wir
22. März 1912
2219
Giessen.
Für die dem uns innigsten
Danksagung.
vielen Beweise herzlicher Teilnahme betroffenen schweren Verluste sagen Dank.
Familie Oapper.
Braut-Ausstattungen sowie Geschenkartikel aller Art kaufen Sie gut und billig bei
Löwer &Bechstein
vonn. Ph. Wagner
Neustadt 4 Porzelianhaus Telephon 484
laftrea
Letzte llacbricbtcn
Gießen, 23. März
1912.
02428
Lang'GöaS, den 23. März 1912.
13,90
17,18
fetZe.
Familie Renner.
Familie Rausch.
l 3n lhr am eabjich- : Woche hrtS- A 2anb e Aus- eben ju bie nm
Visitkarten billigst
Brühl’eche Druckerei.
loman f roi[ enlen. dann! grollen ibUnb bnich Fjorde Lander da? it nun . 'Dill bic tt nb der n tim on btt । ist.
25—29
20—24
tiogn
« bei
Ubtnb- ü-ütb iloicm,
und Schwiegervaters
Nenner
Die Beerdigung studet Sonntag nachmittag SV« Uhr stau. 222
(Ylugftüspunhe weder vorhanden noar von anderer etttt aas bereits in Angriff genommen sind. Tiefe Flugstützpunkte iwibcn aus einem geeigneten Stan- und Landungsplatz nebst Lustschiff- anker und einem zur Ausnahme von 3 Flugzeugen vom größten Typ ausreichenden Flugzeugschuppen bestehen. Tie Schupfen irnr* den alle in einem ')iormaltnp hergestellt, um weither kenntlich zu Jein. Ter Verein beabsichtigt außer der Sammlung von Stiftungen im Laufe dieses Jahres eine Massenorganisation nach Art des deutschen FlottenocreinS ins Leben zu rufen, nm da- Interesse für da» Deutsche Flugwesen im ganzen Deutschen Volke zu beleben In vorderster Linie soll aber mit möglichster Beschleunigung eine Nationalsammlung eingeleitet werden, deren Ergebnis für die rasche Herstellung der miirdest erforderlichen Flugstützpunkte verwendet werden soll.
Berlin, '21. März, Nach einem an den Staatssekretär de» Innein gerichteten Erlaß bewilligte dec Harter den Voruändeu bei Deut'eben Lniisabrer-Verbandes, del Roücrlidien ’iluiomobiltlubl, des Kaiserlichen Aeroklubs, des Berliner BereinS für Lnflschiffahrt und des Bereins deutlchec Flugtechniker einen Ehrenprell zur Förderung bei b c ii 11 cb e n Flugsports und bestimmte ihn für den Flieger, der nach dem Ei messen bei Preisgerichts während der Flugwoche tn Johannistal Ende Mai 1912 die größten Erfolge erzielt.
Amtlicher Wetterbericht.
Wetteraulstchten tn Hessen für Sonntag, den 24. März 1912: Meist trüb, leichte Regensälle, Temperatur zunächst fallend, später wieder steigend.
AuZ den Waldungen der ©emeinbe ©roßen» ^ufeck soll nachoerzeichnetcs Fichten»Stammholz im
unseres guten Vaters
Gustav
sagen innigsten Dank
stabt* it Cbti* Kl Uu«
Dtütn. abaSad) . Wal iriiitnbt c nKfltn -tzeo* It$lai t bflbt. t gezeigt irische irt wot- ilb b*
zgesttllk Hotlllir licht! j'-
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hrnscheiden meines lieben Mannes,
IHärfte.
fc. Frankfurt a. M., 22. März. Heu- und Strobmarkt. Angefahren waren 12 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.00—4.00 Mk., Stroh (flontlangfivol)) 0.00—0.00 Atk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Allel ’ür 60 Rilo. Geschäft gedrückt. Tie Zufuhren waren aul den Kreisen Dbertaunul, Hanau und Dieburg.
konnte der Betriebsüberschuß der preußisch-hess. chen Eifenbabngemein schäft, der im Voranschlag für
1912 schon 1 235 000 Mk. betrug, aus 16 215 000 angesetzt werden, während für das Jahr 1911 der Ueberschuß auf 14 986 000 Mk. be-
U87J Nenen-Bflne 11.
