über die wirtschaftlichen Verhältnisse und die daraus für die Staatsfinanzen sich ergebende ungünstiae Lage der Finan^russchuß der Ersten Kammer betont hätte, daß nach dem Ergebnis der Steuerveranlagung -u solcher Beurteilung feine Veranlassung vorliege und daß man die aus der Monopolstellung der Staatseisenbahnen sich erbenden Vorteile nicht unterschätzen dürfe.
Es wird dann in dem Bericht aus die günstige Entwicklung der Gemeinschaftseinnahmen hingewiesen, die nur in den Jahrei 1901 und 1908 kleinere Unterbrechungen erfahren haben. Sei. dem Jahre 1908 sind die Einnahmen besonders stark gestiegen, ! wahrend der Betriebskoeffizient gleichseitig nicht unerheblich zurück - Sing. Neben dem Zuwachs der Steuereinnahmen ist es den Überschüssen, welche Hessen aus der Gemeinschaft anteilmäßig empfing, zu danken, wenn die Rechnung des Jahres 1910 so überaus günstig abschloß, daß nicht nur in den Etat 1912 ein Ueberschuß von 2 103 487,23 Mark überführt, sondern auch der Ausg.leichsfonds noch mit 496 627,50 Mark dotiert werden kann. Tie von der Ersten ftantmcr in Aussicht genommene Steuererhöhung von 10 Prozent war also nach dem endgültige:, Ergebnis noch zu hoch gegriffen, und es wäre möglich s gewesen, mit einem noch geringeren Prozentsatz auszukommen. Diese Erfahrungen des Jahres 1910 lassen es angezeigt erscheinen, bei 'Steuererhöhungen möglich st vorsichtig zu Werke zu gehen und nur solche Steigerungen zu bewilligen, die als dauernd notwendig erkannt worden sind, denn eine Vermehrung der Staatseinnahmen führt, wie die Erfahrung zeigt, sehr selten zu Steuerermäßigungen, viel eher zu einer Steigerung der Ausgaben.
Ter Bericht weist dann auf die Ersparnis hin, die durch bad Ausgeben des Ablösungsoerhältnisses mit der Reichspostver- wallung erzielt wurden. Auf diesem Gebiete ist eine Ersparnis !von über 80 000 Mark erzielt worden. Es wird der Wunsch ausgesprochen, daß es der Vereinsachungskommission gelingen möge, auch weiterhin Vorschläge zu machen, die dauernd das Budget günstig beeinflussen.
Als eine besonders wichtige Ausgabe bezeichnet es der Bericht, 'bei Vermehrung der Staatsschuld für nichtwerbende Zwecke Einhalt zu gebieten. Ter Bericht schließt mit einem Hinweis auf Die Besolbungsorbnung, in dem es heißt: ,^Jn dem Hauptvoranschlag sind in Kapitel 40 (Lehrerseminarien, pädagogischer Kursus und Präparandenanstalten) und 53 (Aerztlicher Tieusl) Aenderungen an dem Tarif der Beamtenbesoldungsordnung vorgenommen worben, inbem einzelne Beamtengruppen in andere Klassen einrangiert wurden. Ter Tarif bildet einen Bestandteil des Gesetzes über die Besolbungsorbnung unb kann deshalb nur durch Gesetz abgeändert werden. Auch der Herr Staats Minister hat in der gemeinschaftlichen Sitzung hierauf aufmerksam gemacht und in dankenswerter Weise die Bereitwilligkeit der Großh. Regierung erklärt, wenn es seitens der Ersten Kammer gewünscht würde, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Der Ausschuß hat demgemäß Großh. Regierung ersucht, eine solche Vorlage den Ständen zugehen zu lassen, und diesem Ersuchen wurde entsprochen."
Erotzseuer aus dem windhos.
Gießen, 25. März.
Heute nacht wurde der „Windhos" ein Raub der Flarn- men, nachdem noch am Nachmittag ein Gießener Verein eine Veranstaltung dort hatte. Außer den massiven Umfassungsmauern ist nur noch der untere Stock von dem stattlichen Bau erhalten und das Feuer ist auch heute vormittag 9 Uhr noch nicht ganz erloschen gewesen. Mr erhielten über den Brand solgcnde Mitteilungen:
Heuchelheim, 25. März. Heute nacht gegen 3Uhr entstand Feuer auf dem Windhos. Das Gebäude ,brannte bis auf die Mauern nieder. Die Bewohner Konnten noch rechtzeitig das Haus verlassen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt. Von einiger Entfernung aus bot das brennende Gebäude ein interessantes 'Schauspiel mit herrlichem Lichtefsekt.
