Ausgabe 
29.1.1912 Erstes Blatt
 
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Deutsches Reich.

Die Gründung einesd e u t s ch e n W c h r v e r e r n s" erfolgte mn Sonntag nachmittag in Berlin in Anwesenheit von über 1000 Personen, darunter vieler aktiven und inaktiven Offiziere, Par­lamentariern, Stubenten und ca. 200 Frauen. Erschienen waren u. a. Generalfeldmarschall von der Goltz, Generalmajor Keim, Generalleutnant Litzmann und die Abgeordneten Dr. Paasch« und Legationsrat vom Rath. Generalmajor z. D. Keim erklärte m einem Vortrag, was der Wehrverein wolle. Er werde für bie erhöhte Stärkung der Wehrmacht eintreten, damit das, Reich seine zahlreichen Feinde jederzeit abwehren kann. Die Mitglied­schaft stehe jedem frei, sowohl Mann als Frau, der das 18. Le­bensjahr überschritten habe. Generalleutnant Litzmann sprach hierauf über die Entwicklung des deutschen Heeres. Niemand dürfe daran zweifeln, daß der Krieg bald kom­men werde. Der Wehrverein verlange zwei neue Armee­korps, eins im Nordosten und eins im Südwesten des Reiches. Die Feld- und Fuß-Artillerie sowie Kavallerie müßten bedeu­tend verstärkt werden, ferner verlange der Verein Schaffung der noch fehlenden dritten Bataillone bei allen In­fanterie-Regimentern. Eine Wehrsteuer müßte erngejührt werden. Dem Vortrag folgte eine Aussprache.

TerSächsische Landesdienst" erfährt aus gut unterrichteter Stelle: Ter König von Sachsen lud bei dem Besuch in Berlin den Kaiser zu der am 18. Oktober 1913 ftattsindenden feierlichen Uebergabe des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig ein. Ter Kaiser nahm die Einladung an.

In demBefindendesGrafenv. Aehrenthal ist, wie an3 Wien gemeldet wird, eine sehr bedenkliche Verschlimmerung eingetreten. Ter Kräfteverfall macht rapide Fortschritte. Aae Aerzte erklären, daß jeden .Augenblick das schlimmste zu be­fürchten sei.

Tie 14 Mann starke Zentrumsfraktion der'Stadt­verordneten in Regensburg hat die Mitarbeit m den Ausschüssen niedergelcgt und auf die Ehrenämter im Kolleg verzichtet, nachdem drei Mitglieder des Zentrums in öffent­licher Sitzung gegen den Führer der Zentrumofraktion H e l d den Vorwurf der Lüge und gegen die Zentrumspartei den Vor­wurf des Komödienspiels und der Unwahrheit ihrer Politik unter Duldung des Vorsitzenden erhoben hatten. Es handelt sich um ine Rückdatierung von Teueruugvzulayen für die städtischen Arbeiter. Tie Zentrumsfraltion wird, so heißt es, chre fernere -uitigfcit in den Gemeindekollegien auf 'die gesetzlich gebotene Teilnahme an den Plenarsitzungen beschränken.

Ausland.

Nach einer Zusammenstellung des französischen Ge­bührenamtes betrugen die Hinterlassenschaften im Jahre 1910 nach Abzug aller Passiven rund 5 320 000 Fr. Tic Zahl der Erbschaften von über eine bis fünfzig Millionen Francs belief sich auf 564.

Zu den französisch-spanischen Verhandlungen welche in den nächsten Tagen wieder aujgenommeii werden sollen, wird gemeldet, daß von englischer Seite ein Vermitt- lungsvor schlag gemacht wurde, wonach die Regelung des Berwaltungsftatuts in der spanischen Zone vorläusig vertagt werden soll. Zur Prüfung dieser Frage, welche bei den schwebenden Verhandlungen die Hauptschwierigkeit bildet, soll ein besonderer spanisch-französischer Ausschuß eingesetzt werden.

