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31.7.1912 Erstes Blatt
 
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Nr. 178 Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 31M M2

Der »lebeiet Injelgtt /»W © mo*atl")75?«7oiertel-

erscheinl iaglich, außer LJ. ^©1» T AA -ihdtd) Mk. 9.90; durch

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ss-kk! General-Anzeiger für Oberhelle« Si&sa

Anzeiger Wiefcen. J V I 4 t rarst: tüt .Stadt unk

Lmahme von Anzeigen Rofaflonsörud unb Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch- und 51eindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedltton und D ruderet: dchulstrage t. Vlinb-; s ffH; tüt der U Ü^ütog»Tt^ Büöingen: 5ern,pr-ch-r Nr. 269 «efdjäftsftene vahny»,!>rab- 16«.__v B-

Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten-

werde mit reinen

spricht

ür den Verkäufer ist.

Indes wird man nicht verkennen dürfen, ban neben einer mitunter ganz unverständlichen Finanzpolitik der beteiligten Staaten die politische Unsicherheit und Auf­regung ebenfalls zum Niedergang der Rententurse bei- getragen bat. ___________

Gin Vertrauensvotum für die Regierung.

Tie Unterbrechungen der Kammersitzung waren durch leiden­schaftliche Erörterungen in den Wandelgängen ausgefuUt^^n

(Eine Lntscheidung in der türkischen Kammer.

Mit der Auflösung der türkischen Kammer ist es nun doch nichts geworden, und man erkennt, daß in die vielen Gerüchte und Zeitungsrneldungen Fein großes Vertrauen zu setzen war. Die Iungtürten höben noch während der gestrigen Sitzung der Kammer ihre bisherige Haltung re­vidiert und Hein beigegeben Die Negierung, die den Volkswünschen entgegenkam und entsprechende Maßregeln gegen die bisherigen Ungesetzlichkeiten und Uebergrifse an- tünbiqte, erhielt in einer sehr dramatischen Sitzung ein Vertrauensvotum. Damit ist die türkische Krise einstweilen beseitigt, freilich nur so lange, als es den Iungtürken und hohen Offizieren Nßliebt, dieMaßregeln" der Re­gierung zu achten und sich der Politik auf eigene Jaujt zu enthalten.

Wir erhalten folgenden Bericht:

Konstantinopel, 30. Juli. Kurz vor Beginn der Kammersitzung entfernten sich die Truppen, die vor dem Eingang des Parlaincntsgebuudcs ausgestellt waren, deren Gegen­wart die Veranlassung von Klagen der Deputieren gegeben hatte. Tie Sitzung wurde gegen 1 Uhr eröffnet. Alle Mitglieder des Kabinetts waren anwesend.

Ter Großwesir verlav sodann die ,Regierungser­klärung, in der hervorgchoben imrd, daß die Regierung die Macht inmitten großer Lchwierigkeilcn und in einem rntild)cit Augenblick der türkischen tveschickste übernahm. ES urrd die Voff- nung ausgedrückt, daß die Ration die Aufgabe ocr Regierung

graphische Platte zu bannen, was bisher noch nicht ge­lungen ivar. Der japanische Gelehrte hatte den gluck- lichen Gedanken, sich der Wärme zu bedienen und konnte so dank der verschiedenen Dichtigteit Der gradweise er­wärmten Luftschichten eine leuchtende Ausstrahlung er­halten, die stark genug war, einen Lichteindruck auf Der Blakte liervorzubringen. Wie dieMinerva" berichtet, find an der Panier AkaDemie der Wissenschaften nach dem Tana- adateschen Versahreti bereits verfchiedene erfolgreiche Bei> uche gemacht worden.

