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29.10.1912 Erstes Blatt
 
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Dienstag, 29. Oktober 1912

162. Jahrgang

Erstes Blatt

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Istip ein. _

Uesküb, der Hauptort des Wilajets Kossowo, das Herz Alt-Serbiens, war das Ziel und die Sehnsucht des serbischen Heeres. Mit stolzen Gefühlen werden die Serben durch _____bic große historische Ebene Moifowo Polje, durch das in Dazu so vielen Heldenliedern und Volkshymncn besungene Amsel .. . ; J _____ _____ 1 \ CS...,, 1 '?ßQ Sin kiiSsI>nH<-la'

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Itcn dasOtophoi rage zur Froöe nlicher Besuch erbeten hüre Nr. IS kostenix ,Ische OiophoneL rankfurt am Main kenheimer Anlage 50 p:

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Name der Stadt war Skupi, der ftd) in dem modernen slavischen Slopia und dem türkischen Uesküb erhalten Hal. Nur spärlich fließen die Nachrichten über seine Betgangen- 1Cit. Im Jahre 1002 wurde die Stadt burdi Basilees II. den Bulgaren entrissen, durch jenen grausamen Vernichter des Bulgarenreiches, der zwölf Jahre später nach der Ent­scheidungsschlacht beim beutigeu Demirhissar l»Ote) ge­fangenen Bulgaren die Augen ausstechen ließ und hundert, denen er ein Auge geschoirk hatte, mit der Ausgabe bf* austragte, die unglückliche Schar heimzuführen. Im vier­zehnten Jahrhundert, in der Blütezeit der serbischen Herr­schaft, war Skupi der Mittelpunkt des poliiischen Levens: hier wurde 1346 Stephan Dnschan zum Zaren der Zer­ben und Griechen gekrönt. Doch Jtem glanzvollen ?arcnturne war in Skup'i nur eine kurze Freude beschieden. Auf dem Amselfelde sank Serbiens Macht dahin, und hun­dert Jahre später pflückten die Osmaiien neue Lorbeeren auf der blutgetränkten Ebene. Am 23. Oktober 1448 brachte Murad II. einem ungarischen Heere des Hunhad, der für die Serben eingetreten war, eine vernichtende Niederlage bei. Nie mehr seitdem haben die Serben in Uesküb und im Lande rings umher festen Fuß fassen können. Aber ihre Herzen flogen Jahrhunderte lang voll Sehnsucht über die Bergeshöhen: ihre Heldengesänge kreisten immer wieder um die' Schlacht aus dem Amselseld und um Skupi, bte

meine täten ir) zur Abhaltung von sen, Vereinssitzungen tu enlende Erinnerung, lenung. Reelle Bierprei? nt Spuck'; ik, Nord-Anlage 3: WirtschaftNgartcn 1

Maßnahmen getroffen, daß die Flüchtlinge in ihre Heimat ' zurückgebradu werden und die Beamten, die ihre Pflichten i vernachlässigt haben, entlassen.

Ter hiesige Korpskommandeur verfügte, das von : morgen an verboten ist, nach 10 Uhr abends a u f die Straße zu gehen.

Ter Sultan nicht auf dem Kricgsschanplal',.

Konstantinopel, 27 Cft. Tie Nachricht, daß sich , der Sultan auf den Kriegsschauplatz begebe, ist verfrüht. iTarüber ist noch keine Entscheidung getroffen worden.«

Wie ein angehlich dem Kriegsministerium zugegangenes Telegramnr meldet, batten die Türken die starte Position von Ma rasch, westlich von Adrianopel, wieder Ge­nommen. Man erwartet eine amtliche Bestätigung.

Ter türkische Kabinettwechsel.

Konstantinopel, 28. £tt Tie Bildung des M a- hinetts Kiamil, welche durch die Weigerung des gegen­wärtigen Großwesirs Ghazi-Mukthar, zurückzutreten,^ auf­geschoben werden mußte, dürfte sich dennoch^bald vollziehen

Die Einnahme von Uestüb

macht auf die serbische Bevölkerung einen über­wältigenden Eindruck. Uesküb wird nunmehr als Kleinod | i ?trad)tet, für dessen Verteidigung das gesamte serbische

Volk bis zum letzten Blutstropfen kämvfen werde. Trc , änzliche "Aufteilung der europäischen Türker werde sich höchstens durch das rechtzeitige Eingreifen der Großmächte vereiteln lassen, da Mazedonien anscheinend für die Türkei bereits volltonrmen verloren jci.

