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Angeklagten nur dem Gerichtshöfe und den unmittelbar den v. ihnen sivenden Pressevertretern sichtvar sind. Zu den Verhau: lungcn sind gegen 120 Zeugen geladen, darunter der Prior d
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Schachte emporstiegen, betäubt morden und abgestürzt, stammte aus Äiaor, war 32 Jahre alt und hinterlägt Witwe mit vier Kindern.
Kreis Alsfeld.
ICunft und wissenscha-t.
— Deutscher Frauenkongreß in Berlin
Kreis Lauterbach.
~ Schlitz, 28. Febr. Gegenüber verschiedenen ZeitungS- lerid teu, wonach die Verhaftung der Wiorder des ooruers iHorn-mus aus Dticng erfolgt sei, wird mitgeteilt, daß dis letzt noch nichts Über eine Verhaltung der Mörder betannt ist. Einzelne Vcr-
zweite Xongrcijiag war hauptsächlich Erzt. Yungs- und Vü -- fragen gewidmet. Frau Marie 2 t r i l l behandelte bic der Frauenbewegung für die berufstätigen Frauen <?tJU , -t Lange betonte die Notwendigleit der Heranziehung der zur Organisation, nicht blos zur Berufsorganisation, iond"» » allgemeinen Zusammenfassung aller Frauen, denn Die cl!!|ü,'‘Vti*ta den Fraueiiproviemc: Berus, Ehe, Konkurrenz der seien sowohl für die erwerbende Frau wie für die
Schacht, nut dem Hopfe im Schlamme steckend, tot. Ter Ver> unglüefte ist höchstwahrscheinlich von Gasen, die ans
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ihre nächtlichen Besuche ab. 'Außer andercii Gegenständen hieben sie eine wertvolle Geige mitgehen. Tie Bevölkerung unserer Gegend unb des SchlitzerlandeS ist mögen der fortgesetzten Einbrüche und Drohungen durch Zigeuner in größter Aufregung.
A BernSburg, 28. Fe Irr. Mehrere Einbrüche übten Zigeuner hier. Sie statteten dem Pfarrer und Lehrer
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brüder von (Sctnikc .... 2cn Vorsitz i.:i G:r. ^Sh.-s.' rührt be greife Präsident bes Petrikauer Preisgerichts Exz. W o i ■ r / Ter russische Justizminisler hat einen Vertreter emsandt. 3-t* in den frühen Morgenstunden war die Umgebung des prächy. n Kreisgerichts von Tausenden von Neugierigen umlagert. 15. großes Aufgebot von Soldaten, Gendarmen und P.'li konnten nur mit Mühe den Zugang im Gdrichtsgobäubc frechste Als kurz vor 11 Uhr die Türen zum «itzungsiaal geöffnet roiiroex drängte ein elegantes Publikum mit ungestümer Hast in b::i 9’ ’ Der Pressetisch ist von Vertretern polnischer, russischer, ckl reichischer, französischer, englisä)er und deutscher Zeitungni ä'-, füllt.
Landkreis Gietzen.
= Heuchelheim, 28. Febr. Gestern abend wurde die hiesige Fortdildungsichule durch eine Prüfung für diesen Winter geschlossen. Hauptlehrer Schneider gab den Schülern des letzten Jahrgangs ernste Geleitworte mit auf den Lebensweg.
A Klein-Linden, 27. Febr. Infolge des hohen WasscrstandeS der Lahn und der Bieber ist bte Verbindung zwischen Heuchelheim und Kleln-Llnden-Allendocf unterbrochen, so daß man über Gießen gehen oder fahren muß. Schon seit Jahren tvnrde die Erbauung der dringend nötigen Verb ind ungs st raße angeregt. Hoffentlich ivird sie bald erbaut werben.
