Ausgabe 
30.7.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

162. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. UZ

E^chemt liglich mit Ausnahme be5 Sonntags.

Tanz

Bahnhofutr..

Kleine Preise!

nter

u»

band

EijsZH

Heer und Flotte.

Tie Fliegertruppe

wird vom 1. Cftober d. I. an ncuformiert werden Sie beftcbt jetzt aus 112 Mann und wird aufgefüllt auf 3O(> Mannschaften. Tas Offizierkorps besteht aus 22 Offizieren und 5 Beamten. Die Mannschaften der Stetyt- und Versuchs anstatt für das Militär-Flugwesen, die bekanntlich ein­geht, bilden den Stamm der neuen Fliegertruppe.

!?'6 die Sei? ,%?*! J ^°ür ni»,

- In der Hauptre. i Frl.HennyPmtL u helfen

Kirche und Schule.

Fine ernste Erkrankung deS Kardinals Fischer.

DieKölnische Volkszeitung" meldet aus Neuenahr: I« dem Befinden des Kardinals Dr. Fischer, der feit voriger Woche hier im Kloster Mariahilf zur Erholung weilt, ist unerwartet eine bedenkliche Verschlimmerung cingetreten, so daß er am seinen Wunsch heute früh mit den heiligen Sterbesakramenten versehen worden ist. Ein Karfunkel, der sich am Kopf gebildet hatte, machte einen operativen Eingriff nötig, der gestern durch Tanitätsrat Dr. Brohl vorgenommcn wurde, ^as vorhandene, wenn auch nicht hohe Fieber lätzt bei dem groben Schwachczustand das Schlimmste befürchten.

' b-i Lich, Massen- teils < 1 Kunstchöre.

läute entlang ist auch vier die Mücken plage »ehr grob. 1« nach den allcrneucsten Berichten die Sctüaslosigkeit das Fähe-Hoch­land überschrinen hat und auch hier die Flubtäuic entlang nach Norden vordringen soll, scheinen hie Berichte recht zu baden, die da- Vorkornnun der Glostina palpalcs in diesen (legend - haupten. Auch scheint die Tarfache, daß die im Oberläufe des Logone und des Vende wohnenden Stämme der Mbum, Lakka, ^ara und Mbo> ft ine Viehzucht treiben, obwohl sie mit den nörd­lichen Viehzuclggebieten in enger Verbindung leben und ihr Land gute Weide bietet, dafür zu sprechen, dab auch die Glossina morfitans hier verbreitet ist."

M Waldes ab."

lieber den südlichen der Verden sogenannten Kongo­zipfel heißt es: . ., v v .

Tie wenigen Berichte darüber sind sich darin einig, da» der Kegensall ziemlich gleichmäßig während des ganzen Jahres an- dauert Tie Regen sind dabei aber nicht besonders heftig, so das; tic Niederschlagsmenge nicht groß sein wird. Der.Himmel ist falt iiinner bedeckt. Die Reisenden sprecl>en alle von der Lchwierrg- jcit, in diesem Gebiete astronomisdic Messungen zu machen, da durch diese immerwährende Bedeckung Himmelsbeobachtungen picht möglich seien. Tie Temperatur ist während des ganzen Fahr.» gleich und saft olme Tagcsschwankungen. Fast u n erträglich wird sie dadurch, daß die L u f t b i s z u r s a t ti - gUNg mit Wasserdampf a n g c f ü 111 i ft. Dazu ist die Mücken plage nirgends in Attika so grob wie kn er xie ge­wöhnlich n lrapischeii Kranlheiten treten, in diesem Gebiete tn besonders schwerer Fonn aus: auch die Schlafkrankheit ist hier sehr verbreitet. Der dauernde Anscnthalt von Weinen in diesem Gebien' wird von Kennern des Landes für unmöglich ge- ialteu: sogar ein nur vorübergehender Aufenthalt von wenigen Monaten wird als geradezu mörderisch bezeichnet.

