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23.5.1912 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, 23. IHai (9(2

Erstes Blatt

Nr. 120

162. Jahrgang

Die heutige Nummer umfahr 14 Seiten.

der

drei Finger fehlten.

wie Buddhas Gebeine gefunden wurden.

sich von ihnen, indem sie auch die krumme Linie als Ornament I langen, mühcvollm Versuchen und Übungen, die ein weiteres verwenden. Williamson weist aus den starken Anreiz hm, den Fahr in Amvruch nahmen, waren schließlich foe drei anderen der Totemismus aur Nachahmung von Tieren und Pflanzen bietet,, Mauern des Monumen^ lestgeitellt und die reich Mlt nbenden

Zusammenhang. , ,

Reich ausgebildet sind die Beerdigungs-Zeremonien bei den Mafulus. Währciw die gewöhnlichen Leute in flache Gräber gelegt werden, werden die Häuptlinge nicht unter die Erde ge­bettet, sondern in Bäumen oder auf einer aus Stange» errichteten Flach'orm beerdigt, ahmich wie das bei anderen Pi-gmäenvölkern gcfdicht. Eine andere Sitte, die Williamson bei anderen Pygmäen, ja sogar bei den prähistorischen Europäern nachweisen will, ist die, daß eine Frau, die cm Mmö verliert, sich einen Finger abschneidct. So begegnete der Reisende einer Frau, die ihre Trauer um drei Sprößlinge durch die Verstümmelung ihrer Hand anzeigte, an

Ter Bronzekasten, dessen Metall aus einer Legierung von Kupfer, Zinn, Blei und Eisen besteht, war durch das herabgesturzte Tach der Hammer beschädigt, konnte aber wieder völlig hergestellt werden. Tie drei kleinen Knochensplitter, die das Reliqmar enthielt, sind von der englischen Regierung an buddhiimche Heilig- tümer geschenkt worden.

der Totemismus rnr Nachahmung von -ticren uno Pitanzen Dieter, da sich die Verehrer göttlicher Kräfte in der Natur mül)en, die Naturformen wiederzugeben: er bringt das Fehlen jeder realisti­schen Tarstellung put diesem Fehlen des Totemismus in engsten

Buddhasiguren geschmückte Stuckfassade der einen Mauer hey vermuten, daß es sich hier wirklich um das Heiligtum der Ge­beine Buddhas handelte. Tas Tenkmal muß einen Durchmeß er von 286 Fuß gehabt haben, ist also das größte Bauwerk dieser Art, das jemals im alten Hmdostan ausgeführt wurde Nach­dem das Heiligtum selbst seiner Lage nach festgestellt war, war die zweite nicht minder schwere Aufgabe, in dem Trümmerhaufen nunmehr die Kammer aufzufindeu, in der die Gebeine des Reli- gionssttfters verwahrt waren. Als man schon an der Auffindung verzweifeln wollte, stieß man plötzlich tief in der Erde auf einen ganz mit Trümmern ungefüllten Raum, in dessen -tiefe fich der oielbeschriebene bronzene Haften entdecken ließ. TaS Reliquiar, in dem sich die Gebeine befanden, bestand aus einem sechs,emgen zweieinhalb zu eineinhalb Zoll großen rttistallbehaltnis, das m dem runden SR« all lasten von fünf Zoll Turchmesier und vier Zoll Hohe eingeschlossen war. Ter Teckel des Kastens zeigt drei prächtig ausgeführte Bronzesiguren rings um ein Bildnis Buddhas. Tie Reliesarbeuen an den Wanden des Kastens stellen drei sitzende Buddhas dar, die von heiligen Verehrern umgeben sind Tic Scklußgrupve zeigt Äömg Kanischka zwischen zwei Begleitern. Eine Gutrlaiide, dte, von kleinen Eroten getragen, um das ganze herumläuft, zeigt deutlich den griechischen Einsluß, Den ja die ganze Ehandara-Kunst auiweist. Ter unterste Teil itt mit fUegen- fien Gänsen geschmückt. Ter Teckel enthält Zuschriften, die Den Namen Kanischka enthalten und ebenso wie eine aufgeiunbenc Kupfermünze die Identität der Entdeckung mit dem alten »eiligtnm über allen Zweifel erheben.

