Ausgabe 
29.6.1912 Erstes Blatt
 
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einen Angriff auf Fez unternehmen tooHien. op­tische Signale austauschte. Die französische Be- Hörde ersuchte ihn, eine andere Behausung zu wählen, und verfügte, daß davor eine Wache von vier Schutzen mit aufgevflanztem Bajonett aufgestellt werde.

Der Sonderberichterstatter desMattn" schreibt aus Fez, die Haltung des Sultans habe dem General- rezenten Liautey eine Enttäuschung bereitet. Dieser habe sich bemüht, dem Sultan Vertrauen einzuflößen und dessen 'Ansehen zu erhöhen. Er habe Mulay tzasid auch veranlaßt, wenigstens für drei Monate feine Abdankungsabsicht auf- lugeben, aber sonst habe er bei dem Sultan jenen ehr­lichen Beistand nicht gefunden, auf den er rechnen zu können glaubte. Der GeneralresidentLiautey, der klare Situationen liebe, wolle sich deshalb so bald wie möglich nach Ra- b at begeben, um die Frage der Stellung des Sultans in bem einen ober dem anderen Sinne zu lösen. Auch sonst dürfe man nicht verhehlen, daß keineswegs alle Gefahren überwunden seien, und die öffentliche Meinung Frankreichs dürfe nicht überrascht sein, wenn auf irgendeinem Punkte Marokkos plötzlich große Schwierigkeiten auftauchten.

Deutsche» Reich.

Die beiden Kammern deselsaß-lothringischenLand- tages sind auf Befehl des Kaisers mit Zustimmung des Land­tages bis zum 14. Januar nächsten Jahres vertagt worden.

Bei der Reichstags stich wähl im Wahlkreis Hage­no w-G re v e s nrü hle n wurden bis jetzt für Pauli (Kons.) 6573, für Siv kopick (Fortschr. Bp.) 9119 Stimmen gezählt Ts stehen noch 30 Ortschaften aus. Die Wahl von Sivkovich äst gesichert.

lieber einen großen polnischenGüterankaufin Pom­mern wird den Berliner Morgenblättcrn aus Stettin gemeldet: Die seit Jahrhunderten im Besitz des deutschen Hochadels be­findliche FideikoMmißherrschaftNassenheide ift heute auf dem Wege der Zwangsversteigerung für 4 200 300 Mark von dem Hamburger Kaufmann R. Müller erworben worden. Wie wir dazu erfahren, ist die Herrschaft aber nicht für seine Rechnung gekauft, sondern für Rechnung der von dem bekannten polnischen .Güteragenten Biedermann verttetenden Interessenten. Es ist also ein uraltes pommersches Stück Erde unter polnische Herrschaft gekommen. Besitzer des Gutes waren ehedem Graf Henckel von Donnersmarck, Graf 'Arnim, der Schwager Bismarcks u. a.

Ausland.

DaL österreichische Herrenhaus nahm das Land- wehrgesetz an. Damit sind die Wehrreformvorlagen von beiden Häusern des Landtages erledigt.

London, 28. Juni. Als der König mit der Königin gestern im offenen Auwmobil durch Cardiff fuhr, sprang in einem der ärmeren Stadtteile ein Mann auf den Herrscher zu und streckte die Hand aus. Er wurde von den umstehenden Personen festgehalten, ehe er dem König nahe kommen konnte. Der Mann hatte scheinbar nur die Absicht, dem König die Hand zu schütteln. Tie Barrieren in den Straßen waren fortgenommen worden und jeder Mensch konnte ohne Schwierigkeit an das Herrscherpaar herankommen.

Die Frauenstimmrechtlerinnen in London ver­anstalteten gestern nachmittag erneut einen Feld zug gegen die Fensterscheiben der Läden. In der Provinz, namentlich in Man- ichester und Dundee wurde beträchtlicher Säwden angerichtet. In »London warfen sie die Scheiben der Postanstalt in der Regent- ,str eet ein.

Schwaben" verbrannt.

DaS Luftschiff .Schwaben", das über ein Jahr lang als Paffagierschiff diente, ist gestern nach einer glänzenden Fahrt von Frankfurt nach Düffeldorf vor der dortigen Halle ver­brannt. Wir haben folgende Nachrichten über den Unglücks­fall erhalten:

Düsseldorf, 28. Inni. Do, LuftschiffSchwaben" ist heute mittag verbrannt. Mehrere Personen wurden ver­letzt, aber niemand gelotet. Als da, Luftschiff heute um 10 Uhr 50 Min. landete, konnte eS wegen de, starken Winde, nicht in die Halle gebracht werden. Hebet mittag wurde da, Luftschiff von einer Bo erfaßt und entzwei gebrochen. Die Gaszellen ent­leerten sich und während da, Luftschiff in die Hohe gerissen wurde, entzündete sich da, KaS und explodierte. S, ist wahr­scheinlich nicht? von dem Luftschiff übrig geblieben.

