Dann sprang er von neuem in das durch Pfähle abge-- grenzte Bad hinein, wurde jedoch von einer hochgehenden Welle erfaßt, hochgehoben und mit dem Kopfe gegen einen der die Badegrenze bezeichnenden Pfähle geschleudert. Dadurch scheint K. besinnungslos geworden zu sein, denn er wurde trotz guter Schwimmkenntnisse von dem Wasser auf die See hinausgetragen, wo er bald hinter den Schcmm- köpsen verschwand. Besondere Ausrüstungen zur Hilfeleistung waren nicht vorhanden, jedoch ist das für den RecAsjtreit belanglos, da angenommen wird, daß bei der hohen See auch diese nicht mit Erfolg hatten angewendet 4oerden können.
Seine Kinder haben die vorliegende Klage erhoben und stellen Ansprüche auf Unterhalt. Sie machen geltend, daß der Gemeindevorsteher die Verhältnisse des Bades gekannt habe und daß er durch Erhebung der Kur - taxe auch vertraglich verpflichtet sei, für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Er und die Gemeinde seien deshalb für den Unfall, der durch Schließen des Bades bei der gefahrdrohenden See hätte bermie-ben werden können, haftbar. Tas Landgericht hat die Klage abgewiefen. Das Lberlandesgericht Königsberg erklärte in seinem Urteil die beklagte Gemeinde und den Gemeindevorsteher zur Hälfte für haftpflichtig. Das Oberlandesgericht kommt deshalb zu .iner Verurteilung der Beklagten, weil sie unterlassen haben, das Baden bei dem hohen Seegange zu untersagen. Tenn jeder, der ein Bad an der See eröffnet, übernimmt — so führt das Lberlandesgerichr aus — damit die Verpflichtung, auf die besonderen Verhältnisse aufmerksam zu achten. Er muß, wenn er nichts anderes tun kann, zu dem äußersten Schutzmittel, zum Schließen des Bades, schreiten. Wenn der (Gemeindevorsteher die Gefährlichkeit kannte, so bedeutet es eine arobe Fahrlässigkeit, wenn er nicht zum Schließen des Bades unter den doppelt gefährlichen Ver hältnifsen schritt. Zur Hälfte bürdet das Oberlandesgericht das Verschulden dem Verunglückten selbst auf, da dieser die hohe See gesehen hatte und auch die Gefährlichkeit des Wassers zum Teil gekannt und deshalb auch die Kinder sortgeschafst habe. Wenn er barm wieder ins Wasser sprang, so liege darin ein mitwirkendes Verschulden an seinem Tode.
Gegen das Urteil des Obertandesgerichts Königsberg hatten die Beklagten wie auch die Kläger Revision beim Reichsacricht eingelegt, jedoch erfolglos. Der VI. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofs erkannte aus Zurückweisung der Revisionen.
8. Deutsches Sängerdundessest.
~ Nürnberg, 30. Juli.
Ilebereinstimmend stellten die Musikkundigen fest, daß das Niveau des deutschen Volksgesanges sich durchweg gehoben hat. Vielfach konnten überraschend schöne Leistungen festgestellt werden, und die Befürchtung, daß die verschiedenen Gesangvereine Deutschlands nur noch zu den Kaiserpreiswettsingen ernsthaft Vorbereitungen treffen, und sich anstrengen würden, erscheint glück- lickterweise ganz hinfällig. Gerade für Nürnberg haben sich die meisten Vereine so wohl vorbereitet, daß die dtotwendigkeü der Abhaltung von Bundesfeften aufs neue dargetan ist. Die schärfsten Kritiker sind noch immer in den Reihen der Gesangvereine selber zu iinbai. Das zeigte sich vor allem bei der gestrigen ersten Haupt- ausführnng, deren vormittägliche Probe sogar einen kleinen Zwischenfall herbeiführte, als ein von dem Leipziger Königlichen Musikdirektor Gustav Wohlgemut!) komponiertes Lied durch den Leipziger Männerchor zum Vortrag gelangte. Einigen Chor- meistern gefiel die Komposition wohl nicht und sie zischten deshalb. Darauf drehte sich der temperamentvolle Wohlgemuth um und ries den Kollegen zu: „Meine Herren, Sie haben die Partitur nicht studiert?" Natürlich erregte diese Kritik der Kritik große Heiterkeit und man trug sie Wohlgemuth um so weniger nach, als er unstreitig einer unserer bedeutendsten Dirigenten ist und seine Sängerschar wohl zu leiten versteht.