Weniger glatt freilidj als die Annahme der Wehrvor­lagen ging dte Lösung der Teckun gs frage vor sich, die genau genommen noch gar nicht erfolgt ist, da sie wenigstens zum Teil in einem Wechsel auf die Zukunft besteht, zahlbar spätestens am 1. Lttober 1916. Ter Reichs­tag hat mit allen Stimmen gegen die der Polen und Sozial* demokraten dem von den Nationalliberalen und dem Zen­trum vorgefchlageneii Kompromiß zugef'lnnrnt, wonach die im Rcichsfinauzgcsctz von 1909 vorgesehene Ermäßigung der Zuckersteuer erst sechs Monate nach der Einsührung eines Gesetzes in Kraft tritt, welches eine allgemeine, den verschiedenen Besitzformen gerecht roeröence Besitzsteuer vorschreibt, spätestens aber am 1. Oltober 1916, und zwar ist ein entsprechender Gesetzentwurf dem 'Reichstag bis zum 30 April 1913 vorzulegen. Weiter ist aber gegen Die Stim­men des Zentrums und der beiden lonservativen Parteien der Antrag der fortschrittlichen Volkspartei angenommen worden, wonach dein Reichstag bis zum 1. April 1913 der Er b s ch a f s st eu e r g e s e tz e n t wu r f von 1909 vor­zulegen ist.

Ta auch die Reichsparlei, obwohl sie, um die Verbün- beten Regierungen nicht zu binden, gegen den Antrag stimmte, ihre grundsätzliche Zustimmung eriläri hat, wäre mithin an'sich eine starke, freilich auf die im Steuerbewilli­gen durchaus unzuverlässige Soztaldeinokratte gestützte Mehrheit für die Erbschaftssteuer vorhanden. Was das Zentrum betrifft, so hat es sich seine cnbgülligc Stellung­nahme noch Vorbehalten, aber leinen Zweifel daran ge­lassen, daß eS eine Reichsvermögcnssteuer vorziehen würde, während die Konservativen aui ihrer entschiedenen Oppo sition gegen dieErbschaft Bülows" beharren.

Für die Verbündeten Regierungen hat der Reiajsschatz- l'cfretär die Erklärung abgegeben, daß bis zum 30. April 1913 ein Besitzsteuereulwurs eingebracht werden soll. Wie dieser aussehen wird, bleibt natürlich abzuwarten, doch liegt es auf der Hand, daß es sich nach den im Reichstage ab­gegebenen Erklärungen nur um eine Vermögenssteuer oder E rb s ch a f t s st e u e r handeln kann, für die sich so ober so eine Mehrheit finden dürfte. Es wäre eine merkwürdige Fügung, wenn gerade die Finanzreform, die zur Zerklüftung der bürgerlichen Parteien geführt hat, bereit Wiederannäherung bewirken würde, uno wenn sich durch dieses Mittel sei es nun die Besitzsteuer in Form der Erbschafts- oder der Vermögensheranziehung der Weg zur Sanierung unserer innerpolitischen VerlMnisse bie­ten würde.

Berlin , 22. Mai Ter Kaiser verlieh dem Reichs­kanzler Kreuz und Großkomture des töniglichen Haus­ordens von Hohenzollern, Staatssekretär v. Tirpitz die Brillanten zum Schwarzen Adlcroroen, Kriegsminister von Heeringen den Schwarzen Adlerorden und Reichsschatz- fetretär Kühn den Kronenordcn erster Klasse.

Der italienisch-lüriische Krieg.

Zur Ausweisung der Italiener.

