Ausgabe 
27.2.1912 Erstes Blatt
 
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Aus Stadt und Land.

Gieren, 27. Februar 1912.

Aus dem städtischen Voranschlag.

II.

Tie Jagden bilden einen feststehenden Einnahme­posten für die Stabt, da sie noch bis 1920 verpachtet sind. Tie Jahreseinnahme daraus beträgt 4538 Mk., von denen 425 Mk. für Gemeindesteuern und für Anteile von Grundbesitzern abgehen. Tie Märkte erbringen lt. Vor­anschlag im nächsten Jahr nur 7850 Mk. statt der für das laufende Jahr angesetzten 8800 Mk. Es hat dies seinen Grund darin, daß infolge des bestehenden Verbots der Viehmärkte das Standgeld hieraus und aus den Krämer- märkten nur mit 2000 statt seither 3800 Mk. angesetzt werden konnte. Dagegen konnte das Marktstandgeld von den Wochenmärkten mit 5000 anstatt seither 4000 Mk. an­gesetzt werden. Die Ausgaben betragen für die Märkte 4278 Mk., fast genau so viel wie seither. Tie Kirchen bilden im städtischen Voranschlag in der Hauptsache einen durchlaufenden Posten, da die von der Stadt erhobenen Lokalkirchensteuern (62 000 Mk. für die evang. und 4500 Mark für die kath. Gemeinde) selbstverständlich den Kirchen- f aff en ungekürzt zufließen. Die Friedhöfe bringen bei 30 627 (1911: 27 637) Mk. Einnahme eine Ausgabe von 39 690 (37 400) Mk. Die Mehreinnahme rührt daher, daß der Erlös aus Gräbern mit 15 000 Mk., also 3000 Mk. mehr als seither, angesetzt werden konnte. Die Mehrausgaben sind hauptsächlich durch erhöhte Anforderungen für die bauliche Unterhaltung der Friedhofsbauten hervorgerufen worden. Einen größeren Ausgabeposten bilden die Auf­wendungen für die Schulen. Es sind an Ausgaben vor­gesehen für die Volks- und Fortbildungsschule 243133.24 (235 407.70) Mk., für die Höhere und erweiterte.Mädchen­schule 107 786.35 (103 772.17) Mk., für das Realgymnasium und die -Oberrealschule 47 429 (47 880) Mk., für die Vor­schule des Gymnasiums 12 340 (12 090) Mk., für die Ge­werbeschule 6000 (6000) Mk. und für die Aliceschule 1670 (1550.40) Mk., zusammen also 418 358.69 (406 700.27) Mk. Währeno die Vorschule des Gymnasiums sich aus ihren Einnahmen fast ganz erhält sie nimmt 11000(10 000) Mk. ein und die Höhere und erweiterte Mädchenschule bei 56 694.29 (54 694.29) Mk. Einnahme über die Hälfte ihrer Ausgaben selbst deckt, sind die übrigen Schuleinnabmen kaum erwähnenswert. Insgesamt nehmen die Schulen 69 579.31 (66 661.31) Mk. ein, so daß die Stabt aus all­gemeinen Mitteln 348 779.38 (340 039.96) Mk. zuschießen muß. Tie Mehraufwenbungen für bie Schulen beruhen zum größten Teil auf ber wegen Errichtung neuer Klassen erforderlich geworbenen Vermehrung ber Lehrkräfte.

* * Tageskalen der für Dienstag, 27. Februar: Stadt- tb eatcr;Tie Bildschnitzer",Der Barbier von Berriac", Lottchens Geburtstag'. Aistang 8 Uhr.

F r a » e n st i m >n r c ch t s - Verein. Vortrag von Miß Ty s o n-London: Die englische Ctiinmrechtsbewegung und die Snfsragcttes. Abends v'/, Uhr im Hotel Schütz.

*

* * Landesuniversität. Der Großherzog hat den außerordentlichen Professor bei ber juristischen Fakultät ber Lanbesuniversität Gießen Dr. Hans Albrecht Fischer zum orbentlichen Professor in biefer Fakultät ernannt.

* * Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Bürgermeister, lOrtsgerickstsvorsteher und Standesbeamten Phil. Hch. Fritzel zu Ober-Eschbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* * F i n a n z p e r s o n a l i e n. Der Großherzog hat den Finanzamtmann bei dem Finanzamt Friedberg Erich Doerr zu Friedberg zum Vorstand des Finanzamts Schot­ten ernannt.

