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Die heutige Nummer umfajzl 12 Setten.
gCjiiiy., gehoben und
um Albanien zu mü fen, daß das c Land nicht nur
gänzlich verarmte und hevuntergeko politi d), sondern and) wirtschaft^..
interessante Levantebriefe geschrieben, in denen man fol gende Stelle finden kann: „5ür Italien ist nur eins wichtig, nämlich daß der am Adriatischen Meere liegende Teil Albaniens nicht seinem Sandel verschlossen werde,
und daß die türkischen Küsten des Adriatischen Meeres nicht österreichisch werden!" Ndch San Giulianos Auffassung kann und darf Italien nicht nad) seiner Allste bnung seines Besitzes in Europa trachten, aber cs be fitzt kein großes Interesse daran, daß die Küsten des Adria tischen Meeres und das Kräfteverhältnis zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn sich in keiner Weise verändert. „Ta her ist es nötig," so schrieb der Minister schon vor dem Ausbruch des Balkankrieges, „daß der Statusquo in A. bauten so lange wie möglich aufrecht erhalten bleibe linker allmählichen und natürlichen Entwid nng des Laibes zur Grundlage diene, bis zu dem Tage, an dem Albanien einen autonomen Staat bilden kann un er der Ober Hoheit des Sultans oder unter der Kontrolle der Mach e'
Mit der Befreiung A.baniens unter der Kontro.lc der Mäd)te ist es aber jetzt nicht getan. Tic Verh dtni.j des Landes sind in den letzten Jahrzehnten geradezu tröst los geworden. on Abdul S?am.b hemmte jeden wirt schaftlichen un Hturdlen Forts-lxritt, um das Land in ungefährlicher Abhängigkeit zu 1 a ten. Durch den Mangel jeder Rechtspflege wurde d.e Blutrache als Selbstschutz immer tiefer eingebürgert Für Ackerbau und Gewerbe geschah nichts. Älbcr auch die Jungtürken hielten von ihren Versprechungen keine einzige. Nid)t eine Straße oder Bahn wurde gebaut, fein Fluß reguliert, die Schulen und Zeitungen schiiauierl, sinnlose Steuern erhoben u'w. Wir len also jetzt die Großmächte zusammen befreien, so werden sie auch dafür fr
erzogen wird
Tic Verleihung der Autonomie an Albanien.
Ter „Siöelc" will wissen, daß die Psorte beschlossen habe, Albanien die A u ton o m i e zu gc lv ä b r e n , ähnlich derjenigen, weldie sic Tripolis und der (5t;renaüa bewilligt habe. Tic Grenzen dieses autonomen, in. Wahr heit aber unabhängigen A.banien seien außerordentlich weit gezogen worden. Uesküb und and) M o n a st i r wür den zu diesem Albanien gehören. Diese Maßnahme der Pforte habe, wenn sie aud- aus die Lage der Türkei gegenüber dem Ballanbund keinen Ausfluß ausüben lönne, im merhin beträchtliche Bedeutung: denn sie gestalte Europa gegenüber die Karte des ottomanischeu Reiches um, welche zwar eine Umwälzung durch den Krieg, aber noch keine 'rechtskräftige Veränderung burd) einen Fricdcnsvertrag erfahren habe Tic Mächte hätten niiumc.hr mit einem albanischen Staat z u tun, der sich zwar in einem Anfangsstadium befinde, aber traft der ihm vom Sultan verliehenen Rechte wegen internationaler Fragen, wie die des Zuganges zur Adria und der Verbindungen zwischen Europa und Saloniki mit den Großmächten in direkte Verhandlungen eintreten könnte.
Die mobilificrunacn.
Tie „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Wien Tic Douauflottillc weilt vor Panisova, also in nächster Räbe Belgrads. Strenge Zensur ist bereits eilige sührt, Ferngespräche nad) dem Ausland werden überwacht, verdächtige Briefe geöffnet. Für die deutschen offiziösen Beschwichtigungsversuche hat man hier nur ein verständnisvolles Lächeln
Wien, 24. Rov Tie von ausländischen Zeitungen verbreiteten Nachrichten über umfangreiche militärische Vorkehrungen Oesterreich-Ungarns find stark übertrieben. In Wirklichkeit handelt es fid) nur um die Komplettierung der Friedensbeslände ein-
zelner Truppcnkörpcr und somit um eine einfachc Si d) c - rungsmaßna h nie. Alle Gerüchte von einer Mobili- sierung sind vollkommen haltlos
Nadi der Wiener „Neuen tyrcicn Preße hat R u tz - land feine Armeekorps an der deutsch-ost er- r c i d) i f d) c ii Grenze f a ft bis zur voll k o m m c n e n Kriegsbereitschaft entwickelt Außerdem soll Rußland ein Armeekorps und eine Kavalleriedivifion gegen die ost galizische Grenze hin verschoben haben. Ta zur Sicherung des russischen Ausmarsches schon sonst genügend Kräfte an der Grenze standen, so läßt diese Verlegung auf offensive Tendenzen schließen.