* Die beleidigte Madonna. Eine wenig bekannte Raffael-Anekdote wird in der Italia centrale erzählt. Der be- rühmte Meiner, der im allgemeinen von einem bewundernswerten Arbeitseiier uiid einer fast unerschöpflichen Arbeitskraft war, tantue manchmal auch Tage, üi denen er nur mit Ueöcrwindung k^n Ptnfet führte Während einer dieser rasch vorübergehenden Pha,en der Arbcitsunlust kam cs zu einem amüsanten Zwilchen,all mit dem Papste Leo X. Ter heilige Baler wollte das Werk ra,ch vollendet sehen Raffaels Umahgtcü machte ihn ungeduldig, und ichiietzlich griff er zu einem Gewaltmittel, er verfugte, dast der Meuter von Urbino in seinen Ardeüssaal eingeschkomm werde und fortan als Nahrung nur Brot und Zwiebeln erhalten sollte, bts das betreffende Werk, eine Madonna, vollendet ,etn wurde Zn aller Last malte Raffael nun das Büd fertig, Die --chnelligkett, mit Der das geschah, mußte verblüffen: aber eine we,entliche ckende- rung in der Kopihalmng der Madonna konnte er dabei nicht unter­lassen : währeno Die Himmelskönigin bisher nut großen milden Augen guiig auf den Beschauer herabgeblickt harte, ließ ,re der "inner leßt das Gesicht und den Blick zur >seite weiiden Man hatte sofort das Gefühl, als ob die Madonna von irgend etwas peinlich berührt ostentativ den Kopf abwendete m Papst kam mehrfach in oen Gaal, um den Fortgang der Arbeit zu verfolgen. Als er bei seinem lebten Besuch Die Veränderung der »opiHaltung bemerkte, furchte er die Brauen und fragte zienUich ungnädig: Raifaelo, was soll das bedeutend"Heiliger Vater, ich ver­stehe nicht . ." ,Zch möchte wissen, warum Die Madonna Den Kopf zur Seite gewandt bat. Tas sieht satt aus, als wolle ,ic fortgehen." heiliger Vater," entgegnete Raffael dwotdie Madonna ist . . verstimmt.' Leo X. ,ah ,euren Lieblmgs- malcr eine Weile nachdenklich und fragend an. axrnn bestand er auf eine genaue Erklärung.Za, wenn ich ganz offen ,ein darf?

T<is verlange ich, sprich."Nun," rief Raffael mit dem -tone tiefster Uebericugung,der Madonna ist der furchtbare Zwiebel­geruch hier im Saal einfach unerträglich geworden . ,

kaum einen reizenderen Genuß in der Liebe, als eben dies Ge­misch von Wohl und Weh, wo die dämmernde Wolke ,o eines Abschieds den vollen Glanz des himmlischen Bewußtseins über- dilciert, wie ganz wie eigen man einander habe!--OJenug.

Tu verstehst mich hierin." . ....

Bekanntlich wurde das Verlöbms schon 1835 wieder gclo,t. Wie Friedrich Rückert, machte es auch Mörike Freude, aus barm- lose Alltagsvorkommnisse kleine Gedichte zu machen, die manchmal recht liebciiswürdig wirken, so bezieht sich ein GeovtW Beleidigte", wie eine Anmerkung von der Handichnit des Dichters erläutert,auf einen unangenehmen Borfall, wo ich beinahe Prügel bekommen hätte". Das das für ein Vorfall war, geht aus den luftigen Versen deutlich hervor:

Ta ist ein langer Herr gewesen.

Er schien ein Offizier zu sein.

Ich roch so was wie Cisensrcssen, Ich roch so was wie vielen Wein.

Ein feltfamcr Begriff von Ehre Ließ gleich den tollsten Streit entstehn. Das Wort, mit dessen Rätselschwere Sich manche Bärte schrecklich blähn.

Zwar neuner sind es wicht'ge Tinge: Zum Beispr?l: was fliegt dort vorbei? Man streitet, nun beweist Die Klinge, Ob Sperling oder Spatz es sei.

Auch ist, so vtcl ich kürzlich höre.

Bei ihnen ernstlich ausgemacht. Zu sagen: Guten Lach auf Ehre, Und auch: Auf Ehre gute Nacht.

Von den Gedichten, die nicht Gelegenheusverse ,md, ist em schönes Raturgedicht ein ..Schier IRöt>!e" 6aä n»M "«hient, in feine Werke aufgenommen zu werden. Es ist zu einer vier- stimmigen Komposition von Mörikcs freund Hettch auf dessen Bitte gedichtet:

Schöner Stern!

Den Geschwistern fern,

Still im Meer beschaust du dich gern.

So allein.

Hold und rein, Schöner Stern, so wie du mocht ich sem.

Vie sinkenden Staatsanleihen.

Wäre der Kurszettel wirklich das untrügliche politische Barometer, es schaute bedenklich um den Weltfrieden aus, trotz aller Friedensschalmeicn, die plötzlich vorn Kanal hin übertönen, trotzdem Sir Edward Grey es an der Zeit hielt, seinen Landsleuten zuzurufen:Man darf Den sehr ein leuchtenden möglichen Grtlnd für die Erbauung der Deut f^en Flotte nicht übersehen, daß eine wachsende Nation wünscht, mächtig zu sein, ohne daß sie doch notwendiger­weise Ängriffsabsichten verfolgt." Ter Leiter der eng­lischen auswärtigen Politik hak gleichzeitig auf die wach sende finanzielle Abhängigkeit der Völker voneinander hingewiesen. Bezeichnend ist, daß fast bei allen europiv ischen jtultiirtröffcrn ein Rückgang der Staatsrente zu ver­zeichnen ist.

