Ausgabe 
28.5.1912 Erstes Blatt
 
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Die Eaucase hatte

neu z u beschießen

Reises

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Morgen; gegen mittag wich der Feind dem Feuer der Italiener.

in ein Bad oder in eineSommerfrische, bo versäumen Sie nicht, sich bei An­fragen oder bei Prospekt einforder- ungen auf die An­zeigen im Gießener Anzeiger zu be­ziehen!

Vie Ereignisse in Gsenpest.

Ofenpcft, 25. Mai. Heute herrscht hier v o l l st ä n d i g e Ruhe. Tic Stadt l>at normales Aussehen. Die nächst? Sitzung im Abgeordnetenhaus siirdct am Mittwoch stall. Sämtliche ivrai- tioncn der Opposition hielten eine Konseren» ab, um ein gemein sames Vorgehen in der Frage der SßaMreforni zu vereinbar, u. Die Verhandlungen über die Bildung cincc Kvalttion sind lud) nicht abgeschlossen.

Die Opfer der Arbeiter Unruhen wurden unter einet Teilnahme einer nach vielen Tausenden zählenden Arbeitermenge zu Grabe getragen. Tie Iusthpartei ließ sich durch hit Abgeordneten Bekamst und Ohiocrfh) vertreten. Rach der kirch­lichen Zeremonie hielt der Arbeiterführer Bekamst die Trauerrede, woraus die Menge sich in größter Ordnung zerstreute.

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Sine Kriegslist der Türken?

Kairo, 27. Mai. (Agenzia Stefani) Wie amtlich festgestcllt wird, kam am 22. Mai in Alexandria an Bord des DampfersOsmanieh", der der liihbitnül M.il Steamshipaefellfchaft gehört, eine aus dem Piraeus lo.ti­mende Ladung italienischer Uniformen a n, . ic an eine falsche Bldresse gerichtet waren, um in das türkisch arabische Lager auf Cyrenaika befördert zu werden. Tie Uniformen sollten offenbar dem Feind zu g c f a h r l i d) e n Betrügereien dienen Infolge.Anzeige beim ilaihih- schen Konsulat tvurden die Uniformen am 2t Mai in Alexandria bei den Eingeborenen b e s ch l a g >i a h m l SS wurden 416 Käppis und 274 Waffenröcke alten Modells vorgefunden. Die Nachforschungen werden sortgesept, um festzustellen, ob noch weitere gebrauchte italienische Uni­formen nach Alexandria importiert wurden.

272 Grad Kälte.

Tie kältesten Temperaturen, die jemals erreicht worden sind, sind in dem Kältelaboratorium gemessen worden, das Professor Kammerling Onnes von der Leydener Universität seit etwa 25 Jahren unterhält und ständig vervollkommnet. Kammerling Onnes ist in der wissenschaftlichen Welt in jüngster Zeit bc- sonders deswegen viel genannt worden, weil cs ihm gelungen M, Helium zu verflüssigen. Er ist es auch der hte Jaltciie Temperatur 272 Grad, die nur einen Grad vom abioluten Nullpunkt entfernt ist, erreicht hat. ...... ..

In seinem Laboratorium werden, rote ein lenelndcr Au natz der ,,Nature" auscinandersevt, so niedrige Temperaturen stufen- weise in sogenanntenKältczyklen" erzeugt. Ein ston, juetli Chlormethyl, wird zunnächn durch die vereinigte Wirkung von Truck und Külte verflüssigt. Tie Flüsligkeit läßt man dann verdampfen, und die hierzu nölige Wärme liefert em weiterer Stoff, der dadurch verflüssigt wird, der einen tteicren Siedepunkt hat. Indem man eine ganze Reihe verichiedener Stoffe mit immer tieferen Siedepunkten benutzt, nähert man ,ich allmählich dem absoluten Nullpunkt?. In dem ersten '.^altezyNus wird das Chlorinethyl verwendet, das im Vakuum bei OO Grad unter Null siedet: der nächsteKaltezyklus arbeitet mit Aelhhlew Hierbei werden 160 Grad unter Null erreicht. Mit fluffigem Lauerstoff kommt man dann endlich bis zu -10 Okab, flüssigem Wasserstoff bis 259 Grad unter Null, und dann mit dem flüssigen Helium biS auf 272 Grad unter Null, nur einen Grad über dem absoluten Nullpunkt. finh

