Zweites Blatt
Nr. \2\
162. Jahrgang
edttietm tägklL mit AuSnabme befl Sonntag».
SommerfriHche
I Anter eiie. Deshalb auch diesem Schiffe, das zwei gewaltige I Kontinente einander nähern, den Güteraustausch zweier grober I Nationen erleichtern, auf jeder Reise Tausende hinüber» und her-
oen ; I ro i cf . stolze
k. IO5! «■ ®
- afa
öenz. i,neu vom larkt.
i
innen 19 für i von reser-
Ksn
trage.
Daß die Erregung im Zentrum noch lange anhielt, day der Tumult minutenlang dauerte, als Herr v. M a r b o r 11 noch mancherlei für £*errn Marx Unangenehmes^ htnzusügte, zeigte nur, wte tief die Msuhr durch Derrn v. Schorlerner gesessen. Tie weitere Aussprache bot nichts Neues mehr. Wohl suchten Zentrum und Polen den Fortgang der Beratung mit namentlidxn Abstimmungen au'zubalten, aber es war alles vergebens. Em polmicbcr Antrag auf Streichung des 8 3 wurde abgelehnt und das Gesetz selbst in der namentlichen G e s a m t a b st i m - mung mit 212 gegen 99 Stimmen angenommen Em Antrag der Die Vorlage als Verfassungsänderung angesehen und die Abstimmung nach 21 Tagen wiederholt wissen wollte, wurde gleichfalls in namentlicher Abstimmung abgelehnt.
Tas Gesetz über den Arbeitszwang hatte ebenfalls noch mancherlei Fährlichkeiten zu bestehen, ehe es schließlich Der ab»
tie „eUBtnei ^amHlenblätter* werben bem .Anzeiger^ viermal wöchentlich belgdegl, bat „Kreisblatt ffir den Krell Sichen" zweimal wöchentlich. Tie ,,landwirtschaftlichen -eit- tragen" erscheinen monatlich jroetmoL
«r^veSr'hmack verwendet
'em«sen üsw
Zreitag, 24. Mai (9U
Rotationrbruck und Verlag bet Br üblichen Unioersitäts - Buch- und Stembniderei.
R. Lange, Dießen.
Hebafht'n, Expedition und Druckerei: Sd ul» straße 7. Expedition und Verlag: eati 5L Redaktion: e^SIIL.rel.»AbruAntelgerDieben.
Ein Glückwunsch des Reichskanzler-.
Der Hamburg-Amerika-Linie ging vom Reickskanz er folgender telegraphische Glückwunsch zu: Zum heutigen Stapellauf des „Imperator" sende ich der Ham- burg-Amerika-Linie und ihrem Leiter herzlichsten Glückwunsch. Möge das stolze Schiff alS Wahrzeichen deut- (her Arbeit und deutichen Unternehmungsgeistes auf nur glücklichen Fahrten das Ansehen der Flagge, die es führt, über die Meere tragen.
TaS grof.te Schiff der Welt!
Wie schon in den „Familienblättern" berichtet wurde, bat das neue Schis, „Imperator' 50OOO Brutto Registertonnen Raurn- gehali! Was das besagen will, siebt man aus dem Abstand zwischen dieser Raumabmessung und der des nächstgrossten deutschen Hanbels- dampjcrs, des „George Washington" des Norddeuticixn Lloyd, der einen Unterschied von säst 24 500 Tonnen zeigt, mso der Raumgehalt des bisher größten Dampfers der Hamburg'Ainerika- Linie, der „Kaiserin Auguste Victoria". Ter Miel des «chittes, der den Bau trägt, hat eine Länge von 234 Meter, die Breite des Bodens beträgt 26 Meter. Ter Antrieb des .^Imperator" wird durch Turbinen erfolgen, Don benen jede 15 UDO Bferdckräfte zu entwickeln vermag. Sie fetzen vier SchraubenwcUen in Drehung, die diese auf vier Propeller übertragen, von denen jeder einen Durchmesser von 5 Meter hat. Auf leincin obersten Deck wird der C^eanriefe eine Gesamtlänge von 268 Meter und eine größte Breite von 30 Meter Haden.