Düsseldorf, 28. Juni. Bei der Zerstörung des LuftschiffesSchwaben" wurden etwa 30Personen veicketzt, darunter 7 schwer. Die Verletzten wurden ins Kranken­haus gebracht. Unter den Verletzten befindet sich auch OVer- in^cnicur Dörr, der Führer des Luftschiffes. Dorn Luft- schiff sind nur das Gerippe und die Gondeln übrig ge­blieben. Das Unglück war in wenigen Minuten gesck^hen Eine authentische Darstellung wird erst später erfolgen können.

Düsseldorf, 28. Juni. Unter den bei der Zer- törung des LuftschiffesSchwaben" schwer verletzten Per- onen befinden sich der Daurnonteur Frütz au5 Straßburg, >cr Baumonteur Kiefer aus Friedrichshafen und der Luft- schiffkellner Knbis. Der Führer des Luftschiffes, Ober- ingcnicur Dörr, hat nur leiclste Brandwunden an den Hän­den und im Gesicht erlitten. Die übrigen Leichtverletzten sind in der Hauptfach« Soldaten tron dem hiesigen Füftlier- Regiment und Hilfsarbeiter. Morgen tritt ein Ausschuß unter dem Grafen Zeppelin zusammen, der die Ursachen der Katastrophe feftfteUen wird.

Frankfurt a. M., 28. Juni. Nach Mitteilung der Deutschen Luftschiffahrts-^eseNschast handelt es sich bei den bei dem Brande des LuftsckftfsesSchwaben" in Düssel­dorf vorgekommenen Verletzungen nur um Brandwunden leichterer Art. Etwas schwerer verletzt wurden der Mon­teur Kiefer und der Luftsck)iissfteward Kubis, bereu Zustand

aber nicht lebensgefährlich ist. Oberingenieur Dörr be­gab sich nach seinem Hotel: fein Zustand ist ebenfalls nicht ernst. Von den Passagieren hat niemand Schaden genommen. Die Lustfchiffahrts-Gesellschast macht übrigens mranf aufmerksam, daß es sich nicht um eine eigentliche Explosion, sondern um eine einfache Verbrennung handelt, was auch schon aus der Tatsache hervorgeht, daß die Der- lehungen nur leichter Natur sind und nur Mannschaften des Luftschiffes betroffen haben.

Berlin, 28. Juni. Der zurzeit in Berlin weilende Direktor derDelag", Eolsmann, teilt uns zu der Katastrophe des LuftschiffesSchwaben" folgendes mit: DieSchwaben" wurde heute mittag durch Brand zerstört, während sie vor der Halle lag, in die sie wegen des starken Ouerwindes nicht eingefahren werden konnte. Die Ur» ächen des Brandes scheinen ähnliche zu fein, wie die des Brandes in Friedrichshafen, dessen Untersuchung folgendes ergab: Bei der Entleerung des Luftschiffes wurden die Zellen, nachdem sie fast vollständig von Gas entleert waren, nach unten aus dem Gerippe des Luftschiffs herausgczogcn. Dadurch rieben sich die gummierten Jnnenfläck-en einer Gaszelle gegen einander. Versuche ergaben, daß hierbei unter gewissen atmosphärischen Bedingungen Funken ent- tehen können, die imstande sind, das in der Zelle noch vorhandene Gas zu entzünden. Dieses Entleerungs- Verfahren wird deshalb in Zukunft nicht mehr angewendet. Auch bei derSchwaben" scheinen, nachdem durch die 23er- etzung des Luftschiffs infolge einer starken Böe die Zellen zerissen waren und Gas ausströmte, durch eine gewalt­same Bewegung des Ballonstoffs eine Reibung und eine Funkenb ildun g entstanden zu sein. Während der Fahrt >es Luftschiffs ist, da die Gaszellen aefüllt sind, eine Rei- ;ung des Stoffes nicht möglich und ein solches Unglück ausgeschlossen.

Die hinterlandbahn-Zrage.

