Ausgabe 
24.5.1912 Erstes Blatt
 
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2981

Süd-Anl^

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n weiblichen Handarbeiten, dmalerei, Tief brand, Schic in- und Glasmalerei usw.

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Seltersweg 19

Der Wiederaufbau der russischen Zlotte.

Petersburg, 23. Mai. Tie Reichsduma be­riet heute über den Voranschlag des Marine­mini st c r i u m s , der sich aus 159 Millionen R u - bel beläuft. Ter Berichterstatter erklärte, für den Bau von Schiffen würden 54' 2 Millionen verlangt, davon für die Schwarzmeerflotte 24 Millionen, für die Häfen 5 Mil­lionen. Ter Berichterstatter rechtfertigte die vom Budget- ausschuß vorgenommenen Streichungen und wies sodann darauf hin, das; voit den Krediten für die Schiffsbau- Artillerie kein Rubel gestrichen sei.

Ter Marineminister wies sodann darauf hin, das; der Kaiser das zeitweilige Gesetz betreffend die Ver­waltung des Marineministeriums bestätigt habe. Tiefes (lesest teile die leitende Rolle des Marincministers und gewähre gleichzeitig den Chefs des zweiten (Grades Selb- tändigkcit und Freiheit unter bestimmter Verantworlung. Ter Kriegsmarine ist durch ihre Vertreter die Möglichkeit gegeben, an der Ausarbeitung aller organisatorischen und technischen Fragen teilzunehmcn. Bei der Schwarzmeer- lotte fänden umfassende Versuche mit Flugzeugen statt, ebenso bei der Baltischen Flotte.

Für den kommenden Sommer seien Maßnahmen ge- troffen, um den Ucbelstand des unvollständigen Mann- chaftsbestandes zu beseitigen und die Zahl der im Dienst ileibenden ausgedienten Mairnschasten zu vergrößern. Ter Bau der neuen Schiffe der baltischen Schwär,zmeerflotte vollziehe sich im vollen Einklang mit den bezüglichen Be­schlüssen, von denen er während seines Aufenthalts ut Niko­lajew sich persönlich überzeugte. Tie neuen Schiffe wüi> den technisch vollkommen sein und der Bau rechtzeitig beendigt werden. Im übrigen sei es unmöglich, die An­griffe auf die am schwarzen Meer im Bau begriffenen Schiffe in öffentlicher Dumasipung zu beantworten. Der Ban erfolge jedoch gemäß des streng überdachten Plans auf Grund der Erfahrungen des letzten .Krieges. (Beifall im Zentrum und rechts. )

Nachdem der Marineminister gesprochen hatte, wres Zveginczew lZentr.) darauf hin, daß im Verlaufe des Quinquenats das Marinemiuisterium den richtigen Weg zur Erneuerung der russischen Seemacht eiugeschlagen habe, warnte das Marineressort vor Leidenschaftlichkeiten und Schwankungen bei dem Schiffsbau und gab der Hoffnung Ausdruck, das Marineressvrt lverde dem ausgearbeiteten Programm treu bleiben.

Kadett Tschelnokow erklärte, daß der Voranschlag der kleinen recht schwachen russischen Flotte dem der großen deutschen Flotte gleich k o m m e, wenn er ihn nicht übersteige Der letzte sei nicht bloß dem Gelbe nach niedriger, sondern auch in Bezug auf die lpihercn Dienstchargen fei d i e deutsche Flotte sparsamer. Dafür sei die Zahl ihrer jüngeren Offiziere größer.

Darauf nahm die Reichsduma den Marine- voranschlag an.

Zum Besuch des Grasen verchtold.

