daß dieser Urteilsspruch irgendwo ein Seitenstück findet, wissen vielmehr, daß die Rechtsprechung sonst andere Bahnen zu wandeln pflegt. Es wäre aber erfreulich, wenn das Urteil von Ratibor eine Umkehr einleitete, unb wenn sein Beispiel allenthalben in deutschen Landen Nachah- mung fände. Trotzdem möchten wir doch niemanden raten, darauf zu bauen und die Ausdrücke, die der Rybniker Amtsrichter nun nicht mi bereuen braucht, im Verkehr mit den hohen Behörden oder Privatpersonen zu verwenden. Denn die Ansichten der Juristen pflegen sehr verschieden zu sein, noch steht ja auch das Urteil des Reichsgerichts im vorliegenden Falle aus.
•
Tie Abschaffung des Einjahrig-Fre'wiffigen-Vorrecht? wird in einem konservativen Blatt empfohlen. Der „Reichs- *bote" macht folgenden Vorschlag:
Jedermann muß zweijährig dienen! Wer sich durch besondere Tüchtigkeit bervortnt, kann im Verlause dieser Jahre zum Oifizier beiördert werden. TaS erste halbe Jahr wohnen alle in der Kaserne. Alsdann können Soldaten, die in jeder Beziehung nach Tüchtigkeit, Bildung und Lebensstellung sich zu Ossizieren eignen, zu (Befreiten ernannt werden und aus ihren Antrag die Erlanbniseerhalten, aunerhalb der Kaserne zu wohnen und sich selbst zu beköstigen. Sie erhalten dann die Schnüre, die sie nicht mehr als Einjährige, sondern als den Relerveolsizier Anstrebenden kennzeichnen. Nach je einem Vierteljahr können sie Unteroffizier, Vizeseldwebel, Offizier werden. In den beiden letzteren Dienstgraden erhalten sie ihre dienstlichen Kompetenzen. Ebenso ist es bei der Kavallerie. Ter Tüchtige, der cs dort zum Reserve- ofsizier gebracht hat, braucht nur zwei Jahre dienen. Ein gewißer Entgelt, der ihm für baS kostspielige Halten eines Pferdes durch ein Jahr wird. Durch unseren Vorschlag werden die Kreise dafür viel weiter gezogen. Neben einer ganz unerläßlichen allgemeinen Bildung und Lebensstellung, wie man sie vom Offizier verlangt, wird allein die dienstliche Tüchtigkeit zum Gradmesser für da? Aussteigen zum Offizier gemacht, ein Umstand, durch den das Heer nur gewinnen kann.
Deutscher Reich.
Da? Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise find am Freitag nachmittag 5 Uhr 50 Minuten im Sonderzug auf dem Potsdamer Bahnhof eingetroffen und fuhren nach dem Schlosse.
Der Prin-reaent von Bayern lud den Reichskanzler ein, auf seiner Rückreise nach Schloß Lindcrhof zu kommen und einige Zeit der Hochwildjagd obzuliegen.
Gegenüber einer in der sozialdemokratischen „Schwäbischen Tagwacht" aufgestellten Behauptung, daß die Einbringung eines gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter gerichteten Ausnahmegesetzes beim Bundesrat geplant und daß die württem- beraische Regierung für dieses Vorhaben bereits gewonnen sei, stellt der württembergische „Staatsanzeiqer" fest, daß der roürttem- bergischen Regierung von einem derartigen Plane nichts bekannt ist und daß daher auch die Behauptung der erfolgten Erteilung ihrer Zustimmung für denselben jeder Begründung entbehrt.
Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Am 23. Aug. hinterlegte der kaiserliche Geschäftsträger in Paris die Ratifikationsurkunde zu dem internationalem Ueberein- kommen zur Bekämpfung des Mädchenhandels vom 4. Mai 1910 seitens des Reiches. Tas Uebereinkommen tritt sechs Monate nach dem Tage der Hinterlegung, also mit dem 23. Februar 1913, in Kraft. Außer Deutschland ratifizierten Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Oesterreich-Ungarn, Rußland und Spanien das Uebereinkommen.
