Ausgabe 
26.10.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

falgunn der -truppen Vorstoß über Uesküb

ausgenommen, während starke Kolonnen einen

auf Bunar Hisar unternahmen, um den Rückzug der Türken abzuschneiden. Von großer Bedeutung wird das Vorgehen der durch die Waldzonc an der Lüste aus V i z a vorrückenden bul- gariidjen Streitkräste fein, da durch diese den Türken der Weg nach Konstantinopel vollständig verlegt werden kann. Tie türkische Hauptkrast, welche bei Kirk Kilisse im Kampse stand, trat bett Rückzug auf die zweite Ver­teidigungsstellung am Evgenefluß an.

Die Behandlung der türkischen Gefangenen.

ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen den Großmächten im Gange, die, wie es heißt, darin überein-- stimmen, eine aus dem Balkan krieg entstehende europäische Verwicklung zu verhindern.

Ter Berliner ,^Lokalanz." meldet aus Konstanti­nopel: Als Bestätigung einer bevorstehenden Interven­tion wird hier angesehen, daß keine Macht außer England eine Neutralitätserklärung ab­gab. In hiesigen diplomatischen Kreisen tvird angenom­men, daß eine Intervention schon in allernächster Zeit erfolgen werde.

Italien und der Dreibund.

R om, 25. £ft.Trib un a" betont, glücklich zu sein, daß die Reise des Grasen Berchtold nach Italien das Gefühl der Kameradschaft und des gegenseitigen Ver­trauens in den beiden Ländern gestärkt habe. Die Reise des Grafen Berchtold, die int gegenwärtigen Augenblick höchst bedeutsam sei, würde umso höher üon Italien eingeschätzt, als sie sich nach zwei wichtigen Er­eignissen vollzog, die den Beweis der aufrichtigen Freund­schaft zwischen Oesterreich und Italien erbracht hatten. Das erste Ereignis sei die Anerkennung der Oberhoheit Italiens über Libyen gewesen, die Oesterreich-Ungarn bereits vor der Notifizierung des Friedensvertrages ausgesprochen hatte. Das zweite, Oesterreichs Haltung der Solidarität in den letzten Tagen des italienisch-türkischen Konflikts, als es auf die Pforte einen starken Druck ausübte, damit diese die Friedensbedingungen annehme.

Line fojialdemofraitfche Anfrage in der bayerischen Kammer.

Gefangennahme befragte. Dann richtete er an die Sol­daten einige Worte. Die Offiziere und die Soldaten

Ein netter Gouverneur von Kreta

Athen, 25. Okt. (Agence Havas.) Der frühere Mi­nisterpräsident D r a g u m i s ist zum Gouverneur von Kreta ernannt worden. Er ist bereits dort eingetroffen.

DasBert. Tagcbl." nreldet aus Athen: Tie Bestellung des früheren Ministerpräsidenten Teagumin zum Gouverneur von Kreta ist ohne Genehmigung der Großmächte erfolgt und anscheinend soll eine Notifikation an die Aiächte auch nicht erfolgen.

Der griechische Vormarsch.

Ter zweite Sohn des Kronprinzen, Prinz Alexander im Ber­liner Kadettenkorps, i>t nach Athen berufen worden, von nw er sich nach dem Kriegsschauplatz begeben wird.

Ein serbischer Lieg?

Belgrad, 23. Okt. Nach einer amtlichen Meldung ist Ferisovitsch von serbischen Truppen eing.'nommen woroen.

DasBerl. Tagebl." meldet aus Belgrad: Tie Serben, die jetzt im Sandschak sind, haben dort bereits i h r e B e r w a l t u n g, mit Novibazar a l s Hauptorteines gleich n amigen neuen serbi­schen Kreises eingeleitet.

Nach einer Cetinjer Meldung der Agence Fournier, haben die montenegrinischen Truppen mit der serbischen Armee Fühlung genommen.

Die DcrmittJung öer Mächte?

Loudon, 23. Okt. Wie das Reuterbureau erfährt, ist angesichts der bevorstehenden neuerlichen Schlachten

München, 25. Okt. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten gab Ministerpräsident Frhr. v. Hertling auf die sozialdemokratische Anfrage eine Erklärung ab, in der er u. a. sagte:

Die baverischc Regierung nahm nicht Anlaß, den Bundes­ratsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten

Pili? 11 n ('T*11 i alt .*# 3 «Hi ».X - * ui » ... S. -1

Athen 25. Okt Eine griechische Kavalleriebri­gade hat Cezeni besetzt, das sie von den Türken geräumt fand.