A Trais - Horloff, 27. Febr. AuS Anlaß seines 25jährigen Bestehens erhält nufer Kriege rvere in die Kaiserschleifen. DaS Fest ist auf den 7. Juli festgesetzt worden.
x Stockhausen bei Mücke, 28. Febr. Auf der Eisensteingrube .Hoffnung* erlitt cm Ausseher der Motorpumpe, die daS Wasser aus beträchtlicher Tiefe empor» schafft, einen Unfall, der seinen Tod im Gefolge hatte. Ter Arbeiter hatte diese Pumpe, btc innerhalb des Brunnen- schachteS angebracht ist, auch abends zu beaufsichtigen. Da die Laterne in seinem Raume erloschen lvar, wurden andere Llnfseher auf diese Erscheinung atifnierksam und sahen nach. Sie fanden oberhalb des Schachtes den Hut des Aufsehers, dieser aber ivar verschwunden. Plan entdeckte ihn im tiefen
Haftungen von Zigeunern haben zwar stailg.fundeu, aber die Verhafteten haben anscheinend mit der Mordsache nichts zu tun und sind zum Teil wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Auch das abenteuerliche Gerücht, daß mehrere Zigeuner in der Nacht in einem einsamen Forsthaus in der Nähe von Schlitz den dortigen Förster zur Zubereitung eines mitgebrachten toten Rehes nötigten und das Reh in dem Forsthause verspeisten, sowie daß der Forster den Zigeunern den Weg nach Rimbach habe zeigen münen, ist ebenso unwahr, als daS Gerücht, daß in der Nacht aus Montag in der Nähe von Landenhausen ein Gefecht zwischen Zigeunern und den kommandierten Truppen stattgefunden habe. Zu größerem Ansporn zur Verfolgung der Mörder hat die Regierung in Kassel eine Belohnung von 1000 Mark auf deren Ergreifung ausgesetzt.
KreiS Schotten.
0 Laubach, 28. Febr. Die Zigeuner scheinen sich nun auch in unsere Gegend zu verziehen. Gestern wurden in Gonterskirchen von der hiesigen Gendarmerie zwei Zigeuner mit Frauen und Kindern verhaftet und in das hiesige Arrestlokal eingeliefert. Sie wurden heute einem Verhör unterzogen, wollen aber in keinem Zusammenhang mit dem gesuchten Mörder stehen. Vorläufig bleiben sie in Hast. Bon Hungen aus wurde von Zigeunern telephonisch Nachricht von Kirchhain erwartet. Demnach scheint unter der nun zerstreuten Bande doch ein Zusammenhang zu bestehen.
A AuS dem Vogels berg, 28. Febr. Wie ungeheuer der Preis für Pelze m die Hohe gegangen ut ungeachtet des diesjährigen milden Wmlers zeigt der Betrag von 12 Rik„ der gegenwärtig für einen Fuchsbalg bezahlt wurde. Vor zwei Jahtzehulen wurde dieser Pelz nut 3 Ml. verkauft. Die Jäger lassen es sich darum sehr angelegen sein, dem Fuchs mit allen möglichen Fangmitteln zu Leibe zu rücken.
Ausland.
Der türkische Ministerrat hat, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, am Dienstag den Entwurf der Antwort der Pforte auf die neuen englischen Vorschläge betreffend die Bahn Bagdad — Persischer Golf beraten. Ter frühere Beschluß der Pforte sah eine 40prozcntige Beteiligung des türlischen Kapitals und eine Beteiligung mit je 20 Prozent seitens des deutschen, englischen und französischen Kapitals vor. England schlägt setzt eine Beteiligung des türkischen, deutschen, englischen, französischen und rufsischen Kapitals mit je 20 Prozent vor. Die Beratungen dauern fort.
Die Kr 0 nprinzessinv 0 nSchwedenist am Mittwoch früh von einem Prinzen entbunden worden. Mutter und Kind befinden sich wohl.
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Zum Mädchenhandel.