** Erledigte Stellen. Eine ebang. Lehrer-, stelle an der Gemeindeschule zu Off en Herrn. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die Stelle des Fi­nanzamtmanns beim Finanzamt Friedberg.

' Neue Zugv erb in düng. Man schreibt uns: Der seither nur an Sonn- und Feiertagen zwischen Gießen un b Frie dberg verkehrende Personenzug 798 (Gießen ab 1140 n.) und sein an den gleichen Tagen verkehrender Gegenzug (Bad- Nauheim ab 900, Gießen an 946 n.) wird in der Zeit vom 1. Mai bis 30. Sept. b. IS. erstmalig versuchsweise täg­lich befördert. Diese Verbesserung unserer Verkehrsverhält­nisse ist auf die Bemühungen des ReichStagsabg. Dr. Werner zurückzuführen und wird hoffentlich im Jntereffe des geistigen, künstlerischen und gesellschaftlichen Lebens auch in Zukunft bestehen bleiben.

** Eine Theaterfahrt würbe gestern von Mar­burg hierher unternommen, an ber etwa 600 Personen teil- nahmen. Im Stabttheater würbeJulius Cäsar" gegeben. Da die Aufführung des Stückes in Marburg nicht möglich war, wurde die Fahrt hierher unternommen, die zur all­gemeinen Befriedigung aller Teilnehmer ausfiel. Das Theater selbst, wie auch das Stück und dessen Ausstattung fanden die ungeteilte Anerkennung der Gäste.

** Stadl thc ater. Da ein Teil der Mitwirkenden für nächsten Sonntag zur Julins Cäsar-Vorstellung verhindert ist, nnst; diese Vorstellung aussallcn: die Aufführung von Julius Cäsar am morgigen Mittwoch ist also die letzte des Werkes. Am Sonntag nachmittag wirdIm weißen Rößl" bei Volkspreisen gegeben.

*" Der Verband der hessischen landwirtschaft­lichen Genossenschaften hält seinen 49. Verbands- t a g am Montag, 4. März in D a r m st a d t ab. Auf der Tages­ordnung steht außer den geschäftlichen Angelegenheiten ein B o r t r a g des Herrn Geh. Hofrat Prof. Dr. Wagner- Darrn- stabt: -Die Propagandatätigkeit auf dem Gebiete der Duuger-Verwendun g".

** Der Bienenzüchterverein für Gießen und Ilmgegend hielt am Sonntag nachmittag im Hotel Einhorn hler eine Bon etwa 50 Mitgliedern besuchte Versammlung a°- ..- s8egrüfiunfl machte der Vorsitzende zunächst einige

gcid)anltdte Mitteilungen über den Rcämungsabschluß für 1911 und den Bezug von Futtertafeln. Hierauf hielt Lehrer Hensel von Hirzenhain, der Redakteur derBiene", einen Vorttag über Früh, ahrsarbeiten auf dem Bienenstände. Er machte zuerst Mitteilungen über die letzte Ueberwinterung, die al^ gut bezeichnet werden kann. Als febr wichtige Frühjahrsarbeiten bezeichnete Herr Hensel das Einengen der Völker und begründet diese rvorderung durch längere 'Jludfübrungen über die Anordnung ber Brut , Futter und Pollen woben im «locke, um einen sicheren und starken Brutansatz zu erreichen. Ferner emvsabl er iebem Anlage einer Bienen!ranke, wenigstens für die erste Flugzeit Zu diesem Punkte wird ausführlich die Anlage ber tränte, ihre Notwendigkeit und die Gewöhnung der Bienen an sie besprochen Eine weitere, nicht nünber wichtige, Frühjahr'- arbeit ist die Feststellung der Weiselrichtigkeit der Völker Weisel­lose Völker, wenn sie stark sind, sind alsbald mit einer Reserve kömgui ui bewendn oder falls sie schrvach surd, mit einem wasel richtigen Volke zu vereinigen, Völker mit Buckelbrut werden am besten faificrt, da bie Heilung derselben selten gelingt. Weiterhin verbreitet ,ich der Redner noch über Futter- und Reizmittel MW> »ur Trachtzeit starke, leistungsfähige Völker zu erzielen.'

Hühnerrassen.

Kreis Büdingen.

