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27.1.1912 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

162. Jahrgang

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tr1d)rtnl tl-Nch mti Außnabme bei Sonntag».

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otermal roödienthd) beig*legi. bal

,KrcUblan für ben Kreis Otetze«' »rvennat

baucd besondere Vorfidrsmaßregeln, roic Absenkung des Grund-

duinstcin durck Erhöhung der neuen Stauanlage bei Cramberg

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Dieser Entwurf wurde 1897 vorgelegt: es ergab sich : technisch und finanziell un-

änbert beibehalten werden kann. Nur bei der Sdtfcufe Runkel soll wegen der beschränkten Platzverhältnisse und wegen der Hock- wasserabsührung ein neues Oberhaupt angebaut roerben. -tic neuen Häupter sollen 6 Meter breit werden und 2,3 Meter Drcmpeltiefc erhalten, um die Eimchdrl möglrchlt zu erleichtern. Der Uebcrgang zu den geringeren Mas.cn von 5,34 Meter Brette und 1,8 Meter Tiefe der alten Sästeuse erfolgt allmählich. -ite Bcrlängerung der Sdüeuscn wird keine besondere Schwierigkeiten machen Mehr Kopfzerbrechen verursacht die Herstellung der er* forbcrlidxn Mindesttiese, von 1,8 Meter. Es stellen und hierfür ucrfa.iet.cne Mittel zur Verfügung. Dir können nämlich entweder die Sohle der Schleuse vertiefe.!, indem wir die obersten schichten abarbci.cn oder wir können die Stauspicgel durch Erhöhung der alten Wehre oder durch Einbau von neuen Staultusen ampaunen. Beide Mittel sind verwandt worden. Die Abarbeitung der «ohle kann nur in Frage kommen, wenn die Sohle nurjoemg zu hoch liegt, weil sonst bei der bei der Abarbeitung der oobic natürlich eintretenden Schwächung ein Sohlonaufbruch durch das^ Grund- wasser zu befurch cn ist. Die auf KieS gegründeten schleusen Naunheim, Altenberg und Hollerich sollen auf die e Art die

Samstag, 27. Januar M2

VUftationibrud und 8n1ag bet vt ü blichen Untpctfuäli * Bach- und SiemörudettL

91 Leng«, Gießen.

«öchepttich. DieLandwirtschaftliche» Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal.

ReMftUn. Expedition und Trurfertt: Bdml» ftraße 7 Expedttion and öerlaq 61- 9Uaaftunte<B112. Tel.-Ad^AazeigerGießen.

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Siehener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für ©berljeflen

Maschen. Daß unter diesen Umständen dec ganze Verkehr aus Di- sichere Eisenbahn überging, kann nicht wunder nehmen.

Von den Inlercfscnten wurde jedoch dauernd der W u n s ch nach Siner leistungsfähigen Wasserstraße geäußert. Da- tr wurde 1875 von dem ReZierungs- und Baurat Cuno ein ltvurs für den Ausbau der Matfälifierung der Lahn für Ruhr- klhie von 200 Tonnen ausgestellt. Es sollten die bestehenden Ztciiscn ucrlänncrt und durch Abschroten verbreitert werden; gvt Herstellung der nötigen Wassertiese war der Einbau einer gto'icti Anzahl neuer Staustufen und verschiedene Wehrerhöhungen Want. Die ermittelten Stuften beliefen sich auf 8l,i Millionen jfcorf Von dem Eunoschen Entwurf tarnen nur einzelne Wehr- echhiingen und 1882 die neue Staustufe bei Kalkofen zur Aus- Kung.

I nzwifchen hatten sich die Interessenten zu einem Verein, dem i«tj n l a n a l 0 e r e i n , zusammengeschlossen, der 1894 von einer Baliner Firma einen Kanalisierungsentwurf für ein 600 Tonnen- Ei'i (60 Meter lang, 8 Meter breit und 1,8 Meter tiefgehend'' itihcllen ließ, der mit einer Kostensumme von 31 Millionen Mk. fcilüft. *-k- 100,7 ..........* ;--r-

