m. 22
^rtdxtw ttgNch mit AuSnabme bei ConntagS.
General-Anzeiger für Gberhefjen
itahnhofstr
er
in'd Eenhon
Kuhl nut bp
un P>n&
un
t
-Er
8
a
B
In |ubtn besonders vorteilhait.
nt
TÜRK»PABSTs
r.
:r
'er Produkt)
10 Stück M.I..
're Bayern
100 Sluck Mk. 7.20
W. g • • • * * ' ’ 1 1 ' W » » 1 l ’I#-M ID----— — - ,
S I • Fleisch*Geflügel-Pasben
5 I Lachs-Butter&Sandwich-Fischpastfe jj £
Landtagßkrf.ihwahl in Osienbach-Land.
Offenbach, 25. Jan. Bei der heutigen LanbtagS- ersatzwahl in Ofsenbach-Land, an Stelle des verstorbenen sozialdemokratischen Abgeordneten Orb erhielt Nessel (Zentrum) 2000 Stimmen, Adelung ^Soz.) 3700 Stimmen. Adelung ist somit gewählt.
Deoheit s. Haussrauen, Touristen, Jäger: /jb
Dcntdches Keicb.
Ter Bundesrat hat der Vortage betreffend die Aus- führungsbcstimmungen zum Rcichsstempetgesetz tont 15. September 1909, ferner der Vorlage betreffend die Vereinbarung leichterer Vorschriften für den wechselseitigen Verkehr zwischen den Eisenbahnen D.nttschlands und Luxemburgs sowie der Vorlage betreffend das internationale Abkommen über die Beförderung von Personen und Reisegepäck zugestimmt.
£te „ai tarnet .fanilllenbiaittr“ werden dem ,tin<eiaer* oiennal roädienihcb betqeleql, das „Kretsblatl für den Kreis Sietzen" iweimal wöchemlich. Dte .,£anöa>trffd>aitlidfen bett- fragea" erfchemen monatlich jroeunaL
handel.
Berlin, 25. Jan. 'Ter GesamtausschußderSpiri- tus-Zentrale besckstoß, um die Spirituserzeugung, die nacht dem statistischen Ausweis bisbcr beträchtlich hinter den Grttxn> rungen zurückblieb, anzuregen, dieErhöhungdesAbschlagS- Preises um zwei Mors. Ter erhöhte Abschlagspreis <46 Mk.) tritt mit Gültigfeit ab 29. Januar in Kraft.
Redaktion, (Eroebitton und Druckerei: Schul» straße 7. Eroeduton und Verlag. 51.
Redaktion:112. Tel.-^ldr^Ailzewerä)'csen,
niM)l
« W
Sreitag, 26. Zanuar 1912
Rotanousdrua und Verlag Der Vrü dl'ichen UnwersltälS - Buch- und Sleindtuckeret.
9L Lange, (Biegen.
w
^*ePl)0H2i
' Beiiiii
ttraße 27. i*
n Kauf
Praxis U»! Schaden au bcwatreL er 3eituM eiönltJ
Lsu.»°rt°x -- ellsdiaft Cilslf v
sprachen. Im übrigen aber sollen die Verhandlungen über diesen Punkt vertraulich geführt werden.
Bei dem Kapitel über Bad-Nauheim wurde verlangt, daß an Stelle der geforderten 200000 Ml. man ! i ch mit 100000 M k. begnügen könne. Tie Regierung hat dem aber Widerspruch entgegengesetzt. Ter Ausschuß wird sich aber dahin, einigen, daß der Betrag von 150000 Mk. bewilligt werden soll. — Bezug.ich der Anfrage, ob Erhebungen über die Unterlagen zu dem Eisenbahngemeinschafts vertrage, nadjteni die Zweite Kammer den Antrag einstimmig angenommen hätte, von Preußen verlangt worden seien, wurde vom Ministerium erklärt, daß erst der Beschluß der Ersten Kammer vorliegen müsse, bevor man diesem Antrag entsprechen könne, demgegenüber wurde ausgeführt, daß die Regierung auch auf Grund des Beschlusses der Zweiten Kammer vorgehen könne, wenn sie nur wolle.
