Ausgabe 
27.7.1912 Erstes Blatt
 
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)cr gemeinsamen Lebcnsintercssen und einander näher

Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

Politische Wochenschau.

Gießen, 27. Juli.

2lu$ MaroNo,

Paris, 26. Juli. Aus El Sta r wird unter dem 24. be" gemeldet: der Stamm Alischerif weigerte sich, Steuern zu bezahlen. Infolgedessen sandte Raisuli 30U Mann gegen ihn, die mit den Leuten dieses Stammes bei Soakhuis-Bud-Jlan zufammcnsticßen. ES entwickelte sich ein Gefecht, das seit gestern dauert. Die Leute Raisulis hatten etwa 30 Tote. Spanische Truppen unter dem Befehl deS Obersten Sylvestre und eine Kamelreiter- truppe sind nach dem Kampfplatz abgegangen.

Ter Sonderberichterstatter desTemps' schreibt ans Rabat: Im Hinblick auf die wahrscheinlich Mitte Au­gust dieses Jahres erfolgende Abdankung Mulay Hafids beschäftigt man sich mehr mit der Nachfolge- frage. Mulay Hasid möchte seinen Thron einem seiner noch im Knabenaller stehenden Söhne übertragen. Diese Wahl wäre für das französische Protektorat nicht ungün­stig, da man die Regentschaft zum Beispiel dem Vertreter des Machsen in Casablanca, El Mrani, einem Frankreich sehr ergebenen Manne, übertragen könnte. Aber vielleicht ist es besser, eine Persönlichkeit von größerem Ansehen zum Nachfolger Mulay Hafids zu ernennen, znm Beispiel Mulay Just es, oder sogar den früheren Sultan Abdul Asis. Bezüglich des Wohnortes Mulay Hafids für den

durch die Ädern, Höhere Innperaturen, btc .Koagulation Her­vorrusen, werden hauptsächlich bei Trumoren, besonders bei leicht blutenden Drüsenkarzinomen verwendet und genauen Vordringen faft ohne Blutung. Bei der Behandlung des r:upus 'Haut Tuber - kulose) kann man mit diesem neuen Heilverfahren in b bis 10 Minuten die gleiche Wirkung erzielen, wie bei 300 bis 400 Bestrahlungen nach dem Finsenschen Verfahren.

Vie deutsche arktische Expedition.

Die deutsche arttische Expedition <schröder-Stranz tritt Ende dieses Monats ihre Ausreise von Tromsö zu einer Vvr- expedition in das Nördliche Eismeer an. Bei dieser Ge­legenheit erfahren wir näheres über die Hauptexpedition durch die Nordostpassage. .

Das Ziel der Expedition ist btc Durchfahrt der Nord­ostpassage, ihr Zweck die Erforschung deS^Eismeeres nörd­lich Asiens und der fast unbekannten Taimvr-Halblns«l. Wohl ist die Nordostpafsage durch den Schweben Nordenskjold erzwungen worben, und als kühne Taten mit großem Cr- svla stehen die Expeditionen eines Nansen, des im Eismeer »verschollenen Baron von Toll und anderer Forscher in der Geschichte der asiatischen Eismeerforschung verzeichnet. Das Gebiet des Nördlichen Eismeeres birgt jebod) noch so viele ungelöste Fragen, so roeitt, noch nie von einem Menschen betretene Erdenstriche, daß eine so groß an- gelegte Expedition, wie die diesmalige, die reichsten Er­gebnisse zu erwarten hat. _ . .

In dem äußersten Norden Asiens, in der ^.aunyrhalb- infel ruhen wissenschaftliche Probleme, die nach aller «or» sausficht für die Entstehung der Nordpolarlander von größter Bedeutung sind. Ebenso ist eine Ergänzung der ozeano­graphischen Forschung im Nördlichen Eismeer äußerst wich- tin Wissen wir doch sehr wenig von den mächtigen, kalten Polarströmen, bereit Aus treten auch für btc norbeurop rischen Meere und auf die Wettergestaltung eine einschneidende Bedeutung haben. Tast wertvolle Ergebnisse für,die,Kennt- nis ber Physik des Eismeeres, seiner Eisverhaltnisse, der Pflanzen- und Tierwelt zu erwarten sind, steht nach den Aeußerungen erster Fachgelehrter fest. Ter Botaniker unb der Zoologe haben Gelegenheit, die aus der Taimyrhalb­insel am weitesten nach Norden vorgeschobene^ tfiora da- asiatischen Kontinents zu studieren. Durch tlpre uoria)ung.n kann weiterer Aufschluß erwartet werden, ob das große Polarbecten eine eigene Tierwelt birgt unb ui wieweit Formen aus dem Atlantischen unb Erogen 131.111 gewandert sinb. 2er Ethnologe wirb Bolt-itamnie zu ,m- bicren Gelegenheit haben, welche seru von aller Kultur ein wildes "Dioiniibcnleben führen. Da btc Arbeiten be- ..iu-

zu führen.