Konstantinopel, 2^. Mai. Tte Ausweisung der Italiener ist heute nachmittag der deutschen Bot­schaft befanutgegeben worden. Ter heutige M i * n i ft e r r a t beschäftigte sich mit der Frage, wie das An­suchen der Italiener um Aufnahme in den ottomantschen

Untcrtanenöcrbanb zu erledigen sei und beschloß, nur In liencr aufzunehmen, die hier Familie haben.

Konstantinopel, 22. Mai. Etwa dreißig I t a liener, darunter mehrere Israeliten, haben sich gestern an das Nationalitätenbureau mit der Bitte gewandt, man möge ihnen die o 11 o m a n i s ch e Staatsangehörig­keit verleihen. Es verlautet, die Pforte werde Garantie n verlangen, daß sie nach dem Kriege nicht wieder die ita­lienische Staatsangehörigkeit erwerben wollen.

Rom, 22. Mai. TieTribuna" schreibt:Tie Iungtürlen beschlossen die Ausweisung der Italiener, aber fie zögern, sie auszuführen, denn sie wissen, daß sie durch diesen Akt, der allen Prinzipien o c r Zivilisa t i o n widerspricht, und noch nie dagewefeu ist, ihre Maske Europa gegenüber fallen lassen und ihre Liebe zur Türkei selbst den professionellen Türkenfreunben schwer machen wurden. Tie Beietzung der Inseln konnte zuerst als ein einfacher Kriegsvorgang betrachtet roeroen, welchen der Friede rückgängig machen tonnte. Nach einer derartigen Kutidgelmng wird es felbit Europa für sehr schwierig hal­ten, diese Inseln, tvelche von einer sehr edlen Rasse be­wohnt werden, der Herrschaft eines Volkes zu­rückzugeben, das sich als Barbarenvolk erwies, indem es die Diplomatie zu einem internationalen Er­pressungsmittel zu machen versuchte."

Gironale b Italia" schreibt:Tas Vorgehen der Tür­kei beweist, daß wir es mit einem Staate zu tun haben, Der alle Eigenschaften barbarischen Ursprungs betvahrte." Aehnlich äußert sich die ganze italienische Presse.

Tie Uebcrgabe von Rhodos in türkischer Beleuchtung.

Konstantinopel, 22. Mai Tas KriegSmini- st er i um veröffentlicht eine längere Tarstellung der Uebcrgabe der Garnison Rhodos. In dem Be richt wird darauf hingewiesen, daß die italienischen Gruppen den lürtischen um das zehnfache überlegen waren und 24 Feld- und Gebirgsgeschütze hatten, während die Türken nur zwei Gebirgsgefchütze befaßen. Major Ab- dullah ertannie, daß Widerstand unmöglich war und nahm den Vorschlag auf Uebcrgabe unter der Bedingung an, daß der Garnison militärische Ehren erwiesen wür­den und die Offiziere ihre Säbel behielten. Tic türkischen Truppen waren nur ein Bataillon stark, welches aus 8<ü aktiven Soldaten, 24 Reservisten und 66 Gendarmen be­stand. *Tie Zahl der Gefangenen, die sich den Ita­liener Übergaben, übersteigt nicht 700. Die Uebcrgabe sand statt, nachdem die Zahl der Gefallenen dreißig Prozent des Gcsamlbcstandes erreicht hatte. Ein so weit gehender Widerstand, sagt der Bericht, ist in der Kriegsgeschichte selten. Ein solcher Kampf macht der oltomanischen Ar­mee Ehre. Gewisse widrige Umstände Haven einen Kleinkrieg unmöglich gemacht.