Aus Konstantinopel wird aemeldet: Einige ehemalige albanische Abgeordnete sind auf die Pforte geladen und von den Beschlüssen in der letzten Ministerratssitzung über das Memoran­dum der albanischen Abgeordneten, in dem verschiedene Refor­men für Albanien verlangt werden, in Kenntnis gesetzt worden. Die beschlossenen Reformen umfassen: Die Untersuchung unter Zivil- und Gerichtsbeamten, wobei diejenigen, die sich als unfähig erweisen, ersetzt werden sollen; ferner die Untersuchung der Gendarmerie und Polizei, und Wiederanstellung von ehe­maligen Gendarmen und Polizisten, die nach der Einführung der Verfassung entlassen worden sind, Verbesserung der Gefängnisse, Einführung der Handwerksarbeit für Häftlinge, den Bau von Regierungskonaks, Zuweisung von 250000 Pfund jährlich für die Gemeindewege in den mazedonischen Wilajets von Albanien, den Bau von Eisenbahnen, der durch Truppen auszuführen ist und schließlich den Bau der Straße Prizrend-Skutari. Es heißt, die Negierung empfahl den ehemaligen albanischen Ab­geordneten, auf den Zusammentritt des. albanischen Kongresses in Uesküb zu verzichten.

Aus Täbris wird gemeldet: Der Befehlshaber der russischen Abteilung fordert die persische und armenische Bevölkerung in einer Bekanntmachung aus, binnen zwei Wochen die Waffen abzuliefern, anderenfalls ftrenge Bestrafung erfolge. '

Aus Stadt und Land.

Gießen, 29. Januar 1912.

**Titelverleihung. DerGroßherzoghatdem Architekt Edmund Körner zu Darmstadt den Charakter als Professor verliehen.

* ErledigteLehrerstelle. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Winternheim. Mit der Stelle ist Organisten­dienst verbunden.

♦♦ Dem Geh. Komm erzienrat Heichelheim wurden zu seinem 70. Geburtstag, den er am Samstag in

cagni erhält 40 000 Mark die Woche, wofür er täglich eine Nachmittags- und eine Abendvorstellung dirigieren muß; die Dekorationen werden nach den Wünschen Mascagnis in Mailand angefertigt und ebenso verpflichtet sich die Barietä-Direktion, einen Chor von 50 Stimmen nach den Wünschen MaScagnis in Italien zu engagieren. Das Orchester wird bei diesen Aufführungen aus 70 Mann bestehen; kurz, das englische Variets tritt hiermit end- Äben Eroberungszug in die ureigenste Domäne der Opern-

an.

Naturdenkmälerschutz im Kaukasus. Die Kaiserlich Russische Akademie der Wissenschaften betreibt im Ver­ein mit dem Großfürsten SergiuS Michailowitsch die Verwirk­lichung des Planes, im westlichen Kaukasus und zwar im Streife Maikop des Kubangebiets einen großartigen Schutzpark für den einzig dort noch wild vorkommenden Auerochsen einzurichten. Zugleich mit diesem seltenen Tier soll, wie der Botaniker Prof. N. I. Kusnezow in der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft mitteilte, auch die an Rcliktpflanzen reiche Flora durch das Verbot des Weidens von Sdfafen und Ziegen geschützt werden. Von dem Kaukasischen Statthalter ist bereits das Verbot ergangen, die aussterbende Eidarsche Fichte in der Transkauka­sischen Steppe, wo sie sich in kleinen Wäldern erhalten hat, zu fällen. Nach den Forschungen Ssosnowskis ist diese Fichtenrrt einer bei Kertsch gefundenen fossilen Art der Tertiärzett nahe verwandt. In der Lagodechschen Schlucht in Kachetien hat sich ebenfalls eine unberührte Flora von Reliktpslanzen, darunter die Ahornart Acer infigne, die, ein kostbares Nutzholz, sonst im Kau­kasus auSgerottet ist, erhalten. Daher ist auch dieser Schlucht von dem Statthalter als Schutzgebiet erklärt worden. Auch die Leitung des Botanischen Gartens in Tiflis ist eifrig bemüht, größere Gebiete in unberührtem Zu stand zu erhalten. Im Batum^tebiet belieben noch verschiedene, sonst fast ganz ausgerottete Baum- und Pflanzenarten, die nur durch ein schleunigst beschlossenes Schutz- gesetz vor dem völligen Untergang bewahrt werden können. Es sind dies die Kaukafus-Palme, eine Buchen- und eine Walnuß­baumart, eine seltene Birke (Betula Raddeana), und prächtige Alpenpflanzen, die ganze Bergtäler überwuchern.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schäft. In Paris ist der bekannte Lustspiel- und Possen- Lichter B i s s o n im Mer von 64 Jahren gestorben. Am Sonntag morgen 4 Uhr ist in seiner Villa in B1 asewitz bei Dresden der Komiker Felix S ch w e i g h o f e r g e st o r o e n.

