Ablehnung der jetzigen Vorlage würde u. E trotz mannigfacher Begründung doch nicht das Verständnis in den beteiligten Kreisen finden, wie man vielleicht erwartet . . .
Tabei geben wir uns zugleich der Hoffnung lnn, daß die ,¥rage einer füniprozentigcn S teuer erhö nun g und Die Sonderbelastung Der Gemeinden für die 'Jliifbeiierung der Lehrergehälter zum mindesten im Ausschuß eine ruhige unb sachliche Beratung finden werden. Glauben die Stände, diese Forderungen zur Tcclung der neuen Ausgaben im Jntcrcsic des Landes nicht anuehmen zu können, so mögen sie mit anderen besseren Vorschlägen kommen, unseres Wissens haben sich aber kne Kritiker der Vorlage hierüber bisher noch ausgeichwiegen, vielleicht schasst aber die gemeinsame Arbeit zwischen Regierung und Abgeordneten im Ausschuß eine neue Deckungsbasis, damit auch diese unangenehme Klippe glücklich umgangen wird, ebenso wie die, daß man in parlamentarischen Kreisen der bisher so eindringlich geforderten und in der Regierungsvorlage auch enthaltenen Verknüpfung des Beamtengesetzes mit der Schuldentilgung ablehnend gegenübersteht. Wir wissen nicht, woher diese plötzliche Abneigung gegen die Tilgung der Staatsschuld vom 1. s?5vril b. 3. ab stammt, wir möchten aber bar aut Hinweisen, baß biefe Frage insbesonbere im letzten Lanbtagswahlkampl eine große Rolle gespielt hat. Jedenfalls waren sich die bürgerlichen Kandidaten in der Uebcrzcugung von Der Notwendigkeit der gemeinsamen Erledigung beider Gesetze einig unD es müssen deshalb wohl besonders schwerwiegende Griinde «ein, die in dieser Ansicht jetzt eine Wandlung Haden eintreten lassen. '
Aus StaM unb <anb.
Gießen, 25. April 1912.
— Neue Zugverbindungen. Zu der Mitteilung ibec „Neue Zugverdmbungen" in Blatt 2 der Nr. 95 wird un§ geschrieben, daß nicht nur der ReichstagSabgeorbnete Dr. Werner, sondern auch LandtagSabgeorbneter Ur stobt sich für die Aenberung beS Fahrplanes ber ßumbotol- Bahn bemüht hat. Westen Bemühungen ber Erfolg hauptsächlich zu danken ist, daraus kommt es nicht an. Die Haupt- fache ist, daß ein Wunsch von Hunderten von Arbeitern, den sie schon lange bei allen Instanzen vergeblich oorgetragen hatten, endlich erfüllt ist.
"JubiläumS-Gauturnfest Gießen 1912. Für den Mastenchor, der an einem der Festabende in der Fefthalle singen wird, haben folgende Gesangvereine ihre Mitwirkung zugesagt: Bauer'scher Gesangverein, Gesangverein Gemütlichkeit, Maschinenbauer-Gesangverein, Harmonie, Heiterkeit, Sängerchor des Turnvereins, Lieberkranz und Sängerkranz, Die Gesangsproben werben im Laufe der nächsten Woche beginnen.
" Ein Bezirkstag des Hassia bezirks Gießen findet nächsten Sonntag im Felsenkeller statt. Zur Beratung steht u. a. die Sammlung von ßriegserinnerungen auS 1866 und 1870/71, Jugendfürsorge und Jungbeutschlanb-Rewegung. LanbtagSadg. Le un- Großen-Linben hält einen Vortrag über Veteranenfürsorge und Veteranenbadekuren.
•• A lko hol bekam psung. Eine Schaufen st er- ausstellung ist gegenwärtig in der christlichen Buchhandlung Neuenweg 8 zu sehen, die auf Veranlassung ber hiesigen kirchlichen Vereinigung zur Bekämpfung bc8 Alkoholelends gemacht ist. In Wort und Bild werben ba die sittlichen, gesundheitlichen unb volkswirtschaftlichen Gefahren des Alko- holismus vorgeführt unb auf die Mittel zur Bekämpfung betz dadurch entstehenden Elends hingewiesen.