(hiebet war. Ein Antrag aus Zurückverweisung an den Ausschuß wurde abgclebn: Die Linke einschließlich der Nat.oiial- liberalen wandte sich dann noch einmal gigen das Gesetz Der Satz, nach dem das Gesetz auch aus den Vater eines un.I .l . r »lindes angewandt werden soll, wurde gestrichen, im übrige» aber wurde die Vorlage angenommen. Desgleichen der Antrag des Staatsininißeriunis über die Vertagung des Landtags Zum Schluß wurden Bittschriften erledigt. Tann ging da» ."aus in die $fingftfericn. Am 7. und 8. Juni wird es noch ein mal zusammentreten, um einige Reste aufzuarbeiten
Die KammcrpräflOciitcnroalii in grautrcicb.
Paris, 23. Mai. Bei der Wahl zum Äammcr präfi denten entfielen im ersten Wahlgang auf Deschanel 210, aus Etienne 138, auf C 0 mern 98, ans den Sozialisten Baillant 67 Stimmen, 23 Stimmen waren zersplittert. Es findet Stichwahl statt.
Paris, 23. Mai. (Kammer. Im zweiten Wahlgang erhielt Deschancl 292 Stimmen, Etienne 208 St im men. Deschancl ist somit z rt m Kammerpräsidenten gewählt und zwar dank der gcciiiiglcu Sozialisten, die ihm alS Anhänger des Verhältniswahlsnslems ihre Stimme gaben.
Line Absuhr tos Zentrums im preußischen Abgeordntlenhaur.
Auch das preußische Abgeordnetenhaus sollte am gestrigen Donnerstag unter Sturm und Lärm enden! Man wußte schon seit einigen Tagen, daß das Zentrum gegen das Besitzbe- jestig ungsg esetz anrennen und damit gleichzeitig £>crm von S d) 0 r l c m c r aus seine Ausführungen in der zweiten Lesung der Vorlage antroorten würde. (Der Minister hatte erwähnt, daß die Katholiken infolge der gemeinsamen Religion gegenüber dem Polentum national weniger widerstandsfähig seien alS die Protestanten.) Ten Angriff auf den Minister hatte das Zentrum wohl vorbereitet: es glaubte mit der Ausspielung des Vaters Schorlerner gegen den Sohn einen vauirttrumpf zu haben, aber damit kam es schlecht an. Schneidend und wuchtig sausten die Gegenhiebe des angegriffenen Ministers auf den Angreifer und feine Partei nieder, daß dieser sich eine Erregung und Wut bemächtigten, die sich in ungeheurem Lärm Lust machten. In den stürmischen Beifall der Nationalliberalen und Konservativen über dte gründliche Abfertigung mischten sich die unablässigen Pfuirufe und lautes Geschrei von den Zentrumsbänken. Als dann der freikonfervaiive foerr v. Marborn die Situation mit einigen treffenben Schlaglichtern beleuchtete, da nahm der Tumult Grenzen an, die jeder Beschreibung spotten. Aber es war umsonst: mit 212 gegen 99 Stimmen ging das G e-
etz durchs letzte Ziel!
