Ausgabe 
24.5.1912 Erstes Blatt
 
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Die Universität Frankfurt.

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Fez, 23. Mai. Leute vormittag sand unter Ausschluß der OeffeiuliclKeit und unter Anwendung aller Sicherheitsmaßregeln die Hinrichtung der bisher vom Kriegsgericht zum Tode verurteilten 48 Marokkaner statt. Abteilungen von Tabors wurden beordert, der Exekution beizuwohnen, um ihnen ein abschreckendes Beispiel zu geben.

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Deutsches Ucrch.

DerNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge ist als N a ch s o l g e r des Botschafters in Konstantinopel, Frei­herrn Marschall v. Bieberstein, der Gesandte in Athen, Frhr. v. Wangen heim, ins Aussicht genommen.

Die Korrespondenz Hoffmann meldet, S. K. H. der Prinzregent von Bayern hat den Königlichen Geistlichen Rat, Dekan und Stadtpfarrer von St. Elisabeth in Nürnberg, Jakob Hauck zum Erzbischof von Bamberg ernannt.

Gemeinsam mit Assessor Dr. Kleefeld wird der Reichstags­abgeordnete Legationsrat a. D. v. R i ch t h o f e n Geschäfts­führer des Hansabunücs sein. Das Mitglied des Direk­toriums Dr. Stresemann übernimmt als wirtschaftlicher Bei­rat die Bearbeitung wichtiger Fragen betreffend Handel und Industrie, ferner solche .Fragen, welche diese Stände und die Angestellten gemeinsam berühren. Tic Leitung der Arbeiten für das Handwert übernahm als Mitglied des Direttoriums Obermeister Kniest, Vorsitzender des Jnnungsausschusses in Kassel.

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Wenings, Lautci. au) und Angersbach bestimmt, um v>e von dort aus an die Gemeinden im Bedarfsfälle im Herbste abgeben zu können. Pie eingeführlen Tiere waren dura, weg prächtig in Haltung und Gestalt und können nco dem Urteil der Fachleute, die sich zur Besichtigung cm. gefunden hatten, als erstklassiges Zuchcmaterial bc^iüi- net werden. Die für Zwecke der Gemeinden abgegebenen Bullen stellen sich auf 1OOO Mk. das Stück.

Kreis Bübingen.

= Nidda, 23. Mai. Bei genügender Beteiligung wird an der hiesigen höheren Bürgerschule die Einstellung einer neuen (Hilfs-) Lehrkraft für lat. Unterricht (durch einen Lehramtsassessor) in Erwägung gezogen, um ort?, ansässigen Schülern und solchen der Umgebung, die später in ein Gymnasium oder Realgymnasium eintreten wollen, die Möglichkeit zu geben, bis Quarta bezw. Obertertia ani Orte bleiben zu können. Für den wahlfreien Unterricht im Latei­nischen wäre ein um etwa 50 Mk. erhöhtes Schulgeld zu entrichten.

Liß berg , 23. Mai. 1911 machte der Fiskus schon einmal den Versuch, die Wiesen in der Gern ar- lung Lißberg aus 12 Jahre zu verpachten, an­statt Die Kreszenz alljährlich zweimal zu Heu und Grummet zur Versteigerung zu bringen. Tas Taxatum wurde da­mals nicht erreicht. Bei der heutigen, wiederholt ver­suchten Verpachtung auf 12 Jahre wurden nun bedeutend höhere Preise erzielt, die erhoffen lassen, daß die Ver­pachtung Genehmigung findet. Etwa 200 Normalmorgen standen zur Verpachtung; für 2500 Quadratmeter wurden 5055 Mk. Jahrespacht erzielt. Aus weiten Entfer- nungen waren Pachtliebhaber erschienen. Die Pächter haben unter Aufsicht die Wiesen landwirtschaftlich zu de- handeln, für Instandhaltung der Grenzen, Herstellung der Wässerungsgräben, Vertilgung der Herbstzeitlosen Dciorgt zu sein. Der Graswuchs ist der Witterung entsprechend in den verschiedenen Lagen gut bis recht gut.

Starkenburg und Rheinhessen.

= Darmstadt, 24. Mai. Gestern nachmittag ist der Schriftsteller Karl Hepp, der seit Jahren hier' lebte, gcHorben.