Von anderer Seite erfahren wir: Das Feuer wurde von einem Bediensteten der Kinzenbacher Mühle bemerkt, der etwa um 2 Uhr von Heuchelheim nach Hause aing. Es brannte im oberen Saal. Der Mann wollte dre Leute wecken; da er aber nicht wußte, wo die Wohnung war, holte er einen in der Nähe wohnenden Brauer, mit dessen Hilfe es gelang, die Bewohner zu wecken, so daß sie sich retten konnten. Im anderen Fall wären die Insassen vielleicht erstickt.
Das Feuer sprang vom großen Saal auf den Turm .über, dessen oberer Teil umgcstürzt ist. Der Dachstuhl ist voll- fländig zerstört und der Saal ausgebrannt. Bloß die unter Dem Saal befindlichen Wirtschaftsräume scheinen unbeschädigt zu sein. Die erste Hilfe brachten die in der Nachbarschaft wohnenden Leute, bis die Feuerwehr von Heuchelheim auf der Brandstelle eintraf und zu retten suchte, was zu retten war. Heute vormittag 9 Uhr war das Feuer noch nicht ganz gelöscht. Ueber die Entstehungsursache des Bran- tdes ist nock) nickts bekannt. Der Schaden ist beträchtlich und lein größerer Teil der verbrannten Gegenstände ist nicht versichert gewesen.
-gelungene Operationen, die in der französischen Aerztewelt Aufsehen erregen. Es handelt sich um eine regelrechte Knoche n- überpflnnzung unb zwar um einen einschneidenden chirurgischen Eingriff in den Ellbogen. Die beiden Operationen liegen bereits wehr als ein Jahr zurück, und da die Patienten sich einer vortrefflichen Gesundheit erfreuen, kann an dem endgültigen Erfolge de» Wagnisses nicht mehr gezweifelt werden. Dr. Tuffier chenchtete, daß er gerufen wurde, um einen 23 jährigen jungen |Manu an! Arm zu behandeln. Das Ellbogengelenk war von lAnkYlosis, ergriffen und mußte entfernt werden, weil der ganze lArm gelähmt war. Dr. Tufficr uMernahm den Versuch, die | beseitigten Ellbogenknochen durch Knoche Mecke eines anderen Pmien- tcn zu ersetzen und benutzte dabei die Fußknochen einer Kranken, Iber der Fuß amputiert worden war. Die radiographischen Auf- ^nahmen, die der Chirurg jetzt der Akademie vorlegen tonnte, zeigen, daß diese eingesetzten frentben Knochen vortrefflich eingekeilt sind: nach dreizehnmonMlichcr Behandlung ist der Pattenr .beute imstande, seinen Arm zu gebrauchen. Der zwecke Fall bezieht sich aus einen 21 jährigen Patienten, beffdt Ellbogen durch Tuberkulose zerstört worden war. In diesem Falle übertrug der Chirurg die Knorpel aus dem Sein eines anderen Patienten, der fünf Tage früher operiert worden war. Auch diese lieber* tragung der fünf Tage konservierten Knochenteile gelang vollkommen. Die Operation liegt jetzt vierzehn Monate zurück und ba Patient kann ebenfalls beute seinen Arm wieder gebrauchen. ,, -7 Kurze Nachrichten aus Kunst und Wfien- schäft. Die letzt abgeschlossen vorliegende Zählung der Stolze- iscbreyschen Kurzschriftgemeinschaft für das Jahr 1910/11 ergibt 1907 Vereine mit 75 671 Mitgliedern unb 122 756 Personen (8278 mehr als im Jahre vorher), bie im Zähljahre um errichtet worden sind. — Der Berliner Zentralverband zur Bekämpfung des Al ko Holismus (E. V.) veranstaltet vom 9.—13. Aprck 1912 wissenschaftliche Vorlesungen zum Studium des Al ko Holismus in der Universität zu Berlin. — Die Jnfer- I nationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 hat einen lReingewinnvon einer Million Mark ergeben. Der Ueberschuß [fall nach einer den Stadtverordneten von 'Gelxnmim Lingne zu- Sien Denkschrift zu den auf 3 594 000 'Mark veranschlagten n des Hygiene-Museums in Dresden verwendet werden, ndc Summe von 2^, Mcklwncn Mark soll von der Staate '.regierung erbeten werden. — In Badn-Baden fand am Samstag nachmittag die feierliche Eröffnung der ständigen Kunstausstellung in Auwesenheck einer zahlreichen Kunille Schaft und ,gefabelter Mste statt. —
Au» Statt und CanO*
Gießen, 25. März 1912.