Einem amtlichen Bericht aus Belgrad zufolge er­gab sich die nach Tetovo und Kalkandelen geflohene tür ­kis ch e .K o l o n n e der sie verfolgenden serbischen Kavallerie und legte die Waffen nieder. Auf der Strecke UeskübTe­tovo wurden weitere 125 türkische El schütze er-

Ib eutet. _

König Peter mit dem Ministerpräsidenten halt, wie Iverlautet, morgen (Dienstag) seinen feierlichen Ein­zug in Ucs tu b. Tie Türken ziehen sich von Istip gegen Belesch und Äoferuelue zurück. Tie Bevölkerung von Istip befiildct sich im A n f st a n d gegen die Türken und bemächtigte sich der Waffen aus den türkischen Maga­zinen. Tie serbischen Bortruppeu trafen abends in

Hanstal*

^Ausverkauf \ ^eschäfts l ü

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JNBACH

* Wetzsteinstraße 38

Hochburg altserbischer Herrlichkeit

In malerischer Lage breitet sich Uesküb aus, auf dem Hintergrund der im Nordwesten den Horizont umrahmen­den, schneereichen Höhen. Ein wundersames Uarbenspiel entfaltet sich ringsum in den rötlichgrauen sanften Hügel- massen des Südwesten, dessen idhllische Anmut schross ton trastierl mit den in bläulichgrauer Düsternis herüber- chiinmernden Gebirgsformen der Tscherna Gora, des Schwarzen Landes. Ans der weiten Ebene mit dem breit und gemächlich strömenden Flusse, den schweren Dunst- wollen des Sumpssees von Kaplan hebt sich Uesküb, an den beiden, von breiten .Kaianlagen umsäumten Usern des Wardar. Hier am Fluß hat die Stadt nichts mehr vom orientalischen Gewirr der Gassen, die den älteren Stadt­kern noch zu einem unverfälschten Stück Asien machen. Bon der Höhe der altrömischen Brücke, die über den breiten Strom setzt, blickt man auf diese ganz europäischen Ufer- viertel, wo stattliche Moscheen, große Bauwerke und alt- türkische Anlagen sich dehnen. Am rechten Ufer hat die Stadl ihre jüngste Entwicklung zu verzeichnen. Hier dehnt sich die Bahnhofsanlage aus, und an sie haben sich in rascher Bautätigkeit eine Menge moderner Unterkunfts­und Gasthäuser'angeschlossen. Das linke User wird von einem flachen Hügel beherrscht, den ein mittelalterliches', von niederem Mauerring eingeschlossenes Kastell bekrönt. Dieses Denkmal der alten Geschichte ist heute zu einer türkischen Kaserne mit Hospital und Gefängnis umgestaltet. Während man sich hier in Europa fühlt, tragen einen wenige Minuten Weges mitten in den Orient. Im Bazar wogt- das ewige Ein- und Vielerlei, wie man es in so vielen türkischen Orten antrifft: ein immer reges Leben uni» Treiben in holprigen krummen Gäßchen,''wo elende Ba­racken, Kaufläden und Werkstätten unter dem Schirm weit ausgespannter Matten oder Tücher gegen die Sonne eine kauflustige Bevölkerung anlocken. Das bunte Gemisch der Einwohner, Albanesen, Serben, Bulgaren und Türken, geht ganz in diesem behäbigen Kleinstadtbetriebe auf, und so harrt Uesküb seit langem des großen, nun vielleicht näher gerückten historischen Momentes, wo der Glanz halbtausend-

ist, das; er sich .zu Unrecht einer schweren Schuld zecht, um sie, die Heilige, nickt zu betrüben.

Den Schluß des Abends bildeten eine 'Reifte von gereimkn Erlebnihen, die der Diä ter mit seinen Kindern hatte, ksic spiegelten nickt nur den fröhlich-naiven Kinderftumvr wieder, |oir dern auch des Vaters innige Liebe zu seinen Kleinen.