Politik bezeichnet hat. Diese Gesinnungen, die bei uns einen starken Widerhall gefunden haben, beruhen auf einer Gemeinsamkeit der Uebcrzeugungen, die für die Wohl- fahrt und den Frieden der verbündeten Reiche die beste Bürgschaft bieten Wir zweifeln nicht, daß Graf Bercb- told von seiner Reise den Eindruck zurückbrinaen wirb, daß er für die von ihm selbst verkündeten Grundsätze be­währter Bündnispolitik bei uns stets treue Un- te r stütz un g sinden und aufrichftger Sympathien sicher sein kann.

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Aus Hessen.

Aus dem Finanzausschuß.

bs. Darmstadt, 23. Mai In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses beschränkte man sich wieder auf eine allgemeine Aussprache über die verschiedenen Vor­lagen, die der Regierungsentwurf enthält. Zu irgend­welchen Beschlüssen kam es auch heute nicht. Von der Re­gierung waren einige Unterlagen in Aussicht gestellt, die bis jetzt aber noch nicht Borliegen. Da diese Unterlagen auf die Gestaltung der Vorlage von Einfluß sein können, konnte man zu bestimmten Entschlüssen nach irgend einer Richtung hin nicht kommen. Nach äugen hin wird der lang­same Gang der .Geschäfte gerade keinen guten Eindruck machen, wenn auch gesagt werden muß, daß nach wie vor bei den einzelnen Parteien das weitgehendste Ent­gegenkommen den Beamten gegenüber besteht. Die nächste Sitzung des Ausschusses findet am Dienstag nach Pfingsten statt.

Das Müllheimer Eisenbahnunglück vor Gericht.

Freiburg i. Br., 23. Mai. Aus den heutigen Verhand­lungen im Platten-Prozeß ist hervorzuheben, daß nach o«r Aussage des Angeklagten Bähr es nicht auffällig erscheint, t* der Angeklagte Vlatten streckenweise gesessen habe, dlndae Führer täten das auch und wenn ein Zugführer dieser halb ÄnzcM erstatten würde, hätte er die Steinigung zu befürchten. Balr t** Rauptet ferner, er habe bis zwei Sekunden nach dem ffinanrt** Ngnal die Notbremse gezogen, allerdings habe er sie nicht gerissen auS Furcht, datz gerade dadurch etn Unheil cuittj® könne. Ter Vorsitzende des Gerichts hält ihm entgegen, die klage glaube nicht, daß Bähr die Notbremse gezogen habe, denn Wirkung sei nicht bemerkbar gewesen Bet der weiteren Zcugea- Vernehmung fommt es zu erregten Auseinander'etzungcn biqcffi und Bähr, Denn ein Schlosset: behauptete, fc® Uw*

Der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. hatte etwa 150 Teil­nehmer an den Einweihungsleierlichkeiten zu einem F r ü h st ü ck in den Römer geladen, an Dem die Spitzen der staatlichen, städttschen und militärischen Behörden teilnahmen. Oberbürger­meister Dr. A dickes brachte das Kaiserhoch aus. Oberpräsident Hengstenberg gab folgendes Schreiben des Kaisers an den Minister der geisttichen Luigelegenheiten v. Trott zu Solz Kenntnis:

Homburg. Aus Ihrem Bcriäu habe ich mit Interesse von Dem Stand der Verhandlungen KemttniS genommen, welche die Errichtung einer Universität in Frankfurt a. M. unter Erweiterung Der vorhandenen wissensdnaftlichen Anstalten zum Gegenstände haben. Daß Tank dem opferfreudigen Willen Der Stifter tzir Dieses Vorhaben Die Mittel |um weitaus größten Teile gesichert sind, erfüllt mich mit Befriedigung. Ich will dem­gemäß genehmigen, daß der Plan der Errickstung einer Universität tftanrfurt a. M. weiter verfolgt wird und beauftrage Sie, mir Den Entwurf einer Univ er s itäts satzung vorzulegen, sobald der Nachweis Der erforderlichen Mittel in vollem Umfange er­bracht ist. Wilhelm U.

Die Osthafenweihe.