Alle Maschinen, die Kämmerling Onnes verroenbet,und Präzisionsrocrke, weil nnbcdingte Reinheit der einze^en ^tof e nötig ist. Enthielte etwa der flüffige Dafferftoff Bnunreini gungen von Sauerstoff, die aus. dem vorangegangeneni Zyklus stammten, so würde er m den festen Aggregat

die Rohren verstopfen und so weiteres Arbeiten unmoghd) matben. Tas kommt jedoch bei den Leydener Einrichtungen n(ftt wr. Vielmehr ist Prof. Kämmerling ^nnes ^ftande, ttde gewunfchte Temperatur bis zu 272 Grad unter dem Nullpunkt bettebig lange Zeit gleichmäßig zu erhalten. Allerdings dauer » imm eine gewisse Zeit, ins nc erreicht ist denn die einzelnen Manc zyklen iönnen erst nacheinander mit ihrer Arbeit bcgin find verschiedene Assistenten nötig, die alle auf Die genau jne Anordnungen des Leiters befolgen muffen.

soeben, mit 60 ausgewiesetlen Italienern an Bord, einem Lotfenschiffe folgend, den Hafen von Smyrna verlassen, als p l o st l i ch das kleine Fort beim Leuchtturm zwei Schüsse abfeuerte. Ich lieft sofort die Ma- fchinen stoppen. Jedoch wenige Minuten nachher pfiffen zwei Geschosse über die Masten des Schiffes hin und fielen dreihundert Meter von der Eaucase entfernt ins Wasser. Der Passagiere bemächtigte sich eine Panik, und nur mit großer Mühe gelang es der Be­jahung, die Ruhe w i e d e r h e r z u st e l l e n. Ich lieft durch Signale um Aufklärung bitten, jedoch das Lotsen­schiff antwortete, ohne irgend welche Ausilärung zu geben, die Eaucase solle die Reise fortseven. Ter Kapitän des Schiffes erstattete dann dem französischen Konsul Bericht, welcher versprach, sofort feine Regierung zu benachrichtigen. Ter Konsul befragte die Besatzung und die Passagiere über den Vorgang und erhielt von ihnen eine Bestätigung der vom Kapitän abgegebenen Darstellung.

Von den besetzten Inseln.

Rom, 25. Mai. (Agenzia Stcfani.) Die Zahl der i n ach I talten 11 a n spoitier I eN Ge an gen en von Rhodos beträgt 1289. Mit verschwinden­den Ausnahmen handelt es sich um Soldaten. Tas See- rettungdiüefen der Insel ist reorganisiert. In Psithos, Lindos und Eastellos sind Truppenabteilufigen als Garnison zurückgelassen worden. Tie Lage ist vollkommen ruhig.

Die Blockade der Insel Rhodos wird heute aufgehoben, jebodj bleiben die Kriegsgcsetze für die Insel zunächst in Gültigkeit. Während der "Nacht dürfen Fahr­zeuge den Hafen von Rhodos nicht verlassen bezw. dort eiiilaufen.

Tie Behandlung Gefangener.

Rom, 25. Mai.Eorriere d Italia" erfährt, daft die italienische Regierung den gefangenen türkischen Offizieren dieselben Bezüge ausbezahlt, wie sie die italienischen Offiziere gleichen GradeS erhalten. Tie ge- faugenen Soldaten erhalten dasselbe Traktemeut, ivie die italieliischen Soldaten. Im Ial'.e ovi 'Jiot wird den Fa­milien bedürftiger Gefangener eine Unterstützung gciuäljrt.