Itcii bei näherer Prüfung, daß er

und 215 n. Ehr. enthält, darunter, leider nur teilweise erhalten,- Oie berühmte Eonstitutio 21 n t lonina, ein Erlaß des ge­nannten Kaisers, durch den das römische Bürgerrecht an große Teile der Provinzial-Bevölkerung des Reiches verliehen wurde. Seltsamerweise fehlt dieses Edikt in den uns erhaltenen römischen Rechtsquellen und ist durch diesen Fund zum erstenmal, wenigstens in griednscher Uebersetzung, bekannt geworden. Der zweite Erlaß stellt einen Ergänzungserlaß (Novelle) vom 11. Juli 212 dar zu Dem allgemeinen Amnestieerlaß, den derselbe Kaiser im Februav 212 nach der Ermordung seines Bruders Geta gegeben hatte. Er ist schon teilweise in der lateinischen Originalfassung durch zwei Stellen des justinianischen Corpus uns bekannt. Ganz neu Dagegen ist wieder der brüte Erlaß in Form eines KaiserbrieseZ an beit Vizekönig von Aegypten; er befiehlt die Ausweisung^aller Aegypter aus Alexandrien zur Zeit des Aufstandes in der Stadt vorn Jahre 215. Von der Ausweisung werden ausgenommen die Angehörigen der für die Lobensmittel- und die sonstige Versorgung der Stadt unentbehrlichen Zünfte der Schweinehändler, der Nil­schiffer rbic das Korn nach Alexandrien bringen), endlich der Zunft, Die diejenigen Leute umfaßt, denen die Beschaffung von Rohr zum Heizen der städtischen Bäder (Thermen ) obliegt. Weiter wird ein kürzerer Aufenthalt denjenigen gestattet, die Opfertiere zum Sarapisfest oder zu anderen Festtagen in die Stadt bringen, nutz " dem den Vergnügungsreisenden, die sich die GroßNadt einmal anfcljen wollen und solchen, die sich städtische Lebensformen anzu- eignen wünschen, endlich den in vorübergehenden Geschäften (Amts- geschäften, Privatangelegenheiten, Prozessen) dorthin Kommenden. Um den Besitz dieses herrlichen Stücks, das mit anderen im Mu­seum von jetzt ab in einer guten Reproduktion mit erklärendem! Text demnächst ausgestellt werden soll, wird die Sammlung von mancher der großen Sammlungen in den europäischen Großstädten

«isiwrf -m W1? LU

Hadrians im Jahre 117 n. Ehr. durch Opfer, Volksfest und sportliche Aufführungen im Gymnasium von Heptakomia auf_Sb)|ten Des genannten Landrats, Padstangebote armer Bauern aus Staats-- land auf Grund eines Gnadenerlasses desselben Kaisers, ebenfalls vom Jahre 117, ein Bermesiungsbericht über Kanalarbeiten, Steuersubjekts-Deklarationen, Bericht eines Untergebenen an den Herrn Apollonias auf Einkäufe im Basar von Koptos bezüglich, Die Beschwerdeschrift von Einwohnern eines Gaudorfes über ihren Dorsschreiber, der Fünftagebericht eines Staatsspeicherdircttors an Apollonias, ein amtliches Schreiben an denselben mit der Bitte um Lieferung der Gerste seines Gaues für die Zugtiere, wohl Kamele, die Frachten von einem fernen Steinbruch der arabischen Wüste zum Nil befördern, ein Urlaubsgesuch des Herrn Landrats an den Vizekönig von Aegypten zum Zweck der Ordnung ieinet persönlichen Angelegenheiten in seinem Heimatsgau; .durch den Aufstand dergottlosen" Juden in den Jahren 115117 n. Ehr. ist dort vieles vernachlässigt. Tiefer, Juden krieg, der am Ende Der traianischen Regierung von Palästina bis zur ^Kyrenaika ge­wütet hat, wird auch in anderen Dokumenten der Sammlung er­wähnt; so wird z. SB. auf die Nachrickü van einem Sieg über die Juden ein Tankfest für die Götter in Aussicht genommen.

