Ausgabe 
26.4.1912 Erstes Blatt
 
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durch jubelnde Zurufe ermutigt. Manche Franzosen Hünen nur einem Zufall ihre Rettung zu verdanken. So vier Instrukteure, die sich vor den Aufrührern in die Unrats- kammern flüchteten, wo sie 44 Stunden lang bis zum Halse im Wasser stehend aushalten mußten, bis sie von einem franzosenfreundlichen Eingeborenen gerettet wurden.

Tas Zadenviertel völlig zerstört.

Paris, 25. April. Aus Fez wird von dem Sonder­berichterstatter derAgence Havas" igcmelbet: Das Juden­viertel, welches einen rauchenden Schutthaufen bildet, sieht aus, als ob es von einem Erdbeben heim- gesucht worden wäre. An 6 7000 Juden haben in den Gärten und im Palast Muley Hafids eine Zuflucht gefunden. Die meisten lagern unter freiem Himmel, (rinigen Familien hat man die leeren Käfige der Menagerie Muley Hafids als Unterkunfts­statt angewiesen, dicht neben den Käfigen der Elefanten, 'Sötoen und Tiger.

Die französischen Truppen halten alle Tore besetzt. 80 scherifische Deserteure wurden durch die Beni Mter anbchalten und vier getötet. Die Entwaffnung der scherrfischen Tabors wird fortgesetzt. Ein französischer Transportzug wurde bei El Hajeb angegriffen; zwei Schützen wurden getötet.

Das wichtigste, was vorkam, war die Mitteilung^ daß der Lehrstuhl für soziale Medizin und das Unfall- krankenhaus gesichert sind. Dann kam eine ganze Anzahl Baugesuche und sonstige kleinere Vorlagen, über die eigentlich nichts zu sagen gewesen wäre. Aber die Rede- lust war groß unb so sprach man benn ber Reihe nach über die Herstellung der Ludwigstraße, die Drainierung des Festplatzes auf dem Trieb, die Hergabe von Oswaldsgarten für ein Fest unb für bic Zcltmission, bie Zweckmäßigkeit des Klavierspieles beim Mädchenturnen und noch einiges andere. Namentlich die Klavieranschaffung für Turnzwecke hatte es den turn- und schulfreundlichen Stadtvätern an­getan und sie stritten mit Ernst und Eifer für die Sache, die höchstens 500 Mk. erfordert, als ob es sich um eine Anforderung von vielen Tausenden handele. Schließlich siegten die Klavierfreunde. Den Schluß der öffentlichen Sitzung bildete eine Aussprache über die Beschaffung von Bureauräumen für die städtische Verwaltung. Man sprach diesmal nicht über die Frage der Verlegung der Bürgermeisterei nach der alten Klinik, d e immer noch käuflich zu haben ist, sondern beschloß die Bildung eines besonderen Ausschusses, der die Verhältnisse prüfen und Vorschläge zur Abhilfe des bestehenden Raummangels machen soll.

Der italiemsch-türlische Krieg.

Enver Sei nicht gesio den.

Konstantinopel, 25. April. Tas ftriegdmini- fterium dementiert die Meldung der Agenzra Stefani auS K a d r e, daß Enver Bei an den Folgen einer Wunde gestorben sei. Das Kriegsministerium erhielt aus dem Lager vor Terna eine vom 21 April datierte Depesche Enver Beis, daß die Wunde, welche er bereits vor vier Monaten erhalten hätte, innerhalb von zwei Tagen ge­heilt sei.

Die letzten KriegSertignisse.

Konstantinopel, 25. April. Nach den Berichten des Kriegsministers bombardierten bie Italiener während drei Tagen Kunfuda im Roten Meer, ohne größeren Schaden anzurichten. Ferner macht der Kriegsminister be­kannt, daß die Italiener im letzten Kampfe bei Derna 1 50 Tote und Verwundete verloren und die Ver­schanzungen aufgegeben hätten.

Diese letzte Nachricht wird in einer Meldung ber Agencia Stephani bestritten.

Rom, 25. April. Die Agenzia Stefani meldet unter dem 24. ds. aus Buchamez: Die beiden Angriffe des Feindes am 22. April auf Buchamez wurden mit größter Erbitterung ausgeführt. Die nach meyreren Tau­senden zählenden Truppen bestanden aus Arabern und regulären türkischen Truppen, bie sehr starke Verluste er­litten. Italienische Truppenabteilungen, die abends ver­schiedene Stellungen des Schlachtfeldes passierten, um Vor­posten auszustellen, fanden zahlreiche, im Stiche gelassene Leichen. Die italienischen Verluste sind sieben Tote, darunter vier Askaris, und 50 Verwundete, darunter 31 Askaris.

