Ausgabe 
2.3.1912 Drittes Blatt
 
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Abbröckelung von oben in ber Hoffnung aus , den Zukunjtsstaat. Aber Marx ist gescheitert und unsere Zukunft gründet nch auf andere Taten, auf eine ausgiebige, ztelbewutzte Mittel,tandspolftft, die den Volkskörper festigt, selbständige ExMenzen schafft: ,te wird das wirtschaftliche Leben überwinden und unser Volk auf­wärts zum Siege führen. (Lebh. Verfall.)

Vizepräsident Tove: 19 _ _

Das Ressort dcS NeichSamt des Innern ist ungeheuer um­fassend. Trotzdem find w-er schon Tinge erörtert worden, die nicht im geringsten Zusammenhang damit stehen. Ich bitte die Redner aller Parteien sich mehr an die Tagesordnung zu hatten.

Abg. Bruhn (Reformpartei):

, Die Sozialdemokraten baben mich durch einen Zuruf be­leidigt. Vor Gericht würden Sie zu Kreuze kriechen wie Ihre Genossen, die ich verklagt habe. Tr. Liebknecht hat selbst Len Vergleich gemacht. (Lärm b. d. Soz.) Und hier besitzen «ie die Dreistigkeit, mich zu verdächtigen. (Lärm b, d. Soz.),

Abg. Dr. Pieper (Zentr.)ö

Die sozialpolitische Gesetzgebung der letzten Jahre d zur Stärkung unseres Volkes und zum Schuh gegen das Ausland wesentlich beigetragen. Tie Lasten, die sie veruriacht, müssen vom Volk getragen werden, weil das Volk dadurch in seiner Leistungs- fähiglcit gefördert worden ist. ES bleibt aber immer noch manches zu tun übrig. Was wir für nötig halten, ist in unseren Anträgen nicdergelegt. Die Regelung der Konkurrenzkla u s e l darf nicht mehr lange hinausgeschoben werden, zumal sie schon 1908 vom Reichstag vorgenommen wurde, dessen Beschlüsse aber die Genehmigung deS Bundesrats nicht gefunden haben. Aller- dings muß man Anregungen aus den Beamtenkreisen erwarten. Auch eine ganze Reihe weiterer Beamtenwnsche wollen wir bald geregelt wissen. Jetzt gilt eS insbesondere auch fr die techimchen Beamten zu sorgen, damit sie nicht inS radikale Lager hinübergezogen werden. Die Arbeitszeit in den Kontoren muß geregelt werden. Wir bitten um Auskunft, tote weit die Vorbereitungen zu dem Gesetzentwurf über die Verhältnisse der Angestellten von Rechtsanwälten, Notaren usw. gediehen sind.

Der Redner fordert eine Uebersicht über die auf diesem Gebiete erlaffenen Verordnungen. Wir sind gegen jede Minderung deS Koalitionsrechts. Wir sihen an den blühenden Genossen­schaften aller Art die Vorteile deS Zusammenschlusses. Arbeiter und Angestellte müssen mit Neid darein blicken. Die Paragraphen 162 Absatz 2 und 153 der Gewerbeordnung sind Ausnahmegesetze. Sollen sie denn weiter bestehen? Sollen wir eS einreißen lassen, daß die technischen Angestellten durch die Arbeitgeber an dem Ge- brauch des Koalitionsrechts gehindert werden? In dieser sozial­politisch aufgeregten Zeit muß daS aufreizend und radi­kalisierend wirken. Die interessierten Kreise außerhalb deS Hauses sollten einmal versuchen, Vereinbarungen anzubahnen, durch die eine Reform und ein freiheitlicher Ausbau deS Koalitionsrechts erreicht wird. Der Deutsche Juristentag und die Gesellschaft für Sozialreform wirken da seit Jahren ja aufklärend.

