Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.
Es ist von öorn herein etwas Unnatürliches, zwei afobemifdx: 'Beamte verschiedener Fachrichtungen dadurch zum „innigen Zusam- menarbeiten" zwingen $u wollen, da st man einen berf eiben dem anderen unterstellt. Die einzige Möglichkeit zu geeignetem Zu- Ktmmenarbcitcn bietet cm koordinierws verl>Sltstis, das allein durch korrekten dienstlick)en Verkehr Uehergrifielt einer von beiden Seiten Vorbeugen Tann. <
3>er Verband Großh .tieffifdier StaatSbaubcamten saht nod) bem Borgetragenen seine Wünsche dahin zusammen:
1. Eine Neuorganisation der Baubelwrden nach dem Prinzip der Trennung in die beiden Hauprfackrichtnngen — Archi- tettiir und Ingcnieunvesen — vorzunehmen, wobei elftere ben staallidnn und 6^ ?m e i nde - Hochbau, die Den final pflege, sowie den technischen Teil der Baupolizei und letztens bm nnt* Wasserbau, die Wasserversorgung und Ernt- wasterung der Stäbte und Dörfer, sowie den Vdiibcofidtur- dienst zu umfassen lmt.
2- Tie hiernach zu errichtenden staatlichen Bauämter einem Ministerium, zu unterstellen und ben MtciSämtem zu koordinieren.
Die Neuorganisation der hessischen vaudehörden.
Der Vorstand des V e r b a n d e s G r o ß h. h e s si s ch er akademischer StaatSbaubcamten bat einen Entwurf zur Neuorganisation der hessischen Bauvenval- tuiig und eine Denkschrift darüber ausgcarbeitct, die all' gemeines Interesse erregen werden. Wir geben hier zunächst beit Inhalt der Vorschläge des Verbandes bekannt, die in besonderem Gutachten der Gr Technischen Hochschule in Darmstadt und des Mittelrheinischen Architekten- und In genieurvereins gebilligt worden sind. Besonders wird über ernstimmend die Trennung nach Fachrichtungen gefordert. In dem Entwurf Heisti es«:
Tie groben Tienstbczirkc der Hochbauämter und der K u l t u r i n s p e k t i o n e n verursachen bei Tie n it r c i s e n unvcrhäl tnis mäsjig hohen Zeitaufwand und große Reisekosten Ferner werden infolge der Zweiteilung - £»odibanänitcr und KreiSbauinspektoren einerseits, und KreiSbauinspektoren und Mnltur- inspettionen andrerseits — häufig doppelte Dienstreisen erforderlich. Auch ist der Umstand, daß fänitlidied Bauwesen nicht einem Ministerium, sondern zwei Ministerialabtcilungen in verschiebe nen Ministerien und einem Ministerium Ministerium des Innern» unterstellt ist, zweifellos ba^u angetan, die staatliche Bauverw.il tung kostspielig und den Geschäftsgang umständlich ui machen Schließlich kommt auch einem Teil der ftaatlidxn Baubeamten, den Großh. Kreisbaiiinspettoren, nicht die dienstliche Stellung zu, wie sie einem akademischen Beamten gebührt
Zurzeit sind nachstehenbe Stellen sür staatliche akab. gebildete Lokalbaubeamte bubgetmästig vorhanden: 8 Bauinspektoren bei Hochbauämter unb Baubehörden für besondere Bauausführungen: 3 Wasscrbauinspektoren; 8 Bauafscssoren, wovon 2 Stellen dem Wasserbau Vorbehalten sind: 18 KreiSbauinspektoren: 4 Kultur inspektoren, 4 Knlturingenieure, zusammen 45 Stellen.
Voraussetzung für jede Neuorganisation ist zweifellos die Stellung alles in Betracht kommenden Bauwesens, einschl. des kulturtechnischen, unter ein Ministerium, bezw. eine Minist-cialabteilung. Bei ben für eine Neuorganisation in Betracht kommenbcn Möglichkeiten bürste zunächst zu versudien sein, ob nicht schon burch bie strenge TurdMhrnng des Prinzips ber Trennung der Fächer nad) Hoch' und Tiefbau die anzustrebende Vereinfachung bei" Banverwaltung erreicht ioer ben roirb, wobei auch erfolgreich die eingangs nicht erwähnten Wasserbauämter mit in eine Neuorganisation einzubeziehen wären.