Die Einweihung des Osthafens fand um 3 Uhr nachmittags durch Korsofahrtender Festdampfer nach dem Osthafen ihren offiziellen Abschluß. Hieran anschließend erfolgte heute abenD 8 Uhr die festliche Auffahrt sämtlicher Rudervereine Frank­furts vor der Maminsel. Die Boote führen von dort aus zum Oschafeu, gefolgt von der Dampserflotille, um dem dottselbst ver- anftoltetcn Feuerwerk beizuwohnen. Die beiden User des Marits, die bengalisch beleuchtet waren, boten einen prachtvollen Anblick. Nach der Rückfahrt und der Laitdung der Festdampfer unb der Boote am Mainkai wurde das auf Dem Römerberg veranstaltete Volks- f e st durch einen Fanfarenmarsch eröffnet. Gleichzeitig flammten die alte Mainbrücke und der Tom in bengalischer Beleuchtung auf. Ter Frankfurter Sängerbund trug auf Dem Romerberg eine Sere­nade vor. In Den Römerhallen fand abends 11 Uhr die Ausführung eines historischen Festspieles statt, nach welchem der Ehor der Dachgemeiude in Mittelalterlichen Kostümen mehrere Gesänge und Volkslieder vvrttug. Bis in die spaten Nachtstunden nincin wogte eine zahllose Menschenmenge an Den Ufern des Mains auf mit ab, stzecho am Dem Römerperg. .

frankfurter Festtage.

Die neue Kaiserbrücke.

w. Fr ankfur t a. M., 23. Mai. Auf der Maimnsel fand heute vormittag elf Uhr die G r u n d st e i n l e g u n g für Die n e u e Kaiserbrücke statt. Anwesend waren vom Ministerium Der öffentlichen Arbeiten Geh. Regierungsrat Peters, Oberpräsident Hengstenberg, Regierungspräsident v. Meister-Wiesbaden, Der Prä­sident der CberwUbirettion Bagedes, Oberlandesgerichtspräsident Dr Spahn, Oberstaatsanwalt Dr. Huppertz, Generalleutttant Scholtz, die Zlämmandeure der hiesigen Brigade und Regimenter, Oberbürgermeister Adickes, Bürgermeister Grintm, sämtliche Stadt- räie, zahlreiche Stadtverordnete, Polizeipräsideitt Rieß v. Schouren- sckstoß, sowie zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten. Ober­bürgermeister AdickeS hielt eine lurzc Ansprache und verlas Die eingemauerte Urkunde, nach der die neue Brücke den Namen Kaiserbrücke" erhalten soll. Dann folgten die üblichen Hammer-

Rus Stadt und Land.

Gießen, 24. Mai 1912.

Die Gemeindeumlagen im Streife Gießen.