Die Zuhörer folgten aufmerksam deu einzelnen Darbietungen -und bereiteten dem Dichter eine herzliche Kundgebung. N.

gusrührung,

[leupl^erß I

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhelfen

Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch und Steinbruderei R. Lange. Redaktion, ikrpedition und Druckerei: Schulstratze 7.

Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.

und beinahe, beinahe wäre uns " > i über diesen Hut an der Generalseäe gestolpert, rnenn nicht seine Frau mit alter Toa- Scklauheit dem Etvig-Weiblicken zum Siege und ihm zu den General-Hosen verftolfen hätte. Tas neueste LustspielDie Ge­nerals ecke" von Richard Skowroy-nek, das im Ko­mödie n h a u s wahrhaft lubelnd ausgenommen wurde, spinnt um solchen Kern seine drollig gemütlichen Fäden. Ter Mitautor desHusarensiebers", der im deutschen Sbecr und im deutschen Offizier-Haus so trefflich Bescheid weiß, zeicknet mit sicheren Strichen die tragikomische Zdnllil klcmüablifckcn Garnisonslebens, in dem Sckneidemühl und Allenstein aks Großstädte am fernen Horizont kühner Träume stehen. Einige hübsche Episoden von Kampf und Liebe zwischen Militär und Zivil, die in die Familie des reichen Fabrikanten hineinspielen, umrahmen und durchziehen dies komische Heldenlied vom Mampf gegen die großen Hüte in Moppel­bude. Skowronnek hat auf jede höhere, auf dichterische Bentuung ausgehende Gestaltung des Stoffes verzichtet: er gibt ein sehr l übsck gesehenes Milieubild mit prächtigen Possenszenen, in denen ouck die unDcrroüftlide Gestalt des dummpfiffigen Offiz-iersburschen nickt fehlt, und hat so die Lacher auf seiner Seite. Es war cm großer durchschlagender Theatererfolg. Dr. P. L.

T i e W e l t z e i t. Tie internationale ,3eitfonferen_i, die soeben im Pariser Observatorium tagte, bat beschlossen, daß alle Beobachtungen über die Bestimmung und die Uebermittlung der Zeit, die in den Observatorien der ganzen Welt gemacht tverden, in Paris zentralisiert werden sollen. Die französische Haupt­stadt besitzt in dem Eiffelturm, wie der Pariser Astronom Eharles Nordmann im Matin au-'ührt, ein unvergleichliches Hilfsmittel iür bic Aussendung der Stundensignale mit Hilfe der drahtlosen Telegraphie: die Errichtung dieses Meisterwerks der Technik hat so einen praktischen Nutzen gehabt, an den bei seiner Erbauung nie­mand benfen tonnte. Obwohl die Stundensignale des Eiffelturms bereits 6000 Kilometer weit ausgesandt werden, reichen sic doch für die entfernteren Orte nock nicht aus, und man hat eine Anzahl anderer Stationen gewählt, die über die ganze Erde verteilt sind und bic französischen Signale ergänzen, sollen, m- bem sie in anderen Zeiten Stundensignale ausschicken.. Es wird also auf der Erde keinen Ort geben, an dem nicht wenigstens zwei­mal am Tage bic Seeleute, bic Forschungsreisenden, die Erdmesscr, bic Eisenbahnbehörden und die Uhrmacher die Zeit mit grösster Genauigkeit ieststellen können. Tie ausgesandte Zeitangabe wird immer die des Anfangsmeridians von Greenwich sein. Als Sta­tionen für die Aussendung von Zeitsignalen wurden von der Kon­ferenz gewählt: Paris, San Fernando Brasilien, Arlingwn Bereinigte Staaten, Mogadiscio Somaliküste-, Manila Phi- lippincn, Timbuktu, Nordbcick, Massauah (Eryrhrca und San Francisco. Die von der Konferenz getroffenen Bestimmungen bo