VDllet Frische feiern tonnte, von nah und fern aufzrrorvenr- lich zahlreiche Glückwünsche, Dlumenspenden usw. zuteil, ein Beweis für die Wertschätzung und Verehrung, die Herr Heichelheim in den wertesten Kreisen genießt. Auch die öffentlichen Körp er schuft en, denen Geheimrat Heichelheim angehört, fehlten nicht unter den Gratulanten; so sandten z. B. der hessische Handelskammertag, die hiesige Handels­kammer und die israelitische Religionsgemeinde prächtige Blumenarrangements.

** Aus dem Militärwochenblatt. Zum Oberstlt. befördert: der Major und Batl.-Kommandeur Sonntag im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117. Ter Charakter als Oberstlt. verliehen: dem Major z. D. v. O h e im b , Pferdevormusterungs-Kommissar in Tarmstadt. Zum Batl.- Kommandeur ernannt: der Major v. Westernhagen beim Stabe des LeibgarLe-Jnf.-Regts, (1. Großh. Hess.) Nr. 115. Zum Hauptmann befördert: Cberlt. und Adjutant Gras zu Lynar, 49. Jns.-Brig. (1. Großh. Hess.). Fürst Franz Josef zu Isenburg und Büdrngen -Birstem, Rittmeister a la suite der Armee, der Charakter als Major verliehen. Zum Kompagnie- ches ernannt unter Beförderung zum Hauptmann: der Oberlt. Freie ns ebn er im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. Ter Charakter als Major verliehen: Prinz zu Solms-Hohenfolms-Lich, Rittm. unt> Kommandeur der Leib-Eskadr. des Regts. der Gardes du Corps. Zum Batterie­chef ernannt: Hauptmann v. Wienskowski im 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61. Von der Stellung als Batteriechef ent­hoben und zu dem Stab des betr. Regts. übergetreten: Haupt­mann Becker im 2. Großh. Feldart.-Regt. Nr. 61. Zu Obcrlts. befördert: der Lt. Firm en ich im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh Hess.) Nr. 116, v. Stockhausen im 2. Großh. Hess. Feldart.-Reat. Nr. 61. Zu Lts. mit Pateitt vom 30. Jan. 1910 befördert: die Fähnriche Sümmermann im Jns.-Leib- Siegt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, v. Steiger im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. Zu Lts. be­fördert. die Fähnriche v. Reckow, Rossi, Weber im Jnf.- Regt. Großherzogin (3. Großh. Hefs.) Nr. 117. Zum Fähnrich befördert: Kleine im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118.

** TiepreußischeRote Kreuzmedaille zwei­ter Klasse wurde an Frau Lberlandesgerichtspräsident Wirk­liche Geheimerat Martha H ag ens-Frantsurt a. Main und den Privatmann Dr. Phil. Friedrich Ströbe-Karls­ruhe verliehen. Tie Rote Kreuzmedaille 3. Klaffe erhielt Frau Hauptmann Finck-Hamburg v. d. Höhe, Frau Oberpfarrer Simon-Ottweiler, Dr. med. Schwabe- Bons, Kreis Saarlouis, Bäckermeister Farber-Linnich, Eisenbahnwerlstättenpsörtner Valerius- Karthaus, Land- rat v. KrufeSt.-Goar, Sanitätsrat Dr. Blümlein- Grefrath, Kreis Kempen, Ministerialrat Weber-T'arm- stadt, Oberbahnafsistent Brück-Gießen, Schornstein- jegermcifter Kolb-Mainz und Generalleutnant z. D. Ko r - wa n-Darmstadt.

