16a.
Anzeigenteil: H. Beck.
Die heutige Nummer umfahr 18 Seiten.
lief)
politische Wochenschau.
und
mütlicfiem Humor zu einem sehr vergnüglichen Lustspiel gestaltet, das weit über dem steht, was sonst in dieser Gattung geboten wird. Ohne grelle Farben, mit gutem Geschmack und scheinbar ganz absichtslosen, aber treffenden Witzen baut der Verfasser ein Stückchen Tlt-Franksurt vor uns aus, uni) er ist bestrebt gewesen, seine Menschen zu Charakteren zu vertiefen, was ihm bei Frau Gudula und Lottchcn auch gut gelungen ist. Zwar werden sich die Roth- Mlds, die mit Kaisern und .stönigen verkehrten, am Hose des Verzugs vom Taunus etwas anders benommen haben, als das Rößler vorgibt, aber die Situation ist wirksam, das wirksamste an dem ganzen zweiten Auszug, der sonst der schwächste von den dreien ist. Er war übrigens sehr schön ausgestattet und bot Mit der Schaukel ein allcrliebestes Idyll.
Die Aufführung, die von Herrn 92 o r i) en gut vorbereitet war, falb lebhaften Anklang bei dem dichtbesetzten Haus, und mit Ausnahme der Frankfurter Mundart ging auch fast Zolles wie am Schnürchen. Fräulein Brehm spielte die alte Frau Gudula, das goldene Herz der Familie, mit warmer, heiterer Lebensklugheit — ein Stückchen Frau Rat: gut, frisch, resolut, kutitterlich. Den ältesten Sohn Anselm gab Herr V o l ck, der als kfWrger ein fast unverfälschtes Frankfurterisch sprach, mit echtem. Lieberem Behagen, und die Witze sprach er, ohne lästige Poin-
Erbschaftssteuer entgegenstenimten, eine Lektion. Heute « w? - eT ^^ber, und er muß wohl in der Sitzung de«. Bundesrates ratlos und ohne Führerwort dagesessen haben Zaudernd und ängstlich scheute er sich, mit kräftigem Ent Flusse voranzugehen, und schiebt nun alle Verantwortung aus den Bundesrat. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, daß der bisherige Staatssekretär Wermuth bei lernem entschlossenen Rücktritt die Sympathie des Volkes batte. Der Kaiser hat ihm keine Audienz, kein Zeichen der Anerkennung mehr gewährt, obgleich in der „Nordd Allgem. Ztg." erklärt wurde, daß Wermuth ein „Muster von Klarheit und Zielbewußtheit" gewesen sei. Herr von Bethmann-Hollweg hat ihn zum Abschied noch einmal emp* fangen und eine Notiz darüber vom Wol|ssck)en Bureau verbreiten lassen. Es hat ihm in der Volksmeinung aber nichts genützt, der es nicht entgeht, daß der Kanzler wie ein Totengräber arbeitet. Noch immer gibt es keine Klar' heil über die Deckung der Wehrvorlagen. Tie heutige Ver- ossentlichung der „Nordd. Allgem. Zlg." über den Inhalt der Wehrvorlagen verrät uns, daß der Mehrbedarf in diesem Jalxre 97 Millionen, im nächsten Jahre 127 Millionen beträgt. Die gesamten Vorlagen werden eine Mehrbelastung von zusammen 462 Milt, herbeisühren. Die Summe aus der Abschaffung der Liebesgabe wird keinesfalls ausreichen. Und der bayr. Ministerpräsident hat gestern seiner er- Ahnten Feststellung hinzugefügt: Wermuths Grundsatz, leine Forderung ohne Deckung, sei von allen Mitgliedern des Bundesrates gebilligt worden. „Es ist auch infolgedessen, da man nicht sicher sein konnte, ob die Mittel aus- reichen, cm neues Deckungsmittel ins Auge gefaßt worden. Eine bestimmte Vorlage hierüber existiere noch nicht." Ein neues Deckungsmittel ist ins Auge gefaßt worden, man sieht es nur noch nicht. Tie:„Norddeutsche" verrät nun heute daß ein Teil der Ueberschüsse von 1911 zur Deckung verwendet werden soll, ohne die Grundlage unserer Schuldentilgung zu verschieben. Das klingt wie die Versprechungen Mephistos, als er dem Kaiser das Papiergeld erfand, wobei aber die Menste ih»n ihr Mißtrauen in die Ohren summte- „Das ist gciüiB cm Charlatan." In Herrn v. Bethmann sind aber nicht einmal mephistophelische Zvräste wirksam Gr wird bei den unausbleiblichen Kämpfen das Zielbewußtsein und die Sachkunde Wermuths schwer vermissen.
