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28/05/1912 Erstes Blatt
 
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Versammlung, die vom Allgemeinen deutschen Lehrerverem n: dem Zitz in Berlin veranstaltet ist.

Ten Verhandlungen ging die Eröffnung einer Schulaus ft e l l u n g voraus, die im preußischen Abgeordnetenhause unter gebracht ift und ein übersichtliches Bild bietet über die Frage- der Schulhygiene, der Heimatkunde und des Werkunterrichts. Zah reich sind auch die Nebenoeranstaltungen des TeuLschen Lehrer tages.

Zu der Begrüßungsversammlung war der Zirku schon Stunden vor Beginn griüllt. Ter zweite Vorsitzende Lehre-. Lornsen begrüßte die Gäste namens des Berliner Lehrer Vereins und des geschästsiührenden Ausschusses des Teutscker Lehrervereins. Taraus sand eine Begrüßungsszene ftatt, in bei die Berolina, umgeben von einem Reigen junger Mädchen, bi: deutschen Landsmannschaften empfängt. Tie einzelnen Lands Mannschaften begrüßten die Berolina in poetischer Ansvrache

Taraus begrüßte Berolina die Landsmannschaften in gebun­dener Rede und schloß mit einer Aufforderung an ihre Begleiterin nen zum Tanz. Ein Festrcigen schloß die Szene. Ter Berliner Lehrergesangverein sand mit seinem Jubiläumsgesange allseitigen Beifall. Tann hielten Vertreter der verschiedenen Landesverbände Begrüßungsansprachen.

Phi ladelvhia, 25. Mai. Tas Marinetransvortschiff Prflirte" mit 700 Mann Soldaten, Geschützen, Munition und Zelten usw. an Bord ist gestern abend nach Kuba ab- gegangen.

Neuvork, 27. Mai Nach einer Depe,che derAgencc Haoas" richtete Präsident Gomez gestern an den Präsidenten Taft ein Telegramm, in welchem er in freundschaftlicher aber fester Weise gegen das Eingreifen der Vereinigten Staaten pro­testiert. Nach Meldungen aus Santiago ist die Lage in der Provinz Oriente andauernd beruhigend. Bei Parral kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Truppen und den Auf­ständischen: die Aufständischen batten dabei zahlreiche Tote und Verwundete. Nach einem Gerücht soll der Führer der Auf­ständischen, Estenos, zum Präsidenten der neuen Republik aus- gerufen worden sein.

Deutscher Lchreitag.

Berlin, 27. Ptai.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 28. Mai 1912.

Die Pfingstfeiertage brachten trockenes, aber im allgemeinen kübleS Wetter, daS zum öanbern wie geschaffen war. Feld und Wald waren denn auch von fröhlichen Menschen belebt und die näheren und ferneren Ausflugs­orte um Gießen herum halten zumeist Massenbesuch aufzu- weisen. In der Nachbarschaft fanden zwei Gesangswett­streite in Garbenteich und in Wetzlar-Niedergirmes statt, die ebenfalls wie die zahlreichen Vereinsausflüge, Konzerte usw. zur Belebung deS Verkehrs beitrugen. Die elektrische Straßenbahn machte vorzügliche Geschäfte und die Eisenbahn hatte einen außerordentlich starken Verkehr aufzu­weisen, so daß die Züge trotz zahlreicher Vorzüge zumeist überfüllt waren und vielfach erhebliche Verspätungen hatten.

Die forstlichen Prüfungen im Frühjahre 1912. Die forstliche Vorprüfung zu Gießen bestanden vier Kandidaten, und zwar einer mit der Note 2 und drei mit der Note 32. Die forstliche Staatsprüfung be­standen drei Kandidaten, und zwar zwei mit der Note ,gut' und ein Kandidat mit der Note rim ganzen gut'.

