Ausgabe 
26.4.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfafzt 14 Seiten.

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Vorbehalten. Als brauchbare Grundlage für derartige Verein» barungcn erkennt die Konferenz folgende Staffelung an: für Großstädte mit über 100000 Einwohnern und Orte mit gleich teurer Lebenshaltung 1080 Mk. Bargeld, für Orte, die in^der Servisklafse A des Beamtcnbesoldungsgefcvcs stehen, und Crtc mit gleich teurer Lebenshaltung 1200 Mark Bargeld.

2. Tic Konferenz erhärt einstimmig, daß in der >1 o n kurrcnzklausel eine schwere Beeinträchtigung der Frei zügigkeit und Erwerbsmöglichkeit der kaufmännischen, An gestellten zu crblidcn iit, dte zu ihrer wirtschaftlichen 5<f)äbi gung führt. Darum hält es die Konferenz einmütig für ein erstrebenswertes Ziel, bei den kaufmännischen Arbeitsnachweisen die Vermittlung von Stellen, bei denen eine solche Konkurrenz llauscl vorgeschrieben wird, grundsätzlich abzulehncn. Wegen der einem solchen Verfahren heute noch entgegenslehenden Schmie rigfcitcii würde die Konferenz es als einen Fortschritt begrüßen, wenn die kaufmännischen Arbeitsnachweise Stellen mit Konkurrenzklausel nur vermitteln würden, wenn dafür ein Jahresgehalt von mindestens 5000 Mk. bezahlt wird, die Bindung nicht länger als ein Jahr dauert und für die Tauer der Bindung die Fortzahlung eines an*' gemessenen Gehaltes, als welches die Konferenz mnidestens 3 seiner Löhe ansieht, gewährleistet wird.

Diese Beschlüsse werden den Leitungen der einzelnen be tätigten Verbände zur Anerkennung unterbreitet, worauf im Herbst dieses Jahres eine weitere Konscrenz stattfinden soll.

Die französische Grganisierung MaroNos.

Der französische Kricgsminister M i l l e r a n d erklärte einem Berichterstatter, die Regierung habe bezüglich der Organisierung Marokkos zwei Lösungen ins Auge gefaßt. Tie eine bestehe darin, einen Zivilisten zum Generalresidcnten zu ernennen, unter dessen Besohl auch der Kommandant des Besatzungskorps stände. Tie zweite Lösung sei die, daß einem General für einige Zeit die Ausgabe übertragen werde, die Organisierung Marokkos in administrativer und militärischer Hinsicht durchzuführen. Es heißt, mehrere Mitglieder der Re­gierung seien für eine dritte Kombination. Ta, nach soll der Deputierte und ehemaligen Gencralgouverneur von Algerien, Jonnart, zum Generalresioenten eniaitnt und ihm als unmittelbarer Mitarbeiter General b Ämade beigegeben werden.

Einzelheiten über die Unterdtückuog des Aufstandes.

Der Sonderberichterstatter desMatin" in e j meldet vom 20. April: Die Niederwerfung des Aufstandes sei der Energie des Generals Brulard zu verdanken, der trotz des Widerspruches-des noch immer allzu optimistischen Gesandten R e g n a u l t diejenigen Stadtviertelbom^ bardieren liefe, in die sich die Aufrührer geflucht^ hatten. Sofort nach dem Bombardement feien zahlreiche hervorragende Marokkaner in das Haus des Gesandten Regnault sowie auf das Konsulat und ins Hauptquartier oes Generals Brulard gekommen, um ihre franzosenfreund­liche Gesinnung zu beteuern und Pardon zu erbitten. Man habe ihnen erklärt, daß ihre Häuser bombardiert werden würden, falls sie nicht unverzüglich französische Fahnen aussteckten. Alsbald seien auch die meisten Häuser mit Trikoloren beflaggt gewesen. Ter Korrespondent berichtet ferner, es sei s e st g e st e l l t, daß hervorragende Be­amte des Machsen, darunter der Stellvertreter und der Sekretär des Kriegsministers, zu den Anstiftern des Aufstandes gehörten. Auch der Sohn des Grofewesiers, El Mekri, der Pascha des Stadtteils Fez, El Bali, steht in Verdacht, mit den Auf­rührern gemeinsame Sache gemacht zu haben und sei deshalb sogleich abgesetzt worden. Bei dem Aufruhr und den furchtbaren Szenen, die sich in dessem Verlaufe abspielten, hätten sich besonders die Weiber fanatisch und grausam gezeigt und die Askaris, welche die Leichen der Franzosen in scheußlichster Weise verstümmelten,'