Von einer Seite wurde angeregt, den Abgeordneten freie Fahrt durch das ganze Land zu gewähren, was ja ichon früher einmal von dem 2lbg. Pennrich beantragt worden sei. Die Regierung erklärte, daß sie in dieser Beziehung das Vorgehen Preußens bezüglich feiner Abgeordneten abwarten müsse.
Fortsetzung der Sitzung morgen vormittag 9 Uhr.
Graf Aehrenthal wird, das steht schon heute fest, in kurzer Zeit — man spricht sogar von Tagen — den Kaiser m seine Entlassung bitten, wenn ihn nicht vorher der ob hinwegrafft Aber die bisher von ihm betrie- enePolttiksollnach dem Willen des Kaisers ort gesetzt werden. Es fragt sich nur, durch wen? he nächste Anwartschaft, in das prächtige Palais am Ball- cusplatz einzuziehen, hat zweifellos der fetzige öfter» richisch-ungarische Botschafter in Petersburg, Gras B e r cht- old, der aber dazu keine Lust verspüren soll. Es kom- :.*n deshalb, da die zweite diplomatische Größe Oester- i id'Hllngarnö, Markgraf vonPallavtcini, von feinem osten in Konstantinopel schwer abkömmlich ist, der Bot- hüfter in Paris, Graf Szecsen, der Botschafter in rrlin, Graf Szögyeny-Marich und vielleicht auch cr Gesandte in Bukarest, Prinz Fürstenberg, sowie r ehemalige Botschafter Fürst Franz Liechtenstein, er Vorgänger Aehrenthals in Petersburg, als Nachfolger chrenthals in Betracht.
Wien, 25. Jan. Tas Befindendes Grafen Achen t h a l, der während seinem kurzen Aufenthalt auf dem Sem ning anfangs Januar keine Erholung gefunden hat, ist seit anrr Rückkehr nach Wien wechselnd, aber nicht besser geworden. '<a! Aehrenthal ist krank und bedarf auf jeden Fall zur Wieder- Stellung seiner Gesundheit der gründlichsten Erholung und Mräi- Bung. .Hierfür erscheint ein längerer Aufenthalt un Süden nschenswcrt, dock) ist irocy nichts darüber bestimmt, da die Aerzte üer die Wahl eines geeigneten Kurortes noch nicht schlüssig sind.
2litslanfc.
Ter französische Senatsausschuß zur Beratung des deutsch-französischen M a r o kk o a b ko m me ns nehm das Abkommen mit fünfzehn gegen zwei Stimmen bei vier Stinun- enthaltungen an.
Unter den französischen Postangestellten macht sich neuerdings, wie aus Paris gemeldet wird, eine sehr bedenkliche Gärung bemerkbar, weil der Generalsekretär des Verbandes B r o - döres wegen einer Rede und wegen eines von ihm erlassenen Rundschreibens von der Postverwaltung mit Entlassung bedroht wird. Brodöres wird am nächsten Sonnabend vor dem Diszipli- narrat erscheinen, der über den von der Postverwaltung bestellten Entlassungsantrag entscheiden wird. Der Syndikatsausschuß Hit für Sonntag eine große Versammlung einberufen, um über die angesichts des Vorgehens der Postverwaltung zu ergreifenden Schritte Beschluß zu fassen.
"Aus Konstantinopel wird gemeldet: Das Asthma leiden des Großwesirs hat sich bedenklich verschlimmert und beginnt Besorgnisse einzuflößen. Es läuft das Gerücht um, daß der Minister des Aeußern der Nachfolger des Großwesirs werde.
Aus N e u y o r k wird gemeldet: Die Regierung strengte einen Prozeß auf Schadenersatz in Höhe von 192 747 D o l - lars wegen zu geringer Wertangabe gegen die Importeure deutscher Messerschmiedewaren an.