Sicherlich werden auch die Verbündeten Deutschlands ;arin, daß England seinen Flottenstandard nach den Sec- treitkrästen von drei Mächten bemessen roiH, fede Flotten- rermehrung Deutschlands aber, das feiner Seemacht ledig­lich das eigene Bedürfnis an Küsten- unb Hanbelssdmtz zugrunbe legt, eine unzulässige Ueberhebung und Bevor­mundung erblicken. Und wenn sich Oesterreich unb Italien der gleichen Verdächtigung ausgesetzt sehen wie Deutsch- and, das als der Friedensstörer, der Herausforderer, kurz als der Feind hingesteNt wird, so verrät die englische Re­gierung damit, daß sie bereits im geheimen mit Frank­reich zu bestimmten Abmachungen für den Kriegsfall gc- fontmen sein muß. Nur so läßt sich verstehen, daß jetzt, um einen ins Maßlose gesteigerten Maßstab für die englische Flottenmacht zu finden, die Teilnahme Oesterrrid)-Ungarns und Italiens an demEntscheibungskampf" als bcüial): selbstverständliche Voraussetzung hingestellt wirb. Die Ver­bündeten Deutschlands wissen jetzt, wer den Frieden brechen, wer unabsehbares Unheil über die europäische Völkerfamilic bringen will. Deutschland dagegen hat von jeher den friedlichen Charakter seiner Rüstungen betont, Hal feine Gewalt- und Eroberungspolitik getrieben, hat sich stets ber Schwachen gegenüber der Uebermacht Englands angenom­men. Die Sicherheit und die Zukunft des Weltfriedens liegt jetzt das ist angesichts ber offenkundigen Kamps- ab licht en Englands eine unbestreitbare Tatsache bei den Dreibundmächten. Es ist dies ein bemerkens,vcries Mo­ment, das die englische Politik, ob sie will ober nicht, in Stauf nehmen muß.

Die Lage in der Türkei.

Konstantinopel, 26. Juli. Offiziös wird ver­sichert, Felid Pascha habe an den o-roßwesier tele­graphier t, er könne aus Gesundheitsrücksichten kein Porte fcuillc im Kabinett annehmen. Die Regierung wirb sich morgen über die Ernennung des Ministers des Innern schlüssig werden. Man fragt, Hussein Hi 1 mi sei ge­beten worden, das Ministerium des Innern anzunchmen. Er froll aber nicht dazu geneigt sein.

Der ber Janinadivision zugeteilte Srigabcgcneral Schew ke t Pascha wurde zum Kommandanten des Bosporus und ber Befestigungen, ber Unterstaatssekretär des Krieges Fuad-Pascha zum Kommandanten des dritten Armeekorps in Kirk Kilissa ernannt. An seine Stelle tritt Oberstleutnant Halil Bey. Ten Blättern zufolge werden demnächst, die mit dein Polizridienst betrauten Offi­ziere durch Zivil und Polizeibeamte ersetzt.

Konstantinopel, 26. Juli. Das Gerücht, die O f f i z i c r e v e r 1 a n g t e n vom Sultan die A u f 10 fr u 11 g der Kammer, wird heute dementiert. Die Stadt ifrt ruhig. Nachts durchzogen starke Kavallericpatrouillen die Straßen.

K 0 n st a n t i n 0 p c l, 25. Juli. Die für Albanien be­stimmte Mission ist heute abend a b g e r e i st. Das Ge­rücht, daß ber Großwefrir selbst an ber Spitze der Mission abreifre, wird bementiert. Kiamil Pascha, welcher noch un­päßlich ifrt, hat dem gestrigen Ministerrat nickst beigewohnt. Es verlautet, ber Ministerrat habe beschlossen, bic Kriegs­gerichte überall aufzuheben.