Die Urkunden aus anderen Fundpllchen sind äußerst mannig­faltig, ein getreues Abbild dos täglichen Lebens jener alten Zeiten. Auch literarische Stücke fehlen nicht. An der Spitze der Publi­kation steht ein Fragment aus Xenophons Symposion, das eine alte Korruptel unserer mittelalterlichen Handschriften heilt. Von den eigentlichen Urkunden seien hervorgehaben: ein Ehevertrag vorn Jahre 173 vor Ehr., der ein 9fcoDum in dieser Urkunden­gruppe von der juEünftigen Ehefrau ausgeht, einer Maze­donierin, Olympias, die sich einen Athener mit Namen Antaivs von der zweiten ScAvadron der ptolemäischen Territorialarmee zum iVanne nimmt, ein Rechtsgesckwft zwischen zwei früheren Eheleuten, ein Kaufvertrag über Grundbesitz aus Hermupolis, Bescheinigungen über empfangenen Pachtzins bezw. Zins für Pacht einer L-elmühle, eine Bankurkuudc über Rückzahlung einet schuld aus Hermupolis, eine Gelddarlehns-Schuldsck^ein, Akten, die sich auT einen Erbstreit der ptolemäischen Epocke beziehen, der letzt durch Straßburger Urkunden eine neue Beleuchtung erhält, ein Jmmobili ir-Mietsvertrag, ein Pachtangebot aut zwei Garderobier- Stellen i) den städtischen Thermen von Oxyrhynchos, ein Micts- ungebot ait ein Magazin in einem Hausportal (Hermupolis), ein P ach tv er trag über Kloster-Rebenland aus dem 6. Jahrh. n. Ehr., Bruchstück« von Prozeßverhandlungen, Blätter aus Wirtschafts­büchern, eine Grundbesitzerliste des hermopolitischen Gaues, wie sie schon iie Florentiner Sammlung besitzt u. a.

Tas glänzendste Stück der Gieyener Sammlung aber ist die von P. 5t. Meyer als Nr. 40 publizierte große Urkunde, die Drei Erlaße des. römischen Kaisers Cavacalla aus den Jahren 212

beneidet.

Das Gießener Museum hat also immerhin noch eine kleine, aber durch eine große Zahl von hervorragenden Urkunden aus­gezeichnete Sammlung. Ihr hoher sachlicher Wert wird vor allem dadurch erwiesen, daß über ein Dutzend der bereits publizierten Urkunden in das soeben erschienene grundlegende Werk Der jungen Papyruswissenschaft, in die Chrestomathie der PapyruskundevonL. Mitteis und U. W i l k e n Aufnahm« gefunden hat.

Es ist den Herausgebern eine besondere Freude gewesen, ben ersten Band der Gießener Papyri zum Jubeltage der Firma Gail Darbringen zu können als ein Zeichen der Verehrung für den großen Sinn, der in der vielseitigen gemeinnützigen Tätigkeit ihres Chefs sich ausfpricht, und als Glückwunsch für das Haus, oas aud) im zweiten Jahrhundert seines Bestehens im gleiche« Geiste geleitet werden möge der Firma zur Ehre, der Allgemein- hell zum Nutzen! Ernst Kornemann, Tübrngeu.

Kugenb durchgearbeitet war.

Um ben Interessenten entgegen zu kommen und um eine Art Ci mbSflrcde zu schassen, wurde in den Jahren 1905 bis 1907 br Streife von Der Mündung bis Ems so verbessert, daß sie jetzt ircpfit für 180 Tonnen-Schisfe fahrbar ist. Die Kosten hierfür ftliijen sich auf annähernd 1 ? Millionen Mk. Tie ausgeführten

Arbeiten bestehen in umfangreichen Baggerungen, einer Wehr- erhöhung und dem Bau von fünf hölzernen Hllssschleufen. Tie Hilfsfchleuscn werden bei Ni drigweßer zusammen mit den alten Schlei sen benutzt, deren Sehlen zu hoch liefen. Der Er so g b cfer Verbesserung ist vollkommen negattv gewesen, da sich die Saht ahrt aus der unteren Strecke nickt im minJejen gehoben hat. Schuld

-------------- Vertiefung durch Abardeiten vorgesehen; da daß Maß der llb- nen-Entwurss belie'cn sich auf 31,8 Millionen Mk., die des ariwüung hier ziemlich beträchtlich ist, müssen während des Urw- 400 Tonnen-Entwur eS auf 35,4 Millionen Mk. baues besondere Vorfich.smaßregeln, wie Absenkung des Grund-

Arn 4. Juni 1910 sand hier eine Versammlung W, an ber | roaffer§ oder Einspritzen von Zement unter die Sohle,- getrofien Vertreter der preußischen und hesnschm Ministerien sowie X5er»1 um Sohlendurchbruch zu verhüten; vielleicht kommt

treter von Handel und Industrie tülnahmen. Es wurden die =ür bic'^ brci schleusen auch ein Neubau in Be:rachl.