** Post-UeberweisungS- und Scheckverkehr. Das hessische Ministerium der Finanzen hat bestimmt, daß künftig bei Einzahlungen auf das Postscheckkonto einer Hess. BezirkSkasse mittels Zahlkarte von den Schuldnern eine Gebühr von 10 Pfg., statt seither 5 Pfg., für je 500 Mk. ober einen Teil dieser Summe mit einzuzaklen ist.
Kreis Büdingen.
-- Büdingen, 23. April. (Gemciinderatssitzung.) Anwesend: Bürgermeister Fendt, Beigeordneter Dotter, 8 Gemeinderatsmitglieder unb Kammerdirektor Tr. Weimer als Vertreter des Fürsten. Tas Kreisamt war burch Regierungs-Assessor Stumpf vertreten. Ms Sachverständiger Kreisstraßenmeister Straub. Tie Erbauung der Leichenhalle steht in innigem Zusammenhang mit bet Vergrößerung des Friedhofs; die Frage beschäftigt schon beinahe 10 Jahre den Gemeinderat. Ter Friedhof ist Eigentum der Präfenzstiftung unb wirb burch die sürstl. Renlkammer als Oberverwaltung dieser Stiftung verwaltet. Diese gestattet nicht, daß die Leichenhalle auf dem jetzigen Friedhof erbaut wird. Ter Vertreter des Kreisamts gibt in längerem Vortrag eine Uebersicht über die schon jahrelang geführten Verhandlungen. Interessant ist, daß im Jahre 1850 schon ein Prozeß zwischen Stadt unb Präsenzverwaltung anhängig war, ber 1855 durch einen Vergleich beendigt wurde, der die Verwaltung in den Stand seht, die Erbauung auf dem jetzigen Friedhof nicht zu gestatten. Zum Schluß »reist der Vortragende darauf hin, daß es unter allen Umständen geboten Jei, wenn die Stadt Büdingen, die für sonstige Einrichtungen in anerkennenswerter Weise viel auf» wende, auch endlich hier Wandel schaffe und zum Bau einer Leichenhalle schreite, ganz besonders macht er auf die Verlegenheiten aufmerksam, die bei Eintritt von Unglücksfällen, Verbrechen ober Epibemien ber Stadt und namentlich der Bürger» meiftcrei bei Fehlen der Leichenhalle entstehen können. Ter Gemeinderat ist einstimmig der Ansicht, daß die Leichenhalle gebaut werden muß und beschließt demgemäß. Die Platzfrage ist jedoch die Hauptsache. Um sich die Möglichkeit offen zu halten, den Friedhof nach Norden und Westen vergrößern zu können, wird von der Aufsickitöbelwrbe empfohlen, den Bau außerhalb des heutigen Friedhofs an ber nordwestlichen Ecke der Umfassungsmauer zu errichten. Dieser Vorschlag findet nicht die Zustimmung des Gemeinderats, weil die Anlage eines Weges, der das Vorfahren des Leichenwagens gestattet, schwierig ist und die Einführung von Wasser- und Kanalleitung größere Kosten verursacht. Am geeignetsten für den Bau wird das auf der linken Seite des FriedbofseingangS gelegene, der Präsenz gehörige Grundstück gehalten. Kammerbirektor Tr. Weimer gibt als Vertreter der Verwaltung die Erklärung ab, daß der Abgabe des benötigten Geländes nichts im Wege stehe unb die Stadt es zu einem billigen Preis erhalten könne. Es ivird Ortsbesichtigung beschlossen, die Mittwoch, 1. Mai stattfinden soll. Gemeinderat Wittekind empfiehlt, die Halle mehr rückwärts zu stellen. Ter Vorschlag findet keine Unterstützung da die Anlage immer wieder wegen der Wegverbiltnisse unb Zuführung von Wasser- unb Kanalleitung teurer würbe, auch ist man ber Ansicht, baß die X)aUe, wenn sie in äußerlicher Form schön errichtet wird, durchaus nicht mißständia empfunden werden könne. Gemeinderat Nullmann empfiehlt den Ankauf des ganzen Gartens. Ter Sachverständige glaubt, daß die Anlage ohne Bauplatz- erroerbung auf 5000 Mark komme. — Tem Tackideckermcister Glanz wird die Erlaubnis erteilt, daß er sein neu zu erbau.ndes Wohnhaus nicht zweistöckig errichten muß, unter der Bedingung, daß ein Vorgarten angelegt wird — TaS Gesuch deS Wilhelm Breidenbach, ber das vor feinem Hause liegende Trottoir als sein Eigentum beansprucht und zur Legung bezw. Aufstellung von Gegenständen benutzen will, wird abgelefmt
KrciS Alsfeld.