Der Redner begründete sodann die Forderung einer Zen­tralstelle für Tarifverträge. Wir wollen, daß der dazu bestellte Beamte im Reichsamt deS Innern nicht wartet, bis er angerufcn wird, sondern seine Dienste anbietet, wo Schwierig- leiten entstehen. Er braucht nicht zu fürchten, daß er zurück- gewiesen wird. Natürlich, wo e. notwendig ist, nicht bevormunden; die Verantwortung für daS Zustandekommen des Tarifvertrages soll auf den Schultern der Arbeitgeber und Arbeiter bleiben. Die Zentralstelle soll nicht selbst den Unparteiischen stellen; wird eS gewünscht, dann gut; sie soll nur dafür sorgen, daß einer gewählt wird. Ein Beamter genügt vorläufig, später wird dann ein Ver­handlungsamt kommen, und so kommen wir langsam zum Ziel eines NeichSeinigungsamts.

Also nicht warten, bis man gerufen wird, sondern wenn draußen Tarifverträge zu scheitern drohen, oder nicht zustande kommen, dann soll der Staatssekretär von der hohen Warte seines Amtes sich um diese Entwicklung bemühen. Die Tarifverträge gewinnen immer größere Bedeutung, gehen parallel mit den Kartellen und Syndikaten; da ist es Aufgabe des NeichSanfts deS Innern, des sozialen Amtes, auch die Initiative zu ergreifen, sich nicht cckpressen zu lassen, .(Beifall.), ,

DaS Haus vertagt sich. :

Es folgen persönliche Bemerkungen der Abgg. Dr. Liebknecht (Soz.) und Bruhn (Rfp.),

Weiterberatung Sonnabend 11 Uhr. 9

Schluß 6% Uhr.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. März 1912.

Die Arbeitslehrkolonie und Beobachtungsanstalt Steinmühle.

Beim Homburg v. d. H. aus hessischem Gebiet liegt die Alte Steinmühle in einem freundlichen Bruch am Erlen­bach. Die Räder klappern nicht mehr. Dafür macht eine Schar von etwa 15 Knaben ihren fröhlichen Lärm. Sie sind von verschiedenen Behörden hierhergejendct und wer­den bei allerlei Arbeit durch einen wohlvorgebildeten Vor­steher und durch Lehrer und Werkmeister einige Zeit hin­durch, für Wochen oder Monate, auf ihren Charakter, ihre geistige Befähigung und Gesundheit beobachtet. Dabei hilft ein Psychiater, Privatdozent Dr. Berliner aus Gießen, der regelmäßig die Anstalt besucht. Die Knaben haben trotz ihrer Jugend schon Schiffbruch gelitten, so daß Staat und Gesellschaft ihnen helfen müssen. Nun aber handelt es sich darum, sie zuerst einmal richtig zu erkennen, damit wir wissen, was mit ihnen anzusangen ist. Bringt man sie ohne weiteres in irgend einer Familie unter oder als böse Früchte! in einer Anstalt, dann werden sie oft genug verkehrt behandelt und wir beklagen leider gar zu ost die Mißerfolge der Zwangs- oder Fürsorgeerziehung. Dem kann nur dadurch abgeholfen werden, daß man die Kinder zu­erst in Beobachtungsheime bringt, damit festgestellt werde, welcher Weg für sie der rechte ist. Der Gedanke ist furcht­bar einfach, aber er wird erst sehr langsam in die Wirk­lichkeit umgesetzt, so in Hamburg und in der Scheinprovinz, wo sehr vieles auf dem Fürsorgegebiet geschieht. Diesem Gedanken dient auch die Steinmühle; allerdings nur bei Knaben, die minderbegabt oder sonst geistig verdächtig find; bei ihnen ist eine Beobachtung natürlich besonders wichtig. Sie tönnen unter Umständen auch bei sachverständiger Lei­tung gebessert und wenigstens einigermaßen fürs Leben brauchbar gemacht werden; so ist die Steinmühle auch eine Arbeitslehrlolonie. Im wesentlichen senden das Großher- 50gtum Hessen und Hessen-Nassau Kinder dorthin; stets warten einige auf Aufnahme. Denn die Anstalt, 1907 aus privaten Mitteln von Frankfurt aus gegründet, ist schon längst für den Bedarf zu klein geworden. Staat und Kom- muneit müßten da eingreifen. Es ist wohl fein Zweifel möglich, daß das alte System der Zwangserziehung, das au, Stock, trockenes Brot und möglichst harte Arbeit ge­gründet war, abgewirtschaftet hat, daß neue Gedanken auf diesem wichtigen Gebiete gelten und immer mehr und mehr ücr)uirliicl)t werden. Um auch bei uns das allgemeine Jul.resse für all diese Fragen zu wecken, und uns zu bc- leyren, werden die Herren Professor Kluinker aus Frank­furt a. M. und Dr. Berliner aus Gießen am Donners­tag, 7. Diärz, 81/2 Uhr, im großen Hörsaal der Universität Vorträge halten, zu denen alle Freunde der Jugend eingeladen werden. (Siehe auch die Inserate!)