Neue Kämpfe.

Rom, 26. Mai. Ter Agenzia Stefani wird unter dem 24. d. M. aus Buch am ez gemeldet: Um die lieber» wachung der Karawanenstraften aufrecht zu erhalten, lieft General Garioni eine Truppenabteilung bis zehn Kilo­meter südwestlich von Buchamcz vorrücken. Eine andere Kolonne sandte er vor Tagesanbruch bis acht Kilometer von Buchamcz vor, um die zweite Karawanenstraße zu beobachten. Inzwischen rückten die Truppen der Halbinsel, die ihre Verschanzungen verlassen hatten, gegen Sidi Said vor und griffen es an. Tie erste Abteilung wandte sich, unterstützt von Artillerie, gegen einige feindliche Trup­pen, die im Süden auftauchten, und zwang sie bald, sich unter Verlusten z u r ü ck z u z i e h e n, die zweite Ab­teilung fand die Karawanenstrasje vom Feinde geräumt. Tie dritte Kolonne, die gegen Sidi Said aufgebrochen war, wurde vier Kilometer von ihren Verschanzungen in einen lebhaften Kampf mit zahlreichen feindlichen Gruppen verwickelt,.die auf den Dünen von Sidi Said Stellung genommen hatten. Ter Kampf dauerte den ganzen nuten nach dem Ingangsetzen des Ehlormethylzyklus kann man den Aethylcnzyklus einschalten, dann Dauert es 37 Minuten, bis das flüssige Äethylcn wieder verdampft werden kann, nach roeiteren 73 Minuten ist die größtmögliche Menge flüssigen Aethylens cireicht, nach 19 Minuten beträgt dessen Tampsdruck nur noch 70 mm, und nach weiteren 6 Minuten kann der Sauerston zyklus zu arbeiten beginnen. Nach weiteren 29 Minuten ist der flüssige Sauerstoff fertig, und nad) 7 Stunden 30 Minuten ist endlich die Temperatur von* 272 Grad unter Null erreicht.

Generalversammlung der Goethe-Gesell- schäft. Unter dem Vorsitze ihres Präsidenten Professor Erich Schmidt Berlin- trat am Sonntag die Goethe-Gesell- s ch af t zu ihrer Generalversammlung zusammen. Ten Festvortrag hielt der Tirektor des Frankfurter Goethe-Museums Otto Hoyer, der über Goethes Beziehungen zu Vaterstadt und Vaterhaus sprach. Hierauf erstattete (Reimer Regierungsrat Professor Tr. v. e t - ungen den Bericht über das Goethe-Museum, die Goethe- Bibliothek und das Goethe-Archiv. Tie Goethesche Mineralien- iammlung ist engiltig geordnet. Ter Redner teilte dann die Geschenke und Neuerwerbungen mit. Ter Vertrag mit bem Ver­leger des Goethe-Jahrbuchs wurde getünoigt und befchlosfen, ein weniger kostspieliges Organ für die Gesellschaft zu ichanem Eine Anregung, eine kritisch-historische .s d) 111 e r a u d g a b c ;u schaffen, sand wohlwollende Aufnahme, ein Befchlutz m der Sacke wurde aber nicht gefaßt. .

Reinhardt in Paris. Tas Gammel des Rem- Hardt-Ensemble im Baudeoille-Töätre rourbe mit der Generalprobe ter Pantomime Sumurun eröffnet. Tie Vorstellung, der ein sehr zahlreiches Publikum, darunter der deutsche Bottchaster mit Den Herren und Tarnen der Botschaft, beiwohnte, fand grotzen Beisall,namentlich die eigenartige Inszenierung erweckte stchtliches Interesse. Besondere Erfolge hatten Gertrud Eyldlb, Maria Germi, Moissi, Bienseldt und Wegener.. Reinhardt mußte zum Schluß lebhaften Hervorrufen Folge leisten.

