e lick machen könnte.
Cbcr hat der bayerische Minister.
Die heutige Nummer umsahl 18 Seilen.
Präsident an den Beharrungszustand gedacht, den man in der Diplomatensprache unter dem Status quo versteht? Audi in diesem Falle würde er die Mitwelt doch nicht ganz von der Sicherung des Weltfriedens überzeugt haben, wenn man auch sonst seiner gut gemeinten Tröstung sympathisch gegenübersteht.
einiger Spannung müssen wir darauf warten, ob die einstige Rolle Bismarcks nricbenim dem deutschen Reichskanzler übertragen wird. Im günstigen Falle könnte S?crr v. Bethmann-Hollwoa eine neue ?lera deutscher auswärtiger Politik einfädeln imb unsere Beziehungen zu England und
sind klug und schön, ihre Mimik und vor allem die Sprache ihrer Augen ist beredt und ausdrucksvoll, ihre Gcwandheit ist bewundernswert, und eine blutfrische Lcidcnschait weih sic außer ordentlich zu entfalten — nur schien sie alle diese glücklichen Mittel nicht immer in der von der Dichtung gezogenen Grenze zu verwerten. Ihre Mcdea war von wuchtigen Abmessungen, eine Pollnatur von gewaltigem Eindruck, voll innigster Liebe, voll flammenden Lasses, und man bedauert, das; man doch eine Einschränkung machen muh: nämlich die, dah nicht alles was lebenswahr und wirkungsvoll ist, auch ästhetisch befriedigt. Und von diesem Gesichtspunkt auS war z. B. der Schluh des zweiten Auszuges und einzelne Stellen im dritten und vierten Aufzuge nickt einwandfrei. Wenn die Künstlerin hier ein wenig mildert, wird ihre Mcdea von Anfang bis zu Ende eine auhcrordentlichc Leistung sein. m
Neben ihr hatten die anderen Darsteller, w wert itc überhaupt zur Geltung kamen, einen sehr schweren Stand, Herr Twor- kowskl) der mitunter feine Worte in einem dumpfen Grollen erstickte, vermochte den König Kreon nicht zu individualisieren — er blieb Klisckecfigur. Boll heiterer Anmut verkörperte Fräulein Dagny die liebliche Kreusa. öerr Bruchwiv hatte als Jason treffliche Augenblicke, doch wäre im ganzen eine schärfere Betonung seines Elends nicht ohne Vorteil, weil nur dadurch sein Handeln vor,ländlich wird. Sehr schön brachte er die Zwiesprache mit der Iugendgeliebten zur Geltung. Fräulein Brehm die offenbar unpählick war, kehrte die mütterliche Liebe der alten Amme recht glücklich hervor. Als Herold ist Herr Kliewer zu erwähnen. „ , , . . a .
Nicht besonders geschickt war die Beleuchtung des Vlienes, und auch der Brand des Palastes war nicht glücklich. K. N.
Bacchus atmen bei aller Ausdruckskraft nicht die sinnliche Glut der Salome, sind nicht von der Leidenschaft und der Ekstase der Elektra erfüllt, oder von den irdischen Empfindungen des Rosenlavaliers. Strauh hat auf ganz einfachen volkstümlich erfundenen Motiven diese Szenen ausgebaut und sie zu einer Pracht, Schönheit und Süße gestaltet, wie sic unter den Heutigen nur ihm allein eigen sind. Tas ist echter, wahrer Strauh. Und auch nur er allein konnte das Wagnis unternehmen, das tragische Moment mit dem der Opern busfa zu vereinigen. Tas Verdienst muh man seinem Textdichter Hosmaunsthal unter a'Äen Umständen lassen, dah er mit sckwrsem Blick die besondere Begabung für solche Mischungen erkannte und Strauh eine Ausgabe stellte, die seiner Eigenart von einer neuen Seite enthüllte.
