Ausgabe 
25.3.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Iber komm Mansche Etjenbahnafsistent Eulenberg oon (Bußen i,ach Betzdorf. Eine Belohnung für Umsichtigkeit erhielt der Arbeiter Siegel in Friedberg.

** Der Turngau Hessen hielt gestern hier in «Steins Garten s-einen 80. Gau turnt ag ab. Ms Festort -Kr das nächstjährige Gauturnfest itntrbe Frankenberg 'bestimmt. 7Die Abhaltung des diesjährigen'Jubiläumsgau- tuimfestes in Gießen am 7. und 8. Juli wurde cmtge- 'Heißen. fMherer Bericht folgt.)

Landkreis Gießen.

X Hungen, 24. März. Gestern tagte hier in der Traute Her Kreisziegenzuchtverein. Regierungsrat Dr. Merck, der Direktor des Kreisziegenzuchtvereins Gießen, begrüßte be­sonders den Vertreter der Landwirtschaftskammcr, Sekretär Schwarz-Gießen Der Jahresbericht des Direktors zeigt, das' Has Jcchr 1911 eine erfreuliche Entwicklung und eine innere Kräftigung des Vereins mit sich brachte, das Arbeitsfeld mutte beträchtlich ausgedehnt. Die Zahl der Ortsvereine und der Mit glieder ist gestiegen und die finanziellen Verhältnisse haben sich gekräftigt. Die Kreistierschau 1911 mußte wegen der Maul und Klcmenseucl-e ausfallen, es sollen dieses Jahr Stallschcmcr abgehalten werden mit Prämiierungen, z. B. in Grvßcn-Linten, Leihgestern, Grünberg und Stangenrod, im April gedenkt man zu beginnen, 300 Mark sind vorgesehen. Die Stallschau soll ein Ansporn für bessere Haltung der Tiere, bessere Klauenpflcge usw. sein. Die Vcrmiltelsstelle, die voriges Jahr eingerichtet wurde, hat ihre Erwartungen übertroffen. Die Vereine Burk haichsfelden und Taubringen, die Ziegenweiden und Tummel Plätze anlegten, erhielten vom Kreisverein eine Unterstützung von !je 50 Mk. Die 20 Vereine des vorigen Jahres zählten 645 Mit glieder, Wieseck und Lich sind ausaeschieden, ba]ür traten untere Vereine bei, z. B. Lollar, Trohe, Steinbach, Treis-Lumda, Beuern und Queckborn, andere stehen in Aussicht, Rodheim, Steinheim, Utphe, Langd und Trais-Horloff. Jetzt sind es ohne die letzteren schon fast 800 Mitglieder. Der Dirittor hofft, daß außer den 37 Gemeinden, die korporative Mitglieder sind, auch noch andere Gemeinden die Zucht unterstützen möchten. Die Landwirtschafts- tammer führt über die Vereine eine gewisse Aufficht. Die Unter­stützungen des Vereins aus anderen Quellen waren: Sparkasse iLich, Sparkasse Grünberg 50 Mark, Gießen 100 Mark, Kreis- ! fasse 100 Mark, Landwirtschaftlicher Bvzirksverein 100 Mark. >Die Landwirtschaftskammer gibt für Körungen 100 Mark, für «Kennzeichnung ter Lämmer 40 Mark. Bei ter Besprechung des >JalneSberichtes begrüßt zunächst Bürgermeister Fendt-Hunden «die Versammlung. Er macht auf die Bedeutung der Tummelplätze aufmerksam, die in jeder Gemeinte gelegentlich der Feldbereinig- ungen angelegt werden sollten. Ein Tummelplatz