Vorn Reichslagsaogeordnetcn Dr. Werner erhalten wir folgende Zuschrift:
Aus die Aussührungen des Herrn Rabbiners Tr. Sander erwidere ich:
1. Meine Bemerkung über die Stammeszugehörigkeit der Mädchenhändler war rein tatsächlich. Ich habe weder Ursachen erörtert noch Schlußfolgerungen gezogen.
2. Es ist nicht wahr, wenn gesagt wird, das Laster des Mädchenhandels sei international (von feiner „Konfession" sollte Herr Dr. Sander im Zeitalter des Zionismus nicht mehr reden!). Der Mädchenhandel ist ausschließliche Domäne der Juden des Ostens.
3. Ich kann Herrn Dr. Sander das Mitgefühl mit seinen Stammesgenossen in Rumänien m'w. nachempfinden. Wenn Herr Tr. Sander aber zunächst einmal vorurteilsfrei die jammervolle Lage der rumänischen Bauern prust, ivird er vielleicht mancherlei besser verstehen.
Arbeiterberpegung.
Tie Lohnbewegung der So.ne.oer.
Berlin, 28. Febr. Eine Versammlung von mehr als 4000 Maßschneidern aus Berlin und Umgegend erklärte sich heute abend mit dem Beschlüsse der Bertrauens- männerversammlung eiiwerstanden, am 1. '.Rärz früh in allen Maßgeschäften Groß-BerlinS die Arbeit niederzulegen und nur bei benjenigen Arbeitgebern weiterzuarbeiten, die den Tarifvertrag unterjchristlich anerkannt haben. Die ledigen Ausländer haben sofort das Gebiet von Groß-Berlin zu verlassen, die lebigen Jnlänber ein von der Lohnbewegung nicht betroffenes Gebiet aufzufuchen.
Aus Stadt und Land.
Giegen, 29. Februar 1912.
** Tageskalenber für Donnerstag, 29. Febr.: A k a b. Türer - Buiib: Aufführung von John Gabriel Boikmaim. Abenbs 71/, Uhr in bet Turnhalle ^teiniiraye).
'* In Aubienz empfangen wurden vom Großherzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Frank von Crainfeld.
” 3 u g 0 e r b i n b u n g e n. Ab 1. März verkehren wieder solgenbe Schnellzüge: D 27 Wie Sbaben — Berlin, Gießen an 1121, ab 1130; D 28 Berlin—Wiesbaden, Gießen an 465, ab 441; D 127 Koblenz — Gießen, (Biegen an 1115, —; D 128 Gießen—Koblenz, Gießen —, ab 12"8. Der Kurswagen mit 1. bis 3. Klasse in ben Zügen 127/27 Koblenz—Berlin und 28/124 Berlin—Koblenz verkehrt jeboch erst ab 1. Mai. Der Personenzug 413 trifft von Koblenz erst 12 Uhr 6 mittags hier ein. Auf ber Strecke Grün- berg — Gießen verkehren die Arbeiterzüge 534 mit Ankunft 5 Uhr 83 und 534 a mit Ankunft 6 Uhr 45 vorm. in Gießen, ber Zug ankommend 6 Uhr 19 fällt aus. Montags und an Tagen nach Feiertagen beginnen diese Züge in Mücke.
•• Die Ober hessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ('Naturwissenschaftliche Abteilung) hält am Samstag, den 2. März 1912, im Hörsaale des physikalischen Institutes eine Sitzung mit einem Vortrag beS Herrn Tr. W. Eckarbt-Weilburg „Die geographischen Gruublagen bes Eiszeitproblems* ab.
•• Frühlingsboten werben unS jetzt wiederholt gebracht, so z. B. gestern nachmittag ein neu entpuppter Zitronenfalter und gleichzeitig eine in voller Blüte stehende Enzianblume.
KreiS Friedberg.