Der Su11ansankti 0 nicrtebic für btcMissi 0 n, die nach Albanien abgereift ist, ausgearbeiteten In­struktionen. Tie Mission wird die Beschwerden gegen die Beamten anhören und eine Untersuchung anfiellcn. Sie wird ferner die Beamten, die Unzufriedenheit veran-

ff Körperheizung, ein neues Heilverfahren Erwärmung des Körpers zu Heilzwecken, ctiva in <yorm von beißen Bädern, Umschlagen oder Bestrahlung, ut langst als wirt- Jameö Heilmittel bei vielen Rankheiten beiannt. Wie die Klinisch therapeutische Aochenschriit" nun mittalt, ut vor kurzem eine neue Heilweise, dieDiathermie", eriunden worden oie aus elektrischem Wege Erwarmung des .Körpers in beliebiger 2icfc tzeroorrufren taim und dadurch den oben erwähnten Arten ter Erwarmung ganz bedeutend überlegen ut. ^tcie neue »ah weise spaltet sich in zwei Unterarten: die Erzeugung von Tempera- tUUn, durch die Gewebe zerstört werden tonnen, zer Apparat, der zu beiden Zwecken Dient, cm Patent Der zeleiunken Gesell- framit erzeugt Hochsreaucnzüröme, die im Körper weder razcnde now zersevende Wirkungen ausuben und nur Die Jouhichc Ltrom roärmc erzeugen. Als Krastquelle lann eine beliebige Haup­leitung bienen, bic zunäch.t im Wechselstrom umgeformt wird; Der frelunbäre Transiormatorstrom ladt Dann den aanbemator an es Braunschcn Schwingungskreiies bis zum Durchbruch des EM- ladungsmnk.-ns an derFunkenitrecke". Diese ist eine sogenannte Lochfunkenßrccke" nach Angabe von Btuu. ä-'iartat _ -tie schnellen elektrischen Schwingungen, bic baba entstehen. Die »och- requenzsirörne werden dem Körper nicht unmittelbar zugemhrt, sondern geben noch durch Die Windungen eines ^.esla ^ran-- ormators, ehe sie von Den sekundären Windungen m ttelö bieg­samer Bleielektrodcn mit nassen Kompraseit dem Körper SogNuhrt werden.. Für Ischias, rheumansche 2abai, Tabes und Sicht

Bier Monate Gefängnis für ein Buch! Der Gastwirt Friedrich Heß in Neusatz in Südungarn erwarb vor einiger Zeit den politischen RomanGötzendämmerung" von Adam Mül- ler-Guttenbrumi, der erst nach Der 3. Auflage in Ungarn ver­boten nnirDe. Das Buch ist eine Darstellung ocs ganzen politischen unb kulturellen Getriebes im heutigen Ungarn uno beiinoet sich in vielen tauscno Händen. Jetzt hat man, wie ber Veipiiget Verleger Müller-Guttenbrunn mitteilt, einen der langst im Ba­dacht desPangerrnaniSrnus" ftehcnDen Besitzer dieses Buches, eben den Äaflwirt Heß, der cs einem Nachbar geliehen, heraus- gegriffen und angeklagt. Tas königliche Gericht in Neu,av ver­urteilte ihn zu vier Monaten Gejängnis und zu 200 Kronen Geld­strafe für Besitz, Lesen und Weiterleihen eines Buches eine etwas harte Strafe.

Vertiefte Kritik. DasMerseburger Kreisblatt" schreibt:Gerhard Hauptmann hat alsDichter" fabelhaftes bjlüd (! gehabt. Tie Geschmacksrichtung der Bat, die sich Goethe, Schiller und Shakespearean den Schuhen abgelauien", kam ihm zu statten, seineVersunkene Glocke",Fuhrmann Henschel", Hannele" wurden einst bewunoert Ijeute mag faum noch jimanö etwas von dem Zeug wissen, und tn ^.auchneot hat der Dichter", bei sich drei Villen und em großes Vermögen zu- sammaigefchrieben, kürzlich mu seiner Novität wenig Gluck ge­habt Fetzt taucht Karl auf, Karl Hauptmann itumluf), wahr­scheinlich ein Abkömmling Gerharos (!), wie Siegmeb an Ab- lömmlmg Richards. Romamisch, wie mtsd^inenb Karl »aupt- mann veranlagt ist, hat er sich mit feiner Tichrung in die Harz- öerge gemacht Ligenilich härte er zuRübezahl" gehört." Wce schön, wenn dasMerseburger Kreisblatt" einmal eme Literatur- gefrkÄchtc schreibt.