Dos „Berliner Tageblatt" meldet aus London: Die britische Regierung richtet eine Hydroplanstation auf dem Vorgebirge von Firth of Forth ein. Von dort hat man einen Ueberblick auf den Zugang zur Nordsee. Es soll eine ganze Reihe solcher Stationen an der Oftküste errichtet werden.
Der „Matin" beschäftigt sich in einem längeren Artikel mit der angeblichen Neberschwemmung und Schädigung Frankreichs durch deutsche Jndustrieartikel und schlägt gegen diese folgende Maßregeln vor: 1. Eine Aende- run- der französischen Gesetzgebung von 1867, durch welche cs fernerhin unmöglich gemacht werden soll, daß angeblich französische Gcsellsck)asten von Deutschen in Frankreich gegründet werden und in Deutschland fabrizierte Artikel als französische Fabrikate verkaufen; 2. die französische Regierung müsse Maß-.
an getroffen. Von starkem Polareis war überhaupt nichts zu sehen. Zwischen Kap Sherard auf dem Prinz of Wales Land und Kap Eourt auf North Somerset trafen wir die erste große Eisansammlung. Da uns die Sonne gerade ins Gesicht schien, hielten wir sie in ihrer glatten, vollkommenen Stille für eine kompakte Masse, die sich von Land zu Land erstrecke. Und nun war mir ganz klar, daß Itrir den Punkt erreicht hatten, wo unsere Vorgänger zum Umfebrcn gezwungen worden waren, das heißt die ganze, ungeteilte Eiskante.
Glücklicherweife stellte sich dies als ein Irrtum heraus — ein Irrtum, besten wir uns unter ähnlichen Umständen noch mehrmals schuldig machten. Wenn die Sonne auf eine spiegelglatte Meeresfläche von Eisstücken darin sci-eint, so sehen diese aus, als ob sie ineinander übergingen, und erscheinen wie eine zusammenhängende Eismasse. Dazu tragen auch die Luftspiegelungen bei, die im Eismeer beständig vorkommen und die eine ff eine Eisscholle so vergrößern und erbeben, daß sie wie ein ganzes Eisfeld aussieht. Besonders in ziemlich kurzer FernrolKdistanz kann man sich einer gewaltigen Packung gegenüber wahnen: aber im Eismeer gilt es noch mehr als anderswo, daß der Schein trügt, und man muß warten, bis man die Dinge „ansassen" kann, ehe man irgendwie sicher sein darf.
Als wir näher kamen, war das offene Wasser von den Eisschollen zu unterscheiden. Die beiden Nordländer, Lund unb Hansen, waren die ersten, die den Irrtum erkannten. Neben ihrer langen Erfahrung in Eismeerfaltrtcn hatten sie auch eine größere Hebung in der Benützung des Fernrohrs vor uns voraus — das ist nämlich auch eine Kunst, die geübt sein will. Die „Eis- mässe" entpuppte sich als eine Menge alten, zerstückelten Fjord eises, das zugleich ganz weich war. Zwischen dem Eis unb dem Laude waren auf beiden Seiten große und ganz Rare Rinnen, so daß wir leicht und ohne jedes Hindernis tmdurchschlüpsen konnten. Eine Riefenvobbe, die sich auf dem Eise formte, mußte dies mit dem Leben büßen.
Diese ganze Eisansammlung war nicht besonders breit. Nach kurzer Zeit befanden mir uns wieder in ganz eisfreiem Wasser, und so waren wir diesmal mit dem Schrecken davongekommen.