** Einbruchsdieb st ah l. An Mei verschiedenen Stellen wurde gestern in der Goethe st raße einge­brochen, bezw. die Wohnungen mittelst Nachschlüssel ge­öffnet. In einem Falle fielen den Dieben zwei goldene Damen-Remontoiruhren mit goldenen Ketten und eine eiserne Kassette mit 450 bis 500 M k., zumeist in 100 Mark- scheinen, und folgende Wertpapiere in die Hände:

Royaume de Grell-Monopolgriechen Enprunt 4 Prozent 1887

Neue Kämpfe in Marokto.

Paris, 27. Mai. Nach telegraphischen Meldungen des Ge­nerals Lyautey über den vorgestrigen und gestrigen Kampf im nördlichen Stadtteil von Fez warf die Garni­son die Aufständischen, die in Häuser und Gärten eingedrungen waren, Schritt für Schritt zurück. Um 11 Uhr vormittags wurde im Norden von Fez die Offensive ergriffen, die den Rückzug der Angreifer zur Folge hatte. Ebenso wurden sie im Osten der Stadt zurückgeworfen und verfolgt und erlitten große Verluste. Tie französischen Truppen haben sich tapfer geschlagen. Die Zahl der französischen Verluste ist noch nicht festgestellt. Europäische Zivilpersonen wurden nicht ver­mißt.

Tanger, 25. Mai. Außer dem in Tiensten des deutschen Kaufmanns Zimmermann stehenden Semsar Harrak wurden auch die mit ihm verhafteten zwei Eingeborenen frei- gelassen. Ebenso sind alle auf der Farm Rensch- hausen fest genommenen Eingeborenen wieder in Freiheit gesetzt worden.

OAA,. o , - nebst einem Glückwunschschreiben genannter Behörde, daö in

ÜÄÄ.ÄÄ Ä anerfcnnenb«. äSoctan war. M-g. d-m Jubilar ,m Hauptstadt' tue Verhandlungen der vieladrigen vemjchen Mehrer-'lichter und inedUcher Lebensabend be,chieden sein.

Deutsche» Reich.

Der Kaiser empfing am Sonntag mittag im Neuen Palais Fräulein Mathilde Kirschner, die Tochter des Oberbürgermeisters, den Leibarzt Dr. Nicdner und den Konsul Christoph, den Generaldirektor der Niskyschen Ba- rackenfirma. Es handelte sich um den Bau eines Erho­lungsheimes, das der Kaiser für mittellose Arbetter- tiubet Berlins an der Ostsee rüste errichten will. Die Anlage ist so geplant, daß monatlich 150 Kinder Aufnahme finden können. Die Einrichtung wird mithin im ganzen jährlich 700 bis 800 erholungsbedürftigen 'Arbeiterkindern zugute kommen.

DieNordd. Allgem. 3tg." schreibt: Die Exchange Telegraph Company verbreitete aus Berlin folgende Mel­dung : Der Kaiser hat die Einladung, der Leichen­feier für den verstorbenen Prinzen von Cumber­land beizuwohnen oder sich dort vertreten zu lassen, ab gelehnt. Es wird hier sogar erzählt, daß der Kaiser befohlen habe, daß kein Mitglied der Familie Hohenzollern bei der Leichenfeier zugegen sein solle. Diese Handlung hat großes Aufsehen hervorgerufen. Die Haltung des Kaisers und Königs zu dem Trauerfall im Hause Cumberland wird in der eben wiedergegebenen Meldung gröblich entstellt. Wir weisen darauf hin, daß der Kaiser, sobald ihm der Todesfall bekannt geworden ist, dem Herzog von Cumberland drahtlich seine herzlichste Teilnahme ansgedrückt hatte, wofür der Herzog in einem ebenso warm gehaltenen Telegramm gedankt hätte. Im Auftrage des Kaisers begaben stch Prinz Eitel Fried­rich und Prinz A u g u st Wilhelm sofort nach Rakel und erwiesen dort der Leiche des Prinzen Georg Wilhelm die letzten Ehren.

