Ausgabe 
26.4.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Jahrgang

Nr. 98

G^chetnt ttlßNck mtt Hutnabme M G«nrUa-L.

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Herzen nicht zu hindern braucht.

D. Schlosser.

Möbel-Handlung

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Reichhaltiger vegetarischer Mittagstisch! BeformhauN

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aber fein erhöhter Wohnungsgcldzufchuß gewährt die Frage bei der Lehrerschaft ist besonders schwer da hier die prinzipielle Frage der Gleichstellung leren Beamten und die Ausbringung der Mittel

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Mittk'lungen.

Am heutigen Tage sind 25 Fuhre vergangen, dich Stadto. Tr. Wimmenauer seine Professur an der Landesuniversittü

loirb. l^erabc zu entscheiden, mit den mitt­auch durch die

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und oerer srts«

Sreitag, 26. April 1912

lUtettßrtibrucf and Verlag bet vtützl^cheo Unwerfudtl Buch- und 6tetnbru<fmL 8L Lange, (Btefcen.

DieGlktze»et -amiliendliUer- »erten dem eBnteiflfr* otermel roöd.entltd) detg-legl, da» Krclsbleti Ihr beo Kreis äiefctn «roeimal »öchenliich. Die ,.r«nd»<rtlchafttiche» 6ttt# fragen erscheinen menaUtd) zweunat.

NedaMan. Exvedttion und Truderet: Schul« Bratze 7. ExvedlNon und Verlag, n» 6L Äeßafttärce*® 112. leL-Slbc^SUyeigerÖieien.

Sitzung der Sta-tvevor-neten.

Gießen, 25. April

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; die Äcigeordneuil Keller und Emmelius; die Satdtverordneten Dr. Eebci. enauer, Friedberger, Habenicht, Heichelheim, Helfrich, Helm, Hu . ann, Leib, Loder, Loos, Lrbig, Petri, Plank, Dckaffstaedt, -Tr 3? mm er, Troß, Urstadt, Vetters, Wallenfels, 'Sinn.

Als Urkundspersonen werden Die Sladtv Loos und Helf­rich bestimmt.

Eine Zuschrift.

Zu unserem Bericht über die Tagung desAllg. posi­tiven Verbandes" geht uns folgende Zuschrift zu:

1. Aus diesem Bericht gewinnt man den Eindruck, 2aß in diesenrpositiven" Verband doch sehr verschiedene Geister vereinigt sind. Neben gutgläubig Orthodoxen ^alten Schlags auch solche, die sehr weit auf den Wegen .moderner" Theologie gehen wie heutzutage fast alle ^.Professoren der Theologie ohne AusncchmL.

Aris Hessen.

Zur Peamtcnbcsoldun.svorlage.

bs. Darmstadt, 25. April. Die Presseerörtc- r u n g e n über die Beamtcnbesoldungsvorlage nehmen einen immer schärferen Ton an. In einem Artikel desTngl. Anz." heißt es:

Zunächst drängt sich unwillkürlich die Frage aus, warum überhaupt eine Entscheidung zwischen Gehalt und WohnungS geld? Pensionssähiges Wohnungsgeld ist nichts anderes als Gl- Halt. Der in der Gehalts erhöhung durchgeführte Grundsatz, den unteren Beamten eine prozentual höhere Ausbesserung zu geben, ist sozial durchaus anzuerkennen Denn gerade die unteren Beamten haben unter der Teuerung am schwersten zu leiden; sic stehen zum größten Teile heute noch aus den Gehalten, die weil hinter den Löhnen tüchtiger Arbeiter zurückstehen. Damit soll allerdings keineswegs gesagt sein, daß die Verhältnisse in der übrigen Beamtenschaft rosige seien. Jedenfalls ist die Depression von 13 aus 4 Prozent nach dem Einkommen von weniger als 1500 Mark aus über 7200 Mark nur anzuerkennen. Da aber das Wohnungsgeld für die mittleren und höheren Beamten be­trächtlich hinausgesetzt wird und hier natürlich die mittleren und höheren Beamten prozentual erheblich besser stehen, ist eine Ta belle lehrreich, welche die Erhöhung an Gehalt und Wohnungsgeld darstellt. Aus dieser, die allerdings nur einzelne Beamtenklassen darstellt, ergibt sich, daß z. B. Diener um 325 Mark, mittlere Beamte um 420 Mark, akademisch gebildete Lokalbeamte um 632 Mark aufgebessert werden. Man hat übrigens die prozentuale Aufbesserung bahin berechnet: bei Beamten bis 3000 Mark 17 Pro­zent, bei mittleren Beamten 15,1 Proz., bei den akademisch ge­bildeten Lokalbeamten 13 Proz. und bei den höheren Beamten 12, 99,5 Proz."