Deutsche» Reich.

Der Bundesrat überwies den zuständigen Aus- schüssen den Entwurf einer Bekanntmachung über die Höhe der Zinsen, die dem Gemeinvermögen bei ber Invaliden- unb Hrnterbliebenenversicheruilg gutzuschreiben sind; den Entwurf einer Verordnung, betreffend das Inkrafttreten des Gesetzes über die Aushebung des Hilfskassen­gesetzes, sowie die Vorlage, betreffend Aenderungen der Ausführungsbestimmungen a und d zu dem Gesetze bctr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau. Zuge- stimmt wurde den Vorlagen, betreffend bic Aenberung der Zuckersteuer- Aussührungsbestimmungen, betr. bie Aen­berung ber Postzollorbnung, betr. ben Entwurf neuer Bestimmungen über bie Viehseuchen st ati st ik, ben Nachrichtendienst bei Viehseuchen Auch ber Entwurf eines Gesetzes über ben Zusammenstoß von Schiffen und die Bergung und Hilfeleistung in Seenot wurde an­genommen.

In ber württembergischen Zweiten Kam­mer haben die konservative Partei und der Bund der Land­wirte einen Antrag eingebracht, das Kriegsministerium möge bei der Vermehrung unb Verlegung von Truppen mittl er e und kleine Stäbte als Gar- jnisonsorte berücksichtigen und im Bundesrat da­für eintreten, daß in Württemberg ebenso wie im Bereiche des badischen Armeekorps militärische Erziehungs- und an­dere Anstalten untergebracht und Berkehrstruppen garnt- saniert werden.

* Neue Straße. In der nichtöffentlichen Sitzunn der Stadtverordneten wurde die Erwerbung emeS Gelände- üückeS von der Firma Tern & Co. gutgebeißen, die eine Fortsetzung des Wetzlarer Weges parallel mit der Frank- iurter Straße hinter der Veterinäranstalt ermöglicht.

Amtsgerichts-Einteilung. Die Gemeinde Allertshausen wurde vom Amtsgerichte Gießen zum Amtsgerichte Grünberg und bie Gemeinde Ranstadt vom Amtsgerichte Ortenberg zum Amtsgerichte Nidda zugeteilt.

** Konzertverein. Die Kammermusik am nächsten Sonntag tm übrigen eine angenehme Unterbrechung in der an Theater- und anderen Vorstellungen ruhigen Zeit bietet allen denen, die im Laufe des Winterprogrammes das Streichquartett, diese reinste Gattung der Kammer­musik, vermißt haben, willkommene Gelegenheit eines der vortrefflichsten feiner Art, baS von Mozart in C-Dur zu hören. ES gibt wohl kaum ein anderes MozartscheS Quartett, das ihm an Wohlklang gleicht und in dem der Meister doch seiner Zeit voraneilt, wie sich am deutlichsten in der Einleitung ausspricht. Der mittlere Satz gehört zu dem schönsten, was Mozart geschrieben hat. Kein Wun­der, daß sich gerade diese Komposition nicht nur bei Be- rufsmusikem, sondern auch bei Dilettanten besonderer Be­liebtheit erfreut. Die beiden anderen Komponisten, C 6 f a r Franck und G. S g a m b a t i, genießen als solche einen allenthalben anerkannten Nus. C. Franck (geb. 1822 zu Lüttich, gest. 1890 in Paris) ist hier schon bekannt von der Violinsonate her, die Herr R e b n e r vor einigen Jahren mit Herrn Prof. Trautmann vortrug. CssarFranck gilt als das geistige Haupt der jungtranzösischen Sck>ule unb ist hauptsächlich durch fein Chorwerk, die Selig­preisungen (Bäatitudes, 18S8 komponiert), ebenso wie durch feine sinfonischen Werke (M)ur Sinfonie, 1839 komponiert) unb die sinfonischen Variationen für Klavier unb Or­chester bekannt. Unter seinen Kammermusitwerken, die sich durch reiche Melodik und feine Phrasierung auszeichnen, dürfte das Klavierquartett (komp. 1880) obenan stehen. G. Sgambati (geb. 1843 in Rom) wollte sich anfänglich zum Klaviervirtuosen ausbilden, zumal sich Liszt sür ihn interessierte. Er entschied sich aber später für bie Dirt- genten-Laufbahn und machte sich in Italien um die Ein- sührung moderner Musik, besonders Brahmscher Kompo­sitionen, verdient. Seit 1877 wirkt er als Lehrer an ber Cecilienakademie in Rom. Seine Werke wurden auf Emp­fehlung Richard Wagners in Mainz bei Schott verlegt. Von seinen Chorwerken ist das Requiem in Deutschland am meisten bekannt, auch seine beiden Klavierquintette op. 4 und 5 wurden in den letzten Jahren überall mit großem Erfolg aufgeführt. So darf man mit Recht auf einen interessanten, mu,italischen Aoend gespannt fern, der sicherlich jedem Befriedigung gewähren nntb. Um Irr­tümer zu vermeiden, sei daraus aufmerksam gemacht, baß das Konzert nicht in der Aula, sondern int Klubsaal stattfindet.