kf. Von Str indbergs Krankenlager. Aus Stock­holm wird berichtet, daß Sttindbergs Zustand zwar nach wic vor im höchsten Grade ernst und beforgmSerregenb ist, daß aber doch wenigstens die Schmerzen m den letzten Tagen etwas nachge­lassen haben. Ter Dichter trägt sein Schicksal nut großer Fassung, und wenn die 2ck)merzen ihn nicht gar zu heftig heimsuchen, so ist er ganz guten Mutes. Ein merkwürdiges Zusammentreffen der Dinge, das Strindderg schmerzlich berührte, ist es, daß gerade jetzt die Nachricht eintraf, daß des Dichters erste Gemahlin, Frau Sigrid v. Essen, soeben verswrben ist es ist, als ob sich da ein ganzer Lebcnsrmg schlösse! Tic Titanic-Katastrophe hat auf Strindderg einen mächtigen Eindruck gemacht, und ganz besonders erschütterte ihn die 'Nachricht, daß die Schiffskapelle, als der Dampfer sank, den Pfalm gespielt haben soll:Näher, mein Goll, zu dir". Am Montag vormittag erhob er sich von seinem Mraitfenlager und spielte am Klavier Phantasien über die Melodie dieses Psalms.

Fortschritte der Lungenchirurgic. Gegen Lungenkrankheitcn geht man jetzt mehr und mehr auf chirurgischem Wege vor. So löst man seit einiger Zeit bei geeigneten Erkran­kungen der Lungenspitze die oberste Rippe aus ihrer Verbindung mit dem Brustbein, um ihr mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu geben und damit den Entzündungsprozessen zu begegnen, die in ihr bei geringer Ausdehnungsfähigkeit sehr leicht entstehen. Eine andere Methode stellt die crtranlte Lunge ruhig, indem man durch einen Einstich in den Ärustfellraum von außen Luft embringen laßt und den sog.PnMmothoroL" erzeugt, Dann jchrumpjt die Lunge

Das Ende der Beratung über die Wehrvorlagen.

Ter Reichstag Hal am gestrigen Tonnerstag die Heeres- und Marineoorlage dem Budgetausschuß überwiesen, das Branntweinsteuergesetz dagegen, nach dem Anträge Basser- manns, einem Sonderausschuß von 28 Mitgliedern. Tie Mstiminung über diesen Antrag Bassermann ergab wieder einmal ein Bild über die Mehryeitsverhällnisse. Die Linke stimmte ihm zu, die Rechte wehrte sich dagegen. DieMehr­heit der Linken" siegte mit 160 gegen 158 Stimmen. Tie Beratung des Branntweinstcucrgesetzes in dem Sonderaus­schuß wurde von der Linken besonders darum gewünscht, weil sie hier, gesondert und für sich, ohne Rücksicht aus die Wehrvorlagen selbst, gründlich beraten werden tarnt und Die von Herrn Bassermann angctündigten neuen Teckungs- vorschlägc gleichfalls rein sachlich erledigt werden sollen. Weniger wünschenswert wäre es, wenn der Ausschuß bei allgemeiner Redelust zu einemReichsfinanzrcformrevi- sionsausschuß" ausarten sollte Tie Annahme der Wehr­vorlagen im Budgetausfchuß wird keiner Schwierigkeit be­gegnen.