Enlwürie eingehend, namentlich auch nach ihrer wirtschaftlichen. Unser zweites Mittel, die Anspannung der Stauspicgel, kommt Seite hin, besprochen und das Ergebnis war, daß die Neg.crungs-s Schleusen Kaliofen und Balduinstein in Anwendung;

fommiffare erklärten, ter Kancili.ierung der Lahn könne nur «flIEü:eu erhält durch Einbau einer neuen Staiistuse bei Obern- näher getreten werden, wenn die Wirtschaftlichkeit des Unter- . , .. 'ZOO-Tonnen-Entwurf nicht enthalten war, und Bal- nehmens nachgewiesen werde. Wahrscheinlich sei eme Herabsetzung - - - - ~ «------<

der Eisenbahnirachtsätze zneckmäßiger.

Der zu erwartende Verkehr und die AuSiührungskosten ließen sich also nach den Gießeiier Verhandlungen nicht in Einklang bringen und man mußte auf eine Herabminderung der Baukosten Einarbeiten. In dieser Hinsicht zweckmäßige^ Vorschläge gemacht zu haben, ist das Vecdienit des Vorstands-1 mitgliedes deS Lahnkanalvereins, deS Direktors B a n s a. Er schlug nämlich vor, die Baukosten dadurch zu öerringent, daß man die bestehenden Anlagen, die einen Wert von vielen Millionen haben, nach Möglichkeit beibebielt. Bei einem solchen Vernehm mußte notgedrungen die Schis ssg roße den bestehenden Schleusen möglichst angepaßt und dementiprechcnd mit der Ladefähigkeit auf etwa 220230 Tonnen herab- gagangen werden. Unter dieser Annahme und unter zugmnde- legung des amtlichen 300 Tonnen-Entwurfes schätzte Direktor Bansa die Auschhrungskosten für das 230 Tonnen-Schiff auf etwa 10,5 Millionen Mk. Da diese überschlägliche Berechnung für die weiteren Ermittelungen und Verhandlungen naturgemäß nicht genügen konnte, wurde im Sommer des vergangenen Jahres auf Anregung des Lahnkanalvcrems daS Wasserbauamt in Diez be­auftragt, die Baniafchen Borfchläae auf ihre Ausführbarkeit hin zu prü.en und die Kosten überschläglich zu ermitteln. Mit dem Ergebnis dieser Untersuchungen, die Ende vorigen Jahres ab­geschlossen wurden, möchte rch Sie bekannt machen, muß aber Dabei betonen, daß das Projekt zurzeit erst ben Prüfungsimtanzen zur Begutachtung vorlieat, daß sich also noch manches ändern kann und daß namentlich die Kosten noch nicht endgül­tig f e st st e h e n. Ein Entwurf für die hessische Strecke von der Grenze bis nach Gießen wird zurzeit ausgearbeitet.

Zu Grunde gelegt wurde ein mit zwei Schrauben ausgerüstetes Motorschiff von 44 Meter Länge, 5,20 Meter größter Brette, 1,5 Meter Tiefgang und etwa 220230 Tonnen Ladefähigkeit Tie bestehenden Schleusen haben alle eine Kammerlänge von 32,64 Meter und eine lichte Weite von 5,34 Meter, nur die 1882 erbaute Schleuse von Kalkofen hat 45 Meter Nutzlänge und 6 Meter lichte Weite. Tic Wassertiefe bei Niedrigwasser in den Kammern ist bei ben verschiedenen Schleusen außerordentlich ver­schieden ; in einzelnen Fällen ist sie für die -neuen Schiffe hin­reichend, meist aber ungenügend. Wir schon also, daß nur die Breite der Schleusen für die neuen Schilfe genügt, während sie, abgesehen von der Ausnahme bei Kalkofen, durchgehends von 32,6 Meter auf 45 Meter Nutzlänge verlängert werden müssen. Und zwar ist geplant, die Schleusen durch Anbau eines Unter- Hauptes zu verlängern, da dann das Oberhaupt meist unver-

Die papt)rus|ammlung im Museum öes Gderhessischeu Geschichtsocreinr zu Sichen.