Ein türkisches Kanonenboot gesunken.
iunegehalten werden. .....
Was Italien aubclangt, so hat die offtziofe -trtbuua erklärt, das; über Albanien sehr klare und genaue Ab machungen mit Ocsterreid) bestehen; die italienische Tiplo- matic werde es verstehen, die Ideen, die bei Abfassung jenes Abkommens maßgebend waren, aufrecht zu erhalten, sic werde aber auch diese Gedanken der neuen Lage an passen. Welche Gedanken sind dies und wie denkt man sich die Anpassung? Ter derzeitige italienische Minister des Acußcrn San Giuliano hat vor einiger Jen icbi
Wien, 24. Nov. Tic Blätter stellen fest, daß die Nachrichten über die R ü st u n g c n Rußland « an der Nordostgrenze Oesterreich-Ungarns, deren Zweck nicht klar sei, hier mit großer R u h c u n d Kaltb lütrgkert aufa*'iLommen werden. Sollte es fidi dabei um einen Ber fud) ,ur Einschüchterun g Oesterreich-Ungarns in der Geltendmachiing seiner gewiß berechtigten „Politik Serbien gegenüber handeln, so würden die militärischen Maßregeln Rußlands ihren Zweck verfehlen, da die Monarchie von ihren minimalen Forderungen n i d; t a b - g c 1) e n werde. Auch die „Reichspost" konstatiert, das; die erwähnten Nachrichten in Wien ohne Nervosität aufgenommen worden seien
Die fiortfehunq tes Kampfs bei ufdiotalofma.
Konstantinopel, 24 Nov. Gestern wurde auf der T'chataldscha-Linic der B o r p o st c n k a m p f mit Unterstützung der Artillerie fortgesetzt. Einem Wcnd- blatt zufolge unten ihm die Garnison von Adria-- nopet gestern fr"h einen erfolgreichen Ausfall in der R ih'nng auf Kirkkilissc. Tic bulgarischen Truppen hatten zal-^reiche Tote und Verwundete.
Tie „Tcutfdic Tageszeitung" meldet aus Pera: Tic Bulgaren sind hinter ihre Tschataldschastcl- lung en z u rii ck ge g a n g c n. Nad; Mitteilungen der Wiener bulgarischen Gcsandtsdiaft hat das bulgarische Hauptquartier Befehl, bei Tschataldsdia nicht offensiv vorzugehen, da das Terrain völlig verseucht sei.
' Sofia, 24. Nov. lW. B.) Um fünf Uhr früh unternahmen zwei türkische Bataillone gegen einen Teil der bulgarischen Stellungen an der Tsckataldscha Linie einen Angriff, wurden jedoch mit beträchtlichen Verlusten zuruck- geschlagen Aus den anderen Punkten der Tschalaldscha-Lmie kam cs ;u keinen Kämpfen.
Tic ganze letzte Nacht hindurch und auch heute beschossen die Türken die bulgarischen Verschanzungen vor Adrianovel mit schwerem Geschütz, icdod) ohne Erfolg. Aus der Festung von Adrianovel entflohene türkische Soldalen behaupten, das; die Lage der Garnison verzweifelt sei Tie Lebensmittelvorräte seien dem Ende nahe, die Soldaten erhielten nur jeden dritten Tag ein Stück Brot und die Stadt sei von Flüchtlingen überfüllt Die Spitaler sowie die Privatgebäudc seien voll Verwundeter.
Tie bulgarischen Bevollmächtigten sind abends in der Stadt Tschataldscha angekommen. Nach Konstantinopel wurde gemeldet, dan die Zilsammenkunst der Bevollmächtigten zwischen' den von beiden Armeen eingenommenen Stellungen erfolgen werde. L
Als Bevollmächtigte zur Beratung der Wafsenstill- slandsbedingungen find, nad) deren Abänderung durst; Bulgarien, außer dem Generalifsimus der Handelsminister, der Berliner Botschafter und der Chef des öeneralftabte auserfehen.