Die gestrige Verhandlung bot keine wesentlichen Ueber- raschungen mehr. Ter vollsparteiiiche Abgeordnete Hauß­mann hielt seine schweren Angrisfe gegen die Marinever- waltung nicht in vollem Umfange aufrecht, wenigstens rollte er die Sack)e in seiner Rede nicht weiter aus. Er sprach zwar allgemein davon, daß heute die Rcssortchefs sich gegenseitig in der Presse bekämpften und daß das Auswärtige Amt seine Rechte wahren müsse, ohne jedoch bestimmte Unterlagen für diese Ausführungen zu bieten. Er stimmte in der Tuellsrage dem Zentrumsstandpunkt zu und meinte, überhaupt müsse im Militär mehr Raum für eigne selbständige Ueberzeugung geschaffen werden. Hatte Erzberger den Fall Samleth vorgebracht, so kam Hauß­mann auf den Fall Czerny zu sprechen, aus den der Kriegs­minister ui der Aussprache dann doch etwas sachlicher crn- ging als auf den Tuellstandpunkt, den er im Ausschuß näher zu beleuchten versprach.

Auch der Marinestaatssetretär Herr v. Tirpitz stellte sich seinem Angreifer gegenüber; aber es wurde alles schied­lich und friedlich erledigt. Der Staatssekretär meinte u. a. gutgelaunt, ob er noch Mitglied des Fiottenvereins sei, das habe er in der Eile nicht feststellen können. Es kommt auch wirklich nicht darauf an. Vielmehr versicherte Herr v. Tirpitz nochmals, daß er auf die Entschließungen des Flottenvereins und des Wehroereins feinen Einfluß habe. Herr Haußmann konnte froh sein, daß über seine Auf­bauschung der Reichstag im allgemeinen so glatt hinweg- schritt.

In der folgenden Aussprache waren die Bekenntnisse des WelfenrednerS Colshvrn von nicht unerheblichem Interesse. Bon einer Flottenvermehrung will die Welien- schast rundweg nichts wissen! Ueberhaupt seien die Lasten für das Volk zu groß! Dabei erklärte der Redner seine Besorgnis vor der Wiedereinbringung der Erbschasts-

Gchaltr- und StellenvermittlUiigzkonferenz iaujmänmscher verbände-

Am 23. April traten auf Einladung des Deutschnationalen Handlungsgehilfcn-Verbandes, Sitz Hamburg, im Kaufmännischen Vereinshause in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Herrn Karl Ludwig Schäser vom Teutschen Verband kaufmännischer Vereine die Vertreter von 16 kaufmännischen Ver­bänden und Arbeitsnachweisen zu einer Konferenz zu­sammen, um über die Durchführung gemeinsamer Grundsätze in der Stellenvermittlung zur Besseruna der wirtschaftlichen Lage der Handlungsgehilfen zu beraten.. Nach eingehender Besprechung wurden u. a. folgende Entschließungen angenommen:

1. Die Konferenz gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß die A n f a n g s g e h ä l t e r der Handlungsgehilfen vielfach den ge­steigerten Anforderungen an den notwendigsten und standes- würdigen Lebensunterha.lt nicht entsprechen. Es erscheint des­halb dringend erforderlich, daraus hinzuwirken, daß die kauf­männischen Arbeitsnachweise bei der Vermittlung offener Stellen hinsichtlich der dabei zu fordernden Mindestgehälter nach gleich­mäßigen Grundsätzen verfahren. Solche erblickt die Konferenz in dem Verlangen eines allgemeinen Ansangsgehaltes für aus­gebildete kaufmännische Angestellte von mindestens 860 Mk. bei freier Station 360 Mk. jährlich. Inwieweit den wirt­schaftlichen Verschiedenheiten der Lrtsgrößenklasfen und Wirt­schaftsgebiete durch eine entsprechende Erhöhung des Mindest- fatzes Rechnung getragen werden soll, bleibt weiteren Festsetzungen