--gur Hundertjahrfeier der Firma G. PH. Gail.

Unter den vielen wohlverdienten Ehrungen, die dem Chef des Etiie-3 G. PH. Gail, Herrn Geh. Kommerzienrat Wilhelm B: 11, in diesen Tagen aus Anlaß der Hundertjahrfeier seiner stna zu Teil werden, befindet sich auch die Wid- laig des soeben fertiggeftcllten ersten Bandes der Grieckischen Ht.'!ri>), die er vor Jahren für das Museum dos Dberheffifdxn 8ttl;ichtsvcreins erworben hat Den Grundstock der Sammlung Stn die im Jahre 1902 bei einem ägyptischen Händler in Esch- een, dem antiken Hermupolis Magna, gekauften Hepta-

i a - P a p n r i. Sie haben ihren Namen van der Haupt- r ,Metropole) des Apollonopolites parvus, eines Gaues der Tidois lObrrägypten) und enthalten vor allem die amtliche und -wie Korrespondenz des Strategen (Landrats) dieses Grues um k Wende der traianischen und hadrianischen Regierung (115

-20 n. Ehr.), Apollonios mit Namen. Nur die Hälfte der Llnünglichen Urkundenmasse kam damqls nach Gießen; die üac.m Stücke waren kurz vorher für Srem en erworben worden, artutjeke Papyri derselben Herkunft gelangten nach Florenz UM >iach. Leipzig Tie Papy ms-Sammlungen zu Bremen nr) Gießen sind also, was diesen Teil ihres Bestandes betrifft, §3vi1lcrfammhmgen. Zu den Heptakomia-Papyrk kamen nach 11)2 Erwerbungen, die durch Vermittlung des unterdessen ab- gclfoffenen beutfd)en Papyrus Kartells gemacht wurden. Es ßlmriegen unter diesem die Urkunden aus dem Faijum, aus EStou von Oxyrhymhos und Hermupolis in Mittelägypten.

erlh'r ging von 1903 ab die Erlverbung von Ostraka, d. h riebenen Topß'cherben Ter erste Ofttaka-Kauf in Theben cvägypten) umfaßte gleich 463 Stück, ein weiterer Kauf hat >ein den Bestand iwch vergrößert.

Wie sehr Gießen bei seinen Erwerbungen vom Glück ve- ghitigt worden ist, beweist ein Blick in den ermähnten ersten leib', der die Haupt schätze der Sammlung der gelehrten Welt bian ist macht. Da stehen neben einer sehr umfangreichen privaten mnchpondenz an und von dem Herrn Lanbrat Apollonios mannig- fcc: amtliche und halbamtliche Schriftstücke, z. B. die höchst utireiiante Aufforderung zur Feier der Thronbesteigung Kaper

1 Griechische Papyri im Museum des Ob er - hiisischen Geschichtsvereins zu Gießen im Verein Bit S). Eger herausgegeben und erklärt von Ernst Korne­tten und Paul M. Meyer, Band I, (Urkunden Nr. 1 bis L26 mit 10 Lichtdrucktafeln). Druck und Verlag von B. E. ßaUer, Leidig und Berlin, 1910^1912.

130

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10 W l' ' 75 Sle'ct ?

Die £af?nfanalifafion.

ßhckrag deS Regierungsbaumeislers a. D. Arnold, gehalten zu Gießen, am 23. Januar 1912.