♦* Wegen des Verkaufs des siSkalischen Hof- outes Neu-Ulrichstein, in dem lieft die Arbeiter'Kolonie befindet, schweben seit längerer Zeil Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Verein zur Bcsckiäftigung Arbeitsloser, bic nunmehr zum Ziel geführt haben. Der 2. Kammer ist darüber
folgende Vorlage zugegangen: Das Ho f gut Ne u - U lrick - itein ist seit 1885 an den ..Verein für das Aroßherzogtum Hessen unb bie Provinz Hessen-Nassau zur Beschäftigung Arbeits loser" gegen ein jährliches Bestandsgelb von 2371,-3 Mk. verpachtet. Der Verein laßt es für. feine Rechnung durch die Dort untergebrachten Arbeitslosen bewirtschaften. Der Verein wünscht nunmehr das Gut käuflich zu erwerben. Als Kaufpreis wurde der Betrag von 1 1 5 000 Mk. vereinbart. Die Uebergübe soll am Ende der laufenden Pachtperiode, d. i. am 1. Januar 1916 erfolgen. Das Öofgut umfaßt 66,0813 Hektar Aecker, 28,9319 Hektar Wiesen, 0,4352 Hektar Garten» gclande, 0,0953 Hektar für Stall und Hof und 0,7986 Hektar für bie Hofreite. Zur Zeit ber Pachtübemahme war der Werl der Gebäude in der Brandversicherung auf 39 850 Mk. veranschlagt, war aber tatsächlich viel geringer, da die Gebäude sich in einem mangelhaften Zu stand befanden. Der Verein mußte daher erhebliche Mittel zur Herstellung der Gebäude aufwenden. Wenn der Wert ber Gebäude sich jetzt auf 148 520 M. beläuft, so hat der Verein den Mehrwert selbst geschaffen. Aehnlich verhält .es lieft mit Wiesen und Feldern, die durch die vorzügliche Bewirtschaftung erst höherwertig geworben sinb. Bei dieser Sachlage ist der Wunich des Vereins als berechtigt anzuerkennen, dieses von ihm in die Höhe gewirtschaftete Gut käuflich zu erwerben. Der vereinbarte Kaufpreis von 115 000 Mk. wird bei 3»/? Prozent e*ne Zins einnahme von 4025 Mk. für die Staatskasse erbringen. Tem gegenüber beläuft sich nach Abzug der dem Fiskus cbf*cgenben Bauunterhaltungskosten, Steuern usw. der bisherige Nellopacht ertrag nur auf 1500—1600 Mk. Der Staatskasse tarne also nach dem Verkauf eine um 2 4 0 0—2 5 00 M k. höhere Ren te zu. Es besteht hiernach kein Bedenken, dem Wunsche des sozial segensreich wirkenden Vereins zu entsprechen. Mit Ermächtigung des Großherzogs richtet daher bas Ministerium «ber Finanzen an bie Stände das Ansinnen, dem Verkauf des Hofgirtes Neu- Ulrichstein um den Preis von 115 000 Mk. zuzustimmen.