Aus Saloniki wird gemeldet: Die Orient bahn hat von der Regierung den Befehl erhalten, sämtliches rol­lende Material der Strecke Saloniki Monaslir na ch Saloniki zurückzuziehen, da ein griechischer Angriff gegen die Strecke S a l o n i k i Ai o n a st i r erwartet wird. So sind dort zur Verteidigung bedeutende türkische Streitkräste zu- sammengezogen. Tie entscheidende Schlacht in diesem Gebiet steht bevor.

entspann. Schon nach einer Stunde war der Kampf entschieden - -- -

und bic fflulnaren waren Serien der Stabt. Trotz atlqcmemcr ^ L^n. Taz daus nnrd mit mir m der «»ichannng uber- ErschöPsnng der Truppen wurde fofott die B-rsolgunn der Truppen ÄTJL'Ä q" Borgnnze au, dem Balkan ,ur bic

- - - - - ' ?hegtcrung dte auß erste Zu ruck Haltung in der Darlegung

der Momente geboten ist, die uns bestimmen, von der Anregung zum Zusammentritt des Bundesratsausfck-nfses abzusehen. Und ich glaube, es liegt im Interesse des Reichs, nicht minder aber auch im Interesse des Ansehens des bayerischen Landtages, wenn wir hier nicht einer parlamentarischen Instanz vorgreisen, die für dir Besprechung der deutschen auswärtigen Politik an erster stelle berufen und zuständig ist, nämlich den Deutschen Reichstag. Zweckbestimmung des Bundesratsausschusses ist nicht, daß beim Eintritt jeder internationalen Verwickelung die Forderung nach Zusammentritt des auslvärtigen Ausschusses erhoben wird, nicht nur, daß eine durch nichts veranlaßte Beunruhigung der öffent­lichen Meinung eintreten mußte, wollte der Ausschuß in diesem Augenblick sich versammeln, sondern cs würde auch der Anschein entstehen, als gebreche es der auswärtigen Politik des Deutschen Reiches: an jener unbeirrbaren Einheitlichkeit und Zielbewußt- heit, die eines großen und mächtigen Volkes allein würdig ist. Xie Regierung tut hiermit ich konimc zur zweiten Frage der Interpellation auch keine Schritte zur Einberufung des R e i ch s- tages. Tic Einberufung des Reichstages steht nach der Reichs- oerfassung dem Kaiser zu. Das Urteil darüber, ob es den Inter, essen des Reiches angemessen und nützlich, ob es für unsere aus­wärtigen Beziehungen erwünscht oder auch nur förderlich ist, daß die internationale Lage im Reichstage erörtert werde, kann nur der Reichsleitung zustehen, die allein imstande ist, sämtliche für einen folckxn Entschluß in Betracht kommenden Momente gegen­einander abzuwägen.

Ich machte aber trotzdem den Anlaß dieser Interpellation benutzen, um nach einer anderen Richtung einige Worte der Auf­klärung zu geben. Ich sprach von der Notwendigkeit der Ein- hestlichkeit und Bestimmtheit unserer Auslandspolitik. Taß die Reichsleitung die Interessen des deutsck?en Reiches, soweit solche bei der gegenwärtigen Ba 1 kankrise in Betracht kommen, mit dieser Bestimmtheit wahrt, daß sie im Verein mit den.übrigen Großmächten aufrichtig und energisch bemüht ist, den im Orient aufgeflammten Brand auf seinen Herd zu beschränken und dem Ueb ergreifen auf das Gebiet vitaler Interessen Europas vorzubeugen, dafür haben wir, ich möchte dies betonen, dank der vertraulichen Mitteilungen, die uns über alle Phasen der Ereignisse auf dem Ba-lkan aus Berlin gegenwärtig zu gehen, die Bürg­schaft der eigenen Ueberseugung. Es gereicht mir zur Genug­tuung, ja ich halte es für meine Pflicht, an dieser Stelle es aus­drücklich zu erklären, daß weder für die Faktoren, die unsere öffentlickre Meinung, noch für jene, die unser wirtsck)aftlick>es Leben beeinflussen, ein Anlaß zu teuer Unruhe, jenem Pessimismus gegeben ist, wie sie bedauerlicher Weise in der jüngsten und allcr- jüngkten Zeit in der Beurteilung der internationalen Lage an unseren Börsen und in «unserer Presse sich vernelMen ließen. W i r können das volle Vertrauen haben, daß das Deut­sche Reich sein Gewicht an Macht und Einfluß und das der wirtschaftlichen und politisckien Entwickelung in vier Jahr zehnten, nicht vergebens in die W a g s ch a l e d e s Frie­dens legen wird, an dessen Aufrechterhaltung alle Groß- mächte übereinstimmend das größte Interesse haben.