Giehener Stafcttbcatcr.
T'.c fünf Frankfurter.
Lustspiel von Karl Rößler.
Gießen, 23. März.
Tie fünf Frankfilrtcr, das sind die fünf Brüder Rothschild, Wie nach dem Tode des Begründers der Firma in alle Welt hinaus- yeslogen sind, aber nach lieber, schöner Sitte ihre Familientage immer wieder in dem alten Haus in der Frankfurter Judengasse abhalten, wo die betagte Frau Gudula, ihre Mutter, in bescheidener Zurückgczogeiibeil waltet. Wieder einmal versammeln sich die Brüder in der „Glücksstube" ihres Vaters, wohin sie Salomon berufen hat, um ihnen ihre Ernennung zu Freiherrn zi- verkünden. Er teilt ihnen ferner mit, daß der junge Herzog vorn Taunus um ein Darlehen von mehreren Millionen nachgesucht habe, und daß er dazu bereit sei, wenn der Fürst seine Tockler zur Fran nähme. Trotz der Bedenken, einiger Brüder kommt der Vertrag zustande, aber als der Herzog um des Mädchens Hand anhält, weist sie ihn ab, um ihrem jüngsten Onkel, dem „Ja- köbchc", in die Arme zu sinken.
Ties alles und noch mehr dazu hat Karl Rößler mit ge-
herung ernsack und wirksam. Alles in allem eine Leistuna an der man seine Freude haben konnte. Herr Norden spielte btm salomon, einen fernen Kopf, recht wirkungsvoll — aber wo blieb die heroische Geste, die ihm der Herzog vom Taunus nach- rühmt-? Das G-tsng^ rastlos Strrbmdr, di- Frisch- in tiefem Manne gab Herr Norden nicht. Herr G r o s s e r gab den blasienen Karl sehr fein — mit einem famosen Stich in* Lächerliche entgleiste aber einen Augenblick, als er nach seinem Riecht flasctMen griff. «ehr sympathisch war Herr Rappeport als Zakobche, aber cs ist bedauerlich, daß der junge, temperamentvolle Kumtler seine Sprache nicht in eine straffere Zucht nimmt. Tas Material ist reich genug, um bei einigem Bedacht weit mehr herzugeben. Herr Bruchwitz als Nathan blieb an der Oberfläche hasten und drückte den Charakter zur Charge herab Boll heiterer Lebenslust war Frl. de Bruyn als Göttchen Herr Goll als Herzog vom Taunus war von liebenswürdiger, herab- lasjender Vornehmheit — auch humorvoll und fein ironisch, doch wäre wohl ein wenig mehr Temperament zu wünschen gewesen, besonders als er sich in der Judengasse den Korb holte. Ein Käblnettsitückchen feiner Charakterisierung bot Herr G ü h n e al« Fürst von Klausthal, der hoch über allem Bürgerlichen steht Bedauerlich ist es, daß das Stück erst knapp vor dem Ende der «pielzeit berauskam, denn es wäre zweifellos ein Kassenstück geworden, mit Ausnahme der Polnischen Wirtschaft wohl das einzige der Spielzeit. y
Gießen, 23. März.