** Landesuniversität. Ter Assistent Dr. M i l - ler hat den Ruf nach Kiel abgelehnt.
*' In Audienz empfangen wurden vom Groß- Herzog am SamStag u. a. Forstmeister BuS von Grebenau, Finanzamtmann Schnupp von Gießen und Oberlehrer Dr. Collin von Gießen.
** Das Tenkmalarchiv für Hessen in Darmstadt ist nach der neuen Benutzungsordnung Montags und Donnerstags von 3—6 Uhr, zu anberen Zeiten nur in besonderen Fällen unb nach Vereinbarung geöffnet. Vor Benutzung der Sammlung tragen sich die Besucher in bie aufliegende Liste ein und verständigen den Vorstand vom Zweck und voraussichtlichen Umfang ihrer Arbeiten im Archiv. Die Beamten des Archivs sind zu jeber arbeitförbernben Auskunft bereit. Zeichnungen, Photogramme usw. werben dem Besucher von den Beamten vorgelegt. Die aus der Handbibliothek gewünschten Werke können von den Besuchern selbst entnommen, dürfen aber nach Benutzung von ihnen nicht wieder eingestellt werden. Zu zeichnerischen Arbeiten ist in jedem Falle bie besondere Zustimmung des Vorilandes erforderlich. Das Archiv übernimmt auf schriftlichen Antrag bie Besorgung von Vervielfältigungen der vorhandenen Sammlungsgegenstände (Umdrucke, photographische Abzüge unb dergleichen) auf Kosten der Antragsteller. Aus den Archivräumen heraus wirb nur an Behörden unb zum behördlichen Gebrauch verliehen. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Ministeriums des Innern. Veröffentlichungen aus den Sammlungen des Denkmalarchivs können — unbeschadet der nach den reichsgesetzlichen Vorschriften über das Urheberrecht etwa einzuholenden besonderen Genehmigungen — nur mit Erlaubnis des Vorstandes geschehen. Von jeder Veröffentlichung ist dem Archiv ein Beleg zu überweisen. Von dieser Bestimmung ausgenommen sind alle wissenschaftlichen Veröffentlichungen, bie im Auftrage des Ministeriums bes Innern erfolgen. Bei jeber Benutzung ber Sammlungsbestände ist unbedingte Schonung selbswerständlich. Für Beschädigungen haftet ber Benutzer.
— Vom Kolosseum roirö uns geschrieben, baß von heute ab eine große Umwandlung dort oorgenomnien wird. Die Preise der Plätze werden nach englischem System, also sehr billig, eingerichtet, so daß der stärkere Besuch dazu beitragen muß, die Kosten der Unterhaltung zu bestreiten. (Siehe Anzeige.)
-Gestohlen wurde im Laufe der vorigen Woche aus einer Scheuer am Leihgesterner Weg ein großer kupferner Waschkessel. Vor Ankauf wird gewarnt.
•• Sonderbarer Schwärmer. Gestern morgen gegen 10 Uhr sprang ein angetrunkener junger Mann in dec Löbec- straße in die Wieseck und landete am anderen User. Die Polizei nahm sich seiner an und ließ ihn mittelst Droschke nach seiner Wohnung bringen. Gegen den Rausch zeigte das Bad keine größere Wirkung.
— Messerstecherei. In der Nacht auf Sonntag ent- stand in der Marktstraße eine Schlägerei, wobei das Mester eine Rolle spielte. Ein Kutscher erhielt einen Stich, der die Lunge verletzte, so daß seine Verbringung in die Klinik veranlaßt werden mußte. Ein anderer erhielt einen Stich in den Kopf.