Erfreulich war vor allem das starke Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen deutschen Stämme. Und wie man die deutschen Brüder aus Oesterreich ausgenommen hat, verdient immer wieder unterstrichen zu werden. Nach ihnen waren es vor allem die Schwaben, die als Träger des Bmrdesgedankens gelten dürfen und deren zakstreicl-c Beteiligung am Feste allgemein lebhaft begrüßt wurde. Freilich reichte ihre Zahl bei weitem nicht an die Sänger des Königreichs Sachsen heran, die mit ihren 10 000 Mann geradezu demonstrativ wirkten. Die Sachsen verstände:: sich jedenfalls am besten mit den Bayern und feierten bei den verschiedenen Kommersen förmliche Verbrüderungsfeste. Ueberall sah man die grün-weißen Farben und den Ausländern muß es so vorgekommen sein, als wenn Sachsen inzwischen zum größten 2ftmdesstaal avanciert wäre. Demi der tatsächlich größte Bundesstaat Deutschlands, Preußen, war nur durch die Berliner Sänger- fd)üh, die Hannoveraner und Schlesier in größerer Zahl vertreten. Tie Rheinländer verschwanden fast ganz un£ doch hatte man sich gerade auf sie gefreut, da der Kölner Mannergesangverein noch immer an der Spitze aller deutscher Männergesangvereine marschiert mrd auch die Bonner, Dortmunder, Crefelder imb Essener Mannergesangvereine von dem Deutschen Kaiserpreis- wettsingen her sich eines besonders guten Rufes erfreuen. Bemerkenswert war noch der starke Zuzug von Danziger und Königs berger Sängern: er zeigte, daß im deutschen Osten das deutsche Lied eine ganz besondere Pflege genießt. Und besonders unter den Tanziger Sängern gab es eine ganze Anzahl, die mit Stolz auf ihre Beteiligung an den meisten zurückliegenden Sängerfesten Hinweisen konnten. Daß auch die deutschen Brüder aus dem ehemaligen Königreich Polen, aus den baltischen Provinzen, und vor allem aus Deutsch Südwestasrika der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit und Sympathie waren, versteht sich wohl am Rande bei einem Feste, das neben der Pflege des deutschen Liedes auch bet Pflege der deutschen Gemeinbürgschaft gilt.
Die heutige zweite Hauptaufführung wurde eingeleitet durch einen von Karl Hirsch (Nürnberg) dirigierten Männeräwr mit Crdyeftcr „Das Deutsche Lied" von Wendel. Sänger unb Dirigent n>arcn bemüht, nicht unter den Leistungen des Vortrages zurückzubleiben Und sie blieben auch nicht zurück, wie der stürmische Beifall zeigte. Unter Lei Ning des Hundes Ehormcistcrs Viktor Keldorfet trug sodann der Niederöster- reidniche Sängerbund das vom Chormeister Kremser kom- Monierte Lied ,^Jrn Wärter" vor. Die Sänger wußten sich den Intentionen des Komponisten und des Dirigenten in vortrefs- lieber Weise anzupassen und sie trugen in gleich meuter bah er Weise unter Tirekliou von Bundesckormeister Adolf K i r ch e l auch Lasites „St. 'Uiidwl" vor. Allgemeinen Jubel und Beifall lösten die folgenden zwei gemeinsamen Vorträge aus, die Professor Förstler Stuttgart) dirigierte, nämlich die „Liebesklage" von 5Börjueine Komposition im Volksliedton und „Im tiefsten Wald" von Speidel In einer geradezu musterhaften Weise trug die Freie Verernigung der Sächsischen Sängerbünde sodann das vorn Komponisten Wohlgemuth selbst dirigierte Lied „In der Fremde ' und Jüngsts „An die Mägdelein ' vor Der rauschende Beifall,, der den 53 ort rüge» folgte, entlohnte den Komponisten und seine wackere Sängerschaft für den Aufwand an Fleiß, den sie zur Einstudierung dieser Lieder' gemacht batten Im Mittel Punkte der heutigen Hauptausführung stand der Pilgercbor von Richard Wagner, den dieser im Jahre 1861 dem Wiener Manner yiaugtierein gewidmet und den der Wiener Mannergesangverein dem Deutschen Sängerbünde zur Versügung gestellt batte" Ter Chor, der unter Leitung von Musikdirektor Gustav Wo tilge inutb sLeipzigl mit ifrirr Innerlichkeit und seinem Empfinden vorgetragen wurde, fand durch die geradezu künstlmu'chr Wieder gäbe begeisterten Widerhall bet den Zulwrern. Breus „Früh ling am Rhein" und „Lützows wilde Jagd" von Weber, bei dem