** Musikalische A bendandacht in der Stadtkirche. Tie gestern abend von Organist O. G ö r - lach zum Besten der Chorfchüler veranstaltete musikalische Abendandacht in der Stadtkirche war recht gut besucht. Ju der Gewinnung des Mitgliedes des Kur-Orchesters zu Homburg v. d. Höhe, Chr. Hüttenberger, Violin- Solist hatte Herr Görlach einen guten Griff getan. Die Vorträge wurden sämtlich musterhaft zu Gehör gebracht. Es war eine Lust, die muntere Knaben-'Sängerschar zu hören, die jedem Wink des Dirigenten zu folgen wußten. Tas schwierige Zusammenspiel der Orgel und Violine wurde in jeder Weise sehr gut erledigt. Sanft wußte der Organist sich seinem Partner anzupassen und ebenso bestimmt, trat er hervor in Stellen, wo die Orgel zur Geltung kommen mußte. Es war kein Suchen nach Ausgleich; man batte, das Gefühl, als ob die beiden Vortragenden schon öfters zusammen gewirkt hätten. Die Violinfoli wurden mtt vol­lendeter Bravour vorgetragen. Das Abendlied von Th. Nachiez, con sorüini gespielt, war von überwältigender Eleganz. Der Künstler verfügt, außer einer vollendeten .Technik, über eine vorzügliche Vortragsweise. Die Töne, die er seinem Instrument zu entlocken verstand, waren entzückend. Ein oantbares Publikum lauschte andächtig dem Gebotenen.

** Konzert beS Kronbauerquartetts. Für das aut 4. Februar statt findende Wohltätigkeitskonzert des Kronbauer- schen Quartettvereins ist als Baritonist der Konzertsänger Mül­ler aus Frankfurt a. M. gewonnen worden, dessen, gediegenes Können schon öfters hier die größte Würdigung fand. Neben ihm wird dem Auftreten die Bayer. Hofopernsänger en Frau Marie Burk-Berger ganz besonderes. Jntereße entgegengebracht werden.

**Derevang. Arbeiterverein feierte gestern Kaisers Geburtstag in seinem dem Tage entsprechend geschmückten Vereins­lokal. Die Darbietungen, die nur von Mitgliedern des Vereins sowie des Gemischten Chors geboten wurden, fanden allgemeinen Beifall. Das Orchester bestand aus Schülern und Schülerinnen und einigen älteren Mitgliedern. Es wurde von Herrn Gern­hardt geleitet und leistete sehr gutes. Den Glanzpunkt deS Abends bildete die von Pfarrassistent Schorlemer gehaltene Festtede.

** Gießener Karneval. Man schreibt uns: Tas Sitzungspräsidium füp die Montag, 6. Februar, in Steins Garten stattfindende 2. Dam eil- und Herren-Sitzung (Fremdensitzungi richtet die Bitte an alle berufenen Tarnen und Herren, Chorlieder bis spätestens Donnerstag früh und Borträge bis Samstag abend in dem Vcrkehrsburcau, Seltersweg 50, Laden Wvlkengafse, einzureichen. Persönliche Anzüglichkeiten, politische oder retigiüfc Angriffe verfallen dem 9tutni[t. Tie Bundesver­waltung hat beschlossen, auch den Reinertrag des Kappen- und Lieoerverkauss der zweiten Sitzung Unterstützungsvereinen zuzu- fübren, so daß am Fastnachtsoniitag beim Zug, auch manch Armer «ich des neuesten Ereignisses in Gießen erfreuen kann, denn an diesem Tage soll die Spende verteilt werden.