Aus Göttingen wird gemeldet: Der englische Kriegsminister Haldane weilt seit Donnerstag inkog­nito hier, um sich einige Tage von den Strapazen seines ver­antwortungsvollen Amtes zu erholen.

Die Jahresfeier der argentinischen Unab- hängigkeitserklärung wurde in Berlin am Samstag mit entern Festmahl begangen, zu dem derDeutsch-argentinische Zentralverband zur Förderung wirtschaftlicher Interessen" in den Kaisersaal des Hotel Adlon emgeladen hatte. Dem Unabhängig- keitsjeste selbst ging eine sinnige und stimmungsvolle Ueberraschung voraus. Tem Ehrenmitglied des Verbandes Generalseld- mar schall D r. Frhrn. v. d. Goltz, der, wie man sich erinnert, als SpezüUgesandrer des Kaisers der Jahrhundertfeier der argentinischen llnabbangigkeitsertlärung im Fahre 1910 an­gewohnt und bei dieser Gelegenheit den Grundstein zu dem Monu­mentalbrunnen gelegt hat, wurde zum Ausdruck des Tankes für daS Interesse, daS er Argentinien stets bewiesen, und für die Förderung, die ihm der Zentralverband verdankt, eine freie künst­lerische Nachbildung zweier prachtvoller Gruppen dieses Monu- inentalbrunnenö, Ackerbau und Viehzucht darstellend, übergeben.

Die Krantyeit öes Kardinals Kopp.

Breslau, 25. Mai. Der Krankheitsbericht über den Zu­stand des Fürstbischofs Kopp nach derLrchlesischen Volkszeitung" lautet: Nach der heutigen Operation war der Kardinal vollständig fieberfrei. Die Abendtemperatur betrug 36,7, das Allgemeinbefinden ist gut. .

DieSchlesische Volkszeitung" veröffentlicht folgende Notiz: Nach regelrechtem Verlauf der Krankheit konnte angenommen werden, daß durch den ersten Akt der von vornherein zweiseitig angelegten Operation erstrebte Abschluß der freien Bauchhöhle eingetreten ift. Infolgedessen wurde heute Vormittag 8 Uhr der zweite operative Eingriff ausgesührt und der Blind- darm-Abzeßgeöffnet. Er entleerte sich reichlich von Eiter. Die Operation, die diesmal unter leichter Aethernarkose ausgeführt werden mußte, nahm einen schnellen und glatten Verlauf. Der Zustand des Fürstbischofs war nach der Operation ein durchaus befriedigender.

100 £ = 2500 Fr. Nr. 51 341a, Nr. 51 345 Jnterets Payable, 100£ - 2500 Fr. 4 Prozent 1887, Nr. 86 531a, Nr. 86 335, 20 £ 500 Fr. 4 ^rroent 1887 Nr. .915, 20 £ = 500 Fr.