Die Bevölkentng dieses Gebietes zerfällt tn eine Anzahl von Völkerschaften, über die noch wenig bekannt ift Ganz verschieden von ihnen sind die hier noch Itärker DorbanDenen Pygmäenstämme, die sich als Unterschicht über das ganze Gebiet auvbreiten. Sie kommen auch andenvärls im mrilatmchen Ur- walde noch vor: aber nirgends so zahlreich und rein erhalten wie hier. Sie leben mit den genannten höheiitelxmden^olker schäften in einer eigentümlichen Berührung; nickst als Sklaven, sondern als eine Art freiwillige hörige."

starke Rückgang der Deutschsprachigen Galiziens erklärt sich aus der massenhaften hin übers chwcn hing des^galtzijckwn Judentums zur polnifdren Umgangssprache Das bäuer­liche Deutschtum Galiziens hat gewonnen. Die slowenische Sprache hat in Kärnten an Gebiet verloren.

TieGfthenir Satnilienblätler" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS Kreiiblatt für den Kreis Gieren" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Sell- freien" erscheinen monatlich zweimal.

ies

Ibleinen

gebot

iterl.2?

ter l#

K Co.

^ereini^

Die IDirren in öer Türkei.

Das Ansehen des jungen BerfassungsstaateS hat in der : letzten Zeit sehr gelitten. War man von dem tapferen 1 Widerstand der Türken und Araber in Tripolis bewunde­rungsvoll überrascht, so berührte es doch wieder recht kläglich, daß die italienischen Torpedoboote bei ihrer Gin* fahrt in die Dardanellen gänzlich unversehrt davongekom- men sind. Die Türken haben zwar viel ^.*hinition dabei verschossen, aber bas genaue Zielen schien ihnen abzugehen. Das kann das Ansehen der türkischen Offiziere, die jetzt so viel Politik machen, nicht lieben Aus ihr Verlangen hat jetzt der Ministerral am gestrigen Montag beschlossen, die Kammer a u f z u l ö s e n. Auch die anfänglich einer Auf- löfung widerstrebenden Mitglieder schlossen sich später an Tie Auslösung soll in dieser Woche zur Ausführung ge­langen. Die Offiziere haben den Miniooch als den letzten Termin der Kammerauflösung bezeichnet.

Ter Widerstand der Kammer.

Konstantinopel, 29. Juli Das Präsidium bringt in der Kammer eine Anzahl von Telegrammen der Bürgermeister und Notabelu Lldriauopels, Koniah, Brussa, Dedeagatsch und Adalia zur Kenntnis Tre T e l c g r a m nie wenden sich lebhaft gegen die Umtriebe d e r der Liga an gehörenden Offiziere, besonders gegen die Forderung nach Auflösung der Kammer, welche ein Eingriff in die Verfassung und die Rechte des Sultans sei. Tie Adrianopeler erklären in einem Telegramm, sie seien bereit, diese Leute zu vernichten. In der Dejiesckst? heißt es, wenn die Offiziere wahrhaft Retter seien, müßten sie an die Grenze von Tripolis gehen. Alle diese Kundgebungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen

Konstantinope l, 29. Juli. Die militärische und zivile D e p e s ch e n z e n s u r ist aufgehoben worden.

Der Führer der albanischen Mission Jnbrahim Pascha ist abgereist.

Vorwürfe über die Behandlung einer gefangenen italienijchen Familie.

Rom, 29. Juli. DieTribuna" erhält aus Lucea von der Familie des Ingenieurs Sforza, der mit der mineralogischen italienischen Expedition in Tri­polis von den Türken gefangen genommen wor­den war, die Nachricht, daß der Familie des Ingenieurs durch Vermittelung des deutschen Konsuls in Tunis und den Gefangenen ein P a k e t K l e i d e r und 2300Francs geschickt wurden. Während die Kleider den Gefangenen abgeliefert wurden, beyielt der türkische Kom­mandeur das Geld zurück. Er hat den Gefangenen nur kleine Beiträge zukominen lassen. Die Mitglieder der Expedition werden in dem Schlosse in Tefren, das sehr schlechtes Klima hat, bei mangelhafter Ernährung gegen das Völkerrecht gefangen gehalten.

Beschießung des türkis! en Lagers b-i Hodeida.