sich namentlich die Dirigenten Hirsch-Nürnberg und Langs- Hagen besonders hervortaten, erregten einen Beifallssturm, auf den der Westfälische Provinzialsängerbund mit Recht stolz lein kann. Peti'ckkes „Neuer FrühUng" fand unter Leitung des Ntusik- direktors Wohlgemuth «Leipzigs eine ausgezeichnete Interpretation. Tie fedrs niederländischen Volkslieder für Soli, Männerchor und Orchester von Kremser tarnen trotz der Feinheit der Durchführung, um die sich der Königliche Musikdirektor Hans Sckmeidcr Prag) hervorragend verdient gemacht hat, bedauerticherwecse bei der im Saale herrschenden Unruhe nicht zur Geltung. Die Solisten, Kgl. Kammersänger Wolf (München, als Tenor lutb Kämmeriänger Alfred Käse (Leipzig, als Bariton, litten io auch unter der Unruhe. Ter Dirigent wußte aus der gewaltigen Sängerschar und aus dem Orchester das beste hcrauszuholen und sie zu einer Begeisterung und einem Schwung fortzureißen, die einen rauichenden Beifallssturm auslösten.
Tamit schloß die zweite Hauptaufführung. .Heute abend nnbet der dritte Kommers in der städtischen Festhalle statt, dem morgen im Rathaussaale der Sängertag folgt.
Die Eisenbahn Lich—Grünberg.
Man schreibt uns:
Ten Spruch: „Tas ist der Fluch der bösen Tat, daß sie stets Böses muß gebäre»*, kann man mit Recht aus die neue Bahn Lich—Grimberg cinwenden. Hätte man dein Trängen oer Gemeinden von Lich bis (Ärünberg und auch von Privaten gefolgt, die Bahn statt nördlich südlich um Grün berg vorbeizufuhren, so mären alle Kalamitäten, in die die Gemeinden hinemgesiihrl werben sollen, nicht vorgekomiuen. Es wird nämlich an die anschließenden Gemeinden der Strecke Butzbach—Grünberg von der Lenz & Co. Eisenbahn-Gesellschast das Ansinnen gestellt das von den Gemeinden der Etsenbalm-Gesellschaft geliehene Kapital statt mit 4 oder 37* Proz. mit nur 3 Proz. zu verzinsen, so daß die Gemeinden einen ansehnlichen Verlust erleiden müßten. Wit- wollen einmal die durch die salsche Veranlagung der Bahn veranlaßten Nachteile zusammenslellen:
1. Tie Bahn hat zwischen Queckbon: und Grünberg eine so starke Steigung erfahren, daß sie für den Güterverkehr unbrauchbar -ist.
2. Die Baukosten zwischen Queckbon: und Grünberg sind durch notwendig gewordene Ausgrabungen und Auffüllungen sehr groß geworden.
3. Um die durch den geringen Güterverkehr und größere Zinsenlast von den größeren Baukosten veranlaßte Unterbilauz zu decken, griff die Bahnoenvaltung wieder zu einer falschen Maßregel, indem sie den Fahrpreis für Personen und Güter erhöhte. Während die Staatsbahnen für den Kilometer IH. Klaffe 3 Pfg. und IV. Klasse 2 Pfg. erheben, stellt sich hier der Fahrpreis im Durchschnitt bei der III. Klaffe aus 47, Pfg. und bei IV. Klasse am' 37, Psg., sogar von Grünberg nach Harbach bei III. Klaffe auf 5 Psg. und IV. Klaffe 37. Pfg. Nur bei der Strecke von Grünberg nach Butzbach hat man es bei III. Klasse bei 3,6 Pfg. und IV. Klaffe bei 2,56 Psg. belasten. Daß sich der Verkehr bei solchen Fahrpreisen nicht heben kann, ist ganz natürlich.