4 Prozent 1887 Nr. 1617, 20 £ = 500 Fr. 4 Prozent 1887 Nr. 7721, 20 £ = 500 Franks, 4 Prozent 1887, N. 7711, 20 Lire -- 500 Franks 4 Prozent 1887, Nr. 1463, 20 £ = 500 Franks, 4 Prozent 1887, Nr. 8432, 20 Lire = 500 Fr. 4 Prozent 1887 Nr. 7719, 20 £ 500 Fr. 4 Proz. 1887 Nr. 35 326, 20 £ = 500 Fr. 4 Prozent 1887 Nr. 10 676, 20 £ = 500 Fr. 4 Prozent 1887 Nr. 8314. 300 Mk. Pfand­brief der Frankfurter-Hypothekenbank 4 Prozent. R. Ser. XIV. 38 066, 300 Mark Pfandbrief der Frankfurter-Hypothekenbank 4 Prozent Lit. R. Ser. XIV. Nr. 38 626, 200 Mk. Pfandbrief >er Frankfurter-Hypothekenbank 4 Prozent Lit. Q. Ser. XIV Nr. 38 974, 200 Mk. Pfandbrief der Frankfurter-Hypothekenbank 3i/3 Prozent Lit. Q. Ser. XII. Nr. 10 887, 200 Mk. Pfandbrief >er Frankfurter-Hypothekenbank 3V3 Prozent Lit. Q. Ser. XII, Nr. 13 170, 300 Mk. Pfandbriefe der deutschen Hypothekenbank in Meiningen 4 Proz. Ser. II. Lit. E. Nr. 4387, 300 Mk. Pfandbrief der deutschen Hypothekenbank in Meiningen 4 Proz. Ser. II. Lit. E. Nr. 4386, 300 Mk. Pfandbriefe der deutschen Hypothekenbank 4 Prozent Ser. II. Lit. E. Nr. 4385, 500 Mk. Schuldverschreibung »er Stadt Nürnberg 3Vs Prozent Ser. II. Lit. C. Nr. 01679, 500 Mk. Schuldverschreibung der Stadt Nürnberg 31/? Prozent, Ser. II, Lit. C. Nr. 01680, 200 Mk. Sckmldverschreibung der Stadt Pforzheim 4 Prozent 1899, Lit. D, Nr. 0898, 100 Mk. deutsche Hypothekenbank 4 Prozent Lit. J. 9h. 44 640, 100 Mk. Schuldverschreibung der Provinzial-Hauptstadt Gießen 1895 3Vs Prozent Lit. P. 9h:. 611, 100 Mk. Schuldverschreibung der Pro­vinzial-Hauptstadt Gießen 1896 31/2 Prozent Lit. Q. Nr. 289, 300 Mk. Pommersche-Hypotheken-Pfandbrief 4 Prozent Januar- Juli Ser IX. Lit. F. Nr. 0719, 100 Mk. Pommersche-Hypotheken- Pfandbrief 4 Prozent Januar-Juli Ser. IX. Lit. G. 9h. 0823, 100 Mk. Pr. Hypotheken-Akt.-Bank Ser. XXI 9h. 5486, Ser. XXII Ser. 660, 100 Mk. Provinz Oberbesten 1902 31/3 Prozent Lit. E. 9h. 020, 100 Mk. Kommunal-Schuldvcrschreibung der Hess. Landes- Hypothekenbank-Aktiengesellschaft Ser. I. Lit. F. 9h. 6532, 200 Ahrrk Ser. I. Lit. E 9h. 4654, 200 Mk. Ser. I. Lit. E. 9h. 4655, 200 Mk. Ser. I. Lit. E. 9h. 4656, 200 Mk. Scr. I. Lit. E. 9h. 4657 von derselben Aktiengesellschaft.

Der Vorfall mahnt wiederum, größere Summen auch in Wertpapieren nicht in den Wohnungen aufzubewahren, wenn nicht ein richtiger Kassenschrank zur Aufbewahrung benutzt werden kann. Bei der Verfolgung der Einbrecher kam es zu einem Zwischenfall auf dem Bahnhof. Ein Polizeihund, der bei der Untersuchung verwendet wurde, verfolgte eine Spur bis zum Bahnhof und stellte dort eine in einem Zug sitzende Dame. Es stellte sich heraus, daß die Dame für die Sache in keiner Weise in Betracht kommt.

Landkreis Gießen.

d. Wieseck, 25. Mai. In der heute abend ab­gehaltenen Hauptversammlung der Spar- und Dar- lehenSkasse wurde die JahreSrechnung deS Vereins, die mit einer Aktiva und Passiva von Mk. 316 002,42 und einem Reingewinn von 2261,22 abschließt, von dem Rechner in allen Punkten erläutert, von der Versammlung einstimmig angenommen und somit dem Rechner und dem Gesamt­vorstand Entlastung erteilt. Die Rechnung wird acht Tage in dem Geschäftslokal des Vereins offen gelegt. Die Ver­teilung der Dividende wird, da der Verein nun über ein be­trächtliches eigenes Vermögen verfügt, auf 7 Proz. festgesetzt. Der Verein ist Mitglied des deutschen RelchSoerbandeS.