Der Artikel beschäftigt sich dann mit dem Klagen der Volksschullehrer:

Besonders lebhaft setzen dagegen die Klagen der VolkS- schullehrer ein, roelcbeit nur eine Gehaltserhöhung von 11 Proz.,

Moniert

JJ**Steinl.. '

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

2lu$ den Heid)$tagsau$id)iiffen.

:: Berlin, 25. April.

Eine Erklärung der Militärverwaltung über die kleinen Garnisonen.

Der Bittschriftenausschuß verhandelte heute die Eingabe des Städtetages der Städte mit unter 25000 Einwohnern um Belegung mit kleinen Garnisonen. Der Vertreter der Militärver­waltung gab hierzu eingehende Erklärungen ab. Er teilte mit, 'daß die Zahl der Gesuche zurzeit sich auf 273 be­laufe, es bestehe also nicht entfernt die Möglichkeit, auch beim besten Willen alle Gesuche zu erfüllen. Grund­sätzlich stehe man der Eingabe durchaus sympathisch gegenüber. Der Kriegsminister sei bereit, den Wünschen nach Möglichkeit entgegenzuiommen, namentlich für die Städte, die schon einmal Garnisonen hatten. Allein in erster Linie müssen doch die militärischen Er­wägungen stehen. Hier kommen in Frage die Rücksichten auf die Mobilmachung des Truppenteils. Die Trup­penteile müssen in der Nähe des Ortes sein, wo siezu Beginn des Krieges einsetzen sollen. Zum mindesten sind zweckmäßige Eisenbahnverbindungen Voraussetzung. Zweitens handele es sich um die Besetzung wichtiger Punkte und Abschnitte zur Sicherung strategischer Bahnen, von Kunstbauten insbesondere, deren Zerstörung den ganzen Aufmarsch hindern würde. Drittens kommt in Betracht die Lage des Truppenteils zum Standort der übrigen Teile desselben Verbandes, damit der Uebergang zum Friedensstand sich so rasch als möglich vollziehen könne. Man suche Infanterie womöglich mit Feldartillerie zu­sammenzulegen, Pioniere mit Artillerie oder mit Train. Die Fußartillerie sei für die Regel an größere Garnisonen an Festungen gebunden. Es kommen weiter in Betracht die U n t c rk u n f t s v e r h ä l t n iss e. Hier spiele das Entgegenkommen der Gemeinden in Stellung von Exerzierplätzen und von K a s e r n e n, die der Heeres­verwaltung mietsweise überlassen werden, eine Rolle. Wei­ter kommen in Betracht die sanitären Verhältnisse, die Schul- und Wohnungsverhältnisse für die Fa­milien der Offiziere, Beamten und Unteroffiziere. Der Regierungsvertreier gab im übrigen die bestimmte Erklä­rung ab: Falls die Heeresvorlage bewilligt werde, werde damit die Möglichkeit geschaffen sein, eine Reihe der vorgelegten Wünsche zu erfüllen.

Der Ausschuß beschloß, die Bittschrift samt den Einzel­gesuchen von Städten dem Budgetausschuß zugleich mit der Erklärung des Regierungsvertreters zu überweisen.

T>e Watz' des 91bg. Panl'.

