Oberbürgermeister Dr. Glas, in g in Darmstadt, dem Geh. Oberbaurat Kilian in Emstadt und dem Professor Pütz er in Darmstadt.

Vom Großhcrzog wurden folgende Auszeichnungen ver­liehen: das Komturkreuz 2. Kl. mit der Krone des Verdienst- ordens Philipps des Großmütigen dem EisenbahndirektionS- präsidenten Dr. Michaelis; das Ehrenkreuz des Per- dienstordens Philipps des Großmütigen dem Ober- und Ge­heimen Regierungsrat Gallo in Mainz; das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Geh. Saurat Kirchhoff in Mainz, dem Regierungs» und Saurat Mettegangin Mainz, dem Regierungsbaumeister Schmidt in Mainz; das Ritterkreuz 2. Kl. desselben Ordens dem Architelten Panthel in Mainz, dem Eisen- bahnobersekretar Meißner in Mainz; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" dem Rangiermeister Gg. Schmidt in Darmstadt, dem Werk- ührer Wilh. Bauer in Darmstadt, dem Weichensteller L Kl. Hch Häuser in Darmstadt; das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" dem Schacht­meister Gg. Kahl in Griesheim.

Chinesische Zinanzpolil.

TieDaily Mall" meldet aus Peking: Die deutsche FirmaArnold, Karberg u. Co., die ein österreichisches Syndi­kat vertritt, hat mit dem ch i ne s i s ch e n F i n a n z m i n i st e - rium eine 6prozentige Anleihe von 9 Millionen Mark abgeschlossen. Tie Anleihe ist zu 95 Proz. ausgegeben worden. Für die Anleihe sind Die städtischen Akzisen von Peking verpsändet worden. Tie chinesische Regierung hat Die Verpflick)tung, bis zur vollen Höhe der Anleihe bei den Skodawerken Geschütze zu ba> ^«SBie das Reutersche Bureau erführt, findet zwischen den Mächten ein Gedankenaustausch über die Sechsmachte- anleihe Chinas statt. Vertreter der interessierten sechs Frnanz- gruppen werden im Mai wahrscheinlich in London zusammentreten und es ist wahrscheinlich, daß, was die Einzelhellen betrifft, vorher etwas Bestimmtes vereinbart werden wird. Nach tele­graphischen Nachrichten aus China soll angesichts der unsicheren Verhältnisse und Der in Betrackst kommenden politischen Inter­essen eine strenge Aufsicht über die Anleihen als notwendig erachtet werden. Man hält es für nicht unwahrscheinlich. Daß in den Erörterungen, die jetzt stattsinden, formelle Anerkennungen der Ansprüche gewisser Mächte angeregt werden wird, die zwar im allgemeinen aber bisher nicht formell Geltung gefunden haben.

Einweihung bis neuen vuhnhose; in oarmftuvt.

bs. Darmstadt, 28. April.

Mit großem festlichem Gepräge wurde heute mittag Darmstadts neuer Bahnhof eingeweiht. Um Vs 12 Uhr ver­sammelten sich die geladenen Gaste in den Fürstenzimmern des alten Bahnhofes. Erschienen waren neben den drei hessischen Ministern der Geh. Lberrcgierungsrat Offenberg auS Berlin als Vertreter des Eisenbahnministers Dr. Brei­tenbach, der Divisionskommandeur Generalleutnant ovn Plüskow, ferner der Stadtkommandant Generalmajor von Randau, der Präsident der Eisenbahnoirektton Mainz Dr. Michaelis, Provinzialdirektor Fey, Oberbürgermeister Dr. Glässing, sowie bfc Vorstände sämtlicher hess^en B.Hörden, die in irgend einer Beziehung zum neuen Bahnhof stehen. Auch der frühere Finanzminister Dr. Gnauth nahm an der Feier teil. Pünktlich erschien 11.38 Uhr der Sonderzug, der die Gäste zum neuen Bahnhof bringen sollte. Der Feier deS Tages entsprechend hatte die Maschine Blumen- und Flaggenschmuck angelegt. Neben Wogen der 1. Krasse waren auch Salonwagen des Großher^ogS zur Zusammenstellung des Zuges benutzt. Auf der großen Brücke am neuen Bahn- Hof hatte sich eine ungeheure Menschenmenge eingefunden, die den ersten Personenzug mit Hurra begrüßte. In der großen Halle des Bahnhofes brachte ein Geiangverein Mo­zartsO Schutzgeist alles Sckstinen" zum Vortrag. Eisen- bahnpraiident Dr. Michaelis warf einen Rückblick ans die Entwickelungsgeschichte Darmstadts und die Entstehung des neuen Bahnhofes. Am Schlüsse seiner Rede darnte er allen, die mitgehol'fen hatten, daS groge Wert' zu vollenden, den Künstlern, den Ara)itekten, den Meistern, Handwerkern und Arbeitern. Gehelmerat Ossenberg verlos die vom König von Preußen anlaglich der Erüisuung versehenen Ordensauszeichnungen. Dann verlas Minister Dr. B r a u n die vom Eroßherzog verliehenen Au^z^i^nungen. Mit Beei- hovenSDie Himmel rühmen" schloß der erste Teil- der Feier. Die Gaste verteilten sich dann zwangws zur Be­sichtigung der einzelnen Räume, woraus em Frühstück fiflL- jand. Reich dekorierte Ta,eln waren im Wartesaal 1. und 2. Klasse ausgestellt. Wahrend des Essens hi.ll G-^eimerac Ossenberg nochmals eine Ansprache, in der er den Grug des preußischen Ei^enoahnmiiiiste^s uoerb.acht-, der e^ leu- hast bedauere, nicht selbst an der Feier tcilnehmen zu können. Er tränt aus das Wohl deS ^e^eilianoev. Ober­bürgermeister Dr. Glass ing sprach den Tant der ^.tadt allen Künstlern, die an dem Werte geyoffen hatten, sowie allen anderen, die zu seinem Gettngen beigetragen hallen, aus. Er erhob sein Glas zum Woh^e der u.^enbahiig>mcin- schast. Bon 3 Uhr ab sand eine nochmalige Seiicyligiuig unter sachkundiger Führung statt.

Vom König von Preußen wurden verliehen: der Rote Adlerorden L Kl. dem StaatSminifter Ewald, dem Fi- nanzminister Dr. Braun: der Rote 'ed)lerotten 3. Ki. dem Provinzialdirettor Fey; die Äönigl. Krone zum Roten Adlerorden 4. Kl. dem Beigeordneten a. errin Darmstadt;