AlfrcdBvcksNovellen ,^dessenlust", bic vor einiget ßeit bei 2 de solle in Paris in französischer Ucb eriragung er­schienen sind, werden demnächst sowohl in englischer als and) in türkischer Sprache erscheinen.

Niemandem, der die letzte Flottendebatte im englischen Unterlaufe verfolgt hat, kann das Drohende und Heraus­fordernde in der Spruche entgangen fein, die der junge Heißsporn an der Spitze der englischen Admiralität, der Mjzann nach dem Herzen ber Beresford, Roberts und Kitche- ner, Deutschland gegenüber für angemessen befunden hat Das war nicht die Sprache eines Staatsmannes der machte in Herrn Asquith eine recht schwächliche Figur und seine Mahnung zur Besonnenheit blieb gänzlich unbeachtet , das war eine Kriegssanfare und tyr stärkste immer wiederkehrende Ton darin der anfpeitschendc Ruf: Deutsch­land, das ist der Feind! Tie Anffassung selbst ist nicht neu, mir daß sie so rücksichtslos uno vorbehaltlos an amt­licher Stelle unb mit amtlicher Geltung kundgegeben wurde. Das wirb in Teutschlanb auch benen oie Augen öffnen, die bisher noch an die Möglichkeit einer gerechten unb sach­lichen Beurteilung des beitlsck-en Standpunktes wenigstens seitens ber maßgebenden unb verantwortlick)en englischen Staatsmänner geglaubt haben. Aber als völlig neu unb überraschenb, zugleich auch als völlig unberechtigt ist in Teutschlanb bie Art ber Begrünbung empfunden worben, deren sich die englische Regierung bediente in ihrem Namen sprach Churchill, um bie jetzt beschlossene und die sür bie nächsten Fuhre geplante Erhöhung bcs maritimen Sicherheitsüberschusses" trotz Entente corbiale, Triple- Entente und kolonialer Reichspolitik zu rechtfertigen. Ge­wiß hat es schon früher ait Aeußerungen über den Kriegs­schiffbau Oesterreich-Ungarns unb Italiens nicht gefehlt. Aber es ivarcn mehr ober weniger platonische ober kritische Betrachtungen. Was die Verbünbeten Deutschlanbs jetzt von bciii Wortsichrer der englischen Regierung zu Horen bc- lommcit Huben, gleicht bem Versuch einer Einschüchterung, einer versteckten Drohung auf ein Haar! Jeder maritime Neubau ber beibeu Staaten, die sich zum mindesten mit hent gleichen Rechte wie England Mittelmecrmächte nennen können, also gleichfalls Anspruch auf eine Mittelmeerflotte haben, soll mit einer überlegenen Verstärkung der eng­lischen Seestreitlräste bei Gibraltar und Malta beantwortet werben. Selbstverständlich ist das nur ein Vorwand, um ben ausgesprock)enen Offensiv-, besser gesagt Ueberfall-Cha- raktcr der neuesten Flottcnpolitik Englunds zu verschleiern. Aber weil England für sich das Recht in Anspruch nimmt, für alle Zeiten auch im Mittelmeer, auf dem Hauptverkehrs­weg nach ber Levante unb Vorberasien eine unantastbare Herrschast zu behaupten, muß sich Oesterreich suegeit dec geringen Ansdelfnnng seiner Meeresküsten von Balfour spöttische Worte sagen lassen, muß Italien bie Weisung yinnehmen, baß ihm England über das Maß deS Schutzes seiner norbafrikamsckstn unb überseeischen Interessen in äl)nlicher Weise sine bem Deutsck)en Reiche Vorschriften zn machen gebeult. Heute müssen sich diese Staaten eine Solche Sprache noch bieten lassen, weil sie mit threrzFlotten- rüstung zn weit int Rückstunbe sind, um ihr Recht wahren zn können. Aber wenn bie englische Regierung aus ben Differenzen, die Oesterreich-Ungarn unb Italien früher mit- cinanber gehabt haben, bic Hoffnung glaubt herleiten zu können, baß sie sich nicht 511 einer gemeinsamen Aktion gegen England Bereinige« würden, so dürfte die gleiche Art der Behandlung, bic beit beibeu Staaten in Aussicht gestellt wirb, bas beste Mittel s'ciit, um etwaige Diffe­renzen verschwinden zu machen und beide zur Ertenntnis