TaS Werk ist nach MoliöreS Lustspiel Bürger als Edelmann bearbeitet und darin wird auf Wunsch des Herrn Iourdain nicht die von ihm bestellte tragische Oper allein ausgesührt, sondern eine italienische Gesellschaft improvisiert ihre Komödie in die tragische Oper hinein. Hier gilt es nun, nicht bloh die beiben Stilarien nebeneinander herlaufen zu lassen, sondern sie so miteinander zu verschmelzen, dah der Eindruck des organischen Ganzen erzielt wurde. £b dies schwierige Experiment, ähnlich wie in Mozarts Ton Juan, in allem geglückt lei, darüber gingen die Meinungen nach der Auftührung noch auseinander. Nach meiner Meinung ist Strauh dieser Wurf tatsächlich gelungen. Neben den beseligenden Klängen der Liebe und den düsteren Todesahnungen der Ariadne, die im (*4ottc Bacchus den herbeigesehnten Tod vermutet — die von Theseus Verlassene „verwandelt" sich und wird gleichsam zum neuen Leben in den Armen des Bacchus erweckt — hören wir nun die lustigen Weisen der Zerbinetta und ihrer vier Liebhaber. Auch für sie ist die Liebe ein „Erlebnis", aber sie zählt nickt zu den Frauen, die nur einem Manne gehören. Hier enthüllt sich nun die musikalische Toppelnatur Straußens in großartiger Weise. Tas Eoloratur-Stück der Zerbinetta, ein prächtig charakterisiertes Rezitativ mit folgendem Rondo, ist das Unerhörteste, was auf diesem Gebiete geschrieben worden ist. Nur das Genie tonnte das überhaupt wogen und zum Gelingen führen. In den höchsten Lagen bewegt sich die Stimme und stürzt bis zum tiefen H. herab. Tie verwegensten Modulationen und Rhythmen beherrschen sie: und diese Arie in viel weniger eine Satire auf den kolorierten Stil, sondern seine letzte Konsequenz. Die SdHvierigfciten sind ungeheuer, aber Margarethe Siems überwand sie glänzend. Bon außerordentlicher Keckheit ist auch das Ensemble der vier Liebhaber, ein MeisterstüÄein. Tie Ouvertüre zur Ariadne erinnert an den feierlichen Ernst des klassischen Stils Glucks. Ta5 Orchester ist symphonisch behandelt und von'wundervollem Klange, der durch die neuartige, kleine Besetzung von eigenartigem R.I ist. Neu ist die Behandlung des Klaviers und die Hinzunahme eines Meisterharmoniums. Ter Chor ist ausge-
(ßiefoener Stadttheater.
Medea
ocs Goldenen VließeS dritter Teil von Franz Grillparzer.
G i e fe c n , 26. Okt.
Das goldene Bliest, das ist der antike Nibelungenhort, der allen Verderben bringt, die in fluchwürdigem Hunger nach Gold und dunerer Ehre nach ihm geizen, und wie wir letzten Endes die furchtbare Rache Krimhildcns nur dann verstch-;n können wenn mir die ganze Vorgeschichte kennen, so kann man Medea and) nur dann richtig würdigen, wenn die beiden anderen Teile d.r Trilogie vorausgegangen sind. Alle Litcraturkenncr haben d'-Shalb fei, dem ersten Erscheinen dieser großartigsten und vollen- i.tuen Tieblung Grillparzers die Forderung^gestellt, dast die xutfdicn Bühnen einzelner Virtuosinnen der Schauspielkiinst zu
bc nicht nur den letzten, Medea genannten Teil des goldenen Vuestes aufsühren dürsten, und M. Necker hat in seiner Grill- .-irzer Ausgabe dieses Belieben unserer Theater mit Recht ein Per l.hen an dem Genius deS Tickters genannt. Aud) F. Mamroth, )i M. Mcuer u. a. haben fick entschieden gegen diesen Braud' .urroabrt, bü Bühnen Praktiker behaupten aber, daß die Anforderungen an die Darstellerin MedeenS in den drei Stücken so nerschiedenarlig seien, dast sic nur in seltenen Glücksfällcn von r n c r Schauspielerin bewältigt ivcrdcn könnten. Selbst ein so seiner Kops wie Laube halte große Bedenken.