Ter frühere Regent von China teilte Puanschikai mit, der Thron verlieh ihm in Würdigung der Loyalität seines Wirkens die Marquiswürde.
Iie((lpo«ten
l6ia^5^
hecht •
»“fat, fite, $ ^ercieil enorm Sektion <i||pr । W6ifl 4.50?ä,6ä n . »M 4.00, i ■
'80 Prozent unter; überzeugt 1 äu schlclldervrch
Dir.: »erd,° $0^5
«Sß’Ä
Sä
Zweiter Blatt 162. Zahrgang
Gießener Anzeiger
Aus Stadt unS Land.
Gießen, 26. Januar 1912.
Kaisers Geburtstagsfeier der Garnison.
Am Freitag abend 7i/2 Uhr ist Abmarsch des Zapfenstreiches von der neuen Kaserne. Derselbe nimmt folgenden Weg: Licher Straße, Moltkestraße, Ost-Anlage, Walttor- straße, Marktplatz, Mänsbnrg, Seltersweg, Süd-Anlage bis .zur Wohnung des Regiments-Kommandeurs, wo einige Stücke gespielt werden und der Zapfenstreich geschlagen wird. Von dort bewegt sich der Zapfenstreich durch die Bismarckstraße, Ludwigstraße, Kaiser-Allee nach der städtischen Kaserne, wo er endet.
Der 27. Januar wird eingeleitet durch das „Große Wecken", Abmarsch 7 Uhr norm, von der neuen Kaserne. Tas Wecken nimmt denselben Weg wie der Zapfenstreich. Um 8 Uhr norm, wird von dem «stadtkirchturm ein Choral geblasen.
Nach den Festgottesdienstenin bett Gotteshäusern der verschiedenen fronfef tonen findet gegen 11 v2 eine Parade des Regiments auf Oswalds Garten statt, der zu diesem Zweck von 10i/o Uhr ab abgesperrt wird.
Tie Parade loirb von Oberstleutnant Heuer befehligt und vom Regiments-Kommanbeur abgenommen. Es haben hiermit bic Spitzen der Behörden und die Militärvereine Einladungen erhalten. Nach der Parade findet große Paroleausgabe auf Oswalds Garten statt, währenddessen die Regimentskapelle mehrere Stücke spielt.
Um 4 Uhr nackM. versammelt sich das Offizien Earps in dem provisorischen Offizier-Kasino zu einem Feste s f e n. Abends finden in zahlreichen Wirtschaften der Stadr bic Kompagniefestlichkeiten statt, die erst am frühen Morgen des nächsten Tages ihr Ende finden.
*
•• Ordensverleihungen. Gelegentlich des d:e§- jährigen Ordensfestes ist dem Oberstleutnant Heuer im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) der Kronenorden 3. Klaffe, de>n Lazarctt-Unterinspektor Werde und dem Unterzahlmeister Witting, Inf.-Negiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen morden.
** Konzert-Verein. Der am nächsten Sonntag, 2 8. Januar, in der neuen Aula stattfindende Solisten- abend bietet durch die Persönlichkeit der Künstler und die Eigenart und Vielfettigkeit der Darbietungen chesondere Anziehungspunkte. Der Meiftertenor Felix Sen ins ist für Gießen eine Neuheit. Sein Name indessen ist allen, die das musikalische Leben der Gegenwart verfolgen, als der
Der Rüdtiitt der Grafen Aehrenlhal.
Seit mehreren Wochen tobte um bie Person bes Leiters I der österreichisch-ungarischen auswärtigen Politik, Grafen | Aehrenthal, ein erbitterter Streit. Alles mögliche wurde I hervorgehvlt, um feine Stellung zu untergraben, und nun •,cigt es sich, daß es sich um einen totkranken Mann handelt, i oer, an Leukämie leidend, keine Kraft mehr hat, die taufen» I ben Geschäfte zu erledigen, ja, nickst einmal mehr imstande ' 's:, bie ersehnte Reise nach der Riviera anzutreten.