If Krankheiten des Steinzeitmenschen. Der franzöfische Arzt Tr. Marcel Beaudouin hat, roic mtS Pans berirfrtet wird, jüngst einen Vortrag über seine Unteriuchungen an Meni'chensteletten aus der Steinzeit gehalten, ber aud) in Der Akademie Der Wissenschaften besprochen worden .ist. Beaudouin hat an Den Skeletten sehr viele Knochenverletzungen aufgefunden. Die auf Krankheuen zurückzuführen sind, unter denen die heutige

schwierig, da die Türkei Italiens Langmut für Schwäche halte Es stehe jetzt nur noch ein Weg offen, um den törichten und anmaftenden Feind zur Vernunft zu bringen.

Giornale d'Jtalia" meldet aus Neapel: Der Dampfer Eaucase der Messageries Maritimes ijft heute morgen hier angekommen. Ter Kapitän des Schiffes be­richtete, daft die Offiziere des Hafens von Smyrna nicht zufrieden, den Dampfer Texas in Grund gebohrt zu haben fortfahren, die Schiffe der neutralen Natio-

Reoolutioii in Kuba.

Ncuhork, 25. Mai. Wie aus Santiago gemeldet wird, hat eine Bande bewaffneter und berittener Neger die P Ian tage ElSilo, fünfzehn Meilen von Santiago entfernt, über­fallen und eine Anzahl Pferde sowie eine Menge Vorräte mit genommen. Man glaubt, daß die Regierung versuchen wird, mit den Rebellen zum Zweck der Festsetzung von Frieden-, bebingungen, die sich aus einen allgemeinen Straferlaß gründen sollen, in Verhandlungen einzutreten.

Nach einem Telegramm aus Havanna besagen Nachrichten aus Santiago, daß der Aufstand schnell z n n i m m t. Tie Aufständischen zerstörten die Eisenbahn, sowie die Telegravhenleitungeu an verschiedenen Orten. Der Weißen in der Ostprovinz hat sich eine Panik bemächtigt, sie haben in den Städten Zuflucht gesucht. Die Zucker T a b r i r e n sind geschlossen Ta die Eigentümer der ameri­kanischen Plantagen keinen Schutz durch die Behörden sich' ber- schassen können, haben sie den Kommandanten der a m c r i konischen Flotten st ation Guantamamo gebeten, Marine- soldaten zu entsenden. Eine amerikanische Fabrik ist verwüstet, die Maschinen zerstört worden.

Eine entscheidende Schlacht?

Neuyork, 26. Mai. Wie ein Telegramm aus Havanna mitteilt, ist General Mendietas an der Spitze der Bundes- ftrcitlräfte bei Loma b e Los Eiegos in der Nähe der Aui- ständischen angelangt, so daß eine entscheidende Schlacht erwartet wird. Trotz gegenteiliger Berichte der Regierung wird erzählt, daß die Auilländlschen gut bewaffnet sind und ihre Zahl ständig zunimmt. Tie Lage ist somit sehr ernst. Tie Rebellen haben an die Zuckerpslanzer der Provinz Oriente die Aufforde­rung gerichtet, den Betrieb einzustellen, da sonst die Fabriken und die Felder niedergebrannt werden würden.

Ein Eingreifen der vereinigten Staaten?

Washington, 25. Mai. Tas SchlachtschiffNe­tz r a s k a r" ist an der Spitze eines Geschwaders angesichts ber Wirren auf Kuba nach Key West in See gegangen. Tas Staats­departement erklärt wiederholt, daß dieser Schritt keineswegs eine Intervention bedeute, sondern lediglich eine Maßnahme im Inter­esse der Amerikaner und ihres Eigentums.