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Vorarbeiten der Kulturinspektion (Vermessungen re.) auf sirt warten, andererseits will der Besitzer des Grundstückes, woran' üch die in Aussicht genommene Quelle befinbet, dleieS nur zu einem für die Qualität deS Grundstückes unoerhältniSmäßiq hohen Preise hergeben. Falls bei dauernder Weigerung nicht zur Enteignung geschritten werden soll, wird die Gemeinde gezwungen sein, sich einer anderen Quelle zuzuwenden. Jeden« falls wäre es zu wünschen, daß nut den Arbeiten recht bald begonnen würde, zumal die Witterung sehr günstig ist und sich der Wassermangel in unserer Gemeinde recht unangenehm fühlbar macht. Im vergangenen Sommer hätte diese Tai« fache bei einem etwaigen Brande recht schlimme Folgen haben können.

Krcis Schotten.

# Feldkrucken, 26. Febr. Die Arbeiten zu der von Gemeinderat beschloßenen Wasserleitung wurden bst noch nicht in Angriff genommen. Einesteils lasten du

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"Wichtig fürHundebesitzer. Am Freitag, 1. März, tritt die abgeänderte Hunde-Polizeiver- ordnung in Kraft, die fitzr die Hundebesitzer neue stimmungen wegen des Verkehrs mit Hunden in den lagen und Straßen bringt. Wir verweisen auf den druck der Verordnung in dem heutigen Amtsblatt.

stattsinden.

** Kinderfest. Auf Einladung des Lehrers Marx von der israelitischen Religwnsgem i ide hatten sich am Sonntag nachmittag die Mitglieder der Israeli scheu Rett- gionsgemeindc zahlreich in Steins Saalbau i lgefunden, um einem wohlgelungenen Kinderfest beizuwohnen. Unter den mannigfachen Darbietungen des jungen Nachwuchses der Gemeinde waren besonders gelungen die Kinderfzenen wie der Puppendoktor von Paula Tahmel, das kranke Kind von Ed. Mörike und Kinderspiele von Helene Wallach. Ferner wurde zur Ausführung gebracht der EinakterHans der Träumer", eine Kindcrkomödic von Paula Lehnhard. Ter Glanzpunkt der Darbietung war der TanzGrosmütterchen. Großvaterchen", cinstudiert von der Ballettmeisterin Jrau Goll-Lldini, der wiederholt werden mußte. Dem Kinder­fest schloß sich ein Tänzchen für die Erwachsenen an.

** Vom Elektrizitätswerk wird uns zu der gestrigen Mitteilung über die Betriebsstörung am Sonntag abend geschrieben:Es ist nickst richtig, daß das Licht in der ganzen Stabt versagte, sondern durch das Schmelzen einer Hauptsicherung im Elektrizitätswerk wurde dieSpa n- n un g der einen Netzhälfte vermindert, so daß die Lam­pen, die an diese Netzhälfte angeschlossen sind, rötlich brannten, während die andere Netzhälfte intakt mar und auch überall gebrannt hat. Es ist ferner unrichtig daß das Licht in Krofdorf versagt hat, sondern die Lam­pen in Krofdorf brannten mit einer etwas geringeren Spannung." (Taß das elektrische Licht auf vielen Stellen vollkommen versagte, steht trotz dieserBerichtigung" ein- wandsrei fest, so z. B. in der Licher Straße, im Stadt­theater wo ein großer Teil der Lampen vollkommen versagte und nach Mitteilung unseres durchaus zu­verlässigen Berichterstatters in Krofdorf und Gleiberg. Auf telephonische Anfrage im Elektrizitätswerk wurde uns übri­gens die vorgekommene Störung bestätigt, aber eine nähere Auskunft über den Umfang und die Ursache nicht gege­ben. Red.)

** WegenfehlenderSchutzvorkehrungen an der Kreissäge wurde der Zimmermeister D. zu B. von der Strafkammer zu Marburg zu 1 Monat und der Heizer H. zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Ter Sachverholt ist folgender: Im Mai v. Js. wurde auf der Kreissäge Brenn­holz geschnitten. Dabei fehlte der vorgeschriebene Spalt­keil und die Schutzhaube. Während der Kreissägearbeiter Ha. vorn Buchenknüppel zerschnitt, hielt der Heizer He. ein Stück Holz hinten quer an die Säge, um es zum^Einheizen zu verkleinern. Dieses Holzstück wurde dem Ha. von oer Säge in's Gesicht geschleudert, so daß dieser umfiel und alsbald wegen der Schädelzertrümmerung starb. Märe Spaltkeil und Schutzhaube vorhanden gewesen, dann hätte der Heizer das Stück Holz nicht von hinten an die Säge halten können, wodurch der Unfall herbeigeführt worden ist. Ist nur eine Schutzhaube angebracht, dann kann das Stück .Holz keinesfalls in die Höhe geschleudert werden.