** Eine Aerztekons erenz der Groß her­zoglichen Zentrale für Mutter- und Säug- Nngssürsorge fand am 17, Februar hier statt.

Im Anschluß an die Vorträge von Prof. W a l t h e r-Gießen: Die Ausbildung der Hebammenschülerinnen in der Mutter- und Säuglingsfürsorge und ihr Erfolg; Dr. Weber- Alsfeld: Milchversorgung auf dem Laude; Dr. Otto Bret­tel-Budinaen: Einige Bemerkungen über die Mutter- und Säuglingsfürsorge in ländlichen Bezirken, wurde vor allem über dieAusbildungderHebammeninderFür- sorge für die Neugeborenen, sowie deren Ein­treten für das Stillen gesprochen, die Fürsorge für die älteren Säuglinge solle Säuglingspflegerinnen übertragen werden. Tie übergroße Propaganda der Nährmittelfabriken solle tunlichst eingeschräntt werden. Großer Wert wird der Verwendung von Ziegenmilch bei der künstlichen Säug­lingsernährung beigelegt, doch müssen die Ziegen sauber ge­halten und auf die Weide gebracht werden. Der Hinweis auf die Reinlichkeit bei der Milchaewinnung empfiehlt sich besonders bei Vorträgen im Anschluß an Wanderhaushal­tungsschulen auf dem Lande. Weiter wurde der Wert der Säuglingsfürsorge auf dem Lande eingehend besprochen, verschiedene Wege zu deren Durchführung angegeben und ganz besonders die Anstellung von Sauglingssursorge- fchwestern empfohlen, die mit Gemeindeschwestern und an­deren Vertrauenspersonen zusammenarbeiten sollen.

Kreis Friedberg.