= Friedberg, 28. Febr. Die Handelskammer Friedberg wählte in ihrer letzten Sitzung zum Vorsitzenden Kommerzienrat Fcrtsch (Friedberg) nrieoer, ebenso zum 1. stellv. Vorsitzenden Fabrikant. H. L. Langsdorf (Friedberg), zum 2. stellv. Vorsitzenden Fabrikant Otto Schäfer (Büoingen), zum Rechner Fabrikant I. Kann (Friedberg). Ter Ausiwuß für eilige Angelegenheiten setzt sich zusammen aus den in Friedberg wohnenden Mitgliedern, sowie dem Kammermitglied Müller, Bad- Nauheim. Bei Verhinderung des 1. und 2. Vor, wenden der Kammer tritt in den Ausschuß sür eilige Angelegenheiten der 2. stellv. Vorsitzende Schäser ein. Tas Kuratorium ber kauf- männischen Fortbilbungsschule besteht wie seither aus ben in Friedberg wohnenben Mitgliedern ber Kammer, ferner bem Synbi- kus, sowie ben Herren Haller, Hirsch und Krämer (Friebberg).
L. Friebberg, 28. fyebr. Zur Ausfüllung unseres neuen Bahnhofs hat ber Unternehmer in ber Gemarkung Ostenheim einen Erbhügel angefauft. Er gehört bem Grafen zu Solms- Röbelheim. Der Bauunternehmer zahlt für ben Kubikmeter 90 Psg., zwei Baggermaschinen heben die Erbmassen ab unb eine Felbbahn bringt sie zur Baifftelle.
-1». Butzbach, 28. Febr. Die Verlegung der Faselmarktlotterie hier vom 7. auf den 21. März Ut vom Ministerium genehmigt worden. — Heute vormittag ereignete sich am Ostbahnhof dahier aus ber Griedler Straße cm Automobil unfall. Tas Auto bes SanitätSrats Herrn Tr. Ohnacker von hier fiel beim Ausweichen eines Fuhrwerks um und wurde stark beschädigt. Sanitätsrat Dr. Ohnacker hat mutmaßlich dabei leichte innere Verletzungen erlitten, da er über Schmerzen klagte. Auch der Chauffeur erhielt leichtere Verlegungen.
Bad-Nauheim, 28. Febr. Heute morgen brach in dem Gasthausc zum Ritter Feuer aus. Es wurde von der rajch Herbergeeilien Feuerwehr bald gelöscht.
— W ö l s e r s h e i m , 29. Febr. (Privat-Tel.) In der staatlichen Arikettsabrik Wölfersheim (Grube Ludwigs- hütte) brach gestern abend ein Brand aus. Das Feuer entstand in der Trockenanlage Nr. 24 und verbreitete sich rasch über die 25 Trockenkammern. Außer der hiesigen waren die Feuerwehren von Södel, Melbach und Wohnbach rasch zur Stelle unb auch die Einwohner von hier unb Weckesheim halsen bei ben Löscharbeiten, so baß bet Braiid aus seinen Herb beschränkt unb in bet Hauptsache bis etiva um 12 Uhr gelöscht werben konnte. Heute morgen glimmt bas Feuer noch ba unb bort auf. Hebet bie Entstehung bes Branbes ist noch nichts ermittelt. Es werben ihm etwa loO 000 Preßsteine zum Opfer gefallen sein. Der Betrieb bet Brikettsabrikation ist nicht gestört unb auch für ben Bau bet Ueberlandzentrale ist keine Verzögerung zu befürchten.
j. Rosbach v. D. H., 2d. §evr. tyeme nachmittag 3.20 Uhr würbe der Arbeiter Otto Jung aus Geiß-Nidda, 16 Jahre alt, auf der Strecke Friedberg—Friedrichsdorf in Kilometer 38,4 vom Personenzua 910a überfahren und sofort getötet. Jung hatte das Gleis überschritten .unb nicht die nötige Vorsicht gebraucht.
