Herr Philipp Kling
Grossh. Steueraufseher 1. P.
8212
im 77. Lebensjahre.
Giessen, 22. Dezember 1912.
Die Beisetzung findet Dienstag, 24. Dez., nachmittags 3 ühr in Pfongstadt statt.
Todes-Anzeige
Heute nacht starb unsere liebe Mutter
-
Rechtsanwalt und Referendar Fischer.
Giessen, den 21. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet in der Stille statt.
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Die trauernden Hinterbliebenen.
Ld.N.: Gg. Kling, Lehrer.
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Statt besonderer Anzeige.
Heute verschied in Pfungstadt nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater
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Heute verstarb nach kurzem Krankenlager mein innigstgeliebter Mann, unser treubesorgter Vater
Herr Karl Hornberger
im 47. Lebensjahr.
Rosa Hornberger geb. Backhauss und Kinder*
Frankfurt a. M. (Oederweg 59), 22. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, vormittag 11 Vs Ühr, vom Portale des israel. Friedhofs aus statt. 8210
Fritz Rosenbaum
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in fangen Frankfurt a7M. aus französischem Wein desH liiert.
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Adolf Geisse, Giessen. D=/„
Offener Brief tut Hcriil Ltadtverordilttcii E. tarn Gießen.
Ich habe kürzlich in einer Zeitung (der Name ist mir entfallen) gelesen, daß Sie als einziger sozialdemokratischer Stadtverordneter in Gießen für die Filialsteuer gestimmt hätten, es war angegeben, daß geschäftliche Interessen für Ihre Stellungnahme niaßgcbend gewesen seien. Es sollte wohl verblümt darauf hingewiesen werden, daß Ihre Kundschaft ans kleinen Kolonialwarenhändlern besteht. Ich habe es nicht geglaubt und ich glaube es heute noch nicht, daß derartige Motive Sie beeinflussen können. Ich frage Sie aber, wie in aller Welt können Sie ein Ausnahme-Gesetz sanktionieren (ein Steuer-Gesetz, wenn cs nur einzelne Personen betrifft, ist ein Ausnahme-Gesetz) und was glauben Sie wohl, was mit dieser Steuer erreicht wird? Glauben Sic, man könnte damit das Rad der Zeit aufhaltcn oder glauben Sie, nun würden die Filialgeschäfte verschwinden, und wenn Sic das nicht glauben, wenn Sie also einsehen, daß die Filialgeschäfte doch bestehen bleiben, inwiefern soll denn diese Steuer den Kolonialwarenhändlern helfen.
Es kann ja möglich sein, daß die Inhaber dc- Filialgeschäfte die Steuer nicht abwülzen, es kan aber auch gerade so gut möglich sein, daß sie es tue,. — und wer glauben Sie wer dann die Notleidenden sind? Lassen die Filialgeschäfte auf einzelne Massenartikel einen kleinen Aufschlag kommen (nicht so
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Direkt: Hermann Stelngoetter Dienötaa, d. 24. Dezmbr. 1912 keine Vorstellung
hoch, daß Sie nicht doch dann nach billiger wären als die kleinen Kolonialwarenhändler) so wird dieser Aufschlag von der breiten Masse bezahlt, Arbeiter und kleine Beamte, sie würden dann diese Steuer zu bezahlen haben, diese Steuer, auf die Sie so stolz sind. Sie hätten dann auf Kosten der kleinen Leute Ihren Stadlsäckel bereichert, den kleinen Ko- lonialwarenhändler aber nicht geholfen.
Ich hoffe, daß die Stadt Butzbach resp. der Stadtvorstand, dem ich die Ehre habe anzugehören, sich nicht durch Gießen beeinflussen lassen nnrix^ sondern sich den hessischen Städten anschließt, die diese Steuer abgelehnt haben. 8219
Butzbach, den 21. Dezember 1912.
Hochachtend
Josef Appenheimer.
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