** Hundeausstellung. Die Vorarbeiten für bie am Sonntag auf ber Liebigshohe stattsindende Hundeaus­stellung sind beendet. Es sind nahezu 350 Hunde gemel­det, darunter sehr wertvolle unb zweifellos sehr sehens- werte Tier«: jedenfalls kann ein Besuch ber Ausstellung jung unb alt nur warm empfohlen werden. (S. Inserat in ber heutigen Nummer.)

Der Bund ber technisch-industriellen Be­amten hält am 27. und 28. April in Berlin seinen achten ordentlichen Bundestag ab. Der Bundestag wird sich hauptsächlich mit dem Stande der sozialen Gesetzgebung refassen. Der Bund zählt zurzeit über 20000 Mitglieder

Au» Statt unt Land.

Gießen, 26. April 1912.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Tie gestrige Sitzung unserer Stadtvater war im wesont- Wn eine VerwaltungSsitzung. Baugesuche und sonstige Fhnnerc Angelegenheiten beherrschten daS Feld unb so kam die Stimmung recht bald heiter und gemütlich war

Ausland.

Der Bürgermeister uvn 'ociieutg erhielt vom Kaiser aus Korfu folgende Depesche: An dem Tage, da dank dem hochsinnigen Schwung der italienischen Nation, der in seinem alten Glanze als Denkmal der Größe Venedigs der wiedererstandene Campanile von St. Markus glückltm eingeweiht wird, entbiete ich den Venezianern meinen Gruß ünb meinen aufrichtigen Wunsch für das Wohl und das Gedeihen der Stadt, in der ich so oft unb so gern ae- werlt habe. ö b

Das englischeUnterhaus hat am Donnerstag bas öeiefc betreffend die Trennung von Staat unb Kirche in Wales mit 331 gegen 253 Stimmen in erster üefung angenommen.

vcsu-h eines deutschen Geschwaders inlleuqorL

Ne uho rk , 25. April. Ter deutsche Botschafter Graf Bernstorfs benachrrchttgtc den Bürgermeister Gaynor, baß der Kaiser die Einladung der Scadtbehürden angenom­men habe und im Juni ein deutsches Geschwader bicrber entsenden werde. Die Stadt trifft umfangreiche ®3eU zum ^npfang des Geschwaders. Wie das Wolsssche Bureau erfahrt, sind bie Schiffe, die nach Neu- York gehen werden,Molttc",Stettin" und das auf ber amerikanischen Station befindlicheBremen".

Kreis Lauterbach.

* Schlitz, 25. April. Wie bereits mitgeteilt, sollte am Sonntag nachmittag von Zigeunern an dem 16jährigen Valentin Schmidt aus Sandlofs ein Raubanfall ver­übt worden fein. Nach einer amtlichen Mitteilung hat die eingeleitete Untersuchung ergeben, daß der angebliche U e b e r f a l l unb bie Beraubung von Schmibt glatt er­funden war. Bei der gestern durch die Staatsanwalt­schaft erfolgten eingehenden Vernehmung des Ueberfallenen entstanden schon Zweifel über bie Glaubwürdigkeit (einer Aussagen, jedoch hat er trotz Vorhalt die Richtigkeit seiner Angaben aufrecht erhalten. Erst später gelang es einem aus Anlaß dieses angeblichen UeberfallS hierher lomman- bierten Gendarmen, ein Geständnis des Schmidt herbei­zuführen. Nach diesem hat er sich im Walde seiner Klei­der entledigt und diese daselbst zerstreut. Sodann ist er in aller Eile nach Hause gelaufen, so daß es den Anschein hatte, als sei er durch ben UeberfaH sehr erschreckt und er­schöpft. Da er Epileptiker ist, war er alsbald, nachdem er seine salscken Angaben seinen Angehörigen erzählt hatte, in einen solchen Zustand verfallen unb es war anfangs an dessen Glaubwürdigkeit nicht zu zweifeln, zumal man be­stimmt annimmt, daß sich trotz der Streifen nach Zigeunern noch solche im Walde aufhalten. Aus welchen Gründen dieser Schwindel von Schmidt ersonnen war, ist nicht be­kannt, aber eine gehörige Strafe müßte solchem Unfuge folgen, damit anderen die Luft zur Beroreicung derartiger Gerüchte verginge.