Starkenburg und Nheinhesfen.
d. Mainz, 28. Febr. In ber heutigen Sitzung ber Stabt- verorbneten würben für bie Veranstaltung eines Schau- unb Wettfliegens dem hiesigen Verein sür Flugweien 15 0Uu Mark bewilligt. Der Wettslug erfolgt im Mai, es beteiligen sich an bem Fing 15 Aviatiker. Der Flug geht von Stcaßbuig- Metz-Saarbrücken-Mainz nach Ftanksutt. Am 15. Mai treffen bie Flieget h^er auf bem großen Sanbe ein, am anberen Tage, nachmittags 2 Uhr, wirb ber Flug nch Frankfurt-Karlsruhe fortgesetzt. Es sollen auch zwei Zeppelin-Lustschisse auf Ehristi- himmelsfahrtstag hierher kon.s.ien. — Die Uebernafjme der Streik traue Mainz-Weise.iau in Eigentum unb Unterhaltung ber Stabt würbe gutgeheißen. Dabei wurde mitgeteilt, daß die Stadt bisher ür bie Unterhaltung der gesamten Kreisstraßen 86 Proz. unb bie Lanbgemeinben nur 14 Proz. der Kosten aufbringen. — Der Sitzung voraus ging bie Beratung bes Berwaltungsberichts ber Bürgermeisterei für bas Rechnungsjahr 1910, ber Genehmigung fanb.
Hessen-Nassau.
0 Marburg, 28. Febr. Die Marburger Ferienkurse mit Vorlesungen und Hebungen m deutscher, franzö- "'scher unb englischer Sprache finden vom 7. bis 27. Juli und vom 5. bis 25. August statt und iverdcn aus zwei Teilen mit je dreiivöchigcr Datier bestehen. — Das Kur- hessische Jäg crbataill on Königin Margherita von Italien begeht tm August nächsten Jahres das Fest seines lOOjähngen Bestehens. AuS diesem Einlaß findet am nächsten Sonntag nachmittag nn Restaurant Fronhos hier eine Besprechung ehemaliger Angehöriger des Bataillons statt.
Fr auksurt, 28. Febr. Bei dem g e ist l iche n M u s i k- sest, bat' in ber stätischen Festhalle unb im Saalbau tu ber Kar- roodie stattsinbet, wirken als Solisten mit: Frau Emma Bcll- wwl, Frankfurt a M., Frau Anna Erler-Schnaubt, Berlin, Fräulein Gertrub Focritel, Wien, Frau Pauline bc Haan-Mam- sarges. Rotterbam, Frau Otiilie Metzger-Lattermann, Hamburg, Frau Sltiba ^tootbcw'.er-Redbingius, Amsterdam, Herr Felix Se- nius, Berlin, Herr Jacques llcuv, Leipzig, Herr TvomaS Tenys, Berlin, Herr Nicola Geisse-Wintel, Wiesbaden, Herr Wilhelm Fenten, Mannheim.
Kwuers Czensiochau, R e i m a n 11. Er ist nicht erschienen uri tat ein ärztliches Attest eingesandt, daß ct tränt sei. Bun., zur Vereidigung der Prozeßzeugen geschritten wird, beginnt gi Beisitzer bie Ankiagescbrist zu verlesen. Sie beginnt mit bt Hervorhebung ber Verbachtsgrünbe wegen bes Klcinobienraub j an bem Muttergottesbilbe von Czenjtochau, ber iogenan.-r ’ „schwarzen Mabonna" unb trifft in objektiver Weise Die b» merkenswerte Feststellung, baß Mazoch unb seine Mitschuldig, trotz ber erheblichen Verbachtsgrünbe nicht in ausreichender • bieseS Sakrilegs überfühtt seien. Es könnten vielmehr noch anfr-rt Täter in Betracht kommen, nach benen bie Nachsorschungen fort« gesetzt werben sollen, salls bie Verhanblung einen schlüffigq Schulbbcweis gegen bie Angeklagten in biesem ivichtigev nicht erbringen sollte. Dagegen wirb als sestgestellt cradjut, tat die angeklagten Mönche in gemeinsamem Handeln die Lpserst-L der Czenstod-auer Gnadenkirche und den Klosterschatz der Paulana auf Jasna Gora beraubt haben unb baß Damasius Mazoch bq Mörber seines Vetters, bes Posthalters Wenzel Mazoch ift. Anklageschrift fdjilbert bann ausstihrtid), wie bie wirklichen Tüa entdeckt würben. Mazoch unterhielt bas Verhältnis mit ieina Geliebten seit bem Jahre 1903 unb verheiratete sie int yabtt 1910 mit seinem Vetter Wenzel. Seck-s Wochen nach ber Höchst wurde dieser von dem Paar, das seine Beziehungen wieder angenommen hatte, ermorbet. Tie Anklageschrift teilt weiter ai, daß Mazoch ein Geständnis abgelegt habe, aber nur einen To» schlag an seinem Vetter zugebe und daß er ferner bie Bcrau der Lpferstöcke unb bes Klosterschatzes cingeräumt habe.