Dm 8. Juni konnten wir davon Mitteilung machen, > über die Wünsche von Wetzlar und Gießen in der Hinterlandbahnfrage eine Verständigung angebahnt sei, die den beiderseitigen Interessen und besonders auch denen des Üdöstlichen Teiles des Hinterlandes (Bieber- und Verstal) Rechnung trage und damit auch Aussicht auf allseitige Zustimmung habe. In der Beratung der Vertreter des WetzlarGladenbacher Projektes und der des Bieber- und Verstales am 6. Juni war vereinbart worden, innerhalb der nächsten vier Wochen sollte die Zustimmung feer Stadt Gießen zu diesem Abkommen eingeholt und die leclMischen und wirtschaftlichen Unterlagen für die vom Bieber- und Versdachtal gewünschte Abänderung des ursprünglichen Wetzlarer Projektes beschafft werden. Die Lösung beider Aufgaben hatte man den Vertretern des Bieber- und Vers­tales überlassen.

Anstatt nun zunächst daS Ergebnis dieser Bemüh­ungen abzuwarten, gab etwa zwei Tage nach der Eini- aungsverhandlung derArbeitsausschuß des Eisenbahn- omitees zur Förderung des Bahnprojektes WetzlarGla- wnbachBiedenkopfBattenberg" einen offenen Brief an Oberbürgermeister Mecum heraus. Der Zeitpunkt des Er- cheinens dieses, den Wetzlarer Standpunkt einjeilig ver­tretenden Flugblattes war mit Rücksicht auf die inzwischen angebahnte Verständigung recht unglücklich gewählt. Das mag nicht absichtlich geschehen fein. Der offene Brief war wohl vor der BerständigungZe'Versammlung beschlossen wor­den und man hat es lediglich versäumt, seine Verbreitung zu unterlassen, nachdem sein Inhalt durch die Beschlüsse vom 6. Juni sachlich gegenstandslos geworden war.

In bem offenen Brief war ein Gegensatz zwischen >cr Haltung des Oberbürgermeisters von Gießen und der >es Beig. Grünewald in der Bahn frage konstruiert wor- >en, der zum mindsten damals bei Abfassung des offenen Briefes nicht mehr bestand. Oberbürgermeister Mecum hatte in einer Abmachung mit den beteiligten Landräten zugestanden, die Betreibung der Gießener Bahnwünsche bis nach Ferttgstellung der 23-afyn nach Wetzlar zurückzu- kellen. Er war aber, nachdem Wetzlar entgegen wn früheren Abmachungen seine Bahnwünsche beim ireußischen Eisenbahnministerium einseilig betrieben hatte, von dieser Vereinbarung zurückgetteten und hatte inzwischen zufolge eines Beschlusses der Gießener StadtverordnetenEersannnlung die Wünsche Gießens wegen Erbauung der Hinterlandbahn mit dem Endpunkt in Gießen in einer Eingabe ebenfalls dem preußi­schen Minister der öffentlichen Arbeiten unterbreitet. Schon vorher hatte Bcig. Grünewald in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter für Gießen zusammen mit Abg. Ur­stadt und mit Wissen der Bahninteressenten des Bieber­tales eine Anfrage an die hessische Regierung gerichtet, in der er die Vertretung der Gießener Interessen erbat. AuS dieser Anfrage sucht Der offene Brief dem Beig. Grüne­wald einen Strick zu drehen, indem er ihm eine gröbliche Verletzung seiner Wichten als Beigeordneter der Stadl Gießen vorwirft.

Beig. Grünewald wehrt sich in einemoffene Abwehr" betitelten Flugblatt mit Recht gegen diesen Vorwurf. Wie wir feit längerer Zeit im Gießener Anzeiger, so ist er mit feiner Anfrage für die berecl-tigten Interessen Gießens und des Hinterlandes eingetreten. DaS mag für die Wünsche Wetzlars unangenehm fein, aber Gießen und dem Hinterland gegenüber war es richtig und zweckmäßig.

Dir möchten mit Rücksicht auf den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen jetzt nicht weiter auf diese Reibereien eingehen und überhaupt dem Wunsch Ausdruck geben, daß die Austragung persönlicher Streitigkeiten im Interesse des Zustandekommens der Dahn von jetzt ab unterbleibt.