ttr. 175 Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 27. IuN 1912

aiijvijjve

General-Anzeiger für Gberhesien MM

Annahme von rinzcigen Hotationsbrud und Verlag der Vrühs'schen Univ.'Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: zchuiftraße Land": E.Hcn: für ben bu ootnüttafl0«1 Büdingen: Zernsprecher Nr. 2ö9 Seschästrstelle vahndofftrahe l6a. A.ne.gcntc.h ri Beck.

laßten, sofort absetzeir unb neue Beamte ernennen, die ber albanischen Sprache mächtig sind und wirb ben Eigentümern der im Laufe ber militärischen Operationen zerstörten Hauser Entschabigungen gewähren. Der Großwesir, Miamil Pascha unb Hussein Hilmr Pascha crbieltcn Glückwunschdcpesclien von Albanern unb Pristina unb ber Umgcgciib, in tvdd)CTt biefe ber Regierung ilirc Treue versichern.

Eingeweihte Streife erklären, man dürfe die wirkt ich c Militärliga, die ben Sturz des Kabinett- Saib Pafckw herbeigeführt unb ben NamenMuhafa Zaivakon", bas heißt Vcrtcibigung beS Vaterlanbcs, führt, nicht verivechfeln mit ber O sf i z i e r s gr u pp cHalasktara n ' (Er- rerter , roeldK bie Proklamation in ben Blattern veröffent­lichte nnb bie Abfenbung de> Brieses, in bem btc '?Utf- löf'ung ber Kammer binnen 48 Srunbcn verlangt wirb, an ben Präsibenten ber Kammer veranlaßte.

Saloniki, 26. Fuli. Die Vcrsnck-e hervorragender Mitglieder des jungtürkischeii Sfomitecs, hier uitb ut an­deren Städten Protestversammlungen gegen bic Forderung der Kammerauflösung zu veransl alten, scheiterten. Tie Lage in Pristina nnb Tjakvwa qr anbaucnib e r n st. Die Fnl)rcr ber Anfstänbischcn erhalten täglid) Verstärkungen. Ganz Nord-Ko,sowo beteiligt sich an bet Bewegung __

Beim Einmärsche in Pnsttna svarat btc Aufsta n d 1 - scheu etwa 10000 Mann st ar f. Der Genbarmcriekom- manbüiit schloß sich den Aufständischen an Die Aufständi­schen ließen 461 Häftlinge frei und bewaffneten sie. ^ic bemächtigten sich der WaffcndepokS, bewafsnclen die Be­völkerung und bradjen in der Richtung auf Vorisoivilsd) in ber Absicht auf, den Marsch nach Uefrucb fortzusetzen, wo eine Panik l)errschen soll. Aus allen RldMngen ziehen biivasfnclc Trupps nach Pristtna.

Sofia, 26. Juli. Gestern kam es in der Nähe des Postens von Damlidere bet Kruschnovo zu einem Zu­sammenstoß zwischen einer bulgarischen und einer türkischen Patrouille. Die Patrvnitten be­schossen einander. Ein Bulgare wurde verwundet, brev Türken soll en getötet fein.

Wisftnsch^ ionaL^irb^ möglichen,IHa7^tt.bas"ngmchn5

ein gutes Bild von ben klimatologischen Verhältnissen zu gewinnen. Luftelektrische Beobachtungen aus biesen Ge- icnben schien nod) völlig. Von bem burch den Großen Dzcan unb ben Panama-Kanal geplanten Rückwege sind ebenfalls wertvolle wissenschaftliche Ergebnisse zu erwar­ten, da im fernen Norden und Osten seit Matarosfs Zetten kaum nennenswerte Studien unternommen worden sind.

Die Forderung praltifckcr Lchifsal)rtsjragcn wäre für ben Weltverkehr und Welthandel ein Verdienst, der dein eiaentlidien Zweck der Expedition, ber wissenschaft­lichen Forschung doppelten Wert verleiht. Ein neuer Beweis inäre erlangt, welche unschätzbaren Werte strenge wifsenschafttiche Arbeit ber Menschheit zu geben imstande ist.