, - Ahcirnuis über dem Rücktritt des Reichsschatz- sekretars Wermuth ist noch immer nicht ganz gelöst Tie Einzelheiten der kntfck-eidcnden Sitzung des Bundesrates liegen im Dunkeln. Herr v. Bethmann-Hollweg hat sich dagegen veuvahrt, daß er der Fahne des schwarzblauen Blockes gefolgt sei und in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung erklären lassen: „Man war im Bundesrat ein- rcJucV11-1!®«- ^>CT A^cht, daß die Einbringung der früheren Erbschaftssteuer zur Deckung der Wehrvorlagen mit Rück» jityt aus die Stellung der Sozialdemokraten zu den Wehrvorlagen ein politischer Fehler sei und nicht einmal Erfolg ^spseche." Inzwischen hat, wie wir mitgctcilt haben, der Finanzminister in der zweiten sächsischen Kammer auf eine Anfrage erklärt: „Tie Zeitungsnachrickst, nach der sich Sachsen im Bundesrat gegen die Erbschaftssteuer ausgesprock-en habe, fei unrichtig Tie Regierung sei jetzt, wie im ^ahre 1909, für eine Erbschaft s st euer eingetreten, und zwar in der rvorni, wie sie damals vorgelegt worden ist, uur mit einigen Verbesserungen." Als man an, den Wider k^^nch fischen der Erllärung der „Norddeutschen" und des sächsischen Ministers hinwies, stellte Finanzminister von Seydewitz am gestrigen Freitag in der sächsischen Zweiten Kammer neuerdings fest:
/'Sachsen hat sich nicht nur bei brr Vorberatung, sondern auch "der Ministerkonierenz am 14. März auf den Standpunkt gepellt, datz rur die Kosten der Wehrvoriagen, joux'ii sie nicht aus den vorhandenen Gtatmitteln bestritten werden können, in der l.W f u c r die Deckung z u suchen ist. Die
• V *f cr"yc911**■11 nG sprach sich aber gegen eine Vercniickung der Reiäjserbschaflssteuer mit den einzelstaatlichen Vermögenssteuern aus, weil so die gleichnläßige Einsührring der Steuer 'im ganzen Uebiet des Reiches nichl zu etreiujen gewesen wäre. Nach ein gehcnben Beratungen hat dir süä'sische Regierung sich den Bc denken nicht verschließen können, iveldjc gegen die Einbringung der Erbansallsteuer lM jetzigen Moment gellend gemacht wurden und stimmte bei der Sachlage in Ermangelung eines besseren Ausweges dem andererseits gemachten Vorschläge zu, daß zur Beschallung der erforderlichen Mittel der Wegfall der sogenannten .Liebesgabe" ljerangezogen werde."
Peau tarnt wohl ruhig sagen, daß diese Bekundung trotz ihres Nachsatzes der amtlichen Versicherung der Reichsregierung ins Gesicht schlagt. Und am Schluß der geftngeu Frcitagssitzung des bayerischen Landtages hat der Ministerpräsident Frhr. u. Hertling nach einem Bericht der „Franks. Ztg." u. a. erklärt: „Wenn die Erbschaftssteuer im Bniidesrat zur Diskussion gekommen wäre, so würde ste an dein Widerstand Bayerns n i ch t gescheitert sein, denn er, Hertling, habe es für seine Pflicht erachtet, mit seinem Amtsantritt von seiner persönlichen Stellungnahme zur RcichScrl'schastssteuer, wie er sie früher beluubct Hache, ganz abzusehen, und an dem Standpunkt festzuhalten, den die bayerische Regierung im Jahre 1909 eingenommen hat."
Wie reimt sich das alles mit der Erklärung des Reichskanzlers zusammen, daß der BundeSrat einstimmig g e g c,i die Wiedereinbringung der Erbschaftssteuer gewesen sei? Und die Verteidigung des Reichskanzlers war in so bestimmten, entrüsteten Worten abgesaßt worden, und das Wolfssche Bureau hat sie im ganzen Reiche verbreitetFreilich, über des Reichskanzlers Kurs verlernt man allmählich die Verwunderung. Als er nach der Reichstagseröffnung das Programm der Regierung darlegte, hielt er sich die Tür zur Einbringung der Erbschaftsfreuer mit erhobenem Xonc offen und erteilte den Rednern der Rechten, die sich