Massaua, 29. Juli. (Agcnzia Stefans.) Gestern bombardierten zwei italienische Kriegs­schiffe das f e i n d li ch e Lager und die um dasselbe liegenden befestigten Schanzen nördlich von Hodeida. Die am nördlichsten gelegene Schanze wurde zerstört, die mitt- ! (cre Schanze in Brand geschossen Die dort lagernden Muni i lionsvorräte erplodierten. Das feindliche Lager wurde mit gut gezielten Schüssen aus einer Entfernung bis zu i achttausend Metern aufs wirkiamsle beschoßen Ein Schuß verursachte die Explosion eines anderen Pulverlagers. In ' der Stadt selbst und im Petroleumlager wurde kein Scha- den an gerichtet.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- (trabe 7. Expedition und Vertag: 51.

Redaknon:e^A112. Tel.-Adi,An,eigerviestem

8 Uhr an, gÜter-Balinhos ichgurke« PI«' «"

10 Stillt 20 O

ifrissen

ma, igJVttö

Meßen lassen.

;r,, Nord-Anlage

itroeiie webt auch in diesem Gfelncte der in Att-Kamerun und Togo bekannte Harmakan, ein heftiger Nordwind, der bi.-r osk wochenlang anbtuiert. Er kommt mit grotst'r Kratt über die ausgetrocknete Slcvrx- und Jubrt den gcrurcksteten und alles burMiingcubcn and der -Sahara mit sickr ^3?!^ ist dann bi. _ onne verhüllt, so da» IN ^r, .^ctI- 1 Stürm, die Tagestemperoturen nickst über 2o Grab binauegcNn

Die gesundheitlichen Ve^ältmye bu.es Gchins ennmechen den in der gleichen Breite liegenden Bezirken Alt-Kameruns und iind aus rhalö der eigentlichen lieber,ckstvemmungs^ebiete und -Zeiten besser als in den bisher beiprochenen ^eilen Neu- Kameruns In den heißen Monaten, in welch.n die Nachte eine Abkühlung bringen, also Dezember bis ytiniar emo-ieblt « ,ich Reifen in der Nachtzeit auszuführen Wahrend im pudert dtc ^Feuchtigkeit und die Mücken das Klima stellenweise schwer er träglid) machen, ist es im Norden der tponncrtbraiti). ~tc tfiufc6

Born Ostgebiet chetßt e»:

Tic gesundheitlickst Beurteilung dieses Gebietes wird aber weniger durch diese allgemeinen klimatischen Voraussetzungen bc- ftimml. als durch die Tatsache, daß das ganze Stromgebiet des Sanga und des llbgngi von der ^chlaftran kheit burmieumt und als der Herb zu betrachten ist, von dem aus sich die Krant- beit auch nach Alt Kamerun verbreitet hat. Ucberall konnnt im Sangamiiteliause und im Oberlaufe im Norden bis über Karnot hinau > di Glossin apalpalis vor, die hier die günstigsten ^ebens- bedingungen b<it. Ein großer Teil der eingeborenen Bevölkerung ift injiziert. Von der französischen Regierung ut hier bis vor kurzem so gut wie nichts zur Bekämpfung der Krankheit geschehen In diesem Gebiete ist auch der beste Beweis datur erbracht worden, das; die eine Zeitlang angenommene Immunität der Deinen gegen die Schlafkrankheit nicht besteht. Es nnb hier viele Weise infiziert worden. Von ihnen ist in den letzten Zähren ein Teil der Krankheit erlegen, und es ist ein onencs Geheim ms, daß im Institut Pasteur in Pans eine groge Anzahl cn Sck laskranlbeit behandelt worden srnb und zurzeit behandelt werden .es wird behauptet über 30), die sich in di ei cm Geödete infizi rt haben. Unter den Eingeborenen fordern neben der ^ana, kranlh.it auch die Pocken zahlreiche Opfer."

Im nördlichen Teil des O st y e b i e t e s , mit dem Gebiet am Logone, sind besonders in der Zeit vom Dezember bis zum Februar niedrige Nachttemperaturen häufig, wodurch diese Zeit für den Europäer zu einer Er-

8. Deutsche? SSugerbundesfeft.

~ Nürnberg, 29. lJuli.