fdialtet, nur drei Frauenstimmen lassen in mehreren Szenen ihre füllen Weisen ertön.n. Tie Pvlvplwuie des Oräesters zeigt die Meistersud. Auf gleicher Höhe steht auch die Rhythmik

Zu dieser Partitur bat nun Strauß noch eine Musik .um Bürger als Eoelmaun" komponiert. Wucher eine Lösung eines Problems, das des Melodrams, mcnit auch nur erst teil weise Kleinegeschlossene" Musikstücke von apartem Reize sind an den gegeben.n Stellen dem gejprocbeneit Stücke eingefügt; u. a. eine Polonaise als Tanz des ersten Sümew^gesellen, der' von Grete Wiesonkbal auSgesührt, entzückte. Wer denKünstler" Strauß, den ..Musiker" erlernten will, der bat es leicht bei diesen Stücken, die leider nur zu zerstreut sind, als daß sie die volle cm hestuche Gesrnmwirkung erzielen könnten. Nach der Polonaise hört die Musik am, und von da ab flaut auch das Interesse für das Stück etwas ab.

Strauß hat unzweifelhaft ein Werk geschrieben, bei dem die Gemißirendigkeit nneber zu ihrem vollen Reck:e kommt. Tie Musikalischen ,3« in teilen der Partitur lassen fick» beim ersten Hören unmöglich nt ilter ganzen Vielseitigen erfassen Aber mit freu btgem Belagen läßt man diese Musik auf lieh wirken, die den Intellekt des gebildeten Hörers ebenso anregt wie das Gemüt mit Veirebigung erfüllt. Tie Wirkung auf das große Publikum bleibt abzmvarten

Die Ausführung mürbe von ersten Künstlern bestritten. Das überaus jdnvienge Werk wurde staunenswert derausgebracht Mar- s'u s schoß den Bogel ab: Mizu 3 er i 5a von der kah als Ariadne Prack lvoll aus, ihinmiid Inelr S Ürüenwege zuruck. Loggen imponierte wieder I adlv w k e r böerlin. als Bacchus bürd' seinen volltönendem Tenor Von den Stuttgartern wirkten Marga Burchardt, Erna Ellm.mreick, Lilly Hotfmann-O ii i g i a. )onne die Herrvn Swo bod a 'Pi e a b e r

L1,n au^!s-'"chiieter Weise mit. Richard Strauß iikber rübxle bei der llranmibnmg als Tirigent sein neues Werk zum toicge. Xie Siegte ruhne Max Reinhardt. O. Kühn

dankten für die gute Behandlung. Später wurden die Offiziere im Kasino mit einem Frühstück bewirtet. Die Soldaten wurden in die Kaserne gebracht. Die gefangenen Offiziere baten um Mäntel, da sie keine besitzen. Ihrem Wunsche wurde entsprochen.

Auch an verschiedenen anderen Punlten würden die Bulgaren zurückgetrieben, so besonders b,'i Ärneutköj, nordöstlich von Adrianopel. Die Türken sollen bei einem Kampfe sechs Mitrailleusen genommen haben. Das Vor­gefecht dauerte beinahe zwei Tage an und war so heftig, daß die Stadtbebörden Frauen und Kinder in Sicherheit bringen ließen Die Türken mach- tantzahlreiche Gefangene, darunter zwei bulgarische Leutnants und zwei Obersten. Unter den flüchtigen Bul­garen will man auch Serben bemerkt haben. Ein ganzes Avtillerieregiment der Bulgaren soll in der Umgebung von Adrianopel vernichtet worden sein. Das türkische Hauptquartier wird fortwährend verlegt. Tas Wetter war die ganze Zeit regnerisch.