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zusammen und wird luftleer. Die Heilung geht dann schneller vor sich, weil die Lunge außer Funktion gesetzt ist, wie etwa ein gebrochener Knochen schneller ausheilt, wenn er ruhig gestellt wird. Zu demselben Ergebnis der Inaktivierung kommt man, ivenn man, wie der dirigierende Arzt der Kölner Tuberkulose-Klinik Tr. Stürtz in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift mittcilt, auf einer Seite den wichtigen Atemmuskel, das Zwerchfell, dadurch lahmt, daß man den am Halse leicht erreichbaren Nerven, der das Zwerchfell versorgt, den Nervus vhrenicus, durchschneidet. Die Lperaiton ist an sich ungefährlich, aber natürlich entschließt man sich zu ihr doch wohl nur in Fällen, in denen die innere Behandlung nichts ausrichtet.

Tie Einweihung des neuen Campanile. Aus Venedig wird uns unterm 25. d. Mts. geschrieben: Venedig stand heute im Zeichen der Einweihung des neuerstandenen Cam­panile. Ter König hatte die in Aussicht genommene Teil­nahme abgesagt, in feiner Vertretung wohnte der Herzog von Genua den Feierlichkeiten bet Auch die Abgeordnetenkammer und der Senat hatten Abordnungen entsandt. Tie Tribünen, die aut dem Festplatze aufgeschlagen waren, sowie die Tücher der umliegenden Häuser waren von einet dichten Menschenmenge be­setzt, während auf der Loggia des Togenpalastes Schulkinder und Studentenvereine Platz genommen hatten. Unter Salut-: schüssen von den Schiffen, begann Die Festlichkeit, die ein stim­mungsvoller Kinderchor mit einerHymne an den Markusturm" einleitete. In großer Prozession erschien der Patriarch von Ve­nedig, in seinem Gefolge zahlreiche Bischöfe und Priester und mit einem feierlichen Potifikalamt erfolgte die eigentliche Weihe des neuen Campanile, von dessen Turm nach demGloria" die vorn Papste gestifteten neuen Glocken ertönten. Arn Schlüsse des Pontifikalamtes wurde unter stürmischen Eviva-Rufen auf der Spitze des Turmes die italienische Trikolore gehißt. Hunderte von Brieftauben flatterten auf, um ganz Italien die froh? Künde von der Wiedererstehung des Campanile zu bringen. Abends fand eine Illumination des Markusplatzes statt.

Kurze Nachrichten aus K u n st und Wissen - schäft. Ter 7. Kongreß der österr. Badeärzte wird in der Zett vom 10. bis 13. Oktober in M eran ftattfinben. Zn Braun schweig starb am 24. April der Chemiker, der Landwehr a. K. Pros, sTr, phil. Robert Frühli ZI. Lebensjahre»

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Rach einer ziemlich abschweifenden Rede des Sozial­demokraten Wurm, der vom Vizepräsidenten Tr. Paasche zur Sache gerufen wurde, kam wieder eine kleine Sen­sation. Herr Spahn gab dem Kriegsminister die Quit- tung über seine Duellansichten.Im Ausschuß werden wir' uns weiter sprechen", so kündigte der Zentrumsführer an, und nun rechnet die Linke, einschließlich der Sozial- demokratie, auf eine folgenschwere Kampfansage. Soll der Kriegsminister in der Versenkung verschwinden? Ganz so tragisch wird der Ausgang wohl nicht werden! Der Reichs­tag hat nur auf Klarheit zu drängen und sollte die Duellfrage

Titelpartie ^geft. 29. Oktober 1884), die Leonore Marie Neu- käusler (geft. 28. November 1898), die beiden Banditen in dieser Oper sanden gute Vertreter in dem Bassisten Joseph Reichel (geft. 30. Juni 1856; uno dem Tenoristen Hermann Breuing vgcft. 5. Dezember 1860,;. Tie OperMarrha" eröffnete am 23. September 1849 als Premiere die Theatersaison. Den Lyonel sang Adolf Perz (geft. 15. Juni 1879,, die Martha Marie Neit- läufler, den Lord Tristan Joseph Birnstill (geft. 26. Mai 1867), den Plumkett Gustav Scharpss (geft. 1. November 1874).