Nad) dem Grunbsatz der Trennung bir Fäckfer dürsten an Stelle der zurzeit bcstehenben Hoch- unb Wässerbauämter, der Kulturinspektionen und der KreiSbauinspektoren nur 2 Arten vonDauämternzn errichten sein, nämlich Hochbau am ter und Tiefbau ämtcr. Tie Hochbauänrter für die Aufgaben des Architekten, die Tiesbauämter für die Aufgaben des Ingenieurs. IedeS Hochbauamt erhält einen als Architekt, und jedes Tiefbauamt, bezw. Tief- unb Wasserbau amt einen a!5 Ingenieur ausgebilbeten akab. Baubeamten als Vorstand. Die größeren Aemter erhalten einen zweiten akab. Daubeamten mit ber nämlichen Stellung zum Vorstand, rote sie zurzeit die Dau- assessoren einnehmen.
Ten Hod)- und Tiefbauämtern wirb die erforderliche Anzahl staatlich anzustelleuder mittlerer Baubeamteu beigegeben die jetzigen Hochbauaufseher, Straßenmeister, Dammeistcr und Kultur- technikcr ufro.). Auch bie Bezahlung des mittleren Personals erfolgt burch bie Staatskasse: die auf die Kreise, Gemeinden ufro. etwa entfallenden Gehaltsanteile werden von den Genannten zu- rückerhobeu, falls nicht zweckmästiger Weise eine andere Regelung der Verteilung ber Gehaltsanteile zu bestimmen ist.
Hochbauämter bürsten zu errichten sein: a) in Starkenburg: 1. in Darmstabt, 2. in Dieburg, 3. in Offenbach, 4. in Bensheim, 5. in Heppenheim, 6. in Größter au, 7. in Erbach, b) in Rheinhessen: 8. in Mainz (Kreis Mainz unb Bingen), 9. in Alzey, 10. in Oppenheim, 11 in Worms, c) in Ober- Hessen: 12. in Gießen, 13. in Friebberg, 14. in Alsfelb (Kreis Alsfeld unb Lauterbach), 15. in Bübingen Büdingen unb Schotten).
Erläuternd fei bemerkt, baß für die Kreise Mainz—Bingen, desgleickwn Alsfelb—Lauterbad), beSgleidien Bübingen—Schotten ie ein Hochbauamt mit dem Sitz in Mainz, bezw. Alsfeld, bezw. .
In dem 65 u t a d> t c n der technischen Hochschule sind folgende Ausführungen von Bedeutung:
Der ft a a 11 i d) c Hochbau untersteht selbständigen Hoch- rotern Für einigermaßen wichtige Ausgaben sind von diesen teils mehr, teils weniger selbständig Neubau-Behörden bezw. Weil* bau Bureaus abgetrennt Aus dem Okbiet des .Hochbaues der Provinzen, Kreise, Gemeinden, Kirchen und Stiftungen sind tätig:
1. Eine Anzahl Privat-Architekten unb -Techniker, Gemeinde» bauausseher und Geiueindebanmeister.
2. Hierzu tommen bie Gcoßherzoglid-en Kreisbauinspektoren, bie nur jum Teil im Hodchau vor unb ausgebildet sind.
3. Ferner ist anzinühren: die Bauberatungsstelle für bie Hesst f die Landwinschastskammer.
4. Toe. .Mirdienbauroefen liegt in überwiegender Mehrheit in den Händen der Professoren Putzer-Darmstadt und Becker- Mainz.
5. Außerdem sind im Hochbau auf bem Gebiet der Denkmal- pflege einige Herren selbständig tätig.
Für das Ofebiet bes Ingenieurbaues in Hessen kommen, vom Eisenbahnbaufad) abgegeben, in Betracht:
1. Die Großherzoglichen .üreiobauinspekioren ungeachtet ihrer Ausbildung als Ardsttekt ober Jngnietir.
2. Die Kulttir Ingenieure.
3- Die Ingenieure bei den Wasserbauämtern.