** Pferbemarkt. In der Prämiierungsliste sind einige Ungenauigteiten enthalten. ES erhielt den 3. Preis bei der Klasse 5, schwere Arbeitsschläge, Simon Kaufmamr-NieberWeisel. Bei der Abteilung 12, Zuchtstuten, erhielten die beiden ersterwähnten Preise Otto Gg. Walther-Langd für eine Rapp- sücke und Gg. Dietrich-Langd für eine braune Stute.
Kreis Büdingen.
---- Dauernh eirn, 22. Marz. Heute nachmittag gegen V,2 Uhr brannte die mit Stroh reichlich gefüllte Scheuer des Landwirtes Karl Pfannstiel gänzlich nieder. Die telephonisch beorderte Wehr von Ranstadt konnte wieder zurückbestellt werden, da die hiesige Wehr, unterstützt von der Wasserleitung, das Feuer auf feinen Herd beschränken konnte.
KreiS Lauterbach.
~ Ilbeshausen, 24. März. Das seit etwa Jahresfrist im Gange befindliche Projekt über Errichtung einer Privat- Resorm-Schulechei Hochwaldhausen scheint jetzt seiner Ver- wirllichung entgegen zu gehen. Dem Vernehmen nach ist bie Genehmigung hierzu von der Oberschulbehörde bereits erfolgt und die Erbauung der Schule als sicher anzunehmen. Die „Erziehungsschule Hochwaldhaufeu (Freie Schulgemeinde)", jmc die Anstalt später bezeichnet werden soll, ist als sechsstusige Refarmanstalt gedacht, bie sich allmählich zur Vollanstall mit 9 Klassen (Sstta. bis Oberprima) entwickeln unb eine Vorschule erhalten soll. Die Aufnahme der Kinder geschieht vom 7. .Lebensjahre ab für Knaben und Mädchen. Die Zöglinge werden zur Ablegung ber staatlichen Prüfungen vorbereitet unb -war für das Einjährigen-Examen einer Real- bezw. Ober-Realschule unb für bie Reifeprüfung an einem Realgymnasium bezw. einer Ober-Realschule. Das Gelände, auf dem die Anstalt zu stehen kommt, liegt über 500 Meter Hohe am östlichen Abhang des Hoherodstopses und etwa 25 Minuten vom Bahnhof Jllies- baufen entfernt. Inmitten prächtiger Buchen Waldungen werden Sportplätze jeglicher .Art angelegt werden, um auch körperliche Hebungen im Freien pflegen zu können. Der Vogelsberg erhält durch das neue Unternehmen eine wesentliche Forderung des Verkehrs.
Kreis Friedberg.
Lu Friedberg, 34. März. Heute nachmittag fand im großen Saale des Hotel Trapp das 4. und letzte Konzert des hiesigen MuslkoereinS (gemischter Chor) statt. Aufgeführt wurde ,Sam s on*. Saal und Nebensaal waren biß auf den letzten Platz besetzt. Die Solisten leisteten Vor- züglicheS. Der Chor unter Fritz UsingerS Leitung stand auf der Höhe der Zeit. DaS aus der ganzen Wetterau herbei- geströmte Publikum spendete reichen Beifall. Nach dem Konzert sand ein Esten statt.
Starkenburg und Rheiuhesten.
rm. Darmstadt, 23. Mörz. Tie auf dem Truppenübungsplatz Griesheim zusammengezogene 220 Mann starke Offizier-- Aspiranten-Kompagnie machte am Freitag früh eine achtstündige Marschübung nach dem Messeler Schießplatz, wo ein Scharfschießen mit Gefecht statt fand. Sämtliche Unteroffiziere gehen am Mittwoch wieder zur Fotts^ung ihrer achtwöchenllichen Uebung wieder -u ihren Regimentern zurück. — 207 Reserveoffiziere auS dem 18. Armeekorps sind gestern zu einer vierwöchenllichen Uebung unter Oberstleutnant Krehenberg auf dem Uebungsvlatz eingetroffen. Für die Hebungen steht eine Kompagnie bes Infanterie-Regiments Nr. 80 aus Wiesbaden zur Verfügung.
Kreis Wetzlar.