DerWahlprüfunysaus schuß konnte auch heute nc«ch nicht zu einer endgültigen Entscheidung über die Wahl des ?lbg. Pauli (Hagenow, kons.) kommbn Pauli ist in der Stichwahl mit einer Mehrheit von etwa 1200 Stimmen gewählt und .zwar gegen einen sozialdemokratischen Bewer bcr, wobei die freisinnigen Stimmen nach beiden Seiten ungefähr gleichmäßig abgegeben wurden. Der Sozialdemo­krat hatte bei der Hauptwahl 12 Stimmen mehr erhalten, als der Freisinnige und war dadurch in die Stichwahl ge­kommen. Deshalb richtet sich der von fortschrittlicher Seite ausgehende Protest gegen die sozialdemokratischen Stimmen in der Hauptwahl. Die Prüfung des Ausschusses ergab nach Abzug von 14 Stimmen für den Sozialdemokraten und Zuzählung von 9 Stimmen für den freisinnigen Kan bibaten em Plus von 11 Stimmen für den Freisinnigen. Bezüglich einer Reihe von Stimmen hatte der Ausschuß Beweiserhebung beschlossen. Bei der morgigen Sitzung sollen diese Puükte noch einmal untersucht werden, um die Beweiserhebung zu ersparen. Hiervon wird die Gül tigkeit des Mandats von Pauli abhängen.

Südwest- und Oftvinka >m B idgefausichutz.

Der Budgetaussck , ß erledigte zunächst den Boranschlac für Südwestafrika durch Annahme zweier Eni schließungcn. Tie eine wünsche für das nächste Etatsjali zur Verminderung der Ausgaben für Südwestafrika unter Heran-

Gemeinben eine Rolle spielt. Fm Zusammenhang damit stehen die Bestrebungen, die Volksschulen aus Gcmeindcschiilen in Staats- schulen umzuwandeln. Der Landes-Lchrcrverein hat beim auch in seiner Versammlung vom 12. April eine Resolution an­genommen, baß allen Volksschullehrern in Stabt nnb Land, ob an Volksschulen oder an höheren Schulen, die Gehalte gewährt werden, wie sie für die mittleren Beamten vorgeschlagen sind. In einer gemeinsamen Eingabe des hessischen Landes Lehrervereins und des katholischen Lehrervereins an die Kammer wirb der Wunsch ausgesprochen, daß die Lehrergehalte anstatt um 11 Proz. um 15 Proz. erhöht werden sollen. Diese Erhöhung würbe einen Betrag von etwa 220 000 Mark erfordern: die Erhöhung iur 11 Proz. ergibt eine jährliche Ausgabe von 612 444 Mark."

Darüber, daß den Pensionären und Hinter­bliebenen eine Aufbesserung nicht gewährt wird, läßt sich das Blatt aus, indem es sagt:

Für die Pensionäre und die Hinterbliebcueu wird leider eine Aufbesserung nicht gewährt; für Bedürftige soll mit einem Fonds von jährlich 125 000 Mark geholfen tverben. Die Regierung berücksichtigt hierbei nicht, daß gerade bei den Pensio­nären, den Witwen und Waisen die größte Not herrscht. Ihre Bezüge sind schon reduziert und für Witwen und Waisen überaus kärglich. Nickt allen liegt es nahe, ihre Bedürftigkeit der Behörde nachzuweisen: hiervon hält viele der Stolz ab, aber auch bcr Gedanke, etwa abgewiesen zu werden. Wenn die Geseyesmotive darauf Hinweisen, daß eine prozentuale Ausbesserung da nicht erforderlich sei, wo ein größeres Vermögen vorhanben sei, so bars doch bcr Staat weder bei dem Gehalt noch der Pension darauf Rücksicht nehmen, ob ein Beamter Vermögen hat; es müßte ja dann auch vermögenden Beamten ein geringeres Gehalt ausbezahlt werden."

Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat eine Sitzung für den nächsten Dienstag vorgesehen, in welcher er sich mit der Beamtenbesold ungsvor. läge befassen wird.

Stative und V* Ä* I

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Tagung der Allgemeinen positiven Verbandes.

~ Berlin, 85. April.

3ra weiteren Verlaufe der Verhandlungen des I. Kongresses ideS Allgemeinen positiven Verbandes beschäftigte man sich mit Dem Thema: ,

das Christentum und seine Gegner.

