Ausgabe 
27.4.1912 Drittes Blatt
 
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Aus Stadt und Land.

Victoria Luise

und Rheinhessen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzcn.

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Wetter

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April

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Sonnenschein

Klarer Himmel Sonnenschem

W still NW

18 9

10 8

6.7

April 1912

2 still

2

> 19,0 * C.

- + 8.0 * C.

J

Höchste Temperatur am

SiieDriflfie ,

OiicbrrtrbM'i: «, 0 mm

46,5

44,4

1 435

Starkenburg

68. Darmstadt, 25. der Stadtverordneten

Gießen, 27. April 1912.

Gießen deö Hessischen

Avril. In der heutigen Sitzung stand u. a. der Verwaltungs- Tagesordnung. Ein Vergleich dcö 1909 zeigt folgendes

A?

Krc^s Schotten.

§ Gedern, 26. April. Ter Sitz der seit einer Reihe oon Jahren hier bestehenden Kreisassistenzarztstelle für die Kreise Büdingen und Schotten wird vom 1. Juni ab nach

3,4

5 5

5.1

m Offenbach, 25. April. Tie Feuerweyr wuroe yeukx abend nach dem Hause Krafftüraße 10 alarmiert, wo der Automobilschuppen des Automobühalters Icklcr in Brand geraten war. In dem Schuppen befanden stch vier Automobile, von denen drei unversehrt herauSqebracht werden konnten, während das vierte durch das Feuer erheblich be. schädigt wurde. TaS Feuer soll durch die Explosion einer Acetylenlampe entstanden sein. Die mit den Automobil- löschzügen herbeigeeilte Feuerwehr konnte den Brand nach etwa einstündiger Tätigkeit lokalisieren.

Bad Salzhausen verlegt. Der seit 1. April 1909 hier 016 KreiSassiltenz. und praktischer Arzt tätig gewesene Dr. med. Schenck siedelt dorthin über, woselbst gegenwärtig nn sogen. .Glockenhause* eine Wohnung hergerichtet wird. Tr. Schenck übirnimmt zugleich die Stelle eines Badearztes; er ist der Sohn des früheren Forstmeisters Schenck.

Lrcis Friedberg.

25. bi« 26.

25. . 26.

Märkte.

©leften, 27. April. Marktbericht.Huf bentiqem Wochen- markte kostete Butter da« Pstmd 1,301.40 lUf. Hübnereier 1 Stück 70 2 Stück >6 P«a. Enteneier 1 Stück 10OH. (Bonierict

1 St 20 Mole da« Stück t>3 Big, Kasematte 2 Stück 56 l-ta, rauben pr Br. 0,30-1,»0 Alk^ Hübner pr.1,001,60 E, Halmen rr. Stück 0,«0-1,80 9)<tw Enten vr. et 1,80-2,20 M, viänle da« Aid 76-80 Cdijenfleifb vr. Bld. 90-93 i;<tu ydnbfleild) vr. l>fuuö 9094 Wtu Kubsteisch 80 "Ufa. ednoeut«. fleildj vr. Bstmd 7090 Big. ttalbsteijch vr. Bis. 92u6 l-t* Hammelstklsch vr. Blv 7090 Blg^ Kartosiel.r vr. luO Kg. 9.50 bi«.00 Alk., Weißkraut da« Stück 15 bi« 30 Plg. Zwiebeln ver jtr 12,0015,00 'UiiLb da« Liier 22 'tilfl* Aev'el ver Str. 16 bi« 20 i>IL 9lnfle 100 Stück 5000 ver Ztr. 000 D1L Birnen da« Wunb 2025 Bia. Alarktzeit von 71 Ubr.

s. Bad-Nauheim, 25. April. Gegenwärtig hntb ein neues Grundbuch hier angelegt. Die hres.ge Ge- mcknde will den Ludwigsbrunnen (Säuerling) eingeschrie- ben haben als einen Brunnen, auf dessen Waiser »u holen, sie ern Recht besitzt. Dieses Recht bestreitet bet FiSkuS. Er will wohl nichts dagegen haben, wenn bie Bewohner Nauheims in beschränktem Maße Wasser holen, aber daS Recht bestreitet er. Die Gemeindeverwaltung hat einen Prozeß angestrengt, der noch schwebt. In gleicher Lage befindet sich Friedberg. Auch diese hat einen Prozeß gegen den Staat beschlossen.