Wäre die Bahn südlich um Grimberg geführt worden, was gut ausführbar war (1885 hatte die hessische Negierung schon ein Projekt mit einer Steigung von 1 zu 80 entwerfen lasten), so wäre der Ban der 37, Kilometer langen Strecke Neumühle—Wetterfeld nur eine Frage der Zeit gewesen. Tamit wäre die Strecke Londorf—Grünberg—Laubach—Hungen—Nidda ujw., also Nord-Ober- Hessen mit Süd-Oberhessen verbunden worden, umsomehr, als die Fortführung der Marburger Kreisbahn nach Londorf auch nur eine Frage der Zeit ist.
Hatte dte Lenz'sche Eisenbahngesellschast bei diesen: Bahnbau ihren Kopf ausgesetzt und den Gemeinden nicht nachgegeben, so ist es jetzt den Gemeinden nicht zu verdenken, wenn sie jetzt auch ihrer: Kopf auisetzen und nichts bewilligen.
Universitäts-Nachrichten.
I] Marburg, 30. Juli. Ji: der theologischen Fakultät der hiesiger: Universität habilitiert sich nwrgen Herr Lic. theol. Rudolf Bultmann mit einer Antrittsvorlesung über »Die Bedeutung der Eschatologie für dos llrcbnflentum*.
Gerichtssaal.
0 Marburg, 30. Juli. Am 14. Mai b. I. würbe in Mlendorf an der Eber das zweijährige Söhnchen der Familie Wolf bort von einem Holzfuhrwerk aus Battenberg überfahren unb getötet. Ter Fuhrknecht Born aus letzterem Orte, ber den Wagen begleitete, batte sich deshalb beute vor der Ferienkammer des hiesigen Landgerichts wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß er nach Möglichkeit den aus der Torfstraße spielenden Kindern ausgewichen sei, den unglücklichen Knaben, der ihm gerade in die Pferde hineingelaufen sei, habe er nicht bemerken können. Tas Gericht kam nach Vernehmung einer ganzen Anzahl Zeugen zu einem freisprechenden Erkenntnis.
Sport.
— Bad-Nauhein:, 30. Juli. Hier findet vom 5. bis 8. August ein großes Golf-Tournier statt. Es ist bekcnmt, daß Bad-Nauheim in letzter Zeit alles aufbietet, um auch auf dem Gebiete deS Sports mit anderen großen Bädern in die Schranken treten zu können, und inan darf sagen, daß die Bemühungen bereits mit besten: Erfolg gekrönt sind. Ter Bad-Nauheimer Golfplatz ist herrlich gelegen, sehr gut instand gehalten und em äußerst angenehmer Aufentl)altsort. Tas beoorftebeube Tournier wird sich gewiß einer regen Beteiligung erfreuen, denn cS weile:: augenblicklich sehr viele Freunde dieses gesunden Sports bei rms, die das Tournier ohne Zwe:fel interessant gestalten werden.
Lnstschissahrtl
Das neue Zeppelin-Luftschiff „Hansa".
Friedrichshafen, 30. Juli. Tas neue Luftschiff „Hansa" ist heute Vormittag um 10 Uhr 15 Min. zu seiner er st en Probefahrt aufgestiegen. Es wird voraussichtlich am Donnerstag die Reise nach Hamburg antreten.
Friedrichshafen, 30. Juli. Heute nachmittag 5 Uhr 20 Minute:: unternahm das L u f t s chi f f „H a n f a" einen zweiten Aufstieg, an welchem ebenso wie heute vormittag Gras Zeppelin selbst teilnahm. Die Nachmittagssahrt diente zu einer Gcfchwin- digkeitsprüsung. Es steht noch nicht bestimmt fest, daß das Lust- schiss am Donnerstag die Fahrt nach Hamburg antreten wird. Jedenfalls ist die Nachricht unrichtig, daß das Luftschiff zunächst nach Franksutt a. M. übersiedeln wird.
Vermischter.
♦ Ein Unfall in den Bergen. Aus Paris wird gemeldet: Der 35 jährige Ingenieur v a n G o e t h c n , ein Belgier, und seine 32 jährige Schwester, bestiegen gestern einen Berg in der Belle Done-Gruvve in der Dauphinse. Auf dem Rückweg um 2 Ubr nachmittags überschritten sie den Gletscher Domenon. Tas Fräulein glitt aus, fiel unb wäre in einen Abgrunb gestürzt, wenn es ihrem Bruber nicht ge langen wäre, es im letzten Augenblick am Rock sestzubalten. Ein Herr, der sie begleitete, lief, um Hilfe zu holen. Aber diese Hclie kam erst um 10 Uhr abends an. Der Bruder hielt bis dahin, also 8 Stun den lang, seine Schwester über dem Abgrund fest. Diese war bewußtlos geworden. Als es endlich gelang, Herrn van Goetden von seiner Last zu befreien., brack er ohnmächtig zusammen. Tas Fräulein wurde auf einer Iragbabrc :n ein Hospital gebracht, wo sie bewußtlos barmeber hegt Man befurchtet, baß es sich bei dem Sturz einen Schädelbruch zu gezogen bat.