Als vom Zentrum Ipcrr Marx die Tribüne bestieg, da wußte man bereits, wie die Zeichen stehen. Seine rechtlichen Einwendungen, daß das Gesetz das Freizügigkeitsgesetz umgehe, datz es gegen die Reichsverfassung verstoße, wurden vom Justizminister Tr. Beseler hernach als völlig unberechtigt^nachgewiesen. Sie waren ihm aber auch nicht die Hauptsache. Tie tarn erjt, als er über die Aeußerung des Ministers v. Schorlerner seiner „tiefen Betrübnis", seiner ,flammenden Entrüstung" Ausdruck gab, zu deren besserer Begründung er sreilich die ministerlichen Worte dahin verdrehen mußte, als ob dieser das nationalbeuttche Gefühl der Katholiken als minderwertig bezeichnet habe. Herr v. Schorlemer ließ sich diese Taktik aber keineswegs gefallen, ondern stellte seine Auffassung dabin richtig: Er habe Hinweisen müssen, daß leider das Deutschtum vielfach in der ^Umgebung des Polenlums zu schwach war und unterlegen ist. xabei habe er ausgeführt, daß die Katholiken in der Umgebung des Polen- turns leichter dem nationalen Unterliegen verfallen, weil die Zugehörigkeit zu derselben Konfession, der Besuch derselben Kirche und die Möglichkeit, die Familien untereinander zu verbinden, ^zu ungunsten des Teutschtums sich geltend machen könnten. Ta könne man es der Ansiedlungskommission, die doch nur den Zweck hat, den deutschen Besiedelungen den nationalen Charakier zu erhalten, nicht verübeln, daß sie dort, wo sie genötigt ist, einzelne Döner in polnischer Umgebung anzusiedeln, daraus lieht, daß auch eine konfessionelle Trennung der Ansiedler vorgenommen wirb. Wo es möglich war, katholische Ansiedler in großen Massen anzusiedeln, fei bai nicht unterblieben. Abgabe der Regierung fei es zu verhüten, daß der nationale Em- iluß des Polentums sich zu ungunsten der Deutschen geltend mache. Hieran müsse 1'0 lange fcftgcbaltcn werden, als die Polen aui dem Standpunkt des wirtschaftlichen und polüiicben Abichluncs gegenüber den Deutschen verharren. Dieser sachlichen Abwehr fügte Herr v. Schorlerner dann die persönliche an. Er verbat sich, daß man seinen Vater gegen ibn zitiere: Wenn 20, 30 Jahre ins Land gegangen feien, fo hätten 'ich die Verl)ältnisfe vielfach geändert. „Man weiß nicht, was Bismarck, und man weiß auch nicht, was mein mir unvergeßlicher Vater sagen würde, wenn er noch einmal genötigt fein wurde, ein Urteil abjugeben." Und weit er damit schon einmal bei 1 einem Pater und bei der „Aenderung der Gesinnung" war, so erinnerte £>err v Schorlerner mit erhobener Stimme und vorge- streckter .Hand die Partei des .Herrn Marx daran, daß sei» Vater 1893 von feinen eigenen Parteigenossen und von der ganzen Zentruinspresse als schlechte r K a t h 011 k angegriffen worben fei, weil er für die Mililarv 0 rlags Der Regierung eingetreten fei! Tiefe Reminüzenz erregte tosenden Lärm im Zentrum, das sich so wenig bcfcerridien konnte, daß e - den Minister am D e i t e r s v r e ch e n zu verhindern suchte. Der aber stand furchtlos oben, um den Schlag zu vollenden: die Hetze gegen feinen Vater fei wgar so weit gegangen, daß der eigene Pfarrer in d e r M 1 r cd c Oie Leute aufgefordert habe, für feine Bekehrung »u beten! „Ich erinnere daran nicht gern, aber ich haiie es für meine Pflicht, auch auf diese Aenderung der «.Besinnung aufmerksam zu machen." stürmischer Beifall auf den Banken der Remien und der Nationalliberalen begleitete bi ne, Lchluß- ,vone des Ministers, bic ber Lärm bes Zentrums zu übertönen
ii
Schloss-Ho!
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger ffir Oberhessen
Aus Sta-M und (and.
Gießen, 24. Mai 1912.