SWenid;beit auch sehr viel zu leiden hat. Besonders zahlreich waren die Lkelette int ganzen wurden etwa 1OO untersucht, an denen die Wirkung der Gicht deutlich erkennbar war. Tie männ­lichen Skelette wiesen Die Knochenvertzindungen besonders an den Nacken- und Lendenwirbeln auf, während die weidlick>en Skelett? die gleichen Krankheitserscheinungen an der Rückenwirbelsaul,' zeig­ten Tr Beaudouin hat hieraus Den Schluß gezogen, daß Rluit- matismus, Gicht und ähnliche Krantheiten bei Den Höhlcnbcroo.mcrn der Steinzeit ziemlich häufig gewesen sein müssen Ferner hat er an einzelnen Knochen Spuren der .Knochenerweichung er kann , die hauptsächlich auf den Mangel an Kalisalzen beruht Woraus das Auftreten dieser Stranffceit der Steinzeitmenschen, die eben­falls ziemlich häufig gewesen zu fein scheint, beruht, bauir hat der französische Arzt keinen Anhalt finden können.

' Englands Bevölkerung 1911. lieber die Be- völkernngSbeivegung in England gibt eine soeben veröfsentli i te amtliche Statistik genauere Ausschlüsse. Danach betrug d>e Be­völkerung in der Mitte deö Jahres 1911 inSgeiamt, ?.v> 163 833 Seelen. Im Lause des Jahres wurden 274 577 Ehen geschlossen, 881 241 Kinder geboren unb 527 864 TodeSsälle verzeichnet Tie Beoölferung von London ivird aus 4 521 301 Seelen angegeben. In der Thnnsestadt wurden im vergangenen Jahre 40 201 Euen geschlossen, 112 795 Geburten angemeldet unb 68 299 Todessälle verzeichnet.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Zum Andenken an Die anmutige, am 22. September 1797 so jung verstorbene Schauspielerin Christiane Neu- mann-Becleur Goethes Euphrosyne! wurde im W e i m a i e Park eine Nachbildung früheren Euphrosyn T i.lmal- :: unmittelbarer Nähe von Goethes Gartenhaus amgeftellt. Fräulein Elisabeth Schneider vom Hamburger Schauspielhau früher am Weimarer Hoftheater- sprach zur ,feier der Enthüllung eine Tichtuna Ernst von Wildenbruchs, auf dessen Wun-ch oas Tcnkmal wieder Aufstellung gefunden hat. Ter 15. all n r meine Neuphilologentag wurde Montag nachmittag b einer Vorstandssitzung in der Akademie für Sozial- und -janoir Wissenschaften in Frankfurt a. M. eröffnet. Als Ort für c?n nächsten Philologentag wurde Bremen bestimmt. In Inn - druck begannen am Montag die Verhandlungen des I eut« schen Geographentages, zu dem eine große In ' . Tci. nehmet aus Deutschland, Teutsch-Oesterreich uv. - - 'm i»

eingetroffeu sind.

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m. 125 Erstes Blatt ,62. Jahrgang Dienstag, 28. Mal 1912

Der eichener Anzeiger MM« M A Ve,«g»vreitz:

erscheint tuglich, außer W monatli^7.».,viertel-

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wirtschastllcher«itfrad«n M W Ehesredakteur:A 'äoetck

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für die Redaktion 112, VSM V politischen Teil: Augn'l

SiW General-Anzeiger für Oberhessen WSs«

Rofationsörud »nd Verlag ötr Brühr^en Uniü..Bud>. unö Sttinörndertl R. £<ntgt. Rtöüfrion, trpcöition and Drutferel: Schulftraßt 7.

bis vormittags 9 Uhr. vüöingen: Zernfprechek Nr. 269 -rschäftrstelle vahnhofftratze (6a. Anzeigenteil: H. Beck.

Der ttalienisch-tiirtische Krieg.