, dürfen noch der Zustirnntimg der oerschiedcnen Regierungen,

D u l b e r g sK o r a l l e n k e 11 l i n" in neuer Ge­stalt Ans Bremerhaven, 27. Oktober, wird, uns geschrieben: Im kleinen Bremerhavener Stadtthcatcr, bas seit einem Fahre von Gustav Burchard mit großem künstlerischen Ermt gekurt wird, gab's am Samstag etwas ganz Besonderes: man brachte Franz Dülbergs DramaMorallenfettlin" zur llraiimiftrung. Man erinnert sich des Schicksals dieses Dramas. Ucbcrall, wo man versuchte, cs auszufüftren, wurde cs verboten, weil es |id) mit dem Problem der Dirnenliebe beschäftigt. Ein heftiger Protest zahlreicher Schriftsteller und Kümtlcr, die dieses Verbot mit gutem Recht als banausische und auf die Tauer unerträgliche Einschnürung ehrlichen und freien Kunstschaffens kmpmndcn, Hali nichts: das Stück blieb verboten. Nun bat das Ltadtthcatcr von Bremerhaven, wo man die Zensur nur dem Namen nach kennt, eine Aufführung des versehmten Stückes gewagt. Wer aber das Drama kannte, war crltaunt über das veränderte Gefickt da- es trug. Der Autor hat entschlossen alle Debatten und Bekenntnisse zum Problem des Stückes berausgestrichen und gegen eine romantische Erweiterung der Fabel eingetamckt, ^die das ganze Stück nicht zu seinem Vorteil in das beauemcrc und unbedenklichere Fahrwasser einer wohltemperierten Liebestragödie lenkt. Aus der Predigerin einer neuen, kühnen Ethik ist im veränderten Stück eine ergreifende, duldende Mäbckcngckftalt geworden. Da die Konseguenzen, die dem Ltuck sein eigentliches Relief gaben, nickt mehr gezogen werden, ,o steht seiner weiteren Bühnenlaufbahn wobl nichts mehr im Wege. Ünb ba cs auch in der neuen Form sprachliche Schönheit, brama- 'cke Schlagkraft unb ergreifende Menschlichkeit hat, so wird es seiner Wirkung stets fieber sein. Tas Bremerhavener Publikum nCT Nöck den beiden letzten Akten den Tichter immer wieder nut großer Begeisterung vor den Vorhang.

Berliner 2 fteat erbrief: lir Somöbie der großen Hüte. Man schreibt uns aus Berlin: Zn Movpelbubc un fernsten Ostpreußen steht ein Oberst an derGeneralsecke"; er weif, bar der geringste Wind, ja ein Ieifer Luftzug ihn un letzten Augenblick rortroeft-en kann, so daß er nicht um die ersehnte Ecke kommt, soitdern vorher in die trüben Sphären des Zivil standes fliegt, unb deshalb ist er sehr nervös. Da naht ein Riccn- hut, solch ein Ungetüm der in Kvppelbude neuesten Mode,

WOlle und /olle Qualitäten zu billigst eisen.

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Siu Abend bei Ernst Zahn.

Gießen, 29. Okt.

Tas Erwachen der beifnatfümtleriidicn Bestrebungen hat cs (trmad)t. daß man den, mit bA Eigenart einer bestimmten > genb sid' befdiäftigenben Zweig unserer Literatur, der immer id) unb vielgestaltig blühte, ebenfalls als Hcirnatkunst bezeichn

hat. Man hat mit diesem Schlagwort die kleinen Talente- i OB aclvbi und die starken herabgesetzt, denn das Wesentliche '.r Dichtkunst ist cs nicht, daß sic einen Ausschnitt aus der Hei at gibt, sondern daß sie Menschen schafft, ein Wbild des r.'bcnS ist. Welche Sprache diese Menschen reden, wie ihre Le lissührung siäi gestaltet, das ist literarisch völlig gleichgültig, l iid nur der Roman schriftsteller bleibt in diesen Acußerlich-

- stecken Der Romandichter grübt tiefer: er gibt im Gc- i. anbe feiner Heimat ein Menschheitsbild, einen Ausschnitt aus r ui Leben seiner Heimat, das sich zu einem Weltganzen aus- wächst. __ ,