4. Die Ingenieure bei einer Dammbaubelwrde
5 Tie Ingenieure beim liefbauamt Bad-Nauheim.
Die $eauffid)tigung der Baupolizei unb die Behanblung der Ortsbaupläne wird teils von Architekten teils von Ingenilureu auSgi-übt.
Mit Rücksicht auf dick Ausdehnung des Großherzogtums und die hieraus sich ergebenden Schlüsse auf Größe und Verteilung ber Ar bei: sm ässe läßt hiernach auch ohne statistische Nachweise sofort erkennen, daß eine derartige Zerstückelung innerhalb ber zwei Hauptgebiete des .Hoch- unb Tiefbaues, die hierbei auch noch zum gröhten Teil ineinandergreifen, ein technisch unb wirtschaftlich erfolgreiches Arbeiten auf die Dauer ganz ausgeschlossen lit. Aus der einen Seite werden Spezialisten innerhalb eines Gebietes in einem verhältnismäßig engen Wirkungskreis oerroenbet, wodurch deren Brauchbarkeit für das gesamte 65c biet ihrer eigentlichen Fachrichtung sehr in Frage gestellt wird. An solch disponierten Aemtern wird es dann an friidjem Nachwuchs mit den ersorderlichen Spezialkenntnisfen mangeln Ied-r Neueintritt wird eine Probe auf allgemeine Unkosten bedeuten. Andererseits wieder werden zurzeit Beamte mit Ausgaben ber aller- verschiedensten Art gleichzeitig beschäftigt, die sowohl das Gebiet deS Hochbaues wie des Tiefbaues betreffen, ungeachtet der Ausbildung ber Bet reff enben unb ihrer Qualifikation Eine berartig zersplitterte Tätigkeit, bei der die einzelnen Fackwichtungen fast vollständig verwischt sind und die dem Studium aus der Hochschule tn keiner Weise entspricht, muß zu ben emftelten Bedenken Anlaß geben. Wenn unter Ausschaltung aller Neben- unb Sonderinteressen eine gesunde Organisation im Bauwesen Hessens erreicht werden soll, so kann dies u E nur geschehen auf der Grundlage der unbedingten Trennung nach zwei Hauptfachrichtungen Architektur- und Ingenieur Bauwesen. Alsdann wird es Aufgabe der eigentlichen Organisation fein, inner- halb dieser beiden Hauptgebiete alle Strafte möglichst zu Der-
Büdingen für ausreickiend erachtet wird, einmal wegen der ge- , nngen Anzahl staatlicher Gebäude und staatlicher Bauaufgaben in den Bezirken Bingen, Lauterbad) und Schotten, bann and) wegen ber verhältnismäßig wenig umfangreichen Arbeiten auf . baupolizeilichem (lebtet. Wenn erforderlich, kann den betreffenden Aemtern ein zweiter Beamter Bauassessor) beigegeben roerdeii, wie dies wohl and) bei den Aemtern Gießen, Dffcnbad) und Tarnt- Habt notwendig sein wird. Assessoren werden hiernach er- halten müifcn: Tic Aemter Mainz, Gießen, Offenbach, Tarm- : Habt, Büdingen ober Alsfelb.
Diefbauämtcr unb Tief- und Wasserbauämter dürften zu bilden fein: a) in Starkenburg: 1. in Darmstabt um iafsenb die Streife Darmstadt, Offenbach, Groß-Gerau), 2. in Bensheim umfassend die Streife Bensheim unb Heppenheim), 3. in -Ltcburg umfaffenb bie 5tYeife Tieburg und Erbach), b) in Mi l>ei n *’ * ’ ’c n ■ 4 m Maiitz Tief- und Wafserbauamt, umfassend die Mainz und Bingen mit dem Wasserbau im gegenwärtigen । Umfang-, 5. in Worms Tief- und Wasserbauamt, Kreis Worms nut bem Wasserbau im gvgenroärtigcn Umfang, (i. in Oppenheim umfassend bie Kreise Oppenheim und Alzen), c) in Ober- n - m i';" i, n, > in Friedberg, 9. m Lauterbach um fasienb bie Kreise Lauterbach unb Alsfeld), 10. in Nidda (umfassend bie mreife Bübingen und Schotten).