Tie ,.Norbdcutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wie wir gemeldet haben, wirb morgen kam 24. Mai) der ge­meinsame Minister des Auswärtigen, Oesterreich-Ungarns, Graf Berchtold, in Berlin eintreffen, um in der.Haupt­stadt des verbündeten Nachbarreiches seinen Antritts­besuch abzustatten. Ter Kaiser wird den Grafen Berchtold am Samstag enipsang'.: Ter österreich-un­garische Staatsmann darf eines herzlichen Willkommens nicht nur an den amtlichen Stellen, mit denen ihn seine Reise in unmittelbare Berührung bringt, sondern auch in den weitesten ureisen der Bevölkerung gewärtig sein. Wir begrüßen es mit lebhafter G enugtuung, daß Oftaf Berchtold durch seinen Besuch zum Ausdruck bringt, an den bewährten Traditionen des persönlichen, ver- traucnsvol.cn Gedankenaustausches zwischen Ber­lin und Wien fefthalten zu wollen. Wir entsinnen uns dabei der Wärme, mit der Graf Berchtold in seinen bedeutsamen Ausführungen vor den Delegationen die Grundsätze der erprobten Freundschaft zwischen Oesterreich- Ungarn und dem Deutschen Reiche als Richtschnur ferner

lst die Auswald r enorm

I Straßenbahnwagen umwerfen und in Brand setzen, auf I Schutzleute schießen, um so zudentonstrieren", eine Der- I ,-wßcrung ihrer Volksrechte ? Freilich, über der ungari- I jfcn Wahlrechtsreform schwebte ein ähnlicher Unstern wie tet der preußischen Wahlrcchtsfrage. Sechs Jahre dauert cs bereits, daß in Ungarn die Einführung des allgemei- | rtn gleichen Wahlrechts zum Regierungsprogramm erho­len wurde, ohne daß bisher etwas praktisches dabei

I lerausgekommen wäre. Tas .uoalitionsministerium We« I l-Ze, das am 8. April 1906 ins Amt trat, übernahm von I k|m damals zurücktretendcn Ministerium Fejervary die E4 üfgabe, das allgemeine gleiche Wahlrecht in Ungarn ins Ahen zu rufen. Das Ministerium Wekerte amtierte bis Januar 1910, also nahezu vier Jahre. In der Wahl- | tsormsrage geschah während dieser Zeit nicht das ge- I imgste, es sei denn, daß der Handelsminister Kossuth am I i lüjahrStage 1907 eine hochtrabende Rede hielt, worin er 1 beteuerte:Bon einer Verschiebung oder Verzögerung I röcr gar Beseitigung dieser großen Frage ist nicht die Rede." I Auf das Kabinett Wekcrle folgte das Kabinett Khnen-Hc- teroari), dem Kabinett .^Huen-Hedcrvary das Kabi- f nett Lukacs und immer geschah noch nichts

fe in der Frage der Wahlrcform Mit der Wohl- | r-chtsfrage war eben immer das ungelöste Haupi- Wfcodlem der ungarischen Polittk verquickt: das Ver-

i Muis zu Oesterreich. Ob die gestrigen Vorgänge nun die Forderung der Wahlrechtsfrage beschleunigen werden? Das k Parlament steckt in den größten Schwierigkeiten und man I r immer wieder darauf gefaßt sein, daß der nächste I 5>cfl wieder einen Wechsel im Kaleidoskop der ungarischen irlitir bringt, schwerlich aber die Erfiillung der sozialisti- I fchen Wüirschc.

Wir erhalten folgende Meldungen:

Steinbombardement ans Polizei nnb Militär.

chlossen.

Wien, 23. Mai. Gegen Schluß der Sitzung der Ad geordneten erklärte Tr. Adler (Soz.) unter Hinweis aus die Vorgänge in O f e npc st, unter der Maske des Kampfes für die Wahlrcform verstecke sich der Versuch der in Ungarn herrschenden Mag natenklique, das Recht der Völker Ungarns auf das von der Krone versprochene allgemeine ^Wahl­recht zu erdrosseln. Redner protestierte sodann gegen die Verwendung der gemeinsamen Armee gegen friedliche Kundgebungen und ersuchte daS Präsidium, deswegen bei der Regierung zu intervenieren, j-cnicr verlangte er Einstellung der B e r a t u n g e n dcS WehrauS - schufses, solange in Oscnpest die Gefahr von Men- fchenmorden bestehe.

Vizepräsident Pogachnik erklärte, so sehr er die Vorfälle vom menschlichen Standpunkt bedauere, so stehe dem Präsidium kein Einfluß auf die Verwendung des gemeinsamen Heeres zu. Der Wehrausschuß sei auf den 30. Mai einberufen und er werde selbst darüber entschei­den, ob er unter den obwaltenden Umständen die Bera- ungen fortsetzen solle oder nicht. Die nächste Sitzung indet am 30. Mai statt.