---Alten-Buseck, 27. Mai. Der hiesige Landwirt und Kirchenoorsteher Eberhard Doll und Frau Karolme, geb. KrauSkopf, begingen am ersten Pfingsttage in voller Rüstigkeit daS seltene Fest der goldenen Hochzeit. Zur frohen Feier hatten sich außer den Kindern und Enkelkindern eine Anzahl von Verwandten auS Alten-Buseck, Krofdorf und Staufenberg elngefunden. Der OrtSgeistliche, der auch zur Feier erschien, überreichte dem Jubilar, der seit 1874 un­unterbrochen dem Kirchenoorstand angehört und seit 1886 die Kirchengemeinde Alten-Buseck als weltlicher Abgeordneter in der Synode deS Dekanats Gießen vertritt, als Geschenk deS OberkonsistonumS ein schönes Neues Testament in Goldschnitt

- Garbent eich, 27. Mai. Ter nationale Ge- angswetlnreildesGesangvereinSViktoria" fand mte unter sehr starker Beteiligung ftatt. Außer den 14 mett» reitenden Vereinen hatten fick noch 10 Gastvereine eingefunden. ^as Tori prangte im schönsten Festschmuck und mehrere Ebren- orten waren an den Ortseingängen errichtet. Gestern abend 2v.d zu Ebren der Gründer des Vereins eine Vorieier mit ge- mglicken Darbietungen ftatt. Ter Festpräsident Hch. M 0 b i !rte die Gründer durch eine Ansprache, die lebhaften Beiiall mb. Am heutigen HaupNefttage trafen die wettsingcnden Vereine -hon von 7 Uhr ab ein und um 1 »10 Uhr begann das 95ctt- : n g e n in der schön ausgeftatteten Festhalte. Um die Mittags- eit schloß sich das Chrenpreissiugen an. Tie Gaftvereine trafen im 2 Uhr ein und bald darauf bewegte sich der Feftzug turca >as Ton' nach dem geräumigen Festplatz. Ter festgebende Verein i'ang unter Leitung des Dirigenten Harnisch-Steinberg den Sänger« zruß von Karl Henke. Festpräsident Mohr begrüßte die Gäste und wies auf die Bedeutung des Tages hin. Namens der Frauen und Jungfrauen übergab Fräulein Marie Heller eine Fahnen- schleife. Tie Festrede hielt Lehrer i. P. Wölsing, der Ehren« Mitglied des Vereins ist. Er sprach über die Entstehung deS Männcrgesangs, über die heutigen Wettstreite und die Hobe Be­deutung des Volksliedes, an dem die Vereine festhalten müßten. Sein Hock galt den Förderern des Volksliedes, dem Kaiser und dem Großherzog. Tann folgten die Gesangsvorträge der Gast« vereine. Tie P r ei s v e r t e t lu n g fand um 6 Uhr statt: es er- hielten Preise: Abteilung A, Klasse la: 1. Preis mit 262 Punkten Harmonie-Groß-Auheim, 2. mit 249 P. Eintracht- Leihgestern : Klasse IIa: 1. Preis mit 239 P. Sängerchor des Turnvereins Fechenheim, 2. mit 235 P. Männerchor Cop- stein, 3. mit 218 P. Orpheus-Gaiß-Nidda, 4. mit 196 P. Har- monie-Kubach: Klasse Illa: 1. Preis Sängerkranz-Bieber bei Offenbach mit 221 P., 2. Sängerbund-Mainflingen mit 209 P, 3. Liederkranz-Beuern mit 100 P.: Abteilung 8, Klasseld 1. Preis mit 207 P. Eintracht-Dieseck, 2. mit 200 P. Sängerkran i- Nidda, 3. mit 188 P. Liederfreund-Ober-Lais; Klasse II b: 1. Preis mit 193 P. Germania-Watzenborn, 2. mit 183 P. Konkordia Bellmuth. Tas Ehrenpreis singen batte fol­gendes Ergebnis: Klasse la: 114 P. Harmonie-Groß-AuI: im, Klasse Ha: Männerchor-Evvstein mit 114 P., Klasse III a Sängerkranz-Bieber bei Offenbach mit 109 P., Klasse Ib: Sängerkranz-Nidda mit 101 P , Klasse II b: Germania-Watzen­born mit 96 P.