Hessen-Nassau.

U Marburg, 25. April. Der Professor der Chemie, Or. phü. F. FtUica, ist im Alter von 62 Jahren gestorben.

w. Raffel, 25. April. In der heutigen Sitzung der Stadtoeiordnelenoerfammlung wurde der Beigeordnete Dr. cholz-Tüsscldors mit 57 von 64 Stimmen zum Ober« bürgermeister von Kassel gewählt.

Lustichißfahrt^

Ü cn' 25. April. Ter Neubau der Lust-

fchUldaugeseUfchcht Zeppelm ,X Z. 12", m Fouu unb Mischen

derVikloria Luise" sehr ähnliches Schiff, nur mit etwas »et» änderterSteuerung.ist heute vormittag um 7 Uhr 35 Mm. unter Führung bes Grafen Zeppelin zu einer Werkstättenfahrt aufgestiegen unb bewegt sich über dem See.

vrr Untergang der T tanic.

Neuyork, 24. April. Tie Passagiere derBremen", die eben ankam, erhärten, sie seien so dicht an den Leichen derTitanic" vorbeigefahren,daß sie die einzelnen Personen hätten unterscheiden können. So sahen sic eine weibliche Leiche, die in jedem Arm ein Kiird hielt und ein Ehepaar, das sich um­schlungen hatte. Drei Personen hielten noch einen Teckstuhl feit. Alle hatten Rettungsgürtel um. Ucberall auf dem Meer sah man ReltungSgürtcl umherschwimmen. Tie Mehrzahl ber Leichen trieb zwischen zwei Eisbergen, von denen ber eine teilweise zersplittert worden ist, als er mir derTitanic" zusammenstieß. Viele von den weiblichen Passagieren derBremen" schrien beim Anblick all dieser Leichen laut auf.

Tie Untersuchungen vor dem Senat.

Boston, 24. April. Ter Kapitän berCalifornian" cr^ klärt, daß fein Dampfer weniger a 18 zwanzig Meilen von derTitanic" entfernt gewesen fei, als diese sank. Hätte er von dem Unfall gewußt, so hätten alle Passagiere gerettet werden können. Er stellt in Abrede, daß dieCalifornian" die­jenige gewesen fei, bie innerhalb fünf Meilen an derTitanic" vorübergefahren fei, ohne bie Notsignale zu beachten. Um 10.30 Uhr abends gelangte dieCalifornian" in ein ungeheures Eis seid. Sie ließ sofort die Maschinen swppen und fuhr erst bei Tagesanbruch weiter. Da die Apparate für drahtlose Telegraphie nicht in Tätigkeit waren, erfuhr dieCali­fornian" von dem Unfall derTüanic" erst morgens durch bie fBerginian", worauf sie an die Stelle des Unglücks eilte.

Washington, 25. April. Ein Cuarticrmcifter berTi­tanic", der, obwohl er eine Vorladung erhalten hatte, angeblich nach England zurückkehren wollte, wurde unter Bewachung von Neuyork nach Washington gebracht. Mr. Brace Jsmay und Mr. Franklin hat die Senatskommijswn die Erlaubnis zur Rückkehr nach Neuyork, um die sie gestern nachsuchten, verweigert.

Washington, 25. April. Das Staatsdepartement sprach auf die gestrige Mitteilung des deutschen Botschafters die prin­zipielle Annahme seines Vorschlags wegen bet Sicherung ber Passagiere auf den Ozeandampfern aus, und drückte fein lebhaftes Interesse aus für ben Etfola der internationalen Bet Handlungen und bie Erwartung, baß Deutschland diese internationale Konferenz einberufe.

ihne An rage >m englifßen Oberhaus.

London, 25. April. Auf eine Anfrage wegen der Untcv- suchung des Titanic-Unglücks in Washington erklärte der Lord- Präsident Viscount Morley, jeder Staat könne, ohne irgendwie von dem internationalen Recht abzuweichen, bei Unfällen fremder Schiffe, wobei Angehörige ber eigenen Nation umgekommen sind eine Untersuchung vornehmen. Wenn auch der britischen Re« gierung nicht bekannt fei, daß ein derartiger Fall sich schon, einmal ereignete. Tie Befugnis der Festhaltung von Zeugen bestehe in den meisten Ländern, doch fei es einleuchtend, daß die Befugnis, wo sie bestehe, mit voller Rücksicht auf die Zeugen selbst und auch mit Rücksicht auf die Erfordernisse der Untersuchung in der Heimat ausgeübt werden müßte. Tie britische Regierung nehme nicht an, daß der amerikanische Untersuchungsausschriß diese Er­fordernisse übersehen werde.