Nachdem ein erquickender Gewitterregen um Mitternacht Nürnberg buchstäblich unter Wasser gesetzt hatte, blieb der heutige Festmontag kühl und angenehm, ohne daß es trotz der drohenden Gewitterwolken zu einer Entladikng gekommen wäre. So kam es, daß am heutigen zweiten Festtage ganz Nürnberg auf den Seinen war, um die weiteren Ereignisse dieser Sängerwoche zu erleben. Zunächst versammelten sich die Brooklyner Sanger zu einer vul- digung vor dem Prinzen Mions von Bayern im Vestibül des Grand-Hotel". Sie sangen mehrere amerikanische und deutsche Volkslieder. Der Prinz empfing dann eine Deputation der Ameri kaner und dankte ihnen für ihre Aufmerksamkeit. Ein Früh- konzert einer Regimentskapelle vor dem öotcl war vorausgegangen.

Pünktlich um 4 Uhr begann in der Festhalle im Luitpold- Hain die erste Hauvtaufsührung. Wiederum waren an 40 000 Menschen in der Festhalle versammelt. Noch niemals war es da, daß 15 000 Sänger im Ehore sangen, wie es heute geschah. Tic Ausführung begann mit Bethovens Ouvertüre unter Leitung des König!. Musikdirektors Hirsch, die in mustergiltiger Weise zur Aussuhrung gelangte. Sie leitete über zu Schuberts Allmacht", die Professor M cy e r-O ö d er s l e den (Würzburg dirigierte. Ter Chor gewann dadurch an Interesse, daß als Solistin die K. K. Kammersängerin Frl. Getrude Förstel (Wien ge­wonnen worden war. Der Chor wurde schön gesteigert, aber wie cs möglich sein sollte, daß die wundervolle Stimme der Sän­gerin gegen den Massenchor der 15 000 Sänger ankämpfen sollte, blieb das Geheimnis der Veranstalter. Es folgte dann das »n Sänget fr eilen wohlbekannteMorgenlied" von Rietz unter der Leitung des Kömgl. Musikdirektors Wohlgemut h (Leipzig. Es wurde von einem vorzüglichen Stimmenmaterial in glänzender Weise zum Vortrag gebracht Hieraus folgte Herbecks reizende KomvositionZum Walde" unter Leitung des Wiener Ehrenchor- meifters Viktor Kidorfer und unter Begleitung von dem weltbekannten DaldhomauartettStiegler" von der K K. Hoiover m Wien. Die dezente Art und Weise, wie die Horner kraftvoll und doch wieder zurückhaltend sich dem Ganzen an­paßten, sand bei den vieltausend musikkundigen Zuhörern lebhafte Zustimmung, die sich bei BrucknersUm Mitternacht" wenn nicht steigerte, so doch aur gleicher Höhe hielt Pros. Felix Schmidt Berlin dirigierte hierauf mit gewohnter Meisterschait den Männe.'- chorAm Siegiriedbrunncn" von Bolbach mit Orchefterbeglei ung Tie Ausführung stellte sich den besten vorau'gegangenen Darbi.- tungen roüroig an die Seite. HeubergersTer Tiroler Nachriu^s 1810" nach einem Gedicht von Eickendorfs, dessen Auffühc.ir wieder Professor Felit Schmidt Berlin leitete, erregte ij.l' . wegen der Eigenartigkeit der Tichtung, wie durch den vollendeten Vortrag durch den Berliner Sängerbund großes Interesse d andächtig lauschenden Zuhörer. Es folgte dann derRosen-

ver neue ttongodefitz Deutfd)!anös.

Das Reichskolonialamt gibt eine Darstellung der Ver> blltltiffe in dem neuerworbenen irongogebiet heraus Tic Schrift ist betiteltVeröffentlichungen des Reichskolonial- Imls Nr. 4 Neu-Kamerun. Das von Frankreich an Deutschland im Ablommen vom 1 November 1911 ab- .ctretene Gebiet, beschrieben auf Grund der bisher vor- i egen den Mitteilungen von Dr Karl Ritter" Ucbcr die tatürlichen Verhältnisse des Südgebietes ent- riehmen wir folgeiidc Stellen:

Tie Lebensbedingungen sind fiimatiid) hier im allgemeinen dieselben, wie in allen anderen westasrikaniichen Urwaldländern.