[nQP genehmigten
UUUÜ Lotterien sind stets zu haben bei der Dose-General-A<ent ar
roitb sttkg- if W!t । m de t,|o^ VON
iniiW
läj * i «fl?*
ittj itn^
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern abend 11 Uhr nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
FrMhrißillcM,gtb.Biischcl
im Alter von 75 Jahren zu sich tn die Ewigkeit abzurusen.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Konrad ttlöö.
CubmifsionSwege vergeben werden:
5 Stämme von 30—39 Ztm. Dm. mit 7,40 Fm.
R. B. Darmstadt, 22. März. Mit Rücksicht auf die stei» genben Einnahmen und der Herabsetzung des Aetriebskoessizienten konnte der Betriebsüberschuß der preußisch-hessi-
rechnet worden war. Gelegentlich der Etatausstellung für 1912 ergab sich, daß der Ueberschuß für das Vorjahr auf mindestens 16 Millionen Mark steigen würde und bei der jüngsten Beratung deS Finanzausschusses wurde die Mitteilung gemacht, daß sich dieser Ueberschu» nach neuen Nachrichten aus Berlin um weitere 700000 Mk. erhöhe. Nach einer uns soeben von zuverlässiger Seite zugegangenen Information wird auch die Schätzung dieses Ueberschusses wert hinter der Wirklichkeit zurück^ bleiben. Der Ueberschuß hat sich nach den jüngsten Berechnungen aus 17Vs Millionen Mark belaufen, also um 2'/r Millionen Mark mehr als im Voranschlag vorgesehen war.
, ** Wer wird S-ieger fein in der Beherrschung
derLuft? Manschreibtuns: Ungeheure Anstrengungen machen unsere westlichen Nachbarn. Neben den vielen Millionen, welche das Parlament bewilligt, sammelt fieberhaft ganz Frankreich neue Mittel, um feine Liebling-kinder, die Aeroplane, in immer größerer Anzahl zur Verfügung zu haben. Sollen wir dagegen zurück- stehen? Ne,n, ganz geioiß nicht. Auch unsere ^oe^sverwaltung roirb sorgen, daß es uns wicht mangelt an den notwendigsten Lusl- Trunern und ott'arcugen, große Mittel sind hierzu erforderlich uno es ist sragkich, ob der Reichstag genügende Summen bewilligen tarnt. Darum scheint es notwendig, daß auch bei uns, wie in Frankreich, Privatmittel Helsen. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, datz der Deutsche Luuflotten-Verein in Mannheim, seit Jahren bestrebt, das Interesse für die Luftfahrt in nationalem Sinne zu fördern und zu erhalten, sich in einem Aufruf an das ganze deutsche Volk ivendet, um Mittel zu beschaffen zum wetteren Ausbau unserer Luftflotte. (Siehe Inserat!)
Landkreis (Siesten.
b. Dieseck, 22. März. In der heutigen Gemeinde- Sa t S s i tz u n g murbe_ beschlossen, einen Schuldiener anzu- stellcn, der juintliaje Sajuqule zu Heizen und zu reinigen, sowie für alle sonstigen Schularbeiten aufzukommen hat. Der Anfangs- gehalc wurde auf 1000 Mk. festgesetzt. Sodann rouroe über Die Reichsoerficherungsordnung beraten, wobei man zu dem Schlüsse kam, eine Ortskrankenkasse für den Bezirk Gießen iu grunDtu. -iic für eine Scputttaue nötige.c Buff eilten sollen angeschafft werden. Ihre Beschaffung wird dem Bürger- meiner übertragen. Da die Einwohnerzahl unsere^ Ortes die duuu überschritten hat, ist eS nötig, ein wettere- SchulvorstandSinitglied zu iixit/icn, um» zwar iuq#i aus dem Gemeinoerat, sondern aus Den Bürgern. Es wurde hierzu August Seibert gewühlt. Ferner lag eine Anfrage des KreiSamteS vor, ob die Gemeinde gewillt fei, einen vaushaltungslursus abzuhalten. Da dieser Kursus für die angehenden Hausfrauen und Jungfrauen für- ganze Leben von hoher Bedeutung ist, und der Beitrag wöchentlich nur 1 Mk. ist, wofür die Schüler noch das bereitete Essen ^selbst verzehren, oder auch ihren Angehörigen mit nach £>aufe nehmen können, wurde das Anerbieten mtt Freuden begrüßt. Tie Lehrstunden sollen am abends verlegt werden, damit auch den Arbeiterinnen, die am Tage verhindert sind, Gelegenheit geboten ist, den SVurfuS zu besuchen. Tie Einnahme von Sand am Badenburgerweg bezw. die Festsetzung des Preises dafür wurde der Baulommiision überwiesen. Das Ge,uch der Leichenfrau um Besoldung wurde bis zur wetteren Informierung abgelehnt. Die Baugesuche von Moser uno Ziegler, lonne dasjenige des Karl Dorfeld in der Gießener Straße wurden genehmigt. Ferner wurde beschlossen, daß sämtliche Baugesuche in Zukunft der Baukommission vorzulegen sind.