Erst künftigen Zeiten wirb es Vorbehalten fein, Klarst zu bringen in das Walten unb Wirken bes Grafen Aehrenthal, über besten Bewertung sich jetzt Oesterreich- Ungarn in Lwei feindliche Lager spaltet. Ter Ursprung 1 des ganzen Zwistes scheint zu liegen in der von Aehren thal befilrivorteten Entlassung bes Generalstabschefs von oötzenborsf, bie Aehrenthal gegen ben Willen bes Thronfolgers, Erzherzogs, Franz Ferdinanb aus Rücksicb- -Klen bes Friedens mit Italien beim Kaiser durch- zusetzen wußte. Das zog ihm den Haß der klerikalen Belvedere-Partei unb der striegspartei zu, die nicht müde wurden, bie Verdienste, die sich der damalige Baron Aehren- . thal durch die Angliederung Bosniens unb ber Herzegowina | um Oesterreich Ungarn erworben hatte, herabzusetzen. Hieß cs doch: Nicht ber „Bismarck Oesterreich-Ungarns", wie man Aehrenthal damals nannte, sei die Triebkraft für bie uktive Politik bet Donaumonarchie gewesen, fonbern er fei ' mir ins, Schlepptau genommen vom Erzyerzog-Thronsolger unb bem E)cmeralstabschef Konrab v. Hötzendorsf. Und wenn ti man in ber Balkanfrage etwas zuruckgeht, so finb bie I *lriber Aehrenthals beflissen, ihn danach zu fragen, wo st heim eigentlich bie Sanbschalbahn bliebe, Die ben Bruch ; des Mürzsteger Abkommens mit Rußland zur Folge hatte, '5 unb bereu Bau Aehrenthal jetzt nicht mehr burch^ufetzen ver- möge, obwohl boch an ber Konkurrenzbahn Der Donau* 'Löriabapn schon eifrig gearbeitet würbe.
Konstruiert man so auf bem Balkan eine biplornatische Niederlage Aehrenthals, bic augenblicklich auch zu einer 1 kriegerischen geworben wäre, wenn Deutschland nicht fein * Mnnfc-3 Schwert in bic Wagschale geworfen hätte, so zeiht • turn den Grafen Aehrenthal auch der Undankbarkeit ‘ gegen Deutschland wegen seiner Haltung bei der ? llaroftofragc. In ber Tat ließ ja auch die Haltung des Grafen das Gefühl ber Wärme für Deutschlanb vermissen, ün Oesterreich-Ungarn aber verhält man sich jetzt gegenüber Aehrenthal so unlogisch wie möglich. Tenn wenn seine ^einbe, zu benen vor allem die Klerikalen gehören, bie mit bem vatikanfeinblichen Italien nur zu gerne einen i Scieß vom Zaune brechen möchten, ihm weiter zum Vorkurs madjen, daß wegen seiner deutschfreundlichen stPolitik die neue österreichische Anleihe von Frankreich verweigert wurde, —• wo bleibt da, wo sie Aehrenthal doch gleichzeitig ber Gleichgültigkeit gegenüber Deutschlanb be- ■ schuldigen, eigentlich die Logik? Und wenn man weiter, auch in Blättern des deutsch-nationalen Verbandes, davon spricht, daß die gesellschaftlichen Beziehungen zwischen "jehrenthal und bem beutschen Botschafter v. Tfchirfchky |iliü> Bögenborff nicht so währen, wie das bas Bundes-, «erhältnis -,toifd)€n den beiden deutschen Kaisermädsten verlangte, so ist diese Befd)uldigung doch eigentlid) recht töricht, fveil sich persönliche gegenseitige Sympatlfie nicht erzwingen Ifijjt. Wie mandjer muß nicht im bürgerlichen Leben mit einem ihm durchaus unsympathischen Kollegen Zusammenarbeiten, und doch geht die Arbeit rüstig von statten, wenn nur beide das gleiche Ziel vor Augen haben unb sachlich qerriigenb geschult finb.