Bei der Wichtigkeit, die das Lahnkanal-Projekt für Gießen D! das nördliche Oberhessen hat, geben wir den Vortrag über fcr? lechnische Seile des neuen Profekles nachstehend ausführlich

-

Fahren wir mit der Lahnbahn, die immer dem Fluß folgt Mi nur dessen zahlreiche Krümmungen durch Tunnels abschnei frt, von Gießen bis zur Mündung bei Niederlahnstein, so wer t-n in5 auf dieser Fahrt sicher lange, mit Massengütern schwer |d( t ne Güterzüge begegnen; wir müssen aber besonders Glück Dien, wenn wir aus der Lahn ein Schiff sehen Die für den <1 f stransport besonders geeigneten Mas engüler sind im Lahn- lc! ti Menge vorhanden; ich nenne nur die Eisenerze der oberen Eyeckc, *bie Marmor-, Kalk- und Basaltsteine der mittleren und Hit ®lei* und Silbererze der unteren Strecke. Auch ist ein wasser- TiCiT Fluß da und trotzdem keine Schisfahrt. Woher kommt ic. nun? Wrr müssen darauf antworten, daß bte an sich yidiltdie Wasserführung der Lahn infolge des starken Gefälles W angleichmäßig und die Kanalisierung unvollkommen ist. Tie Seilte find nämlich sehr alt und nicht für die Schiffahrt, son 6mi zum Zweck der Ausnutzung der Wasserkraft gebaut; sie sind -ehr sehr ungleichmäßig über die Strecke verteilt, auf schöne ttcuirrcdcn mit großer SBafferbreite und -Tiefe folgen wieder (lrccfen, auf denen die Lahn noch mit ihrem natürlichen Gefälle II t t und wo im Sommer kaum 50 Zentimeter Wasser vor- Huivcii sind.

. Ursprünglich waren die Wehre durch Lücken passierbar ge- Lehi und die Schleusen, die wir heute sehen, wurden in den 41fr iinb 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf Grund des Elvaisvertragcs vom 16. Oktober 1844 zwischen den damaligen Ttrficatcn Nassau, Preußen und Hessen angelegt. Die damalige Janalifierung wurde für Schiffe von 175 Tonnen Lade Mghit eingerichtet. Die Nutzlänge der Schleuse beträgt 32,64 Tlficr, die lichte Weite 5,34 Meter. Tie angestrebte Fahrwasser tfi Zollte mindestens 94 Zentimeter betragen, ist aber niemals trittst worden. Ter Verkehr war anfangs sehr lebhaft; er hörte oai ter oberen Strecke auf, als in ben 60er Jahren die Deutz» tzichkner und die Lahnbahn eröffnet würben. Auf ber unteren Gtrtfe blühte ber Verkehr zunächst noch weiter. Ms aber am 1. Wuguft 1886 ben Gruben an der Lahn, Dill und Sieg ein Äisnndstaris auf ber Eisenbahn bewilligt wurde, riß biese den Ci Dtrianb ganz an sich und auch ber übrige Verkehr ging immer nelr und mehr zurück, so daß heute fast keine Schisfahrt mehr Ms ber Lahn vorhanben ist.

Der Versuch, die Fahrwassertiese durch Einbau von 'ncn und Paralleliverken zu vergrößern, blieb ohne Sr »Ig Die Schiffahrt wirb heute durchschnittlich an 150 lagen im Jahr durch fehleitde Fahrtiefe unterbrochen. Hierzu fcm nrn noch etwa 50 Tage, an denen Eisgang ober Hochwasser

genügende Was,erliefe. , . , c.

Manckynal versagen auch beide Mittel, d. h. bte Sonic laßt sich wegen des Kiesbobens nicht abarbeiten unb der Wafscr- sptegel wegen niedriger Brücken, nichtigen Geländes m>er Bc- cinträdüigung von Wasserkraf'tanlagen nicht anfpannem Es bleibt dann nichts anderes übrig, als die bctrcfieiiben schleusen neu zu bauen, dies ist bei den Schleusen Wetzlar, Limburg, Nievern und Niederlahnstein ber Fall.