Butzbach, 28. Febr. Gemeinderatssitzung. Ge­meinderat Heyd wünscht Festsetzung der Gemeinderatssitzungen auf abends. Bürgermeister Flach ift hierzu bereit, wenn es möglich sei. Alsdann verliest er ein Protokoll, nach dem Beige­ordneter Heil folgende Erklärung bei dem Kreisamt Friedberg zu Protokoll gegeben hat:Es hat mir vollkommen fern gelegen, den Herrn Tröster beleidigen zu wollen. Sollte ich eine Aeuße- rung getan haben, die als Beleidigung aufgefaßt werden könnte, jo nehme ich diese Aeußerung mit dem Ausdrucke des Bedauerns hiermit zurück. Tie Beschlüsse der Baukommission auf die Anfrage Großb. Kreisbauamts, betreffend den Teil des Stadt- bauylans nach Nieder-Weisel zu, wurden genehmigt: 1. Die Straßenfluchtlinie südlich des Hermann Melchiorschen Hauses soll von Punkt m nach 0, wie im Stadtbauplan angegeben, laufen. 2. Die Vorgärten vor den Wohnhäusern Oehlschlägel und Gärtner Schmidt sollen erhalten bleiben. Ebenso sollen Vorgärten auch weiter fortlaufend auf dieser Straßenseite bis zur Niederweiseier Grenze vorgesehen werden. 3. Die Zeichnung,, Einmündung der großen Wendeigasse in die Niederweiseier Straße als richtig an- zuertennen. 4. Die kleine Wendelgasse soll 7 m breit eingezeichnet werden, ohne Vorgärten und an der Einmündung in die hiebet» weiseier Straße die Linie direkt an dem Ooerförstereigebäude her- iaufen. 5. Die Baufluchtlinien zwischen den Grundstücken Birk und Mörler wie sie eingezeichnet sind, zu genehmigen. 6. Ebenso die Bauflucht in der großen Wendelgasse. Es sollen darin die Vorgärten an der Südfront aus besonderen Gründen erhalten bleiben. Dr. Vogt berichtet, Lehrer Pimper wolle einen Streifen städtischen Geländes von den Grundstücken Flur VIII, Nr. 551 und 552 von der Stadt kaufen. Der Gemeinderat stimmt dem zu. Der Kaufpreis wurde auf 3,50 Mk. für den Quadratmeter festgesetzt. Tie Baukommission beantragte ferner, das Baugesuch des Gütervorstehers Griebel nicht zu genehmigen, weil eine Brandmauer nach Westen vorgesehen ist. Die Taunusstraße soll Villenstraße sein solche Häuser würden dem villenähniichen Charakter Abbruch tun außerdem wird die Baukommission bei der demnächstigen Abänderung des Ortsbaustatuts für dieses Bauviertel die offene Bauweise beantragen auch wird die Kommission für diese Seite der Straße 4 Meter Vorgarten be­antragen, um den Ausblick nach dem Wald offener zu halten. Das Haus müßte also auch zurückgesetzt werden. Dieser Beschluß wird vom Gemeinderat genehmigt. Gemeinderat H e y d berichtete über den Kostenanschlag betreffend Kläranlage folgendes: In die großen Bassins an vier Seiten geschlossene Rechentröge ein- subauen, die in bezug auf ihre Größe ein Entfernen der festen :)lüdftänbe außerhalb der Rechentröge gestatten. Die Anträge der technischen Kommission werden angenommen: Gemeinderat Heyd wird beauftragt, mit Dr. Jng. Heyd in Darmstadt zu ver­handeln. Von Zweidrittel der hiesigen Geschäftsleute wurde die Einführung des Achtuhrladenschlusses beantragt. Der Gemeinderat stimmte diesem Anträge mit Stimmengleichheit zu. Die Beschlußfassung über den Antrag auf Abänderung der Be­stimmungen über dieSonntagsruhe im Friseurgewerbe wurde vom Gemeinderat abgelehnt, da die gesetzlichen Bedingungen nicht erfüllt waren. Für eine Nummer der Illustrierten Zeitung wurde ein Zuschuß zu den Kosten von 200 Mk. bewilligt. Dem Weidigverein wird die Anlage des Schrenzers als Denkmal für Weidig gestattet. Die Bäume der städtischen Bauman­tagen, sollen soweit es Bedürfnis ist, mit Schutzgittern versehen werden.

m. Nieder-Mörlen, 29. Febr. Die Arbeiten für unsere Wasserleitung sind vergeben und wird als­bald nach Genehmigung durch die Behörde mit den Arbeiten begonnen werden. Den Hochbehälter erhielt Maurer­meister Franz Hofmann hier und die Hauptröhrenlegung die Firma Breuer in Höchst a. M.

m. Bad-Nauheim, 29. Febr. Der teilweise Badebetrieb wird in diesem Jahre schon am 4. März seinen Anfang nehmen.

Hessen-Nassau.

w. Frankfurt«. M., 1. Marz. Heute früh wurde der 23jährtae Rangierer Christian Vollhardt im Haupt­bahnhof von einem Zuge erfaßt und so schwer ver­letzt, daß er kurz nach seiner Ueberführung ins Kranken­haus verstarb.

Landwirtschaft.