Aber alle diese Bedenken dürften doch nicht stark genug sein, nut dem deutschen Volke die vollständige Wiedergabe seiner veilen d lstcn Trilogie vorzuentballen, denn dem Goldenen Vließ haben u.;r nichts gleichartig Großes an die Seite zu setzen, und von allen Dichtern die sich mit dem Stosse beschäftigt haben — auck cdiillcr lubörte dazu — hat keiner aud) nur entfernt die Grillvarzcrschc Dichtung erreicht. Vielleicht wagt es unsere Bühne einmal, den gvnzen Zyklus herauszubringen, wozu ihr der Erfolg des gestrigen Abends wohl ein Ansporn sein dürfte. Ist doch schon schwierigeres Gewagt worden. ,
Zwar leicht hat Grillparzer den Tantellern ihre Aufgabe inckt^ gemacht, denn wie er mit Meisterschaft den Kampf zweier Weltanschauungen, der hellenischen und der barbarischen, durch- iriührt hat, und wie er mit sicherer Hand mitten hinein bie an biibcrieiiincr Enttäuschung zugrunde gehende Ehe geitcllt hat, ’□ erfordert seine Kunst ein tiefes Verstehen und em reifes Können. Diese schien mir die geitrigc Voruellung, die von Herrn -L rn o r - : ? w s k n geleitet nnirbe, bei allen Vorzügen nicht ganz zu er- j ring en. ~ ,
Als Mcdea enthüllte Fräulein Riza Baior^vom ^.eutfcken Dhcatcr in Berlin erstaunliche Talente. Ihre Stimme ist von reinem, melodischem Klang, und sicherem Ausdruck, ihre Gelten
Rustlanb auf neue Grundlagen stellen „Wer den Augenblick ergreift", der ist auch in ber politischen Medizin „der rechte Mann".
Wenn man Mars nicht nur die Stunde, sondern nud) die späteren Geschicke des Balkans regieren ließe, so würden die Türken nicht viel Freude erleben. Ihre Aussichten erscheinen heute als start gesunken. Die amtlichen Siegesmeldungen begegnen jetzt selbst in Konstantinopel Mißtrauen. Schon trägt man sich in den Kreisen der Pforte mit der Hoffnung, daß die Vermittlung der Großmächte dem >triege bald ein Ende machen werde. Dann würde die bekannte Note der Mächte noch in frischster Erinnerung stehen, und der Status quo könnte den Ankcrgrund abgeben. Es ist in der Geschichte nicht das erste Mal, daß von Konstantinopel aus an das Eingreifen der Westmächte appelliert worden ist. Wenn der König Ferdinand von Bulgarien in seinem bekannten Aufruf seine Unternehmung als einen Glaubenskriegs kennzeichnete, so hat er damit überall Zurückweisung erfahren, denn das paßt schon lange nicht mehr in das Programm Europas. Seit Katharina II. waren es immer rein politische Gründe, die das Ende der Türkenkriege besiegelten, und Friedrich der Große hat dem Moslem auch schon die helfende Hand cntgegengcstreckt. So tief die Türkei in Nöten sich befindet, so groß die Gefahr der Erstürmung von Adrianopel auch geworden ist — bis zur endgültigen Lösung der orientalischen Frage wird es noch gute Wege haben. Es sei denn, daß der Krieg diesmal nicht lokalisiert werden könnte und der viel gefürchtete „Weltbrand" wirklich eintreten würde.
Auch die b a y e r i s ch e Kammer hat sich gestern mit diesen Besorgnissen befaßt. Die sozialdemokratische Frak tion forderte die Einberufung des Reichstages oder doch wenigstens des Bundesratsau'sschusses für auswärtige An gelegen!) eiten. Es ist bedauerlich, daß solchen unüberlegten Forderungen sich auch der liberale Führer Casselmann an schloß Es braucht nicht erst versichert zu werden, daß wir Die heutigen Lenker unserer auswärtigen Politik nicht für unfehlbar halten. Aber die größte Unklarheit und gefahrvollste Wirrnis müßte Eintreten, wenn die Volksvertretungen sich in die Leitung der Dinge hinein mischen wollten. Sie tonnen Stimmungen äußern und soll tcu daher, soweit es das Staatsinteresse irgenb zuläßt, von der Regierung auf dem Laufenden erhalten werden — aber ganz besonders in der diplomatischen Küche verderben viele Köche den Brei £err v. Hertling hat die gar so besorgten Gemüter sehr eindringlich beruhigt, aber einige dunkle Punkte hat seine Rede doch. Er sprach davon, daß die Rcichsleitung mit den anderen Großmächten bemüht sei, „dem Ueb ergreifen auf das Gebiet vitaler Interessen Europas vorzubeugen". Er habe das volle Vertrauen, daß das starke Deutsche Reich sein Gewicht nicht vergebens in die Wagschale des Friedens legen werde. Nun sind aber die „vitalen Interessen Europas" bekanntlich sehr vielfarbig. Meinte Herr v. Hertling nur die allgemeine Kriegsgefahr, die gegen das Interesse aller Mächte gehe? Dann könnte man ihm entgegenhalten, der gute Wille möge vorhanden sein, aber schon kleine Fünkchen könnten dem Pulverfassc gefährlich werden, — wofür man dann Herrn v. Hertling gewiß nicht verantwort-
Ariadne auf Naxos.