*
h. Frankfurter Theaternöte. Die Forderung der Theatergesellschast an die städtische Theater komm ission um Rückzahlung von 66 585 Mark zuviel gezahlter Billettsteuern ist abgelehnt und vom Magistrat gutgeheißen worden Damit ist dem ^lussickNsrate der Gesellschaft eine schwere Enttäuschung be reitet worden, zumal der neue Intendant bereits 160000 Mark für Neuanschaffungen und die Erhöhung der ft ä b t i scheu Unterstützung von 272 500 Mark auf 600 000 Mark fordert. Auch diese Summen dürften nicht bewilligt werden. Die Theater stehen vor der schwersten Krisis seit ihrem Bestehen.
— Kurze Nachrichten auS Krrnst und Wissenschaft. Der berühmte Jnsektenkundigv Fabre ist von einer Anzahl hervorragender französischer Persönlichk.nten der Willen schast und Literatur, an deren Stütze der bekannte Baron Ester nekles de Eonfant steht, für den diesjährigen Nobelpreis vor- geschlagen worden.
regeln ergreifen, um bei allen Lieferungen für Staatsbedürfnisse die Submission nichtfranzösischer Firmen und die Lieferung nicht- französischer Waren auszuschließen.
> ■ ■ * * ------
Kircbc und Schule*
Tie neuen Lehrpläne in Württemberg.
Die neuen Lehrpläne für die Schulen Württembergs sind nach dem „Staatsanzeiger" so weit ausgearbeitet, daß die Beröffent- lichung der Lehrpläne für die Elementarschule und die höheren Knabenschulen unmittelbar bevorsteht. Sie umfassen sämtliche Fächer außer Religion, Turnen und Kurzschrist. Für diese rst eine Regelung bis Frühjahr 1913 beabsichtigt, auf den gleichen Termin soll auch eine Neuausgabe des Lehrplans für die höheren Mädchenschulen erfolgen. Bon durchgreifenden Aenderungen, z. B. Verminderung der Zahl der Unterrichtsfächer, ist in den neuen Lehrplänen mit Rücksicht auf die andern Bundesstaaten abgesehen und an den bestehenden und bewährten Anstaltstypen fettgehalten worden. Für die in Württemberg bisher nicht vorhanden gewesenen Reformschulen wurden besondere Lehrpläne entworfen. Von den Aenderungen hebt die „Franks. Ztg."^ hervor: Am Gymnasium iStubiengang wie bisher wurde die Stundenzahl im Lateinischen und Mathematik zur Erweiterung des naturwissenschaftlichen, insbesondere des biologischen und des französischen Unterrichts an den Oberllassen unbedeutend eingeschränkt. Durch Verminderung der für die Klassenarbeiten festgesetzten Stundenzahl unb Vereinfachung des grammatischen Stoffs wurde für den mündlichen Unterricht in den klapifchen Studien Ersatz geschaffen. Beim Realgymnasium, das in den. ersten drei Jahren den gleichen Lehrgang wie das Gymnasium hat, und bei dem Latein die erste Fremdsprache ist, an das sich in Klasse 4 Französisch, in Klasse 6 Englisch anschließt, wurde zur Annäherung an die außerwurttembergischen Realgymnasien Latein stärker eingeschränkt und die andern Fächer (Deutsch, Englisch, philosophische Propädeutik, Naturwissenschaft' erweitert. Die Oberrealschule (nur mit 2 obligatorischen Fremdsprachen, beginnend mit Französisch, dem sich in Klasse. IV das Englische anschließt) widmet noch Zeit den modernen Literaturen, der^ Geschichte, den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Durch Einschränkung