1 Jmci Personen sind getötet worden.

1 Ofenpest, 23. Mai. Die Aus,chrettungcn dauern am Es gelang der Polizei, die Umgebung des Parla- mmts zu säubern. Umso schlimmer aber waren die '.ui-..- Breitungen in den anderen Stadtteilen. Bei dem Ziftani- i innstoß in der Umgebung des Parlaments ivurde aus die . Polizei aeschossen, wobei ein berittener Polrzrst getötet,

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Ostnpest ein Feldlager.

Ofen pest, 23. Mai. Tic Kundgebungen dauerten den ganzen Tag in großem Umfange fort. Di c Stadt gewinnt (u s i> > n eine- Feldlagers, da zahlreiche Abter lungcn Militär an verschiedenen Punkten ausgestellt sind. Zu­weilen gingen Regengüsse nieder, worauf sich die Ansamm­lungen zerstreuten. Sobald der Regen aushörte, erschienen die Demonstranten abermals in starken Gruppen Gaslaternen wur­den aus der Erde gerissen und das aus strömende Gas an- gezündet. Der Direktor der Gasanstalt erklärte dem Ober- stadkhauptm»nn, daß er infolge der Zerstörung der Gaslampen und des Ausströmens des Gases keine Garantie für die Beleuch­tung übernehmen könne.

Brandstifter und Bombcnwkrser.

Nach den neuesten Nachrichten zog in den Nachmittagsstunden die Menge von dem nördlichen Teil der Stadt nach dem Süden, weil eine V e r s a ni n, l u n g auf dein Ptoessiplatz cinbcrufen war. Tort entbrannte bald ein heftiger Kamps, dem viele Verwundete zum Opfer fielen. Ter Freiheitsplatz und die Waitzener Straße boten am Nachmittag das Bild eines regelrechten Krieges. 13Straßenbahnwagenund drei Möbelwagen wurden rasch Hinterei,tander umgcstürztundinBrandgestcckt. Bis zum Abend hatte man 16 Tote und über 200 mehr pber weniger chwer Verletzte.

Von 90 000 Arbeitern in den Os'enpester Fabriken streiken 53 Prozent. Um 10 Uhr abends wurden Flugblätter verteilt, in denen die sozialdemokratische Parteileitung ankündigt, daß der Streik fein Ende gefunden habe Tic sozialistische Par­tei nimmt an, die Regierung fühle fick zu Z u g e - tänbniffcn in der Wahlreform genötigt.

Tie Unruhestifter zogen sich die Peripherie der Stabt zurück, wo sie große Ausschreitungen verübten, eine Wacht- tube in Brand steckten, in das Haus bes Abgeorb- neten Barons Vojnits eine Bo mb c warfen, die das Stiegenhaus und das Tor zerstörte.

Es verlautet, die Sozialistenführer beabsichtigten, einen Auf- ruf an die Arbeiter zu erlassen, in welchem diese aufgeforbert werden, sich der Teilnahme an den Ausschreitungen zu enthalten. Um 9- 2 Uhr abends wurden 7 Tote gemeldet, die Opfer des heu­tigen Tages. Bei der Station Rakos und bei Ofenpest sollen Gifcnbabnarbciter die Züge angehalten haben. Im Lause des Tages wurden weitere zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Tie Menge zerstörteeineAsphaltfabrik, schleppte mehrere Fässer Teer auf die Straße und steckte sie an. Das Mobiliar eines Hauses ist infolgedessen verbrannt Auf die Nachricht, daß von Neu-Pest mehrere tausend Leute gegen die Stadt zögen, würde die auf der Neupefter Straße gelegene Wasfen- fabrik mit einer Kompagnie Infanterie besetzt. Der Verkehr der elekttischen Straßenbahn und Untergrundbahn ist cingeftrflt worden. ,

Gin Aufruf der sozialdemokratischen Parteileitung.

Ofcnpcst, 23. Mai. Heute abend erließ die sozial- demokratische Parteileitung einen Ausruf an die organisierte Arbeiterschaft, in welchem diese aufgesordert wird, den Aus­stand zu beenden und die Arbeit morgen früh wieder aus­zunehmen.