3ii biefen Romandicktern. die das Leben von der Wurzel cus verfolgen, um cs zu einem hodiragenbeu Blütenbaum zu entfalten, der feine Acste in alle Lande reckt, gehört Ernst Zahn, der i.ariiiherzige Schweizer Dichter, in dessen Adern gut deutsches Blut rollt. Schon bei seinen ersten dichterischen Versuchen vom Gluck begünstigt, ist er von Stufe tu Stufe geschritten und heute e ner unserer Inchetztendsten unb tiefsten Dichter, fein Literat, kon° bern ein vollblütiger Mensch, der sein Volk ba Qiinudit, iro cs am stärksten unb liebenswertesten ist, bet seiner harten Nlltagsarbeit, bei seinem Mampf mit dem 2eben. Unb babc. it er ein gemutstiefer Vater, ein glücklicher Gatte, der aus seinem ruhsarnen Familienlebest bic erfrischendsten Anregungen

glückhaft sicheren Gedichtet schöpft.

30 stanb er gestern abend vor uns in dem biditgetullten Saal des Gcscllschaftsbauses, mit dem scharf modellierten, mar Bauten Kops unb las auf Veranla"ung der Fcrberscken Unircrft tät5budil)anbliing ans eigenen Werken vor. Unb er las gut vor: mit Wärme unb Kraft. Zuuäck't eine Anzahl reiner, seiner Gedichte die seine schlichte, herzliche Art unb sein starkes Ge- faltungsverwöteu machtvoll, bervorhobeu -Nach einer Paine las ct bann eine packende historische Novelle, -ter .lo b de s '.l o r o?, rinc Art Rahmenerzählung, bei ber rrüftcre Erlebni"c des Ritters Johannes Avros sehr glücklich m die Gedanken 'einer Sterbe runbe eiugeflockteu sind. Das alte Motiv, bau bic einst Geliebte iLt der Sterbestunde noch einmal unvermutet amtritt, tu durch tie gesättigte, farbenreiche Svrackc, die Bilder von wunder- Earcr Eindringlichkeit schafft, fast ganz überwunden, unb mächtig Hebt sich bic eherne, festgefügte Gestalt des alten bcldhauvtrnauns non den Gesdehniiscn ab. Mit feiner Kunst tu ,eine scheue Ltebc Au dem jungen Ebelfräulein geschildert, leine ~iebe, die |o stark

Veznqd'rels: monatlich 7öPs^vlettel- jährlid) Mk. 9.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich Pi.; durch dtePost -2JIL2. viertel- jährt aussckt Beftella. Zetlenpreis: lokal IdPs, auswärts 20 IMemitq. E hesredakteuc: 91 Goetz. Perautwonlich für den politischen Teil: August Goetz; tüt »Siciiille- ton", ,9<ermi|(t)te4* und .äzeiicktssaaf: R. 9leu- ra:h; für .Stadt und Land-: E.Hc,i; für den Anzeigenteil: H. Beck

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7 er »tetzener »nzetger ? Mheint täglich, außer r ountnqS. - Beilagen: tui mnl roödieiutidi Iirftencr.saoiilitntzlatter (veiuial iDÖdieniLKteiS:

üitfiir6enKrei$6ieben | (Eieiiotaguiib^reitaq); z veunnl moimtl. tau-» cirtid)a|tltd|e8eitfragti . eriupreeb - 9lnschOi|te: i n die Redaktion 112, rrlag u. Erpedtt'on 51 dieste für T eueschen: Anzeiger »teßen.

rimahme von anjcigee u die Tagesnuinuier Lit oonituiüfl« 9 Uhr.

Der siegreiche Balkanbund.

Es ist kaum nodi zweifelhaft, daß die Türken die in t it letzten Tagen erlittenen schlappen nicht mehr w-'ltl machen lönncn. Um Adrianopel steht es, trotz aller Ab I iinnungcn schlecht: die Bulgaren deschleunryen rhren Zug, »pels den Frieden btfticren

l nn ii bevor ihre Kriegskassc sich leert. Bezeichnend türkische Regierung setzt auch bic Ulemas,I Tlieologen und Recht 'gelehrten zum yccrc

I nist herangezogen hat, und allerlei andere Vorkehrungen, i ui Monstautinopcl getroffen wurden, können dort die gememe Stimmung nicht gerade heben. Der Bericht | i uatter derWiener Reichspost" meldet unterm 28. d. M ; Las lonzentrische Vorgehen der Bulgaren gegen die türkische [ itarmcc ist trotz des ungünstigen Wetters in ständigem wrfchreiten begriffen. Der Rückzug nach Konstantinopel if: den Türken bereits abgeschnitten. Die Bahnlinie nach nistantinopel ist unterbrochen. Die dortige Eisen b ij i, b rüde über den Tschorlufluß ist in die Luft g, s p r e u g t. Ein Teil der türkischen Truppen von Adria u.'pel konnte noch den Rückzug längs der Maritza nach Oimotika antreten. Ter Rest der Besatzung ist bereits! > »igesd;lossen.