P e r i m, 22. Mai. Italienische Kriegsschiffe bombardierten am Montag Tubab, ohne Schaden anzurichten. Die Granaten explodierten nicht. Eine Dhau wurde östlich von Perim angehalten. Nachdem die Pa­piere geprüft waren, wurde ihr erlaubt, weiterzufahren; sie landete Vorräte in Tubab. Tie Italiener wollten diese an sich bringen, wurden aber vom Feuer der Türken zu- rückgeworfen. Tic Thau wurde durch das Feuer der Kriegs­schiffe unabsichtlich vernichtet. Eine andere Dhau stranoetc am Sonntag in der Nähe von Tubab. Tic Araber brachten

Als eine der vom religionsgeschichtlichen wie vom kultur­historischen wie archäolgischeon SianDpunlt beoeutsamsten Ent­deckungen der jüngsten Zeu muß die Auffindung der Gebeine Buddhas in einem Schutt bügel bei Peschanar an der Nordwefl- grenze Indiens gelten, die sogleich nach dem Bekannlwerden der Aufsehen erregenden Taiiacye lur- gemeldet wurde, über die aber erst jeet nähere Mitteilungen gemaajt werden. Ter erite, ber eine genaue Tarstellung der langwierigen Suche nach dieser hochlten Reliauie der buddhistischen Welt gibt, ist der indische Archäologe Nihal Singh: er kann sich in seinem Aussätze in Wide World Magazine auf den noch nicht veröffentlichten offiziellen Bericht der archäologischen Abteilung der britisch-indischen Regierung stützen.

Ter französische Gelehrle Fouchier stellte 1901 in seinenBe­merkungen über die alte Geographie von GHandara" die Behaup- tung aus, daß der Schutthügel vor den Toren der heutigen Stadt Peschawar, die an der Stehe des alten Puruschavura liegen soll, mit Namen Schah-Ii-ü-Theri, die Rumen des langgesuchten Heiligtums umschließe. Tie gleiche Ansicht hatte bereit» vier Iahrzehme vorher der erste Generaldirektor der indischen Archäo­logie-Abteilung, Eunningham vertreten, aber Fouchier stützte sie nun mit so überzeugenden Beweisen, daß daraufhin der Ameri­kaner T. B. Spooner, der von der britischen Regierung mit Grabungen in Indien beauftragt war, im Anfang des Jahres 1908 dte Grabungen nach den Geoemen Buddhas wirklich be­gann. Tie Arbeiten mußten in dem riesig ausgedehnten Trümmer- hügel auss Geradewohl begomten werden, und ein ganzes Jahr lang arbeiten 120 Kulis daran, tiefe Gräben durch das ganze Feld zu ziehen. Schlreßlici) meß man auf eine sa,t acht Fuß dicke massive Steinmauer^ öie von Osten jra^^ Kesten ging. Uach

list in die Höll", Zentrumsmann, imer ran!

ierali§nui5 ist ja an du- 'f on einmal ausgiebig über bi! J ssung unterhalten 1904.1 ) Aber man stehl dieselbe» I damals gegen den Erbprinz»» ihern und Baden, so hier uj ), in West und Ost, überall bti-1 f das schärfste über die Tktloß 8 : zu mißbrauchen. Wir bestreik 1 u privater Wahlagitation, oben staatlich privilegiert und pr>u it ausgestattet, seine amtlü' i auf diese Weise mißbraucht i | damit direkt gegen ball

ie ein Richter.

nicht hat bei den elsäßischc ! st der Mißbrauch der geistig l der Wahl führen m?: z unmoralisch und ui' n Mücken und scblucken rkmnu, jßit kassieren Wahlen, weil r t unterschreibt, ein ©emtnit ! rechts), wievielmchr bin! - bsckaffuna eines Au«-

Beifüg".

Entscheidung «chundmr» erhebung

Muchs der geistlichen Gew-

Tie Entdeckung eines neuen Fresko in Pom­peji. Tie überraschend reichen Funde, die in den letzten Wochen bei den nepen Ausgrabungen in Pomvm zutage gekommen sind, haben eine wertvolle Bereicherung erfahren. Am Montag wurde aui den Ausgrabungsstätten ein neues, prächtiges Fresko irei- gelegl. Man gewahrt auf die'er prachtvollen pompc, ann dien lerei die Gestalt einer Venus auf einer Quadriga von Elefant:.', die Göttin ist von Ämorttten umringt, während ihr em Eros emen Spiegel reicht. Neben den Elemmen sieht man Gemen ;n . Füllhörnern. Unter dieser schönen Tarftellung, Deren Meine c schau der Äussührung Bewunderung erregt, ächt man einen kleinen Tempel, in dessen Borraum roch aufgericfici, die GeMlt eines Mrturs stehl. Beide Fresken find ausgezeichnet erhaltey.