der Mathematik wurde nach dem Vorgang anderer Bundesstaaten eine Erweiterung der Erdkunde, Naturwissenschaften, besonders der Physik, möglich. Tie beiden Reformtypen, R e - formgymnasium und Reformrealgymnasium, von denen der erste in Württemberg bis jetzt nur durch das Stuttgarter Mädchengymnasium vertreten ist, haben mit der Ober- realfchule gemein, daß das Französische als erste Fremdsprache betrieben wird: ihr Lehrplan deckt sich in den ersten 3 Jahren vollständig mit dem der Oberrealschule. Im 4. Jahr setzt das Latein ein, zu dem sich im 6. am Reformgymnasium das Griechische, am Reformrealgymnasium das Englische gesellt. Während beide Anstalten, gestützt auf das reifere Alter der Schüler beim Beginn des altsprachlichen Unterrichts, das Ziel der entsprechenden Schulgatttmg alten Stils in den alten Sprachen im wesentlichen zu erreichen suchen, nähert sich in den neueren Sprachen und in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern das Re- formgymnasium dem Gymnasium, das Reformrealgymnasium dem Realgymnasium. Die Lehrpläne dieser 5 Schulgattungen suchen durch Beschränkung des Gedächtnisstosfes, durch stärkere Betonung der Anschauung gegenüber dem»abstrakten Denken, Einführung von kurzen Schülerberichten und Hebungen, Einschränkung der schriftlichen Arbeiten zugunsten des mündlichen Unterrichts, eingehendere Behandlung der Kulttir der neueren Zeit uff. die Forde rangen eines modernen Unterrichts zu erfüllen. In der Elementarschule (umfassend die beiden Elementarklassen und die sog. „Vorklasse" der höheren Schulen) ist neu ein geführt Heimatkunde. Im übrigen sind die Lehraufgaben der drei ersten Schuljahre so weit beschränkt worden, daß es künftighin begabten Schülern, welche die Volksschule 3Vz Jahre besucht haben, möglich fein wird, wenn sie im letzten Halbjahr in einzelnen Fächerri eine weitere Förderung erfahren, unmittelbar in die erste Klasse höherer Lehranstalten überzutreten.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 31. Sluguft 1912.
Landwirtschaftliche Kreisschau und Rotviehausstektung zu Gießen.
Die Absicht des Landwirtschaftskammer-Ausfchusses für Oberhessen, durch Veranstaltung seiner lanbtv. Kreisschauen einen Einblick in die Betriebsverhältnisse der einzelnen Kreise zu gewähren und den derzeitigen Stand der einzelnen Produktionsgebiete vor Augen zu fuhren, kann bei der in der Zeit vom 13.—16. September in Gießen statt- findenden landw. Kreisschau als vollständig erreicht angesehen werden. Denn neben einer sehr reichhaltigen Tierausstellung nehmen die anderen AusstellunbZabteilungen eine Ausdehnung an, wie sie auf anderen Kretsschauen noch nicht erzielt wurden. Ganz besonders gilt dies von den Erzeugnissen des Pflanzenbaues. Zunächst werden hier die fünf Bauernvereine Gießen, Hungen, Heuchelheim, Leihgestern und Hattenrod, sowie die Saatbaustelle von Hugo Jakobi in Utphe um die Siegespalme für die beste Gesamtleistung streiten. Tie Landwirte Th. Stein-Orün- berg, Psaff-Weitershain, Köhler-Langsdorf, Belten-Göbeln- rod, Gottmann-Gießen und Hch. Schneider-Utphe werden ebenfalls unter sich in dieser Klasse konkurieren.