Anklageschrift sckiließt mit ber Anklage gegen Tamasius Mazß auf Morb, Raub, Urkunbenfälschung, Tiebstahl unb Unterschlag»|D gegen bie Patres Isib 0 r und Basilius auf Beihilfe Raub, Diebstahl und Unterschlagung, unb gegen bie übrigen Angeklagten auf Beihilfe unb Begünstigung.
Währenb ber Verlesung ber Anklageschrift ereignete sich Zwischenfall. Der Angeklagte Graveur E y g a n 0 ro 0 f 1 fl in große Erregung unb erleibet einen Ohnmachtsanfall, so er zu Boben sinkt.
Der Vcrtcibiger ber Angeklagten Helene Maloch bcantr hieraus, ben Prozeß unter Ausschluß ber Oesfentllchkcit zu hanbeln. Der Berteibiger bes Angeklagten Starczewski schlieft sich biesem Anträge an. Er weist besonbers barauf bin, bei zu bem Prozeß eine große Anzahl Pressevertreter eingetr seien, bie zumeist Auslänber unb baher der polnischen Bevol feindlich gesinnt seien. Vom Pressetisch ans wirb gegen Ausführungen energisch protestiert. Ter Gerichtshof bei öffentlich zu herhanbeln. Ausschluß ber Lessentlichkeit nur bann in Frage kommen, wenn bic ösfenlliche Sittli gefährbet würbe.
Gerichtssaal.
Ein Spielerprozeß gegen ben Grafen Wolff- Metternich.
Berlin, 28. Febr. Tie Reil)e ber Prozesse, bic sich um bc Person bes Grasen Gisbert Wolsf -Metternich bieäu. hat numnehr mit einer Verhanblung ihr Enbe genommen, die fd heute bie erste Strafkammer beS Lairbgeridsts I besd)äjtigl. Retl bem Grafen hol fich ber Kaufmeuin Lukas Bujes aus 'Jiumdma als Mitangeüagler zu verantworten. Die Anklage lautet ar Betrug, ber burch Falschspielen begangen worben sein soll. Verfahren kam baburch ins Rollen, baß bet im Spiel genwir Leutnant Backhaus Anzeige erstattete. Backhaus hatte an Volfi. Metternrch eine bettächttiche Summe verloren unb bafür ein Äff« gegeben. Als er nun bas Papier zur fälligen Zeit nicht cinlon: brohte Graf Wolff-Metternich mit einer Klage beim RegimkN!» fommanbeur. Backhaus, ber bet Meinung war, baß er un betrogen worben sei, erstattete hierauf bie Anzeige. Bujes -<r sich in einem Falle auch bes Heiratsfchwinbels fchulbig gern:4* ben er gegen bie Tochter eines Generals versucht haben faß
Die Verhanblung begann mit ber Vernehmung bei 9n geklagten Lukas Bujes, ber in ziemlich slicßenbem zunächst schilbert, wie er mit bem Grafen Wolss-Mettcrnich bekann geworben ist. Er verwahrt sich entschieben bagegen, baß moi ihn als einen gewerbsmäßigen Spieler bezeichnet. Er habe r.t seinen Lebensunterhalt in erster Linie burd) ben Hanbel mit tc erworben. Eine Zeitlang habe er von seinem Vater einen jm lichen Zuschuß von 5000 Mk. erhalten, bic bie Zinsen seines fliJÖ väterlichen Erbes barfiellten. Es werben barauf eingehend Spiel rouge et noir und bie Tricks ber Falschspieler erörtert Sodann wirb ber Fall bes Barons v. König und beö Leutnant Dippe besprochen, bie beibe an ben Angeklagten je 80 000 iVat verloren haben sollen.