Als erster Referent sprach GcneralsuperitUcndent Blau (Posen) über den Monism u s. Er führte aus: Was ist Mo­nismus? (h ist das Streben nach Vereinheitlichung der Dcnk- täligfcit. Arthur Drews definiert ibn selbst als diejenige Welt­anschauung, die nur einen einzigen Daseinsgnmd der Welt gelten läßt. So angesehen wäre er uns kein Gegner; denn Jesus -vor dann auch ein Monist. Nicht daß der Monismus ein ein­ziges Prinzip gelten last, macht ihn aber uns zum Gegner, sondern das, was er als Daseinsgrund gelten lassen will. Eine «große Ironie ist es nun. daß Heckel selbst ein verkappter Dualist ist. und daß Drcws zwölf monistische Systeme vom größten den Geist leugnenden Materialismus bis zum feinsten die Materie zur Verstellung verflnchtenden Spiritualismus ab tun muß, ehe er seinen konkreten Monismus als eine neue Auslage der Hartmannschen Philosophie des Unbewußten als einzig gültigen Monismus h.n- stellen kau» Man kann also nicht von dem Monismus als einer tn sich geschlossenen Größe sprechen Ostwald bezeichnet die Energie, Wundt uitb Willen als letzte Einheit. Nur in einem Punkte sind alle Monisten einig, in der Ablelnmng eines nbertveltlichen Gottes und des Christentums Aber in der Erkenntnis, daß bcr Mensch nicht ohne ein höchstes Gut auskommt, hat Jodel auf dem Mo- nistenkongreß in Hamburg als den Gott des Monismus das geistige Universum bcr >lulturmenschheit proklamiert. Im Gefühl der Armut einer Diesseitsreligion slückstet sich der Monismus zu einer frommen Mystik, zu einem erschaurenden Ahnen des Uncrforsch- lickicn. Ich leugne nicht, daß uns im Monismus ein kühner und großer Versuch begegnet, die Welt einheitlich zu begreifen, und wenn jedes Ringen um die Wahrheit uns erfreuen muß, so wollen wir gern dieses Suchen nach der Wahrheit auch in jenem Lager anerkennen Wer ich hafte diesen Versuch für mißglückt. Es gibt keine aussöhnende Mittelstraße zwischen Christentum und Monismus, sondern nur einen Kampf um die Macht. (Lebh. Beifall.)

Als zweiter Vortragender sprach anstelle des erkrankten Pfarrer Werner (Frankfurt a. M.) Pfarrer Wahl (Essen) über den

Liberalismus

als Gegner des Christentums. Kirchlicher und politischer Libe­ralismus haben sich zu einer Ehe verbunden. Wenn wir be­weisen wollen, daß die kirchlich Liberalen Gegner des Christen­tums sind, so sind wir allerdings nur auf Jndiezienbeweise an­gewiesen; denn zum Geständnis werden wir den Angeklagten nicht bringen (Heiterkeit.) Der Liberalismus zeigt keine .Einheitlich­keit; ja die ursprünglichen Liberalen, wie Haritack, gelten heute schon als Reaktionäre. Der Liberalismus ist auch durch und burdi intolerant Unterschätzen wir auch den religiösen Radi­kalismus unserer Lehrer nicht! Unsere Kirchenbehörden verzagen in diesem Kampf und darum hilft nur Selbstltzlfe der Positivere. Und dieser Kongreß soll die Geburtsstunde tapferer Taten sein. (Bravos Alles Zusammenarbeiten mit den Liberalen gereicht den Positiven zum Schaden. Wir wollen eine reinliche Scheidung. Dann kann der Liberalismus zeigen, was er tarn. (Lebhafter Beifall.»

Nach einer Aussprache sprach anstelle des durch Krankheit verhinderten Reichstagsabgeordneten Behrens (Essen) Arbeiter IcTrctär Du nke 1 über das Thema:Die evangelische Kirche und die soziale Frage.