Unterdessen ist, wie es heißt, die Brücke des Verständnisses mit England noch nicht abgebrochen worden. Sucht Herr v. Bethmann-Hollweg die Deckung in der Schmälerung der Flottcnausgaben? Hofft er in der Zukunft von der Abrüstung etwas, und ist der praktischere Wermuth das Muster von Klarheit und Zielbeftimmtheit", vielleicht" ge'- gangen, weil er seine Finanzpolitik nicht auf einer so tröst- losen Sandbank hat aufbauen wollen ? Man hat auch von einem Konflilt zwischen dem Kanzler und dem Staatssekre- tär des Reichsmarineamts gesprochen. Ter Kanzler hat auch dazu em Dementi abgeben lassen. Also handelt es sich vielleicht nicht um einen Konflikt, sondern nur -Um Mei- nungsverschiedenheiten? Es wird vielfach, auch in Blättern >ie mit der Regierung enge Fühlung unterhalten, darauf hmgewiesen, daß der Reichskanzler ein großer Freund der Verständigung mit England sei und das Abrüstungsproblem einen gewissen Reiz auf ihn ausübe, während Herr von ^.irpitz sich kopfschüttelnd dazu verhalte. Mrd am Ende ^ser verdiente Mann auch noch dem System Bethmanns den Rucken wenden ? Vom Kaiser soll zwar dieser Taae gegen England noch das Wort gefallen fein: „Baut, was ihr wollt: wir bauen, was wir brauchen!" Aber es wäre schon schlimm genug, wenn der philosophische Geist des Kanzlers auch hier nach einer Formel suchte So ziem-
die ganze deutsche Presse ii.u die neueste große Rede des englischen Marineministers Churchill, als anmaße,id und die deutsch-engliscku'n Beziehungen nicht fördernd, abgelehnt. Dem Lord hat es beliebt, es imeber mit einem Trucf auf Deutschland zu Perfudnm Im Stile seines früheren Ausspruchs, daß Deutschlands Flotte im Vergl ich mit der englischen nur eine Lnxusfacku' sei, hat er wieder geraten, Deutschland möge den Wettbewerb nur gleich ans- aeben; für ein nicht gebautes deutsches Schiss werde l^ng- an? ATrC-1 Sd)lf^ ungebaut lassen, falls, so fügte er echt englisch hlpehib hinzu, sonst keine internationalen Verwicklungen andere Maßnahmen erforderten. Ta Hal denn auch die links liberale Presse in Teutschland ihr Mißfallen nicht unterdrücken können, und die „Voss. Ztg." entgegnete ganz Wichtig: „Bei einer Rüstungspause für ein Jahr, der Ehur- chill das Wort geredet hat, würde England mit seinem gewaltigen Borsprung vor allen anderen Marinen der Erde wenig verlieren; Deutschland aber, dem eine lange Reihe Jon anderen Seemächten auf den Fersen ist, könnte durch das eine Jahr vielleicht schon von der ziveiten SeemachtssteUe verdrängt werden."
bleiben — als Banditen verschrieen werden, haben sich iiu. lammengetan, um diesen ihren geschädigten Rus wieder herzu- stellen. Und gegen wen richtet sich chre Beschwerde ? — (gCaen ine Filmsiabriken, die für die Kinematographentheater Biloer aus dem korfifchen Banditenleben mit feiner Grausamkeit und Blutgier ausnehmen lassen. Allenthalben haben diese Aufnahmen groyen Beifall gesunden. Nun findet das Jnitiatiosyndikat von •Ajaccio, das nach einer Notiz im „Kosmos", Handweifer für Naturfreunde etwa dem entspricht, was man bei uns Fremden- Verkehrsverein nennt, die Ursache des Abnehmens des Fremdenverkehrs bann, daß diese Kinematographenausführungen jedermann vor diesen Räubern der Landstraße in Furcht setzen müssen. Sxe. der. Prozeß verlausen wird, läßt sich nicht einmal nur Wahrscheinlichkeit Vorhersagen.
kt. Eine Bergbahn auf den Gipset des Popo- katepetl. Eine Bergbahn, die aus den Gipset des berühmten mexilanischen Vulkans Popokatepetl sühtt, will ein großes Syn- Seit erbauen Diese Bergbahn, die von oer -taot Meriko aus bis zum Gipfel des Berges eine Höhe von nmb t>400 m erreicht, bient natürlich nicht irgenb welchen vorhandenen Personenverkehrsinteressen, lonbern verfolgt wirtschaftliche Zwecke, ^.er setzt im <-olfcUarcn;ustande befindliche Vulkan aus denen Tiefen Gase m die Höhe steigen, scheidet nämlich unter dem Rande des Kraters gewaltige Schwefelmassen ab die leit langer Zeit gewonnen werden, aber bisher ziemlich müh- lelig bergab geschafft werden mußten. Fottan soll nun cine Bergbahn die --chweielbeförderung übernehmen. Es bandet sich dabei um ganz erhebliche Mengen, vielleicht eine Million Tonnen lahrlich. Von Mexiko nach Puebla und von da weiter nach Amecameea wird, so berichtet die „Electrical World", die geplante Eisenbahn eine ganz gewöhnliche elektrische Vollbahn sein, vono diesem Haltiwunkte aus zweigt dann die eigentliche Gipsel- hnie ab, die m beinahe 4000 m Höhe Steigungen bis zu 5 v. H. 3u ubenvmben hat und bann von einer Zahnradbahn abgelbit wird.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- ° r t- Nobelsli flung gibt betannt, daß der dies- lahrigeN o b e l p r e i s 140 476 Kronen beträgt. — Geheimrat: Prof^Dr. Phil. Moritz Traut mann, Orduurrius und Direktor des <a«minars für englische Philologie an der Universität Bonn feiert am 24. März seinen 70. Geburtstag.