Oper von Hugo von Hofmannsthal. Musik von Richard Strauß.
Stuttgart, 25. Okt.
Richard Strauß ist nicht ber erste, der den antiken Ariadne- Stoss behandelt bat. Am bekanntesten und historisch bedeutsam ist die Musik, die der Kapellmeister Gcord Benda zu dem „Duobrama" des Christian Brande? schrieb. Bendas Vertonung bat auf die Zeitgenossen starken Eindruck gemacht. Ter Komponist behandelte den Stoff melodramatisch und tonmalerisch.
Strauß bat fein Der! anders aufgefaßt. Von der realistisch- bramatifdien Einkleidung hat er, der textlichen Vorlage von Hofmannsthal gemäß, diesmal abgesehen. Seine Ariadne ist lrrisch gehalten, und zwar der Hauot'ache nach im Sinne der „absoluten Musik" ein Moment von besonderer Bedeutung in der Entwicklung des Straußschcn Schaffens. Tie Szenen zwischen Ariadne und
politifdic Wochenschau.
Gießen, 26. Okt.
Graf Bercktolb hat sich bei seinen Unterredungen mit brn italienischen Diplomaten offenbar auf die Anbahnung ichtlinien einer gemeinsamen Balkan ivi;itr beschränkt. Wie Sir Edward Grey am Donnerstag rit englischen Unterhause auf eine Frage nach ber freien nrrHilr! durch die Dardanellen zweifelnd das Haupt i itc und den Verlaus der Balkanlämpfe als ein noch ! icklossenes Buch der Zukunft hinstellte, so gelangte die >i recl Ung in Florenz uno Pisa zu keinen bestimmten sck lassen. Man einigte sich, den Fortgang der Dinge . nsm 'i t iani zu tversolgen und «bei etwa auftmicfymbcn ernsten mwn sogleich ins Einvernehmen zu treten. Das ist em । der Dreibundpolitik Es muß dahingestellt leiben, wie iveit Graf Berchtold den Herren Giolitti und ■ n Giuliano fein Herz geöffnet haben mag, ob nahe- 1 genbe Eventualfragen erwogen worden sind oder nicht.
' eichs Interessen auf dem Balkan kennt i.leitende Ltaatsmann hat in den Delegationen öfter Lüttich gesprochen — so ist die Reise des Grafen Berchtold, von freundlichen italienischen Presseäußerungen bc» i itet mar* wohl eine nützliche und erfreuliche Borberei- I !I! zu den nahenden unvermeidlichen Auseinandersetzun- (i ii gewesen. Denn so viel steht fest: der Status quo wird tin äußerst schwierig zu behandelnder Patient werden. £ ne tiefgreifende Operationen wird es nicht abgehen. 1 e Aerzte warten einstweilen noch ab, und wenn heute ge- i Idet wird vielleicht als ein ballon d’essay —, daß die hrben im Sandschakfi ich schon häuslich eingerichtet hätten, i regt man sich vorläufig nod) nicht darüber auf. Zwar ist, .i s einst Katharina die Zweite den Gedanlen der Befreiung :• christlichen Balkanvölier vom türlischen Jock) zuerst aufs Vin ci brachte und mit Hilfe Oesterreichs durchfül)ren wollte, lief) schon einmal, in den Friedensschlüssen von Sistowa nmb Jassy, nach reichlichem Blutvergießen der Status 1 no dennoch erhalten worden - wenn auch nur auf recht Un ze Zeil Wenn heute aber die Türkei auf den Schlacht ■Hberit Mißerfolge hat, wird die Landkarte dock) wohl rinige Veränderungen erhalten. „Denn zu tief schon hat i Haß gefressen und zu schwere Taten sind gesehen" Tic den Bal tau fürsten vor dem Kriegsausbruch feierlich . ' rreichte Note der Großmächte wird int Archiv der Haager »ndenskonferenz dermaleinst ein interessantes AtNm lick sein.