** Aus dem Militärwochenblati. Dio Leutnants Frhr. v. Malapert gen. NeufVille, Oiraf izu Sayn-Wittgen st ein-Berleburg im t cibßarbe- Ins.'Regt. (1. Hess.) Nr. 115, Leo im Inf.-Regt Prinz Earl (4. Hess.) Nr. 118 zu Oberleutnants befördert, v. Dewitz, Rittm. und Eskadr.-Ehef im 2. Rhein. Huf.-Regt Nr. 9, zum Platzmajor in Mainz ernannt. Leutnant Brandenburg im 2. Hess. Feldart. Regt. Nr. 61 zum Oberleutnant befördert. Frhr. Truchseß v. u. zu Wetz hausen, Rittm. beim Stabe des Hess. Train-BatS. Nr. 18, zum Major, vorläufig ohne Patent, befördert. Die Fähnriche v. Michels im Leibgarde-Inf. Regt. (1. Hess.) Ni 115, Tenner im 5. Hess. Inf.-Regt. Nr. 168, dieser unter Versetzung in das 9. Lothring. Inf.-Regt. Nr 173, zu Leut- nants mit Patent vom 18. Mai 1910 befördert. Unteroffizier v. Stvrch im Garde-Trag. Regt. 1. Hess.> Nr. 23 zum Fähnrich befördert. Ried cs cl Frhr. zu Eiseu- bach, Oberlt. und Feldjäger im Reitenden Felojägerlorps, aus sein Gesuch zu den Res..Offizieren des t^arbe Jäger- Bats. übergeführt. Hauptmann Böning, Platzmajor in Mainz, diesem unter Verleihung des Eharatters als Major mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf.-Regis, von Stülpnagcl (._>. Brandenburg. > Nr. 48, der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. Oberleutnant v. dem Knesebeck im Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart - Regt. sJZr. 25, mit der Aussicht aus Anstellung im Zlv.ldienst und der Erlaubnis zum Tragen der Regiments-Uniform, unter Verleihung des Charakters als Hauptmann, der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. Sberstleul- nant Witt, zugeteilt dem Generalkommando des 14. '21 r» meetorps, mit der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform des Inf.-Regts. Prinz Earl (4. Hess.) Nr. 118, von seiner Dienststellung auf fein Gesuch enthoben Unter- arzt Pröhl beim Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart.» Regt Nr. 25, zum Assistenzarzt befördert. Veterinär der Res. Mayer (Worms) zum Sberveterinär befördert.
** T i e vorn Deutschen Wehrverein, Ortsgruppe Gießen, gestern abend in Steins Garten cinberufene Versammlung war nur schwach besucht. Ter Vorsitzende eröffnete gegen 9 Uhr die Versammlung und indem er ans die Vorgänge im verflossenen Jahre hingewiesen, erteilte er Generalleutnant von Wrochem-Berlin das Wort über: „Notwendigkeit und Ziele des deutschen W e h r v e r e i n s". In gewandter Weise und an ber Hand von Zahlenmaterial wies ber Rebner nach, daß Deutschland lange nicht mehr bas Volk ui Wassert »st, wie man das von gewisser Seite glauben machen wolle. Es ist barum nötig, Ausklämiig in die Massen des Volkes hinein- jutragen und sie in zwölfter Stunbc zu warnen vor der ungeheuren Gefahr, in die eine bem bentidicn Volke eigentümliche Sorglosigkeit unb unbegrünbete Friebensouselei bie Nation bringen könne. Ta gelte es, das vaterländische Bewußtsein zu starten unb die Erhaltung eines mannhaften Geistes im deutschen Volke anzustreben. Tie deutsche Wehrmacht müsse innerlich unb zahlen- mäßig so gestärkt werben, baß sie imstande sei, ben schütz bes Reiches unb dessen Machtstellung in ber Wett zu verbürgen. Tiese Ziele seien noch lanjje nicht erreicht. Deutsche Männer müßten sich darum zu ihrer Verwirklichung bie Hanoe reichen: ohne Unierschicd des Standes, ber Religion ober der politischen Parteistellung. Es solle keine neue Partei gegründet werben, bereu hätten wir in Deutschland mehr wie genug. Man könne ja über die