Die Einzelklassen find wie folgt vertreten: Winterweizen mit 54, Sommerweizen mit 13, Winterroggen mit 56, Sommergerste mit 60 und Hafer mit 64 yhnnmeriu Sämtliche bekannte ertragreiche Sorten sind vertreten: auch die neuen Sorten, die nur vereinzelt gebaut werden, können bei dieser Gelegenheit besichtigt werden. Auch Hülsenfrüchte werden in 9 dkummern gezeigt. Einen verhältnismäßig großen Umfang wird die Kartoffelausstellung einnehmen. In Klasse 9, Fri'chkartoffeln, sind es 40 Aussteller mit 87 Sorten, in Klasse 10, mittelfrühe: 30 Aussteller mit 83 Sorten und in Klasse 11, Spätkartoffeln: 68 Aussteller Mit 268 Sorten, die in Konkilrrenz treten. Außer den bekannten Böbmschen Züchtungen werden solche von Cinrbal Richter, Lochmann, Paulsen und Modrow vertreten sein, so daß diese Sanrmelausstellung sicher gute Gelegenheit zu Sortenstudieu chietet. Nicht minder reichhaltig werden die verschiedenen Arten von Futterrüben vertreten sein. 50 Aussteller mit 78 Sorten stellen ältere und neuere Sorten aus, darunter Eckendörfer, Oberndorfer, Leutcwitzer, Friedrichswerter, Kirsche, sowie französische Züchtungen. Auch Zuckerrüben und andere Rüben bekannter Züchter kommen hierbei zur Schau. Grünfuttergewächse als Zwischenfrucht und Hauptfrucht werden mit 65 Einzelnummern in die Erscheinung treten. Außerdem werden Raps und andere Felderzeugnisse in Klasse 16 mit 10 Nummern gezeigt loerden können. Ein sehr schönes und zugleich interessantes Bild wird die Gruppe „Sammlung von Gc müsearten und Gartengewächsen" bieten, denn 20 Sammlungen sind gemeldet.
Die Obstausstellung wird nicht nur durch ihre Reichhaltigkeit Eindruck machen, sondern auch deshalb großes Interesse Hervorrufen, weil das Obst zum ersten Male im Kreise nach Zonen ausgestellt und prämiiert wird. Sämtliche Aufgaben des umfangreichen Programms werden beschickt und in rund 500 Nummern zu lösen versucht Besondere Anziehungskraft dürfte die Sammelausstcllung der Kreisstraßenverwaltung auf die Besucher ausüben, weil diese wegen der Sortenauswahl und Sortenbenennung besonders belehrend sein wird. .Auch die Leistungen auf dem
lk-
porgenoimncn. D ‘mdl ist daher
tzmz ui 1 Wx, daß in tür Vlttttytt werdet
"Landw. itember, abe !5eit- und Fahr c chwan, Gießen
Freu dass heuti Agende
Alter
tot?'}»*
Gebiete der Obst- und Gemüsekonservierung werden vorauf sichtlich großen Anllang finden.
Tie in mancherlei Beziehung mit dem Obstbau in Lebensgemeinschaft stehende Bienenzucht wird in ihren Er. zeuguisscn wie Honig und Wachs und in lebenden Völker^ in allen Beuteformen durch die Sektion Gießen des ober, hessischen Bienenzüchtervereins veranschaulicht
Sämtliche Privat- und Genossenschaftsmolkereien nnb eine Anzahl Landwirte des Kreises stellen Butter- und Käseprobcn aus, um sich dent Urteil feinschmeckcnder Preu. A richter zu unterwerfen.
In der wissenschaftlichen Abteilung wird das Slim, fteriirm Pläne über Meliorationen im >ri:eife Gießen, n>t< I Drainagen, Wiesenverbefserungen, Bachregulierungen, Ber j schleifungen, sowie Pläne über Feldbereinigung ausstellen 1 Das landw. Institut und die landw. Winterffchule Lick | werden wissenschaftliche Arbeiten und Lehrmittelsawm langen zeigen und von der Verlagsbuchhandlung (Jun Roth werden letztere ergänzt werden. Dr. Kleberaer bring1 Versuche der städtischen Kläranlagen zur Darstellung unt Ingenieur Simon liefert Zeichnungen über Ziegelei- unt .ttalkwerksanlagen. Schließlich wird die Landwirtschaft, kammer Tarstellungerr ihrer Tätigkeit und Arbeiten bei g Bauberatungs- und Buchführungsdienstes zur Schau stellen ]
Man sieht hieraus, daß die Landwirtschaft des Kreiß-z Gießen mit ihren Nebenzweigen in einem getreuen Sp,-'- 1 getbild auf der Gießssner Kreisschau dargestellt sein toirh
A iklein-L tliwn Sonntag i kwedanfeier.