Infolge der Gerüchte, daß ein griechisch-bulgarischer Angriff gegen die Tardancllcn-Forts vom Golfe von Saros aus geplant sei, schickte die türkische Regierung genügende Truppen ab.
Tic Verhaftungen der Iungtürkcn dauern fort. Auch : der Mali von Salonik, der kein Iungtürkc ist, wurde ver-
Vie Befreiung Albaniens.
Kein Geringerer, als der große deutsche Heerführer Moltkc prägte gegenüber Rußland, England und Frank- reist) das Wort: „Oesterreichs Schwert ist cs, welches einst in die Wage der Entscheidung geworfen wird: alle Flotten der Welt können weder die Teilung der Türkei vollziehen, noch sie verhindern; Oesterreichs Heere können das eine — vielleicht das eine gewiß!" Heute zielen die cinberufc- neii Reservisten in feldmarschmäßiger Ausrüstung durch die Straßen Wiens, und in Turazzo soll in Gegenwart österreichischer und italienischer Kri gssch fse und der Kon- uln des Treibundes die albanische Freih it und Selb- kändigleit ausgerufen werden. Tamil ist die Stimmung lfr Stunde am besten gekennzeichnet: Kein stri'g aber die htnbgcbung der militärischen Macht zur Turst;fctzuiig der Autonomie Albaniens.
Tie Forderungen der albanischen Komitees sind nad) der letzten Fassung folgende: 1. Bestimmung der Grenze; diese soll gebildet werden: im Norden von Montenegro, im Osten vom Wardar, im Süden von Griechenland,'im Westen von der Adria. Tas sind die natürlich-geographischen und and; ungefähr die völk scheu Gren- ren Albaniens. Inncrlxilb dieses G bi tes wohnen 250000 Bulgaren, 150 000 Griechen, 103 000 Serben. 80 0 0 Tür leit, 70OOO Kutzowallachen und nad) den neuesten Zäh lungen mindestens .3 Millionen Albanesen ldie lc tc Volks zäl lung ergab z. B. im Sandschak Prizrend, für das fr her ^>0lch' Albanesen angenommen wurden, allein 210 000', |o daß die Albanesen in mindestens bierfad^r Ueberzahl rcr Summe aller fremden Nationalitäten ggenüber- stehen. 2. Eine Nationalsahne. 3. Ernennung eines R genten: ob der bekannte albanische Thronprätendent Prinz Ghika oder eine fremde Pcrfönlist)!eit der zukünftige Fürst des Landes fein wird, ist noch unentschieden. 1. Albi- „esische Nationalität aller im Lande angestellten Beam- ren- Wehrpflicht und Heeresdienst nur im Lande. Tie Albanesen lieferten bekanntlich bisher die Kerntruppen des Sultans; wie die alten Römer aus den gefährtid^n (Germanen ihre Garden entnahmen, so machte der Padischal) die Albanesen zu seinen Leibtruppen und verhätschelte sic: cs umreit wilde und oft unberechenbare Leute; einer von ihnen schoß den preußischen Hauptmanit v. Schlichting über den Hausen. Tie Albanesen gaben der Pforte aber aast) gute Heerführer und tüchtige Beamte: 16 Wesire waren Albanesen Künftig sollen also alle diese Kräfte nur dem eigenen selbständigen Staate dienen. 5. Ta§~ lateinische Alphabet und Anerkennung der allmnesischen Sprache als offizielle; Erhaltung der albancsischen Schule aus der vom Bolte bezahlten Schulsteuer. Tic Auswüchse der heimi- j([ u Rechtsbegriffe, die fid; namentlich in den Rachebestimmungen zeigen, werden hier, so hofft man, wie bei andern Völkern mit urfprüiiglidycr Blutrache, durch die fortschreitende Kultur beseitigt werden, sobald erst endlich durch die Gründung (libanesischer Schulen eine elementare Volksbildung ermöglicht wird. 6. Garantie^ der Mächte, das; diese Punkte gegenüber Serbien und der Türker
Nr. 278 Erster Blatt 162. Jahrgang Hloittag, 25. November Mr
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annahm» von »Njklgen Hotationsdrud und Derlaq der vrüdl'fchen Univ. Buch- und Steinörudcrel R. £anqc. Rcbaftion, ikrpcdttton und onidcrei: dchUinrage l. Land-: E.Hev. 'är den m Büdingen: Serniprcd)» Nr. 269 ®tid)äftsftclk Bat)nholttrahc 16a__6
Gl.hener 5ängerkranz.
„Tas Lied von der Glocke" von M. Bruch.