Tie Tiefbauämter Darmstadt, Mainz und Wonns erhalten einen 2 Beamten, Darmstadt wegen bei groß n Ausdehnung d.-.> Bezirks, Mainz und Worms wegen bes Wasserbaues.
Nad) Vorstehendem werden zu errichten sein: 15 Hochbau Ämter mit 15 Vorständen und 5 Assessoren, 10 Tiesbauäinter und Dies- und Wasserbauämter mit 10 Vorständen und 3 Assessoren, zusammen 25 Aemter gegenüber 32 Aemtern und Dienststellen letzt.
Für a u ß e r g e w ö h nn liche Bau arbeiten dürften noch größere ftnailid, Hochbauten unb größere Ausgaben bei Denkmals arbeiten Tamm unb ^‘rüdenbauten, sowie für größere St raßen - Neubauten unb dergleichen!
Bei Besetzung der nad)gewiefenen Stellen roerben zu verwenden fein: 22 als Arch:letten ausgebildete akab. Baubeamte, 14 d.sgl. als Ingenieure, zusammen 36 akab. Baubeamte gegenüber 45 bei ber jetzigen Organisation.
Auch das (miltz ere Beamlenpersonal wird bei ber vorgesdstagenen Drcaniialiondänbcrung cntfprcd)end verringert werben können.
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In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß in Hessen zur Zeit sowohl besondere staatliche Baul'ehörden für jeden Zweig der Tedmif vorhanden sind Hochbau und Wasservauärnter, .üulturinspeltionen, Dammbaubedörde und lieroauamt; als auch iraatlicbe Baubeamte, die alle Zweige der Ted)uik zu bearbeiten haben, nämlich die Kreisbouinspesioren Für die Behandlung der technischen und Personalaugelegenlieiten hat sid) ferner der bisherige Zn Hand, roonad) ein Teil ber vorgenannten Tien st stellen bem Ministerium des Innern, ein anderer Teil dem Mrnisteriuiu der Finanzen untersteht, als nachteilig erwiesen.
Allgemein kann die Vereinfachung entweder durch Einrichtung selbständiger,staatticher Bauämter zugleich für Hoch- und Tiefbau, etwa den früheren Kreisbauämtern entsprechend, oder durch getrennte Hoch- und Tiefbauämter in entsprechender Zahl erfolgen. Ter Verband der Großh. Hesfisdwn Staatsbaubeamteii hett sich in leinem Vorschlag entschieden für letztere Möglichkeit ausge- sprochcn. Die Trennung der Fachrichtungen besteht seit länger als 30 wahren auf den technischen Hochschulen und ist auch in der Vorbildung und Prüfung für den Staatsdienst durchgeführt. Außerdem ist diese Trennung auch für die mittleren Baude amten auf ben bcnitfcben Baugewerbeschulen unb in Hessen in der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der mittleren Baubeamten für den Staats- und Kreisdienst vom 15. Juli 1908 gewahrt.
Tic technisdien Aufgaben find so bedeutend und vielseitig, dap ein gedeihliches Arbeiten von Verroaltungsbeamten und Technikern nur nebeneinander niemals aber untereinander möglich ist. Gegenwärtig ist in vielen Fällen ein gedeihliches Zusammenarbeiten des Verwaltungs- unb Daubeamten infolge des durch fortgesetzte bicnftlidK Meinungsverschiedenheiten gespannten per- |önlid)en Verhältnisses beider unmöglich geworden. Ein persön- lidwr Dienstverkebr findet, entgegen ben Voraussetzungen des Kunst- straßengesetzes, vielfach nickt mehr statt und muß infolgebessen durch den nicht beabsichtigten schristlichen Verkehr ersetzt werden.
JeL .yd,« ^Et^§ vlatt 162. Jahrgang Dienstag, 26. März 19(2
M Gießener Ammer
sfc.Ä." General-Anzeiger für Gberhefsen 88WL
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Aethylalkohol und Methylalkohol.