i " Heuchel an Preußen
Preußen. Die <8i I-ktaatsministeriun
13.HMuß im
|l- Geisel darüber : I^üld von Her
;r , ,Cr .und dem ■‘™u&en abz, Pfr und stehe f tatsächlich u ff* rechtlich HJ man einen n | ^rechtliche Seit «Jteibe einjutn fraglichen P„
- ftjollc d d--
OS
Bene
Be«rd
Mtags 2 ]
yftit Pflast I . m3 ungünfi'Q6 ?u ’• s6* Holzpstafler. "Lßnd. w«
Senfungen, -antinm d°b “u ’ An einzelne Tarnen worden.
** Die Leseh L Snzeigrntk'l u \ Tagen wie % inneren Ausl r * Silberne ■
8e6t unb Frau »Set L°nd' veranstaltet ^lltesousstcllung-
Die Sicht V kürzlich, vorc -rMkl3, der M u ^fnt des msend minbeit der Tum fischen Äsenbah t-ffl lurchfahren i r Gebiet der prei ts alljährlich gro! iirineß' und für -Zer ist der gröl t iiufe der Zett fa bet vielen Tu arm Tunnels am ' Melscheüels in ?cmel ein Stellt tittet und der Ste >« daß ein Durchd tim natürlichen f bcinftreden heget rviiionswagen, in >nt auftveift, ai (irr Sagen erhell 'nmels derart, dichte Stelle u eckt werden ir g unter der Le hrt und sehr
* * Tages kalender für Sonntag, den 1. September Kinematogravh: Täglich Vorstellung.
Biograph-Lichtlpiele: Täglich Vorstellung.
Museum des oberhessischen Geschichtsvereiv-, Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Somtlngnt vormittags von 11—1 Uhr.
Schützenverein Gießen: Schützenlest auf dem 6cfiüRer. 'e st platz. Sonntag und Montag. An beiden Tagen von 5 Uhr ab Konzert und Tanz.
• • AuS dem Misitärwochendlatt. Zur Arm«. Konservenfabrik in Spandau Schmidt, Proviantamt»in'p. und Zweiter Fabrikoorstand bei ber Fabrik in Mamz: Wrase, PcoviantamtSinsp. in Insterburg, zur Armee. Konserbenfabrik in Mainz; Kinzel, Kontrolleführer, Welker, Proviantamtsinspektoren, bei der Armee-Konservenfabrik ii Mainz, jenem die Geschäfte als Zweiter Fabrikoorstand, diesem als Kontrollesuhrcr übertragen.
• • Neuer Konsul. Dec zum Generalkonsul der Republi! Panama in Hamburg ernannte Herr Manuel be Obaldig, dem baS ReichSexequatur erteilt wurde, ist zur Ausübung konsularischer Dienstoerrichtungen im Großherzogtum zugelaffer. worden.
• • Lehrerpersonalien. Uebertragen wurden den SchulamtSaspiranten Konrad Beppler auS Lang-GönS eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Steinheim, dem Schub amtSaspiranten Albert Fenchel auS Gedern eine Lehrerstellt an der Gemeindeschule zu HöckerSdorf.
** Der Vorstand des Landes-Lehrerver« eins beruft die Obmärrner der Bezirks vereine zu einer Obmännerversammlung aus den 13. Septem« ber nach Frankfurt, um über die Besoldung-« o rdn u n g , die im Winter vom Landtag endgülliq geregelt werden soll, zu beraten. Alle Bcrirksvereine sollen b# dahin die Vorschläge des Vorstandes besprochen hab^ so daß die Obmänner die Wünsche ihrer Lehrer vorbrin« kömien. Die grundsätzliche Forderung, „Gleichstellung de. BoKsschullehrer ün Gehalte mit den mittleren <yinaty beamten, die nach der letzten Besoldungsvorlaae einen per- sionsfähigen Gehalt von 4900 Mk. erhalten sollten", gür. der Vorstand nicht auf; er wünscht ferner Gleichstellung mit den Reallehrern, das sind Volksschullehrer an hüherr? Schulen.