Die Vertagung Ser Reichrtags.

Ter Reichstag hat feine Arbeit getan. Man wird dem Parlament, beffen erste Session der dreizehnten Legislatur­periode gestern bis zum 26. November vertagt worden ist, nachsagen können, daß cS in den 69 Sitzungen seit der Er Öffnung am <. Februar ein ehrliches Stück Arbeit geleistet hat. Daß die Erledigung des Voranschlags erst in der letzten Sitzung, also sieben Wochen nach dem Beginn des neuen Etatsiahres erfolgt ist und wieder zu dem üdlicheu Ausweg des Etatsnotgesetzes Zuflucht genommen werden mußte, lanit dem Haufe nicht als erfchiverender Umstand äuge rechnet werden, da in erster Reihe die späte Einberufung des Reichstags daran Schuld war.

Unter den besonders erfreulichen Leistungen des Parla­mentes ist nächst den Wehrvorlagen das Reichs- und Staatsan gehörigkeitsgejetz zu nennen, durch welches es unseren Landsleuten im Auslande erleichtert werden soll, die Reichsangehörigkeit zu behalleu oder wiederzugewittnen, und dessen Wirkung hoffentlich in einer Stärkung des Deutschtums im Auslände bestehen wird Einen erfreulichen 'Forlschritt bedeutet ferner die sogenannte kleine S t r a f r e ch t s n o v e l le, die vor allem eine Strafmilderung bei geringfügigen Ticbstahlsvergehen, bei Unterschlagung und Betrug und für eine Anzahl Delikte die Zuläsfigkeit der Geldstrafe statt der Gefängnisstrafe vorfiehl, tvährend auf der anderen Seite eine Verschärfung der Strafen wegen Körperverletzung gegen noch nicht 18 Jahre alte ober wegen Gebrechlichkeit ober Kranlheit wehrlose Personen, bie ber Fürsorge ober Obhut des Täters umerstel-en, eintritt. Bon kleineren Vorlagen sind dann noch die Verlängerung des Handelsvertrages mit der Tür­kei, ber Handelsvertrag unb ber Konsular-, Rechtsschutz- unb Auslieferuugsvertrag mit Bulgarien, ber Zusatzvertrag zum Auslieferungsantrag mit Luxemburg, bie Verlänge­rung ber Zuckerlonvenlioii, bas Ausführungsgesetz zu bem internationalen UcbcrcinFommcn zur Bekämpfung des Mäd- chenhanbels unb bas Militärluftsahrtfürsorgegefetz zu nen­nen, wozu noch ber Ausbau bes Reichstagsrechtes in Gestalt der Erlvcitcruug bes Juterpellationsrechtes unb ber Einführung der ku rz e n Anfragen kommt.

Als bie bebeutfamfte Leistung bes Reichstags aber ist, foie schon betont, bie ungewöhnlich schnelle unb glatte An­nahme ber Wehrvorlagen anzusehen, bie in einer Form unb mit einer Einmütigkeit erfolgt ist, bereu impo- nierenber Einbruck aus bas Auslanb unverkennbar luar. In ber Thronrebe zur Eröffnung bes Reichstags mar der doffnung Ausbrnck gegeben worben, baß die Tätigkeit der Lollsvertretung dem Volk unb bem Lanbe zum Heile ge­reichen werbe, unb es war besoilders in bezug auf die Wehr- vorlagen gesagt worben:Helfen Sie, geeyne Herren, diese Ausgaben zu erfüllen, so werben Sie bem Baterlanbe einen großen Dienst erweisen." Die Tatsachen haben gezeigt, daß jene in ben Reichstag gesetzten Hoffnungen vollauf - berechtigt waren, bagegen burchaus unberechtigt bic pesfi- mistifchen Vorausfagungen, bic von manchen Seiten an I ben bei ben Wahlen vom 12. Januar erfolgten Umschwung ! geknüpft worben waren. ________________________________

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Ter SitßtNtr Anzeiger Xk wriT MM Bezugspreis:

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Sine Zorschungrreise zu Öen Pygmäen von Neu-Guinea.