verschiedenen Fragen verschieden denken, aber in einem Punkte dürfe es teinen Unterschied geben, wenn es sich nämlich um bie Große und Ehre der Nation imnbele. BefonberS wertvoll fei auch der Anschluß unb oie Hilfe der Frauen, bic ihre Löhne mit echtem, vaterländischem Geiste befreiten, bamit fie für bas $aterlaub alles zu opfern bereit seien. Ten Vorwurf, als ob ber deutsche Wehrverein, zu den Bestrebungen ber Iugenbwehroereimguugen ober zu bem Flvtteuvereiu in einen gewissen Gegensatz treten wolle, weift er entschieben zurück. Atte^diese Erscheinmigen seien aus dem einen Ziel berausgeboren: Stärkung des Deutschtums 'und Sicherung ber höchsten nationalen Güter lieber bic Notwendigkeit des' am 28. Januar biefes IahreS gegründeten deutschen Wehrvereins läßt sich der Vortragende etwa solgeudermaßeu aus: Es gehört zum guten Ton eines ausländischen Politikers in oie Wei: hiuauszuvoi'auneu, wir Deutsche feien bic Störenfriede. Betrachte man die Sache aber genauer, fo sei Tatsache, baß alle anderen Multursölfer in ben letzten brei Jahrzehnten sich einen mehr ober weniger großen Länberzuwacbs gesichert hätten, nur Teutschlanb mit feiner stetig wachfenben Bevölkerungszifser habe fein Siedlungslaud erworben. In der Hast nach Gelb unb Gut hätten wir unsere .Augen geschlossen unb keineswegs voraus- schau cnbe Polüik getrieben. Auch barüber scheine man sich sorglos hinweggetäuscht zu haben, daß Frankreich trotz feiner um 26 Millionen weniger zählenden Bevölkerung uns vielfach überlegen fei, das gelte ganz besonders in militärischer Hinsicht. Es habe in den letzten zwanzig Jahren ganz ungeheure Anftten- gungen gemacht, sowohl in bezug aui die geringe Ausbildung und bie Einführung ber Waffen, als auch in numerischer Beziehung. Tort seien 90 Prozent der Militärbienftiaugiidien unter b.c Jahn., bei uns nur 50 Prozent, bas mache im (fniftfaHe ^14 Prozenc der Gesamtbeoölkerung aus, bei uns 7 2 Prozent. Dazu tämen noch die afrikanischen >torps. Wie man da über die schwarze Gefahr noch lächeln könne, sei unverständlich. Man sehe daran, wie bie französische Nation den Willen habe, zu liegen und keineswegs den 1 Revanchegedanken ausgebe. Das man sich von England zu g.- : wärtigen haben, Das ijabt das Drama von 2laahir acieiai, wooci
Der Kaifer bei einer Schiffstaufe ber hamdurg- Amerita Linie.
Hamburg, 23. Mai. Die Straßen, die der Kaiser auf der Fahrt nach dem Hasen passiert, und bic ganze Hasen- aegend zeiaen schon von früher Stunde an ein lebhaftes Treiben Die Schulen sind geschlossen. Ueberall verkündet reicher Flaggenschmuck die Teilnahme der Bevölkerung.
Um 8 Uhr 20 Min traf der kaiserliche Sonder- u g auf dem Tummtorbahnhof ein. Zum Empfange hatten sich auf dem Bahnhof eingcfunden Bürgermeister Tr. Bur- emrd und der Bürgermeister Tr. Schröder, ferner der preußische Gesandte von Bülow mit dem Legationsrat Gras ton Bassewitz sowie der Staatssekretär vom Reichsmarine- «mt, von Tirpitz. Ter Kaiser, der Admiralsuniform trug, begrüßte jeden einzelnen der Erschienenen und fuhr mit bem Bürgermeister Burchard im offenen Staaisautomobil bom Bahnhof nad) den Landungsbrücken, auf dem ganzen Lege von einem zahlreichen Publikum mit lebhaften Kund- ccbungcn begrüßt Aus dem festlich geschmückten Hamburger Staalsdampser wurde
die Fahrt zur Bulkanwerst ftngetreten. Leider war inzwischen der Sonnenschein verschwunden; der Himmel hatte sich schnell bezogen und während der Fahrt auf dem Staatsdampfer fiel ein leichter legen.