ließe sich viel­leicht mit dem Tiergarten bei Hungen verbinden. Von den Ver­einen zählen: Gießen 85, Grünberg 36, Hungen 32, Lauter 8, Stangenrod 19, Bellersheim 44, Daubringen 37, Großen- Linden 44, Hattenrod 19, Inheiden 30, Langsdorf 30, Lang- Göns 39, Leihgestern 21, Obbornhofen 40, Saasen 25, Utphe 40( Vatzenborn-Stcinberg 25, Burkhardsfelden 11, Ober-Hörgern 6 und Großen-Buscck 40, Lollar 38, Steinbach 31 und Beuern 41 Mitglieder. Am 19. Mai hält der Verein Burkhardsfelden eine Verlosung zum Besten seiner Ziegenweide ab, damit wird ein Vortrag verkmnden über Ziegenzucht und Vogelsberger Rind­viehzucht. S chneider-TraiS-Horloff spricht für die neuen Ver­eine zu Treis, Steinheim, Langd. Der Voranschlag für 1912 sieht 1467,15 Mark in Einnahme und Ausgabe vor, für die Kreis- schau in Gießen sind 150 Mark, für Stallschauen 300 Mark vor- I gesehen. Die Landwirff chaf tskamm er unterstützt den Kreis Verein .bet ter Kreistierschau zu Gießen mit 700 Mark. Die Mitglieder- beiträae sind 780 Mark, die Zuschüsse auS Kassen usw. 490 Mk. Der Ziegenmarkt zu Hungen am 18. September wirb von ter Landwirlschastskammer unterstützt, vom Kreisverein biefeS Jahr nicht. Schäfer-Gießen beantragt, ben Ziegenmarkt in Gießen dieses Jahr wieder abzuyalten. Sekretär Schwarz- Gießen führt aus, daß ben Züchtern gelegentlich der Auktionen zu Alsselb, Butzbach und Schotten, sowie aus ben städtischen Märkten, z. B. Hungen, Ridba, Friedberg unb Lauterbach genügenb Ge­legenheit zum An- unb Verkauf gegeben sei. Mit Rücksicht aus die KreiSticrschau zu Gießen wurde von einem besonderen Ziegen- markt abzusehen. Später soll vielleicht auch eine Auktion in Gießen eingerichtet werten. Bei Prüfung der Rechnung 1911 betrugen die Einnahmen 1146,32 Mark, die Ausgaben 985,17 Mark, bas Vermögen beläuft sich auf 1345,91 Mk. Dem Rechner Bechtold-Gießen mürbe Entlastung erteilt. Ms Preisrichter für die Kreisschau wurden Philipp-Steinberg unb Faber-Großen-Linden gewählt. Eine weitere Aussprache erfolgte Über die Anschaffung und ben Import von Zuchttieren. Sekretär Schwarz führt aus, baß die Güte des Zuchtviehes in ter Schweiz nicht mehr auf der Höhe sei, nrie in den 90 er Jahren, man solle in Deutschland taufen, am besten molst in Starkenburg, Rheinhessen ober in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach. Das deutsche Material sei besser als das Schweizer, auch habe ter Züchter beim Import aus der Schweiz keine Gewißheit über die Abstammung. Anfang Juni sollten zwei Herren die Hauptzuchtorte besuchen und Jung­tiere antaufen. Regierungsrat Dr. Merck teilt mit, daß jetzt Jungviehregister angelegt werten; S chm all -Gießen ist beauf« trägt, die Kennzeichnung ter Lämmer vorzunehmen, die Körungen finden im September statt.