Wetm die städtischen Sparkassen, die Landesversiche­rungsanstalten, die verpflichtet sind, einen beträchtlichen Teil iljtcr Gelder in Staatspapieren anzulegen, plötzlich genötigt rouren, ihre Papiere loszuschlagen, sie hätten ganz gewalfige Verluste, der allein bei der Berliner städtischen Sparkasse nach Millionen zählte. Von Jahr zu Jahr kann man bei den Ausweisen der Sparkasse der Stadt Berlin unb anderer gemeinnütziger Institute sehen, welckfe Ein­bußen sie durch solche meist vom Gesetz vorgeschriebenen - Anlagen erleiden. Freilich nur auf dem Papier, da cs den Verwaltungen der verschiedenen Einrichtungen gar nicht einfallen wird, ihre Wertpapiere mit so beträchtlichem Mrsverluft zu bcrfilbern. Außerdem sind sie ganz sicher, daß das Reich und die verschiedenen Bundesstaaten pünkt­lich und unverkürzt die Zinsen zahlen werden. Aber so ganz achtlos an der Erscheinung des auffälligen und an­haltende,, Kursrückganges vorüberzugehen, ist doch nicht

angebracht. .

Es erscheint daher ganz glaublich, wenn gemeldet wird, daß bereits feit Monaten zwischen den deutschen Bundes- regierungen Verhandlungen über Maßnahmen gegen bie zunehmende Entwertung der deutschen Reichs- und Staats­anleihen schweben. Es ist sogar zu befürchten, daß, wenn das neue Rechnungsjahr weiter einen solchen Rückgang an Entnahmen für den Reichssäckel verzeichnet. Die noch so gut gemeinten Maßnahm et. Der BunDesregierungen nicht viel nerfdüngen werden. Die Einnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren sind im Etat für 1912 zuerst auf 1561,7 Millionen Mark geschätzt worben. Im Ergänzungs­etat ist bann bet Betrag um 52,3 Millionen Mark erhöht worden, so daß der Etat eine Einnahme von 1614 Millionen Mark vorhersieht. Auf das Vierteljahr entfällt also eine durchschnittliche EinnalMe von 403,5 Millionen Mark. Das erste Vierteljahr weist aber nur eine Einnahme von 383 Mil­lionen Mark auf, zeigt also einen Ausfall von 20 Millionen Mark gegen den Voranschlag. Wenn die weiteren Viertel­jahre sich ebenso unergiebig zeigen wie das erste, wenn der frühere Reichsschatzfekrctär "Wermuth so schnell Recht bekommen sollte, wie will man sich helfen? Etwa durch Ausgabe neuer Anleihen unb den Kurs der alten noch mehr drücken? _ , t p

ES ist nur ein schwacher Trost, daß Die Anleihen Eng­lands und Frankreick-s nicht besser stehen, als Die Deutsch­land^ Während die 3prozentigen Reichsanleihen und Kon- sols auf 80 v. H. standen, verzeichneten die 2«, 2Prozent,gen englischen Koufols 74,5 v. H., die 3prvzenkige französische

durch rubifle Haltung unterstütz Tic Ursache brr gegen,rärtigcn SdHvicrigfcücn seien bie ungesetzlichen Eingnne der Behörden bei den Parlamemswahlen, bie Teilnahme brr Oinuere an den roh Hieben Parteien, die Gesetzesüderlretungen unb tne verfallungs widrigen Manual,men. Tie ErNänmg teilt mit, dir Regierung ordne eine Uniersuctmng der Wahlen an unb nx-rbeck, nach dem Ergebnis richten: ferner werbe sie bie Armee an der Einnnimnng in bie Polilik bmbrrn unb werbe bie Beamlei, verieiwn, die fort- fahren sollten, twinischen Parteien an zu gehören und an ber polttit tciliunehmen unb sie werbe die bestehendem Geseke für bie Lr- nennung, Absetzung unb Besöiderung Der Beamten anwenben Tic Regierung werbe bie provisorischen Gesetze, bie mit ber -3er sassuim nicht im Einklang stänben. befaujen unb werbe alle Reckte achten, bie bie Verfassung allen Nationen zulichere. Um bie gegenwärtifen Schtrieriakeiten zu zerittimen, werbe bie Re­gierung jede un.ieieididK Einmiichung m bie öffentlichen .jn- Gelegenheiten zu verhindern fudwn. Bezüglich bes M r ieg e» pob bie ErNärung bie seil zehn Monaten gdiraditen - vier b e r arabischen Truppen rübmenb hervor 2. ic Regierung werbe die Berteibigung bes LanbeS fort setzen, biS eine bas Reck't u n b bie W ürbe berRegierung e n 11 b re chenbe Grundlage für den Frieden gesund en, et. In der äußeren Politik werbe die Regierung b,e bis Ende Januar 1909 eingeschlagene Politik fortsetzen, wett sre bem Emp- finden der Ration entspräche.