Eine amtliche Hlittc.lunj über die wehrvoriagen v „Norddeutfiye Augenieiile Zeitung" mduCi Uber die Wehrvorlagen.
Der Inhalt nebst den Vorschlägen für die Deckung ihrer Kosten werden, wie wir erfahren, heute > Freitag j vom Reichskanzler dem BundeSrat vorgelegt. Die folgenden zuverlässigen Angaben über ihren Inhalt können nur mit dem Vorbehalt gemacht werden, daß die Entwürfe ihre endgültige Gestatt für den Reichstag erst durch die Bc- schlnfse des Bundesrats erhalten.
T« Sotfrtjläge der Heeresverwaltung bewegen sich in zwei Dichtungen. Sie bringen
eine Verstärkung nicht allein der Zahl der im Frieden auszubUdenden nnd unter den Wa,seu zu haltenden Mannschaften, sondern aud) eine Verstärkung durch Vervolltommnung in der Organisation. In erster Linie handelt es sich um eine schnelle Durchführung des Friedens- prafenzgesetzes von 1911 Nach den ursprünglichen Plänen die sich auf den Zeitraum von fünf Jahren verteilen, sollten wesentliche Verstärkungen erst für 1914 und 1915 bewirkt werden. So zum Beispiel die Aufstellung der bei der 37. und 39. Division noch fehlenden zwei Feldarti-, l e r i e r e g i m c n t e r Alle diese Formationen sollen nunmehr am 1. Oktober 1912 die Lücken füllen, bereu Aus- süchrung das Gesetz von 1911 Vorsicht Hierzu gehört neben den zwei Feldartillerieregimentern die Neubildung der Fuß- artillerie und die Aufstettung eines Telearaphenbataillons L-odann handelt es sich darum, das Friebenspräseuzgesetz von 1911 zu ergänzen, um durch stärkere >5eranziehuna der zum Waffendienst fähigen und beabsichtigten Vervollkommnung unserer Organisation die Kriegsbereitschaft deS Heeres zu steigern. Zu diesem Zweck sollen zwei neue, preußische Armeekorps unter Verwendung der im Osten und Westen (bei dem 1. und 14 Armeekorps) vorhandenen dritten Divisionen, gebildet werden. ES werden also zwei Generalkommandos und zwei Tivisionsstäbe neu aufgestellt werden müssen, in die neuen Divisionen deren Brigaden eingereiht werden, die hierfür verfügbar sind. Die Neubeschaffung von Korpsvcrbänden und die Regelung der Befestigungsverhältnisse an der West- und Ostgrenze erfordern die Errichtung einer neuen 7. Arm eeinfpektion. lieber die Zahl der aufzustellen- den dritten Bataillone bei den so geschaffenen 3nfa^tcrie^ Regimenter ist da hin Entscheidung getroffen, daß soviel Ba-
162. Jahrgang Samstag, 23. März Wz
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— Städtische Kinematographentheater. Ter Magi,trat von Stettin har sich, nach dem Vorgänge der Stadl Altona, entschlossen, ein Kinematographentheater mit städtischer Regie emzunchten. Man hofft, daß die Stadt trotz der überreichen Anzahl privater Kinematographentheater sogar ein gutes Geschäft machen wird, und plant, nur reale Lebensvorgänge vor- zuführen^ Tie Schwierigkeit besteht darin, daß die Herstellung solcher Films vielfach sehr schwierig und mit großen Kosten verbunden ist, weshalb sich die gewerbsmäßigen Unternehmer meistenteils nickt mit ihrer Fabrikation beschäftigen. Ter Magistrat von Stettin hat nun den Plan gefaßt, eine größere Anzahl von Gemeinden und gemeinnützigen Vereinen, sowie technische und wissenschaftliche Institute zu einem Verbände zu vereinigen, um mit den beiten Mitteln moderner Wissenschaft und Tecknik kinematographische Aufnahmen von interessanten zeitgeschichtlichen Vorgängen aller Art ausführen zu lassen.
K.-K. Die Bewohner der Insel Korsika, die in I neuerer Zeu — ob mit Recht oder Unrecht, mag dahingestellt