Bor 50 Jahren wurde bie Strecke Burbach-Gießen der Bahn Slöln-Sießen dem Verkehr übergeben. Von den Beamten, die bet der Eröffnung der Bahn in Tienst waren, leben hetite noch Lokomotivführer a. D. König, Weichensteller Pietz in Dillenburg, Weichensteller und Bahnwärter Düren m Niederscheld und Bahnwärter Thielmann in Sechs- Helden:

Landkreis Gießen.

k. Klein-Linden, 28. Jan. Der Kriegerberein hielt seine Kaisersgeburtstagsfeier in derDeutschen Eiche" ab. Der 2. Vorsitzende Dönges beiuilltommnete die Gäste; Fräulein Dönges sprach einen hübschen Festprolog und schmückte die Kaiserbüste mit dem Lorbeerlranz. Der 1. Vorsitzende Lehrer Keil hielt als Festrede einen Vortrag überFriedrich der Grotze". Die sich anschließenden Theaterstücke, lebenden Bilder, Einzelvor- träge ufw. machten den Darstellern alle Ehre und ernteten leb­haften Beifall und wiederholte Hervorrufe. Aus Anlaß des 30. Stiftungsfestes des Vereins wurde einem Mitglied das Hassiaabzeichen für 25 jährige Mitgliedschaft überreicht. Dar­auf huldigte jung und alt dem Tanze.

Wieseck, 28. Jan. Der Kriegerverein feierte den Geburtstag unteres Kaisers in dem Saale von Adam Ziegler. Tie Feier nahm einen recht schönen Verlauf, wenn auch der Besuch zu wünschen übrig ließ. Präsident Vogel feierte unseren Kaiser als Friedensheld, der erst im verstossenen Jahr gelegentlich der Marotkowirren gezeigt habe, daß sein höchstes Ziel bie Erhaltung des Friedens sei. In das ausgebrachte Kaiser- hoch stimmten die SInroeienben begeistert ein und fangen darauf die Kaiserhymne. Bahnafsistent Stephan- Nidda schilderte nun Land und Leute unserer Kolonie Südwestafrika und berichtete im

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Schutzrruppe währen) seines dreijährigen Llusenthaltes in jener Kolonie, der mit dem letzten Hereroau'stand zusammenfiel. Anwesenden lauschten den mm Teil humorvollen, mitunter auch tiefernsten Ausführungen des Redners mit Interesse und agi­tierten am Schlüsse mit lebhaftem Beifall. Nachdem die losung stattgefunden hatte, schloß sich noch für die Jugend ein Tänzchen an. Ten konzertlichen Teil hatte die Wiefecker Munk- kapelle übernommen, die ihrer .Ausgabe in tadelloser Weise ge­recht wurde.

= Alten-Buseck, 29. Jan. Silberne Hoch, zeit feiern morgen (Dienstag) Schuhmacher Phil. Vogel und dessen Ehefrau Margarete.

s. Lollar, 28. Jan. Aus der Lahn gelängt wurde heute eine männliche Leiche. Sie wurde nach der Leichenhalle gebracht, lieber die Personalien des (h> trunkenen tonnte nichts festgestellt werden, ebensowenig, ob Unglücksfall oder Verbrechen vorliegt.