Haben wir bisher gesehen, tote die alten schleusen für die neuen Schiffe hergerichtet werden sollen, so wenden wir unS nunmehr zur Verbesserung dar freien Strecke Es handelt sich hier darum, ein genügend breites und tiefes ttahr- wasscr hcrzustellen unb zwar geschieht dies teils durch Stau, teils durch Baggerung. Die alten Wehre werden, so wett mög­lich erhöht unb 10 neue Staustufen bei Dausenau, Nassau, Obernhof, Cramberg, Tiez, Steeden, Arfurt, BiskircksCit, Leun und eine auf l-essischem Gebiet eingebaut. Es werden allo zusammen mit ben 20 alten auf der etwa 140 Kilometer langen Strecke von Gießen bis zur Mündung künftig 30 Staustufen vorlwnden feilt. Für sämtliche Staustufen .sind feste Wehre geplant, die sich bei ber Lahn gut bewährt haben; nur bei Nassau und -Lies müssen bewegliche Wehre, vielleicht Walzenwehre gebaut werden, um dort das niedrig gelegene, wertvolle Gelände nicht zu über* stauen Für die Abmessungen ber neuen Schleusen war bte Schleuse Kalkofen maßgebend; sie erhalten danach 4o Meter Nutzlänge, 6 Meter lichte Weite und die beträchtliche Drempel- tiefe von 2,3 Meter. Es sollen Umläufe ungeordnet werden, durch die die Schlaufe in 5 Minuten gefüllt werden kann. Die Oberhäupter der neuen Schleusen sollen, im Gegensatz zum 300- Tonnen-Proiekt, nicht hochwasserfrei gelegt werden; Nachteile wer­den -sich hieraus, wie die Erfahrungen an der Lahn unb am Main zeigen, nicht ergeben.

Soweit die erforderliche Fahrwassertiefe von 1,8 Meter bet Niederwasser nach der Anstauung ber Wasserspiegel noch nicht vorhanden ist, wirb fie durch Baggerung hergestellt. Die Sohlen­brette ist vorläufig zu 14 Meter angenommen worden; bei dreifüßigen 23öfdangen ist hierbei bei dem ungünstigen Wasser- ftanb die Breite .in der größten Tauchtiefe ber Schiffe reichlich das breifache der Schiffsbreite. Außerdem wird bie Rinne m den zahlreickfen KrürnniUligen der Lahn entsprechend verbreitert. Als kleinster Krümmungshalbmesser ist, wie auch beim 300- Tonnen-Entwurf, 160 Meter angenommen toorben; die Erbrei­terung der Fahrrinne beträgt bei diesem Radius 4,5 Meter,

mag daran wohl die Kürze ber ausgebauten Strecke sein.

1907 wurde dann von dem Wasserbauamte Diez ein umstlng- reiches, gut durchgearbeiteleS Projekt für ein 303 Sonnen-Schiff von 45 Meter Länge, 6,6 Meter Breite und 7,5 Meter Ticigang ausgestellt unb 1906 wurde noch ein Nachtrag für ein 40) Tonn.n Schiff ausgearbeitet. Tie nötige Wassert eie von 1,8 Meter b.'im 300 Tonnen- unb von 2,1 Meter beim 400 Tonnen-Projckt sollte i durch umfangreiche Baggerungen, durch Wehrerhöhungcn und durch Einbau von sechs neuen Staustu en her e tel.t werfen Tie ge -| planten Abmessungen ter Schleusen, die zur Au nähme eines! Kahnes mit dem zugehörigen Schlepper eingerichtet werden soll­ten, waren beim 300 Tonnen Entwurf: 72 Meter Nutzlänge, 7,9 Meter lichte Weite und 2,3 Meter Tiefe bei Niedrigwasser.

Wegen dieser großen Abmefi'ungen konnten von den zwanzig ,IUUU1/LUU, ttUUlwvl# U11V. ,------

alten Staustu'en nur die Wehre und nach entsprechender Ver- nötige Tiefe erhalten. Günstig liegen die Vcrhältnttse bei ben tieiung und Verbreiterung die Schleusenkanäle benutzt werden, § Schleusen zu Torlar, Oberbiel, Lölmberg, Weilburg, K'rsch- während die ausgezeichnet erhaltenen Schleusen abgebrochen unb i ofcn, Fürfurt, Villmar unb Runkel, da diese auf Fels gegrünbet gänzlich neu gebaut werden mußten. Außerdem waren nod) unj> baher ohne Schwierigkeit vertieft werden können. Bei den zahlreiche Turchs.iche, fBiüuCiuimbauLn und tie. Grroe.terung b>3 schleusen Ems, Ahl unb Hohenrbein ist ebenfalls eine Svhlen- Weilburger Tunnels notig. Tie Aus ührungskosten bes 300 Ton- vertiefuna burd) Abarbeiten voraesehen: da daß Matz der Ab-

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