Auch diesmal hat das Darmstädter Hoftheater den 100. Ge­burtstag des Komponisten nicht ohne eine Erninerungsvorstellung vorübergehen lassen. Sie hat am 25. AprilMatthä" mit Herrn Hutt aus Frankfurt als Gast aufgeführt.

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e Einweihung des Campanile ^.duu^ des Papsie;, loden ju hüten, entgegen^ Itminiftet auf Anregung bem Rarkusvlah eine AnM mit einem im Zimmer c» 'Wiben werben sollten. Da Bal geitottete aber den |W ilen des HMns nicht und hrung dieses Planes.

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sonst von vielen Fremden b. n Gästen, die sich daS vrachi- i des MarkuSploseS nicht tiu>

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orieslich verfolg/ wird itdeäe. (ft betrieb im Jahn in Serienlosgeschost M ihm wobei er die Lottm'espicler Aus vielfache Anzeigen erhob jen ihn mgtn Wuchers fottv: . ens, doch gelang es ihm. nr- ( Kämpfen. Bon hier aui M i fort und gründete besonte.- hMönenden Namm Geskll- von Prämienlosen befafetc mmerce- und Siebtel für seine ßroede im Deutle die ihm spiellustige Slemm- usgestaUete Schreiben,,Mu indischen und türkrschk' ich gar nicht in Ieinem wj ist, die Verwaltung der Lo .

pro Zahl für Men uni j die Spieler noch nicht dc.- baben. Es kann daher mL. Tung an diesem 5)tarnten- >en Außerdem macht sich rien spielt, stiasbar.

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zlotow und Darmstadt.

(Zum 100. Geburtstag des Komponisten.)

Am 26. April 1812 wurde Flotoiv zu Teutendorf in Mecklen­burg geboren, am 24. Januar 1883 ist er auf seinem Landsitz bei Darmstadt gestorben. Auf dem hiesigen Friedhof steht ein von Prof. Bernhard König geschaffenes Denkmal, das am 26. ylpnl 1884 enthüllt wurde.

Es gab eine Zeit, da Flotowsche Cpern aus feinem Spiel- plan fehlen durften und da jeder Teiwrist, der einen Beweis seiner Künstlerschaft oblegen wollte, den Lyonel oder den Alessandro Str adel la singen mußte. An rieinerenjöübnen finden biefe_betben Opern auch beute immer noch eine Stätte._ Berühmte Länger, wie Theodor Wachtel, Franz 'Jiadwaur und Emil Götze leben noch in der Erinnerung älterer Theaterbesucher als Lyonel fort. Wagner, der große Reformator der Musikbühne, hat mit vielem anderen Schlendrian auch den lyrischen Tenören den Garaus gemacht und sie auf einen bescheideneren Platz verwiesen. Wo sich aber noch ein lyrischer Tenor von großer stimmlicher Begabung findet, da läßt man auch noch gern einmal die Zuckerwassermelodien Flotows über sich ergehen. Die Musikgeschichre wird Flotow feinen eriten Platz einräumen, aber durchMartha" undAlessandro Stta- della" hat er sich einen Ruhm erworben, der auch bis zum heutigen Tage nicht ganz verblaßt ist.

Am 30. Dezember 1844 wurdeStradella" am Hamburger Stadttheater zum erften Male gegeben und zwar mit einem solchen Erfolg, daß man im Lause etwa eines Monats Jein Werf zehn­mal aufführen tonnte. Seit dieser Zeit war Flotow berühmt. Dann war es die Wiener Hofoper, die seineMartha" am 25. November 1847 zum ersten Male spielte. Auch diesmal gab es einen durchschlagenden Erfolg. Flotow war .ein Komponist, der den Erfolg zum Schaffen brauchte. Die OpernIndra", T.; Förster",Die Großfürstin",Rübezahl",Andreas Mylius" ufw. folgten ziemlich rasch. Aber wer fennt heute nur noch die Namen dieser Werfe?