HeberD a s Wort Gottes und die Bibelkritik" sprach sodann Geheimer Uonsistorialrat Professor D. Hau st­iel e r .Greifswald. Er hob hervor, ein richtiger Gebrauch von bcr Bibel in ohne Bibelkrilik nicht zu machen, doch

müsse diese Kritik sich innerhalb gewisser Grenzen bewegen,

man dürfe nickn die Historie der Bibel mit dem Maßstab des alltäglichen Geschehens vergleichen.

In der Aussprache meinte Geheimer Regierungsrat Prof. D. Dr. Fries (Halle a. S.), daß die falsche Bibelkritik von selbst berg eben werde Prof. Dr. Strack (Berlin) bemerkt, die heilige Schrift sei nicht ein dogmatisches Buch, sondern ein Er- bauungöbud). In diesem Sinne müsse jede Kritik erfolgen.

An letzter Stelle sprach Prof. Tr. Bachmann (Erlangen) Über das Thema Ter Religionsunterricht an unseren e d) u (e n" Gr führte aus: Tie konfessioitslose Schule würde ein Abtreten bcr Schule an jene unglückliche Greisenhaftigkeit der Welt be­deuten, die heute überall maßgebend ist. Eine Schule ohne Re­ligionsunterricht ist ein Haus ohne Mutterliebe. Es nrirb gc fordert, daß der Religionsunterricht den Priesterrock auszichen soll, d. h es soll ein sogenannter objektiver, geschichtlich-intellek tucllcr Religionsunterricht eingeführt werden. Gewiß fei ein solcher Unterricht in den höheren Stufen notwendig, aber zuerst müsse ein Um erbau geschaffen werden. Solange die neuchristliche Re ligion keine Gemeinschaft bilde, habe sie kein Recht an die Schule Der Redner spricht zum Schlüsse die Befürchtung aus, daß es in absehbarer Zeil zur Einführung der konfessionellen Schule kommen werde.

Kreisschulinspektor Pastor Borchert (Westerhausen a. H.) bezeichnet die Forderung der Befreiung der Trsslbentenkinder vom Religionsunterricht als eine Vergewaltigung der Kindesseele. Tie konfessionelle Schule sei zu fordern, weil die Teutschen ein christ liches Volk sind. _ ,

Prof. Tr. Zange ((Erfurt) betont, die Kirche habe dem Religionslehrer nickt genügend dafür gedankt, was dieser ge leistet habe. Der Religionslehrer ist der Missionar in unferm Volke: die Kirche hätte daher diese Lehrer zu sich heranziehen sollen.

Rektor S e l l s ck o p (Rostock) wendet jid> gegen die pessi- mistiscke Anschauung des Referenten. Die Schule sei eine Hilfs­anstalt des Hauses und daher habe sie das Kind im Glauben der Eltern zu erziehen.

Der Gesdmitsführer des Deutsch-evangelischen Schulkongrcsses Pastor Zillissen (Dresden! weist auf die Vorgänge in Sachsen hin, wo gegenwärtig ein scharfer Kumps gegen die christliche Schule ausgebrocken sei.

Am Abend fand unter Leitung des Pfarrers Bernbeck sOkarbcn) eine

große religiöse Versammlung

Katt, in bcr verschiedene Vorträge über das ThemaTas Wort Gottes bleibt ewiglich" gehalten wurden. Damit erreichte die Tagung ihr Ende.

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ziehung des südwestafrrkaniscken LandessiSkus Anordiningen über Verwendung der Schutz truppe zu öffentlich en w i r t s ch a f t l i ck e n Arbeiten Wassercrscklies.ung. Weg - bauten usw. durch Errichtung von technischen Kompagnien, erner über eine anderweuige Organisation der Landespoliz.i und auf Hetabfefcung bcr Stärke der S ch u tz l rII ppe IIII d der Landcspolizei.

Die andere Entschließung wünscht ein K o m p c t c n z g c s c tz für sämllickc Schutzgebiete. Insbesondere soll in Süd westafrika die S c l b st v e r w a l t u n g einen weiteren Aus­bau erfahren. Es soll eine Vertretung geschaffen werden, auf der Grundlage des allgemeinen gleichen Wahl rechts Der Reichs tag müsse allerdings sich die Schlußentscheidung über den Vor - anfd lag der einzelnen Schutzgebiete solange Vorbehalten, als noch Zusck üsse des Reiches zu den Ausgaben der Schutzgebiete noi wendig seien.