-k. Lollar, 28. Jan. Heute fand im SSale des Gast­wirts Scherb die Lokalausstellung des Geflügelzucht- Vereins Lollar statt. Tie Ausstellung zeigte nur gute Tiere und es erhielten Preise: Für Hühner bat Sieger^Lhrcnpreis Kari Junker, für Tauben den Sieger-Ehrenpreis Hch. Schneider^Gießrn: lernet: erhielten Preise in Kl. 1, Plymouth Rocks gesperöerte, Ä. Junker den 4., Heinr. Fuchs Ehrenpreis uno 3., Robert Schön. 4. Preis, weiße, Georg Seipp 3. Pr. in Klasse 2 Orpington gtie: Heinrich stiohröach IV. 3. Pr. Klasse 3 Wyanvolles, wcitz:, Heinr. Schadeck VII. 3. u. 4. Pr., Otto Huhn Ehren-, 2. uno 4. Pr. ui rck:huhnfarbigen, Karl Geißler 1. und 3. Preis in gold, Lehrer' Schmidt-Kefselbach 2. Preis in schwarz. Karl Stark-Krosdorf Ehren­preis inColumbia", Hch. Kaietsch 3. Preis, Klasse 5, Minorüi. schwarze, Hch. Seipp VIII. 1. und 3. Preis, Hck. >speier-Wißmar 2. und 3. Preis, Johs. Klingelhöser 4. Preis in Klasse 6. Jta- liener, rebhutznsarbige, Hch. Rohrbach 3., 2. und 4. Preis, Karl Junker den Sieger- und Ehrenpreis, K. Geißler III. 4. Preis, Hch. Schwarz 2., 3. u. 4. Preis, Karl Ger lach 4. Preis, ftricbitq Riehm 4. Preis, L. Hofmann V. 4. Preis, H. Schmidt, Lehrer, Kesselbach 3. Preis. Klasse 7, Italiener, gelbe, Ph. Ludwig Sewv 2 4. und 3. Preis, Karl Zimmermann 2. Preis; in Klasse 8, Italiener, gesperderte, Hch. Rohrbach IV. 3. Preis, schwarz Justus Frank 1. Preis, silberhalsige Eduard Frank 3. Preis. Lklasse 9, Rhade, rote, Islands Robert Schön-Ruttershausen 3. Preis. Klasse 10, Hamburger, schwarze, Konrad Lederer 3. Preis. Kl. 11, Zwerghühnchen, Bantam, schwarze Karl Junker 4. Preis, Hck. fjudjy 3. Preis, Karl Fuchs 2. Preis, Wckh. Wömer 4. Preis. Abteilung 2: Enten, Klasse 12, Indische Lausenten, red Huhn- farbige Otto Huhn 1. Preis. Abteilung 3: Tauben, Tümmler, schwarze, Hochflicger Hch. Schneider, Gießen 3. Preis. Klasse 14: Kröpfer, weiße Hch. Schwarz 3. Preis, weiße Brünner Hck. Schneider Sieger-Ehrenpreis, 4. und 3. Preis, rote Englische Hch Schneider 1. Preis. Klasse 15: Brieftauben Hch Kaletsch 4., Wilh. Wörner 4., Otto Müller 4., Otto Huhn 2. und 3., Hch. Schadeck 2. und 4., Hch Schwarz 1., Wilh. Wörner 2. und 3., Otto Müller 3. Preis. Abteilung 4, Klasse 16: Santmclllafse für Hühner u 1,3 schw. Minorka Hch. Seipp VIIL 3. Preis, schm. Italiener Justus Frank 3. Preis, Hch. Schadeck VII. 3. Preis, rebhuhnfarbige Italiener Otto Müller 2. Preis, Karl Frank Ehrenpreis.

R. Ovenhausen, 26. Jan. Eine schöne Kai fers- geburtdtagdfeier veranstaltete der hiesige Krieger - und Gesangverein in dem Saale des H. Helling. Nack-dem dir Lehrer Ziegler und Schmidt von Kesselbach die Feier mit einem vierhändigen Klavierspiel eröffnet hatten, hielt der Vorsitzende Weber eine dem Tag entsprechende Festrede, endend mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. NachdemHeil dir im Siegerkranz" verklungen, fang der Gesangverein den Chor Mein Vaterland, wach auf". Hierauf hielt Verbandsredner Keil von Klein-Linden einen Vortrag über die Fremdenlegion, welcher mit großem Beifall ausgenommen wurde. Der Vorsitzende dankte dem Redner und forderte die Jugend auf, nachdem er einen Vergleich gezogen zwifck)en dem stolzen deutschen Soldaten und dem Fremdenlegionär, dem Vaterlande treu au bleiben. Herr Keil sprach sodann noch über Friedrich den Großen. Nun wech­selten verschiedene von vaterländischem Geiste getragene Lieder des Gesangvereins mit Ansprachen, Klaviervorträgen und Volks­liedern. Lehrer Ziegler brachte den Toast auf unseren Groß- Herzog aus. In heiterer, fröhlicher Stimmung blieben die Mit­glieder versammelt, bis der eigentliche Kaifersgeburtstag, der 27, Januar, angebrochen war.