Deutsche SicherheitS»aßuahmeu.

Berlin, 25. April. Am 6. Mai findet infolge der An- re g u n g des Kaisers im Reichsamt des Innern, unter Lei­tung des Staatssekretärs, eine Konferenz statt, an welcher olle in Betracht kommenden amtlichen Stellen, Vertreter ber trans atlantischen Reedereien, ber großen Werften, der SeeberusSgc nossenschajl, des Nautischen Vereins, der Schiffsbautechnischen Ge sellschaft unb anderer Fachverbände teilnehmen. Sämtlrche Fragen, die mit einer größeren Sicherung des überseeischen Passagier- Verkehrs zusamment-ängen, sollen eingehend geprüft werden. Im Vordergründe ^dürsten stehen die Fragen der Rettungsboote, der wasserdichten Schotten, der Dampferrouten, der drahtlosen Tele» graphie und der Fahrtgeschwindigkeit.

Neuyork, 25. April. Der DampferMackay Bennett" meldet, daß er 2 0 5 Opfer derTttancc"-Katastrophe barg. Der Kapitän glaubt, daß die Mehrzahl der Leichen niemals wieder an die Meeresoberfläche gelangen werden.

Kieme Lageschromt.

Ter Herzog-Regent von Braunschweig hat ein Frauen­dienstkreuz in~ zwei Klassen in Gold und Silber gestiftet, das am weißen Seidenbande mit blauer Einfassung getragen wird. Es ist ein gleicharmiges, mit seinem blauen Emailstreifen um­rändertes Kreuz mit der Inschrift:Wirke treu in Nächsten­liebe!".

Aus dem toten Arm der Sieg schlug ein Boot um, in dem sich vier katholische Geistliche befanden. Ter Pfarrer Wirtz aus Bochum ist ertrunken.

Tie am Donnerstag unter dem Verdacht der Mitschuld an dem Verbrechen der Automobilbanditen in Paris ver- hafteten Roulot, Boucher, Tubost und Marie Besse sind wieder sreigelassen worden, da die bei ihnen vorgenommenen Haus juchungen ergebnislos geblieben sind.

In Neustrelitz fiel in der vergangenen Nacht der bic Tertia besuchende 13jährige Sohn des Superintendenten P t a n n - schmidt-Gransee in mondiüchtigem Zustande vom Fenster fimS eines im zweiten Stock gelegenen Zimmers und hat fick lebensgefährlich verletzt.

QandcL

Provisorische Verlängerung des Stahl- werkS-Berdande«. Weder bie eingesetzten Ausschüsse noch die ftaugehabte Veisannnlung der Werkbeiitzer sind zu einem Er­gebnis hinsichtlich der Verlängerung des Stahliverts-VerbandeS gekonimen. Wenn man sich nicht, rote es in derartigen Fallen chon vorgekoinuien ist, m letzter Stunde doch noch emigt, so roiri man, nach allem, ivaS darüber zu erfahien ist, zu dem Rotbehel einer proviionschen Verlängerung oeS VervandeS in irgend einet Form am kurze Zeit für bie Probukte A schreiten.

Aulutchec weueroertqr.

Oeffentltcber Wetterdienst, Gießen.

WeUeranSstchten m Reffen für SamStag, den 27. April 1912: tBolfig, vereinzelt leichte Regenfällte, Temperatur wenig verändert.

Letzte Nachrichten.

bS. Darmstadt, 25. April. In der Sitzung der Ver­trauensmänner der nationalliberalen Parteides Wahl' freifeö Darmstadt-Groß-Gerau wurden folgende Herren als Vertreter für den am 12. Mai in Berlin statt findenden Partei- lag gewählt: Referendar Tingeldey, Fabrttänt Goebel, Herr Horn­berger, Schlossermeister Ewald (Lber-Ramsladt) und Ingenieur Nttttter. Autzerdem wirb sich Dr. Osann nach Berlin begebrn.

Friebr ichshafen, 26. April. Der L. Z. XU., der heute früh zu einer abermaligen Fahrt ausgesticgen ist, gehl im Mai in den Besitz der Militärverwaltung über. Das eben im Bau befindliche Passagierluftschifs Hansa ist im Juli vollendet unb darnach wird bad für bie Marineverwaltung bestimmte Luftschiff begonnen.

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