* i-c eng 1: sche Untersuchung über die T i - tonte" K a t a ftrovb e. Lis London wird berichtet' "Lord Merie» gab bas ergebne ber Untersuchung über die „Titanir"- KataNiovbc bekannt. Ter Zusammenstoß mit dem Eisberg wird der übertriebenen Ge s ch w : u d i q k e : t zugeschrieben, dem UrteU lagt Lord Mersey weiter: T:e Umstande überzeugten
ihn davon, daß das non der „Ealifornian" gesichtete Schiff! die „Titanic" gewesen sei. Die Nacht sei klar und die See rubi£ gewesen. Wenn die „(Ealifornian", die die Notrakcten der „Titanic" gesehen habe, durch bas Eis hindurchgefahrcn wäre. n»as sie ohne Ckiabr hätte tun können, so hätte sie wahrscheinlich viele, wenn nickt alle Lebenben ber „Titanic" gerettet. Das Urteil cuir- psiehlt Verbesserungen der 2 ch o 11 e n c i n r i ch t u n g unb betont, baß bas Hanbclsamr bie E-rmäditigung^ bekommen müßte, den Grundriß und den Kostenanschlag ber Schisse bet Begin« bes Baues zu prüsen. Er erflärt, baß ber Llusrüstung bcs Schiffes mit Rettungsbooten unb Notflößen nicht ber Sonn enge, halt, i'onbcm bie Passagierzahl zu Grunde gelegt merben müßte. Mersey drückt schließlid) den , Wunsch aus, die internationale Konserenz möge eine gemeinsame Aktion cinleitcn, bie die Ausrüstung der Schisse einschließlich der Rettungsarbeiten und Scheinwen'cr sowie die Frage der Acnberuug des Kurses bei Eisgesahr zum Gegenstände habe.
* D i e großen Ohren. Torfarzt (zum Bauer, dem bei der Rauserei beide Ohren abgerissen worden sind): „Das war klug, daß Ihr gleich zu mir gekommen seid, Huberbauer: ictzt heilen die Ohren vielleicht noch glatt wieder an!" — ,,Tas hab' ich auch gedacht, aber was ich noch sagen nrollt’, Herr Doktor . Könnten Sie sic nicht, bevor sie angenäht ivcioqr a bissel besdineiden?"
Kleine 6age$d>ronif
Wie von zuständiger Seite nritgeteilt wird, ist auf dem Truppenübungsplatz E l s e n b o r n ein Soldat an der Ruhr gestorben. Eine Anzahl anderer ist erkrankt oder krankhcits- verdächtig. Die Leute »erteilen sich auf die 68. Infanterie- brigade und gehören den Regimentern 'Ihr. 135 unb Nr 145 an.
Drei Ingenieure unb em Arbeiter ber Eifenbahngcscllfchast Paris — Lyon — Mittelmeer waren am Montag mit der Prüfung der Festigkeit einer Eifenbahnbrückc über die Turance zwischen Mont Dauphin und 5t. (Element beschäftigt. Tie Ingenieure und der Arbeiter befanden sich auf einem fliegenden Gerüst unter der Brücke. Plötzlich stürzte das Gerüst mit ben Männern in die hier besonders wilde und durch das jüngste Gewitter stark angeschwollenc Durance. Tie Ingenieure Tisfier unb Girard sowie der Arbeiter ertranken. Der britte Ingenieur wurbr verletzt unb bewußtlos aus bent Wasser gezogen. Man hofft, ihn zu litten.
9 Personen bei einer Scgclbo o t fa hr t ertrunken Neumünster, 30. Juli. Heute nachmittag kenterte infolge einer heftigen Winbböe auf dem Einfelbersee ein mit zwölf Personen besetztes Segelboot. Sämtliche Per- l'oncn fielen ins Wasfer unb nur brei würben gerettet. Tie Ertrunkenen finb zwei Söhne unb eine Tochter bes Schneidermeisters Hafenbank aus Einfeld, ferner Rentner Gewicke und zwei SHnber, ferner der Methobistenprediger Clasen mit zwei Kindern aus Kiel.