Tic Beratung der Wchrresormcn.

Osenpest, 23. Mai. Der Platz vor dem Ab­geordnetenhause ist mit starken Militär und Poli- zoi Abteilungen besetzt, um die Abhaltung der von der Poli zer verbotenen Volksversammlung zu verhindern. Aucl sämtliche Zufahrtsstraßen zum Parlamentsplatz find durch Polizeimaunschaftcn abgcsperrt. Hinter dem Poliz?ikordon stehen tausende von Arbeitern, die trotz des Verbotes die Volksversammlung abhalten wollen.

Im Abgeordnetenhause wurde die Beratung der Wehrreform fortgesetzt. Tie opposttioncllen Redner Gras Apponni und Levascp ergriffen vor der Tagesordnung das Wort. Apponyi erklärte, wenn man die objektive Rechtsregel der Hausordnung ganz der Will­kür des Präsidenten anheimstellte, so sei der ganze Rechts- zustand der Verfassung in Gesahr. Lovaszu äußerte Zweifel gegen die Recbtsgültigkcit der Prädentcnwahl. Mitt­lerweile erschienen Abgeordnete im Beratungssaal und teil­ten mit, daß infolge von Zusammenstößen der Menge mit Militär und Polizei zahlreiche Verwundungen vorgckommcn seien. Präsident Tisza ersuchte den Redner, weiterzu- sprcchcn. Ein Abgeordneter der Justhpartci bat, daß in folge der Aufregung, «eiche die Mitteilung v o n dem Straßenkampf hervorgerrrfew pabc, die Sitzung suspendiert werde. Ter Präsident erklärte, das Par­ia ment wäre kein W o h ls a h r t s aus schu ß und forderte den nächsten Redner, B c l a e g r n , auf, seine Rede zu beginnen. Als dieser über die Straßenexzesse sprach, wurde er vom Präsidenten ermapni, bei der Sac1)e zu bleiben Unterdessen forderte die Opposition eine ge­schlossene Sitzung. In dieser wurde ausführlich iiber ßenexzefte gesprochen. Äofsuty schlug vor, cs - solle statt dec Wchcresorm die Wahlreform auf die - Tagesordnung gesetzt werden, dadurch würde die Ruhe wiederhergcstellil Er forderte alle Parteien aut, die Hand zu einem ehrlichen Friedensschluß zu bieten. Tie meisten , oppositionellen Redner ergingen fta) in heftigen Befchwer-

ein anderer verwundet wurde. Ein 12jähriger Schul knabc ist ebenfalls getötet worden. Tie meisten Läden sind geschlossen, der Verkehr stockt. Be, i usammenstoßen in anderen Sttaßen wurden zahlreiche ' ?ersonen verletzt Tic Mengen zertrümmerten die Aus- lagen der Schaufenster und steckten einen Wagen der elektrischen Straßenbahn in Brand. Eine Abordnung der Sozialisten erschien vor dem Ministerpräsi dentcn und bat, er soNe zur Vermeidung weiterer Erzesse die Volksversammlung gestatten. Ter Ministerpräsident wollte die Volksversammlung nur in geschlossenen Räu­men gestatten, worauf die Teputatiou erNärte, die Ex­zesse werden weiter bauern. Der Ministerpräsident ant wartete darauf, daß er die sttengsten Maßnahmen an­ordnen werde.

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den wegen der Vorenthaltung des Wahlrechts Apponni orderte mit Rücksicht auf die Kundgebungen die Auf Hebung der Sitzung Ter Präsident Tisza erklärte, man müsse weiter arbeiten, das Parlament dürfe sich nicht wie ein hysterisches altes W e i b ge­bär b e n. Unter großer Unruhe würbe bic Sitzung gc -

Hr. 121 _____Erstes Blatt 162. Jahrgang Zrettag, 24. Mai (912

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r rnnaljme von Anzeigen Botationsdrud unö Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch- nnö Steindruckerei R. Lange. Redaktton, Expedition und Druckerei: zchulstrahe 7. ^anb-: E.Heß; für den t5 vormittags 9 Uhr. Büdingen: zernfprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: r». Beck.