u II a II e n c b m macht si b

"uwhali der Luft geltend, der meist den Grao einer vollitäu- jiarii Sättigung erreicht: erträglicher ist der Aujenthalt aus den -»denen Hochflächen. Hier ist in den Nächten eine wohltuende

imrlbar Auch sind die S i , chflieg, n, i

, || 2u,upigehieten des Jwindo und in den Niederungen des Ekaba und des Uaga sehr lästig sind, in den höheren Lagen seltener, ''iimpilieber, (Vallen und Leberasjektionen sind selten: Beriberi kam im Jahre 1909 zur Beobachtung, dagegen richten die P o ck e n unter den Eingeborenen große Verwüstungen au, auch Lepra und Geschlechtskrankheiten sind sehr verbreitet^

Von grösster Bedeutung ist, daß in diesem Gebiete die S ch l a p krankheit in den letzten Jahren Fortschritte in westlick>er Istichmng gcmad,t ljat. Zur Beläinpiung der Krankheit ist in diesem Gebiete bisher noch nichts gesck>ehen.

Ti.- Vegetation des Gebietes tvird bestimmt durch seine Zn ^ Hörigkeit zur Urwaldzone. Wenn der Urwald auch nicht an allen Stellen gleiche Dichtigkeit und Zusammensetzung mgt auf bei

wird er von licksterem Hochwald oder dickstem Busckie, int ^windosnmpjgebiete von Bambus upd Rotangbeständen abgelöst ' so ist doch das Land vom Sanga bis zur spanischen Grenze ununterbrochen mit Wald bedeckt. Bon der Ngoky- unga Ecke, die vorwiegend mit-Buschwald bedeckt ist, zieht sich . rechten Ufer des Ngoko auMBärtd der Urwald hin, bei g gen longo zu immer mehr an Ueppigkeit zunimmt und in dem alle Artcn von KautschuNia n e u in großen Mengen vorkommen Tiefe Bestände sind bei der stier nicht besonders bubten Bevvlke -unn noch unberührt. Die nach Süden zu aussteigenden Höhen, -luuso die westlich von Dongo sind mit Hochwald bedeckt, und^ stier in die Kautschulliane seltener, dasür die Kickxia elastiea hausiger lüste Gebiete werden übereinstimmend in allen Berichten als Die sautschn kreich sten in ganz Französisck> Aeguatorial-Asrcka bezeichnet. Das daran sich anickckießende, iwit nach Süden reichende Eumpsgebiet des Karagua und meiicr des Jwindo ist mit biduem Busche bedeckt, in dem die Kantschukttanen in besonders grasten engen Vorkommen, besonders bei Niam am Oberlause des Kara fua Writer westlich im Knie des Jwindo zeigt sich zunächst nieder sehr dickster Hochwald mit großen noch unberührten Kaut dmfbeftfliibtn Je weiter man von hier ab zur spanischen Grenze jnb südlich zum Woleu kommt, desto mehr nimmt die Dichtigkeit

Liesse"

K-e

-asiedes

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

cheVenck nähme.

Att» Hessen.

Der Konkurs de? Spar- nnb Krrd tvrreinS Nikder-Mobau.

Tie Abg. Köhler und Dr Osann haben wegen der durch den Konkurs über den 3Dar- und Kreditverein Nieder-Mobau verusachten Notlage i m vorderen Odenwald folgenden Antrag beim hessischen Landtag eingebracht: Die Zweite Kammer Hat anläßlich einer Änsrage der Abgg^ Ulrich und Gen über ben Anlaß des Konkurses des genannten Spar- und Kredit Vereins und dessen ivolgcu sich mit den Verhältnissen der Nieder- Tiobauei Kasse beslhästigt.