X. Lich, 22, März. Ter Gemeinderat hat beschlossen, chaß sich die Verwaltung unserer Stadt um die Erlangung .einer Garnison an der zuständigen Stelle bemühen soll. 21han rechnet auf ein Bataillion der 168er und ist bereit, 'Gelände für einen Exerzierplatz und für em Kasernement zu ^stellen und auch noch weitere Opfer zu bringen. Nach einer ^Verhandlung mit dem Fürsten zu SolmS-Hohenfolms-Lich wegen Erlangung einer Garnison erklärte dieser sich bereit, Len Antrag der Gemeinde zu unterstützen, so weit er dazu lin der Lage sei.
— G r ü n b e r g, 22. März. Nach ihrem soeben erschienen Jahresbericht war die höhere Bürgerschule in dem zu Ende gehenden Schuljahr von 128 Kindern besucht, 97 Knaben und 31 Mädchen. Von der Gesamtzahl sind 67 auS Grünberg, während die übrigen mit der Bahn oder zu Fuß aus den 'ur.uicgenb.il Orten tunt men, aus Nieoer-Ohmen 7, Londorf 6, Älerlau und Mücke je 4, Lauter und Queckborn je 3, Flensungen Göbelnrod, Ilsdorf, Nieder-Gemünden, Nordeck, Sellnrod, Stangenrod, Stockhausen und Trais a. d. L. je 2, Atzenhain, Boden» Hausen, Butzbach, Geilshausen, Höckersdorf, Kesselbach, Linden- siruth, Münster, Odenhausen, Ortenberg, Reiskirchen und Saasen je 1 ein Schüler. Einschließlich deS Leiters der Anstalt, des Rektors Angelberger, wirken an der Anstalt 7 ordentliche und 3 außerordentliche Lehrkräfte. In diesem Schuljahr bestand an der Schule zum ersten Mal eine Unter-Sekunda, deren sämtliche 8 Schüler in der am 1. und 2. März unter dem Vorsitz des Derrn Geh. Oberfchulrat Block aud, Darmstadt abgehaltenen Abschlußprüfung das Zeugnis für wissensch. Befähigung erlangten. Tie Abiturienten, die eine höhere Schule weiter besuchen wollen, können in die Obersekunda einer Oberrealschule oder, sofern sie am fakultativen Lateinunterricht teilaenommen haben, in die Obersekunda eines Realgymnasiums übertreten. Durch die Erlangung der Einjährigen-Berechtigung ist j)ie Bedeutung der Schule für unsere Stadt und ihre Umgebung in nicht ge- geringem Maße gestiegen, zumal der Besuch der Anstalt durch den Vormittagsunterricht weseiulich erleichtert ist und auswärtige Schüler morgens aus Richtung Fulda, Lich, Lollar, Saasen mit den Zügen um 7 Uhr ankommen und um 1 Uhr bezw. 2.27 Uhr (Saasen stvieder nach Dause fahren können. Die günstige Entwickelung der Anstalt vermag der im September eingeweihte prächtige Neubau wesentlich fördernd zu beeinflussen. Die Aufnahme erfolgt im allgemeinen nach zuruckgelegtem dritten Schuljahre.
Kreis Büdingen.
X Nidda, 21. März. Unsere G ewerbeschule schloß gestern ihr Schuljahr. Tie Bauschule (voller Tagesunterricht- zahlte 29 Schüler in drei Klassen. Die Handwerker» schule, eine fachlich gegliederte Fortbildungsschule, umiafct bu
Kleine Lagcrchronik.
In Berlin stürzte sich der Sohn einer Händlerin auS der Urbanftrafee auS Furcht vor Schul st rase aul dem Fenster der mütterlichen Wohnung auf den Dof. Er erlitt eine schwere G e b i r n e r s ch ü 11 e r un g.