Bersrod, 27. Mai. Unser Schulhausneu« 5 au soll jetzt in Angriff genommen werden, nachdem die Rohbauarbeiten vergeben worden sind. Die Maurerarbei­ten erhielt Maurermeister Fey-Lich, die Zimmerarbeiten Zimmermeister Kutscher von hier. Das Gebäude kommt in die Nähe des jetzigen Schuthauses und soll im Sommer 1913 eingeweiht werden.

Harbach, 26. Mai. Der älteste Einwoh­ner unseres Dorfes ist der hiesige Schäfer, der trotz seiner ast 91 Jahre noch die Schafe auf die Weide treibt. Der zweitälteste Mann, der Gastwirt Schäfer, wurde gestern beerdigt.

Kreis Büdingen.

Bad Salzh ausen, 27. Mai. Die Badesaison hat begonnen und es sind schon zahlreiche Kurgäste hier ein­geboren. Während der beiden Psingslfeiertage herrschte hier reger Fremdenverkehr und der heutige Psingstball war außer­ordentlich stark besucht. Nicht nur alle Räume des Kurhauses, 'andern auch die übrigen Hotels nnb Gastwirtschaften waren überfüllt. Trotz des kühlen Wetters machten auch die Garten» wirtschaften ein recht gutes Geschäft.

G!auberg, 25. Mai. DaS vierjährige Söhn­chen deS Treppenbauers Wilhelm Jäger lief gestern abend die Haustreppe herab, vor der ein Zuber mit heißem Waffer stand. Eine dabei stehende Person hatte weiter nicht Acht auf den Kleinen, der auf der Treppe auSglitt und ins heiße Waffer stürzte. Er wurde fürchterlich verbrüht und nach zwe' Tagen qualvollen Leidens erlöste ihn der Tod.

Hirzenhain, 25. Mai. Gestern nachmittag 3 Uhr entlud sich über unserer Gemarkung ein heftiges Ge­witter, verbunden mit einem wolkenbruchartigen Regen, der großen Schaden anrichtete. Ganze Kartoffelfelder wurde« aufgeriffen und die Setzkartoffeln aus dem Boden geschwemmt, daß man an einzelnen Stellen ganze Körbe voll auflesen kann. Da auch Hagelkörner in Größe von Taubeneiern mit dem Regen niedergingen, wurden auch die Getreidefelder schwer geschädigt. In Merkenfritz richtete das Wettet ebenfalls großen Schaden an, während die nördlicher uni südlicher gelegenen Ortschaften verschont geblieben sind,

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 27. Mai. Tie hiesige Gewerbe,» schule, deren Neubau im Herbste des vergangenen Jahres begann, ist bezogen worden. Am 2. Juni b. I. beginnt zunächst der Unterricht der Sonntagszeichenschule.