Politisck) wie militärisch stehen wir heute noch vor Geheimnissen. Wie in einem Würfelspiel warten die Mächte -'i Verlaus der Ereignisse ab. Nach der ersten großen 2 macht wird, so hieß es, Rußland zu einer Friedensver- N'.ltlung ansiordern, und nach berühmten Mustern würde nii wohl die Einberufung einer Konferenz erfolgen. Ob land sich seiner alten Türkenpolitik erinnern wird, die i V dem Krim krieg im Frieden von Paris ilyren Zweck i eichte? Dann würde es wohl gelingen, die übertriebenen ufi räche des Slaven tu ms zuruckzuweisen. Sir Edward . wirb dabei seine Rolle im Bunde mit Rußland und , Hilfreich möglicherweise einer Revision unterziehen ifen, denn ein Abschluß der Balkansragc ähnlich wie er i »ii- dem russisch-türkischen Krieg im Jahre 187« im Frieden n San Stefano in Frage stand, dürfte auch heute noch ii bt nach Englands Geschmack und Interesse sein. Mit
Der Balkankrieg.
Die Lage vor -ldrianopel ist nach einer amtlichen bulgarischen Meldung unverändert. In dem bereits gemeldeten Kampfe bei In rusch hatten bie Türken ungefähr 300 Tote und 500 Türken wurden gefangen genommen. Die Bulgaren erbeuteten 3 Sck nellsenergeschütze imb 12 Rtunitions- ivagen In Kirdeschi beschlagnahmten die Bulgaren ein Tevot von einer Million Patronen, 14 Kisten Granaten, 18 000 >rift>- gramm Mehl, 60 000 Kilogramm Korn und 30 000 Kilogramm Gerste. •
Rene bulgarische Siegesnachrichten.
Sofia, 25. Okt. Agenee Bulgare.) Im Distrikt Rezlog bemächtigten sich die bulgarischen Truppen der Gebiete am oberen Mestaflusse. In der Umgegend von Mahomia wurde ein türkisches Jfiifanterie- R oq i m en t-v e rn i ch t e t. Ein in dieser Stadt ei n g e- sck)liossenes Bataillon^ bestehend aus regulären Truppen und Baschibozuks^ hat sick) in der Nacht vom 23. zum 24. Oltober ergeben. Die Stabt P e t s ch ewo wurde von den Bulgaren eingenommen.
Tie Stimmung in .Konstantinopel.
Konstantinopel, 25. Okt., 6 Uhr abend-s. Mehrere türkische Blätter fordern die allgemeine Ausweisung der Untertanen sämtlicher kriegführenden Staaten.
Wie die Blätter melden, wurden ein Bulgare und ein Serbe in dem Augenblick verhaftet, als sie eine neun Kilogramm schwere Bombe unter ber Eisenbahn- b v ü ck e zwischen Uschak und Asiun-ckkarahissar auf ber Eisenbahnlinie nach Smyrna niederlegten. Zwei bulgarische Spione sind gestern beim Kriegsministerium verhaftet worden.
Ein türkischer Berwundeteutransport, ein Major und 28 Mann, sind gestern von ber montenegrrm^ scheu Grenze eingetroffen.
Ein gestern nachmittag veröffentlichtes Kommunique des Generalstabs über die Schlacht bei Adrianopel hat die Ungeduld des Publikums nicht befriedigt, sondern Bedenken eingeflößt, da der als ein Manöver bezeichnete Rückzug von ber Bevölkerung als endgültig angesehen wird.
Nach dem „Alemder" ist der Sekretär des bulgarischen Saladjeff wegen Spionage vor ein Kriegsgericht gestellt worden.
Die türkischen Blätter bringen ziemlich unklare Berichte stber die Kämpfe bei Mrianopel, wissen aber nichts von einem Endergebnis. Danach scheinen die Bulgaren ihre heftigsten Angriffe auf Merresch, acht Kilometer westlich von Adrianopel, gerichtet zu haben, wo sich die äußeren Werke auf einer Höhe von 130 Meter befinden. D i e Bulgaren griffen in der Nacht zum 25. Oktwb er mit acht Bataillonen an, wurden aber morgens mit Lroßen Der- l n st e n a ii r ü d g e w orfen.
Nr. 253 Erster Blatt 162. Iayrgang Samstag, 26. ©höbet 1912
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Annahme von Anzeigen Rotationsörud vnd Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderri R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schulstratze 7. Uv': E.s'ev ' n"i'r den s oonmÄn9nii^ vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.__________________________________^"Zemente.! ö Beck.