In Leipzig stürzte in der Würzburger Straße ein Baugerüst ein, wie es heißt, infolge des Harten Windes. Zehn Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben, von denen sechs verletzt waren, darunter zwei sehr schwer. — Ein zweiteS Bauunglück ereignete sich in dem nahen EngelSdors. Wie von dort gemeldet wird, stürzte der Erweiterungsbau der BetricbS- werkstätte der Eisenbahn ein, wobei acht Personen unter den Trümmern begraben wurden. Die Rettungsmannschaft hat brev Schwer- und vier Leichtverletzte ans Tageslicht gebracht, während ein Verschütteter nur alS Leiche geborgen werden konnte.
Auf dem Zollsteueramt Köpenick sind durch einen Rechtsanwalt Unterschlagungen im Betrage von 6000 Mark verübt worden.
In Mühlacker ist die Pockenseuche erneut ausgebrach e n. Von den Ortsansässigen sind zwei Frauen und zwei Kinder erkrankt.
Zu dem Grubenunglück bei M a c E u r t i n sind von 116 cingeschlossenen Bergleuten bisher 26 gerettet worden. 81 wurden als Leichen geborgen. Nach dem „Daily Telegraph" sind die von dem Grubenunglück Betroffenen größtenteils Deutsche, Polen und Ungarn.
Der Hamburger Dampfer „Augsburg", der am 2. Februar mit einer Ladung Petroleum von Neuyork nach Kapstadt abgeganaen ist, traf dort noch nicht ein und ist auch von keiner Zwiscycnstation gemeldet worden. Er hat 39 Mann Besatzung.
vüchettisch.
— Schritten zur Hygiene. Im Verlage von Otto Salle in Berlin sind einige nützliche Schritten erschienen, die weite Verbreitung verdienen: .Rrattoolle £ebenlgeftaltung* von A. Payson'Call, in deutscher Uebersetzung von S. Teurer, ,Im Kampf um gesunde Nerven-, für Aerzte und Laien bearbeitet von Dr. med. I. Marcmowlki, und ferner ^Wege zur körperlichen und geistigen Wiedergeburt', von Dr. med. Siegfried Möller.
, unter 20 ■ • • 19,13 *
Gebote sind nach Klaffen getrennt mit entsprechender Aufschrift bis zum 28. März l. I., nachmittags 1 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei «inzureichen, wo alsdann die Eröffnung slattfindet.
Das Holz lagert in verschiedenen Distrikten und '®irb auf Wunsch von Forstwart Wagner oorgezeigt.
Großen-Buseck, am 22. März 1912.
Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck.
Schwalb. 2203
L-onntagSzeichcnfcyule (100 Schüler) und die Hbenb» fortbilbunggfdjule (23 Schüler). 5>r AussichtSrat hat eS sich zum Ziel gesetzt, neben dem theoretischen Unterricht die vraf- tif<üe Betätigung der Schüler in den vorhandenen Werkst-Ütten nach Möglichkeit xu fördern und ist in diesem Ziel im abgclaufcncn wieder näher gekommen. So wurde von einem Schüler eine Wahlurne für die Stadt Nidda angefertigt, die Schnitzereien, Znlarsieneinlagen und Malereien in reicher Ausführung zeigte. Zw Zeichenunterricht wurde das seitherige Vorlagenmaterial durch Vorlagen und Skizzen ersetzt, um die schiller mehr zum fclbflän» bigen Arbeiten zu erziehen. Ein von der Zentralstelle für die Gewerbe der Schule zugegangener Auftrag, einen Lehreraus- t)ullSr,Iutd .für Zeichenschulen zu veranstalten, wurde un April und Mai mit 9 Teilnehmern erledigt. Tie Ausstellung von ^djükrarbeiten (in Freihandzeichnen, darstellender Geometrie, Bau- kunbe, BaulonstruktionLlehre, Bauformenlchre, Statik, Tekora- ttonsmalcrei) ist wieder sehr reichhalttg: auch icpöne Möbel- lierarbeitcn sind vertreten und geben Zeugnis für bas ernste streben der Schüler. Tie Schlußfeier war sehr zahlreich besucht. Xer Vorsitzende, Beigeordneter Menge!, führte aus, wie der Früh» "ng feinen Einzug gehalten habe, so sei er auch über Nacht in ber Gewerbeschule eingezogen: denn alles, was seither im Stillen gekeimt und gesproßt, habe plötzlich in der AuSstelluna zu einem lebenden, anregenden und farbenprächtigen Bttd sich entfallet, xer Letter ber Schule trug den Jahresbericht vor und übergab Die oben erwähnte Urne dem Vertreter der Stadt Nidda zum Geschenk.