Bei bem großen Aufsehen, das die Methylalkoholvergiftungen tn weiten Kreisen erregt haben, dürsten b\c iiachstehenden Mitteilungen and) sür den Laien von Interesse sein. Aethplalkohol, kurzweg Alkohol, aber auch Weingeist genannt, entsteht aus zuckerhaltigen Flüssigkeiten bei deren Gärung unb ist daher Hauptbestandteil der gegorenen Getränke und der daraus gewonnenen Destillate. Er ist daher enthalten einerseits in Bier, Wein, Obstwein unb Met, andererseits im Arrak, Branntwein, Kognak, Franzbranntwein, fRum, Spiritus ufro. TargeiteHt wird Alkohol aus Obst, Trauben, Runkelrüben, Zuckerrohr unb aus Abfällen bet Zuckerfabrikation, ferner aus Getreide, Kartoffeln, Reis und Mais. Methylalkohol, Holzalkohol ober Holzgeist genannt, entsteht bei ber trockenen Destillation des Holzes, kann aber auch aus ber Schlempe der vergorenen Runkelrübenmasfe hergestellt werden.
Mäßiger Genuß von Alkohol bietet bem Menschen gewisse Vorteile: zweifellos werden durch ihn die Muskelkraft und die geistige Tätigkeit angeregt, sowie eine leichtere Abspannung über wunden. Nur der Alkoholmißbrauck ist dem mcnidilidjen Organismus gefährlich: er führt die Erkrankung fast aller ^yane des Körpers herbei und fd)roäd)t‘ in hohem kratze die Widerstandsfähigkeit dieselben gegenüber anderen Krankheiten.
Der Methylalkohol gleicht in feinem chemischen Verhalten völlig bem gewöhnlichen Äthylalkohol unb roirft auf den M^nfchen, in geringen Mengen genossen, wie gewöhnlicher .llkohol- -Ne- thylalkohol unb Aethylalkolwl find in Geruch und Ge'chmack durch einen Laien gar nickt voneinander zu unterscheiden, _uno auch dem Sachverständigen fällt dies schwer/ Dazu kommt, daß Methylalkohol heute unter ber Bezeichnung „Sviritol" und „^pmtogen'' käuflich ist. Im Organismus wird Aethylalkohol innerhalb 20 Stunden beinahe vollständig verwertet, während nach den Fest- slellungen Delbrücks von Methylalkohol nur etwa.ein Zehntel derjenigen Mengen verwettet werden kann, die der tierifche Lrgam---- mus an Aethylalkohol zu verbrennen vermag. Methylalkohol flaut sich daher im menschlichen Körper, wirkt dadurch als GW um) Zerstört ben Körper. In Frankreick) und Italien ist Methyl- olkohol mit .einer hohen Steuer belegt.
— T i e H e s s e n - N ii m m e r der Illustrierten 3 c t tung, die im ganzen hessischen Land mit Spannung erwartet wurde, hat um so mehr enttäuscht, als bie Erwartungen durch Voranzeigen des Berlages aufs höchste gesteigert waren unb von ben einzelnen Gemeinwesen und Interessenten z. T. ganz erhebliche Zubußen getriftet worden waren. Tie Abbildungen, die durch ein in Farbe, Zeichnung und Truck völlig mißlungenes Bildnis des Großherzogs eingeleitet werden, sind durchweg sehr mangelhaft, die von einem besonderen Zeichner des Veriages angefertigten Ansichten in keinem Falle wettvoll, sehr häufig aber nicht einmal, klar im Vorwurf. Tas Bild vom Hoherodskom bat mit der Natur nicht bie geringste Aehnlickkeit. Tement- sprechenb ist au»ck ber Text, der, meistens Reklame, kaum ben bescheidensten Anforderungen entspricht. Darmstadt, Mainz, Offenback, Worms, Bingen, Bad-Nauheim sind zu unzureichend behandelt uni) bie kurze Abhanblung über Gießen ist geradezu kläglich. Dir hören dann nur, daß Gießen Universitätsstadt ist unb daß es ein Theater besitzt, das burch ben Gemeinsinn der Bürger gebaut werden formte. Dazu bat man auf den von der Stadt bezahlten beiden Seiten noch zwei 2lbbil- bungen aus anderen hessischen Otten gebracht. Tie sonst so vorzügliche Illustnette Zeitung, die sich schon mannigfache Verdienste erworben hat, hat hier eine ausgesucht unglückliche Hand be- roicsen.