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 22.März. Die Städtische Polytech­nische Lehranstalt Friedberg ist eine höhere technische Lehranstalt akadelnischen Charakters, die mit ihren Lehrzielen über den Rahmen der Techniker hinaus geht. Die Anstalt ist kein Er- werbsinstitut, da die Stadt sehr namhaste Zuschüsse leistet. An der Anstalt bestehen vier Abteilungen: Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architekur. Sie besitzt bedeutende Lehr- mtttel, darunter eine reichhaltige Bibliothek, ein mechanisches und ein elektrotechnisches Laboratorium und vermittelt eine abgeschlossene Ausbildung zum Ingenieur der vier angegebenen Fachrichtungen. ,,?< Bad-Nauheim, 24. März. Hier ist eben alles in grtmger Vorbereitung für die K u r u n f e r e r Kaiserin. Nach der Billa Grötel, wo die Kaiserin wohnen wirb, wird vom Postamt auS ein besonderer Drain geführt, um bie direkte Tclc- bboit Derb ui bimg mit Berlin zu ermöglichen. In ben Hauptbade- Mnb VerkehrSstraßm beschleunigt die Dampfwalze gegenwärtig chre Jrbett. Am Bahnhofsum- und -Neubau wird, seitdem die Ankunft der Kaiserin gemeldet ist, ununterbrochen Tag und Nacht und mit vermehrten Arbeitskräften gearbeitet, damit der Bahnhof mS zum 9. April einen einigermaßen freundlichen unb fertigen Eindruck macht. Selbst am heutigen Sonntag ist die Arbeit nicht niedergelegt worden. Im vergangenen Winter wurde mer eine Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz neu organisiert. Sie setzt sich aus etwa 30 Mitgliedern d« verschiedensten Vereine zusammen und wurde von Oberstabs- arzt Dr. Schrater, dein Chef des hiesigen Militärkurhauses, aus- aebiltet Heute morgen legte die Kolonne, bie durch die in ftnebberg bereits bestetente Abteilung verstärkt wurde, durch eine Hebung am neuen GiHerbahnhof Zeugnis von ihrem rwnnen ab. Generalarzt Dr. Lindemann-Darmstadt, der die Prüfung vornahm, sprach sich sehr zuftieten übet die Leistungen dn Kolonne aus. Für die Hebungszwecke stand zur Kur biet toeüenW Militär zur Verfügung. Am 22. März waren es 40 Jahre, seitdem der hiesige Kriegerverein gegründet wurde Hatte beging er deshalb eine Feier. .Etwa 30 Veteranen von hier konnten sich am Jubiläum beteiligen. Nachmittags wurde cm Frstyottesdlenst m ber Dankeskirche veranstaltet, wobei Pfarrer Wissig d,e Amvrache hielt. Danach gingen die Vete­ranen, begleitet vom MililärvereinHafsia" und den zur Jhir gegenwärtig hier weilenden Soldaten, mit Musik nach dem alten Dnedhos. Dort gedachte in schlichten Worten der Vorsitzende Pf* Kriegervereins, Veteran May, der im Feldzug gefallenen Kameraden und legte am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Mtends landen Abendunterhaltung und Ball im Tawsienhos statt Der GesangvereinFrohsinn" und der .Turnverein hatten sich dabei nuten Dienst des festgebenden .Vereins gcjtdlL