Aus Vorschlag bes Vorsitzcnben wirb babei im GerichtSi'aal ein Spiel rouge ct noir vorgenommen. Ter Vorsitzende den Bankhalter, ber Angeklagte ist Pointeur. Unter großer Heiter feit wirb konstatiert, baß ber Angeklagte Bujes 1300 Franks gc Wonnen hat.
Ein weiterer Fall ber Anklage betrifft ben Fabn!^ * Meinbel, bem Bujes in Gemeinschaft mit bem bereits in gw®1 urt verurteilten Freiherrn Schenck von Schiveinsberg durch spiel einige Taufend Mark abgenommen haben soll. Ter geklagte bestreitet auch hier jebe Schulb. Er beschwert sich über, ebenso wie ber Verteidiger Rechtsanwalt Werl Hauer, ihm seine Papiere abgenommen seien. Im Anschluß hieran nut auch der Angeklagte Gras Wolss-Mettemich dem Gerichtshof en» Szene. Er behauptet in großer Erregung, daß der Stsatsaawa« Porzelt seine Sache über ein Jahr ocrichleppt i1' Vertreter der Anklage verwahrt sich entschieden gegen dreie vc hauptung unb broht, bei iveiteren ähnlichen Aenverungen w* Vorsitzenben zu veranlassen, schärfere Maßregeln gegen den s» getlagtcn zu ergreifen. Ter Gerichtshof kommt den ilngcklag'. insofern entgegen, als er beschließt, ihnen die bejiblagnaam. - Papiere wieder auszuhändigcn. Taraus wurden bic Berhandlun' auf morgen vertagt.
Die Uioflervlüüer von Lzenftochau vor Seiicht.
SN. Petrikau (Russisd>-Pvlen), 27. Febr.
Unter gewaltigcni Anbrange bes Puatttums begannen heute vormittag vor dem hieiigen HreiSgcndit bic allgemein mu Span- |W. ÜM1H ,wlw —
nung erwarteten Verhandlungen rn bem Prozeu gegen bte Kwiter sicher Wichtigkeit, Frau Mewald v. Wedel croru
Höchst eindrucksvoll gestaltete sich die Vorführung ber H-, geklagten. Zunächst erschien eine starke Militärabtcilung, h .- ber der Hauptangeklagre, ber 32 Jahre alte fßaulanennenj Tamasius Mazoch sichtbar würbe. Er ist ein mittelgroß r breftschullriger Mann mit glattrasiertem Gesicht. Unmut... r neben ihm werben bie übrigen Angeliagtcn plaziert. Tas <n. gemeine Interesse roenbet fia) naturgemäß der weiblichen Heidi ber Czcnitochauc^ Klostenragöbie, ber Frau Helene 8athar,ri Mazoch zu. Sie ist eine stattliche hochgcwachsenc Frau steht im 28. Lebensjahre, sieht aber bebeutenb älter aus. Nac bem sämtliche ackft Angellagien Platz genommen haben, umsiei eine Abteilung Solbaten ben ganzen Anklagcraum, io daß t