w. A1 s f e 1 b, 23. April. Zu Beginn ber heutigen Stabt- vorstanbssitzung gab ber Vorsitzenb: ein Schreiben des Gs- schichts- und Altertumsvereins Alsfelb bekannt, in dem der Verein der Stadt Alsfeld seinen Dank ausspricht für die gewährte Unterstützung zur Herausgabe der Festschrift über das Rathaus. — Die Stabt hat btei weitere Grundstücke ^um Zwecke der Verwertung bei der Feldbereinigung erworben. Die bereits erfolgte Verpack? tung dieser Grundstücke wurde genehmigt. — Ter Ziegen- zuchlverein hatte darum nachgesucht, ihm die Gras Nutzung int fogenannten Ziegengraben zu überlassen. Dem besuch soll ftattgegeben werden gegen einen Pachtpreis von 25 Mk. jährlich und unter der Bedingung, daß eine Weiter Verpachtung nicht stattfindcn darf. Wenn mit dem Hüten der Ziegen bis zum 1. Juni l IS. nickst begonnen ist, fällt die Grasnutzung an bie Stabt nxr anbertociten Verpachtung zurück. — Gemäß dem Vor schlag ber Wasserwerkskommission wird beschlossen, wie im^ Vorjahre von jedem Wassergartenanschluß ohne Rücksicht auf Lage und Größe des Gartens eine 9£bgabe von 3 Mk. sest- Lusetzen. — Durch besondere Unterschrift wurden die Dakanzüber- ickstisse erledigter Schulstellen aus dem Rechnungsjahr 1911 genehmigt. — Der Vertrag mit dem neu angestellten Wasenmeister Bruno Herrmann wurde ebenfalls genehmigt. — Gemäß 8 ? der Ortssatzung über di^ Entnahme von Wasser aus der städtischen Wasserleitung, wonach über Wasserverbrauch von mehr als 5000 Kubikmetern der Rabatt durch besondere Vereinbarung feftzustellen ist, wurde derselbe für den Wasserverbrauch des Elektrizitätswerks auf 50 Prozent auf der Grundlage der vor- ausgehcnden Staffel festgesetzt. — Nachdem durch den nach der Holst führenden Strang ber Wasserleitung eisenbahnfiskalisches Gelänbe burchschnitten werden mußte und hierzu die Genehmigung ber Eisenbahnbehörbe einzuholen war, machte letztere zur Be- bingung, daß Schu tzrohre unter dem Viadukt anzubringen seien. Nach einem Gutachten war jedoch diese Maßnahme nickst erforderlich. Die Eisenbahnverwaltung ging indessen von der gestellten Bebingung nicht ab unb es würbe nun heute, um weiterem aus dem Wege zu gehen, beschlossen, dem Verlangen zuzustimmen. Der Vorsitzende betont das von dem Betriebsamt Lauterbach unb ber Eiscnbahnbirektion in dieser Angelegenheit gezeigte, wenig entgegenkommende Verhalten; auf der anderen Seite werde aber die Stadt stets um Entgegenkommen angegangen. Der vorgelegte Anerkenntnisvertrag würbe genehmige. — Das Gesuch des Heinrich Daub um Dispens zur Herstellung einer Einfahrt für feinen Neubau am Schwabenröderweg wurde zur Genehmigung befürwortet. — Das Gesuch des Otto Rudlos um Abtretung von Gelände zu Bauzwecken in der Alicestraße wird nach der vorgelegten Skizze genehmigt unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der Gesuchsteller dem Gemeinderat ein Mitbeftimmungsrecht bei Ausgestaltung der architektonischen Formen des zu errichtenden Neubaues einräumt. Das Straßenbild darf durch den Anbau an bas bereits bestehende Wolpihaus des Gesuchstellers nicht verunstaltet werden. Das Gelänbe wird gegen Erstattung des Einkaufspreises abgegeben; die entstehenden Kosten soll Herr Rudlos tragen. — Ein Gesuch wegen Uebcrbrüching des Mühlgrabens wird genehmigt. Es dürfen hierbei jedockf feine Bäume gefällt werden; die Pfeiler müssen mit Zementmörtel hergestellt werden. — Das Gesuch bes stäbtischen <8 au beamten Rub. Eckhardt um Erlaubnis zur Erteilung von Unterricht an der Sonntagszeichenschule wurde genehmigt. — Die Holzversteigerung in der Strinkaute wurde genehmigt; ebenso die neue Kaiitionsleistung des Stadtrechners. — Zum Schlüsse ber Sitzung teilte ber Vorsitzenbc noch mit, baß eine Automobilverbindung zwisck-en den Orten Alsfeld — Romrod — Nieder-Breidenbach — O ber-Br eiben bach— Windhausen — Groß-Felda — Ermenrod — Ehringslwusen — Kirtorf — Ober-Gleen — Angenrod — Leusel — Alsfeld projektiert sei. Mit einer Unternehmerfinna sowie der Ober-Postdircklion Darmstadt seien Verhandlungen eingeleitet.