Die Darmstädter Lper hat für Flotow früher eine besondere Vorttebe gezeigt, wohl deshalb, weil ixr Komponist ein Bürger der Stadt wurde, lieberMartha" ließ man 13 <mal,Stradella" 82 mal undIndra" 32 mal den Vorhang fallen.Stradella" wurde am 14. September 1845 zum ersten Male ün Darm­städter Hoftheater gegeben. Damals fang Ludwig Crantolmi die

allerdings nickt so oberflächlich wieder von der Tages­ordnung verschwunden lassen.

Prefsestimmeu.

:: Berlin, 26. Llpril (Trahtbericht).

TieBerliner Morgenpost" nennt die Uebcrmcifung der Teckungsvorlage an einen besonderen Ausschußein großes Blockvottürn v o >l klassischer R e i n h e i t". Es bedeute zunächst, daß die Deckung nicht in Bethrnannscher Eile, wenig- lens nicht vor Psingsten erfolgt. Ter Kampf umbic Reichs- i n a n 3 r c f o r m wird seine Auferstehung feiern, lieber die erste Lesung der Wehr- und Teckungsvortagen führte das Blatt aus: Tie Beratung vertiefte sich, als der Kanzler nicht mehr in sie eingriff uiiö sie wurde lebhaft, als Herr v. Bethmann sich überhaupt nicht mehr im Saale blicken liefe.

DiePossische Zeitung" nennt die Ucbenuenung der Deckungsvorlage an einen Ausschuß eine Kraftprobe zwi­schen der Linken und der bisherigen Mehrheit und meint: Nur zwei Stimmen Mehrheit! Gewiß ein Zufallssreg. Uber auch die Ablehnung der Erbschaftssteuer erfolgte nur mit einem Mehr von acht Stimmen und riß doch einen Kanzler mit. Be züglich der Spahnschen Erklärung gegen den Kriegsminiiter fragt das Blatt: Soll die scharfe Benoahrung auf ein anderes Gebiet hinüberspielen, wo das Zentrum glaubt, sich eher als Märtyrer hinstellen zu tonnen und auf dem es einer allgemeinen Zustimmung ficher ist?

DieKreuzzeitung": Tie Ueber Weisung der W e h r v o r l a g e an eine besondere Kommission wird die schnelle Erledigung der ganzen Vorlage kaum beschleunigen, die Schwie­rigkeiten wohl noch vermehren.

T ä g i r u e bt u n o u; a u": Mit der Spahnsch e n Er­klärung sagt das Zentrum Herrn v. Heeringen einen Kampf auf Lcben und Tod an. Lbgleich ö o n g e it e r n a u i l) c u t e zwischen dem Zentrum und der Regierung in die- e r Sache verhandelt worden ist, ohne daß man dabei zu einer wirklichen Einigung gelangen konnte, hatte man sich im Kriegsministerium einer so scharsen Kampfansage nicht ver­sehen. Ueber die Ausschußverweisung der Deckungsvor- läge sagt das Blatt: Damit ist erfreulicherweise das parlamenta- rische Schicksal der Vorlagen von der Verschleppung der Deckungs­vorlage unabhängiger gemacht und eine stärkere Hofjnung dafür gegeben, daß die Äehrvorlagen mit einiger Beschleunigung er­ledigt werden. . ., t

Vorwärts": Wird das Zentrum wirklich Ernst damit machen, daß unsere Brüder im Waffenrock ebenso wie die katho­lischen Offiziere in ihren Uebericugungen nicht verfolgt werden? An uns soll es nicht fehlen. Aber wir werden die Taten des Zentrums erst scheu müssen, um daran zu glauben.

Nr. 98 Erstes Blatt 162. Fahrgang Stcitag, 26. llpnl 1912

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erscheint täglich, außer III A .'r'.id) Mk. 2.20. furch

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(T.enstagund Freitag): Jg W, M flL H auSivarts 20 Uennig.

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Lnnahm? von Anzeigen Hotütionsörud unö Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zleindruckerei H. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulfttahe 7. Land": E.Heß'^ür den bi! ?oermUtag3nTubr' Büdingen: Zernfprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a._________________________________H. Beck

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