** Kreisziegenzuchtverein Gießen. In diesem Winter hat der Kreisziegenzuchtverein Gießen wieder eine lebhafte Vortragstätigkeit entfaltet, die in den Kreisen der Ziegen­züchter mit großem Beisall begrüßt wurde und in einer erheblichen Zahl von Gemeinden zur Bildung neuer Ortsvereine führte. Autzer in Langgöns fanden Vorträge in den Gemeinden Hatten­rod, Saasen, Queckborn, Treis a. d. Lda., Beuern, Lollar und Steinbach statt. In allen diesen Orten bildeten sich neue O r t s z i e g e n z u ch t v e r e i n e, die an den Kreis- zlcgenzuchtverein Gießen angeschlossen werden. In der letzten Ausschuß! itzung die,es Vereins ist auch die Abhaltung von Stall- schauen mit Prämiierung in fecfrS Vereinsorten be- jchlossen worden. Bei diesen Schauen, bei welchen nur die Tiere von Vereinsmilgliedern berücksichtigt werden können, wird be­sonders die Beschaffenheit des Stalles, die Fütterungsvorrichtung, der Ernährungszusiand der Tiere und ihre Haut- und Stallpflege sowie die Pflege und Aufstellung der Lämmer von der Schau­kommission in Betracht gezogen. In solchen Orten, in denen die Maul- und Klauenseuche herrscht, fällt die Stallschau für dieses Jahr aus. Die Vermittelungsstelle für den An- und Verkauf und Tausch von Böcken, Ziegen und Lämmern, die der Kreisziegenzuchtverein eingerichtet und seinen Mitgliedern zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung stellt, erfreut sich von den Ziegenzüchtern und Gemeinden eines starken, noch stetig im Zunehmen begriffenen Zuspruchs. Auch aus ent« erfreut sich bei den Ziegenzüchtern und Gemeinden eines starken, mfttclungsstelle deS Vereins zum Ankauf von Tieren rege benutzt.

Gießen, 28. Febr. Ter la nb mir t| djaftliaje Verein Gießen hielt im Lenzsck)en Felsenkeller eine Haupt­versammlung ab, die sehr gut besucht war. Nach der Er­öffnung durch Landwirt Keifer erstattete das Mitglied der Laitowirtschastskammer Weil- Lang-Gons Bericht über den Vor­anschlag der L a nd wi r t s ch a f t S ka tn m e r. Tie nächsten fünf Jahre zeigen eine Einnahme von 2111150 Mk., das Be­triebskapital ist 154 000 Mk., Der Ausstellungsfonds 22 000 Mk. An die Provinzen werden 157 000 Mk. überwiesen: 71 260 Mk. an Starkenburg, 55 160 Mk. an Obcrhessen, 47 300 Mk.

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Die Ställe müssen luftig, im

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Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen.

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am 29. Februar biß 1. März

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Pferdemärkce 1100 Mk., für Anlage von Tummelplätzen unb Weiden 4500 Mk. Herr Müller- Neuhof sprach über die Vor­teile des Weidebetriebs und die Einfuhr frischen Zuchtmateriale. Tie Zucht habe sich im Vogelsberg sehr gehoben; Bayern, Sachsen und Oesterreich kaufen hier alljährlich ine Jungtiere zu höhnt Preisen auf. Tie Einfuhr frischer Fohlen verhindere die Ent­artung. Tie Art der bisherigen Prämiierung habe sich bewehrt Es sei auf gesunde Ställe zu

und solle beibehalten werden. _ . _ .

sehen, Kälte schade den Tieren nichts, bei jeder Witterung sollen die Fohlen ins Freie gehen. ;-

Markle.