Starkenburg und Nheinhessen.

Tarmstadt,23. März. Tie Hauptversammlung beS Hessischen Tiakonievereinswar zahlreich besucht. Der Vorsitzende, Dekan Z a u b i tz - Bensheim, gab dem Ausdruck, daß der Diakonieverein auch im letzten Jahre wieder bedeutende Fortschritte gemacht habe. Tas beitätigte der vom Bereinsgcist- lichen erstattete Jahresbericht. Dieser berichtet zunächst über bie Errichtung zweier neuer Krankenpslegeschulen zu Nordhaufen und Hanau, die sich als Schwesternausbitdungsanstalten sehr aut be­währen. Als drittes neues Krankenhaus ist das Kreiskrankenhaus zu Groß-Gerau belegt worden, in dem auch solche Mädchen zu Schwestern ausgebildet werden, die nur Bolksschulbildung haben und ein Schwestervorbildungsiahr durchmachen. Tie Beziehungen zu der seitherigen ersten Krankenpflegeschule _yi Hamburg sind die alten Das Schwesternseminar zu Darmstadt entwickelt sich immer besser zu einer wirklichen Einsührungsschule in die evaug. Gemeindepffege. Tie Zahl der Schwestern ist aus 77 gestiegen, davon sind 49 in Krankenhäusern, 8 sind in den Gemeinde- dienst getreten, 2 stehen im Dienst ter Darmstädter SäuglingS- pffege usw. Eine Organisation der Schwestern (Schwesternton- serenz, Schwestemrat,Mitteilungen") ist angebahnt worden. Tas Kindergärtnerinnenseminar hat seinen alten Bestand behauptet. Tie Zahl der Berrinsmifalieder beträgt 1015. Tie finanziellen Verhältnisse sind nach Ausweis der Rechnung gut. Nach Er­ledigung des geschäftlichen Teiles der Mitgliederversammlung iand eine öffentliche Versammlung statt, in der Professor Dr. Schoell - Friedberg überAusgabe und Stellung ter Schwester im Rahmen des organisierten evang. Gemeindelebens" referierte. Hauptauf­gaben der evcmg. Gemeinte sind: Krankenpflege, Armenpflege, Jugendpflege, Glaubenspflcge, allgemeine kulturelle Beeinflussung ihrer Mitglieder usw. Aus allen diesen Gebieten ist die Mitarbeit der Frau, also hier ter Schwester, nicht zu entbehren. Allerdings ist zu solche^ Mitarbeit nicht jedermann geeignet; notwendig ist eine gründliche technische Vorbildung, ein reiches Maß von na­türlicher Intelligenz, prakttscher Anstelligkeit, eine frische und frohe Art, vor allem aber auch sozialer Sinn und religiöses Leben. Auch die anstellende Gemeinte hat die Pflichten gegen ihre Schwester: rechtlich zu gewähren hat sie Beamtenqualüät, eine genügende Wohnung und anständigen Unterhalt, regel­mäßigen Urlaub, Hilfskräfte aut Vermeidung der Ausnützung; moralisch verpflichtet ist die Gemeinde zur Schaffung eines An­schlusses der Schwester an gute Familien und gesinnungsmäßige Arbeitsunterstützung. Dafür ist ter Gemeinde einzuräumen bas Recht ber Anstellung der Schwester und das Recht ausschließlicher Oberaufsicht. Das Amt der Schwester ist für die Gemeinde der Zukunft so notwendig, wie das Amt des Gemeindepsarrers. An diesen Vortrag schloß sich eine Aussprache, in der u. a. noch die Notwendigkeit einer besonderen intellektuellen Bildung der Schwester hervorgehoben wurde.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. TL, 22. März. Zu dem ® e t ft I i d) e n TI u f i ff e ft in der Frankfurter Festhalle am 3., 4. und 5. April werden außer den angefaglen Fürstlichkeiten (Grobherzog von Hessen nebst Gemahlin, Prinz Heinrich von Preußen re.) auch Frau Mahler, die Witwe deS Komponisten, nebst Familie, als Ehrengäste erwartet. Aus Holland bringen zwei Sonder- züge 350 Sanger unb Sängerinnen, 120 Musiker und über 500 Zuhörer, darunter auch den Ministerpräsidenten Hemsferf und Gattin, in unsere Stadt.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 23. März.

Wegen Kindes aussetzung

wurde die Artistin L. M. von Frankfurt a. M. mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Jrn Juli vorigen Jahres hatte sie in der Marburger Klinik geboren und war dann mit ihrem Kinde nach Gießen gefahren. Zu ihren Eltern durfte sie mit dem Lind nicht kämmen urtb sie wollte es daher in Gießen int Säuglingsheim unterbringen. Sie tat dies aber nicht, sondern setzte es an der Kreuzung ber Leihgesterner Sttaße unb bes AulwegeS aus. Hier lag es, in eine Jacke gehüllt, im Straßen- graben, als spielente Kinder bar auf aufmerksam würben. Be­reits eine Stunde nach ihrer Ankunft fuhr die herzlose Mutter nach Frankfurt weiter. Auch heute zeigte sie Gleichgültigkeit und Kälte und erst der Richterspruch schien ihr bie Beteutung ihrer Tat vor Augen zu rücken. f