Kreis Scholten.
-r. Ulrichstein, 24. April. Die Influenza trat in letzter Zeit sehr stark hier auf. — ES ist auch jetzt auf ben Höhen deS Vogelsberges Frühling geivorben. 9luf Dein Felbe hat man mit ben Arbeiten begonnen. Tie Winter- irucht steht sehr schön. Die Johannis- unb Stachelbecr- ilräucher, die eben ins Blühen kommen, versprechen einen reichen Ertrag, wenn kein Frost mehr eintritt.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 23. April.
Zum Di eb wurde der Kuhschweizer Th. H. aus Nirschau in Böhmen, weil er aus seiner Notlage herauskommen wollte. Aus einem Krankenhaus entlassen, wohnte er im Februar d. I. in einer Wirtschaft in Friedberg, bis sich ihm eine Stelle barböte. Da er keine fanb unb mit ber Miete in Rückstand kam, faßte er den Entschluß, in der Wirtschaft wohnende Arbeiter zu bestehlen. Unter einem Vorwand ließ er sich von dem Dienstmädchen den Zimmerschlüssel geben und erbrach die verschlossene Kiste eines Arbeiters. Er entwendete aus ihr eine silberne Uhr mit Kette im Wert von 29 Mk. Aus der offen stehenben Stube eines anberen Arbeiters stahl er rin Paar Schuhe unb Gamaschen. Der aus dem Erlös ber Gegenstänbe gewonnenen Gclbmittel erfreute er sich indes en nicht lange, da seine Verhaftung alsbald erfolgte. Er ist im wesentlichen geständig und muß sich wegen schweren unb einfachen Diebstahls einer Gefängnisstrafe von drei Monaten unb einer Woche unterwerfen.
Auf den Ueberbringer eines amtlicheii Schriftstückes, den Postboten D. in Friedberg, entlud sich ber Zorn ber bereits mehrfach vorbestraften Witwe P. B. in Friedberg. Sie ist deshalb wegen tätlicher Beleidigung vom 5d)ö’fengerid’i Friedberg mit einer Woche Gefängnis bcurast worben. Die Strafkammer erkannte aus Verwerfung der Berufung.
Strafumwandlung
erzielte mit seiner Berufung gegen eiu schöfiengericktliches Urteil ber Bäckermeister L K. zu Bielen. Im Oktober vorigen Jahres lag er argen 7 Uhr morgens im Darteiaal bes hiesigen Bahn- ho|s aus einer Bank unb schlief. Aus seinem Schlummer wurde er von bent Bahnhossvortier U. aufgeweckt, weil biefer meinte, K. wolle vielleicht mit bem nach Köln abgehenben Zuge fahren.
Ter Angeklagte nahm aber die Fürsorge sehr übel auf jinb be- kibigte ben Beamten burch unflätige Aeußerungen. ^.as ^cköisen- gerieftt hatte wegen Beleidigung aut fünf Tage Gefängnis erfannr; bic 5tra fammer hielt ihm jeboch feine Angetrunkenheit und Reizbarkeit zu gute unb setzte anstelle der Freiheitsstrafe eine Geldstrafe von 30 Mk.