Sodann begann der Ausschuß die Beratung des Vorau schlags für Oftafrifa. Hierbei wurde eine Reihe von An fragen an den zurzeit anwesenden früheren Gouverneur, Frhr. v. Rechenberg, gestellt, lieber d i e klimatischen Ver hältnisse des Schutzgebietes gab Herr v Recken berg die Auskunft, daß zweifellos das Klima der hochgelegenen Gebiete Ostafrikas ein äußerst angenehmes sei, für einen .lufcmbalt von lurjercr Dauer; insbesondere gäbe es lein geeigneteres Gebiet für Sport aller Art. Dagegen werde von sack verständiger.Seite, t B. auch von den Missionsgesellfchaften, es für notwendig erachtet, nach mehrjährigem Aufenthalt auch in den hochgelegenen Gc länden Ostafrikas wieder einen Aufenthalt in Europa e i n z u s ch a 11 e n zur Auffrischung des Nervensystems.

Herr v. Rechen berg gab weiter Auskunft über die Ab s ch i e ß u n g des Wildes an der Grenze gegen Britisch Ost afrifa. Diese Maßregel sei getroffen worden zum Schutze gegen die Einschleppung der R i n d c r p e st auS der Nachb irtolonie. Sie konnte aber glücklickertveise schon nach 2 3 Wochen wieder aufgehoben werden, so daß fast der ganze Wildbestand am K ilimand- fdiaro und was noch wichtiger ist, der ganze Viehbestand er­halten werden konnte. Morgen wird die Beratung sortg^settt.

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2. Daraus darf man aber, ttne auch aus anderen Er- cheinungen, den Schluß ziehen, daß trotz der schroffen Ablehnung dermodernen" Theologie, deren man sich in kräftigen Worten befleißigt, die fortschreitende Entwicklung der theologischen Forschung doch zu einer gegenseitigen Annäherung und zu einer Ausgleichung der Gegensätze ührt. Wenn z. B. Professor Schaeder ausspricht: frei­lich wollen wir nicht Wunder in beliebiger Zahl annehmen", o bekennt er sich zu dem Grundsatz, daß die Tatsächlichk­eit einzelner Wunder durch die geschichtliche Forschung estzustellen sei. Wenn er weiter anerkennt:Wir haben »as lebensnotwendige Iitteresse an der gesetzlichen Natur­ordnung, hinter die Gott steht", so kann das nur den Sinn haben, daß der heutige Mensch, der überall tinwill- kürlich mit der festen Naturordnung rechnet, grabe darin die Allmacht und Allgegenwart Gottes empfindet, und )arum nicht darauf aus ist, Gott gerade in sogenannten wunderbaren, d. h. aus der Naturordnung vorerst nicht erklärbaren Ereignissen zu suchen. Wenn er sich dagegen zu demZentralwunder" der Offenbarung Gottes in Zesus Christus und der Aufrichtung eines neuen Verhältnisses Gottes und des Menschen durch ihn bekennt, so wird er unter uns, wenigstens in unserer hessischen Landeskirche, kaum Theologen finden, die sich darin nicht eins mit ihm wissen.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß diemo­dernen" Theologen die Ueberwindung der unter uns ent­standenen Irrtümer und die Zurechtrückung von Entglei­sungen lieber von dem Geist der Wahrheit, als von behörd- lichett Eingriffen erwarten. Sie glauben, sich dabei auf das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen berufen zu dürfen, sind aber darum nicht gemeint, das Unkraut als Weizen einzusck)ätzen, oder gar gewillt, selber Untraut zu säen. Sie kämpfen auch nicht umAlleinherrschaft" und sind weit entfernt, die Leute vomalten Glauben", d. h. richtiger vonüberlieferter Theologie" nurals einen harmlosen Mechanismus der geistig niedrig stehenden Zßreise des Volks zu dulden", sondern sie sind der Meinung, daß es allerlei Ansick-ten gibt, daß aber das Herz ent­scheidet, und daß verschiedene Ansichten die Einigkeit der

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