Auf der Landungsbrücke traf der Kaiser vor der Abfahrt jur Vulkanwerft mit dem Herzog Albreckt von Württemberg zusammen, der mit dem Ehef der Hoch- stcflotte Admiral v. Holtzcndorsf au> der Landungsbrücke e.ngetroffcn und dort von den Bürgermeistern Oswald unb Predöhl empfangen worden war.
Der „Imperator"
ft um 9 Uhr 47 Minuten glücklich vorn Stapel gelaufen. Nachdem Bürgermeister Burchard die Tauf rede gehalten, taufte der Kaiser das Schiff mit den Worten: „Ich taufe dich „Imperator"."
Der leichte Regen, der vorher gefallen war, hatte in- zwischen aufgehört.
DieFe st rededesBürgermei ft ersDr. Burchard lautete u. a.:
ein^e"‘ /
a
Ä- °b 7'/, Uhr
'^'Sktsciertagc- J | ln9sbBal!
• Apparat! ahrte Modelle). en 816 vorteilhaft bei j >18, Kreuz-Droger h gratis. - Dankelkan^ blings-Aufentha d. schonet Kurorte d.Schwmn m Wald-u. Nervenkur
Sommerfrische lirekt am Walde gelegen.: 3 lohter Lage. Feinttc- h- rtements mit Rüdem, kon. Diätkuren, Luft. alle. Forellenfischerei u "I :e. Bis 1, Juli ermälliKte -hl. L. Wirthle, Bes.
Zum dritten Male habe.ich die Freude, einem Schiffe der bamburg-Amerika-Linic, das sich anschickt, den schützen- ben Helgen zu verlassen, ein Geleitwort auf den Weg zu geben. Ixe Hamburg-Amcrila Lime ist vor schwerwiegenden Entschließungen niemals zurückgeschreckt; sic hat ben Zeitpunkt, in welchem ,u.kunslsrcichc neue Ibeen sich burchselcken wollten, stets erkannt anb benutzt und über vorsichtigem Wägen und Envägcn bas vagen nicht verlernt. Das ist hamburgische und Iwnseatische Irr. Diese allem Kleinlichen unb 9tüd|tänbigcn abholde An- cjauung ljat ber Hamburg-Amerita-Linie allgemeine Anerken- flung erworben, weit hinaus über des Reiches Grenzen, unb wo nmer über ber großen Schisfahrt Lebensinteresse» verhandelt xirb, gilt ihr einilußreiches Wort. Und ber lebensvollen und itbenwedenben Betriebssührung der Hamburg Amerika Llmc, bie feinem Fortschritt sich versagt, bem großen genialen Zuge, ber ie beseelt, wibmen auch Euerc Ma 1 cltat kongeniales
| übertragen unb damit bem Friebenswerke ber Multurcntwicfclung 11bienen soll. In feinen gewaltigen Abmessungen ragt es ^mpor
au $ der Menge aller übrigen deutschen Schiffe, wie der Sterne £(bar um bie Sonne sich stellt, wie ber Kaiser batteht unter icuttd^ ioiids Fürsten. Schon letzt ist es ein Tr iumph beut, cher StDiflbauf unft, ein Beweis zuveriichtlicher Berkel)rStteubig> text, erfolgreichen beutschen Wettbewerbs und zukunttSsroher Machtstellung auf allen besahrenett Meeren. Vor allem aber stellt dies Edliff sich bar als eine Schöpfung hochkultivierter öaebensiext unb des unter dem Schutze der Kaiiennacht blühenden lelbstbcwutztcn deutschen Bürgertum-.'