Nack, Verlesung der Regierungserklärung begann eine leb­hafte Gesckästsorbnungsaussprackce. Tie 3 u n g t ü rf en bean­tragten, die Aussprache an' morgen zu vertagen, um die xrud- iiflung der Regierungserklärung zu ermöglichen, öuiicin Öilmi Pascha erhärte namens der Regierung, die Regierunf bestehe am ber sofortigen Erörterung, weil sie angeiichtS ber gegen> roärtigen Schwierigkeiten nicht warten könne, xer Grotzwe | > t sprach in gleichem Sinne. t, f .

Talaal Bey führte aus, die Nation mache heute eine Umwälzung burch unb müsse dabei kaltes Blut bewahren, xie Partei für Einheit unb Fortschritt, Die bisher uicr «abimltc unterstützte, müsse das Regierungsprogramm grunblid, .prüfen. E-5 heißt, baß auf die Forderung einiger Revolutionäre die Kammer aufgeUR werde Die Partei werde mi.reinen Händen vor die Nation treten. Zunächst sei es nötig, das die Regierungserklärung im Truck erscheine M

Husein HiImi erklärte, bie Regierung könne nicht warten, sie wolle bie Angelegenheit vor Abenb beruhigt tvilfen, anbern- falls werbe sie bie Kabinettsfrage stellen!

lEm Abgeordneter rief: Die Regierung droht Gudi) Ter Großwesir unb Hussein Hilmi, die fich erhoben, MQen oieft zurück. Tie Kammer beschloß, bie Sitzung dis jur Trucklegung der Regierungserklärung aufzuheben. Q .

Um 5 Uhr wurde die Sitzung wieder aufgenommem Zwei Redner sprachen für die Regieruiig. Ein 'X r ni e n i er Mtjjtttt lebhaft den unbestimmten Wortlaut des Regierungsprogramm., besonders weil es nicht deutlich erklärt, welche Dottttk den Natio­nalitäten gegenüber verfolgt werden |oll. Der Redner erklärte, bie Armenier würden sich der Abstimmung enthalten.

Ein jungtürkischer R e d ne r tadelte btt Erhebung n Albanien. Einige Albaner riefen: Die Erhebung in Albanien ist gesetzlich! Tiefe Worte riefen einen wüsten L a r m hervor. Es kam zu einem Streit zwischen den Albanern und einem Ab- geordneten, der die Albaner beleidigte Die Ulbaner ,chne<n und lärmte,i. Ein Albaner ric-: Tie Erhebung m Albanien ist gesetzlich, weil ihr Grund die Schändung ber Mabchen und bie

auf. 2a fich bie «uWin bi« Länge zu ziehen drohte, erklärte Hussein vr mi Pascha in, Namen des stadinetts, eine lange Ansiprache ,ei ubcrflufftg. Tas itabmett, das der Sitzung mit Ausnahme des striegsmiiilsters und Kianill Paschas vollzählig beiwohnte, zog lief) jur Beratung zurück. Tie Sitzung wurde unterbrochen.

Rente 92 v. H., die österreichische 4prozentige Rente 90 vorn Hundert.