Kreis Lauterbach.
— Lauterbach, 22. März. Bei der heute vorgenommenen Wahl eines Beigeordneten wurde ber seitherige Beigeordnete und Rechner der Ortskraiikenkafse, Wilhelm K e u ö c r , einstimmig wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach, denn von über 800 stimmberechtigten haben nur 168 Wähler ihre Stimmen abgegeben.
ttreiS Friedberg.
X Bad-Nauheim, 22. März. Da bis zum Besuch der Kaiserin die BahnhotSumbauten noch nicht beendet sind, sott für den Tag ihrer Ankunft ein großes Zelt errichtet werden. Um die Platzsrage zu erörtern, waren heute mehrere Beamte von der Eisenbahndirektion hier anwesend. — Die vollständig vertrocknete Leiche eines Kindes wurde beim Putzen heute unter dem Dach eines hiesigen Dotels gefunden. Man nimmt an, daß das Kind von einem in der vergangenen Saison im Dause bediensteten Mädchen herruhrt.
Der Ulcuuieimorö an «em Hoboisten Mansch vor Gericht.
Metz, 22. März.
Heule vormittag begann vor der Strafkammer die Verhandlung wegen Tötung des Doboisten Sergeanten M a a f ch, der in ber Nacht zum 11. Dezember vorigen Jahres durch ein Mitglied der inzwischen aufgelösten „Jeunesse Lorraine" auf ber Straße erschossen wurde. Der Täter, der 19 jährige Schreiner Ludwig Martin, gestand nach ansänglichem Leugnen ein, den Schutz abgegeben ju haben, jedoch ohne die Absicht, zu töten; er habe lediglich einen Schreckschuß abgegeben. Die Auflage lautet gegen Martin, die Bruder Alcris und Paul Samain, den Geschäftsführer Karl Gäny und ben Elektriker Lück, der sich in Begleitung des M a a s ch befand, auf Beteiligung an einer Schlägerei, in die sie nicht ohne ihr Verschulden hineingezogen wurden, und durch die ber Tod des Maasch verursacht wurde (§ 227 Stt.-G.-B ), ferner gegen Martin auf Tragen einer geheimen Waffe und sahrläfsige Tötung und gegen die beiden Samain und gegen ©ent) auf gemeinschaftliche vorsätzliche körperliche Mißhandlung des mtt ihnen angetlagten Lück.
Der Staatsanwalt beantragte gegen G6ny Freisprechung, gegen Alexis Samain sechs Wochen, gegen Paul Samain und Lück vier Wochen Gefängnis und gegen Martin ein Jahr und drei Monate Gefängnis, bei allen aber Anrechnung der Untersuchungshaft. Die Verteidiger beantragten für sämtliche Angeklagten Freisprechung. Das Gericht fällte nach längerer Beratung folgendes Urteil: Der Angeklagte Martin wird wegen fahrlässiger Tötung und verbotenen Wafientragens zu zehn Monaten Gesäng- n i s verurteilt. Die Untersuchungshaft wird ihm voll angerechnet. Außerdem wird auf Einziehung der Waffe erkannt. Die übrigen Angellagten Alexis und Paul Samain, Mny und Lück werden freigesprochen.
Lustjchistahrt.
— Deutscher Flugverband. Am 7. März 1912 ist mit dem Sitz in Weimar der Verein „Deutscher Flugverband" als ein gemeinnütziger, nationaler Verein mit überwiegend praktischen Zielen gegründet worden: er will keinen der bestehenden luftsportlichen Vereine beeinträchtigen, sondern erstrebt die Anbahnung und Betätigung des gemeinsamen Vorgehens mit Ver- einen gleichartiger Richtung. Als nächste Aufgabe hat sich der Verein die von Mitteldeutschland ausgehende Schaffung eines sich allmählich über das Reich gegen die Westgrenze und an dieser entlang erstreckenden Netzes von Flugstützpunkten im militärischen und flugsportlichen Interesse gesetzt. Erst als zweite Aufgabe will er Geldmittel zur Beschaffung von Flugzeugen für die Militärverwaltungen zur Verfügung stellen. Tie von dem Verein geplanten Flugstützpunkte werden im Einvernehmen mit den Militärbehörden und unter Wahrung der flugsporllichen Ge- : sichtspunkte überall da angelegt werden, wo das dringendste In- । tereife an ihrer alsbaldigen Einrichtung besteht und wo solche