— Ein Theaterskandal in München. Das Königliche Residenztheater in München erlebte bei der gestrigen Aufführung des Lustspiels von Slernheim „Tie Staffelte" einen Theater skandal, wie München ihn noch nicht gesehen hat. Das Stück wurde vorn zweiten Akt an unter fortwährendem Hohnlachen unb Skandal zu Enbe gefuhtt. Sämtliche Hoflogen waren von bayerischen Pttnzen besetzt, bie Zeugen der Vorgänge waren.
— Der Hochtourist als Wetterbeobachter. Neuerdings macht Freiherr von M y r b a ch einen beachtenswerten Vorschlag. Tic Hodstouttsten, die sehr von ber Witterung abhängcn und daher nicht zu ben schlechtesten Wetterbeobacht em zählen, sollen aufgefordert werden, ihre Seobad)hingen über Wolken-, Schnee- unb Regenbildung, optische Erscheinungen u. a. in bie auf ben Berggipfeln vorhandenen Gipfelbücher einzutragen. Man hofft hierdurch ein umfangreiches Material zu gewinnen, das zwar keine genauen physikalischen Messungen enthält, aber doch
für mannigfache Einzeluntersuchungen sehr wertvoll wäre. Zur Organisation dieses Unternehmend müßten bie großen alpinen Vereine, vor allem der Deutsch- und Oesterreichische Alpenverein gewonnen werden, für diesen Zweck besonders geeignet? Gipfelbücher auszulegen Es müßte eine Wetterrubrik in diesen Tüchern vorhanden sein, die durch eine Lochreihe abzutrennen wäre, damit die einzelnen Settionen des AlpenoereinS nach Einziehung des> Buckes oder schon vorher die Rubriken abtrenn en und den in' Frage kommenden meteorologischen Zenttalstellen zusenden könnten. Es wäre im Interesse ber wissenschaftlichen Forschung wünsdfens-» wert, wenn Myrbachs Vorschlag von ben Alpenverein.-n beachtet würde. Auch der Schiläufer ist in der Lage, manche Beiträge für die Wissenschaft zu sammeln, zumal er sich in einer Jahreszeit betätigt, in bet die Gipfel von anderen Touttsten kaum besucht werden
kf Eine neue Besteigung des McKinley. Prof. N. E. Parker, von der Columbia Universität, der bereits zweimal vergeblich versucht hat, den höchsten Berg Nordamettkas zu erklimmen, will nun, wie die „Deutsche Rundschau für Geographie" berichtet, einen dritten Besteigungsversuch ausnihren. Im Jahre 1906 hat Parker gemeinsam mit Cook eine Bergbesteigung aus- gefübrt: dann hat er im Jahre 1910 bei einem zweiten vergeblichen Versuche wichttge topographische Ergebnisse erzielt. Bei der neuen Bergbesteigung wird Parker bis Sunrise bie Zentralbahn Alaskas benutzen. Bei der eigentlichen Bergbesteigung werden Schlitten, bie von Eskimohunden gezogen werden, zum großen Teile als Beförderungsmittel dienen.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen» schäft. Dem Fürsten Albert von Monaco ist als Förderer ber Tiefseeforschung das österreichisch-ungarische Ehrcmzeicheni für Kunst unb Wissenschaft verliehen worben. — Dem Chirurgen^ PrimararS des Karlsbader Krankenhauses TV meb. Franzi Fink wurde vom Kaiser von Oesterreich ber erbliche Uutterftanbt verliehen. — Professor Dr. Anthes in Tarmftaot, ber (Ytoßh., Tenkmalpfleger für bie Altertümer, ist vom k. k. Archäologische^ Institut in Wien zum Korrespondierenden Mitglied ettvä^j worden.