' Bll lige Fl-ischangebote hat die Provinzial- Siechenanstalt für ihren Bedarf vom 1. April 1912 bis 31. März 1913 erhalten. Es bot als Billigster an Metzger- meister Von-Eif: Schweinefleisch (3000 Kg.) Mk. 1,46, Speck Mk. 1,50, Dörrfleisch (800 Kg.) Mk. 1,58, Koteletts (100 Kg.) 'Mk. 1,50, Schmalz (600 Kg.) Mk. 1,40, Knoblauchswurst (100 Kg.) Mk. 1,40, Frankfurter Würstchen (100 Kg.) Mk. 1,45, Leber- und Blutwurst Mk. 1,00, Schwartenmagen Mk. 1,55, roher Schinken Mk. 2,20, Zervelatwurst Mk. 2,30, Mettwurst Mk. 1,80. Metzgermeister Rothschild verlangte folgende Preise: Ochsenfleisch (1000 Kg.) Mk. 1,52, Hammelfleisch (550 Kg.) Mk. 1,40, Kalbfleisch (350 Kg.) Mk. 1,56, Nierenfett (550 Kg.) Mk. 0,90, Rindsleber (100 Kg.) Mk. 1,20, Zunge (20 Kg.) Mk. 2,00 das Kilogramm. Die Zahlen in Klammern be­deuten das etwaige Quantum, welches im Jahre hindurch bei Bedarf in kleinen Portionen angeliefert werden muß.

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Gerichtssaal.

Strafkammer. Zu dem gestrigen Sttafkammerbericht fei mitgeteilt, daß der Wirt und Weißbinder Pf. in Watzenboni (nicht Schwarzenborn) entschieden bestritt, die Eingabe an M Kreisamt geschrieben zu haben, und feine Aussage in dem Gutachten des Schreibfachverftandigen eine Stütze fand.

(b) Mainz, 27. Febr. Ein Massen Prozeß, n>t< er wohl icften vorkommen dürfte, spielt feit heute vormittag vor der ersten Strafkammer in Mainz ab. Für den Prozeß sind drei Tage vorgesehen. Die Verhandlung stellt mit Rücklicht auf dir große Anzahl der Angeklagten es sind 33 Verkäuferinnen und der Bruder einer Verkäuferin große Anforderungen an fr» Gericht, besonders an den Vorsitzenden und an die el' Verteidiger. Es handelt sich um geringe Diebstähle der Verkäuferinnen eines hiesigen Warenhauses: bie Mädchen wurden bis auf zwei entlassen, damit hätten sie nach Absicht der Leitung des Warenhauses genug gesühnt Tic Sache kam aber zur Kenntnis der Behörde und es erfolgte Strafanzeige. Bei der Verhandlung kam es Vormittag zu einem Zwischenfall. Tie Angeklagte Raulb er litt einen Weinkramps und die Verhandlung mußte hine unterbrochen werden. Die meisten Angellagten nnberrtefen ifre bei der Polizei gemachten Aussagen. Rechtsanwalt Soldav ersuchte einzelne Angeklagten, sich über ihre polizeiliche» s0*

Bei der dem Vortrage folgenden Besprechung rrwrr nochmals I gelaufenen . nrJ.: an auswanigen Ausstellungen be:? die Ueberwinterung, Ursachen der Ruhrkrankleit, Vermehrung der was jetzt in iunw regerer Weise geschehen wll. -Lk bald Völker durch Ableger und die Wahlzucht zur Besprechung^ auch Erfahrungen über Lchweizerbienen kamen zur Mitteilung. Sck.i.ß sich gab der Vorsitzende noch der Hoffnung auf ein gutes Bienen­jahr Ausdruck und dankte dem Referenten namens der Versamm­lung. Tic nächste Versammlung soll Ende März oder int April

t lunfo regerer Weise geschehen soll. _____

findende Bezirks-Ausstellung in Nidda wird von einigen Mit« gliedern mit Tieren beschickt werden. Es wurde serner bricblüiien, zu dem in Lsienbach stattsindenden Gef.ügelzüchtertag ein Mn-stied zu entsenden. Nach längerer Beratung gelangte ein neuer Vertrag zwischen dem Verein und den Zuchlstasionsballern zur Annidim, der gegenüber dem allen Vertrag viele Vorteile für Verein und Zuck.lhalter enthält. Gegenwärtig bestehen 6 Zuchtslationen für

Landkreis Gießen.