Gießen, 2. März. 2)i nr(tb reicht. Ank l einigem Wochen­markte lastete: Blltter pr. Psd. 1,151.25 Ms., Hühnereier 1 ct. 910 Psg., Käse pr. St. 65 ^fg,, Kasematte 2 et. ö6 tzfg., Tauben pr Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,00 Ml., vahnen pr. Stück 0,801,80 Mk,, Enten pr. St. 1,802,20 'Lv.* Gänse das Psi). 7580 Pfg^ Lchsenfieisch pr. W. 8691 'i-ig., Rindfleisch pr. Pfund 8486 Psg., Kuhsleisch 70 Big., Schweine- lleisch pr. Psiiltd 6486 Pfg., Kalbsteijch pr. Psd. 848-1 tfa.. panunelsleisch pr. Pid. 6088 Psg Kartoffeln pr. 100 K,'. 8.50 bis 9.00 Wik., Weißkraut das Strick 15 lis 30 Pfg^ Zwiebeln per Ztr. 12,0015,00 Mk., Milch bas titev 22 Pfg., ..epiel per Ztr. 15 bis 20 Mk., Nüsse 100 Stück 5000 Pfg., per Ztr. 0UJ Mk* Birnen das Pfund 2025 Pfg. Marktzeit von 82 Uhr.

Winter nicht zu warm fein. Für die Hebung der Rind­vieh z u ch t sind 3400 Mk. vorgesehen für die Herdbuchiuhrung. lieber diesen Punkt spricht Sekretär Schwarz, er teilte mit, daß in Kürze eine Druckschrift der Landwirtschastskammer er­scheint. Tie Herdbuchfühmng wurde 1897 vom latldwirl schäft- ließen Provinzialverein eingeführt, es fanden jährlich etwa 150 Körtermine statt, die Körungen haben sich bewährt, die Zucht bestrebungen wurden nach einheitlichen Zielen gerichtet. Im Sim mentaler Herdbuch stchen 9483 Tiere, im Vogelsberger 3038. In diesem Herbst findet in Gießen eine Kreistierschau statt. Die Zuchtviebhöse wurden 1889 von der Landw.-K. eingerichtet.

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Zrllhjahrrdiingung und vorjährige Trockenheit. In trodenen Jahren haben die Ernleprodulte einen viel höheren Gehalt an Pflanzennährstofsen als in feuchten. Nach den Uiitersuchungen von Pros. Dr. Gerlach, Bromberg, wird daher dem Boden in Lx nen Jahren trotz geringerer Ernte annähernd ebensoviel Phosphorsäure und Kali entzogen, wie l>c4 einer normalen dritte. Diese 3 den Pflanzen notwendigen Nährstoffe müssen also rvu in den früheren, so auch in diesem Jahre zur Erzieiung b.hcr Ernten dem Boden in hinreichender Menge zugesuhrt weidcv. Gerade in diesem Frühjahr kommt es daraus an, die Sch'-^'N des Jahres 1911 durch eine kräftige Düngung nach Möglichteit wieder aufzubessern. stcotwendig ist neben der üblichen 5tid|i0|p und Phosphoriaure-Tüngung auch die Anwendung von 1 3ir 40°o igem Kalisalz pro Morgen, um den hohen Ansprüchen ou Pflanzen nach diesem Nährsioff zu genügen.