In den 79 Landgemeinden und drei Feldgemarkungen des Kreises Gießen werden zusammen 889 575 Mk. Ge­meindesteuern erhoben oder durchschnittlich 119,673 Proz. auf die doppelten Grundzahlen und die ganzen Einkommen- steuerbeträge der Ortseinwohner und Forensen. Eine Ge­meinde, Ettingshausen, ist in der glücklichen Lage, zur Deckung ihrer Gemeindebedürfnisse überhaupt keine Steuer erheben zu müssen, während 41 Gemeinden über dem Durchschnitt stehen und 40 Gemeinden unter ihm bleiben. Den höchsten Steuersatz hat 1. Torf-Gill mit 257,586 Prozent (11400 Mk.); es folgen 2. Göbelnrod 233,606 Proz. (5600 Mk.); 3. Beltershain 214,664 Proz. (6400 Mk.); 4/ Lindenstruth 212,893 Proz. (5000 Mk.); 5. Saasen 211,954 Proz. (10 000 Mk.); 6. Stangenrod 209,309 Proz. (5500 Mk.); 7. Kesselbach 191,48u Proz. (8500 Mk.); 8. Allertshausen 189,014 Proz. (3200 ML): 9. Daubringen 181,659 Proz. (10000 Mk.); 10. Garbenteich 181,314 Proz. (12 500 Mk.); 11. Trohe 179,726 Proz. (2500 Mk.); 12. Muschenheim 173,317 Proz. (14 000 Mk.); 13. Burkhardsfelden 170,904 Proz. (9000 Mk.); 14. Rüd- dingshausen 168,259 Proz. (9000 Mk.); 15. Londorf 162,983 Proz. (18 000 Mk.); 16. Grüningen 161,921 Proz. (14 000 Mk.); 17. Watzenborn-Steinberg 157,86 Proz. (23400 Mark); 18. Oppenrod 156,932 Proz. (4600 Mk.); 19. Klein- Linden 150,451 Proz. (21050 Mk.); 20. Birklar 149,61 Proz. (10685 Mk.); 21. Eberstadt 149,079 Proz. (13 000 Mk.); 22. Trais-Horloff 146,542 Proz. (12 000 Mk.); 23. Lauter 145,517 Proz. (6870 Mk.); 24. Stockhausen 144,288 Proz. (4800 Mt.); 25. Rein Hards Hain 143,531 Proz. (4900 Mk.); 26. Climbach 143,151 Proz. (1950 ML); 27. Heuchelheim 142,999 Proz. (40500 ML); 28. Hausen 142,514 Proz. (7000 ML); 29. Lumda 138,812 Proz. (6000 ML); 30. Lollar 137,298 Proz. (52000. ML); 31. Weitershain 131,176 Proz. (6000 ML); 32. Steinbach 130,184 Proz. (12 800 ML); 33. Weickartshain 130,159 Proz. (6270 ML); 34. Obborn­hofen 129,092 Proz. (12500 ML); 35. Bersrod 128,598 Prozent (4200 ML); 36. Holzheim 128,224 Proz. (15 500 Mark); 37. Wieseck 128,187 Proz. (38000 ML); 38. Allen» dors a. d. Lahn 127,551 Proz. (8800 ML); 39. Treis a. d. Lda. 122,336 Proz. (13 000 ML); 40. Rödgen 122,161 Proz. (8500 ML); 41. Großen-Linden 119,834 Proz. (42 000 Mark); 42. Leihgestern 116,234 Proz. (31000 ML); 43. Bet- tenhausen 112,323 Proz. (7000 ML); 44. Grünberg 112,257 Prozent (42 759 ML); 45. Bellersheim 112,163 Proz. (15 000 ML); 46. Langd 111,05 Proz. (95 000 ML); 47. Stein- Heim 108,098 Proz. (7000 ML); 48. Rötzes 107,139 Proz. (3000 ML); 49. Annerod 105,872 Proz. (60l)0 ML); 50. Feld­gemarkung Bergheim 101,201 Proz. (800 ML); 51. Lang- Göns 100,81 Proz. (24 000 ML); 52. Queckborn 100,7 Proz. (7800 ML); 53. Alten-Buseck 100,349 Proz. (13 000 ML); 54. Rabertshausen 101,131 Proz. (2600 ML); 55. Stteder- Bessingen 100,08 Proz. (4500 ML); 56. Feldgemarkung Ober-Steinberg 98,87 Proz. (420 ML); 57. Ober-Hörgern 98,85 Proz. (8000 ML); 58. Hungen 98,204 Proz. (3/680 Mark); 59. Harbach 96,161 Proz. (3850 ML); 60. Mainzlar 95,186 Proz. (8200 ML); 61. Münster 93,071 Proz. (3500 Mark); 62. Geilshausen 92,145 Proz. (4500 ML); 63. Reis­kirchen 86,579 Proz. (6500 ML); 64. Inheiden 82,294 Proz. (5000 ML); 65. Odenhausen 81,298 Proz. (2300ML); 66. Ob.» Bessingen 77,747 Proz. (380u ML); 67. Langsdorf 76,707 Prozent (13 000 ML); 68. Lich 76,662 Proz. (48 000 ML); 69. Nonnenroth 76,208 Proz. (3000 ML); 70. Rutters­hausen 73,962 Proz. (3200 ML); 71. Rodheim 71,008 Proz. (3000 ML); 72. Utphe 50,073 Proz. (4000 ML); 73. Hatten­rod 49,98 Proz. (2000 ML); 74. Großen-Buseck 48,137 Proz. (11000 ML); 75. Allendorf a. d. Lumda 39,303 Proz. (5700 ML); 76. Beuern 38,427 Proz. (4000 ML); 77. Feld» gemarkung Feldheim 37 987 Proz.; 78. Winnerod 37,919 Prozent; 79. Vitlingen 35,701 Proz. (4000 ML); 80. Staufen­berg 33,213 Proz. (2000 ML); 81. Albach 28,442 Prozent (UM ML).

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Erledigte Stellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle zu Helpershain. Mit ihr ist Organisten-und Vor- lcsedienst verbunden. Sie hat Ortszulage; die Stelle eines A kt u a r i a t 8 a s s i st e n t e n bei dem Amtsgericht Offenbach.

Der Stadtteil jenseits der Lahn entwickelt sich in letzter Zeit sehr günstig. Der neue Schlachthof mit seinem weithin sichtbaren wuchtigen Turm, dem allerdings immer noch die Uhren fehlen, ist als der Mittelpunkt des Stadtteils zu betrachten. Die Rodheimer Straße dehnt sich immer mehr nach der Hardt-Allee hinaus. Auch die Schützen- und die Krofdorfer Straße bauen sich immer mehr aus und schieben sich in das Wiesental vor. Die Entwässerung des Stadtteils ist vollständig durchgeführt und dabei Rücksicht auf neue Straßenanlagen genommen. Mit der Durchführung der Straßenbahn nach Krofdorf wird weiteres Leben jenseits der Lahn entstehen, denn mit der Verbindung werden billige Wohnviertel in gesunder Lage entstehen.