An Wucher (

grenzendes Geschäftsgebaren ergab bie Verhandlung gegen ben Kaufmann A. P. unb ben Fuhrmann Ehr. B. in Gießen. Beite standen in Diensten des früher in Gießen wohnhaften Kaufmanns St. Dieser hatte hier und auswärts eine Reihe von Geschäften, die mehr ober weniger von ihm abhängig waren. In Garben- teich hatte er ber Fran tes Schuhmachers I. B. Waren zum Verkauf geliefert unb bafür 270 Mk. zu forbem. In seinem Auftrag terebete ber Kaufmann K. Sch. bie Eheleute B., ihm für senie Forderung Sicherheit zu gewähren unb setzte einen Vertrag auf, in bent sämtliche Kolonialwaren bem St. zu Eigentum übertragen wurden unb ferner auch eine Registrierkasse, bie allein 500 Mk. gekostet hatte unb bie B mit etwas Verlust abzugeben gewillt nxir. Der Vertrag wurde unterschrieben, aber angeblich von den Eheleuten B. nicht gelesen, da Sch. zur Eile drängte. Am nächsten Tage effchienen bann bie beiden Angeklagten im Auftrage des St. mit einem Wagen. Sie räumten den ganzen Laten aus und fuhren mit sämtlichen Maren und der Registrierkasse davon. B hatte sie nncterfolt zum Verlassen seines Ladens ausgefordert, aber vergeblich. Auch batten sie ihn, als er sich ihrem Vorhaben widersetzte, bedroht. Sie mußten sich deshalb wegen gemeinschaftlichen Hausfriedens^ bruchs und Nötigung verantworten. Tas Gericht hielt ihnen zu gut, daß sie lediglich Werkzeuge in ter Hand St.'s gewesen seien und verurteilte den P. zu 60 Mk. und den B. zu 25 Mk. Geldstrafe.

Falsche Anschuldigung.

Der Kellnerlehrling G. Sch. von Marburg, ter im Sommer vorigen Jahres in ber Konbitorei H. bffchäftigt war, hatte einem anderen Lehrling einen Geldbettag geliehen. Als dieser von H wegging, ohne ihm das Geliehene zurückzugeben, behauptete Sch bei seinem Meister, ter andere Lehrling habe ihm das Geld gestohlen. Er erreichte auch, daß H. ihm die entliehene Summe zurückerstattete. Auch auf ter Polizei, die von der Sache Kenntnis erhalten hatte, stellte c5 so bar, als ob ihm tes Gelb gestohlen worben sei. Erst vor bem Schöffengericht bequemte er sich zur Wahrheit. Sein Verhalten trug ihm eine Anklage wegen falscher Anschuldigung ein, sie war icboch nicht ausrecht tu erhalten, ba sich ergab, baß bie Anzeige bei ter Polizei nicht von ihm au5gcgangen war.

Den Falschen

hatten im November vorigen Jahres drei Arbeiter au5 Groß- Karben verprügelt. Sie barten es auf ben Verwalter H. ab­gesehen, gerieten in ber Dunkelheit aber an ben Musiker Sch. von Klein-Karben. Bon bem Schöffengericht Vilbel mit 14 Tagen Gefängnis bestraft, erstrebten sie unter Bestreitung ihrer Täter­schaft Freisprechung. Auf Grunb einer umfangreichen, mehrere 3:hinten in Anspruch nehmenden Beweisaufnahme erscheinen sie aber durch die Aussage tes Verletzten unb einer Reche von Verdachtsgrunben überführt. Ihre Berufung würbe verworfen.

vüchertisch.

,^runnet: In türkischer Gefangenschaft. Bibliothek August Scherl, Berlin. 212 Selten. (Heg. t Leinwand geb. Mk.,90. ,Jn türkischer Gefangenschaft' das Hingt wahrend ber Wirren deS türkisch-italienischen Krieges beunruhigend genug, um so mehr, wenn der Gefangene ein Deutscher ist. Aber die neue Zugendschrifl führt keine politischen Verwickelungen heraus W,r werden ui die Pergan.ienheit verseyt, in die Zett deS 16. Iahr- ^yntertfi. ES ist bie Epoche, tn der die Türken noch eine drohende ("efafjr für Europa bedeuten. Und nun gerät em Deutscher nach Dielen abenteuerlichen Fahrten in die Gefangenschaft der Türken. Wie eS ihm als türkischem Sklaven erging, rote er sich durch List