Aus Hessen.
bs. Darmstadt, 25. Jan.
Sitzung bc3 Watzlprufung-ausschufse-.
xfa der heutigen Sitzung des Wahlprüfungsausschufses dorde über bie Wahlproteste gegen Wolf-Stadecken nrb S d) o 11 verhandelt. Den Vortrag über den Wahlprotest )tjen Wolf hatte der Abg. Lang. Es wurde festgestellt, (B die zuerst eingegangene Retlamatton jeder Begründung vlbehre. In ber zweiten Anfechtung, die gegen Wolf vor- it^t, sollen von der Regierung nod) einige Erhebungen tgestellt werden. Uebcr die Wahl des Abg. Schott soll i.nsalls nod) über einige Punkte Klarheit geschaffen wer- tii. Ter Wahlausfck)uß ist aber der Meinung, daß beide -Sifjlen als zu Recht bestehend anerkannt werden dürsten.
Sitzung des Finanmnsfchusies.
In bei- heutigen Sitzung bes Finanzausfd)uffes würbe ®> ö»er .Hauptsache über die Grube Ludwigshoffnung ltr:h»2pdelt. Besonders wurde die Errichtung einer Bri- ettfabrif unb eines Elektrizitätswerkes be-
eines Auserwählten bekannt. Auf den borjahrigen großen Musikfesten sn Düsseldorf unb Görlitz lptt Senins oas Hauptinteresse auf sich zu lenken unb für sidi zu erhalten verstanden. An ber vorbildlichen Stätte deutscher Musikkultur^ im Leipziger Gewandhaus, in Berlin, Hamburg, auf dem nicderrheinifchen Musiksest zu Köln im Jahre 1910, im Dresden, Wien, Paris, London und wo er sonst austrat, hat er überafi die Palme baoongetragen. Ein würdiger Partner und selbst eine hervorragende Gesangskünstlertn ist Fran Clara Senius-Erler. Sie hat, wie die musikalische Kritik hervorhebt, nicht nur eine reizende Stimme, sondern gilt aud) durch die feinfühlige Art ihres musikalischen Bor- trags als eine treffliche Sicbcrfängcrin. Tas Programm ist so zusammengestellt, daß beide Künstler sowohl einzeln, als auch im Zusammenklange ihrer begnadeten Stimmen, in Duetten, zur Geltung kommen. Eine weitere Abwcd>ielung des Programnts bilden die Cello-Borträge des Königlichen Hofkonzertmeisters Professor Georg Wille ans Dresden. Er wird u, a. Bachs Sarabande und eine herrlich-sd)öne! Sonate von Pietro Loeatelli, einem alten ita(i;ni|d)en Meister des 17.-Jahrhunderts, spielen, dessen Komppsitioncn in den letzten Jahrzehnten durch Neuausgaben wieder zu- gänglid) gemacht wor'oen sind. "Tie Werke geben Professor Wille Gelegenheit, neben seiner vollendeten Technik vor allem die Schönheit und Fülle des Cellotones $u zeigen. Cs gibt nur wenige Cellisten, die über einen so vollen, empfindungsvollen Ton verfügen unb die so mit Ausdruck zu spielen verstehen lvie der hier übrigens zum ersten Male auftretende Professor Wille. Mles in allem, eine Fülle auserlesener Genüsse unb die Aussicht auf einen Abend, ber bei ber Gesamtheit der Zuhörerschaft künstleriichen Gefallen zu erwecken in hohem Maße geeignet fein dürste.
" Allgemeiner St a a t ö e i f e n ba h n o e r e m. Am Samstag, 17. Februar, findet im hiesigen Stadttheater eine S o n b e r v o r st e l l n n g für den Allgemeinen Staats» eiienbabnoercin statt. Zur Aufführung gelang das Lustspiel ,Di e ?lhnengalerie".