faltet erbeutet werden. Julius Stephan schlägt nun vor, den Falter durch Gesetze zu säpltzen. Geyenden, in denen er noch vorkonnnt, müssen als -Lxhutzgebiete crflart werden, und in anderen, wo er ehemals zu finden war, kann man ihn wieder cinfübror In einzelnen Gegenden sind solche Schutzmaßregeln bereits ge­troffen. Bor zwei Jahren hat das Bezirksamt von Berchtesgaden eine Polizeivorschrift von dreijähriger Gültigkeit erlassen, die daS Fangen des Falters oder seiner Raupen ohne Erlaiünns mit 150 Mk. (Selb)träfe ober Haft bedroht. Ächnlich soll die Koblenzer Regierung jüngst 6orgegangen sein, und «n mtomologiicher Verein in BreSlau hat einen NaturnrUnd im Waldenburger Ge- birgc für den Plan gewonnen, dort Futterpflanzen für den Äpollo- faitcr anzubauen, wo dann später Falter ausgesetzt werden sollen. Schließlich hat die Fürstlich Pleßstlrc Verwaltung innerhalb de« fürstlichen Besitzes durch Fangverbote den Falter geschützt, so daß zu hoffen steht, er werde sich in dieser Gegend allmählich wieder ausbreiten.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Dem Astronomen, ständigen Sekretär der preußischen Akademie der Dissenfchaften, Wirklichen Geheimen Cberrrgimmnd. rat Professor Dr. Arthur Auwers in Berlin wurde der erb­liche Adel vettieben. Geheimrat v. Auwers feierte am 25. Ium das goldene Doktoriubiläum. Der Aelteste der Bonner medi- «irischen Fakultät, Professor der Pharmakologie, Geh. Medizinalrat Dr. med. Karl Binz feiert ant 1. Juli seinen 80. Geburtstag.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 29. Juni 1912.

TageSkalender. K in em a t o g r a p h : Täglich Vor­stellung.

Biograph: Täglich Vorstellung.

Museum deS o b e r h e f fisch en GeschichtsvertzinS. Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittag von 11 i Uhr.

Gemäldeausstellung des Kunstvereins im Turm­haus nm Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von eainfltag), von 111 Uhr, Sonntag» von 113 Uhr

Aorteier zum Iubtläums-Gouturniest des Turn- gaucS festen: 2 Uhr Festzug von L-ivald» Garten ab; 2*/. Uhr Wethe de» Iatm-LcdcnlftemS; 37, Uhr Schülerturnen auf dem Zeltplatz; abenbi 8 Uhr Ron tert und Tanz.

Landkreis Gießen.

Wies eck, 27. Juni In der heutigen Ge mein be­rat S s i tz u n g wurde beschlossen, oen neu protektierten Bauplock an der Turnstraße und dem Lichtenaucrweg mit der Wasserleitung zu versehen. Die Arbeiten, die im Vor­anschlag mit 2100 Mk. vorgesehen sind, sollen unter den hiesigen Unternehmern zur Submission ausgeschrieben wer­

den. Eine lebhafte Aussprache entspann sich über die Abl­age einer neuen Straße von der Kirchlttaße nach der Alienbusecker Straße. Nachdem der Vorsitzende die Not- Wendigkeit der schon teilweise bebauten Straße näher er­läutert halte, wurde zur Abstimmung geschritten. Das (Ergebnis war Stimmengleichheit. Der Vorsitzende er­klärte sich hierauf für die Projektierung, wodurch sie als angenommen zu betrachten ist. Die Ortssatzungen über die Gehalts- und Dienstverhältnisse der Beamten und Be- bienfteten der Gemeinde Wieseck wurden, da sie eine längere Beratung benötigen, auf die nächste Sitzung verschoben. Ferner wurde beschlossen, der Stadt Gieyen für die Anlegung der Elektrischen Straßenbahn nach Wieseck ein Angebot von 30000 Mk. zu machen. Auch dieser Punkt wurde mit knapper Mehrheit angenommen, )enn durch den Autoverkehr, der nicht den Bedürfnissen entsprach, ist die Rentabilität der Strecke GießenWieseck als nachgewiesen zu betrachten, weshalb sich auch der Ge­meinderat nur schweren Herzens zu dem Angebote ent- 'chließen formte. Durch die Genehmigung der Sttecke GießenKrofdorf, die etwa sechs Kilometer beträgt, mit einem Zuschüsse der Gemeinde Krofdorf von 50 000 Mk. erachtet der Gemeinderat ein Angebot von 30000 Mk. ür die Strecke GießenWieseck, die nicht ganz zwei Kilo- meter lang und zu annähernd zwei Drittel auf städtischer Gemarkung ist, vollkommen gerechtfertigt. Die Nctturali- ierung des Franz Voigt wurde genehmigt. Die Anlegung >er elektrischen Straßenbeleuchtung auf ver­riebenen freien Plätzen wurde auf später vertagt.