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Wien, 23. Mai DieNeue Freie Presse" meldet aus tseupest: Aus Anlaß des Hauptausstandes kam es zu mehr sichen Zusammenstößen znnschcii Arbeitern und Polizei und Ikilitär. An einer Stelle eröffneten von einem Neubau cuo Arbeiter ein Stcinbornbardement auf die olizci. Ein Arbeiter wurde getötet. Die Poli- n gab zwei Salven ab. Auch zwei Polizisten wurden chwer verwundet. An einer anderen Stelle wurden ichrere Husaren von den Pferden g^e rissen, Straßenbahnwagen wurden von den «treikenden Ungehalten, die Fensterscheiben zertrümmert und zahlreiche fahrgäftc verwundet. Au einer dritten Stelle wurde nn evlizeihauptmann durch einen Steinwurf am Kopf sehr hwcr verletzt, .stürz nach 11 Uhr kam es an verschiedenen Irten zu förmlichen Str aßen kämpfen. Die Arbeiter rnchteten mehrere Barrikaden und zertrümmerten die lenster zahlreicher Gebäude. Die Polizei war machtlos. Mittags gegen 1 Uhr wurde der Befehl erteilt, die ge- amte Ofenpester Garnison zu mobilisieren. 3or der Redaktion desMaryar Hiriap" schoisen Ar­beiter auf dke Polizei. Ein Polizist blieb sofort :at Bislrer finb im ganzen vier Todesfälle betauni, dar irlcr die ziveier Polizisten. Hundert P e r f 0 n c n find 0wer verletzt, hundertundvierzig Berhaf- ungen wurbcni vorgenommen.

Gewehrfeuer und Strabenkämpfc.

Ofen pest, 23. Mai. Der M ass enaus stau d ist liur teilweise gelungen, da in den meisten Fa- rifen gearbeitet wird. Die Polizei fchatzt di? Zahl der Unruhigen auf 50000. Der erste Zula mm en stotz cr° oCgtc auf ber Margaretheubrückc, wo ein Manu verletzt mürbe. Von einem Neubau auf der äußeren ^eizencr- Irafec bewarfen Arbeiter bic Polizei mit steinen unb gaben etwa 70 Schüsseab. Die P 01i5cx c r tot her te das Feuer. Hierbei würbe ein Arbeiter getötet unb neun verletzt, ebenfalls würben brei Polizisten Ich wer vei> Ist. Am Freiheitsplatz fanbcit mehrere Angrifte statt. ?ie Menge floh unb zerrrünnncrte bic Fennerfcheiben der Auslagen unb die Straßenlaternen. Aus mehreren -inten mrrde die Einstellung des Straßenbahiweitebrs erzwungen. u»ut Potizeibericht betrug um 12 Uhr mittag-.- die Zahl r Verwundeten 63, baiunter 25 Schwer verwunden. Un ich ben Verwundeten befinden sich sieben Polizeibcamie.

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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Lin Lag der Heoolution in Gsenpeft.

DerVorwärts" überschreibt seinen Bericht über den I hegten VerhoAblungstag bes Reichstags mit den trium- I Jicrcnbeti WortenUnser Tag!" Tie ungarische I Zozialdemokratie kann den gestrigen Donnerstag alsun- |«rcu Tag" bezeichnen Er war allerbings inlstiltreicher Vb die dürftigen Papierkanonaden des Herrn Ledebour, 1 ,i;f die ber Reichskanzler seine auch nicht sehr impo- I rierenbe ErwiberungSrebe sich wohl hätte ersparen können. I hn bcr ungarischen Haupt stabt aber tobte gestern bic leib- I l ästige Revolution unb kostete manchem Teilnehmer, aber I cud) manchem pflichttreuen Beamten bcr Staatsgewalt unb I jihlreicheu fricblid>en Bürgern OJut unb Leben. Wie man Uiaiß, sollte es infolge bcr Aufsorberung bcr Sozialbemo- Ijcitic ein Tag beS HauptausstaubeS, bcr allgemeinen Kund- I ptbung für bic Einführung des allgemeinen gleichen Wahl- I achtes werben. Nun trifft für ben schrecklichen Ausgang I die sozialbemokratische Leitung bic volle Verantwortung. I jtt rbicnen Leute, die Bomben in friedlict)e Häuser werfen,