Uebcr die Erstürmung von ftirf Kilisse meldet der Kriegsberichterstatter der WienerReichspost", dessen Berichten in den Wiener militärischen Kreisen er­hebliche Bedeutung beigemessen wird, folgendes:

Der Fall von flirt Kilisse wurde durch einen Nachtangriff borbereitet, der die Bulgaren zu Herren der Stellungen nördlich und nordöstlich der Stadt mackste. Tie Bulgaren brachten auf den Höhen sofort Artillerie in Stellung und beim Morgen grauen begann das Bombardement der Stadt, die in kurzer Zeit in Brand geschossen wurde. Gleichzeitig setzte sich bic bulgarische Infanterie auf der ganzen Front von Demirdscha auf der Straße Mali Tirnovo flirt Kilisse über Karakatsch und Raklica östlich von Petra zum Angriff auf flirt Kilisse in Be­wegung, während eine weitere Kolonne östlich über die Höhen von Iundala gegen die Straße nach Bunar Hisar vorstieß. I n den Weinbergen im Norden von Kirk Kilisse ent­spannen sich zwischen den angreifenden Bulgaren und den Türken furchtbare Nahtämpfe. Tie Bulgaren wurden wiederholt zurückgeworfen, fetzten aber immer wieder zum Sturm an. Das Gros der Türken trat bereits im Laufe der Nacht den Rückzug auf Bunar Hisar sowie in südlicher Richtung an. Um 10 Uhr vormittags drangen die ersten bulgarischen Truppen durch die Weingärten nordwestlich von Kirk Kilisse in die Stabt, wo sich ein furchtbarer ©tragen fampi

Die Tauffeierlichkeiten in Weimar.

Der Kaiser besuchte am Freitag morgen in Weimar bei Regenwetter mit dem Großherzog den Park und die Ge­wächshäuser des Schlofses Belvedere. Im Laufe des Vormit­tags trafen zur Tauffeierlichkeit die Mitglieder der Fürsten­häuser Sachscn-Meiningeu, Lippe und Reuß j. L. ein. Um 12.35 Uhr traf die Kaiserin mit Gefolge im Souder- Kug ein. Die Taufe des Erbgroßherzogs begann um 6 Uhr mit der Versammlung der Gäste in den Dichterzimmern des Schlosses, während die Fürstlichkeiten im Salon der Groß­herzogin zusammentrafen. Um 6»/, Uhr begab sich der Hof unter großem Vortritt in die Schloßkapelle, der Kaiser führte die Großherzogin, der Großherzog die Kaiserin, der König von Sachsen die Großherzogin von Mecktenb'ura- Schwerin, Prinz Friedrich von S Meiningen die Prinzessin Friedrich von S.-Meiningen, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg die Prinzessin HeiurchVII. von Reuß: die zahl­reichen anderen Fürstlichkeiten folgten. Die Oberhof- nie i ft er in erschien mit dem Täufling auf dem 'Jlrm, dessen Schleppe Hofdamen trugen. Oberhosprediaer 0. Spinner taufte den Erbgroßherzog auf die Namen 'Silbe Im, Ernst, Karl, August, Friedrich' e oig , Johann, A1 b r e d) t mit den Beinamen K a r l August und vrediate über Galater 6, B. 7. Was der Mensch sät, das^ wird er ernten!

Nach der Taufe war Gratulations-Defiliercour An der Spitze der Defilierenden befand sich das diplomatische florps Um 8 Uhr war Galatafel. Der Kaiser saß zwischen dem Gro,'Herzog und der Großherzogin, neben dieser der flonig von wachsen. Bei der Tafel hielten der Großherzoa und _ber flauer Trinksprüche. Am späten Abend brachte i ie tu d en t en schäft von Jena einen Fackelzua iciv. .iie cinbt nt glänzend illuminiert.

An» Shitt und CanOe

o. ©iefeeii, 26. Oktober 1912.

^ageskalender: Ltadtt Heater >,«4,

mittag 3 Uhr 0 a 11 s da- Ftugfest a u 3 f ä ((t> 'iMtti h«

I Kinematograph: Täglich Vorstellung.