KreiS:

'«L'Oin 15. dis

22. März

«st die Seuche erlolcben in:

TouTTTThT 22. März sind neu ver­seucht :

Am 16. März roaren verseucht.

und Mut aus der Lttciverel roteoer erteile, oas ur jmstrotoemnci spannend erzählt. Hochmterefiant ist übrigen» eine Schilderung deS Damaligen Tripolis, bie uns das Buch gibt.

Nachweisung über den Stand der Maul- und Klaue« seuche in Heften vom 16. dis 22. März 1912.

Arheilgen

Tarmstabt .

Gr.-Zimntern

Steinbach

Gießen

Bretzenheim

Bingen . . .

Engelstadt

Oppenheim

Eimsheim

Worms. . .

Heppenheim Offenbach. .

Tarmstabt

Schlachlhos

Dffenheim

Weinheim

ZramerSheiw

Leihgestern»

(Brimingen

Leihgestern, Mufchenheim, Harbach, (Brimingen

Kl.-Auheim, MainNlngeu, .^eu-Jsenburg

Darmstadt

Schlachthof

Alsfeld . . .

Bübingen. . ütiebberg .

Groß-Gerau Mörfelden

Steinbach, Hainstabt Jügesheim

Bensheim . Ticburg . . erblich . . Groß-Gerau

Lauterbach.

Schotten. .

Tioiitj . . .

Alzey. . . .

Groß-Zimmern, Hainstabt. Neuslabt Kelnerdach, Groß-Gerau, Tlörfelben

Ranstadt. Leibhecken, Rieder-Eschbach, Afsen- heim, Okarben, Rob- heim, Etammhetin

Heimersheim, ErbeS- Büdevheim, Bornhenn, Schafhausen, Framers­heim, Lssenheim, Wein­heim , Bermersheim, Lonsheim

Engelstabt, Schwaben- Heim

Eimsheim, Dolgesheim, Guntersblum, Selzen

Meteorologisch« veobachtungen der Station Sieben.

März

1912

Börsen-Wochcnbcricht.

Frankfurt a. M^ 22. März.