I Eines der schwierigsten Probleme der Völkerkunde bieten die Eygmaen-Völker, bei denen man bic primitivsten Stufen mensch- cher Kultur auigebedt hat: bcfonbcrc Beachtung haben in letzter eit durch bic Wissenschaft in Zwergstämme von Neu-Gurnca :iunbcn. Tic Ervcdition der British Ornithologists' Union ent- :cktc Pygmäen in einer Gebirgskette, etwa 200 englische Mecken f von ber Küste von holländisch Guinea, und Tr. Rudolf Pöch V and in dem deutschen Gebiet der Insel Zwergvölker. Trc critcn | ausführlichen Berichte über ein solches piigmacnhaftcs Gcbirgs- uolk in British-Ncu-Guinea, die Mafulu, erhalten wir aber nun .11 dem soebeii erschienenen Werk von R. W. Willianifon, einem mglischen Ethnologen, der srühcr Rechtsanwalt war, aber fernen krruf aufqegeben Hal, weil er, wie er selbft in der Einleitung nzählt,ein großes Verlangen hatte, etwas vom Leben der Wilden zu sehen".

Unter uncnbltdfcn klimatischen und anderen Schwierigkeiten drang Williamson m bas gebirgige »mtcrlanb des iitlc-5 von Ncu-Guinea ein und beobachtete ^in monatelangcm - Lwdium die schwer zugänglichen NkafuluS. ^.ie .r.urchichnitt.- I zrößc des erwachsenen Masulnmannes betragt nad) ben Jcei- I iungen, die der Gelehrte an zwanzig von ihnen vornahm, lock Zen- limeter; der durd)schniltliche «d)ädelindcr vt tiroa 80. xie JJia- fuluÄ sind zart und schlank gebaute, gc'chmcidig be^gliche ^n- ! ..en mit krausem Haar, bas aber nicht, wie bei '^n Nachbarn en der Küste, den perpuanischen unD meianefifchen ^?gern, fchwarz I fit, sondern in den meisten Fällen braun. Aus dtefer patlache leitet Williamson neben anderen charakterumchen Merkmalen ihre vkrwandtsdzaft mit den anderen Pngmäenvolkern h^r, so de > ^«niancii, den Scmang der malauid)cn valbmicl .

' bet Philippinen. Bei der Betrachtung der Kultur dn Mamlus teU der Gelehrte hervor, daß srck bei ihnen keine ^b'lren des

I |o nft unter den Naturvölkern so allgemein üerbrcitclcn ^.oternt.m

| Heben, dürgends ließ sich irgendein ^'T-erchen beobachten, nach tem das Töten unb Essen bestimmter Liere oder PNan-en wr die bestimmte soziale Gruppe verboten wäre, aac 'iuoen also auf einer Kulturftufe, die noch nid}.

crneicht Hai, das sich im Totemismus und »einen

A äSgestaltungen ausdrückt. Sie stehen untereinander 1 «.ftbnnben unb die Mitglieder eines sold)en Berbandes halteit

I ;o« eng zu einander, daß sie ein Unrecht, das ^"bm der Zdrm jLichehen ist, wie ;. B einen Mord oder tfraiunraub, genu n cm rächen. Sonst aber ist ein Gefüllt Tur Reck'! und <^4 6 keiner Weise ausgebildet. In den Zeichnungen, die die,e P^maen am ihre Gürtel, Speere, Kürbisflaschen und ,tn einicpmfce ,

. l^-gt sich eine sehr beschränkte tünsilerisd)e

1 tocierung bestehl nur in geometrischen ^twen 0 Emen unb Flecken. Ihre meianefifchen Nachbarn untcrfcheiden

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