Sofia, 25. Ott. (Agence Bulgare.) Der König be­suchte gestern in Begleitung der Prinzen die türkischen Gefangenen, die w^ihrend der Kümpfe bei Adrianopel gefangen genommen und nach Stara Zagora gebracht wor­oen waren. Er wandte sich zuerst an zwei Offiziere, denen er die Hand reichte und sie nack) den Umständen der

B i o g r a p b: Täglich Vorstellung. BakofsKarnmer-Licbtsviclc: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

_ Museum des oberhessischen Geschick)tsvereinö. Sonntag qeiddonen.

Museum f ü r Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11I Uhr unentgeltlich.

Rolonial-IBemälb e -91 u5 ft e 11 u ng int Turmbaus am Brand und im oberen Stock des neuen SchlosieS. Sonntag, -7. Oktober von 114 Uhr <letzter Ausstellungstag, Volkstag).

Flugsest auf dem Trieb Sonntag nachmntag l1/, Uhr. Militärkonzert auf derüicbuishöhe*. Sonntag nach- mittag nach Schluß beS Fliigfesles (wenn es auSsällt, Beginn 4*i4 Uhr.

Münchener Oktobers«ft der Großen Gießener Ranieoal- Gefelllchnft un Cafs Leib. Sonntag nachmittag 5/, Uhr.

Vortrag von Frl. Tr. A. S ch u l tz - Frankfurt: Wie kann die Jugend der Jugend helfen? Heule (SamStag) abend um 6 Uhr im Hotel Schütz.

*

** Das Gießen er Flug fest findet unter allen Umständen st a t t. Tas LuftschiffViktoria Luise" ist heute vormittag von Friedrichshafen nach Frank­furt gefahren und wird morgen vormittag die Fahrt hier­her bestimmt unternehmen. Herr v. S t ö e p h a s i u s hat zugesichert, daß er unter allen Umständen fliegen wstrde, selbst wenn das Wetter noch ungünstiger sein sollte wie cs gestern war. Es sei noch darauf hingewiesen, daß der Flieger auf dem Startplatze den Inhabern von Karten für diesen Platz seinen Flugapparat erklären wird.

*' Hoftrauer. Der Großherzog hat wegen des "Ablebens der Prinzessin Rupprecht von Bayern eine Hoftrauer ooni 25. bis 29. Oktober angeordnet.

Der Versicherung-st empel. FeuerversicherungS- vertrage sind nach dem neuen hessischen Stempelgesetz ver- 'icherungsflichtig, wenn au8 ihnen Prämienzahlungen seit dem 1. April I. Is. fällig geworden sind.

** Lehrerpersonalien. Überträgen wurde dem Lehrer Karl Roth zu^Heldenbergen eine Lehrerslelle an der Ge- meindcschule zu Gros>-Steinheim; dem Schulamtsaspirantcn Ö)g. Jakobi aus Rod heim v. b. H. eine Lehrerstelle an ber Ge- meinbeschnle zu Münzenberg.

** L e h r e r T r a u t m a n n t. Der in weiteren Kreisen bekannte Lehrer und Organist Peter Trautmann hier ist am Donnerstag abenb nach langen schweren Leiden gestorben. _Ter Verstorbene war 1851 in Obcr-Sd-önmatten- waag im Odenwald als Sohn eines Lehrers geboren. Er besuchte das Seminar in Friedberg und war dann von 1870 an als Schulverwalker bezw. Lehrer in Wimpfen 18871 bis 1888 besuchte Herr Trautmann zu seiner weiteren, musikalischen Ausbildung das Konservatorium für Musik in s Stuttgart, nachdem er fck>on 1872 eine besondere Ätusik-ß Prüfung in Darmstadt bestanden hatte. Ende 1890 kam 1 Herr Tr. als Boltsschullehrer nach Gießen. Herr Traut-H mann war ein tüchtiger und gewissent)<islcr Lehrer, der namentlich als Gesangslehrer der Stadtmadtbenschulc und Organist der Iohonncstirche vorzüglickes geleistet l^t Sein Andenken wird bei allen, die ihn iannten, in Ehren bleiben.

** Acrzte-Kurs. Zu dem für das Wintersemester 1912/13 eingerichteten ärztlichen Fortbildungskurs haben sich bisher 40 Teilnehmer aus Hessen und den benach­barten preußischen Gebieten gemeldet. Der erste Vortrag wird am 31. Oktober, nachmittags 5 bis 7 Uhr, von Pro­fessor Dr. Garten überDie neueren physiologischen Me­thoden mix Untersuchung der Herztätigkeit" im physiolo­gischen Institut, Scnkenbergcrsiraße, gehalten. Schluß der Anmeldungen erfolgt am 31. Oktober.