D e And em SonntÄff, 28. April 1912,

*tfl>enden *lvl LIC von 1 11 "> imiiac* " 6- «" nar lur dnnr»*nd** Kü11f* * rh r anzairHtten : D ,T/#

Dr. Meyerhoff, Süd-Anlage (Neubau Nikolaus).

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lAltcr Erfahrung gcmässt bildet Scotts Emulsion bei Entkräftung, Abmage­rung,Appetitlosigkeit u den damit zusammenhängenden Beschwerden eine schätzenswerte Zugabe zur täglichen Nahrung. Die Wirkung zeigt sich denn auch bald sn einer Steigerung des Gewichtes verbunden mit einer nachhaltigen Hebungd. Allgemeinbefindens il der

Erhöhung der Leistungsfähigkeit.

bericht der Stadt auf der . . ...

Abschlusses des Jahres 1910 mit dem von 1909 zeigt folgendes Bild: barer Ueberschuß aus 1910 569 199,58 TtL, au5 1909 326 801,48 Mk., mithin ein Mehr von 248 398,10 TOI. Bon den Einnahmequellen hat der Ertrag deS GrundstuckvermögenS im ganzen sich nicht nxsentlich verändert. MC QJcmcinbefteuern weisen eine Mchrcinnahmc von 563 770 Mk. auf infolge der > Steuererhohung von 18,6 Proz. Die Einnahmen auS Oktroi ind um 271866 Mk. zurückgegangen, was durch die Aufhtchung des Oktrois auf Lebensmittel veranlaßt ist. Tie Einnahmen des Elektrizitätswerkes aus abgegebenem Strom sind gegen das Vorjahr um 92 000 Mk. gestiegen. Die Bruttoeinnahme des Gas^ wertes bleibt hinter dem Spezialvoranschlage um! nahezu 50 000 Mk. zurück, wovon aus den Koksverkauf 32 000 Mk. entfallen. DaS Gesamtvermögen der Stadt ist 66 825 558,43 Mk., die schulden betragen 40 692 497,93 Mk., eS bleibt also ein Vermögens- Überschuß von 26 133 060.50 Mk. Der n e u e D ar m ,t ä d ter Bahnhof soll in zwei Tagen eingewerht werden. Ueberall wird noch gearbeitet, aber die Fachleute zweifeln nicht daran, daiz am Sonntag alles in bester Ordnung sein wird. Was zunächst fesselt, das ist diemächtiaeBahn Hof s h a l l e. DerReifende der aus dem EmpsangSgebäude die Bahnhossanlage betritt, steht auf einer Brücke und unter ihm liegen die Gleise. Grotze Schilder zeigen ihm, wo sein Zug steht. Die Darmstädter haben alle Ursache, aus ihren neuen Bahnhof stolz zu sein, denn tm ganzen Reiche wird man nur wenige seinesgleichen finden. Einige nähere Angaben dürsten interessieren. Die Gesamtkosten dec Anlage, zu denen die Stadt 500000 TOL beitrug, betragen rund 17 Mill. Mark, wovon über 4 Mill. Mark auf den Grunderwerb und rund eine Million auf das Empfangsgebäude entfallen Allein die Lokomotivwerkstätte kostet rund 5 Millionen Mark. ES waren 1700 000 Kubikmeter Bodenmassen zu bewegen, 32 Kunstbauten zu errichten und 100 Kilometer Gleise zu legen. Mit den Bau arbeiten nnirbe im Frühjahr 1907 begonnen, Zunächst an der Lokomotivwerkstätte. Sie wurde bis Sommer 1909 sertiggestellt und im August 1909 in Betrieb genommen. Im Oktober 1907 wurden die Arbeiten für den Bahnhofsneubau begonnen, 1909 wurden die Bauwerke vollendet, 1910 die Straßen, Weae und Kanäle und 1911 die Gleise und Sicherungsanlagen. Westlich der Lokomotivstation ist der Werkstättenbahnhof mit den Werkstätten errichtet. Die Lokomotivwerkstätte faßt 92 Stände und beschäf­tigt über 700 Arbeiter. Bemerkenswert sind die Wohlsahrtseinrich- tungen, das Arbeiter-SpeisehauZ und die Badeanstalt. An der Mittelschneise im Walde ist eine Arbeiterkolonie mit Wohnungen für zunächst 24 Familien errichtet

Die Ortsgruppe

»Vereins für Luftfahrt beabsichtigt, eine Gefell,choflS. Ifntitt mit dem Lustkreuzer »Bictoria Luise- zu ver- Anstalten und wenn möglich eine Landung in (Siefeen Hamit zu verbinden. Um die Derkandlungen darüber zum Abschluß bringen zu können, ersucht die Ortsgruppe^ ihre Mit* glieder und sonstigen Interessenten, die an dieser Fahrt teil* -zunehmen wünschen, sich alSbald anzumelden. (eiehe In­serat.) Da voraussichtlich nur 15 Plätze zu vergeben sind, ist rasche Anmeldung empfehlenswert. Jnteresienten erhalten weitere Auskunft vom Vorstand deS veranstaltenden Verein«.