. Unter dem Schutze der M'anermad)t, unter Iöcn Auspizien Euerer Majestät hat sich die glänzende Entwickelung vottzogen, der wir unsere Kriegsmarine und umere stolze Handelsflotte verdanken. Euci^r Maiestat wird vor dem untrüglidien Urteil der Geschichte der Rubrn verbleiben, den biS dahin nur an den Küsten gepflegten m a r i 11 m e n G e d a n k e n in das Reich h i n e i n g e 1 r a g e n, das g an z e deutsche Volt dem Meere vermählt 5 u haben, xafür ist Euerer Majestät besonders Hamburg dankbar. » . . -
Aus dem Schlosse zu VenackleS KÜrieb dem ^enat ber große Kaiser, das Deutsche Reich werde wie er vertraue, em Risich des Friedens und des Segens sein. ^Tas ist eS seweicn, auch in den ' (61 en vicmiidzwanzig Jahren, xas zum Bewex>c wird duckn
itzt seinem Elemente übergeben, 'luch in ihm verkörpert nch bu i)riedensmacht bes deutschen Kaisertums. _ -
So tauche in die Wellen, du gewaltiges schiff. )pnnen> bealänxt und erfolgreich, wie unteres K a iser s gesegnetes Leben, sei deine Meerfahrt, und würdig wlin du dich erweisen allewege deiner alten sturm- ""d Werbew^ten Hkiwai. Tie höchste Ehre 10II dir werden. Dcuttchlanv- Maner .nm zu dir reden, und stolzen Klanges wird dein iann n,n. „iu :<5 Kaisers Majestät bist und bleibst du unlöslich verbunden.
Nach der Taufe
5<gab sich der Kaiser mit dem Dampfer „Dahlmann" ^ur Merholzhöft, wo die Ablaufkanzel erbaut wurde, und besah
I an derFahrt dorthin die auf der Werst rnBaubesindlichen Kl egsschiffe. Um 9 Uhr 47 Mut. letzte suh der „^mpera- t.r" in Bewegung und ging unter brau|enben Hurrarn en ins Wasser. "Nach dem Ltapellaus wurde der Kaiser vom Bürgermeister Burchard nach der preubtlchen Geiandtichas otgleitet, wo er abstieg. .
Mittaas begab sich der Kaiser zur 5 r u 1) lt u a d t aj e 1 b e i m Bürge?meister Burcha r d. Ter Kat,er führte i ^rau Bürgermeister Burchard zu -Lt|ch. ^u ierner sinken
>>ß Bürgermeister Schröder. ~em Kaiser g^guiuber faß Bürgermeister Burchard zwischen dem Herzog Ulbrxcht von Württemberg und dem preußischen Geiandtni v. Bulow.
Beim Frühstück beim Bürgermeister .VurÄard^uber- rsichte Generaldirektor Baltin dem Kaiser un Nmnen d.-r Hambürg-Amerika-Linie ein in Silber ausgemhrtes
| Modell des „Imperator".
Ter Kaiser reifte heute nachmittag von dem ^.amm- üorbahnhof nach Wildpark zurück. Tie Burger meister Nurchard und Schröder geleiteten den Kaiser nad) i>un Bahnhof. Auf dem Wege von der Wohnung Burchards ! j bois zum Bahnhof wurde der Kaiser von einer dichten
1 Menschenmenge lebhaft begrüßt.
r giesst
Schuld
bei dem Wilhelmstr-.Ä la. Pension, wunder, ul
Terrassen-Re:tauu: ■ Touristen empf. Pro>:. H ____________Sni5 .(
Luftkurort Braunr-
PenRionQolNitiaDa , mit voll. LerMn.i>.M l D