Dazu kommt die Einnahme von Uesküb durch de Serben. Drei Heeresabteilungen marschierten gegen U sbük vor: z w e i se r b i s ch e, von denen die eine unter

I in Kronprinzen über Mumanowo, die andere über Prisch- tiiia heranrückle, und eine serbisch-bulgarische Ko l, n n e, die von Egli-Palanla kam. s)htr in Uesküb konnten b' Türken eine erfolgreiche Offensive auf diesem Te.ie di ' Mriegsschauplatzes erhossen und mit der Ausgabe von N sind sind sie nicht allein völlig in die Defensive gedrängt, jc3tbcrn sie geben ben Serben auch den Weg durch das O ardartal ttad) Saloniki frei und ersparen ihnen die Er- Sirmung des schwierigen Passes von Katschanik. Es sind title folgende Meldungen zu verzeichnen:

wie stellt cs um Kirf Kiliffe?

In Konstantinopel wurde cs nun aud) amtlich bc- Wskennt gemacht, die Division Hilmi habe die Bul- larcn unter empsindlichen Verlusten drei Stunden über l i r k K i l i s s e h i ii a u s z u r ü ck g e w o r f e n.

Dieser Meldung widersprechen aufs schärfste die Nach- I ichten aus Sofia. Dort will man sogar wissen, daß v linke bulgarisckie Armee aud) Baba Eski genommen . bc. Dieser Ort liegt südlich von Kirk Kilisse, ganz nahe ii der Eisenbahnlinie AdrianopelKonstantinopel T. ........... ...

irirb aus Sofia noch gemeldet, ein von Ko n stau ti- seid ziehen, auf dem am. Juni 1389 die sud|lavt|dw H Opel kommender Zug, der 14 Wagen M e h l Heldenschar Lazars dem Ansturm der Mohammedaner erlag, i. -eie, sei in der Nähe von Baba Eski von Bulgaren ab- Von einem Schimmer romantischen Glanzes sind für den

g langen worden. Die bulgarischen Truppen marschierten I Zerben die düsteren Berge umgoldet, die dies Gefilde einer

n. ch Kulelü-Burgas. Danach beabsick)tigen also die Bul großen Vergangenheit cintrcijcn; der Nainc Uesküb läßt n reu aud) die andere Bahnlinie nad) Adrianopel abzu-1 ihr Herz höher sd)lagen. Ist dod, die Stadt seit grauen

e meiden, die vom Golf von Enos kommt. I Zeiten der Riegel in dem großen Längstal der Wardar,

AuS Konstantinopel. gleichsam dem einzigen natürlichen Wege vorgeschoben, der

Fn Konstantinopel herrscht seit Donnerstag tiefe Nie das alte Tardanirn und Panonien mit dem ägäischen Ge di?raeschlagenheit. Vielfach wird die türkische Sache be stade verband und durch das Tal der Bsd)in,a und Morawa us als verfahren betrachtet. den Zusammenhang mit Naiffus, dem heutigen serbi|chen

m o n st antinopel, 28. Okt. In einer amtlichen Mit- Nisch und der Donau herstellte. Und dieielbe Rolle eines -Kuna wird festgestellt, daß der größte Teil der hierher! starken Bollwerkes zum Sd;utze von ^drei ^ajcingauacn ieflüchteten M usel m anen Orte verlassen hat, diel spielt Uesküb in der Neuzeit, wo die schtenenstrange der nicht vom Feinde angegriffen wurden und fern der Grenze einzigen hier nach Norden strebenden Bahnlinie, hart neben gen wie Rodosto und Tschataldsche. Tie Regierung hat f den alten Straßen, den alten Talern folgen. Der alte

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