Eine fenfationelle Verhaftung in New Dork.
New Bork,'30. Juli. Ter Oberste Gerichtshof klagte gestern abend ben Polizeileutnant Becker des Mordes an dem Spielhöllenbesitzer Rofenthal an. Becher ist aus der Polizeistation verhaftet und ins Kiimuialgesängnis gebracht worden, wo er sich auf die Anklage als nichtschaildig öerteibKjk und seine Freilassung ohne Bürgsd>aft verlangte. Tie Anklage erfolgte auf die Auslagen von drei Spielern hin, die seit einiger Zeit unter dem Verdacht ber Mitschuld an ber Ermordung verhaltet finb.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden ArtiZek übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Bad Salzschlirf. Vor einigen Tagen mußten die beteiligten Kreise davon ÄVnntnis nehmen, daß die Kreisst raße zwischen Lauterbad) und Salzschlirf für den Fuhr verkehr bis auf weiteres gesperrt sei, weil bort gewalzt wurde Wenn man berücksichtigt, baß bie (Entfernung ber beiben genannten Orte voneinanbcr auf ber .Kreisstraße 10 Kilometer beträgt, ivöh- renb bet jetzt notwendige Umweg über Rudlos unb Angersbach 17 Kilometer ausmacht, so muß man sich fragen, ob bie Maßnahme imbebingt erforbcrlid) war, zumal bie Kreisstraße eine Breite von wohl 10 Meter besitzt unb ber Fußsteig auf beiden Seiten genügend breit ist, um auch unter den jetzigen Umstünden jeglichen Fuhrverkehr ausrecht erhalten zu können. Ganz besonders unangenehm wird die Sperrung von den in Salzschiin weilenden Ettirgästen empsunden, die öfters Wagenfahrten nach Lauterbach zu unternehmen gewohnt waren. -r.
..... ....
Tic Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 29. Juli 1912.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.
Wett«
Sonnenschein
Niederschlag : 0,1 mm.
21,91 a
30. , — 4 10,66 C.
Tolche wunderbare Wandlung
erzielt Biofon^ Jnsolge einer schweren Krankheit gehet ich in einen bebentiidjen Lchwacdezunand verbunden mit nroher AvvetitloüS' tett. vledoch bald nach Bcattni deS Biosonirinkens tonnntc ich zu meuter ördntenjvreuöe fonitntiercn, daß sich bei mir eine bedeutende des Allgemctnbenubens und wischercs Aussehen eintzelkte. rpaprend ich noch vor einigen Monaten von vielen nuigegeben ivar. lyole taj mich fetzt wieder sehr gekräftigt und werde fein anderes ~ Fw gebrauchen als Biokon, denn ich habe Hie
volle E^wiyhett, dag ich Ihrem Präparat viel zu verdanken bak- ü inil Stabe, Honsberg a. W.. 29. Januar 1912. Neuestrake k- llntettchnft beglaubigt: Dr. «intina, Kgl. »toter. Biosou bergeiteU unter Benutzung deS D. R. P. 171371, ist das beste u. bdliaite Näha u. Krinngungsmittcl feiner Art, Dose ica. 7, Kilo» Mark 3.— tn Apotyeren Trogerren. ß4/»
Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: A u gnst Goetz.
Müüer'fche BaöcanftalL
Was s er tv arme der Lahn ain31.Julr: 17e H.
’filnnnn inifol/aiiJhqno ®*bnhohtx. 11. \ oin 29. Juli bis 12 Anjrnit beiegeBfleilSKamnaHS 14 Reklametage.
Schlachtoiehpreise ff: F r a n k s u r t o. 2)1.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 91—105 Mk.
7, Kg. Schlachtgw. 88-100 Pf.
7, , , 81—83 ,
7, Kg. 92-100 Pfg.
7, . 92—96 .
7, , 80-96 t
Getreibepreise in Blannhein:
Brotpreise in Gießen
We^en 100 Kg. 22.00-22.25 Mk.
Roggen 100 Kg. 18.25—18.50 Mk.
Weißbrot 2 Kg. 62 Big., Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.
Juli 1912
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Feuchtigkeit 1
Winb- richftiug
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