Gießen, den 24. Nov. 1912.
Mar Bruck, der Schöpfer so vieler wertvoller und volkstüm kicher Kompositionen muß es sich neuerdings gciaUcn lajicn, datz ihn unsere Uebermodernen etwas von oben herab an)4y.n. Unrecht! Zählt er auch nicht zu den ganz Groyen, zu den Tiad^ ''indem in musikalischem Neuland, so kann er doch eine durchaus achtunggebietende Stellung bean.vruchen, iumat Eborwerieu mit Orchester «eine <--chafiensart rcichnct nch«durch gedieaene sangbare Slimmtührung, wie durch gewahtte Harmon^ und glückliche Instrumentation aus - aber manchs ..^wG^nl können es ihm nickt recht verzeihen, dan er durch lormalc^Lbcn inuii und anivreckende Melodik so volksmanig wirkt. 7- -
Lied von der Glocke mit seiner beisvielloien Popularität und selner snlle nirlfeitigster Lebensbilder bietet den ^ondicklern emtn dank baren Stoss sosern man absicht von der Gedankenschwere der SchiNerschcn Tiltion, die der musikalilcken Geitaltung etgentlich widerstrebt Unter den verschiedenen Vertonungen der ..^lock steht die von Ri. Bruch unstreitig im Vordergrund, wenn auch»nicht verschwiegen werden darf, daß flache, konventionell Mk»c Partien Vorkommen und daß manch? Stellen, wv man em ckaraktenttitch packendes Zugreiien erwartet, an einer gewusen rhMlnni'ckcn und lnodnlatorischen Zaghaftigkeit leiden. Erniges konnte hier vielleicht Jurd) lebhaftere Temvonahme ausgeglichen werden. __
Tie Ausführung des Werkes durch unteren itrebiamen Langer^ kranz in der dichtgefüllten neuen Aula war eine murbigc und wohlgelungene Tie zahlreichen, teilwenc em reckt respektables Können^ beanspruchenden Chöre gelangen durchweg korrekt und klangschön wie der Verein überhaupt über zahlreiche gute Summen und besonders Über Bässe von krattiger natürlicher -ion= Mü ver üqt- bei einigen Ensemble Stellen hatte der^Chor ge.^en- über den Solisten in der Tonstärke etwas mehr zuruckbalten dunen. Tie Soliswn, denen in diesem Chorwerk verbällinsmatzm bedeutende Ausgaben zuialleu, leisteten sehr anerkeuitenswertes v aus Köln der von seiner vonahrrgen Mitwirkung m Vaydn^ „Schöpfung" hier in gutem Andenken steht, erfreute wieder durch
* Als Kuriosum möge erwähnt sein, daß man neuesten-.' in Brüssel die Glocke" sogar als Oper aurgemhrt hat tranzomcke „Umdichtung" und Musik von dem bekannten Pariser Komponisten Vincent d Indy.
eine wohlausgcbildete Stimme, gute Aussprache und würdevolle Auffassung der Partie des Glockengieß/'mieisters Baß, Bari ton • am ergreisendstcn gelang ihm das Rezitativ „dem dunklen Schoß, der heil'gen Erde". Frau Kücklcr-Weißbrod aus Frankfurt glänzt besonders in den höheren Lagen ^durch ihren glodenreinen, ivmvathifchcn Sopran, während Frau di u b t ein woblausgebilderer All von mehr mezzosopranartigcm t>harakler -- nad) anfänglicher Zurückhaltung ihre Partie ^besonders die Arie „Ach die ßtottiii ist's" mit steigender Wänne zu fchoner Geltung brachte. Auch der Tenorist, Hr. Broß aus Berlin, defien Stimme in der eigentlichen Tenor Region anfangs etwas meiddid) klaug, gewann im Laufe des Abends an Fülle und Bestimmtheit des Tones. Tie Kapelle unseres Infanterie Regimentes „Kaiser Wilhelm" machte sich um die Ausführung der Lrdieitfr- begleitvng verdient: über gelegentliche kleine Unreinheiten und Schwächen der Nüanzierung möge hinweggegangen iverdcn in billiger Berückücktigung der Schwierigkeiten, die das Werk einem an Begleitung von Gcsangswerken weniger gewöhnten Militär orckestcr bietet. Tcm Tirigenten, Herrn Munklebrer Albert Kasten, gebührt für die sorgfältige Einstudierung und umnmtige Leitung alle Anerkennung, die auch durch Ueberreidmng eines Lor beerkranzes zum Ausdruck gelangte. P- '