-m. Utphe, 28. Juni. Als Täter des vor einigen Tagen bei Gastwirt Tag hier verübten Einbruch di eb- stahlS wurde von der Gendarmerie ein ISjäbriger fe­iger Bursche ermittelt, der nach anfänglichem Leugnen eingestand, in ^Wesenheit der Bewohner vom Hofe auS in das Gebäude eingeftiegen zu fein und einen größeren Geldbetrag entwendet zu haben, um damit eine Teilzahlung auf ein Fahrrad zu leisten. Die Höhe der entwendeten Summe konnte nicht genau festgestellt werden.

Lich, 29. Juni. Die Großherzogltchen Herr, schäften begaben sich gestern nachmittag 2 Uhr in Be- gleitung deS Oberleutnants v. Schroeder im Auto hierher. Die Rückkehr nach Jagdschloß Wolfßgarten erfolgte abends 11,30 Uhr.

Kreis Büdingen.

X Büdingen, 28. Juni. Der in diesen Tagen in Kaffel versammelte Landesausschuß des Regierungsbezirks Kassel hatte sich u. a. auch mit der Bewilligung eines chy po t he karr scheu Darlehens in Höhe von 395 000» Mark an die für den Bau und Betrieb einer Kleinbahn Hanau Büdingen zu er­richtende Aktiengesellschaft zu befassen. Zu einer Beschlußfassung kam es noch nicht, da einige Unterlagen noch beizubringen sind. Infolgedessen wird erst die nächste Sitzung einen Beschluß fassen können. Da der Landesausschuß sich früher grundsätzlich dafür ausgesprochen ist, ist an der endgiltigen Genehmigung nicht zu zweifeln.

Kreis AlSfeld.

= Mücke, 28. Juni. Herr H. Wittich teilt un5 mir, daß er mit der Schießangelegenheit, über die wir in Nr. 147 berichteten, nichts zu tun Hal. Er habe von der dlngelegenheil erst durch die Zeitung erfahren.

Kreis Wetzlar.

Dulenhafen, 29.Juni. Auf dem Jagdschlößchen findet morgen Sommerfest mit Konzert und italienischer Nacht statt. (6. Anzeige.)

Hessen-Nassau.

V. Höchst a. M., 28. Juni. Bei der heute abend stallgefundenen Wahl eines besoldeten Beigeordneten für die Stadl Höchst wurde MagistralSasieffor Dr. Hog- Frankfurt a. M. mit 20 von 36 abgegebenen Stimmen auf die Dauer von 12 Jahren gewählt.

Hessen-Nassau.

W Kassel, 28. Juni. Auf den Niederhessischen Basalt- Werken bei Malsfeld wurde durch plötzlich einstürzende Gesteins­massen eine Anzahl Arbeiter verschüttet. Zwei uwrdcn lebensgefährlich, mehrere andere leicht verletzt.

vermischtes.

* Ein gewaltiger Brand wütete gestern abend auf einem Baumaterialienlagerplatz in der Schloßstraße in Schöne­berg. Das Feuer entstand vermutlich durch Funkenflug aus einer Lokomotive. In wenigen Minuten hatte es eine große Ausdehnung gewonnen und drohte den gesamten Lagerplatz so­wie einen angrenzenden Kohlenlagerplatz zu vernichten. Bei der außerordentlichen Hitze, die das brennende Holz entwickelte und dem sehr starken Qualm, mußten die tapfer voraehenden Feuer­wehrleute immer wieder rasch abgelöst werden. Fast znwi Stunden wähtte der Kampf mit dem enffesselten Element, bis dessen Ge­walt gebrochen wurde.

Amtlicher Wetterbericht.

Oesfenllicher Wetterdienst, Gießen.

WetterauSsichten in Hesien für Sonntag, den 30. Juni 1912: Warm; Gewitterneigung.

......... .

Letzte Nachrichten.

bS. Darmstadt, 29. Juni. Die Erkrankung des Staats- Ministers Dr. Ewald hat einen ernsteren Charakter angenommen, da der Minister neuerdings noch an einem Gallenleiden erkrankt ist.

Potsdam, 29 Juni. Der Kaiser ist heute morgen 6 Uhr auf Station Wildpark angekommen.

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Heute nachmittag 2*/, Uhr entschlief sanft nach langem Leiden unser innigst geliebtes Söhnchen

Otto

Im Alter von 2Vs Jahren.

Die tiefttouernben Eltern:

Jamilie Ludw. Pb. Schmidt.

DieseL den 2& Juni 1912.

Die Beerdigung findet Sonntag, 30. Juni vormittags 11'/, Uhr statt. 4563

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