** Gewerbliche Revisionen im 1. Vierteljahr 1912. Es wurden in Gießen revidiert: 1. Die gewerbsmäßigen Stei­le n v e r m i t t l e r auf Grund des Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910. 2. Tic K o l -o n i a l w a r e n g e scha ft e bejügl. Festhalten von Kupfervitriol gemäß Artikel 1 des Gesetzes, bett, den Handel mit Giften, vom 28. Oktober 1905. 3. ®aft* und Schankwirtschasten, sowie fonftiae Verkaufsstellen bezügl. Fichrung von Weinbückfern aus Grund des WeingesetzeS vom 7. April 1909. 4. Die wir Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen, auf Grund der bundesratlichen Bestimmungen vom 17. Februar 1907. 5. Drogerien aus Grund der Ver­ordnung vom 20. Mürz 1905. 6. Verschiedene Petroleum­lager, Tankwagen und Tankanlagen auf Grund der Verord­nung vom 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. '7. Dampsmolkereien in bezug auf Beschäftigung von Ar­beiterinnen aus Grund der Bekanntmachung deS Reichskanzlers QanAen vom 4. Juni 1910. 8. Die qewerbSmätzigen G u l e r h a n d l e r mit ländlichen Grundstücken aut Grund des Gesetzes vom 27. JuniCT,cn 1908. 9. Bewegliche Dampfkessel nach der Verordnung vom 26. März 1902. 10. Die Gast- und Scha n kw l r t-scha f« ten bezügl. Beschäftigung fremden Personals, Einhaltung und Eintrag der Ruhezesten in das zu führende Buch auf Grund der Verordnung vom 23. Januar 1902. 11. Stetnbrüche und Sandgruben in bezug auf Lagerung von Sprengstoffen nach der Bekanntmachung vom 30. August 1884 und 5. August 1904, sowie der Verordnung, den Verkehr mit Sprengstoiwn betr., vom 21. Dezember 1893. 12. Benzinlager auf Grund der Ver­ordnung vorn 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. 13. Lumpensortierereien bezüglich Besck-äftigung lugend- licher Arbeiter auf Grund der Bekanntmachung vom 8. Dezember 1909 (Reichsgesetzblatt 61) und Lumpenlager nach dem Lokal­reglement vom 8. Oktober 1884. 14. Die Warenhäuser auf Grund der ministeriellen Bestimmungen vom 15. Ium 190o. 15. Verkaufsstellen, in denen sog. Blutwein angevriesen wird. 16. Getreidemühlen auf Grund der bundesratlichen Be­stimmung vom 26. April 1899 und 15. November 1903, sowie der Polizeiverordnung vom 17. November 1902, die Verwendung von Blei an Mühlsteinen betr. 17. Borftenzurichtereien, sowie Bürsten- und Pinselmachereien auf Grund der bundeSrat- lichen Bestimmungen vom 22. Oktober 1902. 18. Die hiesigen und auswärtigen Bäcker, sowie Brothändler aus Gewicht des Brotes, Namenszeickfen und Brotzettel nach der Polizeiverordnung vom 27. Juni 1907. 19. Kleider- und Wäschekonfek- tione n auf Grund der Verordnung vom 31. Mai 1897 und 17. Februar 1904, sowie des 8 163 ff. der Ausführungsanweisung zur Gewerbeordnung. 20. Die Milchhändler tnbezug auf spezifisches Gewicht der Milch, Reinlichkeit der Gesäße und Wagen, auf Grund der Milchverlaufsordnung. 21. Zur Erhebung kamen 16 Nohrungs- und Genußmittelproben, darunter 12 Milchproben, intb wurden dem chemischen UntersuchungSamte übergeben.

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Bad-Salzhausen, de$ 26. April 1912. D,T/4 Grossherzogliche Badedirektion Bad-Salzhausen

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