Starkenburg und Rheinhessen.

b. Rumpenheim a. M., 26. Mai. In der Dampf- schreinerei von Gebrüder Kann brach heute früh gegen 4 Uhr ein Brand aus, der in wenigen Minuten einen großen Umfang an nahm und sich über die gesamten An­lagen ausbreitete. Ta die Feuerwehren von Offenbach und Rumpenheim dem Flammenmeere machtlos gegenüber­standen, wurde die Frankfurter Wehr alarmiert Ten ver­einten Anstrengungen gelang es schließlich, um 1 Uhr mit­tags den Brandherd zu lokalisieren. Im letzten Augen­blick war es der Frankfurter Feuerwehr auch möglich, ein großes Oeb- und Benzinlager vor der Vernichtung zu be­wahren und damit auch zugleich das nahe gelegene sehr schwer gefährdete Schloß des Prinzen Friedrich Karl von Hessen vor der Einäscherung zu retten. Der angerichtete Schaden wird auf 600 000700000 Mark bewertet; die Ursache des Brandes führt man auf Selbstentzündung zurück.

w. Mainz, 25. Mat Der Geschäftsführer der hie­sigen Automobilzentrale, der in Hanau geborene 37jährige Ludwig Mühlenpfordt, ist nach Unterschlagung von 5000 Mark seit gestern flüchtig.

Kreis Wetzlar.

w. Wetzlar, 27. Mai. Mit Genehmigung deS Mi­nisters wird für Wetzlar-Niedergirmes zum 1. Juli eine Pfarrftelle errichtet und der Kreissynode Braun­fels zugeteilt werden.

Wetzlar-Nieder-GirmeS 27. Mat Ter ®c- sangvereinConcordia" verband heule einen Nationalen Aesangswettstreit mit feinem 3 7. S t 1 f t u n g s fe ft. Tal Protektorat des Festes hatte Fürst Georg Friedrich von Braunfels übernommen, während Bürgermeister von Jengen den Ehrcnvorsir führte. Gestern abend fand bei Gastwirt Reinhardt die Vorfeier liatt. Ter Turnverein und die Gesangvereine verschönerten DU Feier. Heute vormittag 10 Uhr begann imBahnhof' daS Ulassenfingen, an dem sich 16 Vereine beteiligten. Mittags schloß sich das Ehrenpreisfingcn an. Tas Ergebnis des Wettstreites war folgendes: Abteilung A: Klaffe 1: 1. Preis mit 260 Punkten Liederkranz-Anspach, 2. mit 2o2 Punkten t Bracht- Ehringshausen, 3. mit 238 Punkten rwnkordia-Münchhol»Hausen r K l as se 2: 1. Preis mit 225 Punkten Harmonie-Linoenhol-hausen. 2. mit 207 Punkten Liederkranz-Leihgestern, 3. mit 191 Punkten Frohsinn-Hochelheim, 4. mit 159 Puickten Lahntal-Dorlar: Klasse 3: 1. Preis mit 213 Punktkn Liederkranz TiclUrchen, 1 2. mit 208 Punkten Licdcrkranz-Surg-Solms, 3. mit 17p PuutttS,

Die Durchführung der Wahlreform in Italien.

Rom, 25. 9Nai. In der Kammer wurde heute bei Beratung der Wahlreform ein Antrag Mirabelli auf Abschaffung der Vereidigung der Abgeordneten mit großer Mehrheit abgelehnt, nachdem Ministerpräsident Gio- fitti sich dagegen ausgesprochen und darauf hingewiesen hatte, daß auch der König den Eid auf die Verfassung leiste und daß jedermann wisse, wie treu die Könige von Italien sich immer an sie gehalten hätten. Das Wahl­reformgesetz wurde darauf angenommen.

Zum Schluß der .Sitzung dankte Ministerpräsident Gio- litti dem Ausschuß und dem Berichterstatter und schloß sich ihrem Wunsche an, daß die vermehrte Teilnahme des Volkes am politischen Leben des Vaterlandes immer zum Segen gereichen möge. Er dankte ferner dem Kammer­präsidenten und gab seiner Befriedigung über den Verlauf der Verhandlungen Ausdruck. (Sehr lebhafter anhalten­der Beifall.)

Kammerpräsident M a r c 0 r a schloß sich dem Wunsch i Giolittis für das Wohl des Vaterlandes an. Die Wahl­reform wurde in geheimer Abstimmung mit 284 gegen 62 Stimmen angenommen.