♦♦ Arbeitsvergebung für Fahrb ahnb e- feftigungen in der Stadt Gießen. In der für gestern ausgeschriebenen Submission von 1000 Quadrat­meter Asphalt, 1100 Quadratmeter Beton und 1300 lau­fende Meter Holzeinfassung für Straßenbahngleise waren folgende Angebote eingegangen: Heinrich Löynholdt u. Co.- Frantfurt a. M. 149 140 ML, I. A. Braun-Sturtgart-Cann- statt 139 909 Mk., Rheinische Asphaltgesellschaft Adam Meyer u. Co.-Köln a. Rh. 132 378 ML, Leipziger Asvhalt- werke R. Tagmann-Leipzig 126 650 ML, I. C. Kahlbetzer- Köln a. Rh. 125 697 ML, Gebr. Dececco u. Ferrarin-Bad- Nauheim-Frankfurt a. M. 118983 ML, A. Müller-Mainz 115 416 ML, Deutsche Asphalt-Aktien-Gesellschaft der Lim- mer- und Vorwohlgruben-Hannover gemeinsam mit Kon­rad Rübsamen-Gießen 112 829 Mk., Wilhelm John-Kassel 111435 ML Drei der Offerten waren nach Eröffnung der Angebote durch die Post eingegangen, durch den Post­stempel aber wurde nachgewiesen, daß die Briefe am Tage vorher rechtzeitig zur Post gegeben waren.

** Simmentaler Zuchtvieh. Tas von dem Landwirtschastskammer-Ausschuß für dieses Jahr einge­führte Simmentaler Zuchtmaterial stand am Montag beim Oekonomen Nebe für die Interessenten zur Besichtigung. Da die Zahl der Gemeinden, die sich für den Ankauf eines Zuchtbullen gemldet harten, diesmal zu gering war, wurde von der sonst übliajcit Versteigerung Ab st and ge­nommen und die Tiere zum Ankaufspreis zuzüglich Speren und Fracht fteihändig den Reslettanten überlassen. Es waren dies die Gemeinden Nieder-Weisel, Breitenbach, Angenrod und Mahr. Sechs jüngere Bullenkälber, die ein- geführt waren, wurden für den Werdegang bestimmt. Sechs ,BMen waren Lür-üre Stationen Oberhörgeru^ TLangsLwr^

Stadtverordnetenversammlung stinunte heute der ablehnenden Haltung des äburatoriums der beiben höheren Mädchenschulen wegen Austauschs von in- und ausländischen Lehrkräften zur Förderung des neusprachlichen Unterrichtes mit der Begründung zu, daß die Vorteile des Austausches in keinem Verhaums zu den Kosten stehen. Tas seitherige Verfahren, wonach Lehrträfte auf Nachsuchen unter Gewährung einer städttschm Beihilfe auf kürzere Zeit ins Ausland beurlaubt werden können, soll beibehalten werden.

m. Offenbach, 23. Mai. In der heutigen Sitzung bet Stadtverordneten widmete der Vorsitzende vor Eintrut ü|| die Tagesordnung dem verstorbenen Polizeirctt B r ä u n i g ein Nachruf. Zur Beschaffung billigen Wassers für die Gemeinden Kreises Oifenbach beavnchtigt der Kreis Die Errichtun eines Grnppenwafserwerks, nachDem Die Bohrmi im Gersprenztal ein recht günstiges Ergebnis hatten. Dtc St verordneten gaben auf eine Anfrage des Kreisamtes ihre ftimmung zu der gmnDsätzlichcn Bereitwllligkeit Der Stadt Oifach bad) zur Wasserentnahme aus dem zu errichtenden G wasserwerL Tie an die Stadt abzuführenden Wassermengen sol täglich 12 000 Kubikmeter betragen und zum Selbstkost abgegeben werden. Dem Theaterdirektor Adalbert Steffl« Dom Hanauer Stadttheater wurde für die Winterfpielzeit ^m Off bacher Jnterimstheater für die Spielzeit vorn 1. Oktober 191 bis 31 .März 1913 eine Subvention von 50 ML für jede Vor­stellung, insgesamt aber nicht mehr als 1200 ML bewilligt. De , neue Lohntafel und Arbeitsordnung für die städ- : tischen Arbeiter, die bereits teilweise in der Rechnung vom 11. April genehmigt wurde, wurde verabschiedeL Wenn besdstiftigten sich die Stadtverordneten mit per Invaliden- und Hinterbliebenen - Vcrsicherungspflicht beti Schulv er walter, Sd-ulverwalterinnen, der Handarbctts- und Hauswirtschaftslehrerimien. Es wurde beschlossen, diesen Lehr­kräften, sofern ihnen Ruhegehalt und Hinterbliebenem)ersorpung aus der Stadt-- oder Staatskasse nicht zustehen, die Anwarychan auf Ruhegeld, sowie auf Witwen- unb Waisenrente nach den in § 1234 der Reichsversicherungsordnung geforberten Mindestsätzen zu gewähren.