Srarkenvurg nnv Rhein Hessen.
m. Offenbach, 25. Jan. In ber heutigen Sitzung bet Stabtverorbneten wibmete Bürgermeister Tr. D u l 1 o bem verstorbenen Oberbürgermeister i. P. Wilhelm Brink einen ehrenden Nachruf. In ber nichtöffentlichen Sitzung würbe Betriebsingenieur Oetken-Mainz zum Gasbirektor gewählt.
(Eine seltsame Geschihte.
§ Berlin, 25. Januar. , Nachdem bie Ortsbesichtigung unb die Zeugenvernehmungen in bem Prozeß gegen Frau Behm und Brunnenbauer Kolbe wegen Tötung des Ehemannes Behm nichts wesentlich 9ceues ergeben hatten, begannen heute die Plädoyers. ,
Ter Staatsanwalt ging zunäck,st auf die wiederholten Ermittelungen in der Sache ein unb betonte, baß bereits früher ein Verfahren gegen die beiden Angeklagten anhängig gemacht war, das aber wieder eingestellt und später wiederum ausgenommen wurde, nachdem sich das Anklagematerial genügend verdichtet hatte. Der Staatsanwalt weist daraus hin, daß die Lage der Geschworenen eine sehr schwierige sei, weil die Leiche des ver- sckiwundenen Behm bisher nicht gefunden werden konnte und weil sich die Voruntersuchung deshalb so schwierig gestaltete und sich in bie Länge zog, weil bie an geklagte Frau Behm stets auf jede Frage eine Antwort bereit hatte. Der Antrag des Staatsanwalts geht dahin, den Angeklanten Kolbe des Totschlags, die Frau Behm der Begünstigung b s Kolbe zu d-m Verbrechen schuldig zu erklären. Der Staatsanwalt tarn zu dem Schluß, daß aus den Indizien mit zwingender Notivendigleit gefolgert werden müsse, daß Kolbe zivei Schüsse aus Behm abgegeben hat. Ein Beweis für einen Mord konnte nicht erlangt werden. Jnbezug ach mildernde Umstände wies er namentlich auf die schiveren Vorstrafen Kolbes t)in und betonte, daß für mildernde Umstände gar keine. Veranlaisung vorliege.
Rechtsanwalt Dr. Schwindt als Verteidiger Kolbes führt aus: Tie den Geschworenen gestellte Aufgabe ist nicht, wie der Staatsanwalt bemerkte, sckßver, sie ist unmöglich zu lösen. Möge das. Urteil ausfallen wie es wolle. Das Geheimnis von Dabendorf wird durch die vorgebracksten Beweise nicht gelüftet. Ter Beweis, daß der Ehemann Behm gewaltsam zu Tode gebracht worden ist, kann auf Gruird der neuen Beiveisführung ebensowenig als erbracht angesehen werden, wie der Beweis dafür, daß Behm überhaupt tot ist. Behm war wegen Mißliandlung seiner Frau bereits vorbestraft, hatte also sehr wohl im Falle einer Anzeige eine neuerliche Bestrafung zu erroarten. Ob Behm getötet, ob er eines natürlichen Todes gestorben, verunglückt ober geflohen ist, vermag mit Sicherheit niemand zu sagen. Tie Geschworenen haben eigentlich gar nichts, worauf sie ihr Urteil aufbauen können: Indizienbeweise haben immer ihre Gesahren. Tie Widersprüche in den Aussagen der Angeklagten sind infolge der langen Zwischenzeit nur natürlich. Die einzigen als belastend anzusehendcn Aussagen der Zeugen .Dienand und Schaumann sind mit großer Vorsicht aufzunehmen: Dienand war mit Behm verfeindet, Schaumann hat seine Ansicht überraschend schnell geändert. Der Verteidiger schließt mit der Bitte, seinen Klieitten frei;usprechen.
Sodann sprach ber zweite Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Fürle für Frau Behm, ber bie einzelnen Punkte der Anklage gegen feine Mandantin zu widerlegen versucht unb ebenfalls Freisprechung beantragte.
Beide Angeklagte wurden freigesprochen unb die Kosten des Verfahrens ber Staatskasse auferlegt.