---- Fellingshausen, 24. März. Großes Jntereste bringen die Gemeinden am DünSberg der geplanten Hinterland-Bahn entgegen. Tie für Samstag abend einberufene Versammlung war trotz der ungünstig gewählten Stunde von nahezu 100 Personen besucht. Gleich starke Versammlungen folgten heute in Crumbach und Frankenbach. Auch im nahen VerStal wird die Bahnfrage lebhaft erörtert; überall wünjcht man den Anschluß an Gießen.
Lrrftjchijsahrt.
Paris, 24. März. Tie Sammlung für das Militärflugwesen hat heule den Betrag von 2 'Millionen überschritten.
Hessen-Nassau.
0 Marburg, 23. März. Heute fand unter dem Vorsitz des Landrats von Löwenstein eine Sitzung deS Kreistags statt. Ter Kreishaushalt für 1912 wurde auf 524 771 Mark festgesetzt. Ein Antrag, die vor einigen Jal)ren vom Kreise eingerichtete Wanderhaushaltungsschule, für deren Inanspruchnahme sich in diesem Jahre trotz wiederholter Aufforderung nur eine Gemeinde gemeldet hat, ein Jahr ruhen zu lafsen, fand Annahme. Tie freigewordene Lehrerinstelle soll vorläufig nicht wieder besetzt werden. Es wurde angeregt, eine gemeinsame Hrrushaltungsschule für die Kreise Marburg und Kirchhain einzurichten. Bei der Beratung des Voranschlags der K.reisbayn, der mit 87 700 Mark Betri.bs.innahmen und 80 485 M.. Bet.ittS2ug.ben abschließt, wurde diese als ein Schmerzenskind für den Kreis bezeichnet und ein Verkauf der Bahn fürs beste gehalten. Für Verzinsung und Amortisierung des Anlagclapitals sind in diesem Jahre allein wieder 4o 172 Mk. durch Kreis steuern zu decken. — Der heute in der Aula der Töchterschule abgehaltenen Schlußprüfung der Landw. Winter sch ule wohnten etwa 200 Landwirte bei. D ic unter der Leitung deS Oetonomierats Direktor Dr. Hesse stehende Anstalt hatte ir diesem Semester die vorher noch nicht erreichte Zahl vor 69 Schülern.
Kleine Lageschronit.
In Petersburg Tburbe der Nesse des russischen Ber- kehrsministers, der Erbauer der mittleren Teilst-cke der Amurbahn, Ingenieur Trogubow, wegen Unterschlagung verhaftet.
Das aus 52 Gebäuden bestehende Dorf Saloenoch (Schweiz) ist ein Raub der Flammen geworden. 42 Familien sind obdachlos. Die Gebäude waren nicht versichert.
Bei Bradford (Grafschaft Jork) wurden 10 Knabe n in einer Lehmgrube verschüttet. Sie suchten nach Kohlen. Einer wurde getötet, neun schwer verletzt.
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Eingesandt.
Gießen. Mit gelindem Erstaunen hott man, der Platz vor dem Neuen Schloß solle gegen bie Senckenberg ft r aß e durch eine 1,40 M eter hohe Mauer abgeschlossen werden, und sieht auch schon bte Vorbereitungen dazu an Ott und Stelle im Gange. Der Platz soll ja boch wohl eine Art Schmuckplatz werden mit gärtnerischen Anlagen unb dergleichen. Schön! Warum bann eine Mauer davor, die ben Einblick jedenfalls bchemnck? Und wenn nun einmal ein Abschluß wünschenswert sein sollte (löauun eigciuhdj?), weshalb bann nicht ein niedriges GrmrbmLucrchen, worauf ein weites Ersengur er ftünbe? Man hat doch genug an der einen verhunzten Senckm- bergstraße, in der man zwischen hohen Z regel mauern wandelt, hinter deren unsichtbar bie schönsten botanischen Gärten steheu An einer kürzeren Stelle ist eine Lücke gelassen, wo man durch ein Güter vorübergehend schön hineinsehen kann, damck man recht auf den Gedanken gestoßen wird, daß es so eigemlich im Laufe der glur-cn, prachtvoll gelegenen Straße sein sollte.