Schlecht belohnte Gastfreundschaft.
Der mehrfach vorbestrafte Fuhrmann W. W. von BernSjeld hatte in ber Nacht vom 5. auf ben 6. Februar bei dem ihm bekannten Mohlenarbeiter M. H. in Gießen Unterkunft gefunden. Als sich H. am nächsten Morgen auf die Arbeit begeben -hatte, stahl ihm W. bie Taschenuhr unb einen Gelbbetrag AlS Strafe würben ihm vier Wochen Gefängnis zuerkannt, bic iubessen burch bie erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden.
Erfolgreiche Berufung.
Tie Ehefrau S. W. in Bab-Naubeim wurde auf ihre Berufung von ber An Nage beS Tiebstahls freigesprochen. Sie sollte ich bic Tauben eines alten Krautfäßchens, bie in bent Borkeller des von ihr bewohnten Hauses lagen, angeeignet unb als Feuerungsmaterial verbraucht haben.
UniDcrfitäts*Macbrid?tcn«
— In Rostock ist am 23. d. M. d. a. o. Pros, für Ghirurgü an ber bärtigen Universität, OHerrnedizinalrat Dr. meb. Theodor Gies, im 69. Lebensjahre gestorben. Er ftamnue aus Hanau.
— Der bekannte Mathematiker, Geh. Hofrat Universüäts- Professor Dr. Paul Gordan in Erlangen vollendet am 27. d. M. das 75. Lebensjahr.
— Am 22. April starb in Magdeburg der Geheime Mcdi- zinalrat Prof. Dr. meb. Hch. Unverricht, 1892—1911 Direktor ber stäbtischen Krankenanstalt Magbeburg - Sudenburg im 59. Lebensjahre. Prof. Unverricht war früher Dozent an der Universität feiner Vaterstadt Breslau, bann a. o. Professor in Jena unb 1888—1892 Orbinarius und Direktor ber medizinischen Klinik in Dorpat.
— Warrenpreis. Das Massachusetts-General-Hospital erläßt bie Aufforderung zum Wettbewerb um den Warrenpreis, den Dr. I. Mason Darren zur Erinnerung an seinen Vater gestiftet hat. Es soll 1913 die beste eingereichte Arbeit aus bem Gebiete ber Physiologie, Chirurgie ober Pathologie gefrönt werben. Die Arbeiten können deutsch, französisch ober englisch geschrieben sein und müssen bis zum 14. April 1913 an das Hospital in Boston eingereicht werden. Der Preis beträgt 500 Dollar. «
OaitdeL
An? ber Tabafi 'bnfttte.
Die Lohnstatistik der Tabakberufsgenossenschast für daL Jahr 1911 beweist, daß sich die deutsche Tabakindustrie von bem Schlag-', der sie mit ber neuen Tabakwert- [teuer getroffen hat, nur sehr langsam erholt. Die Zahl der Vvllarbeiter ging von 171126 im Jahre 1908 auf den Tiefstand von 161311 im Jahre 1910 zurück, uiü> hat im Jahre 1911 mit 167 767 Arbeitern noch nicht wieder die alte Höhe erreicht. Dabei ist zu beacksten, daß auch eine der Bevölkerungszunahme entsprechende Steigerung ausgeblieben ist. Die Bevötterungszunahme hat gerade nur ausgereickt, ben jewigen Konsum bem Konsum vor vier Jahren wieder zu nahem. Die im Jahre 1908 bezahlte Lohnsumme, welche im Jahre 1910 um 6 Millionen Mark zurückgegangen war, wurde im Jahre 1911 wieder erreicht, da infolge der allgemeinen Teuerung Löhne und Gehälter gestiegen sind. Der nicht versichemngspflichtige Teil der Tabakarbeiter unb -Arbeiterinnen ist aber in dieser Statistik noch nicht erjaßl Der Rückgang der Beschäftigung ist bei diesen weit^größer, als bei den ständigen Tabatarbeitem, welche bie Statistik umfaßt, denn bei Ärbeitsmangel werden bie Saisonarbeit ter zuerst arbeitslos
Märkte.