Kreis Büdingen.

X Nidda, 27. Jan. Kaisers Geburtstag wurde gestern nachmittag in der Höheren Bürger­schule mit Gesang und Deklamation gefeiert. Den Mit­telpunkt der Feier bildete die Festrede des Lehramtsassessors Becker. Er sprach über Friedrich den Großen, und zwar über sein landesväterliches Wirken nach Beendigung des siebenjähriaen Krieges. Die eindrucksvolle Rede schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Am Abend sand in Krafts Saalbau ein sehr stark besuchter FeftkommerS statt, den das Kaiserorchefter und der Gesangverein Sängerkranz durch ihre Vorträae verschönten. Nach der Begrüßung durch Oberamtsrichter Röm Held hielt Oberst z. D. Wei­mer die Festrede, die von ernstem patriotischem (Seift durchweht war. Anknüpfend an die Verdienste Friedrichs des Großen, zeigte er, wie auf diesem Grund das Reich entstanden sei mit einem deutschen Kaiser an der Spitze. Er wies auf die Feinde und Neider hin, die mit großer Macht gerüstet Deutschland Gefahr drohten, wenn nicht ein starkes Heer, wie Friedrichs Zeiten, Garantie für friedliche Entwicklung biete. In das Hoch auf den Kaiser ftimmte die ganze Versammlung begeistert ein und lieh die Nationalhymne folgen. Darbietungen des Turnvereins und eine theatralische Ausführung von Mitgliedern des Eisenbahnvereins verschönten die Feier. Der Eisenbahn­verein hält seine Kaiserseier bis Sonntag ab. Vor­gestern abend stürzte ein bejahrter Mann beim Ausgang aus einem Hause auf der Treppe ab und starb am anderen Tag.

Kreis Lauterbach.

Laut erb ach, 27. Jan. Ein eigenarttger Abschluß ein« Lebensversicherung, der ein unangenehmes gerichtliche- Nachspiel zur Folae haben wird, hat sich in einem Nachbarorte zugetragen. Ein Dortiger Einwohner hatte seinen Sohn, der an einer unheilbaren Krankheit danieder lag, vor einiger Zell in eine Lebensversicherung aufnehmen lassen, um nach decken vocaus- zusehenden baldigen Tod in den Besitz der Versicherungssumme von 20 000 Mk. zu gelangen. Tie einzige Schwierigkeit, die der Aufnahme entgegenstand, war die Beschaffung eines ein­wandfreien ärztlichen Zeugnisses, das jedoch infolge der schon weit vorgeschrittenen Krankheit des Sohnes zweifelhaft war. iün dieses Hindernis zu beseitigen, wurde ein Neffe des au Versichern­den, der in einem anderen Orte wohnte und den gleichen Namen trug, zur ärztlichen Untersuchung für den kranken Vetter be­wogen. Ta dieses ärztliche Gutachten den Anforderungen zur Aufnahme in die Versicherung entsprach, wurde der erkanfu Sohn auf Grund des einwandfreien ärztlichen Zeugnisses feind Vetters in die Verführung ausgenommen. Nach kurzer Zeit oerftarb der Versicherte und die Angehörigen machten den Anspruch der Versicherungssumme geltend. Durch das auffallend schnelle Ableben des Versicherten in Verbindung mit der angegebenen Todesursache wurde die Versicherungsbank mißtrauisch und ließ durch den zur Untersuchung herangezogenen Arzt die Sache auf* klären. Es stellte sich hierbei heraus, daß der von ihm s. Zt- Untersuchte noch srifch und gesund war und den wahren Sack' verhalt einräumte. Tie Angelcgenhett ist bereits, der Staat-- anwattschast übergeben.

Kreis Schotten.

O Laubach, 28. Jan. 5Zm Saale ,Lmn Schützenhof" fand gestern abend unter zahlreicher Beteiligung eine allgemeine

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