Die Mehrtosten eines durchlaufenden Elsenzauns hätte man damals wahrlich nicht scheuen sollen, und nun will man ebenso auch die Aussicht aus den Platz behindern? Denn eine so hohe Mauer, wie geplant, hindett Heinere Saite schon genug und kann auch im ganzen nur unschön wirken.
Sollte bas nicht noch zu ändern sein? H.
Hantel.
X. Gewerkschaft Gießener Sraun ft einberg» werke tiorm. Bernie. Der in der Gewerkenversammlung am 16. März durch den Grubenvorstanb unb bie Direktion erstattete Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr liegt jetzt im Truck vor. Er stellt fest, daß Ende Februar b. I eine langsame Besserung ber wirtschaftlichen Lage eingetreten sei unb die gute Konjunktur Anfang März auf ber Höhe war. Die Entwicklung sei burch den jetzt abflauenben Kohlen streik unterbrochen worben. Es ließe sich nicht sagen, daß nach Beendigung des Streiks bie wirtschaftliche Lage ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen wird, wahrscheinlich aber sei es. Der Absatz der Erze ber Gewerkschaft ging im Berichtsjahr ohne Störung vor sich unb überflieg den Verfanb von 1910 um 20 Prozent. Da 1911 nur 8 Proz. mehr gefordert wurden als im Jahre vorher, so ergab sich eine Verminderung der Vorräte des Werkes um etwa 40 Proz. Im letzten Jahre waren im betrieb die Tagebaue 1, 2, 3 unb 8 westlich, 9, 10, 16, 16 a, 18, 21 sowie ber neu eröffnete 22 unb bie unterirbischen Betriebe. Der Betrieb 9 würbe tm Sommer aufgegeben, da er erschöpft ist. Wie im Vorjahr, konnte auch im abgelaufenen Jahr bie Belegschaft die normalen Attests- schichte.: verfahren, zeitweise, besonders im unterirdischen Betriebe unb am Verladewerk mußte mit Ueberstunden gearbeitet werden. Beschäftigt waren im Durchschnitt 547 Mann (508 in 1010-, von denen 151164 Tagewerke zu 10 Stunden geleistet wurden. Hiervon entfallen auf die eigentlichen Hauer in den Gruben 94 968 Tagewerke, während der Rest auf das Verladewcrk, die Werkstätten, die Agglomerieranlage, daS Fuhrwerk usw. entfällt Da bie Gruben im laufenden Jahre jedenfalls einen außergewöhnlichen Versand haben werden, wurde 1911 im Tagebau verstärkt abgeräumt unb der Tagebau 22 in Betrieb genommen. Diese außergewöhnlichen Vorrichtungsarbeiten erforderten erbeb- liebe Mittel, die vorn betrieb getragen wurden, womit der geringere Ueberschuß des Werkes gegenüber dem Vorjahr erklärlich wird. In der Agglomerieranlage wurden 1911 nur 12 654 Tonnen Agglomerat hergeftellt Die Aufschlußarbeiten wurden fortgesetzt und ergaben zum Tell überraschend gute Ergebnisse. Ter Grubenvorstand bemerkt in dem .Bericht: Wenn auch die Nachfrage nach Manaanerzen ltthaft geworden ist, so Haden doch die Preise dafür sich noch nicht im gleichen Verhältnis gebe sett: die ausländische Konkurrenz ist außerordenllich stark, unb eS bedarf der größten Umsicht der Abnehmerin der Eisenerzgesell chast in Frankfurt a. M. und der Verwaltung des Bergwerks, um die Produktion zu guten Preisen unterzubringen. Nach wie vor gereicht das Vertragsverhältnis mit der Eisenerzgesellschaft der Gewerkschaft zum Votteil und zur Sicherheit bes Betritts.
WetterauSstcbten in Hessen für Dienstag, den 26. März 1912: Wolkig, bud? meist trocken, müb.
setzte Uacbricbten.
bs. Darmstadt, 25. März. Heute früh fand eine außerordentliche Sitzung der drei Minister statt, die fÄ bis nach 12 Uhr hinzog. Wie verlaufet, handell eS sich um die letzten Beratungen über die Besoldungsvorlage.
MotorWfr£en Fahrräder
----iMmwrY—7--
Preisliste.
Man verfange
Antomohüvertreter: Wilh. Hamel Gteflen, Bleichste. 7 s5
Rüsselsheim^M-