Tie Börse zeigte In dieser Woche etwas schwankende Haltung. Während man aber unter bent Einfluß bet ArbeiteiauSstäube, ber unklaren politischen Beihältnlsie unb ber schwierigen Lage beS Gelb- uiaikteS in ber ersten Wochenhälste mehr zur Schwäche neigte, konnte sich die Gruubstimmung später wieder befestigen. Den Anlaß zur besseren Haltung gab vor allem bet überrafdjeiib gekommene Abbruch beS Bergarbeiter st reikS im Ruhrrevier. Früher als man ermatten bürste, haben bie Leiter ber AuSstanbs- beroeqnng bie Unmöglichkeit, angesichts ber Unstimmigkeiten unter den Atbeiletotganisatloneit selber ihre Bestrebungen burchzufühten, eingeiehen, unb sich entschlossen, bie Beenbigung deS AuSstanbeS zu proklamieren. Diese Tatsache mürbe oon Der Börse mit Recht als em erfreuliches Moment begrüßt, um fo mehr, als man ermattet, baß bie Niederlage ber Arbeiter im Ruhrreoier auch elitbämmenb auf bie anberen Stretkbemegungen mitten mird. Die ungünstigen Emmitkungen beS Streiks in Englanb auf bie Bötsenstimmuna ließen ebenfalls allmählich nach, vor allem in ber Ermattung, batz bie Wlebetauinahme ber Vethandlungen zu einem guten Enbe führen roetbe, nachdem jetzt durch bas (iingreifen ber Regierung durch gesetzliche Festlegung ber Mmbestlöhne em Ausgleich geschaffen miiröe. Tlan mar um so menlger geneigt, sich btesethalb Besorg- niffen hinzugeben, als ja bie beutschen Zechen burch bie Aus- jchaltung des englischen Wettbemerbes unb burch bie günstigen Absatzverhältnisse vom AitSlanbSmarktc nur profitieren können. Aus gleichem (Brunbe schenkte man auch den Gärungen unter bet Arbeiterschaft im Kohlengeblet von Norbftankrelch, Belgien unb bem Anthrazitkohlenbergbau ber Bereinigten Staaten feine gröbere Beachtung. Im übrigen wirkte befeftigenb, daß auS Amerika neuerbing9 bessere Berichte kamen. Tlan roirb ja auch bort so kurz vor ben Wahlen keine Haiiffebegeistetung ermatten bütsen. Aber bie Depression scheint brühe« übetrounDen zu (ein, unb auch bie Ttustvraktiken roerben gegenroärtig mllbcr gehandhabt als bisher, so baß man von Amerika vorerst keine unliebsamen Ueberraschungen glaubt befürchten zu müffen. Aus bem heimischen WirtschastS- leben lagen tn biefer Woche ebenfalls einige recht ermutigende Berichte vor. Tie hohen Abfahziffern am Eifenmattt, bie roieberum sehr günstigen Verkehrseinnahmen ber beutschen Eisenbahnen und bie guten statistischen AuSmeise über ben Außenhanbel können als neuer Bemeis für baS Fortbestehen ber günstigen roittfchaftlichen Konjunktur betrachtet roerben. Wenn bie Börse bennoch an einigen Tagen stärkerer Verstauung anheimgefallen mar, so ivar bieS eines­teils auf politische Tlelbungen mehr ober weniger sensationeller AN, in ber Hauptsache aber auf bie Gelbverhältmffe zurück- zuführen, beren Ernst sich bie Börse nicht länger verschließen konnte. Tie Lage beS Gelbmarktes bleibt äußerst gespannt, unb man kann bem Monatsschluß mit seiner betonteren Krediterschmerung nicht ohne Bedenken entgegensehen. Wirb Ultimogelb im allgemeinen doch aus 7 Prozent geschätzt. Die Gelbsucher halten allerdings einst- weilen noch xurücf, in ber Hoffnung, später vielleicht billiger an- zufommen. Anbererseits nimmt man aber auch vielfach an, boB bie Gelbgeber nicht sehr entgegenkommenb sein werben, so baß mit ber Möglichkeit ber Ausmerzung weiterer schwacher Elemente ge­rechnet roirb. Obwohl im Hinblick auf bie hohen Zinssätze ver- schiebentlich PoiitionSlösungen oorgenommen mürben, war ba« 'Angebot boch kein brängenoes, so baß sich bie Kurse ziemlich be­haupteten. Montanpapiere konnten sogar schließlich ihre anfangs erlittenen Einbußen roiebev einholen. Bon anderen Jnbustrtepapteren zeigten chemische Wette, namentlich Höchster Farbwerke unb Scheibeanstalt, recht feste Haltung. Ansehn­lich gebeffett roaren auch roleber Akkumulatoren Berlin, während Bergmann aus einen zu erwartenden starken Tivibenbenrückgaug über 20 Proz. verloren.

Verkaafe- Mtelien durch dienen Plakat kenntlich.

Fabrikant: Aoroit Jacebh

Nebel

WSW SW

88,1

45,0 501

Höchste Temperatur am

Niedrigste ,

Niederschlag: 6,0 mm.

biS 24. März - + 10,6 Q , 24. , - + 5,8*0.

23.

23.

Kein Gichtiker vernÄnme eine häusliche Trinkkur mit der *** Annmannnhäuner Lithionthermalquelle Broschüre frei durch Brunnen Verwaltung Glcbtbad Assmannsbausen am Rhein.

DU Kur mU Dn-rtt H anrr halft in mtintr FemOu «***" «f*-

7ihutifltn Erfolg >M Itchiao Dr mtd. v. i. A-

Irrot für Gtotm Jean Weinet. T lepho* *35-