Steinberg b. Gießen, 26. Febr. Der Vertre­te r t a g zu dem Gesangswettstreitdes Gesangvereins Eintracht" fand gestern statt. Nach längerer Äesprech-- ung erllärten neun Vereine ihre Teilnahme am Wettstreit. Infolge dieser geringen Beteiligung fallen zwei Klassen aus. Der Wettstreit .findet in drei Klassen statt, in jeder Klasse fingen drei Vereine. 1. Klasse: Germania-Großen- Linoen, Kchst am Main, Männerchor Nieder-Weisel mit je 50 Sängern; 2. Klasse: Eintracht-Klein-Linden, Frohsinw- Nieder-Wollstadt und Liederkranz-Holzchausen, je 36 bis 45 Sänger; 3. Klasse: Eintracht-Hörnsheim, Konkordia-Holz­haufen v. d. H. und Liederkranz-Zollhaufen, je 20 bis 35 Sänger. Es gelangen zur Verteilung 700 Mk. Geldpreise und Eh-rendiplome. An das Wettsingen schließt sich ein Ehrenpreisfingen. Der Gefangswettstreit findet vom 8. bis 10. Juni statt in Verbindung mit dem 43. Stiftungsfest des Gesangvereins Eintracht.

s. Lollar, 26. Febr. Lehrer Bolp von der hie­sigen Gemeindefckiule hat sich aus vier Jahre verpflichtet, eine deutsche Schule in Mexiko zu verwalten. Er wird im nächsten Monat die Reise dorthin antreten. Man sieht den jungen, tüchtigen Lehrer ungern scheiden.

>m. Langd, 25. Febr. An unserer vor zwei Jahren er­bauten Wasserleitung, die bisher sehr gut funktionierte, stellt sich eine unliebsame Erscheinung ein. Tas Wasser kam bis jetzt immer klar und in genügender Menge zutage, seil den letzten Regentagen ist es jedoch so trübe geworden, daß es kaum zu Kochzwecken verwendet werden kann. Die Einwohner sind darüber in begreiflicher Erregung. Hoffentlich kann dem Fehler äbgeholsen werden, wozu der Erbauer auch bis zum Juli vertraglich verpflichtet ist.

b. Trais-Horloff, 25. Febr. Am 7. und 8. JiUi leiert der hiesige Krieg e rverein sein 25j'ähriges Stif­tungsfest, wozu Einladungen an die Nack<>arvereine ergehen und die Vorbereitungen zu demselben bereits un Gange sind.

_ 'M. $ u n gen , 26. Febr. Gestern nachmittag fand hier im .,L>olm,ei vot" die Hauptversammlung des Vogel-, Geflügel und Kanin chenzuchtvcreinsfürHungen und Umgebung patt. Sic war auch von auswärtigen Mit­gliedern gut bqucfct. Der seitherige 1. Vorsitzende Gustav Kohl dener, der L Borntzcnde Gutspächter Kammer und der Rechner Gustav Heßler nmrden wiedergewähtt. Durch die im vorigen Jahre enolgte Vcrichmelzung des Kaninchenzüchter- und Geslugel- vererns ist die 8ahl der Mitglieder auf 89 gestiegen. Wegen öcr Maul- und Klauen,euche Eonnien sich bie im ab»

Kreis Friedberg.

L. Friedberb, 26. Febr. Auch unsere Stabt gehört zu den Orten, die sich um eine Gar nis on bewerben Von maßgebender Seite sind Schritte dazu geschehen. Fried« berg war von Anfang des vorigen Jahrhunderts, als die alte Reichsstadt hessisch wurde, bis zum Jahre 1871 Gar­nison. Lange Jahre lag das 2. Bat. des 4. Infanterie­regiments (jetzt 118.) hier in Garnison. Dann ein BataÜlon des 2. Regiments (jetzt 116.). Einige Jahre das hessische Garde-Jägerbataillon.

A Bönstadt, 26. Febr. Der Gesangverein .Germania" feiert am 15., 16. und 17. Juni d. IS. fein SO. Stiftungsfest.