d. Mainz, 23. Mai. Bei dem Umbau der Eisenbahnbrücke werden gegenwärtig die Rüstträgcr, die zur MoMage der ncuai Eisenkonstruttion dienen, abgebrochen. Heute nachmittag gegen 5 Uhr stürzten der ledige 25 jährige Schlosser Isidor S z a o u 1 yer von Äustavsburg und der 21 jährige Zimmermann Kaspar Hertz aus Weisenau von dem unterhalb der Ähiencnstränge angebrachter Gerüst am zweiten Brückenpfeiler ab. Beide schlugen aus die MoMagegerüste auf. Szavulyer fiel in den Rhmn. Der Be- - bauernswerte kam nicht mehr an die Oberfläche. Hertz siel zwischen 1 die Spannstangen Der Rüstpflöcke und blieb dort hangen. T« 1 Mannschaft Der Rettungsboote suchte sofort nach Den beiden 8er- I unglückten, aber nur Hertz konnte geborgen werden. Er hat« schwere innere Verletzungen erlitten.

(!) Mainz-Mo mb ach, 23. Mai. Während der, Spargelversand noch im Aufschwung begriffen« ist, neigt sich der Salatversand seinem Ende ent- z gegen. Was die Salaternte für unseren Ort zu bedeut« 1 yat, erhellt daraus, daß täglich 30 bis 40 Wagenladung« I zum Abrollen kommen.

Kreis Wetzlar.

--- Vetzberg, 23. Mai. Die Nachricht, daß hi" Scharlach herrsche, ist unrichtig. ES ist hier überhaupt kem ^charlachfall oorgekommen. (Anscheinend beruht die Nach- c'cht auf einer OrtSverwechSlung. Red.).

Hessen-Nafsau.

h. Frankfurt a. M., 23. Mai. Heute früh stürzte her hiesige amerikanische Generalkonsul Hill infolge emefl Schlaganfalls von der Treppe feines Hotels so unglücklich ab, daß er nach wenigen Augenblicken starb.

X. Hanau, 24. Mai. (Prio.-Tel.) Heute früh brach im Dachstuhl des Gymnasialgebäudes Feuer aus, das rasch um sich griff und das aus dem 17. Jahr­hundert stammende Gebäude säst vollständig zerstörte. T*c wertvolle Bibliothek konnte gerettet werden.

Darmstadt, 23. Mai.

ff. Louis S Mjtn verstorbci r uns in Dcuis urmcn deine i TtnTmal hat, I liibetb von Lei

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Aurland.

Aus Kopenhagen wird gemeldet: Das deutscheKron- prinzenpaar ist am Donnerstag um 7 Uhr abends hier ein­getroffen und wurde vorn König und der Königin herzlich <mp fangen.

Der ilalienisch-türiische Krieg.

Rom, 23. Mai. TieAgencia Stefani" meldet aus Tri­polis: Gestern abend wurden feindliche Kolonnen ge­meldet, bie einige Tausenb Mann stark, größtenteils reguläre tür­kische Truppen, gegen Ain Zara vorrückten. Sie wurden nut 1200 Nieter herangelassen. Dann eröffnete die Arttllerie ein fehr wirkungsvolles Feuer gegen die dichten Kolonnen, bie in gedrängter Formation bis auf 800 Meter herankamen. Der Feind hatte sichtlich Verluste. Als schließlich die Nacht hereinbrach, konnte er sich zurückziehen. In Tripolis wurden starke Truppenabteilungen in Bereitschaft gesetzt, die vormtttags gegen Ain Zara unter dem Schutze aufklärender Kavallerie vor- rütüen, ohne eine Spur von Feind zu finden.

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