Dadurch ist die Vogelsberger Zucht sehr gehoben worden. 1889 bis heute wurden 213 Bullen in Zuchthöfen gezüchtet Tie Zucht- Höfe haben ihre Aufgabe erfüllt, ihr Fortbestehen ist zu wünschen. Es bestehen noch Ziviefalten und Bingmühle bei Lauter, ein­gegangen sind Lberseenerhof, Homberg, Eschenrod und Engelrod. Bullenstationen sind feit 1899 vom Provinzialverein errichtet und zwar in Orten mit guten Viehbeständen, es sind 7700 Mark da.ür vorgesehen. Ein Hochwertiger Bulle kostet 20002300 Mk. Es wurden in den letzten 18 Jahren 166 Bullen und 119 weibliche Tiere eingesührt, die Ankaufssumme betrug etwa 116 000 Mark. Für Viehmärtte sind 1400 Mark, für Jungviehiveiden 4445 Mark vorgesehen, man hofft, daß in etwa 3 Jahren die Weiden sich selbst erhalten können. Tie Rindviehzuckst erfordert insgesamt 83 600 Mark. Bei Punkt Geflügelzucht spricht Sekretär Schwarz sein Bedauern aus, daß die Landwirte diesem Zweig noch nicht die wünschenswerte Fürsorge zuteil werden ließen.^ Tie Zahl der Geslügelzuchtvereine m Lberhessen ist auf 125 an gewachsen. Für die Zuchtstationen sind 3000 Mark vorgesehen, es handelt sich um Zuchtstationen ftir landwirtschaftliches Nutz- geflügel, der Bruteierbezug ist den Landwirten sehr erleichtert. Für Hebung der Schafzucht und Freilassung der Straßenböschungen sprechesi Weil- Lang-Göns und Müller- Neuhof, bic_ Aus­führungen finden lebhaften Beifall. Man hofft, daß die Schaf­zucht bald wieder aufblühen würde. Seit 3 Jahrzehnten ist sie zurückgegangen. Jetzt bemüht sich die Landwirtschaftskammer um die Hebung der Schafzucht, sie hat Zuchtstationen angelegt und die Schafe zu Schauen zugelassen. Die stark besuchte Versammlung, die kürzlich hier tagte, zeigte das große Interesse der Landwirte für die Schafzucht. Die Kammer will im März in den 6 Kressen Ober Hessens Schafzüchterversammlungen abhalten, um die Wünsche kennen zu lernen und Material zu sammeln. Weiter hielt Professor Tr. Gisevius einen Vortrag über das Dem- zinskis che Verfahren und dessen Erfolge beim Getreide­bau. Es handelt sich dabei um die Reihen- und Behäuselungs- tültur bei Getreide. Ter Vorsitzende schloß mit Tankeswomi' an die Redner die anregend verlaufene Versammlung.

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i. D., 1 iftorenc: »Mein; kterbefäll ; Rentnerin, 6

'1 Jahre alt

an Rh-'inh:ss:n. Ter Redner erläuterte bann die Verwendung der Gelder für Oberhessen, es sind voraesehen für Wandervor- träge 3000 Mk., für Buchführung 4000 Mk., Prämiierung kleiner Betriebe 1000 Mk., Haushaltungsschulen 9550 Mk., Landwirt­schaftliche Zeitschrift 6500 Mk., Preisnotierungsstel'.e 880 Mk, Maschinenprüfung 1000 Mk., landwirtschaftliches Baute en 5620 Mark, Rechtsauskunftsstelle 2600 Mk., Obstgarten 4850 Mk, Landeskultur 18 800 Mk., Ausstellungswescn 15 000 Mk., fjinan^ hebegebühr 15 300 Mk., Kosten der Wahlen zur Landwtrtschafts- kammer 5000 Mk., Tiaten 20 000 Mk Darnach kam .Herr Weil aus die Ausgaben für die Viehzucht zu sprechen Für Hebung der Pferdezucht sind vorgesehen 32 760 Mk., Rindvieh zücht 83 300 Mark, Ziegenzucht 10 55J Mk., Schweinezucht 15 360 Mk., Ge­flügelzucht 6126 Mk., Schafzucht 800 Mk. Tie Foh^eneinfubr erfordert 5500 Mk., die Körungen 1500 Mk., Medaillen usw. 1000 Mk., Schauen unb Prämiierungen 3300 Mk., Zuschuß für

Na also, nun hast du's auch ersahreu, 3BKH dasi Fand ächte Sodener Pkitkcral'Pm'titten leinen 1 .i 2iid) 8r taffen, der fle benutzt, u. daß iie aiiai in vcr iueiicii-.ii, - geradeztt Wtinder tim. Lu tmlt Ucmc nlc.it:, enb gemngeu, op* n gleich du ocitern (einen Ton in der Mcblc Unticit. u. da. «« du eben nur den Sodenern. Man tauft ,>avo achte Sodener kjfl für85Pfg. tn jed. Apotheke, Dronerte ob. Mineraln n"erodNp feini lasse sich aber unt. kein. Umstanden Nachahmungen autiwwlivei

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