Die so oft schon anaekündiate Austveisung der Italiener ist nunmehr wirklich durchgesührt worden. Tie Türken haben diesen Schritt letzthin bekanntlich damit begründet, daft die Italiener in unberechtigter Weise türkische Zivil­beamte in Gefangenschaft abgcsuhrt und auch in anderer Weise die Krieasührung verschärft hätten. Ta die Aus­weisung Tausende von Italienern trifft, ist natürlich augen­blicklich die Aufregung in Rom groft. Alle Zeitungen be­richten von Grausamkeiten der Türken den ausgewicsenen Italienern gegenüber; die meisten sollen ihrer Habe be­raubt, einige sogar ermordet worden sein. Es ist wahr­scheinlich, daft bei der Erbitterung der Türken Härten vorgekommen sind; zuverlässig sind aber die Nach- richten der Italiener auch in diesem Punkte nicht. Es ist erwiesen, daft die italienische Berichterstattung während des Krieges zu oft eher der nationalen Tendenz als der Wahrheit gedient hat. Ta auch darüber geklagt wird, daft türkische Küstengeschütze hinter einem besetzten Dampfer hergeschossen hätten, wird die Kriegführung fortan erbitterter werden. Eine Meldung, daft Rußland eine Kon­ferenz zur Schlichtung des Streits angeregt habe, ist als­bald von Petersburg aus für falsch und unbegründet er» klärt worden.

Grausamkeiten bei den Ausweisungen der Italiener?

Rom, 25. Mai.(Sortiere de la Sera" meldet vom 24. Mai aus Atl)en, daft bisher 4 00 0 Italiener Smyrna vertieften. Weitere 6000 Italiener werden Smyrna verlassen, sobald die genügende Anzahl von Tamp- fern vorhanden sei. Die Ausgewiesenen hätten sich über schlechte Behandlung seitens der türkischen Behör­den beklagt. Drei italienische Eisenbahnarbei­ter seien ohne jede Ursack)e getötet worden. Einem weiteren Telegramm des Blattes zufolge lieft General Ameglio aus den Gefängnissen von Rhodos die Epi­roten, Albanesen, Mazedonier, Bulgaren sowie politische Gefangene frei. Auch den politisckjen türkischen Gefange­nen, die nach der Insel Rhodos verbannt waren, gab er die Freiheit wieder.

Agenzia Stefani" meldet: InBrindisi und Neapel treffen fortwährend ausgewiefene Italiener ein, und in Ankona und Venedig werden weitere Schiffe er­wartet. Die Ausgewiesenen kamen von sämtlichen Habseligkeiten entblößt an, da sie vor ihrer Abreise vollständig ausgeplündert worden sind. Einige von ihnen mußten unter Androhung von Gefängnis den türkischen Beamten ihre letzten Ersparnisse ausliefern, die ihnen unter dem Vorwand abgenommen wurden, es müßten der türkischen Regierung die Steuern für ein Jahr im voraus bezahlt werden. Tie italie­nische Regierung gewährt den Ausgewiesenen jede Unter­stützung; von allen Seiten, von Privatpersonen und öffent­lichen Anstalten werden ihr Geldmittel und Arbeitsgelegen­heit für die Ausgewiesenen angeboten Die italienische Be­völkerung, die bei der Ausschiffung der Gefangenen Ge­fühle des Erbarmens und des Mitleids äußerle, ist durch den Anblick des Elends der Ausgewiesenen erbittert.

Die Blätter widmen der Ausweisung der Italiener aus der Türkei lange Berichte und erzählen zahlreiche Grausamkeiten, die die Türken bei der Ausweisung begangen haben. Eorriere d'Italia meldet aus Phi- lippopolis, daft gestern drei italienische Arbeiter an ber asiatischen Küste ermordet und ihre Mörder nicht ver­haftet worden seien.

Tribuna" fordert die Regierung auf, energischer gegen den Feind vorzugehen, bisher habe Italien der he­rberen Lage der Türkei Rechnung getragen und alle mög- iche Rücksicht geübt. Aber diese Art der Politik iverde