** Die Militärmusik findet am Sonntag, 27. ds., während des Schausliogens auf dem Trieb statt.

" Koloniale K >l n st - A u tz st el l u n g. Die AuS« stellung kolonialer Gemälde des Herrn Ernst Vollbehr und die der kunslgewerblichen Erzengmsse in unserer Kolonie Kamerun wird bis Sonntag geöffnet und an diesem Tage gegen 20 Psg. Eintrittspreis allgemein zugänglich sein.

" Stadttheater. In der morgigen Aufführung bet »Fünf Frankfurter" wird Herr Brndjan, der neu« Bonvivant, zum ersten Male den .Herzog" spielen. Noch­mals sei darauf hingewicsen, daß bei Ausfall der Flug« Veranstaltung nachmittags der Schwank .Matthias Gollinger" von Blinnenthal und Bernstein gegeben wird. Näheres siehe im Inserat.

** ©in neuer Industriezweig in Gießen. Jöcrr Karl Nöding hier I)at sich mit Versuchen beschäftigt, natürliche Pflanzen zu präparieren, besonders Laub. Die Versuche rverdchi als wohlgelungen bezeichnet. Herr Nöding beabsick)tigt, eine Fabrik hierfür in Gießen zu errichten.

Landkreis Gießen.

Lich, 25. Okt. Die Stadt plant die Errichtung eines allen nivdernen Anforderungeii entsprechenden

h a.H f 5 hir ^ib Volksschule. Gegenwärtig sind die Schulräume mit dem Ratbause unter einem Dache, ivas )id) für den Schulbetrieb als störend und uicholfbor er« mieien hat. Tie jetzigen Scl)ulräume im Rathause sollen für ein He im at-Mnseu i ii verwendet werden, das gegen­wärtig in Bildung begriffen ist.

Kreis Lauterbach.

-r. Lauterbach, 25. Olt. Der Handels v erein ^auterfrad) behandelte in seiner gestrigen Sitzung unter Vorsitz des Fabrikanten Türl>eck ein Schreiben der Handels­kammer Gießen, wie sich weitere Kreise in Industrie und Handel zu der gelegentlid) der Revision des hcssisd)en Volks|d)ulgesetzes geplanten Regelung der Fvrtbil- dulnasschulpflicht für die aus der DolkS- Ichule entlassene weibliche Jugend stellen wür­den und welche Bedenken man etwa dagegen hege. Man einigte sich nach längerer Aussprache auf eine vom Vor­fitz enden vorgcschlagene Entschließung, daß eine Ausdeh­nung des Fortbiloungsschulzwanges aus die weibliche ^ugcnd eine Schädigung für die Industrie und für die Ar« beiter innen selbst b beute, indem die Betriebe mit Riicksichi ästigen Störungen die Einstellung fortbildungs- ichulpflid'tigcr Mädchen möglichst umgehen würden und die letzteren einen Ausfall am wöchentlichen Lohn in Kauf SU nehmen hätten, neben verminderter Arbeitsgelegenheit. Zollte die Regierung aber etwas für einen Haushaltungs­unterricht für Arbeiterinnen tun wollen, so wird einestells auf die bestehenden und bewährten Wander-KreishauShal- tungssdiiilen, andernteils auf den ebenfalls schon bestehen« den Unterricht in der Haushaltungslehre an den oberen MädchenNassen verschiedener städtischer Elementarfchulcn als nadwhnienswert verwiesen. Für einen vom.Handels« Herein zu veranstaltenden wissenschaftlichen Vor­trag wurde der Schriftsteller Ernst v. Hesse-Wartegg aus- ersehen. Die Eisenbahndirettion Frankfurt fragt bei der hiesigen Stadtbehörde an, ob man von den Vergünstig gungen des N o t st a n d s t a r i fs für frisches FÄkchl, \ lebenbe4 Vieh, Gerste und Mais O^ebrauch machen wolle. :Nan Nt der Meinung, da die Fleischpreise gegenüber größe­ren Städten hier eine übermäßige Höhe nicht erreicht