Mittlerweile »st das wirtschaftliche Unglück über bu Crte Nieder Moban, Ober Mobau, Ernstbosen, Rohrbach und Ober-Ramstabt bfrcingebrodKn und bat nicht allein viele, ja in manchen Crten die Mehrzahl der Einwohner dieser Lrtc er- griöen, sondern ersaßt auch noch weitere Okgenben als die. bic direkt Nieder-Modau benachbart sind. Nicht allein die 19b Genossen, welche zu der Kasse Nieder-Modau gehören, son­dern and) die Schuldner der Kasse, Hypothek- und Bürgsd»tts chuldner, weiter die Burgen sind von dem Zusammenbruch der ässe in stärkste Mitleidem'ckasl gezogen. Dazu kommt, bau durch wangsvollstreckungen in Mobil,en und Grundstücke daS gesamte mirtichaitlidie Leben im vorderen Odenwald gelähmt ift nnb zu befürchten steht, daß bic in Mitleibcmschaft gezogenen Personen von icber Tätigkeit in ihrer Lanbwirtschaft und ihrem gewerblick'en Leben und Fortkommen absehen werden. Aber anch ben e Dar­ein le gern ist ein wirtsdmstliches Fortkommeii unmöglich, ba wegen bes Konkurses keinerlei Auszahlungen stattsinben. Neuer bings ist auch eine Reihe weiterer Existenzen bedroht, da auch über den Nieder-Modauer Konsumverein her Kon kurs eröffnet wurde, da er Mitglied der Niedcr-Mobaue, Kaste sei. S?icmad) werben, menn biefer Konsumverein wir Nid, auch zu ben Verlusten ber Kasse beizutragen l)at, eine gauzc Anzahl von solchen Personen, bic ber Kasse nicht angehören, obcnsallS an ben wirtschaftlichen Ruin gcbradit.

Bei einem solchen Notstände kann der Staat, die ftaathdn- Verwaltung nicht ruhig uneben; cs müssen Maßregeln ergrißen ivcrdcu, nm den wirtschaftlichen Untergang ganzer Ortsttzasten und Gegenden zu verhüten.

Wir beantragen deshalb: Großherzogi,ehe Staatsregieruno wolle zur Abwendung des Notstandes, welcher dem vorderen Oben- walb burch ben Zusammenbruch bes Svar »nb Krebitvcr.ins Nicber-Modau broht, staatliche Mittel zur Bersugung stellen nnb Iricrübcr, insbesonbere aud) über bic Höhe der Mittel, Art und Sicherheit ber Hingabe ben Stäuben gegenüber Vorlage unterbreiten. ____

Dienstag, oO.jhii 1912

Rotationsdruck und Verlag der Br »hl sehen UniversuätS - Buch- und Steiudruckerei.

R. Lange, ®ic6en.

politische Tagesschau.

Die Ergehn,ffe der osterreichlschen Volkszählung vom

31. Dezember 1910.

Die seit lange mit Spannung erwarteten Ergebnisse der letzten österrrichisck>cii Volkszählub find soeben er­schienen. Die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland entnehmen ihnen diejenigen Ziffern, die im Hinblick auf die Nationalitätenkämpse in der habsburgi­schen Monarchie auch für uns Reichsdeutsche von beson­derem Interesse sind. Tie Bevölkerungszahl beträgt 28571934 Personen. Von den 27 963872 österreichischen Staatsbürgern gehörten 9 950 266 ber deutschen, 6 435 983 ber tscliechischen, 4 967 984 der polnischen, 3 518 854 ber ruthcnischen, 1252940 der serbo-kroatischen, 783 334 ber italienischen, 275115 der runränischen unb 10974 der ma­gyarischen Umgangssprache an.

Aus dem in einer Zeit ber Berfcharsung nationaler Gegensätze mit größter Spannung entarteten Ergebnisse der Umgangssprachenerhebung ber österreichischen Staatsbürger (27 963 872 Personen) sei hervorgehoben, daß sich eine Verschiebung zugunsten der polnischen, ber serbisch­kroatischen und der rumänischen Sprache ergab, der An­teil der magyarischen Sprache unverändert blieb und jener der übrigen Sprachen abnatnn. Die Zunahme der öster­reichischen Staatsbürger seit der Zählung von 1900 mit 9,09 v. H. stehen die einzelnen Umgangssprachen mit fol­genden ^unahmeprozenten gegenüber: Rumänisch 19,12, Polnisch 16,64, Magyarisch 15,32, Serbisch-Kroatisch 10,11 Deutsch 8,5, Tschechisch 8,07 Italienisch 5,68 lim vvraus- gegangenen Jahrzehnt 7,67) thenisch 1/24.

Interessant ist die Tatsache, baß die nationalen Mrnori täten im allgemeinen ber Za bl nach zurückgegangen sind o zählte Wien im Jahre 1900 6,69 Prozent Tschechen, tm tafrre 1910 nur 5,37 Prozent Die Tschechen haben über dies Verluste in Ober ost erreich Salzburg und Galizien aufzuweisen, die Deutschen in Galizien und Krain. Der

Slowenisch 5,04, und 9üi

8