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Abhandlungen aus der S eu ck e n g,e s ch i ck t c und Sencken lehre von Pros. Tr. med. Georg L 11 cker in Bonn a. Rh Tcm bereits früher erschienenen I. Band, der die P e ft behandelt, läßt Sticker nun im Verlag von Alrred Töpclmann in Gießen den II. Band: Tic Eholera folgen. Ta?, Werk da^ durch den Ausbrud) der Cholera auf dem Balkan auch aktuelle Bedeutung tat, gliedert fick in wlgende Haupt abschnitte: Einheimifdie Cholera, Kindercholera, ^nducke Cholci:a, Evidemiatogie und Älimt. Aus dem Vorwort beben wir hervor: Seit dem Einbruck- der inbifdum Wanderckolera ui umere Lander wird von den Lehrbücheni die ortsständige Cholera der Erwachsenen und der Kinder, wie wenn sie eNvas nebensächlidies wäre, nur nodi als kleiner Anhang zum großen Kapitel von der Weltseuche behondelt. Ta uns indessen die einheimisckeii Uebel näher liegen al- das ausländiidv, das von jenen den Namen gewann, so wurde in' unterem Bucke ihre Besprechung DoraufqtitCdt. _ Wohl nicht eine Nutzen für das Verständnis der pandemischen Seuche: denn sckon liegen Arbeiten vor, die darauf deuten, daß diefes durch die Kennmis der endemischen Seuche gewinnt. Viel wissen wir über
die Cholera nostras nickt, nicht viel mehr über die Cholera infantum. Aber überall find iüd)tige Männer an der Arbeit, fic zu erforschen. Hoffen wir, daß es ilwer fortschreitenden Forschung gelingen wird, uns mehr und mehr über jene Landplagen nach ihren Ursachen, Ersdieinnngcn und Wirkungen aufzuklären. Es werden dann mit der Zeit auch allerlei Märchen, die über die fremde Wanderseuche im Schwange sind und den Kindlein von bösen Ammen im furd/Hamcn Tuntel erzählt werden, aus den Köpfen ber Gebildeten und Ungebildeten verschwinden.
— Tie Gö11innger Studenten beim Wallenstein in Braunschweig Wie die Jenenser akademische Jugend den „Räuber" Vorstellungen im Weimarer Hoftheater beiwohnt und die Studentenschait einst das kleine Parkett des Goetle Theaters in Lauchstädt fülljA, so war auf Anregung des Intendanten des Braunschweiger Hoftheaters v. Frankenberg und aur e inladung des Herzog Regenten die 2tu0rntcm'dxHt aus Göttingen, der braunschweigischen Landesmtiversitat, nad? der Hauptstadt gekommen, um der anläßlich der Sd: lierfeier neueinstudierten und am ler.ten Sonntag wied-wholten Aufrührung des „Wallenstein" ein besonders festliches Gepräge gegeben. In der von dem Obcrrcgisseur T. Hans Wang besorgten Neueinrichtung und Neuinszenierung, die die Treitcilung aufgibt, indem sie die Piccolomini und Wallensteins Tod unter erhebliclvr Kürzung der rein lyrischen Stellen ber Liebesszenen zu einer „Tragödie zu,ammen zieht, ist die Aufführung des Gesamtwerkes an einem Tage, ohne zu große Anstrengungen an Spieler und Hörer zu stellen, möglich geworden. Mittags um 12 Uhr luden Fanfaren klänge vom Altane be-? HoftHeaters die 600 Stubierenbcn, bie mit einem Teile des Professoren Kollegiums von Göttingen h.-rübergekommen waren, unb bie Studentenschaft der Braunschweiger Technischen Hochschule zum Besuche des „Lagers" Nack dem^lbgehen des Kapu ziners brock der Sturm los, unb bie gleichen Szenen wicbcrholten fid) nad tebem Aufzuge ber „Tragödie", die fick von nachmittags 5 Uhr bis abends 10 Uhr mit nur einer größeren Pause glatt abwickelte unb bank einer sorgsältigen Regie mit einer Fülle rräcktiger Bühnenbilder und dank dem vortrefflichen Einzel- wie Zusammenspiel einen tiefen Eindruck hinterließ.
— Kurze Nackrichten aus Kunst unb Wissenschaf t In Tübingen ist der ordentliche Professor der Geologie unb Paläontologie an der dortigen Universität Tr. Phil., Tr. rer. nat. h. c. Grnft v. Koken im Alter von 52 Jahren gestorben.