Starkenburg und Rheinhcffen.

ch. Bingen, 26. Febr. Die häufigen fRegenniebcr« fchläge der letzten Tage haben schnelles Steigen des ft Rheines gebracht. Seit dem 20. Januar hat das Wasser J| nicht so hock) gestanden ftne jetzt. An einzelnen Stellen i ist bereits die Hochwassergrenze erreicht und noch weiteres Steigen wird vom Oberrhein gemeldet. Der hiesige Pegel zeigte heute abend einen Stand von 2,06 Meter an. jnH oen letzten 24 Stunden ist das Wasser der Nahe um einen Meter gestiegen und hat an der hiesigen Brücke einen Stand 1 von 5 Metern erreicht. An einzelnen Stellen in Kreuz- 1 nach und an verschiedenen anderen Teilen des Naheflusses ist das Wasser bereits aus den Ufern getreten.

Hessen-Nassau.

h. Frankfurt, 26. Febr. DieBereinigten Land» d wirte von Frankfurt und Umgegend" hielten heult 51 unter dem Vorsitze von E. Viehmann« Rumpenheim in Frank­furt ihre sehr stark besuchte Hauptversammlung ab. Ter I vom Geschäftsführer Direktor Hirsche!- Friedberg erstattete 1 Jahresbericht nahm eingehend auf den letzten Milchkrieg Bezug j und wies dann auf entstehende Kämpfe um den MilchpreiS mit dem Frankfurter Konsumverein hin. Der vorjährige Milchkrieg hat den Verein große Summen gefoftet, so daß der Reservefonds zu Hilfe genommen werden mußte. Die Einnahmen betrugen ij 7664 Mark, die Ausgaben dagegen 8926 Mark. Dem Verbände ? sind die Landwirte von etwa 100 Ortschaften anaegliedert. Zum 1 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Gutsbesitzer Viehmann« Rumpenheim, zum 2. Vorsitzenden Pächter Kalb Henn ^Oberlieder- back, zu Beisitzern Christoph-Eschborn und Ludwig Krapp-Tiepen- bach. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil hielt Professor Dr. G is e v i u s - Gießen einen mit reichem Beifall auf genom­menen Vortrag über:Abmelk- oder Zucktwirtschaft in Reineren und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben mit Frislb- milch-Berkauf".

W. Frankfurt a. M., 26. Febr. Gestern abend hat sich in einem Restaurant der Altstadt der 45 jährige Schauspieler i Gustav Dupout aus Stuttgart durch einen in selbstmörde- j rischer Absicht beigebrachten Schuß in die Brust so schwer verletzt, daß er heute morgen seinen Verletzungen im Krankenbause erlegen ist.

Büdingen, 26. Febr. ^Schöfiengcricht.) Der Maurer L. R ;u Eckartichcmsen wird wegen Bedrohung zu einer tMbftraft 1 0 Mk. ober 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Taglöbner 5 M XIII. in Mittelgründau wird wegen Körperverletzung in sine Geldstrafe von 3 Mk oder 1 Tag Gefängnis verurteilt. Tie Tienstknechtc H. G. und Ch. K., der Trainsoldat H. K r. Zk. m Darmstadt, und der Landwirt G. B., sämtlich von Rohrba», werden wegen Körperverletzung je in eine Geldstrafe von 5 ober 1 Tag Gefängnis verurteilt. Ter Landwirt H. K. tn Hettersroth ist des Viehseuchenvergehens beschuldigt. Zur fre­ieren Beweiserhebung wurde neuer Termin auf den 11. Män 1912 bestimmt. Ein Jugendlicher wurde wegen Äawer.e: letzung zu einem gerichtlichen Verweis verurteilt. In bei Priva.klage des Lehrannsreferendars Dr. T. Sch. in Darmstadt gegen den Kohlend ndler L. L. in Büdingen wegen übler Nachrede wurde unter Ausschluß ber OÖffentlichkeit verhandelt.

Blnqenyemn, 26. Febr. Bei den gemeinsam^ Trainaqearbetten in den ©emarfungen Leiddecken, Binaenkenii und Echzell trat eine stark kohlensäurehaltige Quelle zu Tage.

cq. Echzell, 25. Febr. Der gestrige Familien« abend des Zweig Vereins Echzell vom V. H. C verlief in schönster Weise. Zwischen den allgemeinen Lu dern und der guten Musik zweier Friedberger Künstler sanden abwechselnd Darbietungen von Mitgliedern statt So sangen Frl. Gutti Bocher und Lehrer Krämer ein heiteres Duett. Der Schwank ,^Vom selben Sckflag" ge­lang vortrefflich.

kW den 2.)' In unteren Sau fePensionsve der Priva V-r. Herr Kauf Deutschen jrnann, besonder fcmmen.

Technische

Reitz