• • Für Nieder-Modau. Der Großherzog un) die Großherzogin haben ber Ortsgruppe Darmstadt der Odenwaldklubs für die durch die Nieder-Modauer Kaffen- affäre Geschädigten eine Spende von 1000 Mark überroeifr lassen.
** Angestellten-Dersicherung. Der Mittelrbrtnlsck Fabrikanten-Verein bat an feine Mitglieder ein Rundschrrid« gerichtet, in dem auf Grand der bisherigen Bekanntmachung« unb Aeußerungen des Direktoriums der Reichs-Bersicheran-f anstatt für Angestellte der Kreis der verficherten Perfonen au? fülyrlid) dargelegt und ferner über die Beitragsbefreiung tr* folge des Bestehens von Privat-Versicherungsverträgen Auskunt erteilt wird. Das Rundschreiben wird auch an andere Jp tereffenten von dem Bureau des Vereins (Main-, Breidenbachs Straße 13) bereitwillig abgegeben.
♦* Die Besucher der Ausstellung „De: Mensch". Wer als aufmerksamer Beobachter die Siu? stellung „Der Mensch" im Großherzoglichen ResideTtzscblrt zu Darmstadt durchschreitet, dem wird vor allem auffaHn. daß sich hier wie kaum in einer anderen Ausstellung d: Besucherschichten aus allen Berufs- und Gesellschaftsklassen zusammenfetzen. Lehrer, Beamte, höhere Offiziere, jk lehrte und schlichte Arbeiter, junge Mädchen, MTanter- schwestern, Aerzte und Studenten wandern durch die &ab< reichen Räume der Ausstellung; mit sichtlichem Jnteres: gehen sie von einem Objekt zum anderen und mit offen barem Vergnügen und Lerneifer machen sie an den 9be dellen und Apparaten Versuck)e. Allerdings finb auch bf i meisten Ausstellungen meljr oder weniger Fachausstellunga« die sich nur an einen kleinen Kreis wenden und nur fo^ Gebiete behandeln, die wohl alle verstehen, die aber mr: jeden gleichmäßig interessieren. Tie Darmfladker Äil* stellung „Ter Mensch" dagegen wendet sich an Alle: fl bclyanbelt alles, was den Menschen selbst berührt, fciis Gesundl>eit und seine Lebensführung, das ganze meTischlicke Dasein, und der Besucher, selbst der ht^gienisch ungeschvlE Laie spürt, daß er hier Belehimn^ unb Ausklärurw em* fangen wird, die für ihn von höchster Bedeutung ist.
♦* Die Konsumvereine werden durch eine ci oberster Instanz für Hessen jetzt ergangene Entscheck»te4 bcrül)tt. Ein Urteil des Strafsenates drahte die Frag^, ob derartige Genossenschaften unter das Reichsgesetz, brtr. den unlauteren Wettbewerb, fallen. Der einer Ucbtrtr* tung jenes Gesetzes anacflagtc Geschäftsführer eines fumvereins in Darmstadt hatte den Einwand erhoben, trf Vereine seien nur auf ihre Mitglieder beschränkt und flre^ ten keinen Gewinn an, nähmen also am 'Wettbewerb nir* teil und könnten deshalb picht durch diese B<'str7mwu.ll getroffen werden. Dem gegenüber nmr das Obcrlande * gericht gleich den beiden .unteren Instanzen der Anfm'» daß das (besetz alle Geschäftsunternelnnungen im meitcftd Sinne treffe und eine Otenoffcnfdjaft übe, auch wenn sie ftl auf ihre Mitglieder beschränke, doch einen Teil des allg* meinen Konkurrenzkampfes aus. Tie gegen den Ang' [tagten erkannte Geldstrafe ist mithin bestätigt.