F. 0. Wiesbaden. D lebh of-Mark Ibericht vom 83. April. Antrieb: Rinber 12 (Ochsen 61, Bullen 0, Hüfte 41), Kälber 855, Schaie 1, Schweine 533.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe, Schweine mäßig rege.
Preis <ür 100 Bkb, Lebend- Schlacht
gewicht Ochsen Mk. Mk.
Pollstestcbige, oliSgemästele, höchsten kchlacht-
roerte4 nn Alter von 4-7 Jahren ... 53—66 95—100 Tie noch nicht gezogen haben <nngejocht) . . 68-66 93—100 ^unae, fleischige, nicht auigemäftete und ältere
auSgemäuetü 43—61 88-93
Mäßig genährte junge, gut genährte ältere . - 43—46 80—88 '■bullen.
Dollsleischige, xju«geio, höchsten Schlachtw. . . 46 —48 76—80
Bollflelschige, jüngere 42—46 70—76 bar: en. R ü ft •.
Vollsleischige auSgentaftete Färsen höchsten
Schlacht'verles 49 -55 87 —98
4 oUfleischlge auSgemäslete Kühe höchsten
Schlachtiverte» dis zu 7 Zähren 43—45 79—83
Wenig gut eutividelte Zarsen 44—48 85—92
Aettere ouSgen,ästete Hüfte und wenig gut ent- ivideUe lungere Hüfte 86—41 66—76
Mäßig genährte Hüfte und Färsen 32—85 64—70 it ä l o ec
Feinste Diastkälber 68—70 115—118
Mallere Dian- und beste Saugkälber .... 65—68 108-115 h-erulgere Dlajt- und gute Saugkälfter . . . 58—62 98- 104
iveringerr eaugtalbec 50—66 83 —93
o eft a * *.
Weideniasischake:
Mastlämmer und Dtauhainmel . . .... 42 - 00 86—00
Schwein-.
L-oll fleischige Schweine uon 80—100 kj? Cebtnb- ge'vicht 59-60V, 74—7?
LoUsleisäiige Schweine unter 80kx Lebendgewicht 58-59*/, 73—75 BoUjleischige Schweine von 100—12U kg Lebendgewicht 58-69'/, 74-76
VoUfleljchige Schweine von 120—150 kg Lebend- flcividit 567,-57 72-78
octtidirocine übet 150 kg Lebend gewicht . . 557,-00 71—00
Limburg a. d. Lahn, 24. April. Frucht markt. Durchschnittspreis vro Dialter. Roier Weizen (nafiauUcher) 19,00 Mk, weißer Weizen (anqebaute Frevidlorten) 18,50 Uifw Rom 15/X) l’IU Gerste: uttergerfie 00,00 Dtk., Bra»>gerste 00,00 Dlk. palet H-,60, Mk. < rblen 0,00, Dlk. Hartoffeln h,o0—9,6') DU.
kirchliche Nachrichten.
j$ru<iUi|a)e ticngiuiisgeuuuioe.
Cottcsbienn in Oer Snnagoqe i<suo-'21nlage).
6 a m e t a a, ben 27. Aptil 1912:
Vorab en d: 7.30 Ufte
Diorae » S: 8.30 Uhr. Predigt.
Nachmittags: 4.00 Uhr.
SabbatauSgaiig: 8.30 Uhr.
3$raclitiid)c «eliaionsgefellfchaft.
Gotterdlenft.
Sabbathkeier am 27. April 1912:
Freitaa abend 7.15 Uhr.
^ainstag vormittag 8.00 Uhr.
Lainslag nachmittag 4.00 Uhr,
Sabbat-.'IliSgang 8.30 Ubr.
WochengotteSdienst: DioraenS 6.30 Uhr. - Bom 1. Mai ab 6.00 Ubr.
Abends 8.30 llftc.
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