Sicherlich ist dieser Rückgang, der ja eine internationale Erscheinung ist, wesentlich mit Dadurch bedingt, daß die Industrie sehr starke Ansprüche an den Kapitalmarkt stellt Die Industrialisierung schreitet gewaltig fort Welche un­geheuren Summen hat nicht allein Die Umwandluntz zahl reicher Betriebe mit tierischen ober Dampfbetrieb in den elektrischen erfordert? Tie Ueberlandzentraten breiten fick, immer mehr aus: auch die Landwirtschaft erkennt den Vor­teil des maschinellen Betriebes und selbst dort, wo die klein­bäuerliche Wirtschaftsweise nicht zum Schaden der inten iven Bodenausnutzung vorherrscht, sucht man durch Gründung von Genossenschaften und wirtschaftlichen Zweck­verbänden sich die Vorteile des elektrischen Kraftantriebes zu sichern. Tie Ausnutzung Der Wasserkräfte denken wir nur an Norwegen, an Die Errichtung der Talsperren in Deutschland und Oesterreich erfordert für den Anfang die Aufwendung zahlreicher Kapitalien. Tazu kommen noch all die großen Verkehrsobjekte, die kolonialen Unter­nehmungen. Im Gegensatz zu früher hält sich Amerika ein wenig vom europäischen Geldmarkt fern; es bedarf seiner überschüssigen Kapitalien für eigene Unternehmuu gen. Das Kapital fließt nun einmal dahin ab, wo ihm die günstigsten Bedingungen geboten werden. So ist es denn fein Wunder, baß bei ber starken Anspannung der industriellen stTäftc meist von guten Erfolgen begleitet die industrielleii Anlagewerte begehrt werden. Es soll auch gar nicht bestritten werden, daß mancher Bankier und manche.Bank dem unkundigen Publikum solche Papiere auch weit lieber verkauft, lueil die Bonifikation dabei iveit höher

* Tie Photographie ber Luft Dem japani­schen Professor Tanatadate an der Universität in -Lotio i]t » c- nelunaeu ein Verfahren zu entbccfen, um die von der

ÄlütmS iÄwi.« Wrbd auf bic ph°r°.

Ungedruckte Gedichte von IHöritt.

Der soeben ausgegebene 16. Rechenschaftsbericht des Schwä­bischen Schillervereins ist, abgesehen vom geschäftlichen -reck. Dem Andenken Eduard Mörikcs geweiht. Den wichtigsten Beitrag hat urohl Otto Güntter geliefert, der ans dem reichen -schätz des Schillermufen.ns eine Menge von Briefen, Entionrfen nnb Ge- bichten nütteilt, Deren Venalier Eduard Morcke 'K , Breie davon waren für Luise Ran benimmt, mit dn der Dichter, damals Pfarrvikar in Owen, sich im Sommer 18-9 verlobt hatte.

Der Liebsten zum heiligen Ehrist 1829" seiner

Naivität inniges Gedicht geweiht, eine poetnche Beichretbung der übersandten Ehristgeschenke: 9T>-S,

Hat jemand em liebes feines Madckfen, Denkt er wohl zu jeder Zeit und^shinbe. Wie er ihr durch eine hübiche ©abc Seine Liebe, sein Gedächtnis zeige.

Hat jemand nun Schätze Dielet Erde, Ist man König, Graf oder somt ein Reicher, Müssen Gold unb Perlen und Juwelen Einzig schön die Vielgeliebte ichmucken:

Ist man aber nur em schlichter Knaoe, So begnügt man sich, dem süßen Kinde Ein besck-ciden Kleidchen auszuumhlen. Das den schlanken Leib gefällig.^»ge.

Auch ein Kistchen wird sie nicht verschmähen. Dem natürliche Magie verliehen. Jeden Schatz, den man ihm anvertrauet. Freundlich und geschwinde zu verdoppeln.

Dann ein Buch, woran bas neue Jahr nur Lauter frohe Tage Dir dikliere, _

Wer, daß dabei dies, Herzchen, bitt ich Treue Liebe Dir die tfebei: führe.

In einem ebenfalls bisher noch ungedruckten Brm

Mörike einmal sehr reizvoll über lerne roman ische -nb. z Luise Er gibt die Schilderung einer Reue, die ^undschasren iinb btibfdindl an ihm oorübargnlog-n.ab-rcrhataUb^aum roalitgenammen: ..Es ivac eine duniel^L- Nur einanbet fließender Gedanken, aus welcher ^.eur anmut der Gebärde, in allen Satten der, V-rsangknh-it. iulcst an® gar der süßen hofsnnngsreichcn 3ufuntt, tauunegel 9 mir bewegte. Tn lönnteft mich Ph-ntaN.ich 6~aib"n

falt meuter Liebe zweifcin, wenn ich mit all de t bnnl-noar° n Mr b-tchreiden wollte, in was lur SauDeigarUn 4 mit _xit, von seliger Wehmut wie nut berauschcudem Blu . ,n,r schüttet, mich hin und wieder ziehen netz. -- -